WB-Logo

Buchhandlung Weltbühne
Stand: 4.1.2017

Inhalt und Impressum Chronik der Änderungen Vorwort Ladenlokal Lieferbedingungen
Neu eingetroffen Verlagsneue Bücher Ohrauf: CDs und Cassetten Videos und DVDs
Antiquariats-Liste Antiquariat Spezial Antiquariat Abkürzungen
Der fliegende Koffer Situationspostkarten Boudoir
METZGER-Index METZGER-Archiv METZGER-Glossar
Bücher von Helmut Loeven
Amore e rabbia
Weblog von Helmut Loeven

Externe Links:A.S.H. Pelikan
Hafenstadt-BlogMarvin ChladaDFG-VK Duisburg

Verlagsneue Bücher

Das Standardsortiment der Buchhandlung Weltbühne

Yanis Varoufakis: Time for Change. Wie ich meiner Tochter die Wirtschaft erkläre. Carl Hanser Verlag. 184 S. (NB1311) 17,90 Euro
Erfrischender Querdenker – oder Totengräber des Euro? Yanis Varoufakis, ehemaliger Finanzminister von Griechenland, vertritt Thesen, die so kontrovers diskutiert werden wie sein Outfit. In lässigen Auftritten erklärt er die Welt, redet Klartext, wo andere nur Worthülsen produzieren. Viele Menschen berührt er sympathisch, andere sehen in ihm den Leibhaftigen. Wer ist er wirklich, was treibt ihn um? Varoufakis ist ein Meister darin, ökonomische Fragen mit der Geschichte der Kolonialisierung, mit den Matrix-Filmen und aktuellen Bezügen zu verbinden. Sein Buch will Interesse an der Wirtschaft wecken und bezieht leidenschaftlich Position für den Menschen und gegen eine Ökonomie der Unterdrückung.
Yanis Varoufakis, Jahrgang 1961, ist ein griechisch-australischer Wirtschaftswissenschaftler und Autor zahlreicher Buch- und Zeitschriftenpublikationen. Er war Professor für ökonomische Theorie an der Universität von Athen und an der Lyndon B. Johnson School of Public Affairs der Universität in Austin, Texas. Von Januar bis Juli 2015 war er Finanzminister der Regierung unter Alexis Tsipras.“
Konkret (August 2015):
„Daß Yannis Varoufakis, der ‚Rockstar der Ökonomie‘, der ‚linke Posterboy‘, der ‚Edelkommunist‘ oder schlicht der ‚Demagoge‘ (Qualitätspresse), es nicht versucht hätte, wird man ihm nicht nachsagen können. Daß Schäuble, Merkel, Dijsselbloem und Draghi nur Bahnhof oder Kommunismus verstanden haben, als der griechische Finanzminister ihnen ein ums andere Mal wenigstens ein Grundverständnis der kapitalistischen Wirtschaftsweise vermitteln wollte, kann man ihm nicht vorwerfen. Denn daß er in einfacher Sprache ökonomische Zusammenhänge erklären kann, belegt der griechische Wirtschaftswissenschaftler in seinem Buch Time for Change. Wie ich meiner Tochter die Wirtschaft erkläre.“



Jutta Ditfurth: Worum es geht. Flugschrift. Rotbuch Verlag 2012. 48 S. (NB1216). 3,99 Euro
Es gärt. Kaum wird das Ende der Krise eingeläutet, nimmt die nur ihren nächsten Anlauf. Millionen Menschen fürchten sich vor der Zukunft. Eine winzige Minderheit besitzt Milliarden. Die Mittelschicht wird zerrissen. Angst und Armut lassen bürgerliche Konsense bröckeln. Rassismus und Naturzerstörung wachsen. Vertrauensverluste, panische Reformen, eine mediale Revolution. Wir erleben den Beginn einer Totalveränderung. Ein „Weiter so!“ ist unmöglich. Klug und mit Bedacht bringt Jutta Ditfurth Ordnung ins Gestrüpp der Diskussion und legt die Interessen der Beteiligten offen. Ohne jeden Alarmismus stellt sie klar, worum es in Wirklichkeit geht. Sie sagt, was uns droht und was wir tun können. Unter dem Getöse der „News“, dem Geschrei der „Reformer“, dem Lärm der „Experten“ verbergen sich Wege für einen radikalen Humanismus. Eine unverzichtbare Orientierungshilfe für alle, die zum Kern der Debatte vordringen wollen.



Jutta Ditfurth: Zeit des Zorns. Warum wir uns vom Kapitalismus befreien müssen. Westend Verlag 2012. 302 S. Klappenbroschur. (NB1343) 16,99 Euro
„Eine große Wut durchzieht das Land. Denn wer tritt heute noch für Gerechtigkeit ein? Wer setzt dem außer Rand und Band geratenen Kapitalismus Grenzen? Wer tut etwas gegen Armut und Naturzerstörung? Jutta Ditfurth rechnet ab: mit denen, die das Ideal einer humanen Gesellschaft verraten haben. Vor allem aber: Sie zeigt Wege aus der Resignation und macht den Mutlosen Mut.“
Aus dem Vorwort:
„Unser Ziel ist, dass Menschen ein Leben ohne Ausbeutung, Diskriminierung, Hunger und Krieg führen können. Dafür sind energischere Maßnahmen als Mahnwachen und Kundgebungen nötig. (…) Unser Ziel ist eine Gesellschaft, die auf Solidarität aufbaut und auf sozialer Gerechtigkeit, in der es keine Ausbeutung und keine Herrschaft von Menschen über Menschen mehr gibt, eine Gesellschaft, in der wir basisdemokratisch entscheiden, wie wir leben und arbeiten wollen. Das ist ein tollkühner Plan. Und wir müssen alles selbst machen. Die Mittel, durch die wir dieses Ziel erreichen könnten, werden manche eine soziale Revolution nennen. Einverstanden.“



Luciano Canfora: Zeitenwende 1956. Entstalinisierung, Suez-Krise, Ungarn-Aufstand. PapyRossa Verlag 2012. 128 S. Pb. (NB1213) 9,90 Euro
Luciano Canfora, Prof. Dr. phil., Altphilologe und Historiker. Sein Buch „Eine kurze Geschichte der Demokratie“ hat in der Bundesrepublik für Furore gesorgt.
Gekennzeichnet von dramatischen Ereignissen markiert das Jahr 1956 eine historische Zäsur: Der XX. Parteitag der KPdSU und Chruschtschows Geheimrede samt ihren fragwürdigen Umständen läuten die Entstalinisierung ein; die Suez-Krise drängt die traditionellen Kolonialmächte Frankreich und England in die zweite Reihe hinter die USA; die Niederschlagung des Ungarn-Aufstands betont die Hegemonie der Sowjetunion gegenüber ihren „Bruderländern“; im Kalten Krieg zwischen West und Ost kommt es zu ersten Anzeichen einer Entspannung. Mit teilweise wenig bekannten Dokumenten stellt Luciano Canfora überraschende Bezüge her. Sie zeigen, wie die Sowjetunion und die Westmächte bei ihrer Unterstützung bzw. Unterdrückung widerstrebender Nationalismen scheinbar spiegelbildlich agierten. Damit wird auch deutlich, wie eng all diese Ereignisse miteinander verflochten waren. Ihre Interpretation ist bis heute nicht abgeschlossen. Sie bleibt grundlegend für das Verständnis des 20. Jahrhunderts.



Bibliothek des Widerstands. Band 1: 2. Juni 1967. Laika Verlag 2010. 104 Seiten und DVD. (NB1174) 24,90 Euro
„Krumme Straße, Westberlin, am 2. Juni 1967: Um 20:30 Uhr zielt der Kriminalbeamte Karl-Heinz Kurras, Abteilung I Staatsschutz, aus weniger als einem Meter Entfernung auf den Hinterkopf des 27-jährigen Studenten Benno Ohnesorg und drückt ab. Die Kugel aus der Walther PPK 7.65 tötet Benno Ohnesorg – sie trifft gleichzeitig in die Köpfe der gesamten außerparlamentarischen Opposition.“ (Aus dem Vorwort). Während für die Rebellierenden der Schah von Persien ein Folterkaiser und ein Ausbeuter des iranischen Volkes war, war er für die politische und gesellschaftliche Elite der BRD ein willkommener Bündnispartner. Ohnesorg ist der erste Tote der außerparlamentarischen Opposition, die sich seit Mitte der Sechziger Jahre gegen die Nachkriegsordnung der Bundesrepublik Deutschland aufgebaut hat. Hinter den Polizisten Karl-Heinz Kurras stellt sich der größte Teil der politischen Elite, die Springer-Medien sowie Polizei und Justiz. Sie können sich der Zustimmung eines erheblichen Teils der Bevölkerung der BRD sicher sein. Für die außerparlamentarische Bewegung zeigt dies die gewaltbereite Seite des restaurierten kapitalistischen Staates, der außenpolitisch die Völkermordstrategie der USA in Vietnam ebenso unterstützte wie den Kampf gegen die antikolonialen Befreiungsbewegungen in der sogenannten Dritten Welt. Der 2. Juni 1967 gehört zu den Schlüsselereignissen einer ganzen Generation. Der Tod von Ohnesorg löste bei vielen eine Erschütterung aus, die zu einer neuen Politisierung führte. Am Abend des 21. Mai 2009 berichtet das heute-journal, daß Karl-Heinz Kurras IM der Stasi war. Uwe Soukup konfrontierte Kurras bereits am Morgen dieses Tages mit der bevorstehenden Enthüllung. Soukups Analyse des 2. Juni 1967 – in diesem ersten Band der Bibliothek des Widerstands. Außerdem: Zehn Jahre nach dem 2. Juni 1967 blickte der Sozialforscher Karl Heinz Roth auf den Tod Benno Ohnesorgs zurück – ein historisches Dokument neu aufgelegt; „Mein 2. Juni“ – Karl-Heinz Dellwo erinnert sich, wie die Nachricht von den Schüssen auf Ohnesorg ihn als 15-Jährigen in der saarländischen Provinz erreichte.
Ein LAIKA-Mediabook endet nicht mit der letzten Seite! Wie in allen Bänden der Bibliothek des Widerstands erwartet Sie im hinteren Innendeckel eine DVD mit ausgewählten Filmen.
Thomas Giefer und Hans-Rüdiger Minow begleiteten Ende der Sechziger Jahre die Aktionen der Außerparlamentarischen Opposition als politische Dokumentaristen. Ihr Film schildert detailliert die studentischen Protestaktionen während des Schah-Besuchs in Westberlin. Dem studentischen Ermittlungsausschuss, der sich nach der Ermordung Benno Ohnesorgs gründete, diente der Film als Beweismaterial. Viele der ehemaligen Mitstudierenden von Giefer und Minow an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) sind noch heute überzeugt, dass die Schüsse aus der Waffe, die Benno Ohnesorg töteten, eigentlich Thomas Giefer galten. Giefer stand an prominenter Stelle der Observationsliste der politischen Polizei, da er bereits vor dem 2. Juni Übergriffe der Polizei filmisch dokumentiert hatte. Giefer und Benno Ohnesorg sahen sich sehr ähnlich und die Zivilfahnder der Staatsschutzabteilung hatten Order sogenannte „Rädelsführer unschädlich“ zu machen. Minow und Giefer wurden im November 1968 wegen ihres politischen Engagements von der Berliner Film- und Fernsehakademie verwiesen, gemeinsam mit 16 weiteren Studierenden, unter anderem Werner Sauber und Holger Meins. Der 2. Juni 1967 gehört heute zu den wichtigsten Dokumenten der Bewegung der 68er und des beginnenden Widerstands in der BRD.



Bibliothek des Widerstands. Band 2: Angela Davis. Laika Verlag 2010. 120 Seiten und DVD. (NB1175) 24,90 Euro
Sie ist Philosophin, Wissenschaftlerin, Schriftstellerin – vor allem aber ist Angela Davis die wohl bekannteste Aktivistin der US-amerikanischen Black-Power-Bewegung. Ihr Kampf für die Rechte insbesondere schwarzer politischer Gefangener in den USA machte sie Anfang der Siebziger Jahre zur Symbolfigur. Damals setzte sich Angela Davis für die „Soledad Brothers“ ein, eine Gruppe von drei schwarzen Häftlingen in Kalifornien, die der Black Panther Party angehörten und wegen des Mordes an einem weißen Wärter angeklagt wurden. Im August 1970 versuchte Jonathan Jackson, der jüngere Bruder des Soledad Brothers George Jackson, die drei Angeklagten aus dem Gerichtssaal von Marin County zu befreien. Der Befreiungsversuch endete in einem Schußwechsel, bei dem vier Menschen starben, unter ihnen Jonathan Jackson. Weil Jacksons Waffe auf ihren Namen registriert war, wurde Angela Davis in der Folge unter anderem des Mordes beschuldigt. Davis landet auf der Liste der „zehn gefährlichsten Verbrecher“ der USA und nach vergeblicher Flucht in Untersuchungshaft. Von 1970 bis 1972 saß sie im Gefängnis. Wegen „Unterstützung des Terrorismus“ drohte ihr die Todesstrafe. Weltweite Protestaktionen für ihre Freilassung kritisierten das amerikanische Rechtssystem als rassistisch und antikommunistisch. 1972 wird Angela Davis von allen Anklagepunkten freigesprochen. Angela Davis studierte in den Sechziger Jahren erst Französisch, dann Philosophie und Soziologie, unter anderem bei Herbert Marcuse an der Brandeis University in Massachussetts, an der Sorbonne in Paris sowie in Frankfurt bei Adorno, Horkheimer und Habermas. Sie hat sich wissenschaftlich insbesondere mit Fragen des Feminismus, des Klassenkampfes und der Stellung der schwarzer Frauen in Kultur und Politik beschäftigt. In den Achtziger Jahren kandidierte Angela Davis zweimal für die US-amerikanische Kommunistische Partei für das Amt der Vize-Präsidentin der USA. Heute ist Angela Davis emeritierte Professorin am History of Consciousness-Department der University of California, Santa Cruz, und weiterhin eine prominente Kritikerin des amerikanischen Justizsystems.
Die Bürgerrechtsbewegung in den USA von 1954-64; eine Kurzbiografie von Angela Davis; George Jackson und die Soledad Brothers; historische Texte von George Jackson und Angela Davis – in diesem zweiten Band der Bibliothek des Widerstands.
Auch dieses LAIKA-Mediabook endet nicht mit der letzten Seite – im Innendeckel erwarten Sie zwei Filme über Angela Davis.
Portrait of a Revolutionary, 1972, DuLuart, Yolande, ca. 60 Minuten. Deutsche Untertitel. Ab 6 J. Der Film widmete sich Angela Davis vor ihrer Verhaftung im Jahr 1970. Durch ihren Protest bekannt geworden, bekennt sich Angela Davis zur Kommunistischen Partei der USA, berichtet von politischer Verfolgung und verspricht: „Der Sieg wird bald unser sein.“ Durch eine aufwändige Restaurierung der Bild- und Tonspur hat der LAIKA-Verlag erreicht, dass DuLuarts Film wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.
Angela Davis - Eine Legende lebt. Christel Priemer und Ingeborg Weber, BRD 1998, ca. 79 Minuten. Ab 6 Jahre. Eine Dokumentation über den Lebensweg der afroamerikanischen Frau, die für die USA eine Zeit lang Staatsfeindin Nr. 1 war, die in Berkeley bei Herbert Marcuse und in Frankfurt am Main bei Max Horkheimer und Theodor W. Adorno studierte. Sie war eine zentrale Persönlichkeit und Aktivistin in der Black Panther Party, Wissenschaftlerin mit den Schwerpunkten Feminismus und afroamerikanische Politik und Kultur und ist immer noch politisch aktiv, zum Beispiel in der Kampagne zur Freilassung von Mumia Abu Jamal.



Bibliothek des Widerstands. Band 5: Rebels with a Cause. Die Geschichte des amerikanischen SDS. Laika Verlag 2010. 120 S. und eine DVD. (NB1176) 19,90 Euro
Die „Students for a Democratic Society“ (SDS) waren das US-amerikanische Gegenstück zum deutschen SDS. 1962 gegründet, engagierten sich die SDS in den ersten Jahren vor allem in der Bürgerrechtsbewegung der Südstaaten, bevor sich die Organisation im Protest gegen den Vietnamkrieg zunehmend radikalisierte und zur führenden Organisation der Neuen Linken in den USA wurde. Die SDS waren die beiweitem größte und einflussreichste Studierendenorganisation der Sechziger Jahre. Im Jahre 1968 hatten die SDS mehr als Hunderttausend Mitglieder, organisiert in Vierhundert regionalen Gruppen. Zwar kritisierte die Organisation in ihrer 1962 verfassten Port-Huron-Erklärung das US-amerikanische Establishment – denn linksradikal waren die SDS anfangs keineswegs. Innerhalb weniger Jahre jedoch verwandelte sich der linksliberale Studierendenbund in eine radikale Kampforganisation. Statt akademischer Kritik an der „formierten Gesellschaft“ propagierten die SDS nun den Widerstand gegen die Klassengesellschaft der USA. Statt „Frieden für Vietnam“ skandierten die SDSler jetzt „Tragt den Krieg des amerikanischen Imperiums in die amerikanischen Metropolen“ – „Let‘s bring the war home“. In den Metropolen der Ostküste sowie in Berkeley organisierten sich zudem SDS-Stadtteilgruppen zu Mieterproblemen und Tarifkonflikten – eine wirkliche Verankerung im Proletariat gelang jedoch nicht. 1970 spalteten sich die SDS in verschiedene Gruppen – in die Progressive Labour Party, das Revolutionary Youth Movement I und II und in die Weathermen. 2006 gründeten sich die SDS neu und knüpfen seitdem an die Organisationsziele der frühen Sechziger Jahre an – vor allem in der Hochschulpolitik und in der Antikriegsbewegung. Eine gründliche Darstellung und Analyse der Geschichte der SDS von Florian Butollo und Auszüge aus der nicht nur für die SDS prägenden Port Huron Erklärung – in diesem fünften Band der Bibliothek des Widerstands.
Auch dieses LAIKA-Mediabook endet nicht mit der letzten Seite: Wie in allen Bänden der Bibliothek des Widerstands erwartet Sie im hinteren Innendeckel eine filmische Ergänzung zum Buchtext.
Rebels with a Cause, Helen Garvy, 2000. ca. 110 Minuten, deutsche Untertitel. Ab 12 J. Helen Garvys mehrfach ausgezeichneter Film ist eine Chronik der Students for a Democratic Society (SDS) von den Anfängen bis zur Auflösung 1970. Zahlreiche ProtagonistInnen der Bewegung schildern in ausführlichen Interviews Weg und Entwicklung der Organisation von der Bürgerrechtsbewegung bis zur Stadtguerilla der Weathermen. Deutlich werden einerseits die Gründe für die zunehmende Popularität der Organisation und ihre schrittweise Radikalisierung. Andererseits zeigt die Dokumentation, wie FBI und CIA die AktivistInnen in die Illegalität trieben.



Bibliothek des Widerstands. Band 12: Rudi Dutschke – Aufrecht Gehen. 1968 und der libertäre Kommunismus. Laika Verlag 2012. 320 S. und DVD. (NB1237) 29,90 Euro
Am 11. April 1968 wurde Rudi Dutschke, die Symbolfigur der antiautoritären Bewegung und neben Hans-Jürgen Krahl der theoretische Kopf der Außerparlamentarischen Opposition, auf dem Kurfürstendamm von dem 24-jährigen Josef Bachmann niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt. Bachmann sagte nach seiner Festnahme: „Ich möchte zu meinem Bedauern feststellen, dass Dutschke noch lebt. Ich hätte eine Maschinenpistole kaufen können. Wenn ich das Geld dazu gehabt hätte, hätte ich Dutschke damit zersägt.“ Bachmann hatte seine Schießausbildung von dem NPD-Mitglied Wolfgang Sachse erhalten und enge persönliche Kontakte zu Mitgliedern der späteren Wehrsportgruppe Hoff mann. Die auf das Attentat folgenden bundesweiten Proteste, insbesondere gegen den Springer-Verlag, erschütterten tagelang die Republik. Rudi Dutschke erholte sich nie mehr völlig von den Schusswunden und starb am 24. Dezember 1979 in Dänemark an den Spätfolgen des Attentats. Der Sozialforscher und Philosophie-Professor Helmut Reinicke, einer der Weggefährten von Rudi Dutschke, über den frühen Dutschke und die Bedeutung von Hans-Jürgen Krahl – in diesem zwölften Band der Bibliothek des Widerstands.
Ein LAIKA-Mediabook endet nicht mit der letzten Seite: Im hinteren Innendeckel erwartet Sie wie immer eine DVD, diesmal mit vier Filmen.
Aufrecht gehen, Rudi Dutschke – Spuren. Von Helga Reidemeister, BRD 1988, ca. 92 Minuten. Die Dokumentation zeigt, wie sich die persönliche Lebensgeschichte Rudi Dutschkes mit den gesellschaftlichen Entwicklungen und Widersprüchen überschneidet. Die neuen sozialen Bewegungen sind ohne die Revolte der Sechziger Jahre nicht vorstellbar. Helga Reidemeisters Film enthält Gespräche mit Weggefährten Rudi Dutschkes und Freunden aus dem damaligen SDS, die bezeugen, daß Einfluß und Wirkung der damaligen Protestbewegung anhalten, daß die Geschichte der Neuen Linken bis heute fortwirkt.
Dutschke, Rudi, Rebell. Von Jürgen Miermeister, D 1998, ca. 35 Minuten. Nach Reidemeisters Film das zweite Dutschke-Porträt, das im deutschen Fernsehen gezeigt wurde – 1998 im ZDF.
Zu Protokoll: Günter Gaus im Gespräch mit Rudi Dutschke. Interview. BRD 1967, ca. 43 Minuten. Ein denkwürdiges Fernsehinterview, das der Journalist Günter Gaus am 3. Dezember 1967 mit Rudi Dutschke führte. „Kann der Mensch die Geschichte selbst in die Hand nehmen?“, fragt Gaus Dutschke damals. Rudi Dutschke antwortet ohne lange zu überlegen: „Er hat sie schon immer gemacht. Er hat sie bloß noch nicht bewusst gemacht. Und jetzt muss er sie endlich bewusst machen.“
Rudi Dutschke – sein jüngstes Portrait. Von Wolfgang Venohr, BRD 1968, 55 Minuten. Wenige Tage vor dem Attentat auf ihn kündigt Rudi Dutschke an, für einige Zeit politisch aus der Bundesrepublik wegzugehen, um im Ausland politisch zu arbeiten. Konkret wollte Rudi Dutschke nach Kuba. Dutschke begründet diesen Schritt damit, daß „unsere Revolution nur erfolgreich sein kann, wenn es uns gelingt, den revolutionären Prozeß zu internationalisieren“. Der Film von Venohr zeigt diese Rede und ein umfangreiches Interview mit Dutschke, in dem er sich zur Frage der Gewalt äußert und den Partisanenkampf auch in der BRD ab Anfang der 70er Jahr für möglich hält. Dieser Film von Wolfgang Venohr ist einmal im deutschen Fernsehen gelaufen und heute weitgehend, auch bei Kampfgefährten von Dutschke, unbekannt. Der LAIKA-Verlag stellt dieses für die historische Bewertung von Dutschke unerlässliche Dokument erstmalig einem breiten Publikum zur Verfügung.



Bibliothek des Widerstands. Band 14: Mumia Abu Jamal. Laika Verlag 2010. 104 Seiten und DVD. (NB1201) 24,90 Euro
Mumia Abu Jamal sitzt seit 29 Jahren im Todestrakt in einem Hochsicherheitsgefängnis in Pennsylvania. „Unschuldig“ – wie nicht nur er selber oder seine Freunde immer wieder beteuern, sondern wie es zahlreiche Personen oder Institutionen als offenkundig erklären, nachdem sie sich mit dem „Fall Mumia Abu Jamal“ beschäftigt haben. Unschuldig am Tod des Polizisten Daniel Faulkner, der am 9. Dezember 1981 bei einem Schußwechsel nach einer Verkehrskontrolle starb. Das Verfahren gegen Mumia Abu Jamal war geprägt von Verurteilungsinteresse um jeden Preis, von Beweisunterschlagung und Beweismanipulierung, von Behinderung der Verteidigung wie auch von der rassistischen Planung bei der Geschworenenauswahl. Vorsitz in diesem Verfahren hatte ein Richter, der zu Beginn des Prozesses vor Zeugen erklärte: „Ich werde ihnen helfen, den Nigger zu grillen.“ Die kalifornische Lehrergewerkschaft verurteilte das Verfahren wegen seiner „illegalen und unfairen Methoden“. Zahlreiche Personen wie Angela Davis oder der Filmproduzent Colin Firth verurteilen dieses Verfahren und fordern die Freiheit von Mumia Abu Jamal.
Die Kampagne zu Mumia Abu Jamal richtet sich gegen dieses offenkundig pseudorechtliche und rassistische Verfahren gegen einen schwarzen Bürgerrechtler – und sie richtet sich gegen die Todesstrafe, mit der der Mord durch den Staat als Nicht-Mord behauptet wird.
In diesem Band der BIBLIOTHEK DES WIDERSTANDS wird ausführlich über die Geschichte des schwarzen Bürgerrechtlers Mumia Abu Jamal berichtet, wird präzise ein Verfahren analysiert, das letztlich Ausdruck einer Verschwörung von Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht gegen den Angeklagten war und ein Überblick über eine Solidaritätsbewegung gegeben, die seit Jahrzehnten immer wieder neu um das Leben von Mumia Abu Jamal kämpft.
Mit Texten und Stellungnahmen von: Mumia Abu Jamal, Todd Steven Burroughs, Angela Davis, Amy Goodman, Leonard Peltier, Suzanne Ross, Annette und Michael Schiffmann, Alice Walker, Lin Washington und zahlreichen Einzelpersonen aus der Solidaritätsbewegung gegen die Todesstrafe und zu Mumia Abu Jamal.
Dem Buch beigelegt auf DVD: „Hinter diesen Mauern“ von Jule Burjes und Heike Kieffner, BRD 1996, 70 Minuten. In Prison My Whole Life von Marc Evans, USA 2007, 90 Minuten OmU. Justice on Trial von Kouross Esmaeli, USA 2010, 25 Minuten OmU.
Neue Entscheidung: Am 26. April 2011, zum Redaktionsschluß dieses Buches, bestätigte das Richtergremium des 3. Bundesberufungsgerichts seine Entscheidung vom 27. März 2008, die die Aufhebung des Todesurteils aus einer Vorinstanz zu Mumia Abu Jamal bekräftigt hatte. Dies ist ein großer Erfolg für Mumia Abu Jamal. Dies ist aber nicht das Ende des Verfahrens. Mumia Abu Jamal bleibt weiter im Todestrakt. Noch immer kann der US Supreme Court diese Entscheidung aufheben. Diese Gefahr besteht real fort. Diese jetzt getroffene Entscheidung des 3. Berufungsgerichtes sollte für die Solidaritätsbewegung der Anlass sein, den Fall Mumia Abu Jamal mit großer Energie, mit großer Solidarität untereinander und mit breiter Unterstützung erneut in die Öffentlichkeit zu bringen.



Bibliothek des Widerstands Band 16: Paris Mai 68 - Die Phantasie an die Macht. Laika Verlag 2011/2016, Bibliothek des Widerstands Bd. 16. 212 Seiten und zwei DVDs. (NB1358) 29,90 Euro
Im November 1967 begannen Studenten der Universitäten in Nanterre und Lyon, sich gegen die unerträglichen Studienbedingungen zu wenden, wenig später besetzten die „Enragés“ (die Wütenden) die studentischen Wohnheime. Als französische Regisseure gegen die Absetzung Henri Langlois als Leiter der Cinémathèque française demonstrieren – unter ihnen: Francois Truffaut, Jean-Paul Sartre und Jean-Luc Godard – prügelten die Einsatzhundertschaften auf die 5.000 Demonstranten und Frankreichs intellektuelle Elite ein. Im März 68 griffen die Unruhen auch auf die Fabriken über. Wilde Streiks in den Garnier-Werke, spontane Betriebsversammlungen bei Citroen und Renault.
Der radikale Teil der Studenten gründete jetzt die „Bewegung des 22. März“, unter ihnen Alain Krivine, Daniel Bensaid und Daniel Cohn-Bendit. Der gaullistische Staat ließ darauf am 2. Mai die Universität Nanterre behördlich schließen. Daraufhin wurde am 3. Mai die Sorbonne besetzt. Beim anschließenden Sturm durch die Polizei gab es zahlreiche Verletzte, 200 Studenten wurden verhaftet. Im Quartier Latin kam es zu stundenlangen Straßenschlachten und weiteren 600 Verhafteten. Am 10. Mai riegelten Zehntausende Studenten das Quartier Latin ab. Bei den Auseinandersetzungen wurden 800 Demonstranten zum Teil schwerverletzt, fast Tausend festgenommen. Als die Arbeiter in Generalstreik treten, flüchtet De Gaulle aus Paris.
Für Gilles Deleuze war der Pariser Mai „der einzige Weg, um (die) Scham abzulegen, oder auf das zu reagieren, was nicht mehr tolerierbar ist“, Maurice Brinton, Augenzeuge der Revolte, bezeichnet sie als „die bedeutendste revolutionäre Erhebung in Westeuropa seit den Tagen der Commune“.
Diesem Band liegen 4 Filme auf 2 DVDs bei:
Mai 68 – Die Phantasie an die Macht
/ Mai 68 – Première Partie. F 1974, 100 min. Regie: Gudie Lawaetz. Mai 68 – Deuxième Partie. F 1974, 90 min. Regie: Gudie Lawaetz.
Das ist nur der Anfang. BRD/F 1968/69, 44 min. Regie: Claudia von Alemann.
Die Zukunft begann im Mai. BRD/F 1971, 43 min. Regie: Malte Rauch





Conrad Schuhler: Alles Charlie oder was. Religionskritik – Meinungsfreiheit oder Schmähung? PapyRossa Verlag 2015. 110 S. (NB1315) 11,90 Euro
Ausgehend vom Mord an Mitarbeitern von Charlie-Hebdo und dem 'Kopftuch-Urteil' des Bundesverfassungsgerichts zugunsten einer muslimischen Lehrerin diskutiert Conrad Schuhler Fragen wie: Was wurde aus der von Kant formulierten Aufforderung, der Mensch solle sich 'aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit' befreien und 'sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen' bedienen? Hat Marx recht, wenn er Religion als 'Opium des Volkes' bezeichnet, das sich ein Ideal im Himmel erträume, statt seine weltliche Wirklichkeit human zu gestalten? Kann man, wie manche Religionskritiker, eine einzelne Religion, den Islam, als dümmste von allen ansehen? Und schließlich: Kann Satire sich unterschiedslos gegen jedweden religiösen Inhalt wenden? Muss sie nicht bedenken, ob sie sich gegen eine Religion richtet, die im jeweiligen Lande eine überragende Gestaltungsmacht besitzt, oder gegen eine Minderheit, deren fremdenfeindliche Gegner nur auf Munition warten?



Conrad Schuhler: Die Große Flucht. Ursachen, Hintergründe, Konsequenzen. Papyrossa Verlag 2016. 132 S. (NB1339) 12,90 Euro
Grenzen zu und schneller abschieben, diese Forderung wird immer lauter. Seit den Anschlägen von Paris setzen Europas politische Eliten auf Abschottung. Die Verantwortung für die „Große Flucht“ wird ebenso verdrängt wie deren Ursachen. Wie real sind die Ängste, die in der Bevölkerung durch Schreckensszenarien geschürt werden? Mit welchen Fluchtbewegungen haben wir es zu tun? Wie ist ihre starke Zunahme zu erklären? Wodurch sind sie ausgelöst? In den Blick geraten die Kriege des Westens mit dem von ihnen produzierten Terrorismus; Armut, Hunger und Verelendung in weiten Teilen der „Dritten Welt“, verursacht durch eine „Wirtschaft, die tötet“, so Papst Franziskus; verheerende Umweltschäden im Zuge des globalen Klimawandels, hervorgerufen vor allem durch die Industrieländer. Was ist zu tun, um diese realen Fluchtursachen zu überwinden und den darunter leidenden Menschen neue Lebensperspektiven in ihren Ländern zu eröffnen?



Claire Rodier: Xenophobie Business. Wer profitiert vom Grenzregime? Aus dem Französischen von Julia Schaefermeyer. Unrast Verlag 2015. 144 S. (NB1350) 13 Euro
Claire Rodier geht der Frage nach, wozu – und wem – Einwanderungskontrollen dienen. Dazu gibt sie einen seltenen Einblick in die Welt der privaten Sicherheitsunternehmen und deren Verstrickungen in politische Entscheidungs- und Gesetzgebungsprozesse. Darüber hinaus zeigt sie die ideologische Funktion der Aufrüstung an den Grenzen auf: wie Angst ausgebeutet und Migration kriminalisiert wird, um daraus politischen wie wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen. Am Beispiel von Asylverfahrenslagern und der europäischen Grenzschutzagentur Frontex wird deutlich, dass immer schärfere Grenzkontrollen nicht allein dem vorgeblichen Zweck der Überwachung und Abschreckung, sondern verschiedensten ökonomischen Interessen dienen. Das Geschäft mit der Xenophobie deckt erstaunliche Zusammenhänge zwischen migrationspolitischen Erwägungen und privatwirtschaftlichen Interessen auf. „Ungläubig arbeitet man sich von Kapitel zu Kapitel vor und möchte nicht glauben, daß bei Themen wie Menschenleben und -rechten Sicherheitsunternehmen mitmischen und verdienen, die unter dem Druck der globalisierten Weltwirtschaft stehen. Rodiers spannendes Sachbuch ist schwer verdaulich.“ (Laura-Solmaz Litschel in Konkret).
Claire Rodier ist eine französische Journalistin, Juristin und Mitbegründerin des europäisch-afrikanischen NGO- und Informations-Netzwerks migreurop. Sie ist Autorin und Herausgeberin zahlreicher Publikationen zu den Themen Migration, Asyl und Menschenrechte.



Karin Leukefeld: Flächenbrand. Syrien, Irak, die Arabische Welt und der Islamische Staat. PapyRossa Verlag. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage 2016. 262 Seiten (NB1340) 14,90 Euro
Bis vor wenigen Jahren war Syrien ein aufstrebendes, heute ist es ein verbranntes Land. Millionen Menschen haben alles verloren, die Gesellschaft ist tief gespalten. Der von außen angeheizte Krieg, die politische Isolierung und die Sanktionen von USA und EU haben ebenso die aufblühende Ökonomie zerstört wie die syrische Reformbewegung. Nicht besser sieht es im Irak aus. Gesellschaftlich zerrüttet, konfessionell zerrissen, wirtschaftlich am Boden, von Terrorismus überzogen, so lautet das Ergebnis der US-geführten Militärintervention und Besatzungspolitik. Nichtstaatliche Akteure wie der „Islamische Staat“ und andere Kampfverbände bestimmen hier wie in Syrien das Geschehen. Der Krieg mit seiner Flüchtlingskatastrophe destabilisiert aber auch zunehmend die Nachbarländer. Das Buch erläutert, wie und warum die Region des „Fruchtbaren Halbmondes“ in Flammen aufgeht, welche Auswirkungen dies auf die betroffenen Staaten und ihre Gesellschaften hat und welche Perspektiven sich abzeichnen.
Karin Leukefeld, (Jg. 1954) berichtet seit dem Jahr 2000 freie Journalistin aus dem Nahen und Mittleren Osten für Tages- und Wochenzeitungen sowie den ARD-Hörfunk



Tom Strohschneider: What's left? Europas Linke, der Rechtsruck und ein sozialistischer Kompromiss. Eine Flugschrift in Kooperation mit neues deutschland. VSA Verlag 2016. 96 S. (NB1338) 9.80 Euro
Was tun, um den Rechtsruck zu stoppen und linke Alternativen in die Nähe realisierbarer Möglichkeiten zu bringen? Wöchentlich finden Aufmärsche gegen Flüchtlingsunterkünfte statt, es bilden sich Bürgerwehren. Im Internet herrscht eine Verrohtheit, die vor Todesdrohungen unter vollem Namen nicht zurückschreckt. Und das alles wegen einer Million Menschen, die vor Not, Verfolgung, Krieg in Deutschland Zuflucht suchen? Zugleich ist die Zahl der Menschen, die mit den Geflüchteten solidarisch sind, so hoch wie nie zuvor. Und ein Blick über die – von den Herrschenden gern wieder dicht gemachten – Grenzen hinweg signalisiert Hoffnungen. Allerdings: Scheitern die Linksprojekte in Griechenland, Portugal und Spanien, dürften auch hierzulande emanzipatorische Zukunftsvisonen für längere Zeit verstellt werden. What‘s left? Wie kann die Linke im Kernland der Austeritätspolitik der Rechtswende entgegentreten und linke Prozesse befördern? Zu einer Antwort wird sie nicht kommen, wenn der Widerstand bei antifaschistischen Protesten stehen bleibt und wenn man nur aus der Ferne Bewertungsnoten vergibt. Es müssen die Kräfteverhältnisse angegangen werden – Debatten über Verteilungs- und Demokratiefragen und rot-rot-grüne Politikwechsel eingeschlossen.
Tom Strohschneider ist Chefredakteur der sozialistischen Tageszeitung neues deutschland.



Ismail Küpeli (Hg.): Kampf um Kobanê. Kampf um die Zukunft des Nahen Ostens. Edition Assemblage. 168 S. (NB1332) 12.80 Euro
Der Kampf um Kobanê und Rojava ist eine zentrale Auseinandersetzung im Nahen und Mittleren Osten, in der alle relevanten Akteure in der einen oder anderen Weise involviert waren. Kobanê wird weiterhin die politischen Ereignisse in der Region prägen – sowohl die Beziehungen zwischen der Türkei und der PKK als auch den Bürgerkrieg in Syrien. Der Konflikt bietet Anlass, zentrale linke Auseinandersetzungen neu aufzugreifen – wie etwa die Frage nach Gewalt als Mittel der Politik und nach dem Entwurf einer neuen Gesellschaftsordnung. Anders gesagt: Lässt sich eine Revolution durch Krieg verteidigen oder ist eine militärische Auseinandersetzung der Tod für jegliches emanzipatorisches Projekt?“
Kurden ohne Staat; Die Rojava-Revolution zwischen kurdischer Selbstbestimmung und sozialer Utopie; Die Frauenrevolution in Rojava; Geschichte und Gegenwart der PKK; PKK: Das neue Objekt der Solidarität; Die AKP als neuer Prinz: die Hegemonie des Finanzkapitals und ihre Widersprüche; Die Opposition in Syrien: Alte und neue Akteure zwischen Revolution und Bürgerkrieg; Religiöse Minderheiten in Kurdistan; Ideologie des IS: Salafistischer Manierismus; Die Organisation „Islamischer Staat“ - von der antischiitischen Ordnungsmacht zum quasi-staatlichen Kalifat.



Bernhard Schmid: Die arabische Revolution? Soziale Elemente und Jugendprotest in den nordafrikanischen Revolten. edition assemblage 2011. 120 S. Pb. (NB1189) 12,80 Euro
Anfang 2011 hätte wohl kaum jemand für möglich gehalten, dass die seit Jahrzehnten bestehenden Regimes in der arabischen Welt so schnell ins Wanken geraten könnten. Doch nachdem sich in Tunesien aus Sozialprotesten eine Revolte gegen den Diktator Ben ’Ali entfaltete, wackelten die arabischen Herrscher: Zuerst fiel Ben ’Ali, dann Mubarak. Als nächstes könnte die syrische Diktatur oder das Regime von Präsident Saleh im Jemen stürzen, allerdings drohen dort auch Konflikte zwischen Bevölkerungsgruppen. In Libyen kippte das Geschehen von der Revolte in einen Bürgerkrieg, und von diesem in einen internationalen Krieg um. Während manche „Linke“ sich noch nicht recht entscheiden können, ob Syriens Präsident Al-Assad nicht doch ein irgendwie „sozialistisches“ oder jedenfalls „antiimperialistisches“ Regime führt oder wie man zu Libyen steht, sehen andere vor allem die Sicherheit Israels bedroht. Doch was wollen die Protestierenden? Wie verhält es sich mit den Kräfteverhältnissen in Bewegung und Gesellschaft und wie sind die Geschehnisse aus emanzipatorischer Sicht zu bewerten? Diese Fragen diskutiert Bernhard Schmid und nimmt dabei sowohl die Gemeinsamkeiten als auch die Unterschiede in den verschiedenen arabischen Ländern in den Blick. Ferner wird das Verhältnis des Westens zu „seinen“ arabischen Diktatoren beleuchtet.



Marc Thörner: Die arabische Revolution und ihre Feinde. Edition Nautilus 2012. 160 S. Pb. (NB1211) 12,90 Euro
„Sarkozy! Sarkozy!“ rufen Demonstranten in Bengasi, als französische Jets Gaddafis Truppen bombardieren, und schwenken Trikoloren. Am Mittelmeer scheint die NATO den Demokraten Feuerschutz zu geben, doch als Marc Thörner durch Afghanistan reist, erlebt er eine andere Seite des Bündnisses: Dort alimentiert die NATO ein System, das aus einer erzfundamentalistischen Zentralregierung und zahlreichen diktatorischen Warlord-Fürstentümern besteht. Mal Vorkämpfer, mal Feind der Demokratie – gibt es hinter diesen Widersprüchen westlicher Politik eine Logik? Die Frage führt den Autor auf seiner Spurensuche durch mehrere Länder: Libyen, Tunesien, Saudi-Arabien, Irak, Syrien und schließlich wieder Afghanistan. Immer deutlicher kristallisiert sich dabei heraus: Der islamische Extremismus ist nicht allein im Orient entstanden, sondern Teil einer gemeinsamen west-östlichen Anti-Aufklärung. Ihre prägenden Vordenker sind nicht muslimische, sondern europäische Intellektuelle und Militärs. Sie sind eine Gefahr – nicht nur für die arabische Freiheit.



Jürgen Leibiger: Bankrotteure bitten zur Kasse. Mythen und Realitäten der Staatsverschuldung. Papyrossa Verlag 2011. 276 S. (NB1191) 16,90 Euro
Die öffentlichen Schulden gelten als Beweis dafür, daß „wir über unsere Verhältnisse leben“. Es ist das vorletzte Wort einer bankrotten Wirtschaftspolitik zugunsten von Bankrotteuren; das letzte Wort heißt: „Wir müssen sparen.“ Aber wer ist eigentlich „wir“? Und wie sind denn „unsere Verhältnisse“? Gibt es da nicht Gläubiger, die an den Staatsschulden jährlich Milliarden verdienen? Wer ist das, und warum sind diese Ausgaben sakrosankt, nicht aber die für Erziehung, Gesundheit, Kultur, Verkehr und andere öffentliche Güter? Und kann ein Staat überhaupt pleite gehen? Oder ist der Staatsbankrott vielleicht nur eine Chimäre? Muß es hingenommen werden, daß die Bankrotteure zur Kasse bitten und – wie der ausführliche historische Rückblick zeigt – am Ende immer den einfachen Leuten in die Tasche gegriffen wird? Das vorliegende Buch befaßt sich mit den Mythen und Realitäten der Staatsverschuldung in Deutschland und damit, daß die Suche nach Alternativen zur gegenwärtigen Bankrottpolitik alternativlos ist. Jürgen Leibiger, Dr. oec. habil., Jg.1952. Dozent für Volkswirtschaftslehre an der Sächsischen Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Dresden. Veröffentlichte 2010 bei PapyRossa das Standardwerk für eine alternative Finanzpolitik „Reclaim the Budget“.



Andreas Wehr: Griechenland, die Krise und der Euro. Zweite, aktualisierte und erweiterte Auflage. PapyRossa Verlag 2011. 214 S. Pb. (NB1194) 13,90 Euro
Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Schwächen der Europäischen Union und ihrer gemeinsamen Währung Euro schonungslos offenbart. Grundlegende Mängel der Konstruktion der Eurozone wurden erkennbar. Heute rächt sich, daß es in der Europäischen Union wohl eine Währungs-, aber keine Finanz- und Wirtschaftsunion und schon gar keine Politische Union gibt. In der Krise um Griechenland stellt sich die Frage, ob eine Währung ohne Staat auf Dauer überhaupt existieren kann. Der Autor beschreibt, wie durch das Agieren von nationalen Regierungen, insbesondere der deutschen, von Europäischer Kommission und Europäischer Zentralbank die Spannungen in der Eurozone permanent angewachsen sind. Zwei Auswege sind seiner Ansicht nach möglich: Der Zerfall bzw. die Teilung der Eurozone oder aber der Aufstieg eines Hegemons, der den anderen Euro-Ländern seinen Willen aufzwingt. Dies kann aber nur Deutschland sein. Damit wäre der alte Konflikt wieder da. In dieser Krise steht daher viel auf dem Spiel.



Thomas Wagner: Demokratie als Mogelpackung Oder Deutschlands sanfter Weg in den Bonapartismus. PapyRossa Verlag 2011. 144 S. Pb. (NB1195) 11,90 Euro
Aus erwählten Mündern erschallt zunehmend ein Ruf nach Demokratie. Die Vorhut bilden prominente Medienintellektuelle wie der Ex-BDI-Chef Hans-Olaf Henkel, Hans Herbert von Arnim oder Gabor Steingart. Sie fordern eine Zurückdrängung der Parteienmacht und die Erweiterung plebiszitärer Mitwirkungsrechte. Schaut man genauer hin, enthüllt sich das als scheindemokratische Demagogie, um die bestehende Elitenherrschaft plebiszitär zu legitimieren und den Widerstand gegen die ungehemmte Entfaltung der Marktkräfte zu lähmen. Da offen autoritäre Lösungen an Attraktivität eingebüßt haben, wird versucht, fortschrittliche Begriffe zu besetzen. Thomas Wagner zeigt, wie elitäre Gruppen demokratische Energien zugunsten eines Systemumsturzes von rechts umlenken wollen, welche Rolle Think Tanks und Strippenzieher dabei spielen und wer sie finanziert. Und er skizziert eine emanzipatorische Gegenstrategie, die wirklich mehr Demokratie erreicht.



Pascal Beucker, Anja Krüger: Die verlogene Politik. Macht um jeden Preis. Knaur Taschenbuch 2010. 304 S. (NB1153) 8,99 Euro
Von den schwarz-gelben Steuersenkungsversprechen bis zu den „humanitären Einsätzen“ der Bundeswehr, von Thilo Sarrazins Überfremdungsphantasien bis zu Guido Westerwelles Klagen über „spätrömische Dekadenz“ – hier sind sie alle versammelt: die Lügen und Legenden der Politik. Die renommierten Journalisten Pascal Beucker und Anja Krüger decken schonungslos auf, wie und warum wir belogen werden.



Pascal Beucker, Frank Überall: Endstation Rücktritt!? Warum deutsche Politiker einpacken. Bouvier Verlag, 2. aktualisierte Auflage 2011. 368 S. Pb. (NB1186) 29 Euro
Wann treten Politiker zurück? Mit dieser Frage beschäftigen sich Pascal Beucker und Frank Überall seit Jahren. Sie haben festgestellt, welche Strukturen und Verhaltensweisen dazu beitragen, daß Volksvertreter ihren Posten räumen müssen – oder warum es ihnen gelingt, trotz öffentlicher Kritik ihr Amt weiter zu führen. In ihrem Buch haben sie die politischen Rücktritte in der deutschen Nachkriegsgeschichte analysiert: Von Gustav Heinemann bis Karl-Theodor zu Guttenberg liefern sie eine umfassende und spannende Bestandsaufnahme zur Geschichte und Kultur politischer Rücktritte von 1949 bis heute – und auch eine spannende Sittengeschichte der bundesdeutschen Politik. Ob es um Korruption, um Verfehlungen, um eigene Überzeugung oder politische Ränkespiele geht: Beucker und Überall zeigen Gesetzmäßigkeiten und illustrieren, was die häufigsten Rücktrittsgründe sind. Sie führen aus, welche Rolle Parteifreunde, Opposition und Medien spielen. Aber sie berichten auch anhand anschaulicher Einzelbeispiele, wie lange es zuweilen dauern kann, bis Politiker nach einer erschöpfenden Rücktrittsdiskussion endlich erkennen,daß sie nicht mehr in ihrer Position bleiben können. Das Buch im Bouvier Verlag knüpft an ein erstes von ihnen zum Thema verfasstes Werk, das bereits 2006 von den beiden Autoren bei Econ erschienen und inzwischen längst vergriffen ist. In zahlreichen neuen Studien und Fachgesprächen haben sie ihre Beobachtungen weiter ausgebaut und aktuelle Fälle in die Betrachtung einbezogen. Wer wissen will, wer wann und warum zurücktritt, ist bei dieser Veröffentlichung genau richtig. Die Verfasser garantieren für politisch fundierte Recherche und Berichterstattung. Beide sind Autoren mehrerer Sachbücher. Pascal Beucker ist NRW-Korrespondent der taz. Frank Überall ist u. a. für den WDR tätig.



Günter Wallraff: Aus der schönen neuen Welt. Expeditionen ins Landesinnere. Verlag Kiepenheuer & Witsch 2009 (Reihe KiWi). 336 S. mit zahlr. Abb. (NB1126) 13,95 Euro
Günter Wallraff ist wieder da – Reportagen aus einem reichen, armen Land. Er recherchiert den Alltag in deutschen Callcentern, arbeitet als Niedriglöhner in einer Fabrik, die für Lidl Brötchen backt, verbringt als Obdachloser die kältesten Tage des Winters auf der Straße und erkundet, wie es sich als Schwarzer hierzulande lebt. In diesen und in weiteren Reportagen – über Ausbeutung, Bespitzelung und Arbeitgebermobbing in Betrieben – dokumentiert Wallraff die Ergebnisse seiner neuen Recherchen. Vieles, was Aldous Huxley und andere in ihren negativen Zukunftsszenarien geschildert haben, erlebt Wallraff als bittere Realität. Sein Fazit: In einem nach wie vor reichen Land leben heute immer mehr Menschen „ganz unten“, und das droht die Gesellschaft zu zerreißen.



Alfred Schobert: Analysen und Essays. Extreme Rechte – Geschichtspolitik – Poststrukturalismus. Herausgegeben von Martin Dietzsch, Siegfried Jäger und Moshe Zuckermann. Edition DISS im Unrast-Verlag 2009. 436 S. (NB1100) 29,80 Euro
Alfred Schobert (1963-2006) gehörte zu den wichtigsten Experten zum Thema extreme Rechte in Deutschland und Frankreich. Er verstand es wie kaum ein anderer, seine Interventionen auf einem wissenschaftlichen Fundament zu entwickeln. Als Schüler des französischen Philosophen Jacques Derrida arbeitete er an der Schnittstelle von Ideologiekritik und Poststrukturalismus. Seine Arbeiten richteten sich nicht nur an ein wissenschaftliches Fachpublikum. Sie lieferten immer auch wichtige Impulse für eine effektive Arbeit gegen Rechts und für den Kampf für eine gerechte Gesellschaft. Alfred Schobert war langjähriger Mitarbeiter in Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS). Von seinen etwa 500 Artikeln, Aufsätzen und Vorträgen wurden für diesem Band 30 Texte zur extremen Rechten, zur Geschichtspolitik und zum Poststrikturalismus ausgewählt. Das Buch wurde unter dem Titel „Messerscharf“ angekündigt.



Atlas der Globalisierung, hg. von Le Monde Diplomatique. Erweiterte, aktualisierte und gebundene Ausgabe. Großformat. 240 Seiten, mehr als 300 Karten und Schaubilder. Mit CD-rom. (NB1008 bes) 25 Euro
Die beiliegende CD-rom enthält den kompletten Atlas der Globalisierung. Ein Navigationsfenster bietet Zugriff auf sämtliche Texte und Karten. Die Daten sind für Volltextsuche optimiert.



Henning Melber / Cornelia Wilß (Hg.): G8 macht Politik. Wie die Welt beherrscht wird. Beiträge von Elmar Altvater, Walden Bello, Patrick Bond, Achim Brunnengräber, Nicola Bullard, Rudolf Buntzel, Thomas Fues, Susan George, Uwe Hoering, Staphan Klingebiel, Henning Melber, Pat Mooney, Franz Nuscheler, Wolfgang Sachs, Vandana Shiva, Kevin Smith, Peter Waterman, Christa Wichterich. In Zusammenarbeit mit der Dag Hammarskjöld Foundation, Uppsala, Schweden. Verlag Brandes & Apsel 2007. 192 S. (NB997) 14,90 Euro
Anliegen ist es, die G8-Politik als Hegemonie eines exklusiven Clubs und die Folgen solcher „Architektur“ für die Weltgesellschaft transparent zu machen. Anläßlich des G8-Gipfels in Heiligendamm 2007 unter deutscher Präsidentschaft versammelt der Band international renommierte Fachleute, engagierte Wissenschaftler und Aktivisten. Ihre Beiträge liefern solide Bestandsaufnahmen und gut begründete kritische Standpunkte zum Führungsanspruch der G8 und zu den Folgen neoliberaler Strategien. Die Autoren und Autorinnen verdeutlichen, warum der Abbau globaler Ungleichheiten nicht stattfinden wird. Stattdessen verdichtet sich die Vernetzung der herrschenden Eliten weltweit.



Rudolf Hickel: Zerschlagt die Banken. Zivilisiert die Finanzmärkte. Eine Streitschrift. Econ Verlag 2012. 224 S. (NB1228) 14,99 Euro
Die Großbanken haben aus der Finanzkrise 2008 nichts gelernt. Sie nutzen ihre Macht, um die Politik zu manipulieren und blockieren wichtige Regulierungen. Rudolf Hickel fordert – gerade wegen der besonderen Stellung der Banken im Wirtschaftssystem – eine echte demokratische Kontrolle. Die aggressiven, teils virtuellen, von der realen Wirtschaft entkoppelten Finanzmarktprodukte, die das gesamte Wirtschaftssystem und sogar Staaten bedrohen, müssen eingeschränkt, besser noch verboten werden. Geschäftsbanken und das verhängnisvolle Investmentbanking müssen getrennt werden. Wenn die Banken sich darauf nicht einlassen, müssen sie verstaatlicht werden. Die Entmachtung der Banken ist für Hickel eine notwendige Konsequenz zur Rückgewinnung des Primats der Politik über die Unternehmenswirtschaft.
Prof. Dr. Rudolf Hickel ist emeritierter Professor für Politische Ökonomie und Finanzwissenschaften. Bis 2009 war er Direktor des IAW-Instituts für Arbeit und Wirtschaft. Hickel ist Sachverständiger beim Finanzausschuss des Deutschen Bundestags sowie Mitbegründer der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, die jährlich das Alternativgutachten zum Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung vorlegt. Er hat als stimmberechtigter Schlichter bei Tarifverhandlungen gewirkt und schreibt für die taz, die Frankfurter Rundschau, das Handelsblatt und die Süddeutsche Zeitung. Rudolf Hickel ist Mitglied in mehreren Aufsichtsräten und wissenschaftlicher Beirat von Attac.



Hermann L. Gremliza (Hg.): No way out? 14 Versuche, die gegenwärtige Finanz- und Wirtschaftskrise zu verstehen. Konkret 2012. 190 S. (NB1225) 19,80 Euro
Der vorliegende Band diskutiert in einem Streitgespräch und neun Beiträgen, worum es sich bei der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise überhaupt handelt und was in ihr entschieden wird; ob am Krankenbett des Kapitalismus anderes möglich ist als Gesundbeten oder Vivisektion; ob die Banken den Staat (beziehungsweise das Gemeinwesen, die Gesellschaft, die Demokratie, uns alle) zerstören oder der Staat die Banken (die Wirtschaft, den Export, die Konjunktur, uns alle); in welchem Kampf die Klassen stehen und wo das revolutionäre Subjekt geblieben ist; ob es einen „way out“ gibt und wohin. Revolution, sagt Lenin, findet statt, wenn die unten nicht mehr wollen und die oben nicht mehr können. Was findet statt, wenn beide nicht mehr wissen, was sie können wollen oder sollen; was, wenn die Oberen sich an der Brust der Unteren ausweinen und die Unteren den Oberen Trost spenden? Teilnehmer an der Diskussion und Verfasser von Beiträgen sind Dietmar Dath, Thomas Ebermann, Georg Fülberth, Sam Gindin, Werner Heine, Michael Heinrich, Thomas Kuczynski, Robert Kurz, JustIn Monday, Leo Panitch, Moishe Postone, Rainer Trampert, Joseph Vogl, Sahra Wagenknecht. So unterschiedlich die Antworten, die sie geben, so hilfreich die Kenntnis jeder für jeden, der die schöne neueste Welt des Kapitals zu verstehen sucht.



Matthew N. Lyons: Arier, Patriarchen, Übermenschen. Die extreme Rechte in den USA. Unrast-Verlag 2015, Reihe transparent. 88 S. (NB1336) 7,80 Euro
Die gegenwärtige extreme Rechte der USA ist ein relativ junges Phänomen. Vor 50 Jahren konzentrierten sich rechte Bewegungen noch vorwiegend darauf, alte Hierarchien zu verteidigen und gegen Kommunismus zu kämpfen. In den 1970er Jahren begann sich jedoch eine neue extrem rechte Bewegung zu formieren als Reaktion auf die von der Bürgerrechtsbewegung und Frauenbewegung durchgesetzten Gesetzesänderungen, die Ausdehnung des Wohlfahrtsstaates, die Schwächung der USA als globale Supermacht und andere tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen. Indem sie mit ihrer traditionellen Rolle als Verteidiger etablierter Institutionen und sozialer Eliten brachen, begannen Rechte in zunehmendem Maße, die Legitimität des politischen Systems infrage zu stellen.
„Das Buch bietet einen umfassenden Überblick sowie eine fundierte Grundlage, sich intensiver mit diesem oder jenem Spektrum zu befassen. Und Lyons differenzierte Darstellung spornt dazu an.“ (Birgit Gärtner, unsere zeit, 21.08.2015)
US-amerikanische Neonazis propagieren heute eine Nation frei von Juden und People of Color, christliche Hardliner eine von heterosexuellen Männern geführte totalitäre Theokratie und diverse extrem rechte Gruppen die Herrschaft von Eliten, die auf „Leistung“ oder „moralischer Überlegenheit“ beruhen.
Das vorliegende Buch faßt die Ursprünge, Überzeugungen und Aktivitäten der extremen Rechten in den USA zusammen und analysiert ihr Verhältnis zu anderen politischen Kräften sowie ihren gesellschaftlichen Einfluss. Es betrachtet dabei rechte Kontinuitäten (etwa antisemitische Verschwörungstheorien) genauso wie jüngere Entwicklungen (etwa weißen Separatismus oder Strategien führerlosen Widerstandes).



Klaus Henning: Aufstieg der „Neocons“. Politische Intellektuelle in den USA und der „neue Imperialismus“. Neuer ISP Verlag 2006. 164 S. (NB1013) 16,80 Euro
Wie konnten neokonservative Hardliner wie Bush, Perle, Cheney und Wolfowitz einen so großen Einfluß auf die amerikaniscvhe Politik nehmen? Warum ist es ihnen gelungen, fast die gesamte „liberale“ politische Elite der USA auf ihre Seite zu ziehen? Kann es ein „Zurück“ zum Multilateralismus geben? Diese Fragen beantwortet der Autor in seiner umfassenden Analyse über die Idden und den Aufstieg der neokonservativen Rechten in den USA.



Linksjugend ['solid] Hamburg (Hg.): Mit Kapitalismus ist kein Frieden zu machen. PapyRossa Verlag 2012. 136 S. (NB1231) 10 Euro
Der Sammelband argumentiert gegen das pseudo-menschenrechtlich verbrämte bellizistische Rollback der letzten Jahre. Die Beiträge liefern eine Bestandsaufnahme zentraler Aspekte heutiger imperialistischer Politik. Aktuelle Entwicklungen des bereits seit über zehn Jahren andauernden NATO-Kriegs in Afghanistan werden ebenso thematisiert wie akute Kriegsvorbereitungen gegen den Iran. Dabei wird politisch und theoretisch an die antiimperialistische und internationalistische Theorietradition der Linken angeknüpft, ohne sich auf die Wiederholung standardisierter Floskeln zu kaprizieren. Der Band bietet eine kurze Einführung in die US-amerikanische Debatte über den neuen Imperialismus, eine Analyse der weltweiten geostrategischen Verschiebungen, die auf dem besten Wege sind, in einen neuen „Kalten Krieg“ zu führen, und Einzelfallanalysen zu brennenden internationalen Konflikten. Neuralgische Punkte der gegenwärtigen friedenspolitischen Debatten werden dabei nicht ausgespart.



Wolfgang Gehrcke / Christel Buchinger / Jutta von Freyberg / Sabine Kebir: Afghanistan – So werden die neuen Kriege gemacht. Deutschland und der Krieg am Hindukusch. PapyRossa Verlag 2011. 235 S. Pb. (NB1171) 14,90 Euro
Das Buch zeigt, mit welchen Mechanismen im Zusammenspiel von Politik und Medien die These von der Notwendigkeit und Rechtmäßigkeit des Afghanistan-Krieges in der Öffentlichkeit verbreitet wird. Es zeigt anhand der Entwicklung der ISAF-Mandate der UNO und der darauf aufbauenden Bundestagsbeschlüsse, wie die Bundestagsmehrheit in kollektiver Selbsthypnose den Mystifikationen der Kriegsgründe und -interessen erliegt. Das Parlament beschließt zwar den Krieg, die Kontrolle hat es aber nicht. Das Massaker in Kundus zeigt: Es wird immer nur so viel zugegeben, wie schon aus anderen Quellen bekannt wurde. Von Seiten der Regierenden wird verschwiegen, vertuscht und gelogen; wie das funktioniert, beschreibt das Buch. Auch das, worüber am wenigsten gesprochen wird: die Kosten des Krieges und die Profite der Rüstungsindustrie. Aber wer bezahlt die Rechnung? Was kann ein Parlament aus dem Tiefschlaf wecken, das alljährlich die Fortsetzung eines Krieges beschließt, der von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wird?



Bernhard Schmid: Der Krieg und die Kritiker. Die Realität im Nahen Osten als Projektionsfläche für Antideutsche, Antiimperialisten, Antisemiten und andere. Unrast Verlag 2006. 80 S. (NB982) 8 Euro
„Der Krieg der Kritiker“ handelt von dem Krieg im Libanon, der im Hochsommer 2006 rund 1.200 zivile Tote kostete, und den Reaktionen innerhalb von Teilen des – im weiteren Sinne – gesellschaftskritischen Spektrums darauf. Es geht dabei um unterschiedliche Flügel der Linken und der Intellektuellenszene, jedenfalls desjenigen Spektrums, das selbst den Anspruch erhebt, Kritik an der bestehenden Gesellschaft zu üben. Die „Kritiker“ sind dabei sowohl jene, die diesen Krieg (mit zum Teil falschen Argumenten und ohne Bewußtsein für die Problematik antisemitischer Argumentationsmuster) kritisiert haben – als auch jene, die sich für besonders radikale Gesellschaftskritiker halten, aber mit fliegenden Fahnen für die Unterstützung dieses Krieges mobilisierten. Darum muß den Hintergründen nachgegangen werden, die dafür sorgen, daß es besonders in den deutschsprachigen Ländern so extrem antagonistische Sichtweisen auf einen kriegerischen Konflikt gibt. Daher wird nach den historischen, psychologischen, ideologischen Voraussetzungen der Debatte in Deutschland und Österreich gesucht: innerhalb der Linken und weit darüber hinaus. Die verschiedenen Fallstricke und projektiven Bedürfnisse vor dem Hintergrund der „eigenen“ Geschichte werden kritisch beleuchtet.



Walter van Rossum: Meine Sonntage mit „Sabine Christiansen“. Wie das Palaver uns regiert. Kiepenheuer & Witsch 2004. 190 S. (NB740) 8,90 Euro
Allsonntäglich entfaltet sich ab 20 Uhr die neue deutsche TV-Dreifaltigkeit: Tagesschau, Tatort, Talk mit Sabine Christiansen. Nach den Mythen der Tagesschau (Staatsmänner, Kriege, Katastrophen, Sport) und den tröstlichen Gewißheiten des Tatorts (alle haben Dreck am Stecken) sondiert Sabine Christiansen das Gesellschaftsterrain. Unerbittlich stellt sie Fragen, die in das Dunkel unserer Zukunft weisen. Es treten auf: die Lobby und ihr Parlament. Multimillionäre warnen davor, daß es kurz vor zwölf, wenn nicht noch später sei. Aber, bitte sehr, man könne ja auch ins Ausland gehen. Politiker führen entschlossen das Drama der Sachzwänge auf. Die große Koalition der Systemüberwinder gibt sich die Ehre. Fast noch wichtiger als das, was gesagt wird, ist, was systematisch nicht gesagt wird. Dieses Buch beschreibt die Macht der aktuellen Sprachrituale, die den Raum, den man einst Öffentlichkeit nannte, heute schier monoton beschallen. Hellsichtig, intelligent und bitterböse entwirft Walter van Rossum das Bild einer Medienlandschaft, die Politik im eigentlichen Sinne längst zu überwuchern droht.



Gregor Gysi, Stephan Hebel: Ausstieg links? Eine Bilanz. Westend-Verlag. 224 S. (NB1320) 16,99 Euro
Eine Polit-Legende erzählt. Gregor Gysi – wie kaum ein anderer Politiker prägte er die vergangenen 25 Jahre deutscher Einheit. Schnell avancierte er vom DDR-Anwalt zum Politprofi und Talkshow-Star. Gysi wurde zunächst bewundert und gehasst, verschaffte sich Schritt für Schritt beachtliche Anerkennung im Osten und genießt nun Respekt im gesamten Land. Mit seinen Reden fasziniert er bis heute selbst politische Gegner. Nach seinem Rücktritt aus der ersten Reihe der Politik legt er nun eine erste Bilanz vor. Er spricht mit Stephan Hebel über die Reize des Westens und die DDR-Nostalgie, Sozialismus und Marktwirtschaft, Erfolge und Niederlagen seiner Partei, die bewegendsten Begegnungen und den Preis, den die Politik dem Menschen Gregor Gysi abverlangte. Ein einzigartiges Dokument deutscher politischer Zeitgeschichte.



Georg Fülberth: „Doch wenn sich die Dinge ändern“ – Die Linke. PapyRossa Verlag 2008. 172 S. (NB1054) 12,90 Euro
„Die Linke“ entstand aus dem Zerfallsprozeß zweier ehemals großer Parteien: der SED und der SPD, und zugleich zweier Gesellschaftstypen: des „Realen Sozialismus“ in der DDR und des auf ständigem schnellem Wachstum beruhenden Wohlstandskapitalismus in der Bundesrepublik. Die Abwicklung der SPD war allerdings nur eine teilweise: es blieb noch eine große Mitgliederzahl in der alten Partei und diese ist um ein Vielfaches größer als „Die Linke“. Die Auflösung des alten Wohlfahrtsstaates sowie des Realen Sozialismus aber endet nicht in einem Vakuum, sondern erzeugt einen neuen Zustand: dies ist eine Gesellschaft mit mehr Ungleichheit als zuvor, mit einer stärker abgesunkenen Unterschicht und einem neuen Parteiensystem. In ihm könnte „Die Linke“ einen sichtbaren Platz finden. Georg Fülberth beschreibt die Entwicklung der SPD seit 1989 bis heute, die Geschichte der PDS und der WASG und fragt nach dem Platz der Partei „Die Linke“ in der Opposition gegen Marktradikalismus und neue deutsche Weltpolitik.



Manfred Behrend: Eine Geschichte der PDS. Von der zerbröckelnden Staatspartei zur Linkspartei. Neuer ISP Verlag 2006. 220 S. (NB931) 16,80 Euro
Mit der Umbenennung in Linkspartei.PDS und dem beschlossenen Vereinigungsprozeß bis 2007 mit der hauptsächlich im Westen verankerten „Wahlalternative Arbeit & soziale Gerechtigkeit“ (WASG) ist die Entwicklung der PDS zu einem vorläufigen Abschluß gekommen. Manfred Behrend zeichnet aus sozialistischer Sicht minutiös die Geschichte der PDS nach und beleuchtet sie kritisch und zugleich solidarisch: den schwierigen Prozeß zu einer „modernen demokratischen, sozialistischen Partei“ (1989-1993); die Etablierung als Parlamentspartei im Bundestag (1990-2005) und die Politik des „Ankommens“ in der bürgerlichen Gesellschaft; die programmatische Rechtsentwicklung hin zu sozialdemokratischen Positionen und die praktische Anpassung an neoliberale Konzepte (ab 1997).



Michael Brie (Hg.): Die Linkspartei. Ursprünge, Ziele, Erwartungen. Dietz-Verlag 2005 (Texte der Rosa-Luxemburg-Stiftung). 96 S. (NB865) 9,90 Euro
Ein „Gespenst“ ist aufgetaucht in Deutschlands Politik des Jahres 2005: Die Linkspartei. Schon jetzt, da sie sich gerade erst zu formieren beginnt, hat sie die Verhältnisse erschüttert. Weil die Zeit reif ist. Reif für lauten Protest gegen den Neoliberalismus – und reif für Alternativen. „Daß es so weitergeht, ist die Katastrophe“ – die Warnung des Walter Benjamin hat brennende Aktualität gewonnen. Drei Ursprünge hat die Linkspartei: die Vielen im Lande, die nach Alternativen suchen, die Linkspartei.PDS und die Wahlalternative für Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG). Wie wird die neue Partei den hohen Erwartungen, die an sie gestellt sind, gerecht werden können? Welchen Platz wird sie einnehmen in der Gesellschaft, in der die Herrschenden den (west)deutschen Klassenkompromiß der Nachkriegszeit endgültig aufgekündigt haben – und zwar zugunsten der Kapitalmacht und der neoliberalen „Konter-Reform“? Zehn Autorinnen und Autoren stellen erste Antworten zur Diskussion. (Klappentext).



Thomas Rothschild: Alles Lüge. Das Ende der Glaubwürdigkeit. Promedia 2006. 160 S. (NB929) 11,90 Euro
Politiker machen Versprechen und vergessen sie bereits in der Wahlnacht. Sie geben vor, Gerechtigkeit anzustreben, und pfeifen darauf, wenn ihre eigenen Vorteile in Gefahr geraten. Sie koalieren mit politischen Gegnern, deren Ziele sie gestern noch für indiskutabel hielten, und sie verfolgen, gemeinsam mit jenen, genau diese Ziele. Politiker und Manager von Großbetrieben verlangen von der Bevölkerung Sparsamkeit und fliegen in der Business Class zu parlamentarischen Verpflichtungen und geschäftlichen Besprechungen. Kurz: Nichts mangelt ihnen so sehr wie Glaubwürdigkeit. Der Verlust der Glaubwürdigkeit, der die Politik und von dort ausgehend auch das private Zusammenleben der Menschen nachhaltig prägt, borgt kaum abschätzbare gesellschaftliche Gefahren in sich. Thomas Rothschild spürt der zunehmenden Heuchelei im öffentlichen Leben nach, geißelt Mißstände und scheut nicht davor zurück, Namen zu nennen. Er lobt und preist aber auch, wo es dafür Anlässe gibt.



Thomas Rothschild: Das große Übel der Bourgeoisie. Über 68er, gute Manieren und Kleiderordnungen, ferner über Sozialdemokratie, über Charles de Coster, Isaak Babel, Irmgard Keun, Frank Capra, Alain Tanner und Ken Loach sowie über Rockmusik. Promedia 2004. 144 S. (NB719) 9,90 Euro
Nach dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums hat ein großer Teil derer, die sich einst als Linke gebärdeten, den diskreten Charme der Bourgeoisie für sich entdeckt. In schöner Parallelität zum globalen Hegemonialanspruch der USA preisen sie den Kapitalismus als einzige Alternative zur Barbarei. Als Wortführer der neuen Bürgerlichkeit profiliert sich just die Sozialdemokratie, die sich einst als Teil einer Arbeiterbewegung verstand. Vom Übel der Bourgeoisie, vom angeblich kleineren Übel der Sozialdemokratie und von Gegenentwürfen in Literatur, Film und Rockmusik handelt dieses Buch.



Heinz Thörmer / Edgar Einemann: Aufstieg und Krise der Generation Schröder. Einblicke aus vier Jahrzehnten. Mit zwei Beiträgen von Rolf Wernstedt. Schüren Verlag 2007. 184 S. (NB985) 14,90 Euro
Der politische Weg der „Enkel-Generation“ von den Anfängen bei den Jungsozialisten seit 1968 bis hin zur Wahlniederlage der SPD 2005.



Bernd Hendricks: Illegal. Roman. Epubli Verlag 2014. 190 S. (NB1270) 14,80 Euro
Neil Winter will nur für ein paar Wochen der Krise seines Lebens entfliehen, weg von Scheidung und Jobproblemen. Er hofft, in Mexiko auf neue Gedanken zu kommen. Aber in der ersten Nacht seiner Reise wird er ausgeraubt, und verliert alles: Gestern noch war er ein Ingenieur aus Colorado, stolzer Bürger der mächtigsten Nation der Welt. Heute ist er ein Mann ohne Geld, ohne Reisepass, ohne Kreditkarte, ein dokumentenloses Nichts. Verzweifelt sucht er Hilfe, und findet das Mitgefühl von Fremden, Liebe und Hoffnung. Doch was auch immer er unternimmt, um nach Colorado heimzukehren – vor ihm erhebt sich ein Hindernis, mit dem er am wenigsten gerechnet hat: sein eigenes Land.
Mit „Illegal“ präsentiert uns der Autor eine moderne Parabel. Was wie die Odyssee eines einzelnen Mannes scheint, der nur zurück in sein altes, gut situiertes Leben will, ist in Wirklichkeit die Geschichte von Millionen, die sich auf den Weg machen und eine neue, bessere Zukunft suchen.



Bernd Hendricks: Menschen mit Flagge. Roman. Epubli Verlag 2011. 604 S. (NB1177). 29,50 Euro
Oktober 2001. Der amerikanische Herbst: Noch rauchen die Trümmer des World Trade Center, als in New York und Florida Briefe mit tödlichen Viren auftauchen. Menschen sterben. Das Land steht vor einer Panik. Am Tatort: ein kleiner FBI-Ermittler. Alles deutet auf den Feind Amerikas, auf die Terroristen, die von außen kommen. Alle tragen die Nationalflagge an der Jacke, auch der Ermittler. Doch was er im Herzen trägt, ist gefährlich in patriotischen Zeiten: Zweifel. Er hat den schrecklichen Verdacht, daß der Bioterror von innen kommt, von jenen gar, deren Hilfe für seine Ermittlung unentbehrlich ist. Je tiefer der Ermittler in den Fall eintaucht, desto mehr riskiert er: seine Karriere, seine Freiheit, am Ende sein Leben. „Menschen mit Flagge“ ist Thriller und Gesellschaftsroman zugleich, ein aufwühlendes Porträt des verängstigten, jähzornigen Amerika, eine Tour-de-Force durch die amerikanische Psyche am Vorabend des Irak-Kriegs.



Michael Moore: Stupid White Men. Eine Abrechnung mit dem Amerika unter George W. Bush. Piper 2002/2004. 336 S. (NB751) 7,90 Euro
Durchgeknallt! Bananenrepublik USA: Im Weißen Haus sitzt ein „Präsident“, der nie gewählt wurde, und regiert mit einer Junta aus Geschäftsfreunden seines Daddys. Michael Moore, Filmemacher und Autor, rechnet in dieser beißenden Satire gnadenlos ab mit den „Stupid White Men“ an der Spitze der USA. Eine Pflichtlektüre für alle, die immer noch an die „bedingungslose Solidarität mit den USA“ glauben. Jetzt als verbilligte Taschenbuchausgabe



Brigitte Kiechle: Das Kriegsunternehmen Irak. Eine Zwischenbilanz. Schmetterling Verlag 2006. 304 S. (NB957) 16,80 Euro
Alle von den USA genannten Kriegsgründe haben sich als Lügen erwiesen. Der irakischen Bevölkerung hatte die US-Regierung Demokratie, Freiheit und Menschenrechte versprochen. Doch das Land befindet sich in einer nicht enden wollenden Gewaltspirale. Die permanenten militärischen Auseinandersetzungen verdecken den von der Besatzungsseite zielgerichtet betriebenen Nation-Building-Prozeß, mit dem u.a. für die künftige Wirtschaftsordnung schwer widerrufliche Fakten geschaffen werden. Das große Plündern hat bereits begonnen. Im Irak überlagern sich heute viele Konflikte, die eine differenzierte Analyse erfordern. Die zunehmende Islamisierung der Gesellschaft bedroht den bisherigen säkularen Konsens und hat dramatische Auswirkungen auf die Rechte und Lebensbedingungen der Frauen. In dieser ersten aktuellen Analyse nach dem Einmarsch der USA in den Irak geht Brigitte Kiechle darüber hinaus ausführlich auf den hier wenig beachteten Widerstand von Gewerkschaften, Arbeitslosen- und Frauenorganisationen sowie Selbstorganisationsstrukturen ein.



Gerhard Feldbauer: Vietnamkrieg. Papyrossa Verlag Reihe Basiswissen 2013. 128 S. (NB1257) 9.90 Euro
Gerhard Feldbauer schildert Vorgeschichte und Verlauf des Krieges, die internationale Solidarität mit Vietnam, den Widerstand in der US-Army, der vor allem von schwarzen Soldaten ausging, sowie die militärische Hilfe insbesondere der UdSSR, ohne die der Sieg der Befreiungsbewegung nur schwer möglich gewesen wäre. Den Ausschlag gab allerdings der Widerstandswille des vietnamesischen Volkes selbst. Er wurzelte in den Traditionen nationalen und antikolonialen Widerstandes, die der legendäre Ho Chi Minh zu mobilisieren verstand. Seine Bedeutung zeigte sich fast noch mehr nach seinem Tod. Denn als er 1969 verstarb, hinterließ er nicht, worauf vielfach spekuliert wurde, ein Vakuum, sondern eine kollektive politische Führung und eine Bevölkerung, in deren Mehrheit das Streben nach Unabhängigkeit tief verwurzelt war. Nicht unerwähnt bleiben die US-Kriegsverbrechen, für die dasjenige von My Lai im Mai 1968 zum Synonym wurde.



Reinhard Kühnl: Krieg und Frieden. Von den Kolonialkriegen und den Weltkriegen bis zur „neuen Weltordnung“ der USA. Distel Verlag 2003. 84 S. (NB681 bes) 6 Euro
Aus dem Inhalt: Wahrheit und Lüge in Zeiten des Krieges; Krieg und Frieden in der Geschichte der Menschheit; Die bürgerliche Gesellschaft; Die Epoche der Weltkriege; Die Ära des Kalten Krieges; Zusammenbruch des sozialistischen Staatensystems und „neue Weltordnung“ der USA; Der Irak-Krieg 2003: Totaler Sieg oder Grenzen der Hegemonialmacht USA? Die Zukunft der Menschheit: Rechtsordnung oder Gewaltherrschaft.



Wolf Wetzel: Krieg ist Frieden. Über Bagdad, Srebrenica, Genua, Kabul nach... Unrast Verlag 2002. 232 S. (NB625) 14 Euro
Weder die terroristische Logik, noch die Zahl ziviler Opfer unterscheiden die Anschläge vom 11. September von anderen kriegerischen Akten. Das Besondere an ihnen ist die Tatsache, daß sie auf dem Territorium der USA stattfanden. Nicht die friedliebende und Freiheit spendende Verfaßtheit der USA wurden dabei erschüttert, sondern der feste Glaube an die eigene militärische Unverwundbarkeit. Der als Antwort auf die Anschläge vom 11. September ausgerufene (Welt-)Krieg hat nicht das geringste mit einem „Kampf gegen den Terror“ zu tun. Weder die USA noch die Alliierten haben in den letzten 50 Jahren Krieg geführt, um Terror und Gewalt zu bekämpfen, sondern um ihr Monopol darauf zu behaupten. Ein Monopol auf Terror und Zerstörung, das Voraussetzung dafür ist, imperiale und kapitalistische Interessen auch ganz „friedlich“ durchzusetzen.



Moshe Zuckermann: Sechzig Jahre Israel. Die Genesis einer politischen Krise des Zionismus. Pahl-Rugenstein-Verlag 2009. 168 S., Klappenbroschur. (NB1085) 16,90 Euro
Der israelische Historiker Moshe Zuckermann befaßt sich mit der Genese der historischen Weggabelung, vor die sich der Staat Israel heute gestellt sieht, und der ihm abgeforderten Entscheidung, welche seine künftige Existenz aufs Gravierendste bestimmen dürfte: Die Okkupation der im 1967er Krieg besetzten Gebiete aufzugeben, mit der Gefahr, durch diesen Akt einen israelischen Bürgerkrieg heraufzubeschwören. Oder aber, das Okkupationsregime weiterhin beizubehalten und einen Dauerkrieg zu führen, mit der Gewißheit, somit eine aus Israelis und Palästinensern zusammengesetzte binationale Struktur objektiv ins Leben zu rufen. Eine jede Entscheidung könnte aus je eigenen Gründen das gesamte zionistische Projekt zum Wanken bringen. Wie es zu dieser Situation kam, wird anhand von weit in die Geschichte zurückreichenden, aber auch gegenwärtige Erscheinungen, Strukturanalysen und ideologiekritischen Erörterungen dargelegt. Dabei werden die historischen Voraussetzungen des politischen Zionismus, nicht minder aber auch die aus diesen abgeleiteten Konfliktachsen der israelischen Gesellschaft, ihre Widersprüche und Zerrissenheiten im einzelnen verfolgt und ihre Auswirkungen auf Israels geopolitische Ausrichtung ins Auge gefaßt. Moshe Zuckermann, 1949 in Tel Aviv geboren, lebte zwischen 1960 und 1970 in Frankfurt am Main. Nach der Rückkehr nach Israel Studium der Soziologie, Politologie und Geschichte an der Universität Tel Aviv. 1988 Promotion, Thema: „Die Rezeption der Französischen Revolution in der deutschen Geschichtsschreibung des Vormärz“. Lehrt seit 1990 am Cohn Institute for the History and Philosophy of Science and Ideas (TAU). 2000-2005 Direktor des Instituts für Deutsche Geschichte (TAU). Zahlreiche Bücher zur Geschichte und Kultur Israels und Deutschlands, davon sieben als deutschsprachige Erstveröffentlichungen.



Mosche Zuckermann: Zweierlei Israel? Auskünfte eines marxistischen Juden an Thomas Ebermann, Hermann L. Gremliza und Volker Weis. Konkret-Texte 2003. 144 S. (NB1007) 12 Euro
Mosche Zuckermann, Direktor des Instituts für Deutsche Geschichte der Universität Tel Aviv, ist mit 21 Jahren von Frankfurt nach Israel emigriert. „Es war die erwachsene Entscheidung eines jungen linken Zionisten.“ Inzwischen hat er sich vom Zionismus verabschiedet. Heute wird Zuckermann, radikaler Kritiker der israelischen Politik und Gesellschaft, von Gegnern Israels in Anspruch genommen. Im Gespräch mit den Konkret-Autoren räumt er mit Mißverständnissen auf: „Israel ist durch die Shoah zur Notwendigkeit geworden. Israel muß bestehen. Wenn Juden meinen, in diesem Land ihr Land zu sehen, ist das keine Frage, über die ich mit Deutschen gut diskutieren kann.“



Michael Warschawski: An der Grenze. Vorwort von Mosche Zuckermann. Edition Nautilus 2004. 256 S. (NB736) 19,90 Euro
„In der Solidarität mit den Palästinensern bestätigt sich meine jüdisch-israelische Identität.“ Der Lebensweg eines Aktivisten, der seit 35 Jahren für die Anerkennung der Rechte der Palästinenser und für Gerechtigkeit und Frieden im Nahen Osten kämpft. Seine Autobiografie beschreibt den langen Weg über die verschiedenen mehr oder weniger unpassierbaren Grenzen. Ein Zeugnis des Widerstands eines Grenzgängers, ein Schlüssel zum Verständnis der israelischen Gesellschaft und der aktuellen Situation.



Wolfgang Gehrcke, Jutta von Freyberg, Harri Grünberg: Die deutsche Linke, der Zionismus und der Nahost-Konflikt. Eine notwendige Debatte. PapyRossa Verlag 2009. 272 S. (NB1128) 16,90 Euro
Ist Frieden zwischen Israel und den Palästinensern noch möglich? Wie kann der Nahost-Konflikt gelöst werden? Können die deutschen Linken einen positiven Beitrag dazu leisten? Ist die Solidarität mit allen Opfern obsolet? Die Autoren beschreiben die Wurzeln des Konflikts, seine Entstehung und Entwicklung im Lauf von mehr als 100 Jahren. Sie zeigen die verschiedenen Strömungen innerhalb des Zionismus auf und die Auseinandersetzungen in der deutschen Arbeiterbewegung mit dem Antisemitismus. Sie untersuchen die Begleiterscheinungen der Staatsgründung Israels im Kontext des deutschen Faschismus und des Holocaust sowie des beginnenden „Kalten Kriegs“. Sie diskutieren die Bedeutung von Begriffen wie Zionismus, Kolonialismus, Imperialismus und ihres jeweiligen Gegenparts: Antizionismus, Antikolonialismus und Antiimperialismus als Reizwörter der aktuellen Debatte. Die Autoren wollen einen Beitrag dazu leisten, daß Kenntnis und Erkenntnis an die Stelle von Bekenntnis treten.



Gazi Çaglar, Hakan Ates Bakar: Die USA im Nahen Osten. Geschichte und Gegenwart einer imperialistischen Beziehung. Unrast Verlag 2005. 176 S. (NB871) 14 Euro
Die USA und der Nahe Osten: Eine komplexe Beziehung mit Hochspannung – insbesondere seit den barbar-modernen Anschlägen vom 11. September und den völkerrechtlich nicht gedeckten Angriffskriegen in Afghanistan und Irak. Dieses Buch liefert vor diesem Hintergrund eine faktenreiche Analyse der verschiedenen Ebenen der mehrschichtigen Beziehung zwischen den USA und dem Nahen Osten. Die Geschichte der militärischen, ökonomischen und kulturellen US-Präsenz im Nahen Osten wird ebenso behandelt wie die heutigen US-Strategien. Zahlreiche Länderanalysen gehen den Spuren der US-Beziehung zur Region genau nach. Der politische Islamismus in seiner vielfältigen Erscheinung bildet gemeinsam mit den islamisch-konservativen Regimevorstellungen der regionalen Herrschenden einen weiteren Schwerpunkt, wobei stets der Bezug zu den USA im Blick behalten wird. Lesenswert wird das Buch zudem durch die kenntnisreichen Betrachtungen zur medialen Präsentation der „islamischen Frau“ und des „Nahen Ostens“ im „Westen“. Kurzum: Eine historisch kenntnisreiche und politisch gegenwartsbezogene Analyse mit emanzipatorischer Intention.



Jürgen Elsässer (Hg.): Deutschland führt Krieg. Seit dem 11. September wird zurückgeschossen. Konkret 2002. 264 S. (NB575) 14,50 Euro
Nie in der Geschichte seiner Kriege ist Deutschland angegriffen worden, stets war es der Angreifer. In jedem Fall aber haben seine Politiker und Dichter behauptet, Deutschland müsse sich selbst oder wertvollste Güter der Menschheit gegen irgendein Reich des Bösen verteidigen. Auch für die „friedensschaffenden Einsätze“ der Bundeswehr im Nahen und Mittleren Osten gilt: im wesentlichen nichts Neues. Neu ist nur, daß es gesagt wird. Beiträge von Rainer Trampert, Georg Fülberth, Hermann L. Gremliza, Conrad Schuhler, Thomas Ebermann, Günther Jacob u.a.



Oliver Tolmein: Vom Deutschen Herbst zum 11. September. Die RAF, der Terrorismus und der Staat. Konkret 2002. 256 S. (NB578) 17 Euro
Der Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 war Terrorismus – ein Begriff, der in Deutschland bislang vor allem mit den Attentaten der RAF verknüpft wurde. Oliver Tolmein untersucht, was die terroristischen Aktionen vom 11. September von den RAF-Anschlägen unterscheidet. Im Zusammenhang mit den Reaktionen der RAF auf die Aktionen des palästinensischen „Schwarzen September“, der 1972 die israelische Olympiamannschaft als Geiseln genommen hat. Im Mittelpunkt des Buches steht eine Auseinandersetzung mit den antiimperialistischen Positionen der RAF. Statt den Nationalsozialismus der Deutschen und die Bewältigungsstrategien der als Mittelmacht wieder auflebenden Bundesrepublik in den Mittelpunkt zu rücken, gerieten vor allem die USA ins ideologische Visier der RAF. Tolmein belegt die These, daß sich die RAF mit ihrer Politik weitgehend aus der deutschen Geschichte verabschiedet hat. Im zweiten Teil setzt sich der Autor mit den Reaktionen des deutschen Staates auf die RAF und den Reaktionen der USA auf den Terrorismus auseinander: Die Einrichtung von Militärtribunalen und die Zurichtung des liberalen Strafrechts als Mittel zur Terrorismusbekämpfung führen zu einer teilweise autoritären Gesellschaft. Im dritten Teil werden charakteristische Texte der RAF dokumentiert und kommentiert, die z.T. Erstmals in dem inzwischen vergriffenen Titel „Stammheim vergessen“ abgedruckt waren.



Winfried Wolf: Sieben Krisen – ein Crash. Promedia Verlag 2009. 256 S. (NB1129) 17,90 Euro
Seit Mitte 2007 existierten die ersten Anzeichen einer „Subprime-Krise“ im Hypotheken-Kreditsektor der USA. Anfang 2008 ging es um eine US-amerikanische Wirtschaftskrise. Ende 2008 machte der Begriff von einer weltweiten Rezession die Runde. Seit Frühjahr 2009 ist „die neue Weltwirtschaftskrise“ in aller Munde. Doch was ist damit gemeint? Mehr oder weniger eine Wiederholung jener Weltwirtschaftskrise, wie sie in den Jahren 1929 ff existierte? Ist es in erster Linie eine Finanzkrise? Oder erleben wir das Ende des auf fossilen Energien aufbauenden Kapitalismus? Wie kaum ein anderer Autor verfolgt Winfried Wolf das Thema einer möglichen Weltwirtschaftskrise seit zwei Jahrzehnten. Sein Ansatz, die aktuelle Krise zu erklären, ist breit angelegt; damit unterscheidet er sich von den bisher vorgetragenen wesentlich. Winfried Wolf ortet sieben Krisen, die sich zu einer großen historischen Krise bündeln und in einen kapitalen Crash münden. Winfried Wolf, 1949 geboren, hat in Freiburg/ Breisgau sowie an der FU Berlin und an der TU Hannover Politologie studiert und promoviert. Er lebt und arbeitet als freier Journalist bei Berlin. Zwischen 1994 und 2002 war er Abgeordneter des Deutschen Bundestages und dort Mitglied des Verkehrsausschusses. Wolf ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von Attac-Deutschland und Chefredakteur von „Lunapark 21. Zeitschrift zur Kritik der globalen Ökonomie“.



Winfried Wolf: Sturzflug in die Krise. Die Weltwirtschaft, das Öl, der Krieg. Konkret Literatur Verlag 2003. 240 S. (NB679) 16,50 Euro
Die neue Rezession 2001-2003 und der Krieg gegen Irak 2003 haben die Gefahren verdeutlicht, die der Weltwirtschaft drohen: Westeuropa und die BRD sind von wachsenden Krisenerscheinungen und erneut steigender Massenarbeitslosigkeit bestimmt. In den USA droht eine tiefe Rezession. Japan ist seit mehr als einem Jahrzehnt von Deflation und einer kaum noch kontrollierbaren Verschuldung beherrscht. Nach Argentinien befindet sich das größte Land Lateinamerikas, Brasilien, auf dem Weg in den Kollaps. Winfried Wolf liefert eine Fülle Material zum brüchigen Zustand der internationalen Ökonomie, zum Zusammenhang von Krise, Öl und Krieg und Belege für die Gefahr einer neuen Weltwirtschaftskrise. Die Erklärung für die Krisen sieht er in einer Ökonomie, die die Profitmaximierung als wesentliche Triebkraft kennt. Er widerspricht allen „Zusammenbruchstheorien“ und unterstreicht die geschichtliche Erkenntnis, daß die im Kapitalismus maßgeblichen Kräfte noch immer eine „Lösung“ der Krise faden – und sei es eine autoritäre. Wolf versteht seine Schrift als Plädoyer für eine sozialistische Gesellschaft als Alternative zum Kapitalismus. Wer sagt: „Eine andere Welt ist möglich“, muß erkennen: „Eine andere Ökonomie ist nötig“.



Werner Biermann, Arno Klönne: Objekt der Gier. Der Iran, der Nahe Osten und Zentralasien. PapyRossa Verlag 2006. 200 S. (NB960) 14,90 Euro
Bei den Konflikten in Nahen und Mittleren Osten und in Zentralasien stehen sich nicht mehr nur Iran, die USA und die Europäische Union gegenüber. Als weitere Akteure haben inzwischen auch das wieder erstarkte Rußland und die VR China die Bühne betreten. Zu welchen Konstellationen das führt, um welche Interessen es dabei geht, worum sich der sogenannte Atomstreit von USA und EU mit Iran tatsächlich dreht, welches Gefahrenpotential sich hier zusammenbraut und wer da auf längere Sicht die besseren Karten hat, behandelt das Buch von Werner Biermann und Arno Klönne.



Werner Biermann, Arno Klönne: Ein Kreuzzug für die Zivilisation? Internationaler Terrorismus, Afghanistan und die Kriege der Zukunft. PapyRossa Verlag 2002. 272 S. (NB580) 15,50 Euro
War der Krieg in Afghanistan wirklich nur eine Reaktion auf die Anschläge vom 11. September? Oder waren die geopolitischen Ambitionen, die sich in ihm ausdrückten, schon längst vorbereitet? Ging es etwa um ganz andere Konfliktlagen und Ziele, als offiziell verkündet wurde? Und wie verhält es sich überhaupt mit dem „Jahrhundertkrieg gegen den Terrorismus“? Kann die Globalisierung der Gewalt, die er zu bewirken droht, korrigiert werden? „Es ist bewußt zu machen“, so die Autoren, „wie zerstörerisch dieser Jahrhundertkrieg wirkt – auch auf die Gesellschaften, die ihn scheinbar siegreich führen. Und es ist die propagandistisch auferlegte Zwangsvorstellung aufzulösen, der globale Militarismus stünde ohne Alternative da. Wer sich weigert, über solche Alternativen zu sprechen, sollte von der Gefahr einer terroristischen Bedrohung der Zivilisation schweigen.“



Werner Biermann, Arno Klönne: The Big Stick. Imperiale Strategie und globaler Militarismus – Die USA als Megamacht? PapyRossa 2003. 272 S. (NB644) 15,50 Euro
Auf welche Ressourcen stützt sich die kriegerische Schlagkraft der USA – und worin bestehen ihre inneren Schwächen? Werner Biermann und Arno Klönne informieren über das Militärpotential und die strategischen Konzepte der USA, über die Verflechtung von militärischen und wirtschaftlichen Interessen und den weltweiten Gewaltmarkt sowie über die bewaffneten US-Interventionen seit 1945 und ihre Resultate. Dabei werden Grundlagen und Grenzen US-amerikanischer Militärmacht deutlich.



Andre Gunder Frank: Orientierung im Weltsystem. Von der Neuen Welt zum Reich der Mitte. Pro Media 2005. 160 S. (NB881) 11,90 Euro
„Steht das Ende des amerikanischen Jahrhunderts unmittelbar bevor? Zerplatzt die US-Ökonomie demnächst wie eine Spekulationsblase? Droht dem Dollar der völlige Wertverlust? Mit welchen Mitteln versucht die US-Regierung dem gegenzusteuern? Antworten auf diese Fragen gibt Andre Gunder Frank im vorliegenden Buch, das ihn als zutiefst politischen Intellektuellen und scharfen Polemiker ausweist. 'Orientierung im Weltsystem' kann als Vermächtnis des radikalen Ökonomen gelesen werden, der knapp vor Drucklegung des Buches verstorben ist.“ (Klappentext).



Conrad Schuhler: Unter Brüdern. Die USA, Europa und die Neuordnung der Welt. PapyRossa Verlag 2003. 168 S. Pb. (NB693). 11 Euro
Mit dem Irak-Krieg stießen die USA auf Widerspruch aus Europa. Inzwischen haben sich die Wogen zwar wieder geglättet, doch ist der Konflikt damit aus der Welt? Wie tief geht er und was liegt ihm zugrunde? Um welche Ziele, Interessen und Strategien geht es dabei? Was unterscheidet die Kontrahenten und was verbindet sie? Wie sind die Gewichte zwischen ihnen verteilt und wie entwickelt sich ihr Verhältnis auf lange Sicht? Und nicht zuletzt: Welche Wege gibt es zu einer anderen Welt? Conrad Schuhler, früher Chefredakteur der UZ, gilt als Kenner der USA. Er ist Mitarbeiter am Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung (isw).



James H. Hatfield: Das Bush-Imperium. Wie George W. Bush zum Präsidenten gemacht wurde. Mit einem Vorwort von Jean Ziegler. Atlantik Verlag 2002. 424 S. Pb. (NB593) 19,80 Euro
Ist es die Macht des Öls, sind es die Seilschaften in den Großkonzernen, in der US-Army und in der CIA, die aus dem Ölspekulanten George W. Bush zunächst den Gouverneur von Texas und dann den 43. Präsidenten der USA gemacht haben? James H. Hatflield (1958-2001) ist diesen Fragen jahrelang nachgegangen. Wir erfahren von ihm, wie dieser Präsident „gemacht“ wurde, der sich besonders durch die Liberalisierung des Waffengesetzes, die Ausweitung der Todesstrafe, die Mißachtung des Umweltschutzes und weltweite Kriegsführung hervortut.



Malcolm Sylvers: Die USA – Anatomie einer Weltmacht. Zwischen Hegemonie und Krise. PapyRossa Verlag 2002. 336 S. (NB619z) 16,90 Euro
Die umfassende Darstellung von Gesellschaft und Politik der USA im Zeitalter der Globalisierung behandelt die neoliberale Umstrukturierung der Wirtschaft seit den 80er Jahren, die Klassenverhältnisse, die ethnischen Minderheiten und die soziale Spaltung mit ihren bislang unbekannten Dimensionen von Reichtum und Armut; das politische System, die Parteien und das Rechts-Links-Schema; die Innen- und Außenpolitik von Bush sen. Über Clinton zu Bush jun. Bis hin zum 11. September und seinen Auswirkungen.



Jürgen Wagner: Das ewige Imperium. Die US-Außenpolitik als Krisenfaktor. VSA 2002. 172 S. (NB635) 12,80 Euro
Jürgen Wagner beschäftigt sich mit der imperialen Strategie der USA, aus der sich die Ziele und Mittel der US-Außenpolitik ableiten lassen. Nur hierdurch können Washingtons Strategie und deren katastrophale Auswirkungen erklärt werden. Eine dieser Folgen waren die Terroranschläge des 11. September 2001. Diese Angriffe und die unter dem Begriff „Krieg gegen den Terror“ erfolgte Reaktion der USA dürfen nicht isoliert betrachtet werden. Nur wenn es gelingt, den Zusammenhang zwischen der imperialen US-Strategie, den Terrorangriffen des 11. September und dem „Krieg gegen den Terror“ auch auf andere Aspekte der internationalen Beziehungen zu übertragen, kann die hegemoniale Politik der USA nachvollzogen und kritisiert werden. Durch die Konzentration auf militärisches Vorgehen wird die Gefahr asymmetrischer Angriffe für die USA weiter zunehmen. Der einzig wirksame Schutz vor neuerlichen Anschlägen wären Maßnahmen, die das Entstehen terroristischer Gruppen verhindern, indem Ursachen effektiv angegangen werden. Die Frage, weshalb trotzdem an der bisherigen Politik festgehalten wird, steht im Zentrum dieses Buches.



Stefan Fuchs (Hg.): Die HYPERmacht. USA in Nahaufnahme. Edition Nautilus 2003. 160 S. (NB645) 12 Euro
Welche Substanz hat die amerikanische Kultur und woher kommt ihre Aggressivität? Was ist aus dem „American Dream“ geworden? Nur wer in diese Tiefenzonen des amerikanischen Selbstverständnisses vordringt, begreift, was die Rede vom „Modell“ Amerika wirklich bedeutet und erahnt die Dimensionen der traumatischen Erfahrung des 11. September als „Pearl Harbour der industriellen Zivilisation“. Gespräche mit Richard Sennett, Gore Vidal, Noam Chomsky u.a.



Peter Bürger: Kino der Angst. Terror, Krieg und Staatskunst aus Hollywood. Schmetterling Verlag 2005. 638 S. (NB855) 29 Euro
Wer dem Krieg wehren will, der darf die Macht der Bilder nicht unterschätzen. Bei Vorstellungen des populären Kinos fungiert das Pentagon als Produktionspartner. Staatlich genehme und geförderte Kunst flankiert die technologische Hochrüstung der Supermacht. Sie sehen als Zuschauer Re-Inszenierungen und Fiktionen, in denen der mörderische Kriegsapparat als normales Instrument zur „Problemlösung“ erscheint. Wissen Sie, daß Leinwand, Videothek und Fernsehkanäle Ihnen die neuesten Militärplanungen schmackhaft machen sollen? Die vorliegende Darstellung erschließt erstmals im Gesamtüberblick das US-Kriegskino der letzten 20 Jahre. Peter Bürger untersucht Hintergründe, Inhalte und Funktionen der militaristischen „Unterhaltung“ aus Hollywood. Er richtet den Blick auch über das Kriegsfilm-Genre hinaus. Massenkulturelle „Botschafter der Angst“ verstärken paranoide und endzeitliche Gestimmtheiten. Sie produzieren Ohnmacht und eine Bereitschaft, irrationale Gewaltkonzepte zu dulden. Krieg und War-Entertainment sind keine Naturereignisse. Internationales Recht und Zivilisationskonsens stehen der unterhaltsamen Kriegspropaganda entgegen. Doch wie kann sich die Gesellschaft gegen das kulturelle Diktat der Bellizisten zur Wehr setzen? Wer die Strategien kriegsfördernder Filme durchschauen möchte, kommt an diesem Buch nicht vorbei.



Frank Niess: Schatten auf Hollywood. McCarthy, Bush jr. und die Folgen. PapyRossa Verlag 2005. 248 S. (NB860) 16,90 Euro
Selbst weltbekannte Hollywoodstars, die den Krieg gegen Irak verurteilt haben, müssen darauf gefaßt sein, diskriminiert zu werden. Wie im Kalten Krieg, als hunderte von Filmemachern – wie andere politisch Mißliebige auch – auf schwarze Listen gesetzt und um ihre Jobs gebracht wurden. Wie ein Großinquisitor verfolgte der berüchtigte Senator Joseph R. McCarthy alle, die in den Verdacht „unamerikanischer Umtriebe“ geraten waren. Assistiert von FBI-Chef J. Edgar Hoover tat er alles, um „subversive Elemente“ aufzuspüren. Aber Hetzkampagnen, Hexenjagd, fremden- und minderheitenfeindliche Repression gab es schon vor McCarthy – und nach ihm, wie die „Sicherheitsgesetze“ des Präsidenten Bush jun. zeigen. Von dieser Tradition, illustriert am Beispiel Hollywoods, handelt das Buch des Historikers Frank Niess.



Stefan Bollinger (Hg.): Imperialismustheorien. Historische Grundlagen für eine aktuelle Kritik. Promedia 2004. (Edition Linke Klassiker). 176 S. (NB778) 12,90 Euro
Seit dem Untergang der Sowjetunion und des kommunistischen Systems im „Ostblock“ war nicht mehr viel von Imperialismus zu hören. Der „Krieg gegen den Terror“ der USA hat die kritischen Geister wieder hellhörig gemacht. Der Ruf nach einer konsistent antiimperialistischen Kritik wird wieder laut. Es ist höchste Zeit, genauer nach Fakten und Theorien zu fragen, die im 20. Jahrhundert dem Kapitalismus in den Metropolen, seiner Politik und vor allem seiner Wirtschaft das Etikett Imperialismus verpaßten. Der vorliegende Reader soll jene Analysen linker Theoretiker in Erinnerung rufen, die zu Beginn des vorigen Jahrhunderts die imperialistische Expansion vor allem Englands und Deutschlands geißelten. Textstellen klassischer Autoren werden vom Herausgeber kommentiert und in ihren historischen Kontext gestellt. Mit Texten von Bucharin, Hilferding, Hobson, Kautsky, Lenin und Luxemburg.



Ulrich Peters: Unbeugsam und widerständig. Die radikale Linke in Deutschland seit 1989/90. Unrast Verlag 2014. 728 S. (NB1292) 29,80 Euro
Als die Mauer fiel und „das glücklichste Volk der Welt“ die sogenannte „Wiedervereinigung“ zelebrierte, wurde der Klassenkampf samt dem „Zeitalter der Ideologien“ offiziell für beendet erklärt. Die salbungsvollen Worte erwiesen sich aber als inhaltsleer, der deutsche Imperialismus feierte fröhliche Urständ, aber auch die radikale Linke, die sich als Fundamentalopposition versteht, verschwand nicht von der Bildfläche. Über 20 Jahre später bietet sich nun die Gelegenheit, Bilanz zu ziehen und den Werdegang jener politischen Minderheit zu untersuchen, die sich einst gegen die Annexion der DDR gestemmt hatte.
Der Autor zeigt auf, wie sich der Epochenbruch von 1989/90 politisch und organisatorisch auf die verschiedenen Strömungen der radikalen Linken (Kommunisten, Anarchisten, Autonome) auswirkte, widmet sich dem Pro und Contra der antideutschen Orientierung und analysiert die praktischen Aktivitäten der Antikapitalisten, um der Frage nachgehen zu können, welchen Platz sie heute in der politischen Landschaft der zur Weltmacht aufgestiegenen BRD einnehmen. Zudem wird der Entwicklung der radikalen Linken ideengeschichtlich nachgespürt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Bemühungen, eine zeitgenössische Imperialismustheorie zu erarbeiten, Lehren aus der historischen Niederlage des Sozialismus zu ziehen und diese in Entwürfe eines zukünftigen Gesellschaftsmodells zu integrieren. Thematisiert werden auch Debatten zur Frage eines revolutionären Subjekts und die Stellung der radikalen Linken zum Islam.
Ulrich Peters ist Politikwissenschaftler und promovierte an der FU Berlin zum Thema Kommunistischer Widerstand in Buchenwald. Seine Forschungen widmen sich der Theorie und Geschichte linker Bewegungen.



Peter Nowak: Kurze Geschichte der Antisemitismusdebatte in der deutschen Linken. Mit einem Interview mit Peter Ullrich. edition assemblage. 96 S. (NB1264) 9,80 Euro
In 25 Jahren Antisemitismusstreit in der deutschen Linken ist viel geschrieben worden. Peter Nowak liefert eine knappe Zusammenfassung und geht auf die zentralen Grundlagentexte der Diskussion ein. Das Buch bietet den Lesern einen Überblick über die Geschichte des Antisemitismusstreits und gibt ihnen so die Möglichkeit, sich eine eigene Position in einer Auseinandersetzung zu bilden, die in den letzten beiden Jahrzehnten die Linke aller Fraktionen und Strömungen beschäftigt hat. Eine kurze und kenntnisreiche Einführung in die Antisemitismusdebatte der deutschsprachigen Linken seit den 1980er Jahren.
Peter Nowak arbeitet als freier Journalist in Berlin und schreibt u.a. für die Jungle World, das Neue Deutschland, das Internetmagazin Telepolis und das Monatsmagazin Konkret.



Gerhard Hanloser (Hg.): „Sie warn die ANTI-deutschesten der deutschen Linken“. Zu Geschichte, Kritik und Zukunft antideutscher Politik. Unrast Verlag 2004. 294 S. (NB774) 16 Euro
„Angesichts des verheerenden Zustands der linken Bewegung hierzulande, schien der ab den 90er Jahren aufkommende antideutsche Diskurs zweierlei miteinander zu verbinden: Selbstkritik der oftmals nationalistischen und populistischen Linken auf der einen und eine Schärfung der Kritik des Bestehenden auf der anderen Seite. Nichts von dem trat ein, vielmehr steht die antideutsche Linke für einen affirmative turn innerhalb der Linken generell. Eine radikale Kritik der herrschenden Verhältnisse wird nicht umhinkommen, das antideutsche Phänomen als Teil des Mainstreams im sektenhaften Gewand zu erkennen.“ (Klappentext).



Robert Kurz: Die antideutsche Ideologie. Vom Antifaschismus zum Kriegsimperialismus: Kritik des neuesten linksdeutschen Sektenwesens in seinen theoretischen Propheten. Unrast Verlag 2003. 312 S. (NB803)16 Euro



Jutta Ditfurth: Krieg, Atom, Armut. Was sie reden, was sie tun: Die Grünen. Rotbuch Verlag 2010. 288 S. (NB1162) 14,95 Euro
Die Grünen sind nur noch eine Partei wie jede andere, den Wählern aber wollen sie weismachen, „anders“ zu sein. Die Mitgründerin und ehemalige Bundesvorsitzende der Grünen macht hingegen deutlich: In Wirklichkeit verschärfen sie, gefesselt von Kapitalinteressen und Sachzwängen des Machterhalts, in Aufsichtsräten, Regierungen und Parlamenten die Ausbeutung von Mensch und Natur. Als rot-grüne Regierungspartei sind sie konservativ, mitunter reaktionär geworden – lediglich auf der Straße geben sie manchmal noch die Opposition. Jutta Ditfurth beschreibt auf der Grundlage gewohnt fundierter Recherche und klarer Meinung, was aus den Grünen nach 30 Jahren geworden ist.



Jutta Ditfurth: Entspannt in die Barbarei. Esoterik, (Öko-)Faschismus und Biozentrismus. Konkret 1996. 224 S. (NB240) 14,50 Euro
In der Bundesrepublik wächst eine einflußreiche esoterische Bewegung mit einer modernen biologistisch orientierten Massenbasis zusammen. Jutta Ditfurth beschreibt, wie ein Bild des Menschen propagiert wird, in dem er „kosmischer“ Untertan oder „Schädling“ der Erde ist. Die Lage ist bedrohlich: Die Emanzipation und die soziale Gleichheit des Menschen sollen verhindert werden: Anthroposophie, Bioregionalismus, Erdbefreiung, Eugenik, Freiwirtschaftslehre, Germanenmythen, Speziezismus, Spiritualismus, Tiefenökologie, Veganismus, völkische Konzepte, Wurzelrassenlehre; Animal Peace, Findhorn, „Neuheiden“; Franz Alt, Rudolf Bahro, Dieter Duhm, Dalai Lama, Silvio Gesell, Barbara Rütting, Peter Singer...



Jutta Ditfurth: Feuer in die Herzen. Gegen die Entwertung des Menschen. Erweiterte und aktualisierte Neuausgabe. Konkret. (NB83) 15 Euro



Robert Kurz: Das Weltkapital. Globalisierung und innere Schranken des modernen warenproduzierenden Systems. Edition Tiamat 2005 (Critica Diabolis 129). 480 S. (NB893) 18 Euro
„Unbeeindruckt von der Debatte um die Globalisierung geht die Herausbildung eines transnationalen Weltkapitals jenseits der alten Nationalökonomien weiter. Dabei zeigt sich, daß die Erklärungsversuche der 90er Jahre zu kurz gegriffen haben. Die Deutungs- und Bewältigungsmuster gingen über den Begriffshorizont der traditionellen politischen Ökonomie nicht hinaus. Robert Kurz verläßt diesen Rahmen, um die neue Qualität der kapitalistischen Entwicklung jenseits der veralteten Interpretationsmuster zu untersuchen. Robert Kurz zeigt, daß mit der dritten industriellen Revolution der im modernen warenproduzierenden System angelegte Widerspruch von Nationalismus und Universalismus reif geworden ist. In diesem historischen Entwicklungsprozeß bildet sich heute eine durch globale Rationalisierungsketten organisierte Betriebswirtschaft heraus, gesteuert von entsubstantialisierten Finanzblasen. Da bedarf es nicht weniger als einer Umwälzung der Gesellschaft über die warenproduzierende Moderne hinaus.“ (Klappentext).



Robert Kurz: Weltordnungskrieg. Das Ende der Souveränität und die Wandlung des Imperialismus im Zeitalter der Globalisierung. Horlemann Verlag 2002. (NB633) 19,80 Euro



Rolf Surmann: Abgegoltene Schuld? Über den Widerspruch zwischen entschädigungspolitischem Schlußstrich und interventionistischer Menschenrechtspolitik. Unrast Verlag 2005 (Reiche antifaschistischer Texte). 190 S. (NB846) 16 Euro
Auschwitz, als „Holocaust-Code“ ideologisiert, ist für Deutschland und die westliche Welt zum Ausgangspunkt einer internationalen Menschenrechtspolitik geworden, die bisher selbstverständliche Souveränitätsrechte im Namen einer neuen „Weltinnenpolitik“ aufhebt. Ausgehend von der These, daß sich zur Legitimierung des eigenen Handelns auf das Schicksal der NS-Opfer nur berufen kann, wer nach bestem Wissen und unter Nutzung aller vorhandenen Möglichkeiten versucht hat, die Überlebenden zu rehabilitieren und zu entschädigen, überprüft Rolf Surmann diesen Politikansatz. Seine Schlußfolgerung: Eine elementare Schuld der deutschen Gesellschaft ist bis heute nicht abgetragen. Die Konjunktur der Erinnerungskultur wird vor diesem Hintergrund zu eoner Normalitätssuggestion. Gerade angesichts des Umstandes, daß sich das Post-1989-Deutschland der Hinterfragung „nationaler Nachkriegsmythen“ verweigerte und als „Vertreibung“ und „Bombardierung“ den deutschen Opfermythos der 50er Jahre neu kreierte. Die Attitüde, in weltpolitischer Konkurrenz das Panier der Menschenrechte emporzurecken, ohne sich zugleich seiner elementaren Verantwortung der deutschen Verbrechen gegen die Menschheit ernsthaft zu stellen, entblößt den Januskopf Deutschlands.



Germinal Civikov: Srebrenica. Der Kronzeuge. Promedia Verlag 2009. 176 S. (NB1092) 15,90 Euro
„Anfang März 1996 wird in Jugoslawien der bosnische Kroate Dra�en Erdemovi? festgenommen. Er gesteht, am 16. Juli 1995 als Angehöriger einer Spezialeinheit der bosnisch-serbischen Armee an der Erschießung von 1200 moslemischen Zivilisten aus Srebrenica beteiligt gewesen zu sein. Ende März 1996 wird er von Belgrad an das Jugoslawien-Tribunal in Den Haag ausgeliefert, wo er sein Geständnis wiederholt. Dabei nennt Erdemovi? jedes Mal die Namen seiner sechs Mittäter und seiner Vorgesetzten, die im Auftrag des Generalstabs der bosnisch-serbischen Armee die Tat befohlen hätten. Erdemovi? wird zum Kronzeugen der Anklage für eines der schlimmsten Kriegsverbrechen, der Massenhinrichtung von Srebrenica. Für den Mord an 70 bis 100 Zivilisten, deren Erschießung er selbst vorgenommen haben soll, wird Dra�en Erdemovi? zu nur fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Seit 2000 lebt er mit einer neuen, „beschützten“ Identität in einem westeuropäischen Land und tritt regelmäßig vor dem Tribunal als Zeuge auf, wenn in einem Verfahren die Anklage des Völkermords erhoben worden ist. Wie glaubwürdig ist jedoch das Geständnis dieses Kronzeugen? Schon bei erster oberflächlicher Lektüre weist es gravierende Widersprüche auf, die kein Richter in einem normalen Strafverfahren akzeptieren würde. Mit diesem Geständnis begründete aber das Jugoslawien-Tribunal den internationalen Haftbefehl gegen den Kommandanten der bosnisch-serbischen Armee, Ratko Mladi?, und den Präsidenten der bosnischen Serben, Radovan Karad�i?. Umso erstaunlicher mutet dabei die Tatsache an, dass kein Mittäter und kein Vorgesetzter von Erdemovi? bisher auch nur einvernommen, geschweige denn verhaftet wurde. Wieso will das Jugoslawien-Tribunal, das die Srebrenica-Morde zum Völkermord erklärt hat, nichts von diesen aktenkundigen Tätern wissen? Was kann der Grund dafür sein, dass man die Mittäter und Vorgesetzten des Kronzeugen Erdemovi? nicht vernehmen will? Will das Tribunal deshalb die von Erdemovi? genannten Täter nicht verfolgen, weil diese über die Srebrenica-Morde etwas erzählen könnten, was der Öffentlichkeit vorenthalten werden soll? Civikov wagt sich mit diesem Buch an das vielleicht heißeste Thema der europäischen Nachkriegsgeschichte. Die Untersuchung der Massenmorde von Srebrenica, akribisch recherchiert, liest sich wie ein Kriminalroman. Schritt für Schritt arbeitet er heraus, wie es dem Tribunal bislang gelungen ist, das mutmaßlich grausamste Verbrechen in Europa nach 1945 von einem einzigen Kronzeugen definieren zu lassen. Die Glaubwürdigkeit des Jugoslawien-Tribunals ist nach der Lektüre dieses Buches im Kern erschüttert. Verfehlungen und Manipulationen eines durch und durch politischen Prozesses treten dabei offen zu Tage.“ (Verlagswerbung).



Matthias Küntzel: Der Weg in den Krieg. Deutschland, die NATO und das Kosovo. Elefantenpress 2000. 256 S. (NB77z) 17,90 Euro
Monatelang hat die Öffentlichkeit den NATO-Krieg gegen Jugoslawien gebannt verfolgt. Wer aber hat hier von jenen heimlichen „Kriegen“ erfahren, die den Bombenabwürfen vorausgingen und die in den Hinterzimmern der Diplomatie geführt wurden? Gestützt auf eine systematische Auswertung aller verfügbaren Quellen, belegt Küntzel überzeugend, daß Deutschland keineswegs „hutwillig, überfordert, am Ende machtlos“ (Die Zeit) in diesen Kampf hineingeschliddert oder gar von Washington hineingedrängt wurde. Die Vorgeschichte des Kosovo-Krieges führt stattdessen vor Augen, daß keine andere NATO-Macht diesen Konflikt so wie Deutschland geschürt hat: zielstrebig, bewußt und die Vorgaben der UNO vorsätzlich mißachtend.



Margarete Jäger, Siegfried Jäger (Hg.): Medien im Krieg. Der Anteil der Printmedien an der Erzeugung von Ohnmachts- und Zerrissenheitsgefühlen. Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) 2002. 306 S. (NB620) 18 Euro
Im Krieg der NATO gegen Jugoslawien haben die Medien eine herausragende Rolle gespielt. Sie haben dazu beigetragen, Zustimmung, mindestens aber Hinnahme des Krieges im Massenbewußtsein zu erzeugen. Durch ihre immer wieder beteuerte Haltung, Fakten bringen zu wollen, dies aber nicht zu können, durch die ständige Präsentation erschütternder Bilder, konnten sich Hilflosigkeit und Ohnmachtsgefühle ausbreiten, obwohl der Krieg durch die Bevölkerung weitgehend abgelehnt wurde. Daran konnten auch die kritischen Stimmen in den Medien nichts ausrichten. Fünf Aspekte werden herausgearbeitet: Die angebliche Unvermeidbarkeit des Krieges, die Kritik am Krieg in den Medien, die Funktion der Bilder, die Diskussion der militärischen und politischen Strategien, die Sicht der Medien auf die Rolle der Medien im Krieg.



Klaus Bittermann, Thomas Deichmann (Hg.): Wie Dr. Joseph Fischer lernte, die Bombe zu lieben. Die Grünen, die SPD, die Nato und der Krieg auf dem Balkan. Edition Tiamat 1999. 208 S. (NB21z) 15 Euro
Beiträge von Günter Amendt, Naoum Chomsky, Wiglaf Droste, Wolfgang Pohrt, Georg Seeßlen, Kay Sokolowsky u.a.



Dietrich Kittner: Aus meinem Kriegstagebuch. Beobachtungen zum Balkankrieg. Neue Impulse Verlag 1999. 132 S. (NB87) 7,55 Euro



Angela Klein, Paul B. Kleiser (Hg.): Die EU in neoliberaler Verfassung. Neuer ISP Verlag 2006. 160 S. (NB906) 16 Euro
Auf dem EU-Gipfel 2000 in Lissabon wurde beschlossen, die EU „bis 2010 zur dynamischsten und wettbewerbsfähigsten wissensbasierten Ökonomie der Welt“ zu machen. Die EU möchte als Wirtschaftsmacht zu den USA aufschließen; sie hat auch den Ehrgeiz, zum politischen und militärischen Machtblock zu werden. Die EU-Verfassung zementiert diesen Anspruch, indem sie den „freien und unverfälschten Wettbewerb“ sowie die Aufrüstung zum Verfassungsziel erklärt. Der Weg zu diesem Ziel ist allerdings mit zahlreichen Hindernissen gepflastert. Neben den besonderen Interessen der Nationalstaaten und den Schwierigkeiten mit der EU-Osterweiterung sind es vor allem die verheerenden Folgen der neoliberalen Wirtschafts- und Sozialpolitik, die dafür gesorgt hat, daß die Ziele der Agenda von Lissabon nicht zu erreichen sind. Wegen der Ablehnung der Verfassung in Frankreich und den Niederlanden befindet sich das EU-Projekt in stürmischen Gewässern. Das Buch beleuchtet die Hintergründe der neoliberalen Politik der EU (Verfassungsprojekt, Lissabon-Strategie, Bolkestein-Richtlinie, REACH-Programm) sowie die wachsende, aber widerspruchsvolle Konkurrenz zu den USA. Es formuliert aber auch mögliche Alternativen für ein solidarisches und ökologisches Europa.



Andreas Wehr: Europa ohne Demokratie? Die europäische Verfassungsdebatte – Bilanz, Kritik und Alternativen. ParyRossa 2004. 156 S. (NB735) 12,90 Euro.
Die Europäische Union ist auf dem weg zur wirtschaftlichen und militärischen Großmacht. Aber ihre demokratische Legitimität steht auf tönernen Füßen. Ihre Verfassung soll das bestehende Demokratiedefizit festschreiben und ihre Mitgliedsstaaten zu permanenter Aufrüstung und neoliberalem Sozialkahlschlag verpflichten.



Andreas Wehr: Die Europäische Union. PapyRossa Verlag Basiswissen 2012. 134 S. Pocketformat. (NB1232) 9,90 Euro
„Basiswissen“ bringt in handlicher Form leicht verständliche kritische Einführungen in Grundbegriffe aus Politik, Geschichte, Gesellschaft und Ökonomie. Andreas Wehr beschreibt die Europäische Union als ein fragiles Bündnis. In ihm dominiert das Machtstreben der großen Mitgliedstaaten. Unter ihnen gibt ein erstarktes Deutschland den Ton an. Unter seiner Führung entwickelt sich ein wirtschaftlich starkes Kerneuropa, umgeben von einer schwachen Peripherie. Der Band teilt die Geschichte der EU in drei Abschnitte: Die ersten Jahre waren geprägt von einem nur langsamen Voranschreiten der Integration, unterbrochen von langen Phasen der Stagnation. Mit dem Vertrag von Maastricht 1992 nahm die Integration an Fahrt auf. Im Zuge des globalen Neoliberalismus wurde die EU zum wichtigsten europäischen Akteur bei der Durchsetzung von Marktöffnungen, Privatisierungen und Deregulierungen. Dies gipfelte in der Forderung, sie zum „wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wirtschaftsraum in der Welt“ zu entwickeln. Das wurde bisher verfehlt. So ist denn die dritte Phase eine solche der Rückschläge. Zu ihr gehört auch die gegenwärtige Eurokrise, deren Ende ungewiss ist.



Gerald Oberansmayr: Auf dem Weg zur Supermacht. Die Militarisierung der Europäischen Union. Promedia 2004. 144 S. (NB727) 9,90 Euro
Europa steht in den kommenden Jahren eine Militarisierung ins Haus, von der EU-“Außenminister“ Javier Solana im Jahr 2000 schwärmte, daß sie sich „mit Lichtgeschwindigkeit“ vollziehen würde. Die Kriege gegen Jugoslawien, Afghanistan und Irak haben sich als Motoren dieser Militarisierung erwiesen. Eine 60.000 Mann starke EU-Interventionsarmee soll „europäische Werte“ rund um die Erde tragen. Osteuropa, Afrika sowie der Nahe und Mittlere Osten liegen im „Hinterhofradius“ dieser Truppe. Auf dem Balkan und in Afrika absolviert die EU-Interventionsarmee ihren ersten Probegalopp.



Peter Strutynski (Hg.): Töten per Fernbedienung. Kampfdrohnen im weltweiten Schattenkrieg. Promedia Verlag. 224 S. (NB1310) 14,90 Euro
Mit Beiträgen von Jürgen Altmann, Norman Paech, Ralf E. Streibl, Franz Sölkner, Hans-Arthur Marsiske, Knut Mellenthin, Lühr Henken u. a.
Beinahe täglich fliegen unbemannte, schwer bewaffnete Drohnen ihre von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkten Einsätze. Vor Bildschirmen sitzende Krieger in US-amerikanischen Militärbasen, britischen und demnächst vielleicht auch deutschen Kasernen töten per Mausklick nach politischen Vorgaben. Im Fadenkreuz dieses für die Täter digitalen und die Opfer tödlichen Vorgangs befinden sich Islamisten und andere als Feinde der demokratischen Ordnung ausgemachte Personen. Gezielte Tötungen von „Verdächtigen“ gehören mittlerweile zum täglichen Kriegshandwerk nicht nur der Supermacht USA, sondern auch Großbritanniens und Israels. Die Opferbilanz geht in die Tausende. Menschen in Pakistan, Jemen, Afghanistan oder dem Gazastreifen sind direkt betroffen und leiden zudem unter der permanenten Bedrohung durch ferngesteuerte Waffen. Die Ausrüstung der Streitkräfte mit Kampfdrohnen heizt den Rüstungswettlauf weiter an. Denn erstens wollen immer mehr Staaten in den Besitz dieser Killerwaffen gelangen, und zweitens wird an technischen Gegenmaßnahmen (Abwehrsysteme, Raketen, neue Ortungsverfahren usw.) gearbeitet.



Tobias Pflüger: Die neue Bundeswehr. Mit neuer Strategie, Struktur und Bewaffnung in den Krieg? Neuer ISP Verlag 1997, 2. durchgesehene Auflage 1998. 120 S. (NB673) 8 Euro
Schrittweise entstand eine neue Bundeswehr, die weltweit für „deutsche Interessen“ militärisch eingesetzt (werden) wird. Die Kernaussage der Strategiepapiere der Bundeswehrführung werden hier wiedergegeben und analysiert. Die Entwicklungen zu einer neuen Bundeswehr zeigen sich besonders deutlich in den neuen Krisenreaktionskräften, dem internationalen Korps und der Elitekampftruppe der Bundeswehr, dem Calwer „Kommando Spezialkräfte“. Einen Schwerpunkt des Buches bildet die Analyse der umfassenden Neuaufrüstung der Bundeswehr. Der Autor ordnet die neue Bundeswehr politisch ein und stellt eine Militarisierung der Gesellschaft fest. Am Ande des Buches skizziert er Möglichkeiten für politisches Handeln gegen die Militarisierung.



Oliver Tolmein: Welt Macht Recht. Konflikte im internationalen System nach dem Kosovo-Krieg. Konkret 2000. 176 S. (NB111) 14,50 Euro



Jacques Pauwels: Der Mythos vom guten Krieg. Die USA und der 2. Weltkrieg. PapyRossa Verlag 2001. 304 S. (NB533) 16,50 Euro
Der Zweite Weltkrieg als amerikanischer Kreuzzug für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte? Diese Vorstellung wird als Mythos widerlegt. Maßgeblichen Kreisen in den USA galt Hitler lange Zeit als „gut fürs Geschäft“. Durch die deutsche Kriegserklärung gerieten sie auf die „falsche Seite“, in einen Konflikt mit dem „falschen Feind“ und in ein Bündnis mit dem „falschen Alliierten“. Mit seinen reichen Früchten war der Zweite Weltkrieg trotzdem ein „guter Krieg“ für sie. Er mußte nur nach 1945 in einen Kalten Krieg gegen den „richtigen Feind“ umgewandelt werden, damit er mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion schließlich zum „perfekten Krieg“ werden konnte.



Werner Biermann, Arno Klönne: Kapital-Verbrechen. Zur Kriminalgeschichte des Kapitalismus. PapyRossa Verlag 2005. 208 S. (NB816) 14,80 Euro
Von der überseeischen Expansion Europas bis in die Gegenwart: Vom Raub der Edelmetalle Amerikas, der Freibeuterei, dem Sklavenhandel und den Zuckerplantagen in der Karibik oder der Vernichtung der Textilindustrie Indiens über die Modernisierung durch Fließbandarbeit bis zu den Machenschaften um Erdöl. Dieses Muster und seine Symbiose mit Gewalt, Unterdrückung und Krieg machen die Wirtschaftsgeschichte des Kapitalismus auch zu einer Kiminalgeschichte.



Werner Biermann, Arno Klönne: Globale Spiele. Imperialismus heute – Das letzte Stadium des Kapitalismus? PapyRossa Verlag 2001. 240 S. (NB535) 15,80 Euro
Die Autoren charakterisieren das neue Stadium, in das der Kapitalismus nach seinem globalen Triumph eingetreten ist. Sie belegen, welche Folgen dieser Triumph weltweit hat, wer seine Früchte erntet und wer die Kosten trägt. Sie benennen die Risiken und fordern zum Nachdenken über Alternativen heraus.



David Harvey: Der neue Imperialismus. VSA-Verlag 2005. 240 S. (NB849) 22,80 Euro
Was sind die Antriebskräfte der US-amerikanischen Politik? Zu Beginn des Irak-Krieges schien die Antwort einfach zu sein: Zugriff auf die strategischen Ölressourcen. Doch diese scheinbare Gewißheit verflüchtigt sich. Der Ölpreis ist nach der Besetzung des Irak höher als zuvor. Ist es das Motiv des Strebens nach unilateraler Weltherrschaft? Dann liegt es nahe, daß sich die USA auf einem Pfad imperialer Überdehnung bewegen. Oder sind es die inneren Probleme der amerikanischen Gesellschaft und vor allem der US-Ökonomie, die zu weltpolitischem Abenteurertum Anlaß geben?



Sebastian Friedrich (Hg.): Rassismus in der Leistungsgesellschaft. Analysen und kritische Perspektiven zu den rassistischen Normalisierungsprozessen der „Sarrazindebatte“. edition assemblage 2011. 264 S. Pb. (NB1183) 19,80 Euro
Das mediale Ereignis der „Sarrazindebatte“ führte zu einer breiten gesellschaftlichen Verschiebung nach rechts, enttabuisierte rassistisches Denken und verband Rassismus mit Elite- und Nützlichkeitsdenken. Dieses komplexe Ereignis wird in 15 Beiträgen mit unterschiedlichen theoretischen Perspektiven kritisch analysiert. Der Sammelband gibt Anstöße für den Alltag, die politische Praxis und die kritische wissenschaftliche Auseinandersetzung. Mit Beiträgen von Moritz Altenried, Christoph Butterwegge, Sebastian Friedrich, Sabine Hess, Juliane Karakayali, Serhat Karakayali, Elke Kohlmann, Jörg Kronauer, Gabriel Kuhn, Jürgen Link, Charlotte Misselwitz, Marianne Pieper, Nora Räthzel, Hannah Schultes, Yasemin Shooman, Vassilis Tsianos und Regina Wamper.



Sebastian Friedrich / Patrick Schreiner (Hg.): Nation – Ausgrenzung – Krise. Kritische Perspektiven auf Europa. edition assemblage 2013. 240 S. (NB1263) 18 Euro
Ausgrenzendes Denken und nationalistisches Denken stehen in einem engen wechselseitigen Zusammenhang mit Kapitalismus und Neoliberalismus. Die mittlerweile schon Jahre andauernde Finanz- und Wirtschaftskrise macht dies deutlich: Als „Schuldige“ an der Krise werden immer die „Anderen“ identifiziert – sie werden als „faul“, als „unfähig“ oder als „Last“ beschimpft. Seien es soziale Gruppen innerhalb der europäischen Staaten (wie etwa Migranten, Transferleistungsempfänger oder Niedriglöhner) oder seien es gleich ganze Länder (wie etwa die südeuropäischen) – die nationalistische und ausgrenzende Unterscheidung zwischen einem guten „Wir“ und einem schlechten „Sie“ ist längst zu einem festen Bestandteil der Diskussionen in Medien und Politik geworden. Der Sammelband „Nation – Ausgrenzung – Krise“ fragt nach den Formen und den Auswirkungen dieses ausgrenzenden und nationalistischen Denkens in Europa.
Mit Beiträgen von: Moritz Altenried, Umberto Bettarini, Christoph Butterwegge, Alessandro Capelli, Anna Curcio, Frank Eckardt, Patrick Eser, Sebastian Friedrich, Bernd Kasparek, Anika Kozicki, Sara Madjlessi-Roudi, Maria Markantonatou, Sibille Merz, Davide Schmid, Ingo Schmidt, Patrick Schreiner, Mariana Schütt, Sava? Ta?, Vassilis Tsianos, Torben Villwock, Ute Weinmann u.a.



Iman Attia, Alexander Häusler, Yasemin Shooman: Antimuslimischer Rassismus am rechten Rand. Unrast Verlag Reihe: transparent – rechter rand. 86 S. (NB1346) 7,80 Euro
In Bürgerbewegungen, rechtspopulistischen Parteien und Internetforen wird offen gegen Muslime gehetzt. Volksentscheide sollen Muslime daran hindern, ihr Recht auf Religionsfreiheit umzusetzen, Veranstaltungen und Publikationen tragen dazu bei, eine aggressive Stimmung gegen Muslime zu schüren. Die Äußerungen und Aktionen zielen darauf, die Partizipations- und Handlungsmöglichkeiten von Muslimen zu begrenzen. Argumentativ werden Muslime ethnisiert und kriminalisiert, ihnen wird vorgeworfen, daß sie „uns“ bedrohten und Deutschland/Europa/die Welt erobern oder im Stillen unterwandern wollten. Wer Muslime in ihren demokratischen Rechten unterstützt oder ihre Daseinsberechtigung in Europa nicht in Zweifel zieht und ihre Handlungsmöglichkeiten nicht beschränken will, wird als Mittäter denunziert.
Unterhalb dieser Stilisierung von Muslimen als Aggressoren lassen sich Parallelen zu moderaten, alltäglichen Äußerungen finden. Muslime als Fremde zu behandeln und sie als Sicherheitsrisiko einzustufen, ihnen pauschal Sexismus, Homophobie, Antisemitismus, Bildungsferne und vieles mehr vorzuwerfen, sind Diskurse, die sich auch in anderen gesellschaftlichen Kontexten wiederfinden.



Werner Ruf: Der Islam – Schrecken des Abendlands. Wie sich der Westen sein Feindbild konstruiert. PapyRossa Verlag 2012. 132 S. Pb. (NB1212) 9,90 Euro
Als „dem Westen“ mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion sein liebstes Feindbild abhanden kam und der NATO eine Legitimationskrise drohte, fand sich bald Ersatz. Ihn lieferte Samuel P. Huntington. Die Konflikte des 21. Jahrhunderts, so Huntington, seien solche zwischen Kulturen, von denen eine besonders gefährlich sei: Der Islam. Der einst biologisch begründete Rassismus kommt seither mit Vorliebe im kulturellen Gewande daher. Die aus den aktuellen Krisen des Kapitalismus erwachsenden Ängste werden so instrumentalisiert gegen Minderheiten. Die Debatte um Thilo Sarrazin und Henryk M. Broder markiert nur die Spitze des Eisbergs einer sich europaweit formierenden Rechten. Der behauptete „Kampf der Kulturen“ entpuppt sich dabei als faschistoides Instrument, das auch die Grundlagen bürgerlicher Demokratie bedroht.



Wulf D. Hund (Hg.): Fremd, faul und frei. Dimensionen des Zigeunerstereotyps. Unrast Verlag – Edition DISS. 256 S. (NB1351) 19,80 Euro
Am Zigeunerstereotyp ist über Jahrhunderte gearbeitet worden. Seine zentralen Elemente werden bis heute fortgeschrieben. In der Sprache des alltäglichen Rassismus lassen sie sich mit drei Adjektiven bündeln: Zigeuner sind fremd, faul und frei. Diese Vorurteile transportieren einen komplexen ideologischen Zusammenhang. Er unterstellt der Figur des Zigeuners ethnische, soziale und romantische Eigenschaften.



Änneke Winckel: Antiziganismus. Rassismus gegen Roma und Sinti im vereinigten Deutschland. Unrast Verlag 2002. 200 S. (NB1268). 14 Euro
Änneke Winckel gelingt ein eindrücklicher Nachweis darüber, wie präsent die Bilder von den „Zigeunern“ in Deutschland sind und wie tödlich deren Folgen auch heute noch sein können. Erstmals wird mit diesem Buch auf der Grundlage einer umfangreichen Auswertung von Tageszeitungen und Zeitschriften eine systematische Untersuchung des Antiziganismus in Deutschland seit 1989 vorgelegt. Ihre Analyse verdeutlicht anschaulich, wie sehr Kontinuitäten den heutigen Antiziganismus prägen.



Andreas Kemper: Rechte Euro-Rebellion. Alternative für Deutschland und Zivile Koalition e.V. edition assemblage 2013. 120 S. (NB1266) 12,80 Euro
Die Alternative für Deutschland ist im April 2013 als Anti-Euro-Partei gegründet worden, die sich konservativer und marktliberaler positioniert als CDU und FDP . Inhaltlich steht sie dem Netzwerk um den Verein Zivile Koalition e.V. des Ehepaares Beatrix und Sven von Storch nahe. In diesem Band werden Geschichte und Hintergründe der Alternative für Deutschland und der Zivilen Koalition e.V. beleuchtet. Aus dem Scheitern der rechtspopulistischen DM-Partei Bund Freier Bürger und der unternehmernahen Lobbyorganisation Bürgerkonvent e.V. sind rechtskonservativ-libertäre Fortsetzungsprojekte mit neuen Strategien entstanden. Das Besetzen von linken Begriffen wie Direkte Demokratie und Alternative Bewegung ist dabei nicht nur als rechte Diskurspiraterie zu interpretieren, sondern als neue politisch-praktische Strategie. There is no Alternative gilt für die deutsche Tea-Party-Bewegung nicht.



Kevin Culina, Jonas Fedders: Im Feindbild vereint. Zur Relevanz des Antisemitismus in der Querfront-Zeitschrift Compact. Reihe Antifaschistische Politik in der edition assemblage. 96 Seiten. (NB1344) 9,80 Euro.

Die Monatszeitschrift Compact kann als das zentrale Diskursorgan gegenwärtiger Querfront-Bewegungen im deutschsprachigen Raum betrachtet werden. Seit ihrer Ersterscheinung erfreut sie sich einer immer größer werdenden Beliebtheit. Konstitutiv für die Inhalte des Magazins ist vor allem der Glaube an eine alles umfassende Weltverschwörung. Bei einer genaueren Analyse zeigt sich, dass in einer Vielzahl der Artikel antisemitische Denk- und Argumentationsmuster aufgerufen und reproduziert werden. Der Antisemitismus fungiert in gewisser Hinsicht als „kleinster gemeinsamer Nenner“ gegensätzlicher politischer Strategien.

Das Buch bietet neben einem Einblick in historische Verläufe der Querfront und einer Einführung in kritische Theorien des Antisemitismus eine detaillierte Textanalyse der Zeitschrift, bei der die dort verwendeten Formen und Ausdrucksweisen antisemitischer Ressentiments anhand einzelner Textstellen herausgearbeitet, entschlüsselt und eingeordnet werden. Darüber hinaus wird die Rolle der Compact in verschiedenen rechten Diskursen sowie in praktischen Organisierungs- und Vernetzungsbemühungen diskutiert.

Die Autoren: Kevin Culina und Jonas Fedders leben, studieren und arbeiten in und um Frankfurt am Main und sind dort in verschiedenen antifaschistischen Projekten aktiv. Sie schreiben regelmäßig in der Wochenzeitung Jungle World und haben auch in sozialwissenschaftlichen Kontexten publiziert.



Axel Klingenberg: Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Wie Deutschland verblödet. Verlag Andreas Reiffer. 160 S. (NB1314) 9,90 Euro

Deutschlands Neokonservative spielen sich als Querdenker und Tabubrecher auf – und sagen doch nur das, was schon immer falsch war und auch durch die hundertste Wiederholung nicht richtiger wird. Axel Klingenberg hat die 88 dümmsten, dürftigsten und düpierendsten Aussagen der nationalen Vor'denker' von Sarrazin bis Pirincci und ihrer deutschtümelnden Anhänger von der AfD bis zu Pegida gesammelt, um sie genüsslich auseinanderzunehmen und so wieder zusammenzusetzen, dass klar wird, warum die lustigen schwarz-rot-gelben Sombreros der Party-Patrioten und D-Mark-Nostalgiker doch nur alte Aluhüte sind, die auf den Müllhaufen der Geschichte gehören.

Schön, dass es in Deutschland Meinungsfreiheit gibt. Unschön, dass sie für jeden gilt. Sogar der Paradekatholik Matthias bzw. Matthäuslukasjohannes Matussek, der sich darauf spezialisiert hat, in gesellschaftlichen Diskursen die jeweils unangenehmste und abwegigste Position einzunehmen, darf hier ungestraft sein dröseliges Gedankengut verbreiten. Die größte Ansammlung an tabubrechenden Kreuz- und Querdenkern findet man in den täglichen Talkshows. Der Schweizer Ausländerbegrenzungsbefürwortungsredakteur, der kinderreiche Chefevangelist und der homophobste Publizist der Republik – sie alle werden in diesen Freakshows ausgestellt, damit die Zuschauer sich beruhigt in ihren Fernsehsesseln zurücklehnen und erleichtert seufzen können: 'Gut, dass ich nicht so viel Unsinn erzähle!' Na klar, manche nennen das, was aus solchen Meinungsmachern ungebremst herausbröselt, den 'gesunden Menschenverstand' – der aber bekanntlich in vielen Fällen nicht weit vom 'gesunden Volksempfinden' entfernt ist. Man sollte auch nicht den Fehler begehen, zu glauben, dass nur Männer nichts Gescheites zu sagen haben. Es gibt genügend Frauen, die sich bemühen, in dieser Disziplin emanzipiert Anschluss zu halten. Zum Beispiel die Autorin Sibylle Lewitscharoff, die das 'Onanieverbot' für 'weise' hält, und Personen, die durch künstliche Befruchtung gezeugt wurden, als 'zweifelhafte Geschöpfe, halb Mensch, halb künstliches Weiß-nicht-was' bezeichnet.“



Wolfgang Kastrup, Helmut Kellershohn (Hg.): Kulturkampf von rechts. AfD, Pegida und die Neue Rechte. Unrast-Verlag - Edition DISS. 244 S. (NB1359) 24,00 Euro

"An Phänomenen wie Pegida und der AfD zeigt sich deutlich der Rechtsruck, der zurzeit durch Deutschland geht. Die Ausbreitung rechter Ideologeme in der Mitte der Gesellschaft hat durch die aktuelle Flüchtlingspolitik einen gewaltigen Schub erhalten. Der Vertrauensverlust vieler Menschen in die politische Klasse ist aber nicht nur Ausdruck einer politischen Krise, sondern auch das Resultat der Krisenprozesse kapitalistischer Ökonomie in den letzten Jahren. Neurechte Gruppierungen und Netzwerke stehen bereit, diesen Menschen mit völkischer Ansprache Orientierung zu bieten. Das Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) widmet sich dem Thema 'Kulturkampf von rechts' in gewohnt kenntnis- und aufschlussreicher Art und Weise."



Phillip Becher; Chriarian Begass; Josef Kraft: Der Aufstand des Abendlandes. AfD, PEGIDA & Co.: Vom Salon auf die Straße. PapyRossa Verlag 2015. 132 S. (NB1341). 11,90 Euro
Eine neue Massenbewegung macht in Deutschland von sich reden: PEGIDA. Sie läuft Sturm gegen „Überfremdung“, „Parteienstaat“ und „Lügenpresse“. Was in Dresden begann, hat Nachahmer andernorts gefunden. Dass die Demonstrierenden nicht immer auf öffentliche Gegenliebe stoßen, brandmarken sie als Unterdrückung abweichender Meinungen. Überdeckt werden dabei die Sympathien, die PEGIDA & Co. seitens honoriger gesellschaftlicher und politischer Kräfte genießen, derzeit gruppiert vor allem, aber nicht nur, um die „Alternative für Deutschland“. Andererseits segeln im Windschatten von PEGIDA Hooligans wie die von HoGeSa und andere Schläger. Neu sind solche Proteste indes nicht. Bereits vor Jahren startete in Köln ein Kreuzzug sich selbst als „Bürgerbewegung“ inszenierender Rechtspopulisten gegen eine angebliche Islamisierung, und auch die Bildung einer rot-rot-grünen Landesregierung mit einem linken Ministerpräsidenten trieb „besorgte Bürger“ auf die Straße. Wie auch immer PEGIDA sich entwickeln mag, wird dieses Potential nicht einfach verschwinden. Eine deutsche Besonderheit ist all dies aber nicht. In anderen europäischen Ländern existieren seit Jahren wirkungsmächtige rechte Bewegungen mit Ablegern auch im parlamentarischen Raum. Sie basteln an einem alternativen Gesellschaftsprojekt von rechts. Mit den aktuellen Umbrüchen in der politischen Szene in Deutschland könnte Vergleichbares auch hierzulande anstehen.



Markus Liske / Manja Präkels (Hg.): Vorsicht Volk! Oder: Bewegungen im Wahn? Verbrecher Verlag 192 S. (NB1342) 18 Euro.

25 Jahre nach Unterzeichnung des Einheitsvertrages erobern überall in Deutschland wahnhafte Bewegungen die Straßen. Sie nennen sich Pegida, HoGeSa, Montagsmahnwachen, Reichsbürger oder Friedenswinter. Einige dieser Zusammenschlüsse sind offen antisemitisch, andere islamophob und wieder andere beides. Sie haben Angst vor Flüchtlingen, „Homosexualisierung“, Kondensstreifen oder einem geheimen weltjüdischen Kontrollrat. Ihre Helden heißen Wladimir Putin und Thilo Sarrazin, ihr gemeinsamer Gegner ist die „Lügenpresse“. Mal sehen sie sich als Linke, mal als Rechte, und ihr gemeinsamer Schlachtruf lautet: „Wir sind das Volk!“ Stimmt das? Sind sie „das Volk“? Und wenn ja: Was genau will dieses Volk? In „Vorsicht Volk!“ erörtern Autorinnen und Autoren essayistisch die Ursachen, Hintergründe und Gemeinsamkeiten der neuen Wahnbewegungen.

Mit Beiträgen von Kirsten Achtelik, Ivo Bozic, Harald Dipper, Jutta Ditfurth, Stefan Gärtner, Patrick Gensing, Willi Jasper, Anetta Kahane, Alexander Karschnia, Kerstin Köditz, Konstanze Kriese, Klaus Lederer, Markus Liske, Anselm Neft, Manja Präkels, Jan Rathje, Anna Schmidt, Julia Schramm, Jörn Schulz, Heiko Werning, Elke Wittich und Deniz Yücel.



Sebastian Friedrich: Der Aufstieg der AfD. Neokonservative Mobilmachung in Deutschland. Verlag Bertz + Fischer 2015. 112 S., 13 Fotos. (NB1299) 7,90 Euro
Die Alternative für Deutschland (AfD) hat seit ihrer Gründung im Frühjahr 2013 erstaunliche Erfolge erzielt: Sie zieht in ein Parlament nach dem anderen ein und scheint auf dem besten Weg, die politische Landschaft nachhaltig zu verändern. Wie ist der schnelle Aufstieg der AfD zu erklären? Wer sind die Akteure und was sind ihre Ziele? Welche Entwicklung hat die Partei bisher genommen und wohin steuert sie? Wer wählt und unterstützt die AfD?
Das Buch geht diesen Fragen in kompakter Form nach und analysiert das Bestreben der AfD, das traditionell gespaltene Spektrum rechts von der Union zu einen – denn Rechtskonservative, National- Neoliberale, Rechtspopulisten und Neue Rechte finden hier ihren Platz. Als rechte Sammlungspartei hätte die AfD denn auch Chancen, sich dauerhaft im Parteienspektrum zu verankern. Gelingt ihr das, erhöht sich die Gefahr eines gesellschaftspolitischen Rollbacks und einer weiteren Radikalisierung des neoliberalen Kapitalismus.



Phillip Becher: Rechtspopulismus. Reihe Basiswissen im PapyRossa Verlag. 124 S. (NB1252) 9,90 Euro

In zahlreichen europäischen Staaten haben sich rechts von den konservativen Parteien Gruppierungen etabliert, die sich als Anwälte des „Normalbürgers“ ausgeben. Gemeinhin als rechtspopulistisch bezeichnet, polemisieren sie scharf gegen – meist muslimische – Einwanderer und vertreten Parolen von „law and order“, fordern jedoch ebenso mehr plebiszitäre Elemente. In Deutschland findet sich ein Spektrum aus Internet-Blogs, Zeitschriften und Think-Tanks mit deutlicher Nähe zum Rechtspopulismus, das sich in der »pro«-Bewegung parteiförmig ausdrückt. In den USA wirkt mit der „Tea Party“ eine rechtspopulistische Kraft, die sich unter Bezug auf „amerikanische Werte“ scharf gegen sozialen und demokratischen Fortschritt wendet. Der Band berücksichtigt die relevanten wissenschaftlichen Forschungsansätze. Mit Profilen rechtspopulistischer Formationen in Europa und Nordamerika und der Analyse ihrer Programmatik und Politik wird ihren Perspektiven, ihrem Verhältnis zum Faschismus und den Folgen für die Demokratie nachgegangen.



Sebastian Reinfeldt: „Wir für Euch“. Die Wirksamkeit des Rechtspopulismus in Zeiten der Krise. Edition DISS im Unrast Verlag Dez. 2013. 144 S. (NB1273) 16 Euro
Wie prägen und begründen diskursive Muster, die rechtspopulistischen Parteien und Strömungen zugerechnet werden können, den politischen Diskurs zur Finanzkrise und die politischen Entscheidungen? Wie verändern sich dadurch die Machtverhältnisse und die Demokratie – samt unserer Vorstellungen davon, was Demokratie eigentlich ist?
Dr. Sebastian Reinfeldt ist Politikwissenschaftler und arbeitet in der Erwachsenenbildung. Seine thematischen Schwerpunkte sind rechter Populismus, Demokratietheorie, Sozialpolitik, undogmatischer Marxismus und Semiotik. Er lebt und arbeitet in Wien.



Kathrin Glösel, Natascha Strobl, Julian Bruns: Die Identitären. Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa. 2. aktualisierte und erweiterte Auflage. Unrast Verlag 2016. 320 Seiten. (NB1356) 18 Euro.
Die Identitären, deren Anfänge um das Jahr 2002 auszumachen sind, verstehen sich als Jugendbewegung der „Neuen Rechten“ in Europa. Seit der Initialzündung in Frankreich haben sich u.a. in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Großbritannien, Spanien sowie Dänemark, Schweden und Norwegen Ablegergruppen gegründet, die untereinander vernetzt sind und sich im Aufbau von grenzüberschreitenden Strukturen befinden.
Basierend auf Text-, Bild- und Videomaterial, den Gruppen-Standpunkten, Gesellschaftsanalysen und Schlussfolgerungen werden in diesem Handbuch Aktionismus und Aktivisten benannt und analysiert. Die politische Logik ihrer Thesen wird ebenso eingeordnet, wie die Mittel (rhetorisch, visuell, aktionistisch, medial), derer sie sich bedienen und es wird der Frage nachgegangen, auf welche Theorien und vorhandene Literatur sich die Identitären stützen.
Das Buch beleuchtet die Verbreitung in ganz Europa, ihre Verortung als „Neue Rechte“, ihre Ideologien und historisch-theoretischen Unterbau, ihre Kommunikationsstrategien sowie ihre Qualifikation als Jugendbewegung.



Michael Lausberg: Die Pro-Bewegung. Geschichte, Inhalte, Strategien der „Bürgerbewegung Pro Köln“ und der „Bürgerbewegung Pro NRW“. Unrast Verlag 2010. 166 S. (NB1274) 13 Euro



Sascha Stanicic: Anti-Sarrazin. Argumente gegen Rassismus, Islamfeindlichkeit und Sozialdarwinismus. PapyRossa Verlag 2011. 168 S. Pb. (NB1196 bes.) 11,90 Euro
Wenn es heißt, Thilo Sarrazin spreche unbequeme Wahrheiten aus, werden viele seiner Auffassungen nicht berücksichtigt. Das gilt vor allem für seine sozialpolitischen Vorstellungen. Denn Sarrazins Buch ist auch eine Kampfschrift für eine Sozialpolitik gegen die Mehrheit der Bevölkerung. Sascha Stanicic liefert fundierte Argumente gegen die Behauptungen Sarrazins. Er erklärt den Hintergrund der so genannten Integrationsdebatte, stellt Rassismus und Sozialabbau in einen gesellschaftlichen Zusammenhang und zeigt, dass sie zwei Seiten derselben Medaille sind. Ausführlich werden die Islamfeindlichkeit als neue Form des Rassismus analysiert und konkrete Vorschläge für linke Positionierungen etwa zu Kopftuchdebatte, Moscheebau etc. gemacht. Die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Frage des Zusammenhangs von Genen und Intelligenz werden zusammengefaßt und das Phänomen des Rechtspopulismus beleuchtet. Nicht zuletzt macht der Autor Vorschläge für linke Alternativen zu Sarrazin.



Thomas Wagner, Michael Zander: Sarrazin, die SPD und die Neue Rechte. Untersuchung eines Syndroms. Spotless Verlag 2011. 160 S. (NB1203) 9,95 Euro
Was hat die SPD mit Rassismus zu tun? Warum macht die NPD mit Sarrazin Wahlkampf? Welches sind die politischen Schnittmengen zwischen der bürgerlichen „Mitte“ und der „Neuen Rechten“? Eine aggressive Rechtfertigung von Herrschaft und sozialer Ungleichheit wird salonfähig und populär gemacht. SPD-Politiker, konservative Journalisten, die Neurechten, der norwegische Terrorist Breivik und die Neonazis – sie alle fordern für sich vor allem eines: „Meinungsfreiheit“.



Kevin Culina, Jonas Fedders: Im Feindbild vereint. Zur Relevanz des Antisemitismus in der Querfront-Zeitschrift Compact. Reihe Antifaschistische Politik in der edition assemblage. 96 Seiten. (NB1344) 9,80 Euro.

Die Monatszeitschrift Compact kann als das zentrale Diskursorgan gegenwärtiger Querfront-Bewegungen im deutschsprachigen Raum betrachtet werden. Seit ihrer Ersterscheinung erfreut sie sich einer immer größer werdenden Beliebtheit. Konstitutiv für die Inhalte des Magazins ist vor allem der Glaube an eine alles umfassende Weltverschwörung. Bei einer genaueren Analyse zeigt sich, dass in einer Vielzahl der Artikel antisemitische Denk- und Argumentationsmuster aufgerufen und reproduziert werden. Der Antisemitismus fungiert in gewisser Hinsicht als „kleinster gemeinsamer Nenner“ gegensätzlicher politischer Strategien.

Das Buch bietet neben einem Einblick in historische Verläufe der Querfront und einer Einführung in kritische Theorien des Antisemitismus eine detaillierte Textanalyse der Zeitschrift, bei der die dort verwendeten Formen und Ausdrucksweisen antisemitischer Ressentiments anhand einzelner Textstellen herausgearbeitet, entschlüsselt und eingeordnet werden. Darüber hinaus wird die Rolle der Compact in verschiedenen rechten Diskursen sowie in praktischen Organisierungs- und Vernetzungsbemühungen diskutiert.

Die Autoren: Kevin Culina und Jonas Fedders leben, studieren und arbeiten in und um Frankfurt am Main und sind dort in verschiedenen antifaschistischen Projekten aktiv. Sie schreiben regelmäßig in der Wochenzeitung Jungle World und haben auch in sozialwissenschaftlichen Kontexten publiziert.



Hendrik Puls: Antikapitalismus von rechts? Wirtschafts- und sozialpolitische Positionen der NPD. edition assemblage 2012 (Studien zur extremen Rechten, Band 1). 144 S. (NB1223) 16.80 Euro
Die „soziale Frage “, glaubt ein „Vordenker“ der extrem rechten NPD, sei das „politische Schlachtfeld“, auf dem sich die „Zukunft der nationalen Opposition und damit des deutschen Volkes“ entscheide. Folglich hat die Wirtschafts- und Sozialpolitik in der Agitation der Partei an Bedeutung gewonnen. Unter dem Motto „Sozial geht nur national“ verspricht die NPD, Wohlfahrtsleistungen an „völkische“ Zugehörigkeit zu binden und so den „Deutschen“ im Verteilungskampf um die knapper werdenden Ressourcen des Sozialstaates einen Vorteil zu verschaffen. Die NPD möchte sich nicht nur als „Anwalt der kleinen Leute“ profilieren, sondern auch als „Systemalternative“ wahrgenommen werden. Anhand einer umfangreichen Untersuchung der Parteizeitung ‚Deutsche Stimme‘ (1998-2010) werden die sozial- und wirtschaftspolitischen Positionen der NPD analysiert. Neben ihrem Verständnis von Kapitalismus werden die von der NPD formulierten gesellschafts- und wirtschaftspolitischen „Alternativen“ untersucht.



Handwörterbuch rechtsextremer Kampfbegriffe. Hg. Von Bente Gießelmann, Robin Heun, Benjamin Kerst, Lenard Suermann, Fabian Virchow. Wochenschau Verlag 2015. 368 S. (NB1319) 24,80 Euro
Was meinen Rechtsextreme, wenn sie von Islamisierung, Geschlechtergleichschaltung, Political Correctness oder Schuldkult sprechen? Die Autorinnen und Autoren dieses Handwörterbuchs geben hierzu Antworten und zeigen auf, wie die extreme Rechte mit Begriffs(um)deutungen und Wortneuschöpfungen Bausteine extrem rechter Weltanschauungen über die Sprache zu vermitteln und zu verankern versucht. Die Autorinnen und Autoren richten den Blick auch auf die gesamtgesellschaftliche Anschlussfähigkeit extrem rechter Diskurse. Die einzelnen Beiträge zeigen, wie die menschenverachtenden Äußerungen und die damit einhergehenden politischen Forderungen dekonstruiert und kritisiert werden können.



Guido Speckmann, Gerd Wiegel: Faschismus. PapyRossa Verlag 2012 (Basiswissen). 128 S. (NB1205) 9,90 Euro
Wie klärungsbedürftig das Thema „Faschismus“ ist, zeigt sich schon am Begriff. Ist er international unbestritten, so wird er bei uns gerne ersetzt durch „Nationalsozialismus“, die demagogische Selbstbezeichnung der deutschen Faschisten. Dieser Band entfaltet Begriff und Geschichte des Faschismus in drei Schritten: Im ersten werden die wichtigsten Analysen vorgestellt, um zu belegen, wie eine moderne, aktuelle Erkenntnisse berücksichtigende Faschismustheorie aussehen müßte. Sodann werden sie anhand der faschistischen Regime in Italien und Deutschland überprüft. Die faschistischen Bewegungen auf dem Weg zur Macht, die Herrschaftspraxis des Faschismus nach innen und außen und sein rassistisches und antisemitisches Potenzial bilden hier die Schwerpunkte. Schließlich wird im dritten Teil die Frage nach dem heutigen Potenzial des Faschismus und nach seinen modernen Formen aufgeworfen. Lassen sich in heutigen Bewegungen, Regimen und Fundamentalismen Formen von Faschismus finden? Guido Speckmann ist Redakteur von Z. Zeitschrift Marxistische Erneuerung und Sozialismus, Gerd Wiegel ist Referent der Bundestagsfraktion DIE LINKE für die Themen Rechtsextremismus/Antifaschismus.



Helmut Ortner (Hg.): Hitlers Schatten. Deutsche Reportagen. Aktualisierte Neuausgabe. Nomen Verlag 2006. 186 S. Klappenbroschur. (NB968) 15,80 Euro



Helmut Ortner: Falsche Wahrheiten und richtige Lügen. Über deutsche Vergangenheitsbewältigung: Reportagen, Recherchen, Berichte. Nomen Verlag 2005. 112 S. Klappenbroschur (NB913) 12 Euro



Wolfgang Schneider (Hg.): Wir kneten ein KZ. Aufsätze über Deutschlands Standortvorteil bei der Bewältigung der Vergangenheit. Konkret 2000, 180 S. (NB1) 11,66 Euro
Themen: Entschädigung von NS-Opfern, die Rezeption der sogenannten „Wehrmachtsausstellung“, die Debatte über das Berliner Holocaust-Denkmal, Goldhagens Thesen über „Hitlers willige Vollstrecker“, Martin Walser, der Anteil ehemaliger Linker an der Entsorgung der deutschen Vergangenheit. Beiträge von Hermann L. Gremliza, Günther Jacob, Joachim Rohloff, Rayk Wieland, Rolf Surmann, Gerhard Scheit und Heiner Möller.



Joachim Rohloff: Ich bin das Volk. Martin Walser, Auschwitz und die Berliner Republik. Konkret 1999. 144 S. (NB17) 11,66 Euro



Tobias Alm, Cordelia Heß (Hg.): Rechtspopulismus kann tödlich sein! Entwicklung und Folgen des Rechtsrucks in Skandinavien. edition assemblage 2013. 120 S. (NB1265) 9,80 Euro
Den skandinavischen Ländern eilt der Ruf toleranter und gut funktionierender Gesellschaften voraus. Ein immenser Rechtsruck, der sich im Schatten dieser Perspektive vollzogen hat, wird hierbei meist ausgeklammert. Mit Ausnahme von Schweden haben rassistische und ausgrenzende Rhetoriken eine vollständige Normalisierung in den politischen Debatten erfahren. Die Autoren geben einen umfassenden Einblick in die Geschichte, Entwicklung und Ideologie des Rechtspopulismus in Skandinavien. Länderspezifische gesellschaftliche Entwicklungen und Reaktionen werden in Verbindung mit generellen Problemstellungen zum Rechtspopulismus thematisiert und bewertet. Norwegen nach dem rechten Attentat, die Stärke und Verankerung der dänischen „Volkspartei“, die Genderfrage bei den „Schwedendemokraten“ und das politische Umfeld der „Wahren Finnen“ sind nur einige Aspekte, die in diesem Buch behandelt werden. Zu guter Letzt wird angesichts der Entwicklungen in Skandinavien ein Blick nach Deutschland gewagt und Überlegungen angestellt, warum der Rechtspopulismus sich hier noch nicht in ähnlicher Dimension verankern konnte.



Bernhard Schmid: Distanzieren, leugnen, drohen. Die europäische extreme Rechte nach Oslo. edition assemblage 2011. 128 S. Pb. (NB1188) 12,80 Euro
Aus den Wahnvorstellungen wurde Wirklichkeit: Ein Attentäter, der gleichzeitig von fanatischem Moslem- und Einwandererhaß und von einer Obsession gegen den „kulturellen Marxismus“ angetrieben wurde, tötete über 75 Menschen in Oslo. Seitdem ist die extreme Rechte in Europa aufgewirbelt. Der Niederländer Geert Wilders erklärte den Amoklauf zum „Rückschlag“ für die von ihm so genannte „islamkritische“ Bewegung. Auch die deutsche Webseite Politically Incorrect schaltete zum Teil auf Selbstkritik um. Andere Rechte dagegen erblickten in der Tat ein Fanal, einen flammenden Aufruf zur Aktion. In Frankreich verherrlichte ein früherer Wahlkandidat des Front National den Massenmörder von Oslo als „neuen Karl Martell“ und fügte hinzu: „Andere werden folgen“. In Österreich schloß die FPÖ einen Abgeordneten infolge seiner Reaktion aus. Aber welches geistige Milieu in Europa hat solche Wahnideen hervorgebracht? Welche Rolle spielen ultrarechte Israelfreunde, Pseudofeministinnen und frühere Linke dabei? Und wie reagiert dieses Milieu auf die Vorwürfe „nach Oslo“?



Regina Wamper / Ekaterina Jadtschenko / Marc Jacobsen (Hg.): „Das hat doch nichts mit uns zu tun!“ Die Anschläge in Norwegen in deutschsprachigen Medien. Edition DISS im Unrast Verlag 2011. 184 S. Pb. (NB1198) 18 Euro
Am 22. Juli 2011 explodierte in Oslo eine Autobombe, die acht Menschen tötete. Wenig später tötete der selbe Täter auf der Insel Utøya 69 junge Sozialdemokratinnen. Nach seiner Festnahme äußerte er antimuslimische und antimarxistische Ansichten. Die Autorinnen analysieren deutsche Medien unter dem Gesichtspunkt, wie dort dieses Ereignis eingeordnet wurde, ob und welche Diskursverschiebungen stattgefunden haben. Verschränkungen mit antimuslimischen Diskursen und deren der Extremismusbekämpfung werden besonders beachtet. Analysen zu der Reaktion extrem rechter Medien beleuchten Distanzierungen und Solidarisierungen.
Beiträge von Jonas Bals, Martin Dietzsch, Sebastian Friedrich, Astrid Hanisch, Margarete Jäger, Helmut Kellershohn, Sebastian Reinfeldt, Bernhard Schmid, Hannah Schultes.



Regina Wamper / Helmut Kellershohn / Martin Dietzsch (Hg.): Rechte Diskurspiraterien. Strategien der Aneignung linker Codes, Symbole und Aktionsformen. Unrast Verlag 2010 (Edition DISS). 288 S. (NB1154) 19.80 Euro
Rechte Adaptionen linker Symbole und Ästhetik und was dagegen getan werden kann. In den letzten Jahren ist ein verstärktes Bemühen auf Seiten der extremen Rechten zu beobachten, Themen, politische Strategien, Aktionsformen und ästhetische Ausdrucksmittel linker Bewegungen zu adaptieren und für ihren Kampf um die kulturelle Hegemonie zu nutzen. Dabei handelt es sich keineswegs mehr nur um ein Steckenpferd der intellektuellen Neuen Rechten, vielmehr wird dies auch von NPD und militanten Neonazis praktiziert. Im Resultat hat sich die extreme Rechte eine Bandbreite kultureller und ästhetischer Ausdrucksformen angeeignet, indem sie sich am verhaßten ‚Vorbild’ der Linken abgearbeitet hat. Man könnte auch sagen: Um überzeugender zu wirken, hat sie kulturelle Praktiken und Politikformen der Linken ‚entwendet’ – allerdings nicht, ohne sie mit den eigenen Traditionen zu vermitteln. Solche Phänomene sind keineswegs neu. Auch der Nationalsozialismus bediente sich der Codes und Ästhetiken politischer Gegner und suchte Deutungskämpfe gerade verstärkt in die Themenfelder zu tragen, die als traditionell links besetzt galten. Auch in den 1970er Jahren waren solche Strategien vorhanden. Es stellt sich die Frage, warum und in welcher Form diese Diskurspiraterien heute wieder verstärkt auftreten.
Aus dem Inhalt:
Helmut Kellershohn, Martin Dietzsch: Aktuelle Strategien der extremen Rechten in Deutschland – Sabine Kebir: Gramscismus von rechts? – Volker Weiss: Sozialismusbegriff bei Moeller van den Bruck und Oswald Spengler – Volkmar Woelk: Strasserismus und Nationalbolschewismus – Renate Bitzan: Feminismus von rechts? – Richard Gebhardt: Völkischer Antikapitalismus – Fabian Virchow: Antikriegs-Rhetorik von rechts – Helmut Kellershohn: Das Institut für Staatspolitik und die Konservativ-subversive Aktion – Lenard Suerman: Autonome Nationalisten – Regina Wamper, Britta Michelkens: Gegenstrategien – Jens Zimmermann: – Kritik des Rechtsextremismusbegriffs.



Joannah Caborn: Schleichende Wende. Diskurse von Nation und Erinnerung bei der Konstituierung der Berliner Republik. Edition DISS im Unrast Verlag 2006. 264 S. (NB941) 24 Euro
Auf der Suche nach nationaler Identität konkurrieren seit der deutschen Einheit 1990 im Politik und Feuilleton Entwürfe von Bonner und Berliner Republiken. Joannah Caborn analysiert die damit einhergehenden Verwerfungen im Diskurs über die Nation und insbesondere über Erinnerung. Schon bei der Konstituierung der Berliner Republik wird das Gebot unterlaufen, sich der NS-Zeit und ihrer Verbrechen zu erinnern. Die Grundsätzte, denen zufolge die Bundesrepublik mit Bonn eine quasi nicht-nationale Hauptstadt hatte, werden in Berlin ignoriert oder auf den Kopf gestellt. So kann unter anderem die Analyse der Regierungsarchitektur in Bonn und Berlin zeigen, wie der Einfluß des Erinnerungsdiskurses auf die nationale Identität abnimmt. Dabei wird das diskursanalytische Instrumentarium in Richtung einer Dispositivanalyse erweitert. Daß die zuvor viel beschworenen „Lehren aus der Geschichte“ schon beim Start der Berliner Republik derart ins Hintertreffen gerieten, stimmt nachdenklich in Hinblick auf die künftige politische Entwicklung Deutschlands.



Alfred Schobert und Siegfried Jäger (Hg.): Mythos Identität. Fiktion mit Folgen. Edition des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS) im Unrast Verlag 2004. 236 S. (NB793) 18 Euro
Allenthalben ist zu hören, Nationen seien reine Mythen, Konstrukte, bloße Fiktionen kollektiver Identität, denen in Wirklichkeit keine reale Existenz zukomme. Es gehe deshalb darum, die „Fiktion Nation“ zu kritisieren und ihre Irrealität bloßzustellen. Der Begriff „Nation“ reklamiere eine eben nur fiktive, nicht tatsächliche gemeinsame Herkunft oder gar Abstammung, die Homogenität einer Volks- oder Schicksalsgemeinschaft, eine gemeinsame Sprache und Kultur und ähnliche Eigenschaften. Das ist ja auch nicht falsch. Allerdings greift eine solche Kritik zu kurz und übersieht, daß derartige Konstruktionen und Fiktionen reale und ganz konkrete Folgen haben, Folgen, die keineswegs verschwinden, wenn ihre Fiktionalität als solche analysiert und benannt wird: Sicherung von Besitzständen führt zu Kriegen, die Hypostasierung der gemeinsamen Abstammung nährt Rassismus und Antisemitismus. Auf diesem Hintergrund ist zu verstehen, weshalb die Deutungs-Kämpfe um Vorstellungen von „nationaler Identität“, einem Terminus, der von ganz rechts in die Mitte der Gesellschaft eingedrungen ist, mit so großer Leidenschaft ausgetragen werden. Heute geschieht dies umso heftiger, als nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, im Zuge von EU-Integration und -Erweiterung und angesichts des globalen Terror-Kriegs die alten Fiktionen transformiert werden (müssen). In Verbindung damit sind auch subjektive Identitäten, die sich auf Identifikationen mit den jeweiligen nationalen (stilisierten) Geschichten stützen konnten, erodiert. Daraus resultieren neue Anforderungen an die Subjekte, die zwischen Identitäts-Angeboten, -Anforderungen und -Zumutungen vor den Fragen „Wer bin ich?“ und „Wer ist der/die andere“ stehen.
Mit Beiträgen von Semra Celik, Ivan Golobolov, Siegfried Jäger, Kurt Lenk, Jobst Paul, Gudrun Quenzel, Alfred Schobert, Frank Wichert und Moshe Zuckermann.



Martin Dietzsch, Siegfried Jäger, Alfred Schobert (Hg.): Endlich ein normales Volk? Vom rechten Verständnis der Friedenspreis-Rede Martin Walsers. Eine Dokumentation. DISS 1999. 112 S. Im Großformat. Zahlreiche Faksimiles. (NB612) 12,80 Euro
Wie reagierte die rechte und rechtsextreme Presse auf die „Friedenspreis-Rede“ Walsers? Diese Dokumentation zeigt unwiderleglich, daß die äußerste Rechte Walsers Rede mit großer Begeisterung vereinnahmen konnte, ohne dazu sich oder Walsers Rede verbiegen zu müssen. Und sie zeigt, warum das so ist: Walsers Rede ist Teil des sich seit 1989 intensivierenden diskursiven Prozesses, in dem der Rechtsdruck der politischen Mitte und der RechtsDruck in der Mitte einander zuarbeiten.



Martin Dietzsch, Siegfried Jäger, Helmut Kellershohn, Alfred Schobert: Nation statt Demokratie. Sein und Design der „Jungen Freiheit“. Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) 2003. 248 S. Mit Abb. (NB651) 19,90 Euro
„Konservativ“ soll sie sein, oder auch „umstritten“, folgt man der Selbstdarstellung der Wochenzeitung „Junge Freiheit“. Eine längerfristig angelegte, genaue Untersuchung der Zeitungspraxis zeigt allerdings, daß dies Verharmlosungen sind. Die „Junge Freiheit“ ist programmatisch der Tradition des völkischen Nationalismus verpflichtet. Die Nation als mythisch überhöhte Abstammungsgemeinschaft wird gegen das neuzeitliche Verständnis von Demokratie mobil gemacht - „Nation statt Demokratie“ ist das unausgesprochene Motto. Dabei entspricht die „Junge Freiheit“ nicht der Klischee-Vorstellung, die viele von einer „rechten Zeitung“ haben. Sie dosiert geschickt die Kernideologeme des völkischen Nationalismus. So bewegt sich die „Junge Freiheit“ mal getarnt, mal mit offenem Visier im rechten Grenzraum des Verfassungsbogens und betreibt Woche für Woche intellektuelle Aufrüstung wider die moderne demokratische Gesellschaft, die als „dekadente Spaßgesellschaft“ abqualifiziert wird.



Regina Wamper: Das Kreuz mit der Nation. Christlicher Antisemitismus in der Jungen Freiheit. Unrast Verlag 2008 (Edition des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung). 208 S. (NB1055) 22 Euro
Religion und Glaube spielen in der völkisch-nationalistischen Wochenzeitung Junge Freiheit eine zentrale Rolle. Dadurch werden Bilder von Juden und Judentum vermittelt, die längst vergessen schienen. Diese Bilder, ihre Verknüpfungen und Bezüge tradieren einen christlichen Antisemitismus und ein Verhältnis zum Christentum, das sich durch ein Zusammenspiel von christlich-fundamentalistischen Themen und völkischem Nationalismus auszeichnet. Die in der Jungen Freiheit vermittelten Bilder von Juden und Judentum belegen gleichzeitig, daß Antijudaismus eine immer noch aktuelle Form der Judenfeindschaft ist, und daß dieser christliche Antisemitismus mit Strategien des modernen und sekundären Antisemitismus verschränkt und gekoppelt ist. Die diskursanalytische Studie richtet sich nach den zentralen Themen dieser Diskurse. Dazu gehören z.B. die Rede des damaligen Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann von 2003, in der er mit antisemitischen Argumenten die Shoa zu relativieren versuchte, die Diskussionen um den Film „Die Passion Christi“ von Mel Gibson sowie die Debatte um das Buch „Die katholische Kirche und der Holocaust“ von Daniel Jonah Goldhagen.



Heiko Kauffmann, Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hg.): Völkische Bande. Dekadenz und Wiedergeburt – Analysen rechter Ideologie. Edition des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung im Unrast-Verlag 2005. 256 S. (NB875) 18 Euro
Die nunmehr 200-jährige Kontinuität völkisch-faschistischer Ideologien und Ideologeme muß die nachhaltige, widerständige und aktuelle Analyse herausfordern – in theoretischer, aber auch praktisch-politischer Absicht. In der Tat schärft die neue Faschismusforschung den Blick dafür, wie sich völkisch-faschistisches Denken heute transformiert hat, wie es sich auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen etablieren und Politik und Denken vereinnahmen kann. Im vorliegenden Band schlagen die Autorinnen und Autoren den Bogen von der generischen Faschismustheorie über eingehende Einzelanalysen und Fallstudien bis zu Aspekten einer europäischen Lager-Mentalität, die sich „rechten“ Visionen öffnet. Mit Beiträgen von Martin Dietzsch, Roger Griffin, Ute Kurzbein, Kurt Lenk, Stefanie Mayer, Marei Pelzer, Ulrich Prehn, Volker Weiß und Moshe Zuckermann.



Jürgen Peters & Christoph Schulze (Hg.): „Autonome Nationalisten“. Die Modernisierung neofaschistischer Jugendkultur. Unrast Verlag 2009 (unrast transparent – rechter rand). 72 S. (NB1122) 7,80 Euro
Ein „Schwarzer Block“, Basecaps, dunkle Kleidung und Parolen wie „Fight the system!“ – die Verwirrung ist groß, seitdem vor einigen Jahren erstmals „Autonome Nationalisten“ (AN) auf Neonazi-Aufmärschen zu beobachten waren. Es handelt sich um eine Strömung in der militanten Neonaziszene, die sich diverser Symbole, Codes und Sprachformen bedient, die bisher in der Linken verortet waren. Was hat es nun auf sich mit den AN? Haben wir es mit verkleideten Neonazis oder mit einer neuen Form extrem rechter Jugendkultur zu tun? Ist die Herausbildung der AN gewinnbringend für die extreme Rechte oder führt sie zu weiteren Konflikten? Funktioniert der Stilwandel tatsächlich reibungslos? Stellen die „Autonomen Nationalisten“ eine neue Gefahr dar? Was läßt sich aus der Enteignung der Form politischer Inszenierung lernen? Das Buch nimmt Entstehungsgeschichte, Ideologie, politische Praxis, Habitus und Selbstverständnis der AN unter die Lupe und beleuchtet ihr Verhältnis zu anderen Organisationen der extremen Rechten.



interface (Hg.): WiderstandsBewegungen. Antirassismus zwischen Alltag & Aktion. Assoziation A 2005. 408 S. mit zahlr. Abb. (NB847) 19,50 Euro
Von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet wehren sich Menschen gegen rassistische Verhältnisse. Sie schließen sich in Heimen zusammen, protestieren gegen schlechte Versorgung, gegen Schikane auf den Ämtern, gegen Abschiebungen und Polizeigewalt. Sie bilden migrantische Netzwerke und Kooperationen mit anderen Gruppen und starten Kampagnen. Das Buch zeigt die Bandbreite aktueller antirassistischer Aktionsformen und Interventionsmöglichkeiten auf und richtet einen schlaglichtartigen Blick auf die Geschichte antirassistischen Widerstands. Das Buch ist ein Bewegungsbuch im besten Sinne. Es liefert nicht nur einen Blick auf die Bewegungen, sondern kommt aus den Bewegungen.



Margret Jäger, Heiko Kauffmann (Hg.): Leben unter Vorbehalt. Institutioneller Rassismus in Deutschland. Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) 2002. 316 S. (NB636) 19,90 Euro



Rolf van Raden: Patient Massenmörder. Der Fall Ernst Wagner und die biopolitischen Diskurse. Edition DISS in Unrast Verlag 2009. 184 S. (NB1141) 24 Euro
Hirnforschung, die Täter der RAF, Amokläufe in Schulen – in der Auseinandersetzung über solche Themen beziehen sich Wissenschaftler und Journalisten bis heute auf einen Mordfall, der sich vor einem knappen Jahrhundert ereignete. Ernst August Wagner, Hauptlehrer aus Degerloch bei Stuttgart, tötete in der Nacht vom 3. auf den 4. September 1913 seine Frau und seine vier Kinder. Anschließend erschoss er neun weitere Menschen und verletzte elf schwer. Bis 1938 fristete er sein Leben in einer psychiatrischen Anstalt. Immer wieder stellte er fest: Er bedauere nicht, seine Kinder getötet zu haben, da sein ganzes Geschlecht entartet sei. Hier traf sich die Rede des Mörders mit der seines Arztes. Robert Gaupp, Leiter der Universitätsnervenklinik Tübingen, machte Ernst Wagner zu seinem Fall und entwickelte an ihm die Lehre von der echten Paranoia. Parallel dazu forderte der angesehene Mediziner als Befürworter von Eugenik, Rassenhygiene und Zwangssterilisation schon 1920 die „Vernichtung lebensunwerten Lebens“. Die Studie untersucht das Geflecht biopolitischer Diskurse, in dem sich der Mörder und sein Arzt gemeinsam bewegten. Erstmals werden die den Fall bis heute begleitenden Schriftdokumente aus Presse, Politik und Wissenschaft erfaßt und kritisch kommentiert. Ausgehend vom Fall Wagner weist der Autor nach, wie die Psychiatrie systematisch die Reichweite ihrer Diskurse ausdehnte, bis im Nationalsozialismus schließlich eliminatorische ärztliche Praktiken möglich wurden. Der Täter Ernst Wagner und seine Psychiater erscheinen somit als Referenzfiguren eines Jahrhunderts der Biopolitik, das keineswegs 1945 endete.



Angelika Magiros: Kritik der Identität. „Bio-Macht“ und „Dialektik der Aufklärung“ – Werkzeuge gegen Fremdenabwehr und (Neo-)Rassismus. Edition DISS im Unrast-Verlag 2004. 284 S. (NB775) 18 Euro
Foucaults Geschichte der Bio-Macht und die aufklärungskritische These Horkheimers und Adornos repräsentieren höchst unterschiedliche Traditionen der Moderne-Kritik. Doch sie treffen sich in einem Punkt: Beiden gilt die Logik der Indentität – der Drang zu widerspruchsfreiem „Einssein“ – als politisch gefährlichster Bestandteil moderner Rationalität. In ihrer packend geschriebenen Studie zeigt Angelika Magiros, wie gerade dieser gemeinsame Kern der beiden Theorien für eine eingehende Analyse moderner und (post-)modernster Formen der Fremdenfeindlichkeit fruchtbar gemacht werden kann.



Jobst Paul: Das [Tier-]Konstrukt – und die Geburt des Rassismus. Zur kulturellen Gegenwart eines vernichtenden Arguments. Edition des Duisburger Instututs für Sprach- und Sozialforschung (DISS) im Unrast-Verlag. 400 S. (NB747) 24 Euro
Daß die christlich-abendländische Kultur Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung hervorgebracht hat und hervorbringt, wird kaum betritten. Doch wie ist das möglich? Die Studie ermittelt das Konstrukt vom „Tier“ als destruktivstes und zugleich widersprüchlichstes Stereotyp der westlichen Bildung. Alltag, Philosophie und Wissenschaft bedienen sich darin seit Jahrhunderten – und heute medial – eines gemeinsamen Codes, der Ausgrenzung und Ungleichheit rechtfertigt. Zugleich bewahrt das aus der griechischen Philosophie stammende „Tier“-Konstrukt den christlichen Affekt gegen das Judentum auf. Dabei ist es gerade die universalistische Ethik des Judentums, die noch heute gern als „christliche“ Ethik vereinnahmt wird. Die Studie plädiert für den Abschied vom „Tier“-Konstrukt und für die längst überfällige kulturelle Hinwendung zur Ethik der Gleichheit. Die Studie ist der diskursanalytischen Methode verpflichtet und lenkt daher den Blick auf die Feinanalyse von Texten.



Jürgen Elsässer: Braunbuch DVU. Eine deutsche Arbeiterpartei und ihre Freunde. Mit einem Vorwort von Jürgen Trittin. Konkret 1998. 144 S. (NB18) 10,15 Euro



Oliver Tolmein: Rechts durch die Mitte. Reportagen und Gespräche über die Ordnung der Verhältnisse. Konkret. (NB97) 14,50 Euro



Oliver Tolmein: Originalton Deutsch. Medien und rechte Gewalt. Konkret 1994. 144 S. (NB98) 11 Euro



Jörg Fischer: Das NPD-Verbot. Espresso-Verlag 2001. 192 S. (NB525z) 15,90 Euro
Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat sind sich einig: Die NPD muß verboten werden! Dem widerspricht Horst Mahler, Anwalt der NPD. Der Ausgang ist ungewiß. Der Autor war als Jugendlicher bis zu seinem Ausstieg 1991 selber viele Jahre Mitglied und Funktionär in NPD und DVU. Er weiß, wovon er redet, und er befürwortet ein Verbot. Er begründet dies detailliert und Kenntnisreich mit der Geschichte, der Praxis und der Programmatik der NPD – gleichzeitig ist er sich bewußt, daß ein Verbot kein Allheilmittel ist. Mit diesem Buch will der die Erkenntnisse über die NPD vertiefen und verbreitern und gleichzeitig zu einem offensiven Dialog über das Pro und Contra eines Verbots beitragen.



Martin Dietzsch und Alfred Schobert: V-Leute bei der NPD. Geführte Führende oder Führende Geführte? Sonderausgabe der Archiv-Notizen. DISS 2002. 42 S. Im Großformat. (NB613) 5 Euro
Diese Studie wurde von der Bundestagsfraktion der PDS in Auftrag gegeben.



Matthias Küntzel / Klaus Thörner: Goldhagen und die deutsche Linke. Elefantenpress. (NB39z) 15,30 Euro
Wie die gesamte deutsche Gesellschaft haben auch viele deutsche Linke zwischen „den Nazis“ und „den Deutschen“ einen Gegensatz konstruiert. Mit diesem Mythos hat Goldhagens Studie über „Hitlers willige Vollstrecker“ aufgeräumt. Wie hat die Linke auf diese Herausforderung reagiert, warum reproduziert auch sie bis heute die Entlastungsargumente der deutschen „Tätergemeinschaft“? Die Autoren führen diese Haltung zum einen auf nationalistische Traditionen in der deutschen Arbeiterbewegung zurück, zum anderen zeigen sie auf, daß auch die Linken die Singularität des Holocaust nicht in ihrer ganzen Dimension erfassen konnten und wollten. Sie gehen der Befangenheit der deutschen Linken gegenüber den Verbrechen ihrer Eltern und Großeltern auf den Grund und kommen zu dem Ergebnis, daß „nach Goldhagen“ die Geschichte ihrer Verleugnung neu aufgerollt werden muß, an der die deutsche Linke – ob Ost oder West – erheblich mitgewirkt hat.



Birgit Schmidt: Kein Licht auf dem Galgen. Ein Beitrag zur Diskussion um KPD/SED und Antisemitismus. Unrast Verlag 2006. 104 S. (NB894) 11 Euro
„In der Historik und für die Linke gilt, daß die KPD keine antisemitische Partei gewesen ist. Das ist richtig, und stimmt dennoch nicht, denn angesichts des Siegeszuges der Nationalsozialisten setzte die KPD-Führung auf die ideologische Rückgewinnung der nationalisierten Massen und buhlte um den 'deutschen Arbeiter' auch dort, wo er sich bereits in SA- oder SS-Uniform befand, und entschied sich damit eindeutig für die Verfolger und nicht für die Verfolgten. Birgit Schmidt analysiert berühmte Lagerromane (von Wolfgang Langhoff, Willi Bredel u.a.) und weist nach, daß dort, wo Kommunisten dazu angehalten waren, sich agitatorisch um die SS-Wachmannschaft zu bemühen, einer Solidarisierung mit Juden, aber auch mit anderen Opfern der NS, bewußt entsagt wurde. Die antisemitische Verfolgungswelle in allen Staaten des Stalinschen Einflußbereiches zu Beginn der 50er Jahre wurde in der DDR von der Literatur flankiert, die den Zionismus mit Faschismus, gar mit Nationalsozialismus gleichsetzte und ansonsten darum bemüht war, das antisemitische Wesen des NS zu leugnen und die Kommunisten in den Focus der Verfolgungen zu rücken. Nicht umsonst stellte Anna Seghers im Rückblick auf diese Jahre in einer Erzählung den Verrat eines Kommunisten an seinem jüdischen Genossen heraus. Für sie blieb ein Hoffungsschimmer, Ein Licht auf dem Galgen, wie sie ihre Erzählung nannte, aber tatsächlich provoziert die (erneute) Lektüre von kommunistischer Literatur dazu, die Einschätzung, daß die KPD (und in ihrer Folge die SED) frei von Antisemitismus war, zu überdenken.“ (Klappentext).



Jürgen Elsässer, Andrei S. Markovits (Hg.): Die Fratze der eigenen Geschichte. Von der Goldhagen-Debatte zum Jugoslawien-Krieg. Elefantenpress 1999. 208 S. (NB75z) 15,30 Euro



Andreas Dietl, Heiner Möller, Wolf-Dieter Vogel u.a.: Zum Wohle der Nation. Elefantenpress 1998. 128 S. (NB40z) 10 Euro
Politiker aller Parteien fordern nationale Gefolgschaft, Verzicht und bedingungsloses Eingehen auf die Gesetze des weltweiten Wettbewerbs. Alles wird dem untergeordnet: das Sozialsystem, die innere Sicherheit, die Demokratie. Gewinnen wird, wer sich als innovativster Manager des Unternehmens Deutschland präsentiert. Das Modell einer autoritär formierten Konsendemokratie zeichnet sich ab, die nur noch den zu Worte kommen läßt, der „deutsche“ Interessen formuliert.



Wolfgang Wippermann: Wessen Schuld? Vom Historikerstreit zur Goldhagen-Kontroverse. Elefantenpress. (NB41z) 12,74 Euro



Kurt Pätzold: Kein Streit um des Führers Bart. Kontroversen um Deutschlands „dunkle Jahre“ 1933 bis 1945. PapyRossa Verlag 2013. 424 S. (NB1253) 24,90 Euro
Aus gutem Grunde rät der Volksmund von einem „Streit um des Kaisers Bart“ ab. Um keinen Streit um den mickrigen Bart jenes Führers, den der Titel meint, geht es Kurt Pätzold. Er behandelt nicht Zweit- und Drittrangiges, sondern Fragen von Gewicht, die an die zwölf Jahre des deutschen Faschismus zu stellen sind. Die nach der Urheberschaft des Krieges, der in Europa im Mai 1945 endete, ist die zentrale. Gleichsam dahinter gibt es weitere Fragen, die vielfach von heftigen Debatten begleitet werden: Wie kam Hitler an die Staatsmacht? Welche Ursachen hatte das Zustandekommen seiner Massengefolgschaft? Wie entwickelten sich die Lebensverhältnisse der Deutschen? In welchem Grade wurden sie vom National- und Rassenchauvinismus geleitet? Wollten sie mehrheitlich den Krieg? Warum folgten sie ihrem Führer „bis zum Endsieg“? Waren sie „willige Vollstrecker“ der antisemitischen Politik? Warum ist die Erfindung eines Götz Aly, die kleinen Leute seien „Nutznießerchen“ des Regimes gewesen, heute so willkommen?
Kurt Pätzold, Prof. Dr. phil, *1930. Befasst sich seit einem halben Jahrhundert mit der Geschichte des deutschen Faschismus. Er lehrte und forschte zu DDR-Zeit an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, am Institut für Geschichte der Akademie der Wissenschaften und der Humboldt-Universität zu Berlin. Er ist Mitglied der Leibniz Sozietät. Seine speziellen Forschungsgegenstände bilden Antisemitismus, Judenverfolgung sowie die Fragen nach der Massengefolgschaft des Naziregimes.



Achim Greser: Der Führer privat. Mit einem Nachwort von Wiglaf Droste. Edition Tiamat. (NB1241) 10 Euro
"Weil die wissenschaftliche Kritik ihren Gegenstand als seriös voraussetzt, wurde immer eins unterschlagen: daß Hitler eine vollkommen lächerliche und alberne Figur war. Diese tiefe Weisheit hat Achim Greser in 44 Bildern festgehalten." (Klappentext). Bekannt aus „Titanik“.



Kurt Pätzold: Der Führer ging, die Kopflanger blieben. Ein historisches Finale und aktuelle Kontroversen. PapyRossa Verlag 2005. 144 S. (NB898) 12,90 Euro
Der Führer ging, aber nicht von alleine! Warum das so kam und nicht anders, welcher Anstrengungen und Opfer es gerade in den dramatischen letzten Monaten noch bedurfte, damit Deutschland und die Welt ihn loswurden, macht Kurt Pätzold im ersten Teil seines Buches deutlich. Dabei zeigt er am Beispiel Dresdens, welche Schrecken der Wahn vom Endsieg bis 5 nach 12 auch für die deutsche Zivilbevölkerung verursachte. Die Kopflanger blieben und melden sich immer lautstärker zu Wort. Selbst Autoren, die einst ein X von einem U unterscheiden konnten, sehen heute nur noch deutsche Opfer. Oder entdecken medienwirksam „Hitlers Volksstaat“ und einen ominösen „nationalen Sozialismus“, nehmen damit die Demagogie der Nazis und den Schein der faschistischen Volksgemeinschaft für bare Münze und lassen die realen Interessen verschwinden, die des Führers Politik bedingten. Davon handelt der zweite Teil.
Dr. phil. Kurt Pätzold, geboren 1930, war bis 1992 Professor für deutsche Geschichte an der Humboldt-Universität Berlin. International renommierter Historiker und Faschismusforscher.



Reiner Fenske: Vom „Randphänomen“ zum „Verdichtungsraum“. Geschichte der „Rechtsextremismus“forschungen seit 1945. Unrast Verlag 2013. 190 S. (NB1269) 16 Euro
Das Buch geht von der Beobachtung aus, dass eine völlige Konfusion über Begriffe und Begriffsinhalte in den Forschungen zur „extremen Rechten“ vorherrscht. Indem die Wissens- und Begriffsgeschichte des „Rechtsextremismus“ in der Bundesrepublik im Kontext des Kalten Krieges (Walter Lippmann) geschrieben wird, zeigt sich, in welchem politisch hochgradig umkämpften Feld sich verschiedene Ansätze herausbilden, behaupten oder marginalisiert werden.
Seit 1945 bis in die frühen 1990er Jahre wird eine Kontinuität bestimmter Deutungsmuster in der Bundesrepublik deutlich. Als öffentlich besonders wirkmächtig hat sich dabei im Gefolge der Totalitarismustheorie die „Extremismustheorie“ erwiesen, die seit etwa Mitte der 1970er Jahre zur offiziellen Deutungslinie für den „Rechtsextremismus“ wurde. Das hat bis heute erhebliche Ausblendungen und Verkürzungen zur Folge. Diese sind teils schon im Begriff „Extremismus“ an sich angelegt, teils werden sie aber auch verstärkt durch eine wissenschaftspolitische Einflussnahme seitens der Politik sowie staatlicher Behörden.
Abschließend werden neuere Ansätze der Forschung vorgestellt und diskutiert, inwiefern sie sich für eine Neukonzipierung der Forschung zur extremen Rechten eignen. Stärkerer Aufmerksamkeit bedürfen demnach Studien zum Bildungssystem sowie zur leistungs- und arbeitsbezogenen Wertesozialisation, um zu einem neuen integrierenden Ansatz gelangen zu können.



Wolfgang Wippermann: Umstrittene Vergangenheit. Fakten und Kontroversen zum Nationalsozialismus. Elefantenpress (NB42z) 20,40 Euro
Die NS-Vergangenheit prägt die Gegenwart, wie zuletzt die Goldhagen-Kontroverse und die Wehrmachtsausstellung gezeigt haben. Dabei ist die Geschichte des Nationalsozialismus besonders intensiv erforscht, aber auch besonders kontrovers gedeutet worden. Das Buch informiert über die Geschichte und Forschungsgeschichte des Nationalsozialismus.



Alexander Bahar, Wilfried Kugel: Der Reichstagsbrand. Geschichte einer Provokation. Papyrossa Verlag 2013. 360 S. (NB1279) 17,90 Euro
Wer hat im Februar 1933 den Reichstag angezündet? Die Kontroverse um diese Frage reißt bis heute nicht ab. Bisher vollzog sich die Debatte indes ohne Kenntnis von 50.000 Seiten Original-Akten, die in Moskau und in der DDR lagerten. Sie wurden 2001 erstmals von Alexander Bahar und Wilfried Kugel ausgewertet. Ihr Fazit: Die noch immer verbreitete These einer Alleintäterschaft des Holländers van der Lubbe ist nicht zu halten. Vielmehr weisen alle dokumentierten Fakten auf Teile der SA unter Federführung des damaligen Reichstagspräsidenten Hermann Göring als Urheber hin. Die Autoren fassen in populärer Form ihre wichtigsten Forschungsergebnisse zusammen: Der Brandverlauf, die anschließenden Ermittlungen sowie die von den ermittelnden Behörden unterdrückten Hinweise auf Täter, Hintermänner und Mitwisser werden detailliert rekonstruiert. Die Darstellung wird ergänzt durch eine Dokumentation der noch immer andauernden Bemühungen, die wirklichen Brandstifter zu entlasten.



Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch, aktualisierte Ausgabe 2007. 736 S. (NB1104) 16,95 Euro
Das Lexikon informiert mit 4.300 Artikeln ausführlich über die wichtigsten Personen aus Justiz, Kirchen, Wohlfahrtseinrichtungen, Kultur, Wirtschaft, Publizistik, Wissenschaft, Medizin, Polizei, Wehrmacht sowie über tragende Personen aus NSDAP, SA und SS. Das Personenlexikon informiert außerdem über dren Karrieren nach 1945, soweit diese ausfindig zu machen waren.



Erich Später: Villa Waigner. Hanns Martin Schleyer und die deutsche Vernichtungselite in Prag 1939–45. Konkret Texte 2009. 100 S. (NB1135) 12 Euro
Mit der Besetzung Prags begann am 15. März 1939 eine sechsjährige deutsche Terrorherrschaft über das „Reichsprotektorat Böhmen und Mähren“. Es wurde dem deutschen Herrschaftsbereich eingegliedert, von deutschen Konzernen und Banken ausgeplündert, das Eigentum seiner 80.000 jüdischen Bürger an deutsche Banken, Konzerne, Gemeinden, Wohlfahrtsverbände und Zehntausende Volksgenossen verteilt. Erich Später schildert den Prozess der Entrechtung, Enteignung, Deportation und Ermordung der tschechischen Juden. Beispielhaft rekonstruiert er die Enteignung und Ermordung des jüdischen Ehepaares Waigner, dessen Prager Villa ein begehrtes Objekt der Begierde hoher Nazifunktionäre wurde. Den Zuschlag für die „Judenvilla“ erhielt schließlich der SS-Offizier Hanns Martin Schleyer. Die Geschichte der Villa Waigner und hier erstmals publizierte Dokumente über das Schicksal der jüdischen Besitzer sowie über die Nazikarriere der Bewohner ihrer arisierten Villa machen die Erkenntnis unausweichlich: Ohne Männer wie Hanns Martin Schleyer Schleyer wäre weder der Vernichtungskrieg im Osten noch der Holocaust möglich gewesen.



Norbert Frei (Hg.): Karrieren im Zwielicht. Hitlers Eliten nach 1945. Campus-Verlag 2002. 364 S. Hc. (NB598) 25,50 Euro
Hitlers Eliten – die schwere Hypothek der jungen Bundesrepublik. Fast alle Unternehmer und Juristen, Journalisten, Militärs und Mediziner, die dem NS-Regime gedient hatten, konnten ihre Karrieren nach 1945 fortsetzen. Das Buch zur großen ARD-Serie dokumentiert die Geschichte dieser beklemmenden Kontinuität.



Otto Köhler: Hitler ging – sie blieben: Der deutsche Nachkrieg in 16 Exempeln. Edition Berolina. 192 S. (NB1331) 9,99 Euro.
Otto Köhler skizziert 16 schaurige biographische Porträts zum Thema NS-Kontinuität in der BRD. Seine hier versammelten Schriften zeichnen ein eindeutiges Bild: Die Bundesrepublik hat sich als Rechtsnachfolgerin des NS-Staates nie eindeutig mit dem faschistischen Erbe auseinandergesetzt oder sich ideell wie personell distanziert. Nach wie vor ungeheuerliche Lektüre zu einem immer noch aktuellen Problem.



Otto Köhler: Hitler ging, sie blieben. Der deutsche Nachkrieg in 16 Exempeln. Konkret 1996. 154 S. (NB4) 10,15 Euro



Janis Schmelzer: IG Farben – vom „Rat der Götter“. Aufstieg und Fall. Schmetterling Verlag 2006. 200 S. (NB945) 14,80 Euro
Die IG Farben hat von zwei Weltkriegen profitiert und war in die Politik der jeweiligen Machthaber verstrickt. Die Verbrechen des deutschen Chemie-Kartells, dem u.a. Bayer, Hoechst und BASF angehörten, sind belegt und bekannt, weniger jedoch die Methoden, Kunstgriffe und Maßnahmen, die zu seiner Machtfülle und zu deren Mißbrauch führten. Davon ist in diesem Buch vorrangig die Rede. Es soll einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis des Phänomens IG Farben leisten, vor allem dazu, wie ein gut bürgerliches, international anerkanntes Unternehmen sich zum NS-Musterkonzern entwickeln konnte. Darüber hinaus kann man dieses Buch nicht nur als fundierte und faktenreiche historische Darstellung, sondern auch als zeitloses Lehrstück für die verhängnisvolle Verquickung von Politik, militärischer und wirtschaftlicher Macht verstehen.



Eberhard Czichon: Deutsche Bank – Macht – Politik. Faschismus, Krieg und Bundesrepublik. PapyRossa Verlag 2001. 328 S. (NB511) 18,50 Euro
Wie war das mit der Deutschen Bank im Fachismus? Welche Rolle hat sie bei der „Arisierung“ der Wirtschaft gespielt? Wie hat sie an Zwangs- und Sklavenarbeit, an Rüstung und Krieg profitiert? In welcher Form war sie an der Ausplünderung der besetzten Länder beteiligt? Wie konnte sie ihre wirtschaftliche Macht über den Krieg hinwegretten und ihren politischen Einfluß restaurieren? Eberhard Czichon hat Aktenbestände ausgewertet, die einst in der DDR lagerten und heute bei der Deutschen Bank ruhen. Er führt seine vergriffene Studie fort und äußert sich auch zu dem legendären Prozeß, den Hermann Josef Abs und der Bankvorstand gegen ihn anstrengten.



Ulrich Sander (Hg.): Von Arisierung bis Zwangsarbeit. Verbrechen der Wirtschaft an Rhein und Ruhr 1933 bis 1945. PapyRossa Verlag 2012. 348 S. mit zahlr. s/w-Abb. (NB1217) 16,90 Euro
Zum Beispiel Krupp. Der Konzern habe sich stets um einen humanen Kapitalismus bemüht, berichtete das Fernsehen zum 200jährigen Firmenjubiläum. Ob da auch an die zwölf Jahre nach 1933 gedacht war? Das letzte Tabu sei gebrochen, hatte es mit Blick auf die verdienstvolle Ausstellung „Verbrechen der Wehrmacht“ geheißen. Aber „blinde Flecken“ blieben trotzdem. So in einem Bereich, der weniger lautstark diskutiert wird, jedoch mindestens ebenso wichtig war für die Funktionsweise der faschistischen Herrschaft in Deutschland wie die Wehrmacht: Die Rolle von Wirtschaftsführern und Unternehmen bei faschistischen Planungen für Krieg und Massenmord, als Akteure und insbesondere als Profiteure. Das Buch stützt sich auf selbstrecherchiertes Material von Geschichtswerkstätten und VVN-BdA, um an Verbrechen der wirtschaftlichen Eliten an Rhein und Ruhr zu erinnern: Von Abs bis Zangen, von Flick bis Quandt, von IG Farben bis Oetker-Pudding, von Arisierung bis Zwangsarbeit. Und auch Krupp wird nicht vergessen.



Ulrich Sander: Der Iwan kam nur bis Lüdenscheid. Protokoll einer Recherche zur Zwangsarbeit. PapyRossa Verlag 2015. 238 S. (NB1307) 15,90 Euro
Ulrich Sander konnte rund 7.500 Personenakten von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern aus dem Raum Lüdenscheid erkunden und damit vermutlich 1.500 Überlebenden zu einer Entschädigung verhelfen. Mit Hilfe des Stadtarchivs erforschte er die Morde an einer unbekannten Zahl von Montenegrinern wie an Insassen des Arbeitserziehungslagers Hunswinkel. Dieser Teil seiner Tätigkeit gehört zu den düstersten Enthüllungsgeschichten seines Arbeitsjournals. Es zeigt auf, mit welchen Methoden und von wem die ohnehin mühsamen Nachforschungen erschwert wurden: durch örtliche Wirtschaft, konservative Politik, einen Einbruch mit Datenklau im Rathaus bis hin zur Verweigerung, an der Aufklärung mitzuwirken. Diese ist noch nicht abgeschlossen. Auf der Tagesordnung stehen Entschädigungen für sowjetische ZwangsarbeiterInnen mit Kriegsgefangenenschicksal, für die griechischen und italienischen Opfer der Wehrmachtsverbrechen sowie die ungesühnten Verbrechen der Reichsbahn.
Ulrich Sander, Jg. 1941. Journalist und freier Autor. Bundessprecher der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN - BdA). Zahlreiche Bücher und Zeitschriftenbeiträge.



Kurt Pätzold: Deutschland 1933-39 Vorkrieg. PapyRossa Verlag 2016 Reihe Basiswissen. 152 S. (NB1360) 9,90 Euro
"Basiswissen" bringt in handlicher Form leicht verständliche kritische Einführungen in Grundbegriffe aus Politik, Geschichte, Gesellschaft und Ökonomie.
Das war noch vor dem Kriege. Der Satz gehörte zu den Zeitbestimmungen der Deutschen, die 1945 dem Tod an den Fronten und in den Bombennächten entkommen waren. Zunehmend mit den Jahren, verklärte sich ihnen vielfach ihr Leben zwischen 1933 und 1939, verglichen mit jenem danach. Wie also hatten sie in diesem »Dritten Reich« wirklich gelebt, als ihnen der »Führer« seine Friedensliebe wieder und wieder beteuerte? Warum hatten sie diesem Adolf Hitler geglaubt? Und warum so viele und so lange, bis sie an jenem 1. September sich in den Krieg gestürzt sahen, den sie nun aber nicht verlieren wollten? Nicht schuldlos und ohne eigenes Zutun wurde die Mehrheit des deutschen Volkes in diesen Vorkriegsjahren tatsächlich betrogen und für Ziele eingenommen, von denen sie sich zum eigenen Nutzen besser abgewandt hätte. Es sind dies die Jahre, in denen sie konditioniert wurde für das, was kommen sollte: Massenhaft verübte Verbrechen an anderen Völkern. Der Abriss jener sechseinhalb Vorkriegsjahre ist auch ein Buch gegen Legenden und noch immer verweigerte Erkenntnisse.



Kurt Pätzold: Deutschland 1939-45 Krieg. PapyRossa Verlag 2016 Reihe Basiswissen. 132 S. (NB1361) 9,90 Euro
Dieser Band setzt den zeitlich vorausgehenden fort. Wie dieser will auch er dem Bedürfnis nach kompakter, womöglich erster Information über das Geschehen gerecht werden. Anhand der hier dargestellten fünfeinhalb Jahre lässt sich exemplarisch studieren, wie Kriege gemacht und wie Völker in sie hineingetrieben werden. Auch lässt sich ihnen Auskunft darüber abgewinnen, wie Menschen dazu gebracht werden konnten, sich als »Volksgenossen« wider ihre eigenen – unbegriffenen – Grundinteressen zu verhalten, an der Front und in der Heimat, die kein Hinterland mehr, sondern zunehmend Schauplatz eines selbst verschuldeten Bombenkrieges war. Warum haben sie für die Rüstung geschuftet? Warum über Jahre Nächte in Luftschutzkellern erduldet? Warum bis zum bitteren Ende Befehle befolgt, die sie in den Tod jagten? Was haben sie sich bei alledem gedacht, was erwartet, was erhofft? Solche Fragen stehen im Zentrum des Bandes. Die Geschichte von nicht ohne eigene Schuld missbrauchten Millionen.



Kurt Pätzold / Manfred Weißbecker: Geschichte der NSDAP 1920 bis 1945. PapyRossa Verlag Sonderausgabe 2002. 582 S. Hc. Mit Abb. (NB599) 14,95 Euro
Umfassende Gesamtdarstellung der politischen, ideologischen und organisatorischen Entwicklung der NSDAP.



Reinhard Kühnl: Der deutsche Faschismus in Quellen und Dokumenten. PapyRossa Velag, 7. durchgesehene und erweiterte Auflage 2000. 544 S. (NB194) 12,60 Euro



Reinhard Kühnl: Faschismustheorien. Ein Leitfaden. Aktualisierte Neuauflage. Distel Verlag 1990. 368 S. Pb. (NB406) 15,25 Euro



Reinhard Kühnl: Faschismus. Ursachen und Herrschaftsstruktur. Eine Einführung. Vierte, überarbeitete Auflage (1998). Distel Verlag. 136 S. Pb. (NB594) 10 Euro
Der deutsche Faschismus: Ursachen. Grundelemente der Herrschaftsstruktur. Der „Sozialismus“ der Nationalsozialisten. Die Bedeutung der preußischen Tradition. Faschismus als allgemeine Erscheinung: Ursache des Faschismus in Europa zwischen den Weltkriegen. War der Nationalsozialismus ein Faschismus? Was ist Faschismus?



Reinhard Kühnl, Gerd Wiegel u.a.: Die extreme Rechte. Zur neueren Entwicklung in Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien. Distel Verlag 1998. 192 S. (NB851) 10 Euro
Die extreme Rechte hat in wichtigen europäischen Ländern Einfluß gewonnen auf das politische Klima und die politischen Entscheidungsprozesse – besonders in Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien. Welches ist der gesellschaftliche Boden, auf dem rechtsextreme Ideologien und Bewegungen gedeihen können? Welche Gemeinsamkeiten weist die Entwicklung der extremen Rechten in diesen vier Ländern auf und welche Unterschiede sind erkennbar?



Kurt Gossweiler: Großbanken, Industriemonopole und Staat. Ökonomie und Politik 1914 bis 1932. Papyrossa Verlag 2013. 380 S. (NB1256) 24 Euro
1971 erstmals veröffentlicht, haben die Forschungsergebnisse von Kurt Gossweiler zur deutschen Wirtschaftsgeschichte in Kaiserreich, Erstem Weltkrieg und Weimarer Republik nichts an Bedeutung verloren. Es geht um die Frage, wie die Industrie- und Finanzkonzerne ihre ökonomische in politische Macht umsetzten, wie sie um Einfluß auf den Staatsapparat konkurrierten, welche unterschiedlichen Strategien sie in der Innen- und Außenpolitik verfolgten und wie ihre grundsätzlichen Interessen trotz aller Gegensätze zu gemeinsamen Zielsetzungen führten. Wie stets auf ein enormes Archivmaterial gestützt, geht Gossweiler Problemstellungen nach, die in der aktuellen Geschichtsschreibung vernachlässigt werden, und deckt die Wurzeln für Entstehung und Entwicklung unterschiedlicher Gruppierungen im deutschen Finanzkapital auf. Besonderen Wert legt er auf die oft vernachlässigte Rolle der Großbanken und den Einfluss des US-Finanzkapitals und einer an ihm orientierten Fraktion in den deutschen Wirtschaftseliten.



Kurt Gossweiler: Kapital, Reichswehr und NSDAP. Die Frühgeschichte – 1919 bis 1924. PapyRossa Verlag 2011. 472 S. Pb. (NB1192) 28 Euro
Mit seiner 1982 erstmals erschienenen Arbeit erschloss Kurt Gossweiler ein enormes Quellenmaterial zum sozialen Ursprung und Charakter des deutschen Faschismus, zur Frühgeschichte der NSDAP und zu ihren Verbindungen mit maßgeblichen Kreisen in Wirtschaft, Militär und Politik. Er untersucht die Entstehungs- und Entwicklungsbedingungen von Faschismus allgemein und im Besonderen von dessen deutscher Variante, die sich selbst als Nationalsozialismus bezeichnete, und zeigt, aus welchen politischen und ideologischen Wurzeln sie hervorging. Ausführlich setzt sich Gossweiler mit diversen Spielarten der Hitlerlegende auseinander. Er zeichnet ein realistisches Bild der Person Hitler, ihrer politischen Funktion und Wirkung. Damit hilft er, die Frage zu beantworten, wie es der Nazi-Bewegung und ihrem „Führer“ wenige Jahre später gelingen konnte, zur Macht zu gelangen, danach Schritt für Schritt die Deutschen nahezu vollzählig hinter sich zu bringen und sie schließlich fast widerstandslos ins Verderben zu führen.



Kurt Gossweiler: Der Putsch, der keiner war. Die Röhm-Affäre 1934 und der Richtungskampf im deutschen Faschismus. PapyRossa Verlag 2009. 500 S. (NB1132) 28 Euro
Daß die Mordaktion vom Juni 1934, der der Stabschef der SA, Ernst Röhm, zusammen mit einem Großteil von deren Führungskorps zum Opfer fiel, eine Präventivmaßnahme gegen einen drohenden Putsch gewesen sei, glaubt kaum noch jemand. Bis heute hält sich dagegen die Auffassung, es habe sich dabei um eine persönliche Abrechnung und eine bloße Machtintrige innerhalb der Nazi-Führung gehandelt. Allenfalls wird darin noch ein Machtkampf zwischen Reichswehrgeneralität und SA-Führung gesehen. Demgegenüber weist Kurt Gossweiler in seiner erstmals 1983 erschienenen und lange vergriffenen Untersuchung auf der Basis eines umfassenden Archiv- und Quellenstudiums nach, wie unzulänglich solche Interpretationen sind. Überzeugend belegt er, daß die damaligen Ereignisse Ausdruck eines Richtungskampfes zwischen den mächtigsten Kapitalgruppen und zugleich der Versuch waren, eine Krise, die der faschistischen Diktatur in ihrer Konsolidierungsphase drohte, mit einem Gewaltstreich zu beenden.



Reinhard Opitz: Liberalismus – Faschismus – Integration. Edition aus dem Nachlaß in drei Bänden: Bd. 1: Liberalismus – Integration Bd. 2: Faschismus Bd. 3: Die „Röhm-Affäre“ BdWi-Verlag 2000. Drei Bände zus. 1496 S. (NB56) 152,40 Euro



Reinhard Opitz: Faschismus und Neofaschismus. Pahl-Rugenstein 1996. 476 S. (NB57) 25,50 Euro



Reinhard Opitz: Europastrategien des deutschen Kapitals 1900-1945. Pahl-Rugenstein. 1072 S. (NB58) 34,75 Euro



Hannah Arendt: Macht und Gewalt. Mit einem Interview von Adelbert Reif. Serie Piper. 144 S. (NB749) 9,90 Euro



Hannah Arendt: Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen. Mit einem einleitenden Essay von Hans Mommsen. Serie Piper 1986. 448 S. (NB800) 12,99 Euro
„Das Beunruhigende an der Person Eichmanns war doch gerade, daß er war wie viele und daß diese vielen weder pervers noch sadistisch, sondern schrecklich und erschreckend normal waren und sind. Vom Standpunkt unserer Rechtsinstitutionen und an unsren moralischen Urteilsmaßstäben gemessen, war diese Normalität viel erschreckender als all die Greuel zusammengenommen.“ Hannah Arendt



Alexander und Margarete Mitscherlich: Die Unfähigkeit zu trauern. Grundlagen kollektiven Verhaltens. Serie Piper 396 S. (NB396) 12,95 Euro
Ihre Weigerung, die Vergangenheit wahrzunehmen und zu verarbeiten, war in der Nachkriegszeit als kollektives Phänomen der Deutschen zu beobachten. Hellsichtig decken die beiden Autoren verborgene, unbewußte Einstellungen und Verhaltensschemata auf, die bis in die Gegenwart wirken.



Otto-Ernst Duscheleit: Von der Waffen-SS zum Friedensdienst. Mein Weg aus Schweigen und Vergessen. Mit einem Nachwort von Jürgen Müller-Hohagen. Verlag Brandes & Apsel 2006. 208 S. mit Abb. (NB986) 19,90 Euro
Otto-Ernst Duscheleit zeigt, daß es auch für jemanden, der als junger Mann zum Handlanger eines unmenschlichen Systems wurde, eine Alternatzive zum Verschweigen und Verdrängen gibt. Er ist den Älteren ein Beispiel, daß es nie zu spät ist, sich kritisch mit der eigenen Geschichte auseinanderzusetzen. Und er wendet sich an die Jüngeren, indem er mahnt, dem Faschismus nie wieder eine Chance zu geben.



Kurt Pätzold: Im Rückspiegel: Nürnberg. Der Prozeß gegen die deutschen Hauptkriegsverbrecher 1945/46. PapyRossa Verlag 2006. 256 S. (NB961) 16,90 Euro
Die Idee, mit Hitler und anderen herausragenden Führern des Nazireiches „kurzen Prozeß“ zu machen, wurde im Verlauf den Zweiten Weltkrieges vielfach erörtert. Durchgesetzt hat sich demgegenüber der Plan, sie vor ein Internationales Militärtribunal zu stellen. Das geschah einige Monate nach Kriegsende in Nürnberg. Unwiderlegbare Beweise für unglaubliche Tatsachen wurden gerichtsnotorisch gemacht. Das blockierte die Stilisierung von Verbrechern zu Märtyrern. Den wichtigsten Prozeß der Neuzeit nimmt der Berliner Historiker Kurt Pätzold in den Rückspiegel. Er verfolgt Höhepunkte im Verlauf des Gerichtsverfahrens, beleuchtet das Verdienst der Ankläger, die Rolle der Angeklagten und ihrer Verteidiger und die Prozeßführung durch die Richter der vier Mächte, wendet sich dem zeitgenössischen Echo in Deutschland und dem der späteren Jahre in den beiden deutschen Staaten sowie – nach 1990 – in der vergrößerten Bundesrepublik zu. Eine Chronik von der Vorgeschichte des Prozesses bis in unsere Tage beschließt den Band.



Kurt Pätzold: Stalingrad und kein Zurück. Wahn und Wirklichkeit. Militzke-Verlag. (NB641) 17,90 Euro
Am 23. November 1942 schloß eine sowjetische Großoffensive den Ring um die von Generaloberst Friedrich Paulus geführte 6. Armee. Die Schlacht um Stalingrad erreichte ihren entscheidenden Wendepunkt. Der Autor konzentriert sich auf Fragen, die bis heute umstritten sind: Wovon ließen sich Hitler und seine Berater leiten, als sie im Frühjahr 1942 eine Million deutscher Soldaten auf einen extrem abenteuerlichen Feldzug schickten? Was ging in dem Armee-Oberbefehlshaber Paulus und den eingeschlossenen Generalen vor, als sie sich in aussichtsloser Lage jedes eigenen Entschlusses enthielten, ihre Untergebenen zu retten? Wie blickten die militärischen Führer, die sich in Gefangenschaft begaben und überlebten, auf ihre Rolle zurück? Pätzolds Buch umfaßt den Zeitraum vom Frühjahr 1942 bis zum Ende des Winters 1943. Es mündet in die Auseinandersetzung um die Frage, wie es den Machthabern gelingen konnte, die politische, militärische, propagandistische und psychologische Krise nach der Niederlage in Stalingrad zu überwinden und das skrupellose Konzept „Wenn nicht Sieg, dann Untergang“ bis in die Maitage des Jahres 1945 zu verfolgen.



Margaret Collins Weitz: Frauen in der Résistance. Unrast Verlag 2002. 428 S. Hardcover mit Schutzumschlag. Abbildungen. (NB801) 25 Euro



Manfred Tietz: „Meinen Mund schließt nur der Tod“. Mathias Thesen 1891-1944. Eine biographische Dokumentation. Pahl-Rugenstein Verlag 2007. 230 S. Mit Abb. (NB1048) 16,95 Euro
Ein politisches Porträt des Duisburger KPD-Reichstagsabgeordneten und Widerstandskämpfers Mathias Thesen in Bildern, Berichten und Dokumenten – erweitert durch biographische Notiten über einige seiner engsten Familienangehörigen, Weggefährten und Mithäftlinge.



Hellmut G. Haasis: „Den Hitler jag ich in die Luft“. Der Attentäter Georg Elser. Biografie. Neue, überarbeitete Ausgabe. Edition Nautilus 2009. 400 S. mit 25 s/w-Illustrationen. (NB1137) 19,90 Euro
München, 8. November 1939: Alles war sorgfältig vorbereitet. In dreißig Nächten hatte Georg Elser im Pfeiler hinter dem Rednerpult eine Bombe installiert. Doch kurz bevor sie explodierte, hatte Hitler, früher als sonst, den Bürgerbräukeller verlassen. Zum gleichen Zeitpunkt war der Attentäter durch aberwitzige Umstände bereits verhaftet. Noch während Hitler seine Zuhörer gegen England aufstachelte, hatte Elser bei Konstanz versucht, unbemerkt in die Schweiz zu gelangen. In seiner Jackentasche fanden die Zöllner eine Postkarte des Bürgerbräukellers, die den „illegalen Grenzgänger" später zum Verdächtigen machte. Er wurde an die Gestapo nach München ausgeliefert und dort nach schweren Folterungen zu einem Geständnis gezwungen. Am 9. April 1945 wurde der schwäbische Widerstandskämpfer im KZ Dachau ermordet. Bis dahin suchte die Gestapo in endlosen Verhören nach den „Hintermännern“. Hitler und Himmler wollten nicht glauben, daß Elser allein gehandelt hatte; es mußte Drahtzieher geben. Es gab sie aber nicht – ein Umstand, der später auch die Historiker verwirrte: Ein Handwerker, der keiner politischen Gruppe angehörte, ein Einzelner, der früh erkannte, daß der Kriegstreiber Hitler nur mit Gewalt gestoppt werden kann, passte in keine ideologische Schublade. Das Buch beschämt auch die bürgerliche Geschichtsschreibung, die sich lange weigerte, einen Mann zu akzeptieren, der das frühzeitig zu tun versuchte, wozu die deutschen Eliten aus Militär, Adel und Großbürgertum nicht fähig waren.“ Wilhelm von Sternburg in „Die Zeit“.



Peter-Paul Zahl: Johann Georg Elser. Ein deutsches Drama. Trotzdem Verlag. 128 S. (NB796) 10 Euro



Alexander Goeb: Er war sechzehn, als man ihn hängte. Das kurze Leben des Widerstandskämpfers Bartholomäus Schink. Rororo 1981. 160 S. (NB318) 4,55 Euro
Bartholomäus Schink war Mitglied der Kölner „Edelweißpiraten“, einer Jugendgruppe. Sie machten Wanderungen, sangen am Lagerfeuer bündische Lieder und prügelten sich mit der HJ. Zuletzt führten sie einen verzweifelten Partisanenkampf gegen die Gestapo. Am 10.11.1944 wurde der gerade 16jährige im Kölner Arbeiterviertel Ehrenfeld öffentlich gehenkt. Er galt als „Staatsfeind“ und „Schwerverbrecher“ – und ist bis heute nicht als Widerstandskämpfer anerkannt.



Detlef Bald: Die „Weiße Rose“. Von der Front in den Widerstand. Aufbau Taschenbuch 2004. 256 S. Mit Abb. (NB742) 9,50 Euro
Tief erschüttert von den entsetzlichen Zügen der Barbarei, wollten die Akteure der „Weißen Rose“ nicht mehr „nur“ über die Diktatur des Bösen aufklären, sondern einen „Umsturz herbeiführen“, damit staatliche Macht demokratisch gebändigt werden könnte. Die Erfahrungen während des Einsatzes als Sanitätsfeldwebel an der Ostfront im Sommer 1942 haben Hans Scholl, Alexander Schmorell, Willi Graf, Hubert Furtwängler und andere Mitglieder der Gruppe entscheidend motiviert, vom passiven zum aktiven öffentlichen Widerstand überzugehen. Der Historiker Detlef Bald belegt dies anhand unveröffentlichter Akten, Briefe und Aufzeichnungen.



Pierre Joffroy: Der Spion Gottes. Kurt Gerstein. Ein SS-Offizier im Widerstand? Aufbau Taschenbuch 2002. 560 S. (NB582) 10 Euro
Kurt Gerstein ist eine der widersprüchlichsten und rätselhaftesten Gestalten der jüngeren deutschen Geschichte. Hochhuths „Stellvertreter“ machte sein Schicksal in den 60er Jahren bekannt. Der Regisseur Costa-Gavras setzt ihn in seinem Film „Der Augenzeuge“ (mit Ulrich Tukur in der Hauptrolle) ein Denkmal.



Peter Gingold: Paris – Boulevard St. Martin No. 11. Ein jüdischer Antifaschist und Kommunist in der Résistance und der Bundesrepublik. Hg. von Ulrich Schneider. PapyRossa Verlag 2009. 188 S. mit Abb. (NB1103) 14,90 Euro
Peter Gingold (1916-2006) war einer der profiliertesten jüdischen Widerstandskämpfer und Kommunisten in der Bundesrepublik. Besonders seit den 70er Jahren trat er als Redner auf politischen Kundgebungen gegen Naziaufmärsche und als Zeitzeuge in Schulen und bei Jugendgruppen auf. Er hatte viel zu berichten: Die Zeit des aufkommenden Faschismus in Deutschland, Exil in Frankreich und Widerstand in den Reihen der Résistance (Illegalität, politische Agitation unter deutschen Besatzungssoldaten, Flucht aus den Fängen der Gestapo und Teilnahme am Aufstand zur Befreiung von Paris 1944). Den 8. Mai 1945, das „Morgenrot der Menschheitsgeschichte“, erlebte er in Turin mit der italienischen Resistenza. Zurückgekehrt nach Deutschland, gestaltete er dort den politischen Neuanfang aktiv mit, musste jedoch erleben, wie er und seine Familie danach fast zwei Jahrzehnte der erneuten Verfolgung, der Ausbürgerung und des Berufsverbots erlebten. Trotzdem verstand er sich stets als „Mut-Macher“, seine Maxime: „Nie aufgeben!“



Karl Heinz Jahnke: Antifaschisten. Unbequeme Zeugen des 20. Jahrhunderts. Pahl-Rugenstein-Verlag Bonn 1994. 232 S.(NB151) 14,90 Euro



Karl Heinz Jahnke: Antifaschisten. Unbequeme Zeugen des 20. Jahrhunderts. Zweiter Band. Pahl-Rugenstein-Verlag Bonn 1996. 256 S.(NB149) 14,90 Euro



Allan Merson: Kommunistischer Widerstand in Nazideutschland. Vorwort Peter Gingold. Pahl-Rugenstein-Verlag 1999. 312 S. (NB150) 25,50 Euro
13 Jahre nach Erscheinen dieses Standardwerks des britischen Historikers machte der Pahl-Rugenstein-Verlag das Buch in deutscher Sprache zugänglich.



Gruppe MAGMA: „Denn Angriff ist die beste Verteidigung“. Die KPD zwischen Revolution und Faschismus. Pahl-Rugenstein 2001. 296 S. Hc. (NB515) 18,50 Euro
„Die KPD zwischen Revolution und Faschismus“ bedeutet zugleich eine zeitliche und inhaltliche Eingrenzung: Für die Jahre 1918 bis 1933 will das Buch im ersten Teil einen Überblick über das politische Profil wie über die Faschismusanalyse der KPD im Rahmen der Weimarer Republik geben. Im zweiten Teil wird danach gefragt, was für die Partei die Kategorie Volk bedeutete, wie sie zu Nationalismus und Antisemitismus sowie zur Frauenbewegung stand. Das Werk schließt mit fünf prägnanten Thesen über die KPD.



Heinrich Hannover: Der Mord an Ernst Thälmann. Eine Anklage. Röderberg-Programm im Pahl-Rugenstein-Verlag. (NB152) 8,60 Euro



Emil Carlebach: Hitler war kein Betriebsunfall. Hinter den Kulissen der Weimarer Republik: Die Programmierte Diktatur. 7., aktualisierte und erweiterte Aufl. Pahl-Rugenstein 1996. 224 S. (NB153) 12,90 Euro



Günther Weisenborn: Der lautlose Aufstand. Bericht über die Widerstandsbewegung des deutschen Volkes 1933-1945. Röderberg-Verlag Frankfurt. (NB154) 20 Euro



Peter Berens: Trotzkisten gegen Hitler. Neuer ISP-Verlag 2007. 224 S. (NB1014) 19,80 Euro
Die aus starken „ultralinken“ kommunistischen Oppositionsströmungen entstandene Linke Opposition der KPD (LO) an Rhein und Ruhr trat für die Einheitsfront aller Arbeiter gegen den Nationalsozialismus ein. Mitglieder einer westdeutschen LO-Kampfgruppe leisteten am 5. März 1933, dem Tag der Reichtagswahl, bewaffneten Widerstand gegen SA und Polizei. In der Illegalität arbeiteten sie, nun als Internationale Kommunisten Deutschlands (IKD), eng mit der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP) zusammen. Der Schwerpunkt der trotzkistischen Widerstandsarbeit lag in Betrieben, Kirchenkreisen und legalen bürgerlich-jüdischen Organisationen. Westdeutsche Exilanten waren führend in der Auslandsleitung der IKD tätig. Ende 1935 konnte die Gestapo die Bezirksleitung Rhein-Ruhr der IKD verhaften und viele Strukturen zerschlagen. Doch auch danach ging die Widerstandstätigkeit u.a. in Zuchthäusern und KZs weiter, wobei die Frauen eine wichtige Rolle spielten. Mit dem Zweiten Weltkrieg brachen die Verbindungen zur Exilleitung ab, die sich zudem vom Marxismus wegentwickelte. Nur wenige Überlebende sorgten 1945 für einen Neuanfang.



Eugen Kogon: Der SS-Staat. Das System der deutschen Konzentrationslager. Heyne Taschenbuch. 432 S. (NB823) 9,95 Euro
Kogons Bericht stützt sich auf 150 Einzelprotokolle und eigene Erlebnisse als Inhaftierter. Wiederholt wollte der Autor sein Manuskript vernichten, so furchtbar war sein Inhalt. Aber er verwirklichte seine Absicht, die nackte Wahrheit zu schildern, objektiv, nichts zu verändern, nichts zu beschönigen und nichts zu verschweigen. So entstand ein historisches Werk ersten Ranges, das die Öffentlichkeit zum ersten Mal mit einer bis dahin für unvorstellbar gehaltenen Wirklichkeit konfrontierte.



Emil Carlebach, Willy Schmidt, Ulrich Schneider: Buchenwald. Ein Konzentrationslager. Berichte, Bilder, Dokumente. Herausgegeben im Auftrag der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora. Pahl-Rugenstein-Verlag Bonn 2000, 2., verbesserte Auflage 2005. 192 S. im Großformat, zahlr. Abbildungen. (NB824) 24,90 Euro



Hans Beimler: Im Mörderlager Dachau. Herausgegeben, kommentiert und um eine biographische Skizze ergänzt von Friedbert Mühldorfer. PapyRossa Verlag 2011. 194 S. Pb. mit 30 s/w-Abbildungen. (NB1210). 12,90 Euro
Kurz nach seiner abenteuerlichen Flucht aus dem Konzentrationslager Dachau im Mai 1933 schrieb der schwer gefolterte bayerische Kommunist und Reichstagsabgeordnete Hans Beimler nieder, was er dort hatte erleben müssen. Die Veröffentlichung war eine Sensation und wurde in mehrere Sprachen übersetzt, in internationalen Zeitungen zitiert – und in Deutschland illegal verbreitet. Hans Beimler wollte mit seinem Bericht zum Widerstand gegen die Nazidiktatur in Deutschland und im Ausland aufrufen. Er selbst leistete zunächst illegale Arbeit von Frankreich, der Tschechoslowakei und der Schweiz aus, bevor er mit den ersten Freiwilligen nach Spanien ging, um dort mit den Internationalen Brigaden gegen Franco zu kämpfen. Am 1. Dezember 1936 fiel Hans Beimler vor Madrid. Erstmals in der Bundesrepublik erscheint sein Erlebnisbericht in der Originalfassung, ergänzt um Fotos und Dokumente sowie um Anmerkungen zu Entstehungsgeschichte und zeitgeschichtlichen Hintergründen. Außerdem wird von Friedbert Mühldorfer in einer umfangreichen biographischen Skizze der Lebensweg des Antifaschisten Beimler nachgezeichnet.
Friedbert Mühldorfer, *1951. Lehrer an einem Münchner Gymnasium und Historiker, seit 1975 Mitarbeit in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, Landesverband Bayern. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus, Geschichte der Arbeiterbewegung, Nachkriegsgeschichte.



Thomas „Toivi“ Blatt: Sobibór – der vergessene Aufstand. Aus dem Englischen übersetzt und mit Nachbetrachtungen versehen von Heike Kleffner und Miriam Rürup. Unrast Verlag – Reihe antifaschistischer Texte, 2004. 256 S. Und 66 Bildtafeln. (NB761) 18 Euro
„Eines der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte von Sobibór und der Geschichte des Holocaust überhaupt ist der Aufstand am 14. Oktober 1943, der zum Ende des Lagers führte. Ich habe Sobibór aufgrund dieses Aufstandes überlebt und habe seitdem immer das Gefühl gehabt, daß seine Geschichte und die von Sobibór als Ganzes erzählt werden muß.“



Artur Roth: Unter den Augen der SS. Otto Roth und der bewaffnete Aufstand im KZ Buchenwald. Pahl-Rugenstein-Verlag 1995. 200 S. Einige Abb. (NB157) 12,90 Euro



Gisela Karau: Der gute Stern des Janusz K. Eine Jugend in Buchenwald. Roman. Verlag 1900 Berlin 1994. 160 S. (NB158) 15,20 Euro
Dieses Buch erzählt die wahre Geschichte einer Gruppe polnischer Jungen, die 1939 ins Konzentrationslager Buchenwald verschleppt wird. Als Robert Siewert, Maurer und selbst Gefangener in Buchenwald, die Kinder im Lager ankommen sieht, faßt er einen Plan, wie sie vor dem sicheren Tod gerettet werden könnten. Ob sein Plan gelingt? „Es geht um die Vermittlung von historischem Wissen. Angesichts rechtsradikaler Tendenzen der Gegenwart kann das Buch zugleich helfen, jungen Lesern die Augen zu öffnen und sie zu warnen.“ (aus einer Empfehlung der Stiftung Lesen).



Katja Limbächer, Maike Merten, Bettina Pfefferle (Hg.): Das Mädchenkonzentrationslager Uckermark. Unrast Verlag 2. Aufl. 2005. 328 S. (NB845) 18 Euro
Im Frühjahr 1942 wurde das Mädchenkonzentrationslager Uckermark von Häftlingen des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück errichtet, 1945 zählte das Lager ca. 1.000 Mädchen und junge Frauen. Ein Erlaß von 1937 über die „vorbeugende Verbrechensbekämpfung“ hatte die Deportation von als „asozial“ kriminalisierten Mädchen möglich gemacht. Bis heute kämpfen viele dieser Frauen um ihre Anerkennung als Verfolgte und um einen dem Erinnern angemessenen politischen Umgang mit dem Gelände des ehemaligen Mädchen-KZs. Mitunter erhält man dabei den erschreckenden Eindruck der Kontinuität der Diskriminierung dieser Frauen. Der vorliegende Sammelband faßt Überlebensberichte, historisches Wissen, neue Recherchen und Forschungsergebnisse zusammen. Darüber hinaus werden anregende Diskussionen um eine mögliche Gestaltung der Gedenkstätte geführt.



Ceija Stojka: Träume ich, daß ich lebe? Befreit aus Bergen-Belsen. Hg. von Karin Berger. Picus-Verlag 2005. 120 S. Ln. (NB877) 14,90 Euro
„Mit der präzisen Beobachtungsgabe einer Elfjährigen nahm Ceija in Bergen-Belsen die Welt um sich herum auf. Als Zweiundsiebzigjährige beschreibt sie diese Eindrücke nun in detailreicher und konkreter Sprache und entwirft dabei Bilder von magischer Kraft. Ceija Stojka ist eine großartige Erzählerin. Sie ist mit den Geschichten ihrer Großmutter aufgewachsen und tief in der uralten Erzählkunst der Rom verwurzelt. Das wird in ihrem Erinnern spürbar: Worüber sie erzählt, ist oft schrecklich. Wie sie es erzählt, ist wunderbar.“ (Klappentext).



Gisela Spier-Cohen: Weggerissen. Erinnerungen an Theresienstadt. Jonas Verlag 2006. 80 S. (NB953) 13 Euro



Jules Schelvis: Eine Reise durch die Finsternis. Ein Bericht über zwei Jahre in deutschen Vernichtungs- und Konzentrationslagern. Unrast Verlag 2005. 192 S. (NB811) 16 Euro
Am 1. Juni 1943 wurden von den deutschen Besatzern 3006 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus dem holländischen Durchgangslager Westerbork in den Osten deportiert. Vier Tage später kamen sie in dem ostpolnischen Dorf Sobibór an. Niemand konnte ahnen, daß am Ende des Tages nur noch 81 junge Männer am Leben sein würden. Der Autor dieses Buches, Jules Schelvis, war einer von ihnen. An diesem Tag brach für Jules Schelvis eine Zeit von zwei Jahren in deutschen Vernichtungs- und Konzentrationslagern an, die ihn über die Stationen Sobibór, Dorohucza, Lublin, Radom, Tamaszów, Auschwitz ins schwäbische Vaihingen führte, wo er am 8. April 1945 befreit wurde. Er schrieb seine „Reise durch die Finsternis“ direkt nach seiner Befreiung auf. Dieses jetzt auf Deutsch erschienene Buch soll Zeugnis sein gegen das Vergessen der Verbrechen des Nationalsozialismus.



Ihrer Stimme Gehör geben. Gegen das Vergessen. Überlebensberichte ehemaliger Häftlinge des KZ Flossenbürg. Hg. Von Bernhard Füßl und Sylvia Seifert (Arbeitsgemeinschaft ehemaliges KZ Flossenbürg e.V.). Pahl-Rugenstein 2001. 140 S. Pb. (NB609) 12,90 Euro



Jim G. Tobias, Peter Zinke: Nakam – Jüdische Rache an NS-Tätern. Konkret 2000. 176 S., einige Abb. (NB258z) 15,35 Euro
Kurz nach der Befreiung ist für den Großteil der Holocaust-Überlebenden das Bedürfnis nach Rache übermächtig. Weder Trauer noch Angst, weder Glück noch Hoffnung: Kein Gefühl ist so stark wie das Verlangen nach Vergeltung. Doch nur ein paar Dutzend ehemalige Partisanen, KZ-Häftlinge und Angehörige der „Jewish Brigade“ setzen ihre Racheschwüre in die Tat um. Über ein halbes Jahrhundert waren diese Pläne und Aktionen weitgehend unbekannt. Jim G. Tobias und Peter Zinke suchten einige der ehemaligen „Rächer“ in Israel auf und befragten sie zu ihren Motiven und Reaktionen. Zudem werteten sie bisher kaum bekannte Dokumente aus. vor 1119



Petra Bonavita: Mit falschem Pass und Zyankali. Retter und Gerettete aus Frankfurt am Main in der NS-Zeit. Schmetterling Verlag 2009. 192 S. mit zahlr. Abb. (NB1119) 19,80 Euro



Anne Frank: Tagebuch. Fischer Taschenbuch 1992. 320 S. Mit Abb. (NB314) 7,90 Euro



Hans Peter Richter: Damals war es Friedrich. Dtv junior – Pocket-Bücher für Jugendliche. 176 S. (NB386) 6,95 Euro
Zwei Jungen wachsen im selben Haus auf und gehen in dieselbe Schulklasse. Sie werden Freunde, und jeder ist in der Familie des anderen daheim. Doch Friedrich Schneider ist Jude, und allmählich wirft der Schatten des Nationalsozialismus seine Schatten über ihn. Friedrichs Freund kann ihm immer weniger zur Seite stehen. Langsam gleitet die Geschichte aus der heilen Kinderwelt in ein unfaßbares Dunkel.



Uri Orlev: Die Insel in der Vogelstraße. Ravensburger. 192 S. (NB387) 5,50 Euro
Ein jüdisches Ghetto 1943: Bei der Deportation der Juden kann der elfjährige Alex fliehen. Eine Riune wird für 5 Monate seine Insel. Hier harrt er aus wie Robinson, erlebt den Aufstand, die SS, aber auch die Zuneigung eines Mädchens und endlich die Rückkehr des Vaters.



Julius Fucik: Reportage unter dem Strang geschrieben. Erste vollständige deutsche Ausgabe. Pahl-Rugenstein-Verlag 2000. 160 S. Hardcover mit Bildteil. (NB209) 12,75 Euro
Geschrieben im Gestapogefängnis Pankrác im Frühjahr 1943. Julius Fucik, Redakteur der kommunistischen Zeitung Rude Pravo, war eine Schlüsselfigur des tschechoslowakischen Widerstandes gegen die Nazi-Besatzung. Er wurde 1943 vom „Volksgerichtshof“ zum Tode verurteilt und hingerichtet. Seine Aufzeichnungen wurden heimlich aus dem Gefängnis geschmuggelt. 1989 zettelte Präsident und „Bürgerrechtler“ Vaclav Havel eine schäbige Verleumdungskampagne gegen den ermordeten Widerstandskämpfer Julius Fucik an.



Wolfgang Wippermann: Konzentrationslager. Geschichte, Nachgeschichte, Gedenken. Elefantenpress 1999. 176 S. (NB81z) 13,75 Euro



Raul Hilberg: Die Vernichtung der europäischen Juden. Durchgesehene und erweiterte Ausgabe. Fischer Taschenbücher 3 Bände im Schuber (NB155) 19,95 Euro



Raul Hilberg: Täter, Opfer, Zuschauer. Die Vernichtung der Juden 1933-1945. Fischer Taschenbuch 1996. 368 S. (NB311) 9,95 Euro



Kurt Pätzold: Wahn und Kalkül. Der Antisemitismus mit dem Hakenkreuz. PapyRossa Verlag 2012. 246 S. (NB1215) 15,90 Euro
Kurt Pätzold, lehrte bis 1992 als Professor für Deutsche Geschichte an der Humboldt-Universität Berlin. International renommierter Historiker und Faschismusforscher. Gegenstand des Buches ist die Geschichte der Judenverfolgung und des Judenmordes, geplant und befohlen von den Machthabern des faschistischen Deutschen Reiches. Zudem befaßt es sich mit der Erforschung des Verbrechens, mit der Juristen, nicht Historiker den Anfang machten. Der Band schildert indessen nicht nur Ereignisse und Abläufe. Er fragt nicht allein nach dem Was und dem Wer, dem Wann und dem Wie, sondern auch nach dem Warum. Es geht also auch um die Motive, Antriebe und Ziele derer, die zuerst die Vertreibung der Juden aus dem Reichsgebiet, dann die Ermordung aller, derer sie in ihrem Machtbereich habhaft werden konnten, in Gang setzten und lenkten. Die Antworten werden aus dem Blick eines Historikers gegeben, der sich mit dem bloßen Verweis auf die Ideologie der Rassisten mit dem Hakenkreuz nicht begnügt. Durchmustert werden Resultate der Forschung, dargestellt die Kontroversen, gestrige und heutige, und markiert auch die blinden Flecken, die noch zu tilgen sind.



Ernst Klee: Was sie taten – Was sie wurden. Ärzte, Juristen und andere Beteiligte am Kranken- und Judenmord. Fischer Taschenbuch 1986. 368 S. Mit Abb. (NB312) 11,90 Euro



Ernst Klee: Persilscheine und falsche Pässe. Wie die Kirchen den Nazis halfen. Fischer Taschenbuch 1991. 192 S. Mit Abb. (NB313) 8,95 Euro



Uki Goñi: Odessa. Die wahre Geschichte. Fluchthilfe für NS-Kriegsverbrecher. Assoziation A 2006. 400 S. (NB944) 22 Euro
Der Name „Odessa“ steht für eines der irritierendsten Kapitel der Nachkriegsgeschichte: die massenhafte Flucht namhafter NS-Kriegsverbrecher – unter ihnen Adolf Eichmann, Klaus Barbie und Josef Mengele –, die sich mit Hilfe eines hoch organisierten Netzwerkes der Gerichtsbarkeit entziehen konnten. Der argentinische Historiker und Journalist Uki Goñi hat auf der Basis langjähriger Recherchen in US-amerikanischen, argentinischen und europäischen Archiven bisher unbekannte Quellen erschlossen und durch 200 Zeitzeugeninterviews untermauert. Seine umfassende Untersuchung zeichnet nach, auf welchen – „Ratlines“ genannten – Fluchtrouten und mit Hilfe welcher staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen es tausenden von Nazis, Ustascha-Faschisten und Vertretern anderer europäischer Kollaborationsregime gelang, nach Lateinamerika zu entkommen. Goñis Standardwerk legt erstmals den Blick auf das gesamte Panorama dieser komplexen Operation frei. Hauptaufnahmeland und zentrale Drehscheibe war Argentinien unter Juan Domingo Perón. Die Fluchthilfeorganisation verfügte über Basen in Skandinavien, Spanien und Italien, aktive Hilfe leisteten Schweizer Behörden – und im Vatikan liefen alle Fäden zusammen.



Inge Scholl: Die weiße Rose. Fischer Taschenbuch. 144 S. (NB161) 7,95 Euro



Gerd R. Überschär (Hg.): Der 20. Juli. Das „andere Deutschland“ in der Vergangenheitspolitik nach 1945. Elefantenpress 1998. 448 S. (NB36z) 17,90 Euro
Mit erheblicher Verspätung hat sich die Forschung nach 1945 mit dem deutschen Widerstand gegen das Hitler-Regime auseinandergesetzt. Eine Reflexion der Rezeptionsgeschichte dieses Themas, das gern auf das Symboldatum „20. Juli“ verkürzt wird, stand jedoch noch aus. Dieser Sammelband enthält Beiträge zum Umgang mit diesem Kapitel deutscher Geschichte. Er befaßt sich u.a. Mit der Haltung der Siegermächte, mit der Historiografie in Westdeutschland und der DDR nach 1945, die sich auch in der Darstellung in den Medien und Schulbüchern offenbarte, und mit dem Umgang mit Überlebenden des deutschen Widerstands. Darüber hinaus wird der Widerstand als „Bewältigungsproblem“ wichtiger Gesellschaftsbereiche wie z.B. Justiz, Kirche und Militär thematisiert.



Hermann Nehls / Kurt Schilde (Hg.): Befreiung. Das Erbe des Nationalsozialismus aus gewerkschaftlicher Sicht. Elefantenpress 1996. 288 S. (NB45z) 12,80 Euro



Peter Rau: Der Spanienkrieg 1936 – 39. PapyRossa Verlag 2012, Reihe Basiswissen. 132 S. (NB1219) 9,90 Euro
„Basiswissen“ bringt in handlicher Form leicht verständliche kritische Einführungen in Grundbegriffe aus Politik, Geschichte, Gesellschaft und Ökonomie. Als im Juli 1936 in Spanien die Reaktion gegen die demokratisch gewählte Volksfrontregierung putschte und bereits nach wenigen Tagen die Schützenhilfe aus Deutschland und Italien zugunsten der Militärs um Francisco Franco unumstößlich bewiesen war, eilten Tausende Antifaschisten aus aller Welt der Republik zu Hilfe und kämpften in den legendären Internationalen Brigaden. Die Vorgeschichte dieser Ereignisse wird hier ebenso beschrieben wie die umfangreiche materielle Unterstützung Francos durch den internationalen Faschismus. Thematisiert wird zudem die verhängnisvolle Nichteinmischungspolitik der „Demokratien“ des Westens, die – neben der massiven Intervention seitens Hitlers und Mussolinis – letztlich für die Niederlage der Republik verantwortlich war. Beleuchtet werden aber auch deren Versäumnisse und Fehler sowie die Rolle der Kommunistischen Internationale als Spiritus Rector der Interbrigaden und die nicht immer uneigennützige Hilfe der Sowjetunion.



Fritz Teppich (Hg.): Spaniens Himmel. Volksfront und Internationale Brigaden gegen den Faschismus 1936-1939. Elefantenpress 1986/1996. 104 S. Im Großformat mit zahlreichen Abbildungen. (NB61z) 10,90 Euro
Ausstellungskatalog. Mit einer Einleitung von Hermann L. Gremliza



Harry Fisher: Comrades. Bericht eines US-Interbrigadisten im spanischen Bürgerkrieg. Mit einem Vorwort von Pete Seeger. Pahl-Rugenstein 2001. 248 S. Hc. (NB610) 18,40 Euro
Gegen den Faschismus in Spanien kämpften auch rund 3000 US-Interbrigadisten. Wer waren diese Amerikaner, die als erste ihr Leben gegen den Faschismus in Europa in die Waagschale warfen und in den USA nach 1948 in der McCarthy-Ära Verfolgungen durch das FBI ausgesetzt waren. Hier berichtet einer, der dabei war.



Ulrich Sander: Mörderisches Finale. NS-Verbrechen bei Kriegsende. PypyRossa 2008. 192 S. (NB1046) 14,90 Euro
Kurz vor der Befreiung wurden im Frühjahr 1945 Tausende Nazigegner »ausgeschaltet«. Gegen deutsche und ausländische Antifaschisten wie gegen Wehrmachtssoldaten, die sich am Wahnsinn nicht mehr beteiligen oder ihm ein Ende bereiten wollten, wurde ein groß angelegter Mordfeldzug in Gang gesetzt, um einen antifaschistischen Neubeginn nach dem Krieg im Keime zu ersticken. SS, Gestapo, aber auch einfache NSDAP-Mitglieder, Volkssturmmänner und Hitlerjungen nahmen teil an Massakern im Ruhrkessel, an Erschießungen in vielen Städten und Dörfern, am Mord an Gefangenen aus KZs und Zuchthäusern auf Todesmärschen, an Standgerichten gegen Deserteure. Die Verbrechen in der allerletzten Phase des Krieges waren sowohl örtliche Amokläufe als auch Teil der Nachkriegsplanungen des deutschen Faschismus. Ulrich Sander bilanziert das Ausmaß der Verbrechen, um die Opfer dem Vergessen zu entreißen und die Täter zu benennen. Er liefert eine erste – wenn auch unvollständige – Gesamtdarstellung dieser Vorgänge. Mit einem Personenregister.



Ulrich Sander: Mord im Rombergpark. Tatsachenbericht. Hg. Vom Internationalen Rombergparkkomitee. Grafitverlag Dortmund 1995. 120 S. (NB140z) 6,05 Euro
Die alliierten Truppen standen schon vor Dortmund, als die SS Gegner des Naziregimes im Rombergpark und in der Bittermark ermordete. Diese Morde dienten schon der Nachkriegspolitik der Nazis: Wenn sie schon nicht mehr selbst herrschen konnten, so sollten es ihre Geldgeber und kapitalkräftigen Nutznießer tun. Auf keinen Fall sollten die Linken, die Arbeiterbewegung bestimmen dürfen.



Robert Merle: Der Tod ist mein Beruf. Roman. Aufbau-Verlag Berlin. 304 S. (NB141) 12,80 Euro
Tatsachenroman über das Leben des KZ-Kommandanten von Auschwitz Rudolf Höß. Von Theodor Kotula verfilmt (“Aus einem deutschen Leben“).



Rosemarie Schuder, Rudolf Hirsch: Nr. 58866: „Judenkönig“. Aus dem Leben des Kurt Julius Goldstein. PapyRossa Verlag 2005. 296 S. Geb. einige Abb. (NB817) 19,80 Euro
Kurt Julius Goldstein wurde am 3. November 1914 als jüngster Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Hamm/Westfalen geboren. Sein Leben ist eine Geschichte von Verfolgung, Leid und Tod, aber ebenso von Liebe, Haß und Widerstand. 1933 Emigration nach Luxemburg, Frankreich und Palästina, Mitglied der Internationalen Brigaden in Spanien, Internierung in Südfrankreich, Auslieferung an die Nazis und Deportation nach Auschwitz, Sklavenarbeit in einer Kohlengrube, Zeuge der Selbstbefreiung in Buchenwald. Heute lebt Kurt Julius Goldstein in Berlin und ist Ehrenpräsident des Internationen Auschwitz-Komitees.



Kurt Goldstein: Wir sind die letzten - fragt uns. Spanienkämpfer, Auschwitz- und Buchenwaldhäftling. Reden und Schriften (1974-2004) mit einer autobiographischen Einführung. Pahl-Rugenstein-Verlag 1999, 2. stark erweiterte Auflage 2004. 328 S. (NB825) 24,90 Euro
„Wesentlicher Teil meiner Beziehung zur jüdischen Kultur ist das, was sie zur deutschen Kultur beigetragen hat. Jeder, der es wissen wollte, der wußte, daß ich gewissermaßen drei Bürden mit mir durchs Leben trage: Deutscher zu sein, das war nach 1945 nicht ganz einfach. Und dann war ich Kommunist und Jude... Ich bin ein deutscher, jüdischer Kommunist. In Deutschland bin ich geboren. Jude zu sein, das ist ein Stück meiner kulturellen, und Kommunist zu sein, Teil meiner politischen Identität.“



Esther Bejarano / Birgit Gärtner: Wir leben trotzdem. Esther Bejarano – vom Mädchenorchester in Auschwitz zur Künstlerin für den Frieden. Hg. Vom Auschwitzkomitee in der Bundesrepublik. Pahl-Rugenstein Verlag 2004. 264 S. Mit Abb. Hc. (NB732) 19,90 Euro.
Esther Bejarano, Mitbegründerin und Vorsitzende des Auschwitz-Komitees, Musikerin und unermüdliche Zeitzeugin der NS-Verbrechen, legt den Erfahrungsschatz ihres 80jährigen Lebens in dieser Biografie vor.



Flora Neumann: Erinnern, um zu leben. Vor Auschwitz; In Auschwitz; Nach Auschwitz. Mit einem Vorwort und einem Nachwort von Peggy Parnass. Konkret 2006. 128 S. (NB933) 15 Euro
Dieses Buch wurde erstmals im Jahre 1988 geschrieben, es wurde 1991 im Eigenverlag veröffentlicht. 1997 erschien eine ergänzte zweite Auflage. Nun liegt eine neue, ergänzte und überarbeitete Ausgabe vor.



Samuel Willenberg: Treblinka. Lager / Revolte / Flucht / Warschauer Aufstand. Unrast Verlag 2009. 240 S. (NB1097) 22 Euro
Samuel Willenberg schildert in seinem Buch anschaulich den grausamen Alltag im NS-Vernichtungslager Treblinka, in das er 1943 als 20jähriger deportiert wird. Das erlittene Leid und die traumatischen Erfahrungen im Lager Treblinka, seine Beteiligung an der Revolte, die er als einer der wenigen Aufständischen überlebte, sind jedoch nur ein Teil des Buches. Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Leben nach der Flucht im besetzten Polen. Anhand seiner prägnanten Momentaufnahmen wird die doppelte Gefahr, denen Juden von der deutschen Mordmaschinerie und gleichzeitig von polnischen Nationalisten ausgesetzt waren, offensichtlich. Die Tragik dieser Lebensumstände prägt Willenbergs Biografie. Zwar kämpfte er im Warschauer Aufstand 1944 Seite an Seite mit polnischen Partisanen, doch das Bekennnis seiner jüdische Herkunft ließ ihn auch hier in Gefahr schweben. Trotz furchtbarer Erlebnisse vergisst Samuel Willenberg nicht zu differenzieren – er erzählt von der Hilfe und Unterstützung durch katholische Polen. Ohne sie hätten er und sein Vater nicht überlebt. Samuel Willenbergs Geschichte von Lager und Revolte, Flucht und Beteiligung am Warschauer Aufstand basiert auf Erinnerungen, die unmittelbar nach dem Krieg im Rahmen eines längeren Interviews mit ihm aufgezeichnet wurden und die er 1984 in Israel niederschrieb, wo er seit 1950 lebt.



Richard Glazar: Die Falle mit dem grünen Zaun. Überleben in Treblinka. Vorwort von Wolfgang Benz. Unrast Verlag 2008 (Reihe antifaschistischer Texte). 200 S. (NB1036) 20 Euro
Richard Glazar, einer der ganz wenigen Überlebenden des Vernichtungslagers Treblinka in Europa, schildert seine Verschleppung aus der Tschechoslowakei über das Ghetto Theresienstadt nach Treblinka, wo 1942/43 900.000 Juden ermordet wurden. Glazar war dort als einer der „Arbeitsjuden“ eingesetzt. Er überlebte, weil ihm nach zehn Monaten während des Aufstands im Sommer 1943 als einem der wenigen die Flucht gelang. Bis zum Kriegsende konnte er als „Fremdarbeiter“ getarnt in Deutschland untertauchen. Seine Aufzeichnungen, die über vier Jahrzehnte unveröffentlicht blieben, sind ein einzigartiges historisches Dokument und legen ein bewegendes Zeugnis ab für die vielen Menschen, die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden.



Ursel Hochmuth: Niemand und nichts wird vergessen. Biogramme und Briefe Hamburger Widerstandskämpfer 1933-1945. Eine Ehrenhain-Dokumentation in Text und Bild. Herausgegeben von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten Hamburg. VAS Verlag 2005. 254 S. mit zahlr. Abbildungen. (NB833) 17,80 Euro



Hana Greenfield: Von Kolin nach Jerusalem. Erinnerungen. Konkret 1999. 112 S. (NB144) 12,50 Euro
Im Juni 1942 wurden die letzten Juden der böhmischen Stadt Kolin nach Theresienstadt deportiert, darunder die damals 15jährige Hana Greenfield. Bei der späteren Deportation nach Auschwitz wird sie von ihrer Familie getrennt. 1944 wird sie als eine der wenigen, die Auschwitz lebend verlassen, zusammen mit 500 anderen Häftlingen zu Aufräum- und Fabrikarbeiten in Hamburg ausgesucht. „Fast ein Jahr leisteten wir Sklavenarbeit unter schier unerträglichen Bedingungen – vor den Augen der Hamburger Bevölkerung.“ Anfang 1945 wurden die Häftlinge in das KZ Bergen-Belsen deportiert, wo Hana am 15. April die Befreiung erlebt. Über London kann sie nach Israel emigrieren. Jahre später reist sie an die Orte ihrer Vergangenheit.



Elfriede Brüning: Damit Du weiterlebst. Roman. Agimos-Verlag 1996. 204 S. (NB145) 10 Euro



Fania Fénelon: Das Mädchenorchester von Auschwitz. Dtv. 384 S. (NB147) 9,90 Euro
„Das ist der Musikblock. Wir sind das Frauenorchester vom Lager Birkenau...“ Eine tragische, wahnwitzige, groteske Geschichte: ein Orchester, dessen Mitglieder buchstäblich um ihr Leben spielen mußten. Authentisches über den Holocaust.



Günther Schwarberg: Der Juwelier von Majdanek. Steidl Verlag Göttingen 1991. 256 S. (NB138) 8,50 Euro



Günther Schwarberg: Der SS-Arzt und die Kinder vom Bullenhuser Damm. Steidl Verlag. 176 S. Mit Abb. (NB608) 8,50 Euro
„Ich kann mir nichts Verächtlicheres vorstellen, nichts Ekelhafteres, als mit unwissenden Kindern zu experimentieren.“ Mit diesen Worten des Anklägers in einem Prozeß gegen die Leiter des Konzentrationslagers Neuengamme scheint viel von den Gefühlen auf, die im Leser dieses Buches entstehen. Hier nämlich wird berichtet über die barbarischen Experimente derer, für die 20 Kinder nur „Menschenmaterial“ waren. Über die schließliche Ermordung der Kinder im Keller einer Hamburger Schule. Über die Opfer, die Täter, die Hintergründe und juristischen Nachspiele der Taten.



Lea Rosh, Günther Schwarberg: Der letzte Tag von Oradour. Steidl Verlag 1997. 144 S. Mit Abb. (NB607) 7,50 Euro
Oradour, ein kleines Dorf in der Mitte Frankreichs, wird am 10. Juni 1944 von einer Division der Waffen-SS heimgesucht: Brutal setzen die Deutschen ihren Befehl, „den Ort niederzubrennen und ohne Ausnahme alle Personen vom Säugling bis zum Greis zu vernichten“, in die Tat um. Die Berichte dieses Buches lassen das Geschehen in seiner ganzen grauenvollen Konkretheit noch einmal abrollen, erforschen aber auch seine Vor- und Nachgeschichte. Die Biografie eines der Täter, der erst 39 Jahre später zur Rechenschaft gezogen wurde, wird dabei ebenso zutage gefördert wie die Versuche bis heute in der Bundesrepublik nicht verurteilter „alter Kameraden“, ihr Verbrechen zu vertuschen.



Victor Klemperer: Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1933-1945. Aufbau Taschenbuch 1999. 8 Bände im Schuber. (NB187) 34,95 Euro



Victor Klemperer: LTI. Notizbuch eines Philologen. Mit Anmerkungen von Elke Fröhlich. Verlag Pholipp Reclam 2015. 420 S. (NB1302) 11,95 Euro
„LTI“, die Analyse der Sprache des Nationalsozialismus und ihrer Wirkungsmacht, ist sowohl ein Meisterwerk der Geschichtsschreibung als auch ein menschliches Dokument von der Selbstrettung eines Sprach- und Literaturwissenschaftlers in hoffnungsloser Zeit. Elke Fröhlich hat den Text auf der Basis der von Victor Klemperer autorisierten Ausgaben von Irrtümern und Fehlern gereinigt, die sich im Lauf der Druck- und Erfolgsgeschichte des Buches eingeschlichen haben, und ihn um einen umfangreichen Kommentar ergänzt, der sowohl den zeitgeschichtlichen Kontext aufschließt als auch den immensen Bildungshintergrund des Romanisten Klemperer.
Elke Fröhlich war fast vier Jahrzehnte lang Mitarbeiterin am Institut für Zeitgeschichte in München
und leitete das Editionsprojekt der Tagebücher von Joseph Goebbels.



Alfred Andersch: Der Vater eines Mörders. Eine Schulgeschichte. Erzählung. Diogenes Taschenbach 1982. 144 S. (NB232) 7,90 Euro



Thomas Schmitz-Bender: Der Friede, der zum Krieg führt. Textbuch für die öffentliche Nachstellung des Münchener Abkommens 1938 im ehemaligen Führerbau in München am 3. Oktober 1996. Verlag Das freie Buch 1995. 174 S. (NB54) 8,60 Euro



Manfred Weißbecker: Das Firmenschild: Nationaler Sozialismus. Der deutsche Faschismus und seine Partei 1919 bis 1945. PapyRossa Verlag 2011. 218 S. Pb. (NB1193) 14,90 Euro
Als Bewegung, Ideologie und Herrschaftsform prägte der Faschismus die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Um den im Zuge der Weltwirtschaftskrise sich verbreitenden unklaren Antikapitalismus nach rechts hin umzulenken, figurierte er in Deutschland als „nationaler Sozialismus“. Dieser verbreitete nationalistische, terroristisch-antidemokratische, expansions- und kriegsorientierte Denkweisen völkisch-rassistischen, insbesondere auch antisemitischen Zuschnitts. Den „Nationalsozialismus“ repräsentierte eine Partei, die zur größten in der deutschen Parteiengeschichte geriet. Ihre Geschichte belegt zugleich den förderlichen Umgang, den Staatsbürokratie, rechte Parteien und Justiz in der Weimarer Republik mit ihr pflegten. Manfred Weißbeckers „Wortmeldungen“ erhellen symptomatische Einzelereignisse und bieten eine Schau vom Teil zum Ganzen. Da lassen sich vielfältige Hintergründe erkennen sowie die Tatsache, daß eine pflegliche Behandlung der extremen Rechten begleitet ist von immer schärferem Vorgehen gegen Linke.



Richard Gebhardt, Dominik Clemens (Hg.): Volksgemeinschaft statt Kapitalismus? Zur sozialen Demagogie der Neonazis. PapyRossa Verlag 2009. 188 S. (NB1146) 12,90 Euro
Ob „Global dient dem Kapital – Sozial geht nur national“ oder „Kapitalismus – Feind der Völker“, Neonazis gehen mit „antikapitalistischen“ Parolen auf Stimmenfang. Dabei kopieren NPD und „Freie Kameradschaften“ nicht nur in ihrer Agitation gegen die neoliberale Agenda 2010 linke Slogans, sondern ebenso bei der Kritik der Globalisierung. Erweitert wird dieses Spektrum durch die „Autonomen Nationalisten“, die sich als irritierende Imitation der rebellischen linken Jugendkultur geben. Gerade bei ihnen spielen „antikapitalistische“ Parolen eine wichtige Rolle. Unterwürfige Mitläufer, die nach einem Führer schreien und gezielt gegen demokratische Kräfte vorgehen, inszenieren sich als Avantgarde einer völkischen Revolte gegen den „vaterlandlosen“ High-Tech-Kapitalismus und recyceln die Propaganda des historischen Faschismus. Das Buch fragt nach Herkunft und Wirkung des völkischen „Antikapitalismus“, untersucht dessen soziale Demagogie und fragt nach erfolgversprechenden Gegenstrategien.



Thomas Kuban: Blut muss fließen. Undercover unter Nazis. Campus Verlag 2012. 318 S. (NB1251) 19,99 Euro
Der Rechtsrock schlägt den Takt, der eine ganze Jugendkultur bewegt – europaweit. Unter Lebensgefahr hat der Undercover-Journalist Thomas Kuban über Jahre hinweg Konzerte mit versteckter Kamera gefilmt und unzählige weitere Veranstaltungen dokumentiert. Getarnt als brauner Kamerad gewann er das Vertrauen von Szenegrößen. In dieser Reportage schildert Kuban, wie die Neonazi-Bewegung so stark werden konnte, daß sie eine politisch motivierte Mörderbande wie den NSU möglich machte. Das Netzwerk, das dabei zum Vorschein kommt, reicht bis in die Mitte der Gesellschaft.
Kaum jemand weiß, wer Thomas Kuban ist – gut für ihn! Denn der Undercover-Journalist hat unter Lebensgefahr die Machenschaften der rechten Musikszene dokumentiert. Getarnt als brauner Kamerad, filmte Kuban über 30 Konzerte von Nazibands. Rechtsrock ist das Rekrutierungsinstrument der rechten Haßprediger. Die packende Reportage schildert eine Neonaziszene von erschreckendem Selbstbewußtsein, deren Netzwerk bis in die Mitte der Gesellschaft reicht. Was passiert im Untergrund? Wie ziehen die Szenegrößen ihre Strippen? Dieses Buch zeigt Ihnen den Weg hinter die Kulissen.
„Es gibt nicht viele Journalisten, die das Wagnis auf sich nehmen, Informationen aus dem Inneren der gewaltbereiten Neonazi-Szene zu sammeln.“ (Der Spiegel).



Wolf Wetzel: Der NSU-VS-Komplex. Wo beginnt der Nationalsozialistische Untergrund – wo hört der Staat auf? Unrast Verlag. 2. aktualisierte und erweiterte Auflage 2013. 180 S. (NB1267) 14 Euro
13 Jahre blieb der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) unentdeckt. Zehn Morde wurden begangen, zehn Mal verschoben die Behörden verschiedener Bundesländer die Mordhintergründe ins „ausländische Milieu“. Zehn Mal will man keine „heiße Spur“ gehabt haben. Dennoch legte man alle zehn Morde in die Blutspur des „organisierten Verbrechens“.
Nachdem die Existenz des NSU nicht mehr zu leugnen war, reihte sich eine Panne an die andere. Daß in allen Behörden Beweise verschwinden, Akten verheimlicht, Falschaussagen gemacht, ganze Aktenberge geschreddert werden, beweist, daß weder „Behördenwirrwar“ noch „Kommunikationschaos“ herrsch(t)en, sondern der gemeinsame Wille, unter allen Umständen zu verhindern, daß etwas ans Licht kommt, was den bisherigen Erklärungen widersprechen würde.
Ab wie vielen Pannen muss man von einem System sprechen? Wenn über zwei Dutzend V-Männer hervorragende Kontakte zur neonazistischen Organisation „Thüringer Heimatschutz“ und zu den späteren Mitgliedern des NSU hatten, waren staatliche Stellen nicht etwa auf dem „rechten Auge blind“, sondern ließen sehenden Auges zu, daß über sieben Jahre hinweg zehn Morde begangen werden konnten.



Bodo Ramelow (Hrsg.): Schreddern, Spitzeln, Staatsversagen. Wie rechter Terror, Behördenkumpanei und Rassismus aus der Mitte zusammengehen. VSA Verlag 2013. 240 S. (NB1254) 12,80 Euro
Der rechte Terror des Nationalsozialistischen Untergrundes (NSU) kostete zehn Menschen das Leben. Er erwuchs aus dem Rassismus in der Gesellschaft, der Verharmlosung der rechten Gefahr, dem systembedingten Versagen der Geheimdienste und Behördenkumpanei. Eine Spur braunen Terrors zieht sich durch Deutschland: neun Morde mit derselben Waffe und die rätselhafte Hinrichtung einer Polizistin. Den aus der Türkei und aus Griechenland stammenden ermordeten Gewerbetreibenden und ihren Angehörigen schob man Mitschuld in die Schuhe. Fazit der zahlreichen Untersuchungsausschüsse: Schreddern, Spitzeln, Staatsversagen.
In diesem Buch geht es zum einen um die (Nicht-)Aufklärung der NSU-Verbrechen. Zum anderen wird gezeigt, wie rechter Terror, das Versagen der Geheimdienste und der Rassismus aus der Mitte zusammengehen.
„Der Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft, angetrieben auch durch die unerträglichen Debatten der Politik um die Abschaffung des Asylrechts und die Abschottung Deutschlands gegen Flüchtlinge, bereitete den Boden. Rassismus – das ist neben all den offenen Fragen um das Agieren des Staates das eigentliche Thema im Fall des NSU. Denn auch der Rassismus, der Antisemitismus, der Antiziganismus und die Islamophobie in der Gesellschaft sowie in Behörden führten dazu, daß zuerst die Opfer des braunen Terrors und ihre Angehörigen in den Fokus der Fahndungen gerieten und nie ernsthaft Rassismus als Tatmotiv und Neonazis als Täter erkannt wurden.“ (Aus dem Vorwort).
Bodo Ramelow ist Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag und Vorstandsmitglied der Rosa-Luxemburg-Stiftung.



Patrick Gensing: Terror von rechts. Die Nazi-Morde und das Versagen der Politik. Rotbuch Verlag 2012. 240 S. mit Bildteil. (NB1240) 14,95 Euro
Die Liste rechtsextremer Überfälle, Morde und Anschläge in Deutschland ist lang. Doch bislang hieß das Prinzip Verdrängung. Und ein gängiges Klischee dazu lautete: Neonazis terrorisieren allenfalls die ostdeutsche Provinz. Die „NSU“ und die zehn Morde, die auf ihr Konto gehen, haben dies auf schreckliche Weise widerlegt: Neonazis morden auch in westdeutschen Metropolen, jahrelang, ungestört. Weitere Ignoranz ist nun nicht mehr möglich. Ein beispielloses Versagen der Politik und der Sicherheitsbehörden hat diese Taten erst zugelassen. Patrick Gensing zeigt in seinem Buch, wie sich die Neonazi-Bewegung nach 1989/90 radikalisierte und dabei kaum auf Widerstand stieß. Er analysiert das vielfältige rechtsextreme Spektrum und beweist, daß die NPD eng mit den Terroristen verbunden ist. Und er rechnet mit untätigen Politikern ab, die bei Morden aus neonazistischen Motiven wegschauen. Aber die blutige Spur der Rechtsterroristen offenbart, was Politik und Medien allzu lange verharmlosten: wie akut die Bedrohung durch den Terror von rechts ist.



Michael Schmidt: „Heute gehört uns die Straße...“ Der Inside-Report aus der Neonazi-Szene. Mit einer Einleitung von Ralph Giordano. Erweiterte und aktualisierte Ausgabe. Econ-Taschenbuch 1994. 552 S. (NB55) 9,50 Euro



Martin Dietzsch, Helmut Kellershohn, Alfred Schobert: Jugend im Visier. Geschichte, Umfeld und Ausstrahlung der „Unabhängigen Nachrichten“. Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS) 2002. 184 S. (NB591) 12 Euro
Die „Unabhängigen Nachrichten“ gehören zum Umfeld der NPD. Vor über 30 Jahren gegründet, popularisieren sie völkisch-nationalistische Ideologie mit deutlich neonazistischer Färbung. Agitation und Propaganda umfassen die gesamte programmatische Breite von Holocaust-Leugnung bis zu aggressivem Rassismus. Durch ihre Reihe „Auf dem Stundenplan“ nehmen die „Unabhängigen Nachrichten“ insbesondere Jugendliche ins Visier und betreiben dabei Fälschung der Geschichte. Im Umfeld der „Unabhängigen Nachrichten“ verknüpft der Verlag VAWS Propaganda und Kommerz. Seit der Gründung nationalsozialistischer Traditionspflege verpflichtet, zielt auch VAWS insbesondere auf Jugendliche, indem er sich auf Vermarktung von Musik spezialisierte. Die Autoren der Studie zeigen, wer hinter den „Unabhängigen Nachrichten“ und VAWS steckt, wie ihre Propaganda funktioniert und wie man sich dagegen wehren kann.



Franziska Hundseder: Wotans Jünger. Neuheidnische Gruppen zwischen Esoterik und Rechtsradikalismus. Heyne Taschenbuch 1998. 192 S. (NB369z) 8,65 Euro



Marco Carini, Andreas Speit: Ronald Schill. Der Rechts-Sprecher Konkret 2002. 208 S. (NB602 bes) 15 Euro
Die sensationelle Zustimmung bei der Hamburger Bürgerschaftswahl 2001 machten Ronald Schill und seine Partei zu einem bundesweit beachteten Phänomen in der Parteienlandschaft. Mit Law-and-order-Konzepten und fremdenfeindlichen Parolen will die neue Rechtspartei Wählerstimmen und Mitglieder aus der „Mitte“, aber auch vom „rechten Rand“ der Gesellschaft abschöpfen. Jetzt liegt ein Buch vor, das diese Entwicklung ausleuchtet. Marco Carini und Andreas Speit porträtieren Schill und seine Partei. Sie analysieren Zielsetzung, Programm und praktische Politik des zum Hamburger Innensenator aufgestiegenen Richters und zeigen auf, was die „Partei Rechtsstaatlicher Offensive“ von anderen rechten Gruppierungen unterscheidet und was sie verbindet.



Martin Finkenberger / Horst Junginger (Hg.): Im Dienste der Lügen. Herbert Grabert (1901-1978) und seine Verlage. Alibri Verlag 2004. 182 S. (NB746) 13,50 Euro
Der Grabert-Verlag gehört zu den traditionsreichen und marktführenden rechtsextremen Verlagen in Deutschland. Er überdauerte alle Konjunkturen des Rechtsextremismus und vertreibt ein umfangreiches Programm zu zeitgeschichtlichen und aktuellen politischen Themen. Er bietet Geschichtsrevisionisten ein Forum, die Führungspersonen des Fritten reiches verklären, Verbrechen des Nationalsozialismus relativieren oder leugnen sowie antisemitische Thesen vertreten.



Barbara Junge / Julia Naumann / Holger Stark: RechtsSchreiber. Wie ein Netzwerk in Medien und Politik an der Restauration des Nationalen arbeitet. Elefantenpress 1997. 224 S. (NB33z) 15,30 Euro



Frank Deppe, Georg Fülberth, Rainer Rilling (Hg.): Antifaschismus. Distel Verlag 1996. 624 S. (NB660) 21 Euro
Die in diesem Band versammelten Beiträge haben einen gemeinsamen inhaltlichen Bezug: die Rekonstruktion eines aktuellen Antifaschismus. Das schließt die Abwehr der üblich gewordenen Versuche ein, den Kampf gegen den Nationalsozialismus zu diskreditieren, Kriegspolitik und den Völkermord zu relativieren. Zu den bleibenden Ergebnissen des historischen Antifaschismus gehört der demokratische nd sozialstaatliche Konsens, der sich nach 1933 in den Widerstandsbewegungen herausgebildet hat und nach 1945 trotz des bald einsetzenden Kalten Krieges die gesellschaftliche Realität zumindest mitprägte. Aktueller Antifaschismus bedeutet seine Weiterentwicklung und Verteidigung.



Bernd Langer: Antifaschistische Aktion. Geschichte einer linksradikalen Bewegung. Unrast Verlag 2014. 264 S. (NB1293) 16 Euro
Heute sind die Doppelfahnen der „Antifaschistischen Aktion“ das am häufigsten genutzte Symbol der linken Szene. Auch unter „Antifa“ kann sich wohl jeder etwas vorstellen. Schwarzer Block gleich Antifa; so vermitteln es zumindest die Medien in falscher Verkürzung. Denn die Geschichte dieser Bewegung reicht weit zurück und ist keineswegs auf Militanz zu reduzieren.
Antifaschismus wurde in Deutschland Anfang der 1920er Jahre als polemischer Kampfbegriff durch die KPD eingeführt. Verstanden wurde darunter Antikapitalismus. Erst Anfang der 1930er Jahre rückte der Kampf gegen die Nationalsozialisten mehr und mehr in den Fokus. 1932 mündete diese Entwicklung in der Gründung der Antifaschistischen Aktion. In der BRD griffen kommunistische Gruppen in den 1970er Jahren das Emblem wieder auf. Später, von Autonomen übernommen und neu gestaltet, wurde es zum Zeichen der heutigen Antifa. Undogmatisch, radikal und systemkritisch ist Antifaschismus also von jeher viel mehr als nur ein Kampf gegen Nazis.
Dieses Buch liefert den ersten umfassenden Überblick über die Entwicklung der Antifa. Ein Grundlagenwerk für Aktivisten und all diejenigen, die erfahren wollen, in welcher Tradition Antifaschismus in Deutschland steht.



Jens Mecklenburg (Hg.): AntifaReader. Antifaschistisches Handbuch und Ratgeber. Elefantenpress 1996. 384 S. (NB34z) 12,74 Euro
Der Antifa Reader bietet eine vollständige Darstellung zu den Themen Rechtsextremismus und Neonazismus. Von der organisatorischen Entwicklung zur Ideologie, von den Ursachen zu den Aussichten, von den alten zu den neuen Rechten, von den militanten Neonazis zu den Rechten in der Ökologie- und Esoterik-Szene. Ein Lexikon der wichtigsten Personen, Organisationen, Zeitungen und Zeitschriften, ein Schlagwortverzeichnis und Register geben dem Nachschlagewerk seinen Charakter als Arbeitsbuch. Der Reader informiert nicht nur kompetent über die rechte Szene, sondern gibt auch Anregungen für antifaschistische und antirassistische Aktivitäten.



Ulrich Schneider (Hg.): Tut was! Strategien gegen Rechts. PapyRossa Verlag 2001. 220 S. (NB422) 13,30 Euro



Tipps und Tricks für Antifas – reloaded. Unrast Verlag 2009. 76 S. geheftet. (NB1101) 4 Euro



Jochen Baumann, Andreas Dietl, Wolfgang Wippermann: Blut oder Boden. Doppel-Paß, Staatsbürgerrecht und Nationsverständnis. Elefantenpress 1999. 160 S. (NB47z) 12,60 Euro



Martin Dietzsch und Alfred Schobert (Hg.): Ein „jüdischer David Irving“? Norman G. Finkelstein im Diskurs der Rechten – Erinnerungsabwehr und Antizionismus. DISS 2001. 112 S. Im Großformat, zahlr. Faksimiles. (NB495) 14 Euro
Mit Finkelstein erhält die bei Antisemiten beliebte These akademische Weihen, Holocaust-Überlebende und jüdische Eliten machten mit der Erinnerung an die Vernichtung der europäischen Juden ein großes Geschäft. Zudem sei es ja ein jüdischer Akademiker, der dies nun behaupte. So kann die These von der „Holocaust-Industrie“ auch im Medien-Mainstream reüssieren. Wie schon bei der Walser-Debatte zeigt sich die Doppelbewegung eines Rechtsdrucks in die Mitte und eines Rechtsrucks der Mitte. Dadurch bestärkt, macht sich die extreme Rechte weitere Hoffnungen, preist Finkelstein als „jüdischen David Irving“ und kann erfreut beobachten, wie die Erinnerung an die Shoah weiter abgewehrt wird. Neben einem ausführlichen Essay enthält dieser Band eine Faksimile-Dokumentation des Finkestein-Diskurses in der Rechts-Presse von der Nationalzeitung und der Jungen Freiheit über die „Vertriebenen“-Blätter bis zu den militanten Neonazis und den esoterischen Verschwörungsmythen.



Klaus Holz, Heiko Kauffmann, Jobst Paul (Hg.): Die Verneinung des Judentums. Antisemitismus als religiöse und säkulare Waffe. Edition DISS in Unrast Verlag 2009. 184 S. (NB1142) 22 Euro
Der Band umfaßt eingehende Analysen antisemitischer Positionierungen auf den Diskursebenen der Medien, der Politik, der Wissenschaft, der Religion und des Alltags. Thematisiert wird die Entstehung des politischen Antisemitismus in Deutschland und dessen gegenwärtige Wiederbelebung im Islamismus. Einen Schwerpunkt bildet die jüdische Perspektive auf das Phänomen des Antisemitismus und auf ihr Gegenprogramm der gerechten Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund wird die Flüchtlingspolitik der Gegenwart betrachtet. Dies geschieht anlässlich des 70. Jahrestages der Konferenz von Evian und deren Umgang mit jüdischen Flüchtlingen (1938).



Gudrun Hentges, Guy Kempfert, Reinhard Kühnl (Hg.): Antisemitismus. Geschichte, Interessenstruktur, Aktualität. Distel Verlag 1995. 192 S. (NB659) 13,50 Euro
Mit Beiträgen von Ignatz Bubis, Detlev Clausen, Jürgen Elsässer, Walter Grab, Thomas Held, Klara Obermüller, Kurt Pätzold u.a.



Dietrich Heither, Gerd Wiegel (Hg.): Die Stolzdeutschen. Von Mordspatrioten, Herrenreitern und ihrer Leitkultur. PapyRossa Verlag 2001. 200 S. (NB534z) 13 Euro Endlich wieder unbefangen stolz sein zu dürfen, dieser Herzenswunsch eint die deutsche Standortgemeinschaft. Stolz auf die Nation, ihr wirtschaftliches Leistungsvermögen, ihre überlegene „Leitkultur“ oder schlichtweg auf das exklusive „deutsche Blut“. Von Mordspatrioten bis zu Herrenreitern – das Banner des Stolzdeutschtums vereint jene, denen „deutsche Interessen“ über alles in der Welt gehen. Das Buch leuchtet hinter Vergangenheit und Gegenwart deutschen Nationalstolzes. Es untersucht dessen spezifischen Traditionen und verbindet sie mit den Debatten um Leitkultur, Standortnationalismus und Einwanderung.



Brigitte Bailer-Galanda, Wolfgang Benz, Wolfgang Neugebauer (Hg.): Die Auschwitzleugner. „Revisionistische“ Geschichtslüge und historische Wahrheit. Elefantenpress 1996. 400 S. (NB48z) 20,40 Euro



Deutsche Demokraten. Wie rechtsradikal sind CDU & CSU? Mit Beiträgen von Ursel Sieber, Charlotte Wiedemann, Bernd Siegler, Jürgen Elsässer, Ernesto Schweitzer, Jürgen Voges. Verlag Die Werkstatt 1994. 208 S. (NB496) 12,30 Euro



Bernd Siegler, Oliver Tolmein, Charlotte Wiedemann: Der Pakt. Die Rechten und der Staat. Verlag Die Werkstatt 1993. 256 S. (NB497) 14,30 Euro
„Zwischen den staatstragenden Parteien der BRD und der rechtsradikalen Gesinnung gibt es zuviel Gemeinsames und zu wenig Trennendes. Von der SPD bis zu den militanten Neofaschisten zieht sich ein gemeinsames Band, das sich am kürzesten mit der Republikaner-Parole ‚Deutschland zuerst‘ ausdrücken läßt.“ Es gibt Verständnis, Nachsicht und Entschuldigungen für die Täter, es gibt ideologische Berührungspunkte, es gibt einen in stiller, formloser Übereinkunft geschlossenen Pakt, der zumindest ein Ergebnis gebracht hat: die Aushöhlung des Asylrechts.



Raimund Hethey und Peter Kratz (Hg.): In bester Gesellschaft. Antifa-Recherche zwischen Konservativismus und Neo-Faschismus. Verlag Die Werkstatt 1991. 304 S. Mit einigen Ab. (NB498) 14,30 Euro Rechtsradikalismus ist mehr als die Brutalität prügelnder Skinheads oder die Hetzreden Ewiggestriger. Unter gediegenen Wirtschaftsführern, an ehrbaren Honoratioren-Stammtischen, in erlesenen Professorenzirkeln – in bester Gesellschaft eben – kursieren zuweilen konservative und elitäre Ideologien in einer gefährlichen Nähe zum Neofaschismus. Beiträge von Kurt Heiler, Hartmut Meyer, Volkmar Wölk u.a.



Wolfgang Purtscheller u.a.: Delikt: Antifaschismus. Briefbombenterror in Österreich und Kriminalisierungskampagnen von rechts. Elefantenpress 1998. 192 S. (NB49z) 15,30 Euro
Wie der rechtsextreme Terror als Katalysator für eine markanten Rechtsruck der österreichischen Gesellschaft diente.



Peter Bathke, Anke Hoffstadt (Hg.): Die neuen Rechten in Europa. Zwischen Neoliberalismus und Rassismus. PapyRossa Verlag 2013. 362 S. (NB1249) 18 Euro
In ganz Europa hat sich seit einigen Jahren ein kontinuierlicher Aufschwung rechtsextremer und rechtspopulistischer Parteien vollzogen. Woraus erklärt er sich? Handelt es sich dabei lediglich um eine vorübergehende Folge der europäischen Finanz- und Wirtschaftskrise? Oder sind es die neoliberalen Rahmenbedingungen, die der extremen Rechten die »GlobalisierungsverliererInnen« in die Arme treiben? Warum blieb Deutschland bisher eine einflussreiche rechtspopulistische Partei erspart? Wie kann das Erstarken der neuen Rechten in Europa gebremst und umgekehrt werden? Welche Bündnisse gegen Rechts sind möglich? Welche Erfahrungen gibt es hierzu und wieweit lassen sie sich verallgemeinern? Und nicht zuletzt: Welche Projekte weisen über den Neoliberalismus hinaus und können der extremen Rechten den Boden entziehen? Diesen Fragen stellen sich namhafte Autorinnen und Autoren, die hierzu seit langem forschen und sachkundige Antworten geben können. Mit Beiträgen von: Peter Bathke, Christoph Butterwegge, Richard Gebhardt, Alexander Häusler, Claudia Haydt, Anke Hoffstadt, Andrej Hunko, Christina Kaindl, Helmut Kellershohn, Nanna Kern, Kerstin Köditz, Ulrich Maurer, Sergio Muzzupappa, Karin Priester, Katrin Reimer, Sven Schönfelder, Manuela Schon, Herbert Schui, Werner Seppmann, Hans van Heijningen, Fabian Virchow, Arjan Vliegenthart, Thomas Wagner, Alban Werner, Gerd Wiegel, Florian Wilde, Koray Yilmaz-Günay, Michael Zander, Maike Zimmermann, autonome antifa (f).



Hermann L. Gremliza (Hg.): Braunbuch Österreich. Ein Nazi kommt selten allein. Konkret 2000. 168 S. (NB231z) 11,66 Euro
Dieses Buch enthält Beiträge über Geschichte, Programm und Personal der rechtsradikalen Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), über die Geburt ihres Anführers Jörg Haider aus dem Geist des Fernsehens und über seine unaufhaltsame Karriere. Über Rassismus und Antisemitismus in Österreich seit 1986, über den Umgang der österreichischen Gesellschaft mit dem materiellen und ideologischen Erbe des Nationalsozialismus, über die Unterstützung Haiders durch deutsche Politiker und über die Reaktionen der Linken auf seine Erfolgsgeschichte. Beiträge von Günter Jacob, Erwin Riess, Gerhard Scheit, Wolfgang Purtscheller, Andreas Spannbauer, Michael Scharang u.a.



Gerhard Feldbauer: Marsch auf Rom. Faschismus und Antifaschismus in Italien – Von Mussolini bis Berlusconi und Fini. PapyRossa Verlag 2002. 224 S. (NB600) 14,80 Euro
Der Kampf zwischen Faschismus und antifaschistischem Widerstand von der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bis heute. Wie und warum konnten sich die Faschisten über ihre Niederlage 1944/45 hinwegretten und im Kalten Krieg als Bewegung neu konstituieren? Feldbauer untersucht außerdem Berlusconis Partei und seine Mediendiktatur.



Sebastian Chwala: Der Front National. Geschichte, Programm, Politik und Wähler. PapyRossa Verlag 2015. 143 S. (NB1316) 12,90 Euro
„Vielfach ist der Erfolg des Front National unmittelbar mit dem Niedergang der französischen Industrie und der massiv angestiegenen Arbeitslosigkeit begründet worden. Sebastian Chwala widerlegt diese eindimensionale Erklärung und belegt, dass der seit langem andauernde Aufstieg der extremen Rechten in Frankreich viel eher aus der Bedrohung einer breiten 'Eigentümergruppe' durch die Monopolisierungstendenzen des 'modernen' Kapitalismus resultiert. Insbesondere die 'neuen Mittelschichten' mit ihren Einfamilienhäusern in den Vorstädten fürchten einerseits ihren Abstieg und andererseits die Konkurrenz neuer sozialer Aufsteiger. Sie sind es, die besonders anfällig sind für die Mystifizierung eines Frankreichs mit breiter Streuung an Eigentum. Die Wirkungsmächtigkeit dieses Ideals wird dadurch verstärkt, dass es von den politischen Eliten unverdrossen propagiert wird. Angereichert um Fremdenfeindlichkeit, spielt es in der Programmatik des Front National eine zentrale Rolle.“



Bernhard Schmid: Die Neue Rechte in Frankreich. Unrast Verlag 2009 (unrast transparent – rechter rand). 72 S. (NB1123) 7,80 Euro
Die französische „Nouvelle Droite“ (Neue Rechte) bezeichnet eine spezifische Strömung innerhalb der antidemokratischen extremen Rechten, die in den späten 1960er Jahren entstanden ist. Die damalige „Neue Rechte“ entstand vor dem Hintergrund des Scheiterns des rechtsextremen Aktivismus und Militarismus während der Hochphase der französischen Kolonialkriege. Sie versuchte die theoretischen Lehren aus dessen historischem Mißerfolg, und zugleich aus den „Fehlentwicklungen“ des deutschen Nationalsozialismus – aus rechter Sicht –, zu ziehen. Ihre Vordenker erwiesen sich als Meister darin, Ansätze und intellektuelle Versatzstücke, die aus anderen Denktraditionen stammten, aus ihrem Zusammenhang zu reißen, „umzudrehen“ und in ihren eigenen Diskurs einzubauen.



Dietrich Heither: Verbündete Männer. Die Deutsche Burschenschaft – Weltanschauung, Politik und Brauchtum. PapyRossa Verlag 2000. 544 S. Hc. (NB193) 24,54 Euro
Uniforme Männerbündelei, das Schlagen von Mensuren und kollektive Trinkrituale kennzeichnen die Deutsche Burschenschaft als Prototyp des studentischen Verbindungswesens. Diese soziokulturellen und organisatorischen Eigenheiten verknüpft Dietrich Heither mit der ideengeschichtlichen und politischen Entwicklung sowie dem Innenleben dieses Verbands. Sein Buch ist ein Beitrag zur Rechtsextremismusforschung wie zur Geschlechtergeschichte.



Emil Julius Gumbel: Vier Jahre politischer Mord und Denkschrift des Reichsjustizministers zu „Vier Jahre politischer Mord. Mit einem Vorwort von Hans Thill. Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 1980. 360 S. (NB611) 13 Euro
Reprint der im Verlag der Neuen Gesellschaft (1922) und im Malik-Verlag (1924) erschienenen Untersuchungen. In den Jahren 1918 bis 1923 sind in Deutschland Hunderte von politischen Mordtaten begangen worden. Der überwiegende Teil der Täter stand rechts. Gumbel hat die Fälle dokumentiert, die er lückenlos belegen konnte.



Arn Strohmeyer: Von Hyperborea nach Auschwitz. Wege eines antiken Mythos. PapyRossa Verlag 2005. 158 S. (NB814 BES) 14 Euro
Das Buch belegt die enge Beziehung, die zwischen okkulten und faschistischen Strömungen besteht. Viele Mythen haben in ihrer Neuinterpretation bis in die Gegenwart eine äußerst geschichtsmächtige Wirkung entfaltet. Der Mythos von den Hyperboräern gehört dazu. Er hat an der NS-Ideologie mitgewirkt, beflügelt Neonazis noch heute und hat in der Esoterik seinen festen Platz.



Friedrich Paul Heller: Lederhosen, Dutt und Giftgas. Die Hintergründe der Colonia Dignidad. Schmetterling Verlag 2005. 136 S. (NB886) 12,80 Euro
Kindesmißbrauch, sexuelle Gewalt, Psychoterror, Zwangsmedikation und Entführung von Babys sind nur die Oberfläche des Skandals um die Colonia Dignidad. Das deutsche Sektenlager in Chile war in Folter, Massenmorde, Waffenschmuggel und die Produktion von B- und C-Waffen verwickelt. Dadurch, daß die Colonia Dignidad von verschiedenen staatlichen Stellen einerseits unterstützt, andererseits ignoriert wurde, konnte aus ihr ein Staat im Staate werden. Friedrich Paul Heller dokumentiert, wie sich so in der Sekte absonderliche Regeln und Moralvorstellungen bilden konnten, die nur von ihrem Führer Paul Schäfer vorgegeben wurden. Es entstand ein moralischer Mikrokosmos, der geprägt war von psychischer und sexueller Unterdrückung, religiöser Indoktrination und dem Teile-und-Herrsche-Prinzip.



Antifaschistisches Frauennetzwerk, Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus (Hg.): Braune Schwestern? Feministische Analysen zu Frauen in der extremen Rechten. Unrast Verlag 2005 (Reihe antifaschistischer Texte). 144 S. (NB1035)14 Euro
Die Autorinnen zeigen die neuesten Entwicklungen im Bereich „Frauen im Rechtsextremimsus“ auf: Aktivitäten von rechtsextremen Mädchen und Frauen, Organisationsstrukturen, Kontinuitäten, Strategien und die Palette rechter Frauen(selbst)bilder. Ziel ist es, verschiedene Aspekte einfließen zu lassen und mögliche Handlungsspielräume gegen rechte Ideologien aufzuzeigen, unter anderem in der kritischen Beleuchtung bisheriger feministischer und antifaschistischer Debatten.



Anton Maegerle: Vom Obersalzberg bis zum NSU: Die extreme Rechte und die politische Kultur der Bundesrepublik 1988 – 2013. NS-Verherrlichung, rassistische Morde an Migranten, Antisemitismus und Holocaustleugnung. Edition Critic 2013. 410 S. (NB1258) 20 Euro



Friedrich Paul Heller und Anton Maegerle: Thule. Vom völkischen Okkultismus bis zur Neuen Rechten. 2. erweiterte und aktualisierte Auflage. Schmetterling Verlag 1998. 212 S. Mit einigen Abb. (NB708z) 13,80 Euro
Völkisch-okkultistische Groschenhefte, antisemitische Geheimbündelei und die rassenreligiöse Mythologie des Wiener Ariosophen und Frauenhassers Jörg Lanz von Liebenfels prägten nachhaltig das Weltbild Adolf Hitlers. Auch die Karrieren anderer Nazi-Größen wie des Führers Stellvertreter Rudolf Heß, SS-Anführers Heinrich Himmler oder Chefideologie Alfred Rosenberg gediehen im Mief völkischer und neuheidnischer Zirkel, in konspirativen kleinbürgerlichen Wohnstuben oder Wirtshaushinterzimmern. Auch die heutige sogenannte Neue Rechte beruft sich auf treu-germanische Esoterik und besonders auf jenen Mythos, der schon die Phantasie der Nazi-Urväter so eindringlich beflügelte: die Thule-Legende. Eine Flut von Videos, Zeitschriften, Internet-Homepages und nicht zuletzt die neurechte Fiction-Literatur bekannter Hitler-Bewunderer, wie Miguel Serrano oder Wilhelm Landig, stricken an der Mär vom „Atlantis“ der arischen Herrenrasse. Wie und Warum braune Esoterik heutzutage wieder auf große Resonanz stoßen kann, zeigen die Autoren am Beispiel Jan van Helsings „Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20 Jahrhundert“. In diesem Buch entschlüsseln die Journalisten Friedrich Paul Heller und Anton Maegerle die verborgenen Botschaften einer Mythologie, hinter deren scheinbar unpolitischem Wortnebel die völkische Rechte ihr nach 1945 angekratztes Weltbild wieder zu ordnen und ihr Erscheinungsbild zu „modernisieren“ versucht.



Friedrich Paul Heller und Anton Maegerle: Thule. Vom völkischen Okkultismus bis zur Neuen Rechten. 3. überarbeitete Auflage. Schmetterling Verlag 2007. 184 S. Mit einigen Abb. (NB996) 13,80 Euro
Völkisch-okkultistische Groschenhefte, antisemitische Geheimbündelei und die rassenreligiöse Mythologie des Wiener Ariosophen und Frauenhassers Jörg Lanz von Liebenfels prägten nachhaltig das Weltbild Adolf Hitlers. Auch die Karrieren anderer Nazi-Größen wie des Führers Stellvertreter Rudolf Heß, SS-Anführers Heinrich Himmler oder Chefideologie Alfred Rosenberg gediehen im Mief völkischer und neuheidnischer Zirkel, in konspirativen kleinbürgerlichen Wohnstuben oder Wirtshaushinterzimmern. Auch die heutige sogenannte Neue Rechte beruft sich auf treu-germanische Esoterik und besonders auf jenen Mythos, der schon die Phantasie der Nazi-Urväter so eindringlich beflügelte: die Thule-Legende. Eine Flut von Videos, Zeitschriften, Internet-Homepages und nicht zuletzt die neurechte Fiction-Literatur bekannter Hitler-Bewunderer, wie Miguel Serrano oder Wilhelm Landig, stricken an der Mär vom „Atlantis“ der arischen Herrenrasse. Wie und Warum braune Esoterik heutzutage wieder auf große Resonanz stoßen kann, zeigen die Autoren am Beispiel Jan van Helsings „Geheimgesellschaften und ihre Macht im 20 Jahrhundert“. In diesem Buch entschlüsseln die Journalisten Friedrich Paul Heller und Anton Maegerle die verborgenen Botschaften einer Mythologie, hinter deren scheinbar unpolitischem Wortnebel die völkische Rechte ihr nach 1945 angekratztes Weltbild wieder zu ordnen und ihr Erscheinungsbild zu „modernisieren“ versucht.



Friedrich Paul Heller und Anton Maegerle: Die Sprache des Hasses. Rechtsextremismus und völkische Esoterik -Jan van Helsing, Horst Mahler... Schmetterling Verlag 2001. 216 S. Mit einigen Abb. (NB709) 15,80 Euro
Braune Esoteriker, rechtsextreme Parteien, die intellektuelle Neue Rechte, militante Neonazis und der politisierte Teil der Dark-Wave-Szene bilden eine neue gesellschaftliche Bewegung, die sich statt über politische Programme über eine gemeinsame Symbolsprache definiert. Mit dieser Symbolik besetzt der modernisierte Rechtsextremismus Zeit und Raum und deutet die Geschichte um. Die Journalisten Friedrich Paul Heller und Anton Maegerle entschlüsseln den Wortschatz dieser „Sprache des Hasses“ und übersetzen die Botschaften ihrer unheimlichen Meister: Erfolgsautor Jan van Helsing, der auf pseudo-religiösen Umwegen braunem Gedankengut zu neuer Popularität verholfen hat, und Horst Mahler, der im Internet eine Theologie des Terrors verbreitet und eine philosophisch-theologische „Endlösung der Judenfrage“ propagiert. Die Autoren zeichnen einen „Kampf der Symbole“ nach, dessen Wirkung weit größer ist als es die Anzahl der Organisierten vermuten läßt, und beleuchten Motive und Strategien einer Bewegung, die dabei ist, der Gesellschaft den Krieg zu erklären.



Andreas Speit (Hg.): Ästhetische Mobilmachung. Dark Wave, Neofolk und Industrial im Spannungsfeld rechter Ideologien. Unrast Verlag 2002 (Reihe antifaschistischer Texte). 288 S. (NB1034 BES) 16 Euro
Jenseits der Neonazi-Skinhead-Musik festigt sich innerhalb von Dark Wave und Industrial eine rechte Musikszene, die sich zwischen Mythos und Ästhetik bewegt. Doch die Mythen sind nicht ohne Tradition und die Ästhetik ist nicht ohne Ideologie. Rhythmus, Lyrik und Performance transportieren antidemokratische und antiemanzipatorische Motive, die von einer boomenden unkritischen Szene nicht nur toleriert, sondern auch akzeptiert werden. Die Autoren zeigen die Verwendung rechten Ideologien in der Independentkultur von Dark Wave, Neofolk und Industrial auf und beschreiben die Verbindungen bis hin zur Extremen Rechten. Nach einer allgemeinen Darstellungen der Szene werden rechte Labels, Bands und Publikationen analysiert, ohne deren Bedeutung für die gesamte Szene zu skandalisieren oder zu relativieren. Exemplarisch untersuchen die Autoren die Zeitschrift „Sigill“ und deren nationales Umfeld, sie beschreiben die Band „Death In June“ und deren internationalen Verbindungen von der gemäßigten bis zur extrem rechten Szene. Abgerundet wird das Buch mit einer Betrachtung und Diskussion des Phänomen „Neuen-Deutsche-Härte“.



Christian Dornbusch & Hans-Peter Killguss: Unheilige Allianzen. Black Metal zwischen Satanismus, Heidentum und Neonazismus. Reihe antifaschistischer Texte (rat) im Unrast-Verlag 2005. 352 S. (NB891) 18 Euro
Satanismus, Heidentum, Neonazismus – Black Metal gilt als Inbegriff des Bösen. War der Antichrist der frühen Black-Metal-Bands in den 80er Jahren noch Provokation, wurde mit der Renaissance des Black Metal daraus später blutige Realität. Dem Christentum wurde der Krieg erklärt und Kirchenbrandstiftungen, Friedhofsschändungen, Gewalttaten und Morde prägen bis heute das Image der Szene. Black Metal hat Stars hervorgebracht, die sich mit der Inszenierung des Bösen im Pop etabliert haben. Jenseits dieses Mainstream entwickelte sich eine brisante Mischung aus Nazi-Satanisten und völkisch Germanophilen, die an Bedeutung gewinnen. In einer Szene, in der die Verherrlichung von Mord und Krieg die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwimmen läßt, das Heidentum als ein „natürlicher“ Ausdruck des germanischen Volkes gilt und misanthropische Schimären die Vorstellungen eines sozialen Miteinanders verdrängen, müssen sich Rechte im Black Metal nicht verstecken. Ganz offen werden Nationalsozialismus und Shoah glorifiziert, wird die Vernichtung alles Schwachen propagiert und die Rasse zur Grundlage alles Denkens und Handelns erklärt. Über den engen Rand des „NS-Black-Metal“ hinaus gehören dabei Rassismus und Antisemitismus längst zum „guten Ton“ der Szene. Christian Dornbusch und Hans-Peter Killguss beschreiben den Auszug des Black Metal aus dem Heavy Metal, die politische Aufladung der einst ausschließlich negativen Botschaften und die Genese eines rechten Randes zwischen völkischem Selbstverständnis und neo-nationalsozialistischem Habitus.



Hans Albert: Joseph Ratzingers Rettung des Christentums. Beschränkungen des Verbunftgebrauchs im Dienste des Glaubens. Alibri Verlag 2008. 128 S. (NB1063) 10 Euro
Joseph Ratzinger wird im Feuilleton als Intellektueller, als kluger Kopf und einer der führenden Denker innerhalb der katholischen Theologie gehandelt. Hans Albert meint, daß dem deutschen Papst dieses Etikett zu unrecht anhaftet.



Michael Schmidt-Salomon: Manifest des evolutionären Humanismus. Plädoyer für eine zeitgemäße Leitkultur. Alibri Verlag 2005. 182 S. (NB876) 10 Euro
Wir leben in einer Zeit der Ungleichzeitigkeit: Während wir technologisch im 21. Jahrhundert stehen, sind unsere Weltbilder mehrheitlich noch von Jahrtausende alten Mythen geprägt. In Auseinandersetzung mit den Gefahren, die hieraus resultieren, liefert das Manifest des evolutionären Humanismus eine kompakte Zusammenfassung der Grundpositionen einer „zeitgemäßen Aufklärung“. Es ist ein Plädoyer für eine „alternative politische Leitkultur“, die auf die besten Traditionen von Wissenschaft, Philosophie und Kunst zurückgreift, um das unvollendete Projekt der aufgeklärten Gesellschaft gegen seine Feinde zu verteidigen.



Marcus Hammerschmitt: Instant Nirwana. Alibri Verlag 2005. 112 S. (NB872) 11,50 Euro
Ein Essay über Religion und Esoterik in Zeiten des globalisierten Kapitalismus. Marcus Hammerschmitt spürt den Irrationalismus in verschiedenen Bereichen der Gesellschaft und unterschiedlichsten Erscheinungsformen auf. Er beschreibt die Muster der Manipulation und reflektiert die Folgen.



Klaus Schmeh: Planeten und Propheten. Ein kritischer Blick auf Astrologie und Wahrsagerei. Alibri Verlag 2006. 172 S. mit Abb. (NB938) 14 Euro
Allen kritischen Stimmen zum Trotz ist die Astrologie zusammen mit der eng verwandten Wahrsagerei die am weitesten verbreitete esoterische Technik. Klaus Schmeh zeigt, worauf diese beiden Grenzwissenschaften ihre Behauptungen stützen, und überprüft ihre Erfolgsquote. Dabei wird klar: Astrologie und Wahrsagerei verheddern sich in einem Gestrüpp aus Widersprüchen, falschen Annahmen und Ignoranz gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie versagen nicht nur bei der Vorhersage zukünftiger Ereignisse, sondern sind auch als Mittel der Charakterdeutung oder „Lebenshilfe“ völlig ungeeignet.



Alfred Binder: Mythos Zen. Alibri Verlag 2009. 280 S. (NB1121) 18 Euro
Zen gilt vielen, die sich mit östlichen Religionen beschäftigen, als die „erhabenste Lehre“. Seinem Anspruch nach soll es weder eine Religion noch eine Philosophie sein, sondern eine Lehre ohne Lehrinhalt. Zen verspricht nicht nur eine völlige psychische Verwandlung, sondern eine Erleuchtung, die vollkommene Einsicht in die Natur des Universums gewähren soll. Ausführlich wird dargestellt, dass die populären Behauptungen falsch sind, Zen übersteige die Logik und sei mit dem gewöhnlichen Verstand nicht begreifbar. Auch zeigen die geschichtlichen Fakten die Schwierigkeiten des Zen mit ethischen Prinzipien; dies manifestierte sich besonders im bisher größten historischen „Ausrutscher“, der innigen Kooperation der Institution Zen mit dem japanischen Faschismus und die Verwandlung der zen-buddhistischen Philosophie in eine den Faschismus legitimierende Ideologie. Zwar bedeutet das japanische Zen in der Theorie einen Rückfall in schlechte Metaphysik und in der Praxis oft Militarismus, trotzdem kann Zen, jenseits von Mystik und Metaphysik, für den Einzelnen sehr wohl eine therapeutische Funktion haben. Der Autor arbeitet diese genau heraus und zeigt damit den „ursprünglichen Sinn“ dieser Praxis auf.



Bernd Harder: Geister, Gothics, Gabelbieger. 66 Antworten auf Fragwürdiges aus Esoterik und Okkultismus. Alibri 2005. 208 S. (NB826) 14 Euro
Magie, Okkultismus und Esoterik sind heutzutage alltägliche Erscheinungen. Allerdings stellt sich bei genauem Hinsehen häufig heraus, daß der Schein trügt. Fast immer lassen sich die scheinbar übersinnlichen Phänomene nachvollziehbar erklären, ohne daß man den Boden der Tatsachen verlassen muß.



Peter Bierl: Grüne Braune. Umwelt-, Tier- und Heimatschutz von Rechts. Unrast Verlag 2014 (Reihe transparent – rechter rand). 80 S. (NB1286) 7,80 Euro
Seit Jahren versuchen militante Neonazis und rechte Ideologen mit ökologischen Themen zu punkten. Die NPD protestiert gegen Gentechnik, Kameradschaften demonstrieren gegen Castor-Transporte und Autonome Nationalisten gegen Schweinemastbetriebe und für Vegetarismus. In Umwelt & Aktiv warnen Autoren vor zerstörerischer Wachstumspolitik und beklagen einen Raubbau an der Natur. Werden rechte Ökobauern enttarnt, löst deren Engagement immer wieder Überraschung aus. Bürgerinitiativen zeigen sich verwundet, wenn extrem Rechte mitmischen. Dabei haben Nazis immer schon gesellschaftliche Widersprüche aufgegriffen und gemäß ihrer Weltanschauung interpretiert, um neue Anhänger zu rekrutieren. Das gilt für die soziale Frage, die Frauenbewegung wie für Ökologie. Zumal Umweltschutz traditionell ein Thema der Rechten ist.
Die Lebensreformer und Heimatschützer des Kaiserreichs und der Weimarer Republik waren überwiegend konservativ bis völkisch-antisemitisch. Ideen und Personen aus diesem Spektrum prägten noch die moderne Ökologiebewegung und die Gründungsphase der Grünen. Die Biozentristen und Tiefenökologen, die sich im Umfeld von Protestbewegungen der 1970er Jahre entwickelten, verbinden Esoterik mit prinzipieller Menschenfeindlichkeit. Sie agitieren gegen Einwanderung und eine angebliche Überbevölkerung. Parolen der Neuen Rechten gegen Homogenisierung, für kulturelle Differenz und ein Recht auf Heimat sind längst in linke und ökologische Diskurse eingegangen.



Peter Bierl: Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister. Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik. Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe. Konkret 2005. 280 S. (NB883) 17 Euro



Guido und Michael Grandt: Waldorf Connection. Rudolf Steiner und die Anthroposophen. Alibri Verlag 1999. 368 S. (NB512) 18,50 Euro
Die Anthroposophie genießt weithin den Ruf, eine tolerante, hochgeistige Weltanschauung zu sein; die Waldorfpädagogik wird von vielen Eltern als Kretativität und Selbstwertgefühl fördernde Alternative zur Regelschule angesehen. Zu Unrecht, meinen die Journalisten Guido und Michael Grandt. Sie dokumentieren die okkulten und rassistischen Anteile an der Weltanschauung Steiners und gehen der Frage nach, inwieweit diese noch heute in der Anthroposophie nachwirken.



Studentischer Sprecherrat der Universität München (Hg.): „Niemand kann seinem Schicksal entgehen...“ Kritik an Weltbild und Methode des Bert Hellinger. Alibri Verlag 2004. 168 S. (NB764) 11 Euro
Bert Hellinger gilt mit seiner besonderen Form der „systemischen Familienaufstellung“ als „Superstar“ der Therapieszene. Eine Behandlung „nach Hellinger“ birgt jedoch unwägbare Risiken: der ehemalige Missionar hat keine solide therapeutische Ausbildung und verstößt gegen einfachste Regeln der Psychotherapie. Er propagiert ein reaktionäres Familienbild, in dem die Frau dem Mann untergeordnet ist, Konflikte nicht ausgesprochen werden dürfen und die eigene Situation (auch von Opfern von Mißbrauch oder Vergewaltigung) als Schicksal „angenommen“ werden muß. Seine „Erkenntnisse“, gewonnen durch „höhere Eingebungen“, wendet Hellinger nicht nur auf zwischenmenschliche Beziehungen an. Auch die Geschichte interpretiert er nach diesem Muster um und relativiert so die Verbrechen des Nationalsozialismus.



Mirja Keller, Lena Kögler, Moritz Krawinkel, Jan Schlemermeyer: Antifa. Geschichte und Organisierung. Schmetterling Verlag 2011 (Reihe theorie.org). 180 S. Pb. (NB1197) 10 Euro
In dem Buch verfolgen die Autoren die Vorläufer, Theorien und Praktiken der linksradikalen Antifaschisten und erläutern konkret die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der gegenwärtigen Ausprägungen, wie Antideutsche, Antinationale oder Bewegungslinke. Den Lesern bietet sich mit diesem Buch die Möglichkeit, Erkenntnisse über bereits erarbeitete und verworfene Theorien sowie Erfolge und Niederlagen der Praxis zu sammeln, was gerade für die moderne, sich im stetigen Wandel befindliche, radikale Antifa von großer Bedeutung ist. Das Buch hilft dabei, Wissen um die eigene Geschichte zu erlangen, damit das Rad nicht immer neu erfunden werden muß. Stattdessen können die Leser die Entwicklung einer gesellschaftlich wirksamen, emanzipatorischen Bewegung vorantreiben.



Jungdemokraten / Junge Linke Duisburg: Duisburg – rechts um!? Neonazis im Großraum Duisburg/Oberhausen. Vorwort von Bruno Bachler. 2002. 148 S. (NB541) 5 Euro
Seit Jahrzehnten beteuern offizielle Stellen bei jeder sich bietenden Gelegenheit, daß es im Großraum Duisburg/Oberhausen keine ernstzunehmende neonazistische Szene geben würde, erst recht keine gefestigte. Ist dem tatsächlich so? Der Verfassungsschutz jedenfalls müßte es besser wissen, schließlich standen mehrere hochkarätige Duisburger NPD- und JN-Funktionäre in seinen Diensten. Von dieser Seite ist aber nach wie vor ebenso wenig mit Aufklärung zu rechnen wie von der Polizei. In dem vorliegenden Buch wird versucht, ausführlich über Ausformungen, Strukturen und Rekrutierungsfelder der neonazistischen Szene im Großraum Duisburg/Oberhausen zu informieren und eine Grundlage für die lokale politische Arbeit zu schaffen. Das Ergebnis sei vorweggenommen: Die regionale neonazistische Szene ist sowohl gut organisiert als auch höchst aktiv. Sie nutzt alle ihr zur Verfügung stehenden Rekrutierungsfelder.



Conrad Taler: Skandal ohne Ende. Deutscher Umgang mit dem Rechtsextremismus. PapyRossa Verlag 2012. 176 S. Pb. (NB1236) 12,90 Euro
Wenn eine Gruppe von Neonazis lange Zeit ungehindert morden kann, so ist das auch eine Folge der jahrelangen Verharmlosung des Rechtsextremismus. Conrad Taler nennt jene mit Namen, die sich an dieser Verharmlosung beteiligt haben. So etwa den ehemaligen verteidigungspolitischen Sprecher der CDU, Manfred Wörner, der sich dafür einsetzte, eine Galionsfigur der rechtsextremen Szene, den Ex-Nazi-Oberst Hans-Ulrich Rudel, als Gast bei einer Fliegereinheit der Bundeswehr zu empfangen. Oder den Sozialdemokraten Peter Struck, der als Verteidigungsminister nichts dabei fand, den General Reinhard Günzel, der von seinen Soldaten Disziplin nach dem Vorbild der Waffen-SS verlangt hat, an die Spitze des Kommandos Spezialkräfte der Bundeswehr zu stellen. Beteiligt war auch der Verfassungsschutz mit seinen Taufpaten aus der Gestapo, die als ausreichend legitimiert galten, weil für sie der Feind immer schon links gestanden hat. Dies entspricht einer Erblast, die Conrad Taler eingehend beschreibt.



Jens Mecklenburg (Hg.): Was tun gegen rechts. Elefantenpress 1999. 256 S. (NB44z) 17,85 Euro
Möglichkeiten und Konzepte, um gegen rechtsextreme Einstellungspotentiale und Gewaltbereitschaft vorzugehen. Die unterschiedlichen Blickwinkel und praktischen Erfahrungen der Autoren bieten umfassende Denkanstöße. Die Beiträge reichen von der Vorstellung einzelner Initiativen, ihrer Ansatzpunkte, Erfolge und Mißerfolge bis zum Aufzeigen gesamtgesellschaftlicher Perspektiven.



Jürgen Peters, Hans Hoffmann, Udo Schmode (Hg.): Handeln gegen rechts. Xenos – Berichte aus der Praxis. Ein gemeinsames Buchprojekt von IG Metall Vorstand, Otto Brenner Stiftung, ARBEIT UND LEBEN Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. VSA Verlag 2005. 112 S., einige Abb. (NB834) 9,80 Euro
„Die Bekämpfung des Rechtsextremismus erfordert vor allem Handeln im Alltag: Notwendig ist, immr wieder für Toleranz und Weltoffenheit zu werben – in Schulen und Freizeiteinrichtungen, Betrieben und Verwaltungen. Wie dies gehen kann, wurde im Rahmen des Xenos-Programms in zahlreichen Projekten erprobt. Einige werden in diesem Band vorgestellt. Jetzt kommt es darauf an, daß die vielen Handlungsstrategien, die in den Xenos-Projekten entwickelt worden sind, nicht in Vergessenheit geraten: Nachhaltigkeit ist zu Recht ein zentrales Ziel des Programms. Die vorliegende Publikation leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Denn sie bereichert die Dabatte darüber, wie die in den Projekten gesammelten Erfahrungen im Alltagshandeln verankert werden können.“ (Aus dem Vorwort).



Jens Mecklenburg (Hg.): Braune Gefahr. DVU, NPD, Rep. Geschichte und Zukunft. Elefantenpress 1999. 304 S. (NB78z) 20,40 Euro



Samuel Salzborn: Grenzenlose Heimat. Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Vertriebenenverbände. Elefantenpress 2000. 224 S. (NB79z) 15,30 Euro
Haben die Vertriebenenverbände in Deutschland noch eine Zukunft? Sind sie nicht ein Relikt längst vergangener Zeiten? Nein! Nicht nur, daß sich der Status der „Vertreibung“ auf jüngere Generationen vererbt – die Vertriebenenverbände mit ihrer Volkstumspolitik, ihrem Einsatz für ethnisch definierte Menschenrechte sind spätestens seit dem Zusammenbruch des „Ostblocks“ wieder gefragt. Salzborn stellt die Entwicklung in der BRD und in Europa seit 1945 ebenso dar wie ihre nationalsozialistische Vorgeschichte und kommt zu dem Ergebnis, daß die „Vertriebenen“ in Gegenwart und Zukunft deutscher und europäischer Politik präsent bleiben werden.



Das Netz des Hasses. Rassistische, rechtsextreme und neonazistische Propaganda im Internet. Hg. Von der Stiftung Dokumentationsarchiv des österreichischen Winderstandes 1997. 304 S. (NB29) 20,70 Euro
Beiträge von Anton Maegerle, Martin Dietzsch, Wolfgang Neugebauer, Juliane Wetzel u.a.



White Noise. Rechts-Rock, Skinhead-Musik, Blood & Honour – Einblicke in die internationale Nazi-Musik-Szene. Unrast-Verlag 2000. 160 S. (NB11z) 10,10 Euro
Mit einem Beitrag von Stefan Jacoby über Neonazis im Internet.



Juni 1941 – der tiefe Schnitt. Hg. Vom Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst. Espresso Verlag. 176 S. Im Großformat, zahlreiche Abbildungen. (NB519z) 18,40 Euro
Am 22. Juni 1941 überfiel die faschistische Wehrmacht die Sowjetunion. Katalog zur Ausstellung des Deutsch-Russischen Museums vom 22. Juni bis 30. September 2001. Texte in deutscher und russischer Sprache.



Peter Weiss: Die Ästhetik des Widerstands. Roman. Suhrkamp-Verlag 1983. 962 S. (NB156) 22 Euro
Ausgabe des gesamten Werks in einem Band.



Peter Weiss: Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade. Drama in zwei Akten. Edition suhrkamp. 160 S. (NB459) 7 Euro



David Salomon: Demokratie. PapyRossa Verlag 2012, Reihe Basiswissen. 132 S. (NB1218) 9,90 Euro
„Basiswissen“ bringt in handlicher Form leicht verständliche kritische Einführungen in Grundbegriffe aus Politik, Geschichte, Gesellschaft und Ökonomie. Parlamentarismus, allgemeine Wahlen, ein liberales politisches System – ist das schon Demokratie? Daß es ein Trugschluß sei, Demokratie mit Liberalismus gleichzusetzen, heben Autoren wie Luciano Canfora, Domenico Losurdo oder Ellen Meiksins Wood hervor. Sie betonen, daß der Liberalismus seit je die Tendenz hatte, „Demokratie“ auf ein Elitenprojekt zu reduzieren. Geht man mit Arthur Rosenberg davon aus, daß sich der Demokratiegehalt einer Klassengesellschaft daran mißt, wie es um die reale Macht der Unterdrückten steht, kommt man zu ganz anderen Ergebnissen als liberale Theoretiker. Der Band führt in Begriff und Geschichte der Demokratie ein, indem er sich an diesem Gegensatz orientiert. Die grundlegende These ist: „politische Demokratie“ läuft leer oder ist gar bedroht, wenn sie sich nicht zur „sozialen Demokratie“ (Wolfgang Abendroth) erweitert. Der Band fragt nach Möglichkeiten zur Demokratisierung der gesamten Gesellschaft und bilanziert bisherige Versuche, dies zu erkämpfen.



Frank Deppe: Politisches Denken im Übergang ins 21. Jahrhundert. Rückfall in die Barbarei oder Geburt einer neuen Weltordnung? (Politisches Denken im 20. Jahrhundert, Band 4). VSA Verlag 2010. 440 S. (NB1173) 29.80 Euro
Der Abschlußband über das Politische Denken im 20. Jahrhundert – mit einem Ausblick auf die Entwicklung der Weltordnung in unserer Zeit. Dieser Band widmet sich der Zeit nach dem Ende des Kalten Krieges und der welthistorischen Wende von 1989-91: dem Ende der Bipolarität, aber auch der Erosion der „Pax Americana“, den mit dem Aufstieg der „Schwellenländer“ (vor allem China und Indien) veränderten Kräfteverhältnissen in der Weltwirtschaft, der Großen Krise des Finanzmarkt-Kapitalismus und den gewaltigen ökologischen Gefahren des 21. Jahrhunderts. Dabei handelt es sich um keine abgeschlossene Epoche, sondern um bis heute offene Entwicklungsprozesse: geprägt durch den neoliberalen Rollback, die Neuformierung sozialliberaler Modernisierungsstrategien (Tony Blair/Anthony Giddens), das „unvollendete Projekt der Aufklärung“ (Jürgen Habermas), die Renaissance und Politisierung der Religionen: iranische Revolution (Chomeini), Katholizismus (Joseph Ratzinger), die USA des George W. Bush.



Frank Deppe, Georg Fülberth, Werner Goldschmidt, Ernst-Ulrich Huster, Reinhard Kühnl, Norman Paech, Wolfgang Schoeller, Herbert Schui, Gerd Wiegel: Nichts bleibt wie es war. Ein Vierteljahrhundert im Überblick 1980 bis 2005. Distel Verlag 2005. 112 S., Fadenheftung und stabiler Plastikeinband. (NB890 BES) 12,80 Euro
Aus dem Inhalt: Arbeiterbewegung(en); Neofaschismus und Antifaschismus; Der Sozialstaat: Grundlagen und Krise; Drei Detail-Kritiken; Reichtum; Vergangenheit und Zukunft einer neuen Weltordnung; Der globale Freihandel; Die Zerstörung Jerusalems.



David Harvey: Marx’ „Kapital“ lesen. Ein Begleiter für Fortgeschrittene und Einsteiger. Aus dem Amerikanischen von Christian Frings. VSA Verlag 2011. 416 S. (NB1220) 24.80 Euro
Ein Glücksfall für die Marx-Rezeption im 21. Jahrhundert: Der weltweit bekannte marxistische Wissenschaftler David Harvey führt durch den klassischen Text zur Kritik der politischen Ökonomie.
Die größte Finanz- und Wirtschaftskrise seit der Großen Depression und der Versuch, die Ursprünge dieses aktuellen Dilemmas zu verstehen, hat das Interesse an Karl Marx‘ Werk – quer durch die politischen Lager – beträchtlich ansteigen lassen. David Harvey, marxistischer Humangeograph und Sozialwissenschaftler, forscht und unterrichtet seit fast 40 Jahren zum „Kapital“. Hervorgegangen aus seinen Vorlesungen zur Kapitallektüre, denen große internationale Aufmerksamkeit zuteil wurde, zielt dieser Band darauf, die Substanz dieser Lektionen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Das „Kapital“, Band 1, vollständig zu erschließen und es in Marx‘ eigenen Begrifflichkeiten verständlich zu machen – das ist das Ziel von David Harvey. Seine Darstellung richtet sich zum einen an Neu-Leser von Marx, die einem faszinierenden und zutiefst lohnenden Text begegnen. Denjenigen wiederum, die bereits mehr oder weniger intensiv in Marx‘ Werk eingestiegen sind, bietet sein Wegweiser originelle und kritische Interpretationen eines Buches, das den Lauf der Geschichte geändert hat und sich, wie Harvey zu verstehen gibt, erneut anschickt, dies zu tun.



Konrad Lotter, Reinhard Meiners, Elmar Treptow: Das Marx-Engels-Lexikon. Von Abstraktion bis Zirkulation. PapyRossa Verlag 2013 (Neuauflage). 402 S. (NB1247) 19,90 Euro
Für Anfänger wie für Kenner ein wertvolles Hilfsmittel für Verständnis und Erschließung der Werke von Karl Marx und Friedrich Engels. Das Lexikon behandelt rund 250 zentrale Begriffe, die jeweils durch eine kurze Einführung der Herausgeber erläutert werden. Anschließend werden die wichtigsten Belegstellen aus den 42 Bänden der MEW im vollständigen Wortlaut angeführt. Die Zitate sind so angeordnet, dass sich an ihnen sowohl die systematische Entfaltung als auch die historische Entwicklung eines Begriffs nachvollziehen lassen.



Michael Heinrich: Wie das Marxsche Kapital lesen? Hinweise zur Lektüre und Kommentar zum Anfang von „Das Kapital“. Schmetterling Verlag 2008. 288 S. (NB1061) 12,80 Euro
In diesem Band werden zentrale Konzepte wie abstrakte Arbeit, Wertform oder Warenfetischismus eingeführt, die nicht ohne Weiteres verständlich sind. Nach einer Einleitung, in der auf die Relevanz einer heutigen Beschäftigung mit dem «Kapital» eingegangen wird, folgt ein ausführlicher Kommentar zu den ersten beiden Kapiteln. Absatz für Absatz werden Erläuterungen gegeben und Fragen behandelt, die sich bei der Lektüre des Originaltextes einstellen. Dabei wird nicht nur das Verständnis dieser beiden Kapitel erleichtert, es wird auch deutlich, was bei der Lektüre eines komplexen wissenschaftlichen Textes alles zu berücksichtigen ist. Zentrales Thema dieser ersten beiden Kapitel sind die Werttheorie und der Fetisch der Ware. Wichtige Aspekte, die Marx im «Kapital» nur kurz anspricht, behandelte er in anderen Texten. Als Anhang sind dem Kommentar daher Passagen aus weiteren Marxschen Texten beigegeben, die ebenfalls ausführlich erläutert werden. Das vorliegende Buch ist nicht nur eine Hilfestellung zur selbständigen Lektüre des „Kapital“, sondern auch eine textnahe Auseinandersetzung mit der Werttheorie – dem Fundament der Marxschen Kritik der politischen Ökonomie.



Stefan Kraft/ Karl Reitter (Hg.): Der junge Marx. Philosophische Schriften. Pro Media Verlag 2007, Edition „Linke Klassiker“. 172 Seiten. (NB1022) 12,90 Euro
Als Karl Marx im Jahre 1848 im Alter von 29 Jahren gemeinsam mit Friedrich Engels das „Manifest der Kommunistischen Partei“ veröffentlichte, konnte er bereits auf eine Fülle von richtungsweisenden Schriften zurückblicken. Zu den bekanntesten Werken aus seinen Jugendjahren zählen unter anderem „Die heilige Familie“, „Die deutsche Ideologie“, die „Ökonomisch-philosophischen Manuskripte“ und die „Thesen über Feuerbach“. Diese Abhandlungen zeigen auf faszinierende Weise die raschen und umwälzenden Veränderungen im Marxschen Denken, seinen Geistesweg von der deutschen Philosophie hin zu einem revolutionären Programm, seine radikalen Auseinandersetzungen mit den Linkshegelianern und Frühsozialisten. Wir erleben einen Denker, der früh erkennt, wie die Verwirklichung der Philosophie eine emanzipatorische Umwälzung der gesellschaftlichen Verhältnisse bewirken kann. Wir treffen auf einen scharfen Kritiker des Staates, der, vor allem in seiner ausführlichen Kritik an Hegel, den Widerspruch zwischen Staat und Gesellschaft herausarbeitet. Revolution, so Marx, muß „die Revolution radikaler Bedürfnisse sein“. Kommunismus ist daher auch kein fixer, anzustrebender Zustand, sondern „Kommunismus ist die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt“. In seinen frühen Analysen der ökonomisch-sozialen Verhältnisse im Allgemeinen und dem Arbeitsprozeß im Besonderen finden wir eine scharfe Kritik der Lohnarbeit. Marx, der sie grundlegend als entfremdete Arbeit erkennt, konstatiert unmissverständlich: „Ihre Fremdheit tritt darin rein hervor, daß, sobald kein physischer oder sonstiger Zwang existiert, die Arbeit als eine Pest geflohen wird.“ Wie dringlich eine Revolution vonnöten ist, beweist Marx mit seiner Analyse der psychischen und physischen Reduktion des Menschen im kapitalistischen Arbeitsprozeß, und er setzt ihr die Entwicklung der Allseitigkeit und die Entfaltung der Persönlichkeit entgegen. Die Individuen „müssen den Staat stürzen, um ihre Persönlichkeit durchzusetzen.“ Mit der Schriftensammlung „Der junge Marx“ haben Stefan Kraft und Karl Reitter den Versuch unternommen, die wichtigsten Argumente, Thesen und Textstellen im Marxschen Frühwerk aufzuspüren und ihre Aktualität in der Beantwortung heutiger gesellschaftspolitischer Fragen unter Beweis zu stellen.



Karl Unger: Der Weg nach Oben. Geschichte Westdeutschlands und der Bonner Republik. PapyRossa Verlag 2013. 292 S. (NB1248) 16,90 Euro
Als „demokratischster Staat auf deutschem Boden“ ist die „Bonner Republik“ zum Mythos erhoben worden. Die Realität war anders: „Kontinuität, Restauration und Schwamm drüber“, so Willy Brandt über die Adenauerjahre. Währungsreform und deutsche Spaltung waren ein solider Grundstein für den ökonomischen Wiederaufstieg. Die Jahre zwischen der Spiegelaffäre und Brandts Rücktritt als Bundeskanzler waren ein kurzer und teilweise stürmischer Frühling. Eine außerparlamentarische Opposition, aber auch Modernisierungsnotwendigkeiten zwangen die Regierenden, „mehr Demokratie zu wagen“. Unter Helmut Schmidt setzte die „Tendenzwende“ ein: Die sozialen und demokratischen Rechte insbesondere der Lohnabhängigen wurden langsam abgebaut, die weltpolitischen Aktivitäten und der Einsatz für die „Wiedervereinigung“ hingegen erhöht. Die Früchte dieser Politik erntete dann 1989 Helmut Kohl. Mit der politischen Geschichte behandelt Karl Unger eingehend auch die Gesellschaftsstruktur, die Wirtschaft und die Kultur.



Georg Fülberth: Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. PapyRossa Verlag Basiswissen 2012. 116 S. Pocketformat. (NB1233) 9,90 Euro
Georg Fülberth, Professor Dr. phil., Jg. 1939. Lehrte Politikwissenschaft an der Universität Marburg. Publiziert regelmäßig in „Freitag“, „Konkret“, „junge Welt“ und anderen Zeitungen und Zeitschriften. Zahlreiche Bücher und Buchbeiträge.
„Basiswissen“ bringt in handlicher Form leicht verständliche kritische Einführungen in Grundbegriffe aus Politik, Geschichte, Gesellschaft und Ökonomie. Georg Fülberth beschreibt die Entwicklung des bürgerlichen Deutschland seit 1945 als eine Art Selbstbefreiungskampf des deutschen Kapitalismus aus der Sicherungsverwahrung, die ihm 1945 auferlegt wurde. 1990 wechselte das Vorzeichen: aus einer scheinbar subalternen Position innerhalb der Westintegration heraus bahnte sich eine ökonomische und zum Teil auch politische Dominanz Deutschlands in Europa an. Dies ist die eine Seite. Die andere besteht aus den Kämpfen um mehr gesellschaftliche Gleichheit und um eine friedliche Entwicklung. Hier lassen sich mehrere Perioden unterscheiden: Bis 1973 gab es im Goldenen Zeitalter des Wohlfahrtskapitalismus relativ weite Spielräume, zu denen auch der Systemkonfl ikt beitrug. Der Übergang zum finanzmarktgetriebenen Kapitalismus ab Mitte der siebziger Jahre und der Wegfall des Drucks, der vom staatlich verfassten Sozialismus ausging, haben sie verengt. Die Ungleichheit nimmt zu. Ebenso wächst eine aggressive Tendenz in der Außenpolitik.



Georg Fülberth: Finis Germaniae. Deutsche Geschichte seit 1945. PapyRossa Verlag 2007. 320 S. Hc. (NB1021) 19,90 Euro
Georg Fülberth legt ein Handbuch zur deutschen Geschichte seit 1945 vor. Prägnant arbeitet sein konzentrierter und verläßlicher Überblick die grundlegenden politischen und gesellschaftlichen Prozesse in den vier Besatzungszonen 1945-1949, in den beiden deutschen Staaten 1949-1990 und in der vergrößerten Bundesrepublik seit 1990 heraus. Dabei entsteht ein Beleg für folgende These: Der deutsche Nationalstaat ist – dem staatlichen Selbstverständnis der BRD zum Trotz – zwar 1945 untergegangen, aber 1990 nicht neu entstanden. Vielmehr muß jetzt von „Finis Germaniae“ gesprochen werden. Di deutsche Geschichte hat aufgehört, Nationalgeschichte zu sein. Heute lebt sie fort als Regionalgeschichte des Kapitalismus. Und was war sie vor dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik? Auch nicht viel mehr, sondern lediglich ergänzt durch eine Regionalgeschichte des Sozialismus, der aber auch nur ein Einschluß im Kapitalismus gewesen ist.



Georg Fülberth: G Strich – Kleine Geschichte des Kapitalismus. PapyRossa Verlag 2005. 316 S. Hc. (NB828) 19,80 Euro
Was ist das, wovon alle reden: Kapitalismus? Zunächst wird die Antwort des Verfassers mit den Definitionen früherer Autoren verglichen, wobei Karl Marx relativ gut abschneidet. Dann folgt eine Darstellung von Entstehung und Geschichte der kapitalistischen Gesellschaft vom Handelskapitalismus bis zum Neoliberalismus der Gegenwart. Sie schließt die Gegenbewegungen ein und mündet in die Frage nach dem etwaigen Ende dieser Produktions- und Lebensweise.



Georg Fülberth: Das Ende als Chance? Überlegungen zum tendenziellen Fall der sozialistischen Bewegung. 1988-1998. Band I. Konkret. (NB2) 10,12 Euro



Georg Fülberth: Das Ende als Chance? Überlegungen zum tendenziellen Fall der sozialistischen Bewegung. 1988-1998. Band II. Konkret. (NB3) 10,12 Euro



Georg Fülberth: Berlin Bonn Berlin. Deutsche Geschichte seit 1945. PapyRossa Verlag. Hc. (NB93z) 18,40 Euro
Prägnant arbeitet Fülberth die grundlegenden politischen und gesellschaftlichen Prozesse in beiden deutschen Staaten sowie im vereinigten Deutschland heraus. Sein konzentrierter Überblick ist zugleich ein Handbuch, das jene Punkte besonders hervorhebt, die auf dem Weg von der Katastrophe 1945 zur neuen Versuchung seit 1990 entscheidend waren.



Georg Fülberth: Eröffnungsbilanz des gesamtdeutschen Kapitalismus. Vom Spätsozialismus zur nationalen Restauration. Konkret 1993. 160 S. (NB94) 11,25 Euro
Nicht nur die DDR ist ein gescheiterter Staat, sondern auch die alte BRD. Georg Fülberth analysiert die politische Hinterlassenschaft beider Staaten für das neue Gesamtdeutschland. Dabei wird die DDR nicht als Unrechtsregime abgetan, sondern als „Spätsozialismus“ definiert, der an Aufgaben scheiterte, denen sich kapitalistische Systeme nicht einmal stellten, deren Lösung aber unabdingbar ist. Die verblichenen Vorzüge der BRD waren nur unter den Bedingungen der Systemauseinandersetzung zu haben.



Georg Fülberth: Sieben Anstrengungen, den vorläufigen Endsieg des Kapitalismus zu begreifen. Konkret. (NB9) 12,50 Euro



Georg Fülberth, Michael R. Krätke: Neun Fragen zum Kapitalismus. Dietz Verlag 2007 (Texte der Rosa-Luxemburg-Stiftung Bd. 36). 72 S. (NB1015) 6,90 Euro



Georg Fülberth: Kapitalismus. PapyRossa Verlag 2010 (Basiswissen). 120 S. (NB1143) 9,90 Euro
„Basiswissen“ bringt in handlicher Form leicht verständliche kritische Einführungen in Grundbegriffe aus Politik, Geschichte, Gesellschaft und Ökonomie. Den ersten Leitfaden aus dieser neu etablierten Reihe legt Georg Fülberth zum Stichwort „Kapitalismus“ vor. Im theoretischen Teil werden dessen Charakteristika herausgearbeitet. Zentral stehen dabei Akkumulation und Überakkumulation. Sie bestimmen auch den Rhythmus der Geschichte dieser Produktions- und Reproduktionsweise. Ihr gilt der zweite Teil des Buchs, der vom Handelskapitalismus des ausgehenden Mittelalters und der frühen Neuzeit bis zum Neoliberalismus von heute reicht. In seiner aktuellen Phase wird der Kapitalismus als „Problematische Überschussgesellschaft“ definiert. Dieser Begriff dient zur Erklärung der Krise von 2007 ff., die sich als die Konsequenz der merkwürdigerweise lange verdrängten, womöglich wichtigeren Vorgängerkrise von 1974/75 und des darauf folgenden Spekulations- und erneuten Überakkumulations- Zyklus erweist.



Georg Fülberth: Sozialismus. PapyRossa Verlag 2010 (Basiswissen). 112 S. (NB1144) 9,90 Euro
Was Sozialismus sei, wird angesichts der Krisenhaftigkeit seines Gegenstücks, des Kapitalismus, heftig debattiert. Was gemeint ist, bleibt indes häufig unklar. Dem kann dieser Leitfaden abhelfen. Unter Sozialismus versteht er dreierlei: a.) eine Gesellschaftsordnung, b.) eine politische Bewegung und ihre Theorie, c.) ein untergeordnetes Organisationsprinzip in der kapitalistischen Gesellschaft. Diese Definition macht es nötig, in gebotener Kürze, aber dennoch präzise die Grundzüge der Geschichte der sozialistischen Bewegungen seit Entstehung der bürgerlichen Gesellschaft, des staatlich verfassten Sozialismus seit 1917 und von Vergesellschaftungstendenzen im Kapitalismus selbst herauszuarbeiten. Der Verfasser fragt auch nach Möglichkeiten für eine Zukunft des Sozialismus. Als eine erste Etappe nennt er eine „Pink, Grey, Red, Blue Revolution“: Eine Umwälzung zugunsten der Jungen, der Rentner, der von Lohn- oder Transfereinkommen Abhängigen und der Antikriegskräfte, deren ökologische Dimension vorausgesetzt wird.
Professor Dr. phil. Georg Fülberth, Jg. 1939. Lehrte Politikwissenschaft an der Universität Marburg. Publiziert regelmäßig in „Freitag“, „Konkret“, „junge Welt“ und anderen Zeitungen und Zeitschriften. Zahlreiche Bücher und Buchbeiträge.



Georg Fülberth: „Das Kapital“ kompakt. PapyRossa Verlag 2011 (Basiswissen). 123 S. (NB1165) 9,90 Euro
Die vorliegende Einführung in „Das Kapital“ unterscheidet sich von anderen auch dadurch, daß sie nicht polemisch zu belegen versucht, dieses Werk besser verstanden zu haben als jene. Sie zeichnet zwar ebenfalls dessen Gesamtargumentation nach, zeichnet sich aber dadurch aus, dass sie 1) besonderes Gewicht auf den dritten Band legt; 2) die Rehabilitation der reinen Arbeitswertlehre, wie sie im ersten Band entwickelt ist, übernimmt; 3) danach fragt, in welchem Verhältnis die Analyse der kapitalistischen Produktionsweise und die Untersuchung der Möglichkeiten ihrer Aufhebung in der Marxschen „Kritik der Politischen Ökonomie“ zueinander stehen. Die Erkenntnisse der „Neuen Marx-Lektüre“ und der „Monetären Werttheorie“ werden dabei aufgenommen, aber vom Kopf auf die Füße gestellt. Das Ziel dieser Einführung ist erreicht, wenn die Leserinnen und Leser neugierig auf das Original werden und dessen Lektüre folgen lassen. Dieser Basistext kann ihnen dabei helfen, einen roten Faden durch die drei Bände zu finden.



Gretchen Binus, Beate Landefeld, Andreas Wehr: Staatsmonopolistischer Kapitalismus. PapyRossa Verlag, 2., durchgesehene Auflage 2015 (Reihe Basiswissen). 128 S. (NB1324) 9,90 ¤
Von vielen längst ad acta gelegt, erweist sich die Theorie des Staatsmonopolistischen Kapitalismus als einer der tragfähigsten Erklärungsansätze für die Tiefe und Dauer der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise seit 2007, eine der schwersten Krisen des Kapitalismus überhaupt. Sowohl die Konzentration als auch die Zentralisation von Kapital, mit dem Ergebnis der Herausbildung neuer und der Stärkung bestehender Monopole, ist in den letzten Jahrzehnten weiter vorangeschritten. Die staatlichen Interventionen zur Stützung dieser Monopole haben inzwischen völlig neue Dimensionen erreicht. Weltweit wurden in der jüngsten Krise Banken und Industriebetriebe mit Hunderten von Milliarden US-Dollar bzw. Euro vor dem Untergang bewahrt. Der Staatsmonopolistische Kapitalismus, die enge Verflechtung zwischen den Staatsapparaten und Monopolen zum Zweck der Sicherung von deren Verwertungsinteressen, erweist sich als Kernstruktur des Kapitalismus und als dessen entscheidender Funktionsmechanismus.
Gretchen Binus, Prof. Dr., Jg. 1936, Wirtschaftswissenschaftlerin und Wirtschaftshistorikerin. Bis 1990 tätig am Institut für Internationale Politik und Wirtschaft (IPW) Berlin und zwischenzeitlich an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg;
Beate Landefeld, Jg. 1944, Hotelfachfrau, Abendgymnasium für Berufstätige, Studium der Literaturwissenschaft und Soziologie;
Andreas Wehr, Jg. 1954, Jurist, wissenschaftlicher Mitarbeiter der „Konföderalen Fraktion der Vereinten Europäischen Linken / Nordische Grüne Linke“ im Europäischen Parlament.



Frank Deppe, David Salomon, Ingar Solty: Imperialismus. PapyRossa Verlag 2011 (Basiswissen). 134 S. (NB1164) 9,90 Euro
Imperialismus definieren die Autoren als eine „offene oder latente Gewaltpolitik zur externen Absicherung eines internen Regimes“ und als zentralen Bestandteil der territorialen Reproduktion des Kapitalismus. Verabschieden sie damit die Sichtweise, Imperialismus sei ein Stadium der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft, so zeigen sie jedoch, daß sich aus der polit-ökonomisch begründeten Analyse schlüssige Einsichten auch in gegenwärtige weltwirtschaftliche und -politische Abläufe ergeben. Klassische Imperialismustheorien (J. A. Hobson, Rudolf Hilferding, Joseph Schumpeter, Karl Kautsky sowie W. I. Lenin und Rosa Luxemburg) werden ebenso berücksichtigt wie Beiträge aus der aktuellen Debatte (Leo Panitch, Sam Gindin oder David Harvey). Nach einer Analyse des US-Imperialismus seit 1945 fragen die Autoren auch, wie es sich mit einem „Euroimperialismus“ verhält. Kritik an der ideologischen Figur eines „guten Imperialismus“ und Überlegungen zu einem zeitgemäßen Antiimperialismus beschließen den Band.



Lothar Peter: Marx an die Uni. Die „Marburger Schule“ – Geschichte, Probleme, Akteure. Papyrossa Verlag 2014. 224 S. (NB1278) 14,90 Euro
Daß es neben der „Frankfurter Schule“ mit ihrer „Kritischen Theorie“ auch eine marxistisch orientierte „Marburger Schule“ mit wissenschaftlich und politisch intensiver Wirkung gegeben hat, wird oft vergessen. Lothar Peter zeichnet deren Geschichte nach und verortet sie im politisch-intellektuellen Diskurs und in den politischen Entwicklungen der Bundesrepublik. Eine zentrale Rolle kommt dem Politikwissenschaftler Wolfgang Abendroth zu, im Unterschied zu anderen Darstellungen berücksichtigt Peter aber ebenso die Soziologen Werner Hofmann und Heinz Maus und geht auch auf die Nachfolger ein. Alle teilten ein Wissenschaftsverständnis, das akademische Lehre und Forschung mit dem Ziel gesellschaftsverändernder Praxis verknüpfte. Dieses Profil stieß auf massiven Widerstand. Es gehört zu den Befunden des Buches, dass sich die Akteure der Marburger Schule diesem Druck weder gebeugt haben noch ideologisch zu Kreuze gekrochen sind. Dabei benennt das Buch durchaus auch ihre Defizite und Grenzen.



Eric Hobsbawm: Zwischenwelten und Übergangszeiten. Interventionen und Wortmeldungen. Hg. von Friedrich-Martin Balzer und Georg Fülberth. PapyRossa Verlag 2009. 240 S. Hc. (NB1105) 18 Euro
Eric Hobsbawm, geboren 1917 in Alexandria/Ägypten. Entstammt einer jüdisch-österreichisch/englischen Familie. Aufgewachsen in Wien und Berlin. Ging 1933 nach London. Studium in Cambridge. 1971 bis 1982 Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität London. Seit 1984 Inhaber eines Lehrstuhls an der New School for Social Research in New York. 1995 erschien seine bahnbrechende „Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts“ mit dem Titel „Das Zeitalter der Extreme“. 2008 erhielt er den Bochumer Historikerpreis. Eric Hobsbawm, der Historiker des 19. und 20. Jahrhunderts, ist zugleich ein Zeitgenosse des 20. und 21. Sein Werk speist sich nicht nur aus der Arbeit des Gelehrten, sondern auch aus einem lebenslangen politischen Engagement. Der Band enthält Interviews und Aufsätze, die in der Periode des „Erdrutschs“ – nach dem Ende des Staatssozialismus sowie des wohlfahrtsstaatlichen Kapitalismus und im Übergang zu einer neuen kapitalistischen Ordnung – auf deutsch erschienen sind und erstmals gesammelt vorliegen. Ergänzt werden sie durch ein umfangreiches Gespräch der Herausgeber mit Eric Hobsbawm in London. Die Umstände geben den Texten eine besondere Aktualität: Im 3. Band seiner Trilogie über das „Lange Neunzehnte Jahrhundert“ untersuchte Hobsbawm die Große Depression der Jahrzehnte nach 1873, in seinem Buch über das „Kurze Zwanzigste Jahrhundert“ die Weltwirtschaftskrise 1929 - 1933. Nun äußert er sich unter anderem zu den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umwälzungen der unmittelbaren Gegenwart.



Bini Adamczak: Kommunismus. Kleine Geschichte, wie endlich alles anders wird. Unrast Verlag 2004. 80 S. (NB899) 8 Euro
Wie läßt es sich – jetzt! – fünfzehn Jahre nach dem Ende der Geschichte über das Ende der Vorgeschichte, über Kommunismus schreiben, ohne der Lächerlichkeit eines ohnmächtigen Pathos zu verfallen? Kritische Kritik + Negation der Negation? Aber: sollte sich der Kommunismus auf übelgelaunte Negation beschränken, ohne Traum und Sexappeal? Es bedarf einer kinderleichten Sprache um ein kommunistisches Begehren zu erfinden. „Den Kommunismus machen: das kann ja wohl nicht so schwer sein.“ Kommunismus ist für alle da. Einsteigerinnen und alle, die schon immer an diesem verflixten Fetischkapitel verzweifelt sind. Artisten der Negation, praktische Kritikerinnen und jene, denen das falsche Ganze einfach als zu farblos erscheint. Die kleine Geschichte erweist den Kommunismus gänzlich unzeitgemäß als das wunderlich Einfache + Schöne. Sie folgt einem kommunistischen Begehren: daß endlich alles anders wird. In ihrem Nachwort skizziert die Autorin die historischen und theoretischen Koordinaten der Konstruktion eines kommunistischen Begehrens.



Helmut Ortner: Alles andere später. Attacken, Notizen und Kolumnen zum Stand der Dinge und Lauf der Zeit. Nomen Verlag 2005. 200 S. Klappenbroschur. (NB911) 16 Euro
Alle reden mit, niemand weiß Bescheid. Ist das Dosenpfandgesetz nun wirklich ernst gemeint? Was verbirgt sich hinter Josef Ackermanns Victory-Auftritt? War Guido Westerwelles Besuch im Big-Brother-Container nur ein Wahlkampf-Gag oder gehört er tatsächlich dorthin? Und warum wird Deutschlands Sicherheit statt im Hunsrück am Hindukusch verteidigt? Gesammelte Attacken, Kolumnen und Notizen „zum Stand der Dinge und Lauf der Zeit“ – provokant, böse, ungerecht und hintergründig“.



Hermann L. Gremliza: Gegen Deutschland. 48 Nestbeschutzungen. Konkret 2000. 208 S. (NB259) 14,50 Euro
Auswahl aus den Konkret-Kolumnen 1990 – 2000.



Hermann L. Gremliza: Ganghofer im Wunderland. 73 Absagen an die herrschende Meinung 1978-1994. Konkret. (NB12) 8,20 Euro



Hermann L. Gremliza: Herrschaftszeiten oder Freiheit ist immer die Freiheit von Radio Luxemburg. Konkret (NB13) 10,15 Euro



Karl-Heinz Hansen: Es ist nicht alles schlecht, was scheitert. Ein politischer Lebenslauf. Konkret Verlag 2014. 192 S., zahlreiche Abbildungen. (NB1291) 19 Euro
Ein Bericht aus dem politischen Innenleben dieser Republik, mit Ausflügen in ihre Vorgeschichte und die Peripherie einer Weltordnung, deren Bestandteil sie ist und die sie mitgestaltet: Karl-Heinz Hansen, linker Sozialdemokrat, von der SPD nach 20jähriger Parteimitgliedschaft ausgeschlossen, Bundestagsabgeordneter und Mitbegründer der Demokratischen Sozialisten, ein »demokratisch-sozialistischer Rigorist« (Hansen über Hansen), erzählt in diesem Buch seine politische Lebensgeschichte. „Rückblickend muss ich feststellen, dass es uns Linken nicht gelungen ist, dem Kapitalismus Grenzen zu setzen. Nicht einmal zur Wiedereinfu?hrung der Vermögenssteuer hat es gereicht. Wir haben den gestaltungsfähigen Kern der Grundrechte – Transparenz, Mitbestimmung, Chancengleichheit – nicht genutzt und mutwilligen Einschnitten in ihren Wesensgehalt hilflos zugesehen. So konnte die Restauration ungehemmt weitermarschieren – zuru?ck. Die Bundesrepublik ist nach wie vor eine Klassengesellschaft, ohne das Bewusstsein, eine solche zu sein.“
Am 22. Juli 2014 ist Karl-Heinz Hansen gestorben. Dieses Buch hat er noch fertigstellen können.



Peter Hacks: Das Poetische. Ansätze zu einer postrevolutionären Dramaturgie. Edition Nautilus 2001. 128 S. (NB420) 12,80 Euro
Was ist Kunst? Wie entsteht sie, wodurch wirkt sie und woran geht sie unter?



Peter Hacks: Schöne Wirtschaft. Ästhetisch-ökonomische Fragmente. Edition Nautilus 1997. 128 S. (NB583) 9,80 Euro



Lütfiye Güzel: herz-terroristin. gedichte. Dialog Edition 2012. 96 S. (NB1242) 10 Euro
Lütfiye Güzel, 1972 in die Welt geschossen (Geburtsort: Küche in Duisburg-Hamborn). Später dann Poetin & so weiter.



Lütfiye Güzel: Let's go Güzel. Kurzgeschichten & Gedichte. Dialog Edition 2013. 88 S. (NB1243) 10 Euro
„Wie man nicht sein darf, geht jeden etwas an, der so ist wie alle.“



Lütfiye Güzel: Trist Olé! Gedichte. Dialog-Edition 2013. 86 S. (NB1262) 10 Euro
„ich sehr das / jammertal / von unten / nehme die treppe / & halte mich links“



Lütfiye Güzel: hadi hugs. Selbstgespräch. Go-Güzel-Publishing 2016. 68 S. (NB1333) 10 Euro
„von außen kommt nix, von innen geht nix & am ende entsteht dann so was hier“.



Lütfiye Güzel: Pinky Helsinki. Notizen… Go-Güzel-Publishing 2014. 80 S. (NB1334) 10 Euro



Lütfiye Güzel: hey. anti-roman. go-güzel-publishing 2015. 68 S. (NB1335) 10 Euro



Ronald M. Schernikau: Kleinstadtnovelle. Konkret 2002. 86 S. Pb. (NB615) 12 Euro
1980 erstmals veröffentlicht. Ein subtiler Text über die Schwierigkeiten, die eigene Persönlichkeit gegen festgeschriebene Normen und Werte durchzusetzen. Als schwuler Klassiker gefeiert und als eine der ersten Coming-out-Geschichten gerühmt, ist „Kleinstadtnovelle“ mehr noch präzise und vielschichtige Analyse der ausweglosen Situation Jugendlicher.



Ronald M. Schernikau: Die Tage in L. Darüber, daß die DDR und die BRD sich niemals verständigen können, geschweige mittels ihrer Literatur. Konkret 2001. 216 S. (NB527) 15 Euro
Ronald M. Schernikau (1960-1991) ging – gegen den Strom – 1989 in den Osten und nahm die DDR-Staatsbürgerschaft an. „Die Tage in L.“ ist eine Sammlung von Notaten. Die Neuausgabe berücksichtigt Korrekturen des Autors nach der Erstausgabe von 1989 und enhält ein Vorwort von Hermann L. Gremliza.



Ronald M. Schernikau: Königin im Dreck. Texte zur Zeit. Hg. von Thomas Keck. Verbrecher Verlag 2009. 304 S., einige Abb. (NB1138) 15 Euro
„Königin im Dreck“ ist ein Band, der erstmals Schernikaus Beiträge für Zeitungen, Journale und Anthologien vereint.



Autonome a.f.r.i.k.a. Gruppe / Luther Blissett / Sonja Brünzels: Handbuch der Kommunikationsguerilla. Vierte Auflage. Assoziation A 2001. 240 S. (NB753) 16 Euro
Einiges über Büro für ungewöhnliche Maßnahmen, Burroughs, Dada, Kommune I, KPD/RZ, Provos, Radio Alice, Situationistische Internationale, Subversive Aktion /Gruppe Spur, Yippies u.a.



Bernd Langer: Kunst und Kampf. Unrast Verlag 2016. 256 S. (NB1352) 19,80 Euro
In den 1980er Jahren wird Kunst und Kampf (KuK) mit der Gestaltung von Plakaten in der antifaschistischen Bewegung bekannt. Das Projekt verfolgt einen kollektiven Ansatz, der jedoch immer auch individuelle Züge trägt.
Ideengeschichtlich bezieht sich KuK auf die Renaissance, die den Menschen in den Mittelpunkt rückt und Religion und Hierarchien infrage stellt. Ein wichtiger Bezugspunkt ist dabei der deutsche Bauernkrieg. Wesentlichen Raum nimmt außerdem die Auseinandersetzung mit den sich als avantgardistisch verstehenden Kunstströmungen des 20. Jahrhunderts ein.
Das Buch streift dabei die Geschichte der Jugendzentrumsbewegung, erzählt von den Autonomen und der Antifa, von umgestürzten Denkmälern, spektakulären Demonstrationen, der Herstellung von illegalen Plakaten und Zeitungen und warum die Doppelfahnen der Antifaschistischen Aktion heute von links gegen rechts wehen.
Bernd Langer, seit 1978 antifaschistisch engagiert, gehörte zu den Aktivisten der ersten autonomen Antifa-Strukturen. Außerdem entwickelte er die kulturpolitische Initiative Kunst und Kampf (KuK). In den 1990er Jahren war Langer maßgebliches Mitglied der Autonomen Antifa (M) und am Aufbau der AA/BO (Antifaschistische Aktion/Bundesweite Organisation) beteiligt. Als Autor diverser Bücher und Vortragsreisender setzt er sich seit Jahren mit den revolutionären Bewegungen in Deutschland auseinander.



Neue Gesellschaft für Bildende Kunst: legal / illegal. Wenn Kunst Gesetze bricht / Art beyond law. Zusammengestellt von Hans Winkler. Schmetterling Verlag. Ca. 200 S. (NB784) 17 Euro
Johannes Baader, Arthur Cravan, Guerilla Art Action Group, Jochen Gerz, Jon Hendricks, Abbie Hoffman, Franz Jung, Janice Kerbel, Dieter Kunzelmann, Minus Delta t, Spaßguerilla, Jean Toche, Timm Ulrichs u.v.a.



Biene Baumeister, Zwi Negator: Situationistische Revolutionstheorie. Eine Aneignung. Vol I: Enchiridion. Schmetterling Verlag, Reihe Theorie.org. 2005. 240 S. (NB853) 10 Euro
„In unseren Tagen erscheint das revolutionäre Projekt als Angeklagter der Geschichte. Ihm wird vorgeworfen, daß es schlechten Erfolg gehabt und eine neue Entfremdung mit sich gebracht habe. Das heißt nichts anderes, als daß die herrschende Gesellschaft sich auf allen Gebieten der Wirklichkeit viel besser wehren konnte als die Revolutionäre es vorhergesehen hatten, und nicht, daß sie annehmbarer geworden ist.“
Mitte der 50er Jahre entstand die Situationistische Internationale (SI), die für die Bewegungen im französischen Mai 1968 eine maßgebliche Rolle spielte und auch heute als eine Stichwortgeberin für viele Strömungen aus Kultur und Politik herhält. Mit ihrem Konzept der „Konstruktion von Situationen“ arbeitete sie mit spielerisch experimentellen Mitteln auf die Verwirklichung der Poesie als Aufhebung von Kunst, Politik und Alltag im Sinne einer modernen proletarischen Revolution hin. Beeinflußt von Dadaismus und Surrealismus unterzog die SI das Marxsche Werk einer intensiven Relektüre und erarbeitete eine Kritik der „Gesellschaft des Spektakels“ (SI). Vor diesem Hintergrund versucht das Buch, die Grundzüge der situationistischen Revolutionstheorie dar- und klarzustellen und sie zugleich mit ihren „blinden Flecken“ zu konfrontieren, was für eine kritische, aktualisierte Aneignung unabdingbar ist.



Biene Baumeister, Zwi Negator: Situationistische Revolutionstheorie. Eine Aneignung Vol. II: Kleines Organon. Schmetterling Verlag, Reihe Theorie Org. 240 S. (NB843) 10 Euro
Hintergründe und Anmerkungen zu Band 1. Literaturverzeichnis, Personenregister, Zeittafel.



Simon Ford: Die Situationistische Internationale. Eine Gebrauchsanleitung. Edition Nautilus 2007 (Kleine Bücherei für Hand und Kopf 58). 224 S., zahlr. schw.-w. Ill. (NB1202) 14,90 Euro
Das Gespür der Situationisten für den Skandal wurde von vielen – von den Sex Pistols bis Naomi Klein – übernommen und hat bis heute nicht an Anziehungskraft verloren. Das Buch ist eine kompakte Einführung in die berüchtigste und radikalste Kunstbewegung der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die Situationistische Internationale – zu deren Mitgliedern und wichtigsten Gestaltern Guy Debord, Raoul Vaneigem, Asger Jorn, Constant und die Gruppe Spur gehörten. Malerei, Architektur, Film – die Situationisten haben weite Teile der Kunst beeinflußt. Der Autor beleuchtet den historischen Hintergrund der europäischen Avantgarde nach dem Zweiten Weltkrieg. Er beschreibt, wie eine Gruppe von jugendlichen Herumtreibern in Paris mit faszinierender Unbescheidenheit einen Angriff auf die im Tiefschlaf liegende Kultur provozierte und wie mit wachsender sozialer Unruhe im Rücken ein innovativer Think Tank entstand, der die radikalsten Strömungen des Mai 68 inspirierte. Im Laufe der 10 Jahre ihres Bestehens hat die SI die Kultur im weitesten Sinne verändert, von der Musik über die Straßenkunst, von der politischen Analyse zur Entwicklung einer „Neuen Stadt für ein neues Leben“. Die Ideen und Vorschläge der SI sind immer noch wesentliche Grundlagen für eine Befreiung aus einer sinnentleerten Gesellschaft.



Der Beginn einer Epoche. Texte der Situationisten. Edition Nautilus 1995. 320 S. mit zahlr. Abb. (NB531) 20 Euro
Die „Internationale“ hat an der Wiedereinführung des Abenteuers in den urbanen Zentren gearbeitet, an der Formulierung neuer Leidenschaften und Lebensformen gegen die Stupidität eines völlig sinnentleerten Lebens.



Guy Debord: Die Gesellschaft des Spektakels. Edition Tiamat 1996. 304 S. (NB538) 20 Euro.
Guy Debord (1931-1994) war Mitbegründer, Theoretiker und Protagonist der Situationistischen Internationale. Die vorliegende Arbeit (erschienen 1967) kann als sein Hauptwerk wie auch als einer der theoretischen Auslöser der Pariser Maiunruhen von 1968 gewertet werden. Diese Ausgabe enthält auch die umfangreichen „Kommentare zur Gesellschaft des Spektakels“ und das Vorwort zur vierten italienischen Ausgabe.



Guy Debord: Panegyrikus. Erster Band. Edition Tiamat 1997 (Critica Diabolis 60). 96 S. (NB1147) 16 Euro
Fragmentarische autobiografische Reflexionen. Einen zweiten Band gibt es nicht.



Raoul Vaneigem: Handbuch der Lebenskunst für die jungen Generationen. Edition Nautilus. 320 S. (NB1159) 19,90 Euro
Diese neuartige „Fibel des Klassenkampfes“ erschien 1967 mit einem Skandal. Mit leidenschaftlicher Subjektivität und radikaler Kritik der bestehenden Verhältnisse verknüpft diese umfassende Kritik der modernen Formen der Entfremdung die Bereiche Politik, Kunst und Alltagsleben zu einer explosiven Mischung, die 1968 zum Ausbruch kam. Ein Schlüsselwerk der aufständischen Geschichte von 1967-68 ist das Handbuch der Lebenskunst. Neben Guy Debords Gesellschaft des Spektakels prägte es die Parolen auf den Mauern und Plakaten des Mai 68. Der poetische, witzige, zornige und radikale Stil Vaneigems ist aus der modernen Gesellschaftskritik nicht mehr wegzudenken. Seine provozierenden Thesen gegen die Verkümmerung der Emotionen, gegen Warengesellschaft und Patriarchat, gegen die ganze Welt der Ökonomie, setzen auf Spontaneität, individuelles Erleben und die Kostenlosigkeit der Bedürfnisse. Die Perspektive der Macht, mit ihrer Hierarchie, Aufopferung und Arbeit, soll umgekehrt werden in eine Perspektive der Selbstbestimmung, Kreativität, Spontaneität und Poesie. Die radikale Subjektivität findet ihre Verwirklichung in der von allen gemachten Geschichte.



Raoul Vaneigem: Zwischen der Trauer um die Welt und der Lust am Leben. Die Situationisten und die Veränderung der Haltungen. Aus dem Französischen von Barbara Heber-Schärer und Andrea Stephani. Edition Nautilus 2011. 192 S. Pb. (NB1206) 19,90 Euro
Raoul Vaneigem hat ein leidenschaftliches Plädoyer gegen die Zerstörung der Individualität verfasst. Er tritt vehement für die Kostenlosigkeit und das individuelle Erleben ein, kritisiert die tyrannische Macht der Lohnarbeit und die Gier der Raubökonomie. Zwischen der Trauer um die Welt und der Lust am Leben ist auch eine Art Autobiografie. Vaneigem schildert seine Kindheit in Belgien, im proletarischen Milieu seiner Eltern, und die fünfziger und sechziger Jahre, die in die großen Umwälzungen der gesamten Lebensweisen mündeten.



Die wahre Geschichte von Captain Misson und der Republik Libertatia. Nacherzählt von Larry Law. Übersetzt aus dem Englischen von Axel Monte und mit einem Nachwort versehen von Marvin Chlada über die Situationisten. Trikont Verlag. 50 Seiten mit vielen Illustrationen. (NB1318) 6 Euro
Dieses Büchlein über Captain Misson wurde erstmals 1980 vom inzwischen verstorbenen britischen Situationisten Larry Law in seiner Reihe „Spectacular Times“ (kleine „booklets“ im A6-Format) veröffentlicht. Seitdem sind immer wieder verschiedene Nachdrucke erschienen und hier nun auch erstmals die vorliegende deutsche Übersetzung. Die Geschichte von Captain Misson, seiner Mannschaft und ihrer freien Republik Libertatia soll kein Modell für ein Utopia bieten, und auch nicht aufzeigen, wie eine libertäre Gesellschaft heutzutage funktionieren könnte. Sie ist vielmehr ein Bericht über einen frühen Versuch einer Gruppe von Menschen, eine wirklich libertäre und egalitäre Gemeinschaft aufzubauen. Eine Gemeinschaft, die fast einhundert Jahre vor der Französischen Revolution versucht hat, nach der Maxime Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit zu leben.



Unsichtbares Komitee: Der kommende Aufstand. Edition Nautilus 2010 (Nautilus Flugschrift). 128 S. Pb. (NB1157) 9.90 Euro
Nach Sabotage an einer Eisenbahnstrecke, auf der im November 2008 ein Castortransport mit radioaktivem Material geplant war, wurde es von der französischen Regierung als einziges Beweisstück eines mittlerweile international bekannten „Terrorismusfalls“ gehandelt, als ein „Handbuch des Terrorismus“ und Vorwand für die skandalöse, z.T. monatelange Inhaftierung von neun Menschen aus dem Dorf Tarnac. Tatsächlich enthält des Buch eine pointierte, situationistisch geprägte Analyse der Reaktionen von Regierungen auf die verschiedenen Unruhen und Volksaufstände in den letzten Jahren. Die brennenden Vorstädte in Frankreich, die Straßengewalt in Griechenland usw. werden von den Regierungen als Gefahr gesehen, die polizeilich und militärisch gebändigt werden müsse, wobei das „Krisenmanagement“ die Gesellschaft auch zusammenhalten soll. Für die Autoren dieses Manifests hingegen sind die Revolten revolutionäre Momente, Symptome des Zusammenbruchs der westlichen Demokratien, die sich gegenseitig verstärken und sich ausbreiten. Sie fordern einen Kommunismus, der als „ergebnisoffener“ Prozess die Bildung von Kommunen sowie die Restrukturierung der Ökonomie in kleine, lokale Einheiten vorsieht und plädieren für eine anonyme Position der Unsichtbarkeit. „Es geht nicht mehr darum zu warten – auf einen Lichtblick, die Revolution, die atomare Apokalypse oder eine soziale Bewegung. Noch zu warten ist Wahnsinn. Die Katastrophe ist nicht das, was kommt. Sondern das, was da ist. Wir befinden uns schon jetzt in der Untergangsbewegung einer Zivilisation. Das ist der Punkt, an dem man Partei ergreifen muß.“



Unsichtbares Komitee: An unsere Freunde. Edition Nautilus 2015. 192 S. (NB1300) 16 Euro
Nach „Der kommende Aufstand“ (2010) meldet sich das „Unbekannte Komitee“ nach fünf Jahren wieder zu Wort.



Marvin Chlada, Andreas Gwisdalla: Charles Fourier. Eine Einführung in sein Denken. Alibri-Verlag 2014. 136 S. (NB1295) 10 Euro
Fourier hat als Frühsozialist nicht nur in der Geschichte des utopischen Denkens seinen Platz. Er bot auch im 20. Jahrhundert zahlreiche Anknüpfungspunkte für emanzipatorische Entwicklungen. Die beiden Autoren führen in die unterschiedlichen Aspekte von Fouriers Denken ein, erläutern die zentralen Begriffe und die zugrunde liegenden politischen und philosophischen Fragestellungen. Sie arbeiten nicht nur Fouriers Aktualität heraus, sondern auch seine zahlreichen Fehleinschätzungen und fragwürdigen Ansätze.
Aus dem Inhalt: Charles Fourier und der Fourierismus; Systemische Grundlagen; Die einfältige Zivilisation; Die Geschichtsphilosophie; Die leidenschaftliche Anziehung; Die Harmonie; Sozietäre Theorie und Praxis; Zur Aktualität des Charles Fourier.



Marvin Chlada, Marcus S. Kleiner: Radio Derrida. Pop Analysen II. Alibri Verlag 2003. 140 S. (NB1221) 13 Euro
Radio Derrida ist Band 2 einer Trilogie, die sich umfassend mit der Pop- und Medienkultur, der Soundculture, dem Diskurs der Postmoderne und ihren zentralen Theoretikern auseinandersetzt. Im Gegensatz zu den gängigen Poptheorien, die selbst noch zu sehr „Pop sind“, um sich Pop kritisch zuzuwenden und damit Pop gerade in seiner Selbstherrlichkeit bestärken, betreiben die beiden Autoren eine radikale Archäologie der Popkultur: Sie zeigen, daß die ganze Geschichte der vermeintlich popkulturellen Subversion neu zu schreiben ist.
Aus dem Inhalt: Dr. Dr. Rainald Goetz vom Pop-Team – Stilberatung für trendige Lebensart und poppige Textproduktionen. Der Ball ist Pop oder Wie Sportfreunde die Popkultur entdecken. Die neuen Heiligen in der Mediengesellschaft. Popgespenster und Kapitalmonster. Popgeschichten. Pop ist tot – Ein Hörspiel. The Body Is the Message? (Interview mit Gabriele Klein). Der Klang und die Differenz. Soundculture & Subversion – Lektionen für den mentalen Dancefloor. Derridas Rauschen. Schweigen.



Marvin Chlada / Gerd Dembowski / Deniz Ünlü: Alles Pop? Kapitalismus und Subversion. Alibri Verlag 2003. 356 S. (NB1222) 19 Euro
Wie funktioniert Pop in der Warengesellschaft? Mit ihrer zentralen These, daß Pop ähnlich wie der kapitalistische Markt Subversion integriert, stellen die Autoren die Auffassung in Frage, daß innerhalb des Massenkonsums so etwas wie Widerstandspotential aufrechterhalten werden kann. Anhand von Interviews mit bekannten Musik- und Literaturgrößen wie Jim Avignon, Schorsch Kamerun (Goldene Zitronen), Tomas D oder F.M. Einheit (ehem. Einstürzende Neubauten), die über ihre Stellung (oder Nische) im Pop-Markt, über den eigenen Anspruch und entgegenstehende Zwänge Auskunft geben, können die theoretischen Aussagen an der Pop-Realität gewissermaßen abgeglichen werden.
Mit Beiträgen von Marvin Chlada, Gerd Dembowski, Deniz Ünlü, Simon Güntner und Romuald Leonhardt, Wiglaf Droste, Thomas D, Ira Cohen, Ralf Bentz, Klaus Walter und Marcus S. Kleiner.
„Gut, daß wir darüber geredet haben, noch besser, daß es trotz allem noch Künstler zu geben scheint, die überhaupt über Politik nachdenken.“ (Susann Sax in Scheinschlag, September 2003)
„Eine politische Linie verfolgen die Herausgeber nicht wirklich. Schlaglichtartig lassen sie unterschiedliche Autorinnen zu unterschiedlichsten Kulturfeldem Gedanken entwickeln. Das hat den Vorteil, daß die Aufsätze auch für sich allein zur Kenntnis genommen werden können, daß vielfaltige Betrachtungsweisen geboten werden. Allerdings bekommt das ganze damit auch eine ziemliche Beliebigkeit. Aber wenn einem die Sonne ohnehin das Hirn wegbrennt, ist das vielleicht auch nicht schlimm. Alles Pop?“ (Analyse und Kritik, August 2003)



Marvin Chlada: Heterotopie und Erfahrung. Abriß einer Heterotopologie nach Michel Foucault. Alibri Verlag 2005. 142 S. (NB895) 14 Euro
Als Heterotopie wird in der Medizin die Bildung von Gewebe am falschen Ort bezeichnet. Entsprechend ließe sich eine Heterotopie im Sinne Foucaults als das Andere im Gesellschaftskörper charakterisieren: ein Ort, der in einem besonderen Verhältnis zur Gesamtgesellschaft steht. Gegenstand der Heterotopologie können Orte sein, die von einer Gesellschaft errichtet wurden, um das Anormale besser kontrollieren und bestenfalls disziplinieren zu können. Es können darüber hinaus Orte sein, die sich allein der Lust, der Schönheit oder dem Widerstand verschrieben haben, Orte, die nur solange „toleriert“ werden, wie sie kein „öffentliches Ärgernis“ oder gar eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen.



Marvin Chlada, Marc Christian Jäger (Hg.): Das Spiel der Lüste. Sexualität, Identität und Macht bei Michel Foucault. Alibri Verlag 2008. 140 S. (NB1062) 16 Euro
Foucault hat Erotik und Sexualität als Formen strategischer Spiele betrachtet, deren Regeln ebenso verändert wie verworfen werden können. Nicht die „Wahrheit des Geschlechts“ aufzudecken oder „sich selbst zu finden“ ist sein Thema, sondern die Möglichkeit, neue Lüste zu erfinden und ihren Gebrauch zu erweitern. „Man muß sich von der Instanz des Sexes freimachen, will man die Mechanismen der Sexualität taktisch umkehren, um die Körper, die Lüste, die Wissen in ihrer Vielfältigkeit und Widerstandsfähigkeit gegen die Zugriffe der Macht auszuspielen.“ (Michel Foucault).



Marvin Chlada: Der Wille zur Utopie. Alibri Verlag 2004. 256 S., mehrere Abb. (NB925) 16 Euro
In „Der Wille zur Utopie“ unternimmt Marvin Chlada eine Odyssee durch das Universum der sozialen und technischen Phantasien von der Antike bis zur Postmoderne, von Atlantis (Plato) bis Zamonien (Walter Moers). Neben der Einführung in das utopische Denken ist der Band vor allem eine Einladung, über den ausgesuchten Utopien selbst die Lust zu entdecken, soziale Einbahnstraßen zu verlassen und bisher unerforschten Pfaden und neuen Fluchtlinien zu folgen.



Marvin Chlada (Hrsg.): Das Universum des Gilles Deleuze. Eine Einführung. Überarbeitete Neuauflage. Alibri Verlag 2011. 172 S. (NB1187) 14,50 Euro
Gilles Deleuze (1925-1995) gehört zu den meistdiskutierten Philosophen in der gegenwärtigen Postmodernismus-Debatte. Der Aufsatzband erörtert die verschiedenen Aspekte seiner Philosophie; er bietet eine kritische Einführung in sein Denken und stellt dessen Rezeption in den Subkulturen dar. Die Bandbreite der Themen reicht von im engeren Sinne philosophischen Fragen über seine Rezeption von Literatur, Musik, Film bis hin zur Erörterung seines politischen Standpunktes und der Frage, inwiefern Deleuze Versatzstücke für eine neue (linke) Utopie bereithält. Mit Beiträgen von Marvin Chlada, Gabriel Kuhn, Martin Büsser, Thomas Ernst, Daniel Loick, Gerd Dembowski.
„Als Einführung konzipiert, wird auch in Form und Inhalt versucht, der Vielfalt des Deleuzeschen Werkes Rechnung zu tragen. Eher assoziative Texte und Polemiken stehen neben wissenschaftlich und analytisch verfaßten Beiträgen.“ (Jens Petz Kastner in Graswurzelrevolution). „Eine Einführung ins Denken von Gilles Deleuze? Das ist ein Widerspruch in sich. Wie soll man eine gegen das hierarchische System gerichtete Philosophie der Vielheit, der Intensitäten und der Simultaneität dingfest machen? Die zehn Autoren von Marvin Chladas Anthologie – fast alle um die dreißig – versuchen Gott sei Dank gar nicht erst, Deleuze didaktische Zügel anzulegen.“ (Gregor Dotzauer in Tagesspiegel).



Marvin Chlada: Die schöne Verwirrung des Lebens – Gedichte & Cut-Ups. Situationspresse 2013. 80 S. einige Abbildungen. Paperback. (NB1244) 12,50 ¤.
Die Legende von Jack Daniel, Sleaze Rock Poetry, Cut-Ups, Collagen, Epitaphe auf Johnny Thunders, Allen Ginsberg und Charles Bukowski sowie eine kurze Antwort auf die rätselhafte Frage, was DIE ÄRZTE mit der süßen Gwendoline tatsächlich getrieben haben.
Verstreutes und Vergessenes aus 25 Jahren Wortarbeit in einem Band, erschienen in einem der dienstältesten Verlage der deutschen Alternativ- und Undergroundpresse. Dazu ein Strauß frischer Notizen zur Läuterung und Orientierung: Was nutzt der beste Film in Worten, wenn man im falschen Kino hockt?
Marvin Chlada, Sozialwissenschaftler, Autor und Musiker, Pendler zwischen Schwaben, Kalabrien und Ruhrgebiet, wo er u. a. im Umfeld des „Fliegenden Koffers“ agiert, einem „Kartell Duisburger Schriftsteller und Künstler, die irgendwie mit dem Satiremagazin DER METZGER was zu tun haben.“ Zahlreiche Publikationen zur Popkritik, Medien- und Gesellschaftstheorie. Aktuell arbeitet er an einer Monographie zu Leben und Werk von Charles Fourier.



Marvin Chlada: Logik der Verführung. Gedichte. Dialog-Edition 2016. 54 S. (NB1329) 8 Euro



Marvin Chlada: Der Poet als Lumpensammler. Interviews und Reportagen. Edition Dialog, Duisburg 2016. 206 S. (NB1349) 15 ¤
Gesammelte Reportagen und Interviews, Glossen und Essays. Denkwürdige Begegnungen. Merkwürdige Begebenheiten. Rockmusik und Schlagerkultur, Situationisten und Beatniks, Wiedertäufer und Ganoven. Streifzüge durch die Welten von Charles Fourier, William S. Burroughs, Russ Meyer, Michel Foucault u. v. m.



Marvin Chlada und Jochen Zimmer: Kritische Theorie in der Provinz. Trikont Verlag Duisburg 2001. 148 S. (NB1347) 14 Euro
Beiträge: Martin Büsser: E versus U Der Siegeszug einer falsch verstandenen Popkultur. Jean Baudrillard: Die Szene und das Obszöne. Stefan Fishan/Wolfgang Haible: Radio und Internet. Bert Brechts „Radiotheorie“ heute. Marvin Chlada: Der fromme Max. Kritische Theorie und Theologie. Marvin Chlada/Bernd Kalus: Aleister Crowley Superstar. Neosatanismus und Jugendprotest. Gerd Dembowski: Kicken ist Männersache. Erfahrungen aus der Fußballprovinz. Jochen Zimmer: Kritische Sozialwissenschaft als Folklore – 1. Halbzeit. Anfänge der Duisburger Fanprojekt-Arbeit. Gerd Dembowski: Kritische Sozialwissenschaft als Folklore – 2. Halbzeit. Abgründe der Duisburger Fanprojekt-Arbeit. Benno Nothardt: Martin Walser und die Meinungssoldaten. Heinz Maus: Zur Situation der deutschen Volkskunde. Wolfgang Haible: Erlebnisse eines schwer erziehbaren Langzeitarbeitslosen. Thomas Rommelspacher: Provinz als Ballungsraum. Stadtentwicklung im Zeichen der Zuwanderung. U.a.



Silke Vogten: Getanzt wird immer. Gedichte. Dialog-Editon Duisburg 2016. 76 S. (NB1348) 10 Euro
Poetische Hüftschüsse aus Berlin, Köln und dem Ruhrgebiet. Dazu Berichterstattung aus Absurdistan. Und dazwischen Rückzug in ganz eigene Gefilde. Eben Gedichte von unterwegs.



Heiß und kalt. Die Jahre 1945-69. Das BilderLeseBuch. Elefantenpress. Ca. 500 S. Mit zahlreichen Abbildungen. Großformat. (NB403z) 30 Euro
Ein bewegtes Bild von 25 Jahren Geschichte in Politik, Kultur und Alltag. Sonderausgabe der LeseBilderBücher „Trümmer Träume Truman – Die Welt 1945-49“, „Bikini – Kalter Krieg und Capri-Sonne. Di fünfziger Jahre“ und „Che Schah Shit – Die sechziger Jahre zwischen Cocktail und Molotow“



Wild und zahm. Die siebziger Jahre. BilderLeseBuch. Elefantenpress 1997. 256 S. Im Großformat, ca. 400 Abbildungen. (NB404z) / 20,90 Euro
Reprint der BilderLeseBücher „Klamm Heimlich und Freunde – die siebziger Jahre“ und „Der große Unterschied – Neue Frauenbewegung und die 70er Jahre“.



rotaprint 25 (Hg.): agit 883. Bewegung, Revolte, Underground in Westberlin 1969-1972. Assoziation A 2006. 296 S., zahlr. Abbildungen. (NB970) 22 ¤
Die Zeitung agit 883 war das auflagenstärkste Organ des Linksradikalismus in Westberlin. Sie war ein Spiegelbild eines Neuzusammensetzungs- und Suchprozesses der radikalen Linken jener Jahre.



vorwärts bis zum nieder mit. 30 Jahre Plakate unkontrollierter Bewegungen. Hg. Von HKS 13. Assoziation A 2001. 288 S. Pb. Großformat und eine CD-rom. (NB677) 25,50 Euro
815 Plakate im Buch abgedruckt. 8300 auf der beigelegten CD-rom: Apo bis Anti-Globalisierung, Rock gegen rechts bis Queer, Hannover bis Nürnberg, Stammheim bis Die Grünen, und vieles andere mehr. Eine vierfarbige Geschichtsrevue quer durch die „unkontrollierten Bewegungen“ der letzten 30 Jahre. Außerdem eine Bastelanleitung: „Das gute Plakat“.



Volkhard Brandes: Paris, Mai ‘68. Plakate, Karikaturen und Fotos der Revolte. Brandes & Apsel Verlag 2008. 96 S. mit zahlr. Abbildungen. (NB1044) 14,90 Euro
Innerhalb weniger Tage weitete sich in Mai ‘68 der Aufstand der Pariser Studenten zum Generalstreik von über zehn Millionen Arbeitern und Angestellten in ganz Frankreich aus. Betriebe wurden besetzt, das öffentliche Leben kam weitgehend zum Stillstand. Auch die Künstler schlossen sich dem Kampf an. Dieses Buch dokumentiert insbesondere die kollektive Plakatproduktion des „Atelier populaire“ sowie die Arbeiten der berühmtesten französischen Karikaturisten. Fotos bezeugen die Wirkung der Plakate in den Straßen von Paris. Die politische Kunst des Mai ‘68 hat auch Jahrzehnte nach der Revolte ihre aggressive Expressivität nicht verloren.



Johannes Agnoli: 1968 und die Folgen. Ca ira Verlag 1998. 288 S. (NB528) 15 Euro
Johannes Agnoli zeigt, was aus der Protestbewegung von „1968“ hätte werden können, hätte sie nur eine radikale Kritik der Politik entwickelt und die marxsche Kritik der politischen Ökonomie zur Kritik der Staatlichkeit radikalisiert. So aber verfing sie sich in der Illusion eines alternativen Gebrauchs der Verfassung. Am Ende des Langen Marsches durch die Institutionen, den Rudi Dutschke proklamiert hatte, stand die Verstaatlichung der Opposition, ihre Transformation in einen organischen Bestandteil der Herrschaft in Gestalt der Grünen.



Johannes Agnoli: Die Transformation der Demokratie und verwandte Schriften. Hg. von Barbara Görres Agnoli. Konkret Literatur Verlag 2004. 240 S. (NB908) 16,50 Euro
Die „Transformation der Demokratie“, Johannes Agnolis bekannteste Schrift, die er 1967 zusammen mit Peter Brückner im Voltaire Verlag vorlegte, war die einflußreichste und nachhaltigste Staats- und Parlamentarismuskritik für die außerparlamentarische Opposition. Agnoli beschreibt darin den Prozeß der Involution demokratischer Staaten, Institutionen und Parteien in antidemokratische Formen, eine Rückbildung der bürgerlichen Demokratie zu mehr Herrschaft, Unterwerfung und Kapitalabhängigkeit des Staates, die Entwicklung zu einem autoritären Staat. Ergänzt wird die „Transformation der Demokratie“ durch verwandte Texte sowie ein Namens- und Sachregister. Die Rezension von Sebastian Haffner in Konkret, die zum Erfolg des Buches maßgeblich beitrug, ist im Anhang nachgedruckt.



Barbara Görres Agnoli: Johannes Agnoli. Eine biografische Skizze. Konkret Literatur Verlag 2004. 176 S. (NB909) 15 Euro



Angelika Ebbinghaus (Hg.): Die 68er. Schlüsseltexte der globalen Revolte. ProMedia Verlag 2008 ( Edition Linke Klassiker). 224 S. (NB1047) 12,90 Euro
Die politischen und sozialen Protestbewegungen der „68er“ entstanden weltweit lange vor dem Jahr 1968 und ebbten erst Ende der 1970er Jahre ab. Sie waren ein internationales Phänomen und reichten von den antikolonialen Befreiungsbewegungen der drei Kontinente über die Sozialbewegungen der Schwellenländer bis in die Metropolen des kapitalistischen Weltsystems. Das Jahr 1968 war zudem auch für die Länder des Staatssozialismus folgenreich. „1968“ stellt eine Chiffre dar. Die Sozialbewegungen wurden vor allem von Jugendlichen, Studierenden, Intellektuellen und Künstlern, aber auch von Arbeitern – wie in Frankreich, Brasilien und Italien – getragen und zeichneten sich durch antiautoritäre Mentalität, Kultur und Lebensweise aus. Der Protest gegen den Vietnamkrieg sowie die Auflehnung gegen Rassismus, gesellschaftliche Ungleichheit und autoritäre bzw. bürokratische Strukturen waren gemeinsame Anliegen. Der Wunsch nach einer besseren Welt verband diese Bewegungen über Länder und Kontinente hinweg. Die Parole „Ich nehme meine Wünsche für die Wirklichkeit, denn ich glaube an die Wirklichkeit meiner Wünsche“ an den Wänden der Sorbonne und die Forderung italienischer Arbeiter zehn Jahre später, „Wir wollen alles!“, markieren die Utopien und Hoffnungen dieser langen Revolte. Die Texte, die hier vorgestellt werden, haben das globale „1968“ geistig vorbereitet und beeinflusst. Die Auswahl beschränkt sich auf die Zeit bis 1968. (Die 1970er Jahre sind einem weiteren Band vorbehalten.) Neben politisch-programmatischen Texten finden sich theoretische Beiträge, die weltweit gelesen wurden, aber auch Flugblätter und Songs, die das Lebensgefühl dieser Jahre wiedergeben. 40 Jahre nach der „globalen Revolte“ liegt damit eine besondere Art von leicht zugänglichem Reader vor, in dem Originaltexte von der Herausgeberin Angelika Ebbinghaus kommentiert und in ihren politischen und historischen Kontext gestellt werden. Ein Glossar und eine Literaturliste geben all jenen Tipps und Anregungen, die sich mit dem Thema „Das globale 1968“ weiter beschäftigen wollen. Mit Texten u.a. von Lin Biao (1965), Simone de Beauvoir (1951), Régis Debray (1967), Rudi Dutschke (1967), Frantz Fanon (1963), Andre Gunder Frank (1966), Hans-Jürgen Krahl (1966), Ho Chi Minh (1965), Ernesto „Che“ Guevera (1967), Herbert Marcuse (1967), Karol Modzelewski (1967), Antonio Negri 1967), Helke Sanders (1967), Jean-Paul Sartre (1960) und Ota ¦ik (1968).



Gunnar Hinck: Wir waren wie Maschinen. Die bundesdeutsche Linke der siebziger Jahre. Rotbuch Verlag 2012. 464 S. (NB1226) 19,95 Euro
Hunderttausende waren in den 1970er Jahren in linksradikalen Gruppen organisiert, am extremsten in der terroristischen RAF. Warum brach in einer Zeit des Wandels hin zu mehr individueller Freiheit ein Großteil des intellektuellen Nachwuchses mit der Bundesrepublik? Faktenreich geht Gunnar Hinck dem Phänomen auf den Grund. Welche Bedeutung hatte es, dass viele Aktivisten aus Familien kamen, die durch den Nationalsozialismus beschädigt waren? Und inwiefern wirkt die zentrale Erfahrung des Bruchs bis heute nach?



Stuart Hood: Das verrohte Herz. Ein Roman. Edition 8 2008. 232 S. Hc. (NB1083) 19,80 Euro
68 und die Folgen: Ein englischer Kommunist verliebt sich in eine deutsche Aktivistin der Neuen Linken, die in den Terrorismus abgleitet. Wie weit kann oder darf kritische Solidarität gehen? Muss sich das Herz im Dienst der politischen Sache verhärten? Wie in seinem bewegenden autobiografischen Bericht „Carlino“ behandelt der schottische Autor Stuart Hood im Roman Das verrohte Herz zentrale Fragen politischen Engagements. Hood verkehrte um 1970 mit dem deutschen Schriftsteller Erich Fried, dessen Gedichte er ins Englische übersetzte. Frieds Londoner Haus war damals eine exterritoriale Anlaufstelle für die außerparlamentarische Opposition in Deutschland, wobei Hood dort nicht nur Dutschke und andere Studentenführer, sondern auch etliche spätere Mitglieder der Roten Armee Fraktion kennen lernte. Ihn interessierte, wie er gesagt hat, „diese merkwürdige Mischung aus Idealismus und der Neigung, die Dinge ins Extrem voranzutreiben, jenseits aller Rationalität, beinahe in die Unwirklichkeit, in eine vollkommen selbstbezügliche Welt hinein.“



Norbert Kozicki: Aufbruch in NRW. 1968 und die Folgen. Klartext Verlag 2008 ( Wir in Nordrhein-Westfalen – Unsere gesammelten Werke). 262 S. Gb. (NB1066) 7,95 Euro
1968 ist das Jahr des Umbruchs. Die starren Regeln der Nachkriegsgeneration sorgen für ständigen Konflitstoff und lautstarke Auseinandersetzungen. Schulen, Universitäten, Kichen und Familien werden von einer Welle der Veränderung erfaßt. Die Generation des Aufbluchs entdeckt die Sprache als „Waffe“ für ihren Protest gegen die Autoritäten. Sie will den Dingen einen neuen Namen geben und fordert Mitgestaltung. Norbert Kozicki faßt die vielfältigen kulturellen, politischen und sozialen Ereignisse zusammen – von der Studentenbewegung an der Ruhr über die Arbeitermobilmachung in Bürgerinitiativen bis hin zur sexuellen Revolution zwischen Hochöfen und Fördertürmen.



Ingrid Gilcher-Holtey: Die 68er Bewegung. Deutschland, Westeuropa, USA. Beck Verlag 2001, 3. Aufl. 2005. 136 S. (NB1025) 7,90 Euro
Berkeley, Berlin, Rom, Paris – dieses Buch bietet einen prägnanten Überblick über den Aufstieg, die Ziele und den Zerfall der „68er Bewegung“, deren Aktionen auf dem Weg in eine „andere“ Gesellschaft bis heute Debatten über ihre Wirkungen und ihre historische Rolle provozieren.



The Times They Are A Changin‘. Sonderausgabe der Studentenzeitung Basta! (WS 94/95) über die Studentenbewegung der 60er Jahre. 36 S. Din A 3, mit zahlreichen Abbildungen und Dokumenten. (NB405) 2,55 Euro)



Bernward Vesper: Die Reise. Hg. Von Jörg Schröder. rororo 1983. (NB340) 12,99 Euro



Henner Voss: Vor der Reise. Erinnerungen an Bernward Vesper. Edition Nautilus 2005. 80 S. Hc. (NB812) 14 Euro.
1961 besuchen Bernward Vesper und Henner Voss gemeinsam die Buchhändlerschule in Rodenkirchen bei Köln. Es entwickelt sicheine Freundschaft, die bis Januar 1965 anhält. Beide tauchen in das literarische Milieu ein, schreiben. Bernward Vesper betreibt zusammen mit Gudrun Ensslin einen literarischambitionierten Verlag: studio neue literatur, bei dem Henner Voss Berater und Mitarbeiter wird. In einer kleinen Wohnung inKreuzberg lernt Henner Voss seinen Freund aus nächster Nähe kennen. Neben der Schilderung der nicht nachlassenden Versuche, in der Literaturszene beachtet zu werden, zeichnet Henner Voss diementalen Auswirkungen der Nachkriegszeit auf die jungen Intellektuellen nach. Der Vater des Freundes war der Nazidichter WillVesper, dessen Schatten der Sohn nicht entkommt. Henner Voss vermittelt das Porträt eines Freundes, der mit Wahnwitz und hochgradig angespannter Energie seinen Weg gesuchthat. Es ist ein sehr persönliches Bild von Bernward Vesper, von seiner Zerrissenheit und Egomanie. Detailaufnahmen aus einer Zeit der Ungeduld und des Aufbruchs.



Niels Seibert: Vergessene Proteste. Internationalismus und Antirassismus 1964-1983. Unrast Verlag 2008. 224 S. (NB1064) 13,80 Euro
Niels Seibert stellt Proteste aus der Bundesrepublik Deutschland in der Zeit von Mitte der 1960er bis Mitte der 1980er Jahre vor. Schwerpunkt ist die Zeit des Anwachsens sowie der Fraktionierung der 68er-Studentenbewegung, in der neue Gruppen und Bewegungen entstanden, die an den Internationalismus der Studentenbewegung anknüpften. Diese Zeit, Ende der 1960er bis Anfang der 1970er, war von einer weltweiten Aufbruchstimmung geprägt. Auf allen Kontinenten revoltierten Menschen auf den Straßen, in Betrieben und an den Universitäten gegen die herrschenden Verhältnisse. Die politischen Aktivitäten, zu denen Niels Seibert recherchierte, sind vielfach in Vergessenheit geraten. Ausgewählt wurden Proteste der Studenten- und Internationalismusbewegung, die sich innerhalb der Themenbereiche Kolonialismus und Neokolonialismus, internationale Solidarität, bundesdeutsche Ausländerpolitik sowie Flucht und Asyl bewegen. Die politischen Aktionen und Kampagnen waren einerseits eine praktische Kritik an staatlicher Politik und hatten andererseits Einfluss auf politische Entscheidungen. In diesem Wechselverhältnis vermitteln sie sowohl etwas über die politischen Verhältnisse als auch über die Bewegungen dieser Zeit.
Aus dem Inhalt: Der Tschombé-Besuch (1964), Der Film Africa Addio (1966), Die Friedenspreisverleihung an Leopold Senghor (1968), Die Cabora Bassa-Kampagne und Blohm+Voss (1969-1974), Black Panthers und Angela Davis (1966-1972), Gegen Militär und Vietnamkrieg: GI-Widerstand, Desertion und Fluchthilfe (1966-1972), Gegen Beihilfe zu Folter und Mord: Abschiebungen in den Iran (1969), Das Verbot von GUPS und GUPA und die Massenabschiebungen (1972), Zerstörte Hoffnungen und Exil: Chile, Flucht und Asyl (1973-1979), Ein staatlich betriebener Selbstmord: Cemal Altun und die Proteste gegen Auslieferungen in die Türkei (1983).



A.G. Grauwacke: Autonome in Bewegung. Aus den ersten 23 Jahren. Assotiation A. Aktualisierte Neuauflage, Mai 2008. 408 S. zahlr. Abbildungen. (NB1065) 20 Euro
Fünf Berliner Autonome beschreiben 20 Jahre autonomer Geschichte. Analysen, Berichte, Anekdoten und Schmonzetten zu folgenden Themen: Häuserkampf, Anti-AKW, IWF-Kampagne, Kübel, Revolutionäre Zellen, Mein erster Molli, Spaßguerilla, Nolympic, Krieg und Frieden, Punk, Rostock, Hoyerswerda, Internationalismus, die Zeit der Verwirrung u.a. Das Buch ist eine Mixtur aus persönlichen Erlebnissen, Reflexionen, analytischer Aufarbeitung und politischer Einordnung der autonomen Bewegung, deren viel beschworenes Ende noch nicht erreicht ist.



Jan Ole Arps: Frühschicht. Linke Fabrikintervention in den 70er Jahren. Assoziation A 2011. 240 S. (NB1163) 16.00 Euro
Klaus Franz hat es getan, Berthold Huber hat es getan, Joschka Fischer hat es getan. „Ich wusste nicht, was auf mich zukam. Aber ohne die Arbeiterklasse hatten wir keine Chance, die Welt zu verändern, so viel war klar.“ Das schreibt Harry Oberländer 1977, einige Jahre nachdem er als revolutionärer Aktivist bei Opel in Rüsselsheim angeheuert hatte. Vom Studenten zum Arbeiter. Was heute kaum vorstellbar klingt, war Anfang der 70er Jahre weit verbreitet. Auf die antiautoritäre Revolte von 1968 folgte für viele der Schritt in die Produktion; einige Tausend junge Linke tauschten den Seminarstuhl gegen die Werkbank ein, um die Arbeiterklasse für Revolution und Kommunismus zu begeistern. Inzwischen ist Klaus Franz (ehemals Mitglied der maoistischen KPD/AO) Betriebsratsvorsitzender bei Opel, Berthold Huber (ehemals Mitglied in der Vorgängerorganisation der MLPD) Vorsitzender der IG Metall, und Joschka Fischer (ehemals Revolutionärer Kampf, Frankfurt) war der erste grüne Außenminister und berät nun deutsche Unternehmen aller Sparten. Über die bunte Vielfalt der linken „Betriebsintervention“ ist hingegen kaum noch etwas bekannt. Ebenso fast vergessen: Auch in bundesdeutschen Fabriken herrschten in jenen Jahren keineswegs nur Ordnung, Fleiß und Disziplin. Zwar ließen sich die westdeutschen Arbeiter anders als in Frankreich oder Italien nicht von der revolutionären Begeisterung mitreißen, die die Universitäten erfasst hatte, doch wilde Streiks waren häufig und hohe Lohnabschlüsse die Regel. Das Buch geht der Faszination nach, die diese Ereignisse auf die rebellischen Studenten hatte. Es behandelt die K-Gruppen, die sich an Lenins Modell der Kaderpartei orientierten, ebenso wie die Spontis, deren Schlachtruf „Wir wollen alles“ lautete und die die These von der Autonomie der Arbeiterkämpfe in der Fabrik erproben wollten. Es zeichnet den Weg junger Linker in die Betriebe nach und schildert, welche Erfahrungen sie dort machten. Damit handelt es vom Konflikt zwischen revolutionären Wünschen und den Mühen des Alltags, von Begeisterung und Ernüchterung über die Arbeiterklasse und von der Krise der autoritären Disziplin, die zur Krise der Großfabrik und der an ihr orientierten politischen Ansätze beitrug. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen der Protagonisten dieses Experiments, die mal nur einige Monate, manchmal ein ganzes Leben in der Fabrik geblieben sind.



Michael Steffen: Geschichten vom Trüffelschwein. Politik und Organisation des Kommunistischen Bundes 1971 bis 1991. Assoziation A 2002. 416 S. (NB676) 24 Euro
Der KB war (nicht zuletzt durch seine Zeitung „AK“) zu seiner besten Zeit die erfolgreichste kommunistische Organisation in der BRD. Er war die politische Heimat von Thomas Ebermann, Jürgen Elsässer, Claudia Gohde, Ulla Jelpke, Matthias Küntzel, Andrea Lederer, Knut Mellenthin, Jürgen Reents, Rainer Trampert, Detlef zum Winkel. „Geschichten vom Trüffelschwein“ beschreibt nicht nur genau und kenntnisreich die Entwicklung des Kommunistischen Bundes (KB) in ihrem historischen Kontext, sondern ist die erste Gesamtdarstellung einer Bundesdeutschen „K-Gruppe“ überhaupt. Daß einige dieser Organisationen eine größere politische Bedeutung und Ausstrahlung hatten, als die schamhaften „Lebensbeichten“ ehemaliger Mitglieder in heute staatstragenden Funktionen vermuten lassen, zeigt das vorliegende Buch ebenso wie manche Hintergründe der Entstehungsgeschichte der Partei „Die Grünen“ oder die Herkunft „antideutscher“ Strömungen. Wer die Geschichte der radikalen Linken in der BRD verstehen will, kommt um diese einzigartige Darstellung der besonderen Rolle des KB in den 70er und 80er Jahren nicht herum. „Eine Standard-Untersuchung, die Maßstäbe an Genauigkeit setzt.“ (Georg Fülberth).



taz-jornal: Dutschke und Du. Verändern, kämpfen, leben: Was wir von Rudi Dutschke lernen können. 96 S. im Großformat mit zahlreichen Abbildungen. (NB888) 8 Euro
In Beiträgen und Interviews äußern sich Christian Semler, Walter Jens, Oskar Negt, Klaus Theweleit, Daniel Cohn-Bendit, Heide Oestreich, Gretchen Dutschke, Bahman Nirumand, Beate Klarsfeld, Barbara Sichtermann, Bettina Gaus u.a. Es gibt auch eine Strick-Anleitung für den berühmten Rudi-Dutschke-Pullover.



Gretchen Dutschke: Rudi Dutschke. Wir hatten ein barbarisches, schönes Leben. Eine Biographie. Knaur Taschenbuch 1998. 512 S. (NB355z) 10,90 Euro



Rudi Dutschke: Jeder hat sein Leben ganz zu leben. Die Tagebücher 1963 – 1979. Hg. Von Gretchen Dutschke. Verlag Kiepenheuer & Witsch 2003. 432 S. Hc. Mit SchU. Zahlr. Abb. (NB649 BES) 22,90 Euro
„Lebenszeugnis des Idols einer Generation. Zum ersten Mal werden Rudi Dutschkes Tagebücher veröffentlicht. Sie dokumentieren das geistige Innenleben einer der aufregendsten Persönlichkeiten der Nachkriegszeit. Der Wortführer der Außerparlamentarischen Opposition erweist sich in seinen Tagebüchern als ein kritischer und selbstkritischer Denker von außerordentlicher Originalität.“ (Klappentext).



Hans-Jürgen Krahl: Konstitution und Klassenkampf. Zur historischen Dialetik von bürgerlicher Emanzipation und proletarischer Revolution. Schriften, Reden und Entwürfe aus den Jahren 1966-1970. Verlag Neue Kritik 1971, 5. veränderte Auflage 2008. 440 S. (NB1076) 25 Euro
Hans-Jürgen Krahl (1943-1970) war der Theoretiker der antiautoritären Studentenbewegung. Die in diesem Band versammelten Aufsätze, Redevorlagen und Notizen sind erstmals 1971, kurz nach seinem frühen Tod, erschienen. Es handelt sich um politische Reflexionen, von tagesaktuellen Stellungnahmen bis zu abstrakten Spekulationen und philosophiehistorischen Exkursen.



Marco Carini: Fritz Teufel. Wenn‘s der Wahrheitsfindung dient. Konkret Literaturverlag 2003. 248 S. Pb. (NB690z) 16,50 Euro
„Wenn‘s der Wahrheitsfindung dient“ – als der Angeklagte Fritz Teufel im November 1967 mit diesem Satz der Aufforderung eines Richters nachkommt, sich zu erheben, löst der damals 23jährige in der antiautoritären Bewegung ein befreiendes Lachen aus – befreiend vom autoritären Muff der Justiz. Die Studentenbewegung treibt auf ihren Höhepunkt zu und Teufel ist neben Rudi Dutschke ihre wohl bekannteste Persönlichkeit. Während Dutschke das Bedürfnis nach politisch-emanzipatorischer Theorie anspricht, befördert Teufel die Lust auf subkulturelle Grenzübertretung und nonkonformistische Lebensweisen. Und Fritz Teufel ist einer der meistgesuchten „Terroristen“ der 70er Jahre, angeklagt, den Berliner CDU-Vorsitzenden Peter Lorenz entführt zu haben. Der Lebensweg Fritz Teufels ist auch die Geschichte des Aufbegehrens einer ganzen Generation und der Radikalisierung linker Widerstandsformen. Die Geschichte vom friedlichen, phantasievollen Protest hin zum bewaffneten Kampf sowie der Verarbeitung des Scheiterns militanter Stadtguerillakonzepte. Marco Carini folgt den Spuren Fritz Teufels und zeichnet damit das lebendige Bild eines Menschen und einer Zeit, die diese Republik verändert haben.



Ulrike Marie Meinhof: Bambule. Fürsorge – Sorge für wen. Mit einem Bericht von Eberhard Itzenplitz. und einem Nachwort von Klaus Wagenbach. Mit Photos von den Dreharbeiten. Verlag Klaus Wagenbach 2002 (WaT). 136 S. (NB1155) 9,90 Euro
Als Fernsehfilm von der ARD vierundzwanzig Jahre lang unterdrückt, als Buch längst zum Klassiker geworden. Wer wissen will, welche Erziehungsvorstellungen noch Ende der 60er Jahre herrschten, sollte Bambule lesen. Das Thema ist aktuell wie je: Wie geht die Gesellschaft mit Randgruppen um, wie erzieht der Staat diejenigen, deren Fürsorge ihm übertragen wurde? Ulrike Meinhof hatte sich als Journalistin in langen Recherchen ein Bild über die Lage der Mädchen in Erziehungsheimen gemacht. In der Geschichte von Irene beschreibt sie den Alltag zwischen Hof, Schlafraum, Wäscheraum und „Bunker“, die Repressalien der Erzieher und die Befreiungsversuche der Mädchen, die „Bambule“ machen, weil sie leben wollen und nicht bloß sich fügen.
„Hat man bedacht, dass Mitglieder der Gruppe um Ulrike Meinhof praktische Sozialarbeit getan haben und Einblick in die Verhältnisse genommen, die möglicherweise zu ihrer Kriegserklärung geführt haben? Schließlich gibt es ein Buch: Bambule. Lesenswert, aufschlussreich.“ Heinrich Böll.



Ulrike Marie Meinhof: Die Würde des Menschen ist antastbar. Aufsätze und Polemiken. Mit einem Nachwort von Klaus Wagenbach. Verlag Klaus Wagenbach 2004 (Politik bei Wagenbach). 192 S. (NB1156) 10,90 Euro
Diese „Aufsätze und Polemiken“ sind ein Beispiel von entschiedenem Journalismus, der nicht vor den Höhen der Macht skandiert, sondern den politischen Widerspruch aufzufinden versteht, und zugleich ein Abriß deutscher Nachkriegsgeschichte: Sie analysieren die Unfähigkeit der Verarbeitung des Nazismus und die eilige Rekonstruktion der Macht, sie beschreiben das Verkümmern der Demokratie am Fall des Einzelnen – seine Würde wird antastbar.



Jutta Ditfurth: Ulrike Meinhof. Die Biografie. Ullstein Taschenbuch 2009. 480 S. (NB1136) 9,95 Euro
Jutta Ditfurth stieß in ihrer sechsjährigen Recherche auf bisher unbekannte Quallen zu Ulrike Meinhof. Sie kann völlig neue Zusammenhänge in der Lebnsgeschichte der RAF-Gründerin aufzeigen. In dieser ersten umfassenden Biografie spiegeln sich auch die Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik und das politische Klima der 60er und 70er Jahre wieder. Jetzt als Taschenbuch.



Jutta Ditfurth: Rudi und Ulrike. Geschichte einer Freundschaft. Droemer 2008. 256 S. Geb. (NB1069) 16,95 Euro
Nur zwei Jahre lang, von 1967 bis 1969, verliefen die Wege von Ulrike Meinhof und Rudi Dutschke parallel. Sie wurden Freunde, davon handelt diese Geschichte. Es ist eine Geschichte über eine Zeit, in der viele Linke sich wie „Freiwild“ vorkamen und deshalb beschlossen, sich zu wehren – notfalls auch mit Waffengewalt.



Peter Brückner: Ulrike Marie Meinhof und die deutschen Verhältnisse. Mit Texten von Ulrike Marie Meinhof und einem Nachwort zur Neuausgabe von Klaus Wagenbach. Wagenbach 1995. 208 S. (NB118) 11,90 Euro



Mario Krebs: Ulrike Meinhof. Ein Leben im Widerspruch. Rororo 1988. 288 S. (NB339z) 7,60 Euro



Anja Röhl: Die Frau meines Vaters. Erinnerungen an Ulrike. Edition Nautilus 2013. 160 S. Gb. (NB1246) 18 Euro
„Kind sein heißt allein sein, schuld sein, essen müssen, schlafen müssen, brav sein müssen. Kind sein heißt, sich nicht wehren zu können.“ So erlebt Anja Röhl ihre Jugend in den1950er und 60er Jahren. Im Arbeiterviertel Hamburg-Barmbek herrscht die Dumpfheit der Nachkriegszeit. Die Mutter, als geschiedene Alleinerziehende geächtet, ist erst spätabends zu Hause; der Vater, übergriffig und manipulierend, aber von der linken Schickeria hofiert, kommt nur unzuverlässig. Doch als sie fünf Jahre alt ist, stellt ihr ihr Vater, der Konkret-Verleger Klaus Rainer Röhl, seine neue Freundin vor: Ulrike Meinhof. Für das Kind ist sie die einzige Erwachsene, die es wirklich versteht, die für es gegen den Vater Partei ergreift, bei der es keine Angst haben muß vor Strafe und bei der es sich zugehörig fühlt.
Die Dankbarkeit für diese Erfahrung prägt auch die Beziehung zu Ulrike Meinhof nach deren Trennung von Mann und Kindern. Anja Röhl bleibt ihr verbunden, besucht sie im Gefängnis,schreibt ihr Briefe, allen Anfeindungen zum Trotz und obwohl sie Ulrikes politische Positionen nicht teilt. Ein Dokument der Zeit- und Mentalitätsgeschichte der frühen Bundesrepublik, aus der Perspektive eines Mädchens erzählt.
Anja Röhl, geboren 1955 in Hamburg, Tochter aus erster Ehe von Klaus Rainer Röhl. Erster Beruf: examinierte Krankenschwester, später Studium: Germanistik, Psychologie,Sonderpädagogik und Kunst. Arbeit als freie Dozentin und Theaterrezensentin für die junge Welt und Ossietzky, zahlreiche Veröffentlichungen. Drei Kinder.
Der Text enthält Schwärzungen, die von der Stiefschwester der Autorin, Bettina Röhl, aus Bosheit erwirkt wurden.



Zur Vorstellung des Terrors: Die RAF. Katalog zur Ausstellung in den Kunst-Werken Berlin. Hg. von Klaus Biesenbach. 2 Bände im Großformat, zus. ca. 800 S., zahlr. Abbildungen. (NB807 BES) 65 Euro



Gudrun Ensslin: „Zieht den Trennungsstrich, jede Minute“. Briefe an ihre Schwester Christiane und ihren Bruder Gottfried aus dem Gefängnis 1972-1973. Hg. von Christiane Ensslin und Gottfried Ensslin. Konkret Literatur Verlag 2005. 200 S. (NB910) 15 Euro
Gudrun Ensslin hat während ihrer Haft in Essen etwa 50 Briefe an ihre Schwester Christiane und ihren Bruder Gottfried geschrieben. Diese Briefe zeichnen ein differenziertes Bild Gudrun Ensslins: als Strafgefangene und politische Kämpferin, aber auch als interessierte, ratgebende und liebevolle Schwester. Es geht um Privates, Politisches und Familiäres, um Bücherwünsche und Bedürfnisse des Alltags, um marxistische Theorie und Praxis und um die Schikanen von Anstaltsleitung und Justiz.



Karl-Heinz Dellwo: Das Projektil sind wir. Der Aufbruch einer Generation, die RAF und die Kritik der Waffen. Gespräche mit Tina Petersen und Christoph Twickel. Edition Nautilus 2007. 192 S. (NB1026) 9,90 Euro
Karl-Heinz Dellwo, als Mitglied der RAF an der Besetzung der Deutschen Botschaft in Stockholm 1975 beteiligt, war insgesamt 21 Jahre im Gefängnis. Im Gespräch mit Tina Petersen und Christoph Twickel berichtet er über seinen Weg in den bewaffneten Kampf und seine Zeit im Gefängnis. Eine kritische Analyse des „Konzept Stadtguerilla“ und ein politisch reflektierter Lebensbericht.



Gabriele Rollnik / Daniel Dubbe: Keine Angst vor niemand. Über die Siebziger, die Bewegung 2. Juni und die RAF. Edition Nautilus 2004. 132 S. (NB725) 9,90 Euro
Mutige Gefängnisausbrüche und das Verteilen von „revolutionären Negerküssen“ bei einem Banküberfall wurden zum Markenzeichen der „Bewegung 2. Juni“, ebenso die erfolgreiche Entführung des CDU-Spitzenkandidaten Lorenz in Berlin, aufgrund derer fünf Gefangene freigelassen wurden. Gabriele Rollnik beschreibt ihren Weg von der Soziologiestudentin zu Beginn der 70er Jahre in Berlin bis zum Leben im Untergrund und dem Überleben von 15 Jahren Gefängnis.



Thorwald Proll, Daniel Dubbe: Wir kamen vom anderen Stern. Über 1968, Andreas Baader und ein Kaufhaus. Edition Nautilus 2003. 128 S. (NB684) 9,90 Euro
Am 2. April 1968 gibt es nächtliche Brandstiftungen in zwei Frankfurter Kaufhäusern. Auf die Anklagebank kommen Andreas Baader, Gudrun Ensslin, Thorwald Proll und Horst Söhnlein. Thorwald Proll berichtet von der Stimmung der Zeit, den Aktionen der Kommune I, den Happenings, dem Widerstand gegen den Vietnamkrieg, dem praktizierten „Naturrecht auf Widerstand“. Er zeichnet ein sehr persönliches Bild von Andreas Baader, es ist das Porträt eines Freundes, mit dem er eine kurze, aber intensive Zeit zusammen verbracht hat. Die Rebellen fühlten sich „Wie die Marx-Brothers in der Deutschen Oper“.



Wir waren so unheimlich konsequent... Ein Gespräch zur Geschichte der RAF mit Stafan Wisniewski. ID-Verlag 1997. 64 S. (NB28) 5,10 Euro



Inge Viett: Nie war ich furchtloser. Autobiographie. rororo. 352 S. (NB102) 8,50 Euro
Inge Viett gehörte zur „Bewegung 2. Juni“, 1982 ging sie mit Hilfe der „Stasi“ in die DDR, wurde 1990 verhaftet und 1997 aus der Haft entlassen.



Inge Viett: Einsprüche! Briefe aus dem Gefängnis. Edition Nautilus 2. Aufl. 1997. 160 S. (NB897) 13,80 Euro
Von ihrer Verhaftung in Magdeburg 1990 bis nach ihrer Verurteilung 1992 reflektiert Inge Viett in ihren Briefen die Geschehnisse innerhalb und außerhalb der Gefängnismauern: die „Vereinigungsorgie“, mögliche Perspektiven einer gesellschaftlichen Veränderung, die eigene Vergangenheit im „2. Juni“ und der „RAF“ und ihr Leben in der DDR, die Vorbereitung auf den Prozeß und das alltägliche Einzwängen in die „Box“, über der doch manchmal ein „zauberhafter Himmel“ zu sehen ist.



Irmgard Möller: „RAF – das war für uns Befreiung“. Ein Gespräch mit Irmgard Möller über bewaffneten Kampf, Knast und die Linke. Hg. Von Oiiver Tolmein. Aktualisierte und erweiterte Neuauflage. Konkret 2002. 272 S. (NB616) 16,50 Euro
Der Deutsche Herbst und die Todesnacht von Stammheim liegen 25 Jahre zurück, sind aber noch längst nicht Vergangenheit. Irmgard Möller, die über 22 Jahre inhaftiert ar, hat 1977 als einzige der vier RAF-Gefangenen im 7. Stock des Hochsicherheitstraktes schwer verletzt überlebt. Sie widerspricht der offiziellen Version, daß es sich um Selbstmord gehandelt hat. In diesem Buch erzählt sie, warum sie in die RAF gegangen ist. Sie setzt sich mit der Entwicklung und dem Ende des bewaffneten Kampfes in Deutschland auseinander und berichtet über ihre Haftzeit, die Hungerstreiks und über die Erfahrungen seit ihrer Entlassung 1994.



Stefan Aust: Der Baader-Meinhof-Komplex. Erweiterte und aktualisierte Ausgabe. Goldmann. (NB126) 12 Euro



Pieter Bakker Schut: Stammheim. Der Prozeß gegen die Rote Armee Fraktion. Die Notwendige Korrektur der herrschenden Meinung. Hg. Von der Roten Hilfe. Pahl-Rugenstein-Verlag 1997. 692 S. (NB106) 19 Euro



Mario Moretti: Brigate Rosse. Eine italienische Geschichte. Interview von Rossana Rossanda und Carla Mosca. Vorwort von Rossana Rossanda. Assoziation A 2006. 256 S. (mit Abbildungen). (NB950) 17 Euro
Einer der Gründer und historischen Führer der Roten Brigaden beschreibt in einem Streitgespräch mit Rossana Rossanda und Carla Mosca die Geschichte der Brigaden, ihre inneren Entwicklungen und Debatten von ihrem Aufschwung bis zum Zerfall. Ein einzigartiges Dokument zum Verständnis eines Teils der linken Geschichte – der Geschichte der Stadtguerilla.
„Mario Moretti, du bist seit 22 Jahren raus aus der Welt der Leute, neun als Illegaler und dreizehn im Gefängnis. Wenn dir ein böser Engel auf einem Tablett Freiheit und Vergessen und auf einem anderen Tablett Knast und Erinnerung bieten würde, was wprdest du nehmen?“ – „So falsche Engel gibt es nicht ... Jedenfalls würde ich ihm sagen: ‚Gib mir die Freiheit und Erinnerung. Wenn du das nicht kannst, mein lieber Engel, dann fliegst du tief, nicht mal auf der Höhe unserer Niederlage.‘“



IG Rote Fabrik (Hg.): Zwischenberichte. Zur Diskussion über die Politik der bewaffneten und militanten Linken in der BRD, Italien und der Schweiz. Incl. Auflösungserklärung der RAF. ID-Verlag 1998. 252 S. (NB25 BES) 12 Euro
Beiträge von Piero Bassi, Karl-Heinz Dellwo, Knut Folkerts, Christine Kuby, Katja Leyrer, Roland Mayer, Gabriele Rollnik, Lutz Taufer u.a.



Nanni Balestrini: Sandokan. Eine Camorra-Geschichte. Assoziation A 2006. 144 S. (NB969) 13 Euro
„Kleine Einschußlöcher gibt es jede Menge auf sämtlichen Ortstafeln entlang der Landstraße, als ob darauf hingewiesen würde, daß man in dieser Gegend auf der Hut sein muß.“



Nanni Balestrini: Wir wollen alles. Roman der Fiatkämpfe. Deutsch und mit einem Nachwort von Peter O. Chotjewitz. Mit einem Vorwort zur Neuausgabe. Assoziation A 2003. 168 S. (NB682) 12 Euro
Die Geschichte eines jungen italienischen Arbeiters aus dem Süden, der in den 60er Jahren in den Norden auswandert. Die Arbeit in den Turiner Fabriken ist ihm genauso zuwider wie die Maloche in den Klitschen seines Heimatdorfes. Er fängt überall Krach an, schmeißt einen Job nach dem anderen. Schließlich landet er bei Fiat. Hier tritt er in Kontakt zu linken Arbeiter- und Studentengruppen, die unabhängig von der Gewerkschaft Streiks organisieren. Fiat wird 1969 zum Zentrum der „anderen Arbeiterbewegung“. Der Roman erschien in Deutschland 1972 bei Trikont und liegt nun in einer Neuausgabe vor.



Nanni Balestrini: Die große Revolte. Romantrilogie. Assoziation A 2008. 440 S. (NB1058) 24 Euro
Mit einem Nachwort von Raul Zelik. Nanni Balestrinis große Romantrilogie ist das literarische Vermächtnis der Revolte in Italien und unser Beitrag zu vierzig Jahren 1968. Der Roman „Wir wollen alles“ ist eine Hommage an die Kämpfe des italienischen Massenarbeiters. Das Buch wurde mitten in einem Zyklus von Arbeiterkämpfen geschrieben, in denen der FIAT-Konzern in Turin im Jahr 1969 zum Zentrum des Aufstands gegen das Fabriksystem wurde. Mit seiner Geschichte eines rebellischen Arbeiters aus dem Süden wurde Balestrini mit einem Schlag zum „Romancier des Operaismus“. Der Titel des Buches wurde zur Parole einer „anderen Arbeiterbewegung“ – weit über Italien hinaus. Protagonist des Romans „Die Unsichtbaren“ ist ein Basismilitanter der Generation von 1977, der „Autonomia“, die das Land in ein riesiges Laboratorium neuer Lebensentwürfe verwandelte. Es war eine Zeit nicht enden wollender Massendemonstrationen, der Hausbesetzungen, linken Kulturzentren und freien Radios. Mit beispielloser Kreativität und Radikalität forderte eine Bewegung von Jugendlichen die herrschende Kultur und das Bürgertum heraus und artikulierte ihre Ablehnung in Fabriken, Schulen und Stadtvierteln lustvoll und zugleich militant. Der Roman „Der Verleger“ schließlich beschreibt im Rückblick die Zuspitzung der Kämpfe zwischen Partisanentradition und entstehender Fabrikguerilla in einer atemberaubend verdichteten Prosa. Im März 1972 kommt der legendäre Verleger Giangiacomo Feltrinelli bei einem Bombenanschlag auf einen Strommast ums Leben. Sein Tod markiert einen tiefen Einschnitt in der Geschichte der italienischen Nachkriegslinken. Der bewaffnete Kampf tritt in eine neue Etappe ein, an deren Ende die Moro-Entführung stehen wird. In dem Roman setzt sich mosaikartig ein Bild zusammen, in dem die Schlüsselbedeutung dieses historischen Moments Konturen gewinnt.



Ron Jacobs: Woher der Wind weht. Eine Geschichte des Weather Underground. ID-Verlag 1999. 192 S. Abb. (NB101) 14,90 Euro
Die Weathermen spalteten sich Ende der 60er Jahre aus dem US-amerikanischen SDS ab. Sie gingen in den Untergrund. Ihren Namen leiteten sie aus einem Bob-Dylan-Song ab: „We don‘t need no weathermen to know how the wind blows.“



Die große MÄRZ-Kassette. Herausgegeben von Jörg Schröder und Bruno Hof. Area Verlag 2004. 13 Bände im Schuber, zus. ca. 6000 Seiten. (NB745z) 49,95 Euro „Wer die 60er und 70er verstehen will, muß MÄRZ kennen.“ Michael Rumaker, Irving Rosenthal, Uve Schmidt, Fee Zschocke, Doktor Gormander, Joe Brainard, Upton Sinclair, Jules Valès, Ernst Herhaus, Jörg Schröder, Leonard Cohen, Craig Kee Strete, Günter Amendt, Gunter Schmidt, Peter Kuper, Jan Cremer, Cathérine de Prémonville, Esteban López: März-Reader, Cohen Blumen für Hitler. Jim Morrison, Sexfront/Derdiedas, Kuper Hamlet, Erotik-Reader, Schwulen-Reader, Beziehungen, Als die Kinder die Macht ergriffen, Joe Brainard 1984 Comics, Upton Sinclair, Vallès Jacques Vingtras, Schröder Siegfried.



Jan F. Bandel, Barbara Kalender, Jörg Schröder: Immer radikal, niemals konsequent. Der MÄRZ-Verlag - erweitertes Verlegertum, postmoderne Literatur und Business Art. Philo Fine Arts 2011. 332 S. Pb. (NB1184) 25 Euro
1969 wurde in einem Handstreich ein Verlag gegründet, dessen signalgelbe Bände schlagartig zum Inbegriff einer nachgerade alchemischen Mischung von linker Politik, Avantgarde-Literatur und Popkultur wurden: der März Verlag. „Pop, Porno, Politik“ lauten die Schlagworte der literarischen Postmoderne, die Leslie Fiedler 1968 ausrief. Pornografie in Wort und Bild veröffentlichte JörgSchröder in der angeschlossenen Olympia Press, einem deutschen Ableger von Maurice Girodias' legendärem Pariser Sex- und Avantgardeverlag. Doch das war nicht seine einzige Übung in „erweitertem Verlegertum“ (Diedrich Diederichsen): Schröder betrieb auch die Business-Art-Agentur Bismarc Media und veröffentlichte 1972 das Skandalbuch Siegfried. Später führte er den Verlag im Rahmen des Alternativ-Buchvertriebs Zweitausendeins weiter, erfand nebenbei die Friedensbewegung, widmete den Öko-Geistern die er rief, sein zweites Buch Cosmic und verfolgt seit dem endgültigen März-Crash Ende der Achtziger gemeinsam mit Barbara Kalender ein einzigartiges autobiografisches work in progress. Jan-Frederik Bandels material- und bilderreiches Essaybuch erzählt die Vorgeschichte des März-Verlags, erkundet seine verschiedenen Stationen und Erweiterungen und ist damit nicht zuletzt ein Versuch über die Neuerfindung von Literatur und Betrieb um 1968. Im Anhang die vollständige Bibliographie der März-Erstausgaben mit Abbildungen.



Klaus Wagenbach: Die Freiheit des Verlegers. Erinnerungen, Festreden, Seitenhiebe. Herausgegeben von Susanne Schüssler. Verlag Klaus Wagenbach 2010. 352 S. Gebunden mit Schildchen. (NB1204) 19,90 Euro.
Die wichtigsten Texte aus fünf Jahrzehnten, größtenteils erstmals publiziert: Über Bücher und Autoren, über Politik und die deutschen Verhältnisse, über Italien, die Kunst und die Mutter. Klaus Wagenbach ist einer der letzten aus einer Generation von unabhängigen, eigenwilligen und leidenschaftlichen Verlegern; ein linker, aber undogmatischer Kopf, der nicht vor den Konsequenzen politischen Handelns zurückschreckt; und ein früher und bis heute unerschütterlicher Liebhaber Italiens. Außerdem: ein heiterer Geschichtenerzähler, ein eifriger Vorwortschreiber, ein freudig erwarteter Festredner, aber auch einer, der gern widerspricht, wenn die öffentliche Meinung jemanden moralisch und politisch gar zu korrekt schlachten will. Der Band sammelt Texte Klaus Wagenbachs über Italien (einschließlich Kunstgeschichte), Politik, das Leben und die Zukunft der Bücher und über einzelne Autoren. Ein Großteil der Texte ist bisher nicht veröffentlicht, wichtige Zeitdokumente wie die Grabrede für Ulrike Meinhof wurden jedoch ebenfalls aufgenommen. Und schließlich erst jüngst entstandene biographische Geschichten: Vom gegen die Nazis rebellierenden Großvater, der reformbewegten Mutter, dem Vater, der nur Latein, Griechisch und Hebräisch konnte; darüber, wer und wie nach dem Krieg die Demokratie aufbaute, warum Kollektive träumen und Frauen besser kommunizieren können.



Buchstäblich. Wagenbach. 50 Jahre: Der unabhängige Verlag für wilde Leser. Mit einer Chronik, Textauszügen aus den Büchern, Fotos, Gedanken über die Zukunft und einer Liste aller erschienenen Titel. Verlag Klaus Wagenbach 2014. 224 S. Englische Broschur mit sehr vielen Abbildungen. (NB1288) 10 Euro
Ein Almanach mit der (Verlags- )Geschichte aus 50 Jahren, vielen Anekdoten, Fotos und Lesestücken aus dem Programm, besonders schön ausgestattet.
Wie überlebt man gute Bücher? Besser als schlechte. Das Beispiel liegt vor Ihnen: Die Geschichte eines unabhängigen Verlags, dem seit 50 Jahren die stets gleiche wirtschaftsbesserwisserische Frage gestellt wird: Warum gibt es Sie eigentlich noch? Gegenfrage: Wie viele nach allen Regeln der Kunst geleitete Verlage sind in der gleichen Zeit in falsche Hände geraten, übernommen oder verkauft worden? Die Frage nach dem Überleben ist also eine besonders raffinierte Verweigerung von Selbsterkenntnis. Dieser Almanach ist eine Art kommentiertes Lesebuch über fünf Jahrzehnte und zugleich ein Vademecum fürs Überleben: Als Ermutigung, weder dem eventgejagten Mainstream noch der Verlockung „technischer Vorgaben“ zu folgen, sondern dem Radikalen, Neuen, Unerhörten zur Seite zu springen und sich dem Genuss schön gemachter Bücher hinzugeben.



Daniel Leisegang: amazon. Das Buch als Beute. Schmetterling-Verlag 2014. 128 S. (NB1296) 12,80 Euro
Auch wenn der Online-Händler Amazon nicht einmal 20 Jahre existiert, hat er die Einkaufsgewohnheiten der Menschen bereits revolutioniert. Die Kunden schätzen seine preiswerte und nahezu lückenlose Warenpalette, die unabhängigen Produktbewertungen der anderen Käufer sowie die unkomplizierten Umtauschoptionen. Und da das Unternehmen zumeist sogar eine Lieferung bis zum nächsten Werktag verspricht, ziehen viele den bequemen Mausklick dem stressigen Einkauf vor. Doch der Schein der schönen neuen Warenwelt trügt. Hinter der Fassade von Amazons Online-Shop verbirgt sich eine Welt prekärer Arbeitsbedingungen. Den niedrigen Preis für das bequeme Einkaufen im Netz zahlen dabei vor allem jene, die für die Logistik und den Versand der Waren zuständig sind.
Zudem bindet Amazon nicht nur die Buchhändler, sondern auch die Verlage durch seine aggressive Wachstumspolitik derart an sich, dass sie mit dem Unternehmen nicht mehr konkurrieren, sondern nur noch in seiner Abhängigkeit weiterleben können.



Alexander Kluge: Personen und Reden. Lessing – Böll – Huch – Schiller – Adorno – Habermas – Müller – Augstein – Gaus – Schlingensief – Ad me ipsum. Verlag Klaus Wagenbach 2012 (SALTO).144 S. Fadengeheftet. Rotes Leinen. (NB1208). 15,90 Euro
Eine stete Unterbrechung unglücksbringender Selbstverständlichkeit in elf Portraits. Zum 80. Geburtstag hat sich Alexander Kluge diesen Band gewünscht, um seine Reden über andere große deutsche Öffentlichkeitsarbeiter zu sammeln: Er spricht über G. E. Lessing, Heinrich Böll, Ricarda Huch, Friedrich Schiller, T. W. Adorno, Jürgen Habermas, Heiner Müller, Rudolf Augstein, Günter Gaus und Christoph Schlingensief. Dabei gelingen ihm nicht nur verblüffend zugespitzte Portraits dieser Personen. Kluges Gedanken „durchstreifen sein Hirn“ und schöpfen – blitzgescheit und haarsträubend assoziativ – aus einem tiefen Fundus von Kenntnissen: Er führt literarische Beispiele (Ovid, Shakespeare oder David Hume) ebenbürtig mit historischen Ereignissen als Zeugen an, wobei sein Interesse immer den großen Wendepunkten gilt (1945, Tschernobyl oder dem 11. September). Am Ende steht ein für dieses Buch neu geschriebener Text: Ad me ipsum, in dem er uns von den ihm wichtigen Produktionsmitteln des Gefühls erzählt: den Büchern, den Bildern und der Oper.



Pier Paolo Pasolini: Freibeuterschriften. Die Zerstörung der Kultur des Einzelnen durch die Konsumgesellschaft. Herausgegeben von Peter Kammerer. Aus dem Italienischen von Thomas Eisenhardt. Verlag Klaus Wagenbach 2011 (WAT 317). 176 S: Pb. (NB1207) 10,90 Euro
Pasolinis berühmte Polemiken gegen die Konsumgesellschaft – radikal und inkonsequent, rhetorisch brillant und bedrückend aktuell. Pasolinis Streitschriften lösten bei ihrem Erscheinen erregte Debatten aus und markieren einen Wendepunkt in der Diskussion über den „Fortschritt“: Warum verschwinden die Glühwürmchen? Ist der Untergang der bäuerlichen Welt Mord? Wie herzlos ist die Aufklärung? Der gefeierte Ungehorsam – ist er so destruktiv wie unsere Welt? Als radikaler Freibeuter, dessen Leben und Werk untrennbar zusammengehörten, stellte sich Pasolini dem common sense einer Massenkultur entgegen, die das Besondere einebnet, das Alte zerstört und die Unterschiede nivelliert.



Walter Kaufmann: Unterwegs zu Angela Davis. Vorwort von Victor Grossman. Mit Beiträgen von Angela Davis. Atlantik Verlag 2005. 236 S. Mit zahlreichen Abbildungen. (NB799) 15 Euro
Seit Angela Davis 1972 durch eine machtvolle internationale Solidaritätsbewegung vor der Todesstrafe bewahrt werden konnte, verbinden sich in ihrer Person die politischen Linien zwischen den progressiven Basisbewegungen der 60er und 70er Jahre und jenen der Ära des George W. Bush. Walter Kaufmann nimmt uns mit seiner 1973 verfaßten Reportage mit auf die Reise, die uns nicht nur Angela Davis als Person nahebringt, sondern durch die zeitgeschichtlichen Impressionen auch hilft, die Ereignisse um Angela Davis‘ politischen Prozeß in ihrem historischen Konzext zu begreifen. Angela Davis hat durch ihr Wirken vor über 30 Jahren sowohl der außerparlamentarischen Opposition inder BRD als auch den sozialistischen Kräften in der DDR wichtige Impulse gegeben. Diese Bedeutung setzt sich bis heute fort. Victor Grossman schlägt in seinem aktuellen Vorwort eine kritische Brücke zwischen damals und heute. Der umfassende Anhang dokumentiert das Gegenwartsschaffen von Angela Davis und wird ergänzt durch Beiträge der Antifaschistinnen Sonja Denz und Gertrud Müller sowie einem Aufruf der Kampagne für Mumia Abu-Jamal.



Angela Davis: Freiheit ist ein ständiger Kampf. Aus dem Englischen von Sven Wunderlich. Unrast Verlag 2016. 160 S. (NB1357) 14 Euro
Anhand einer Auswahl von Schriften, Gesprächen und Vorträgen untersucht die international bekannte Aktivistin und Wissenschaftlerin Angela Y. Davis die Schnittmengen und Verbindungen von Befreiungskämpfen gegen Unterdrückung, Ausbeutung und Gewalt rund um unseren Planeten. Es geht um die Rolle der Schwarzen Frauenbewegung (Black Feminism), die Zusammenhänge von Ungleichheit in ›Rasse‹, Geschlecht und Klasse (Intersektionalität), den kapitalistischen Individualismus, die Bewegung gegen Gefängnisse (Prison Abolition Movement) und Polizeigewalt. Sie schreibt gegen den weltgrößten, Rekordprofite erzielenden ›Sicherheits‹konzern G4S sowie über länder- und grenzüberschreitende Solidarität für die Widerstandskämpfe unserer Zeit. Von der Schwarzen US-amerikanischen Freiheitsbewegung bis zur südafrikanischen Anti-Apartheid-Bewegung: Davis lässt bedeutende zeithistorische Befreiungsbewegungen Revue passieren, nimmt deren Gemeinsamkeiten unter die Lupe und arbeitet ihre Bedeutung für die aktuellen Bewegungen gegen Staatsgewalt heraus – von Ferguson bis Palästina. Davis plädiert dafür, eine weltumspannende Bewegung zur Befreiung der Menschheit aufzubauen und erinnert daran, dass die Erlangung von Freiheit einen langen, permanenten, kollektiven Kampf bedeutet.
"Das ist die gute alte Angela: einsichtsvoll, wissbegierig, aufmerksam, brillant. In diesem Buch stellt und beantwortet sie Fragen über das Geschehen in unserem Jahrhundert, die dem des vorigen Jahrhunderts erstaunlich ähneln." Mumia Abu-Jamal



Michael Schiffmann: Wettlauf gegen den Tod. Mumia Abu-Jamal: ein schwarzer Revolutionär im weißen Amerika. Promedia Verlag 2006. 320 S. mit Abb. (NB1111) 21,90 Euro
Der afroamerikanische Journalist Mumia Abu-Jamal ist nach eigenen Worten seit einem Vierteljahrhundert gezwungenermaßen Bewohner des „am raschesten wachsenden öffentlichen Wohnbauprojekts in den Vereinigten Staaten“ – er ist Häftling in einem der zahlreichen US-amerikanischen Hochsicherheitsgefängnisse in Pennsylvania. Abu-Jamal wurde am 9. Dezember 1981 verhaftet, des Mordes an einem Polizisten angeklagt, im Juli 1982 für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Seit Anfang der 1990er Jahre haben seine Bemühungen um eine Wiederaufnahme des Verfahrens großes Echo gefunden und ihn zum wahrscheinlich bekanntesten Todeshäftling der Welt gemacht. Das vorliegende Buch liefert nicht nur eine gründliche Untersuchung des Kriminalfalles, sondern beschäftigt sich darüber hinaus mit den Hintergründen, die bei der Verurteilung Abu-Jamals trotz brüchigen Beweismaterials und schreiender Widersprüche in der Anklage eine entscheidende Rolle spielten: dem anhaltenden Rassismus der US-Gesellschaft, dem schwarzen Befreiungskampf, an dem Abu-Jamal sich als Black Panther-Führer beteiligte, dem Verfall und der auch physisch sichtbaren Klassenspaltung in der amerikanischen Großstadt, den periodischen Hexenjagden der politischen Polizei gegen Andersdenkende und schließlich dem immer mehr aus den Fugen geratenden System der Strafjustiz. Abu-Jamal wird so zu einem Musterbeispiel für alles, was erschreckend und fragwürdig an der US-amerikanischen Strafjustiz und im besonderen an der Todesstrafe ist.



Mumia Abu-Jamal: ...aus der Todeszelle. Live from death row. Atlantik Verlag. (NB505) 12,80 Euro
Als die vorliegenden Texte 1995 in den USA und in Deutschland erstveröffentlicht wurden, schien die Situation der Gefangenen in den Todestrakten der USA aussichtslos. Die Verfechter der Todesstrafe hatten die absolute Hegemonie in der gesellschaftlichen Debatte über das staatliche legale Töten. Durch Mumia Abu-Jamals Essays erfuhr die Öffentlichkeit zum ersten Mal aus dem Inneren der Todestrakte.



Mumia Abu-Jamal: Ich schreibe um zu leben. Zeugnisse eines zum Tode Verurteilten. Atlantik Verlag. Pb. (NB566) 12,80 Euro Mumia Abu-Jamal ist ein „Gläubiger“, dessen Religion das Leben ist. Diese „Gläubigkeit“, die Kraft seiner Utopien und Träume, ist zugleich eine niederschmetternde Kritik des „christlichen“ Abendlandes und seiner „führenden Nation Amerika“.



Leonard Weinglass: Freiheit für Mumia! Hintergründe eines Fehlurteils und juristische Fakten gegen einen drohenden Justizmord. Vorwort von E.L. Doctorow. Einleitung zur deutschen Ausgabe von Volker Ratzmann. Atlantik Verlag 1997. 320 S. (NB507) 10 Euro
Leonard Weinglass ist der Verteidiger von Mumia Abu-Jamal.



Archiv 92 / Kampagne Mumia Abu Jamal: Free Mumia. Dokumente, Analysen, Hintergrundberichte. Atlantik Verlag 2002. 208 S. (NB576) 10 Euro
Der Journalist, Autor und Bürgerrechtsaktivist Mumia Abu Jamal sitzt seit 20 Jahren unschuldig im Todestrakt. Im Dezember 2001 lief die Nachricht um die Welt, das Todesurteil sei aufgehoben. Doch diese Gerichtsentscheidung ist weder rechtskräftig, noch macht die mögliche Umwandlung in lebenslange Haft das Unrecht ungeschehen, das Mumia Abu Jamal widerfährt. Die in diesem Band versammelten Beweise und Analysen belegen, daß der Todeskandidat AM 8335 sofort freigelassen werden müßte. Doch in den USA gilt es, einen Justiz- und Polizeiskandal zu vertuschen, und deshalb schrecken die Verantwortlichen vor keiner Rechtsbeugung zurück.



Oliver Demny: Die Wut des Panthers. Die Geschichte der Black Panther Party. Schwarzer Widerstand in den USA. Unrast Verlag, 4. ergänzte Aufl. 2004. 244 S. und einige Bildtafeln. (NB1088) 14 Euro
Die Wut des Panthers beschreibt die Geschichte der Black Panther Party. Es ist die Geschichte von Rassismus, Repression und Widerstand im Herzen des Kapitalismus – den USA.



Martin Ludwig Hofmann: Indian War. Der Fall des indianischen Bürgerrechtlers Leonard Peltier. Atlantik Verlag, 2. aktualisierte Auflage 2005. 184 S. Pb. (NB844) 12,80 Euro
Die Gewalt der 70er Jahre zieht ihre Spur bis heute... Seit fast 25 Jahren kämpft Leonard Peltier um seine Freiheit. Bis zum heutigen Tag fristet Peltier sein Leben in der Zelle eines Hochsicherheitsgefängnisses - aufgrund fragwürdiger Indizien verurteilt. Das Buch stellt Vorgeschichte, Prozeß und Verurteilung Peltiers mit detektivischem Spürsinn dar. Und es verknüpft den juristischen „Fall“ mit seinen politisch-historischen Zusammenhängen: den Kriegen gegen die Indianer und die Geschichte der indianischen Bürgerrechtsbewegung.



Helmut Ortner: Der Justizmord. Zwei Italiener in Amerika. Sacco & Vanzetti. Zambon Verlag 1993. 286 S. Hc. (NB1059) 16,80 Euro
Es ist die Geschichte zweier italienischer Auswanderer, die auf der Suche nach Arbeit und Glück in Amerika ankommen, dort aber Intoleranz und Fremdenhaß vorfinden. Am 15. April 1920 überfallen Banditen in Bridgewater im Staat Massachusetts einen Zahlmeister und dessen Leibwächter, schießen beide nieder und rauben Lohngelder in Höhe von 16.000 Dollar. Schon bald konzentrieren sich die Ermittlungen auf die beiden italienischen Einwanderer Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti. Obschon die Beweise dürftig sind, werden die beiden wegen Raubmordes angeklagt, ins Gefängnis gebracht, während der Vernehmungen gefoltert und in einem fragwürdigen Prozeß schließlich zum Tode verurteilt. Nach fast sieben Jahren, nach zahlreichen Berufungen und Gnadengesuchen – und trotz weltweiter Proteste – werden Sacco und Vanzetti am 23. August 1927 auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet.



Wolfgang Kruse (Hg.): Die Französische Revolution. Programmatische Texte von Robespierre bis de Sade. Promedia Verlag 2012 (Edition Linke Klassiker). 176 S. (NB1303) 12,90 Euro
Mit Texten von Babeuf, Boissy d'Anglas, Brissot, Condorcet, Olympe de Gouges, Marquis de Sade, Dubois-Crancé, Hérault de Séchelles, Lanthenas, Marat, Maréchal, Paine, Robespierre, Sieyès u. a..
Die Französische Revolution war ein Experimentierfeld für die Neugestaltung der modernen Gesellschaft. Auf allen gesellschaftspolitisch relevanten Ebenen wurden neue Praktiken ausprobiert und emanzipatorische Neuordnungsmodelle entworfen. Dieses „Musterbuch der Moderne“ experimentierte mit der politischen Ordnung, neuen ökonomischen und sozialen Beziehungen und Geschlechterverhältnissen sowie mit der politischen Kultur insgesamt.
Der hier vorgelegte Band versucht, die ganze Spannbreite dieses programmatischen Aufbruchs in eine neue Epoche einzufangen. Dafür werden prägnante Originaltexte erläutert und dokumentiert, die für gesellschaftliche Entwicklungen bis heute relevant sind. Die Vielzahl der Themenbereiche umfasst: Aufstand und Revolution, Verfassung und Demokratie, Emanzipation und Demokratisierung der Gesellschaft, Sozialreform und Sozialismus, Antimilitarismus und Völkerrecht, schließlich auch programmatische Abgründe der Revolution.
Das politische Spektrum der Autoren reicht vom gemäßigten Liberalismus eines Sieyès über demokratische Republikaner wie Brissot, Condorcet, Peine oder Robespierre bis hin zu Vertretern von sozialrevolutionären Projekten wie Babeuf und Maréchal. Es spiegelt damit zugleich die Entwicklung der politischen Linken wider, die sich im dynamischen Prozess der Revolution auf rasante Weise bewegt und in der Regel die radikalsten, am weitesten in die Zukunft reichenden Emanzipationsprojekte entworfen hat. Auch die Problematik der Dialektik von Neugestaltung und gesellschaftspolitischer Herrschaft findet angemessene Berücksichtigung.
Die meisten der Texte wurden eigens für diesen Band ins Deutsche übersetzt.
Der Herausgeber: Wolfgang Kruse, Jahrgang 1957, ist Professor am Historischen Institut der Fern-Universität in Hagen, Lehrgebiet Neuere und Europäische Geschichte. Er arbeitet zur Geschichte der Französischen Revolution, des Ersten Weltkriegs, der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung sowie des modernen politischen Totenkults in Deutschland.



Winfried Steiner (Hg.): Zensur oder freiwillige Selbstkontrolle. Vom Tabubruch zur politischen Korrektheit. Konkret 1997. 160 S. (NB 5z) 10,15 Euro
Warum spricht man vor allem von „Kultur“, wenn man von Nazis sprechen möchte? Welche Strategie verfolgt die Rechte mit ihrer Verwendung des Begriffs „Kultur“? Worin unterscheidet sich das rechte Konzept des Ethnopluralismus von dem des linken Multikulturalismus? Was versteht man unter „Ideologisierung der Kunst“, und was bedeutet die gegenwärtige Kulturalisierung der Politik? Wem nutzt die grassierende kulturelle Ausbeutung der Vergangenheit? Kann Political Correctness ein linkes Projekt sein? Über diese Fragen schreiben und streiten: Diedrich Diedrichsen, Hermann L. Gremliza, Günther Jacob, Doris Knecht, Konrad Paul Lissmann, Thomas Rothschild, Georg Seeßlen und Mark Terkessidis.



Karl Heinz Roth: Anschließen, angleichen, abwickeln. Die westdeutschen Planungen zur Übernahme der DDR 1952-1990. Konkret 2000. 180 S. (NB6) 11,66 Euro



Jörg Roesler: Geschichte der DDR. PapyRossa Verlag 2012 (Reihe Basiswissen). 132 S. (NB1227) 9,90 Euro
Jenseits der üblichen Horrorszenarien klärt Jörg Roesler auf über die Geschichte des kleineren deutschen Staates. Sie wird erstens erzählt als Geschichte der Herrschaft der SED. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Gruppierungen, vom Autor als Konservative bzw. Reformer charakterisiert. Dies ist gleichzeitig die Geschichte der Sicherung der Stabilität eines in seiner Existenz ökonomisch und politisch wiederholt gefährdeten Staates. Zweitens wird die Geschichte der DDR als Geschichte der sowjetisch-ostdeutschen Beziehungen erzählt. Es ist die Geschichte von Moskaus „ungeliebtem Kind“, einer durch das Scheitern der sowjetischen Deutschlandpolitik zustande gekommenen Minimallösung, eines schließlich lästig werdenden Vorpostens. Drittens wird die Geschichte der DDR erzählt als Geschichte der Beziehungen zur Bundesrepublik. Sie endet mit der Vereinnahmung des kleineren durch den größeren, sich als stabiler und potenter erweisenden deutschen Staates.



Karl Heinz Roth: Geschichtsrevisionismus. Die Wiedergeburt der Totalitarismustheorie. Konkret 1999. 152 S. (NB7z) 11,66 Euro
Spätestens mit der Wende von 1989 hat die neue Rechte in der Geschichtswissenschaft Fuß gefaßt. Ihr Spektrum reicht von dr Gruppe um Rainer Zitelmann bis zu ehemaligen Linken im Umfeld der rotgrünen Bundesregierung. Die Geschichtsrevisionisten reaktivieren mit der Totalitarismustheorie die alten Themen des Kalten Krieges. Karl Heinz Roth beschreibt den Siegeszug der Totalitarismustheorie in der deutschen Geschichts- und Sozialwissenschaft seit der Wiedervereinigung und analysiert die Konsequenzen der revisionistischen Offensive: die vollständige Delegitimierung der DDR und die Relativierung der nationalsozialistischen Verbrechen.



Gerhard Scheit: Mülltrennung. Beiträge zu Politik, Literatur und Musik. Konkret 1998. 192 S. (NB14z) 10,15 Euro
Über Brecht, Eisler, Jünger, Günther Anders, Peter Weiss, Heiner Müller. Jean Améry, Haider & Sichrovsky, Adorno und die Differenzen von deutscher Marschmusik und amerikanischem Jazz.



Conrad Taler: Der braune Faden. Zur verdrängten Geschichte der Bundesrepublik. PapyRossa Verlag 2005. 240 S. (NB829) 16,80 Euro
Conrad Taler zeigt, daß die Verharmlosung des Rechtsextremismus wie ein brauner Faden die bundesdeutsche Geschichte durchzieht. Er erinnert daran, daß der Neunazismus als „Waffe Moskaus“ hingestellt und antijüdische Taten den Kommunisten zugeschrieben wurden, daß sich Arbeitgeber, CDU/CSU und NPD gegenseitig die Bälle zuwarfen, wenn es gegen Mitbestimmung und „zu hohe Lohnkosten“ ging, daß bei einer Demonstration gegen die Remilitarisierung ein 21jähriger von der Polizei erschossen wurde, ohne daß eine westdeutsche Zeitung darüber ein kommentierendes Wort verloren hätte, daß der antisemitischen Rede des CDU-Bundestagsabgeordneten Hohmann jahrelang jene Aufrechnerei vorausging, die sich mit den Verbrechen „anderer“ herausredete.



Ralph Hartmann: Die DDR unterm Lügenberg. Mit einem Nachwort von Gerhard Zwerenz. Verlag Ossietzky 2007. 120 S. (NB1020) 10 Euro
Die DDR war, wie wir alle wissen, die zweite und schlimmere der „zwei Diktaturen in Deutschland“. „Stasifolter“ und Stasidoping“ gehörten zu ihren Merkmalen, und auch an der „Alleinschuld der DDR an der Mauer“ besteht kein Zweifel – oder doch? Was ist Propaganda, was ist Wahrheit?



Wolfgang Wippermann: Dämonisierung durch Vergleich: DDR und Drittes Reich. Rotbuch Verlag 2009. 160 S. (NB1094) 9,90 Euro
Der neue Historikerstreit: Honecker war wie Hitler, Stasi wie Gestapo, Bautzen wie Buchenwald – so heute der Tenor staatlich verordneten Geschichtsbewußtseins: Die DDR war die „zweite Diktatur“, die aus den NS-Staat folgte und mit ihm vieles gemeinsam hatte. Doch stimmt das? War die DDR so „schlimm“ wie das Dritte Reich – oder sogar „noch schlimmer“? „Die vorliegende Streitschrift möchte zur Neuorientierung beitragen. Vor allem aber soll sie zu einem gerechteren Umgang mit der DDR anregen. Die DDR war unzweifelhaft eine Diktatur und mit Sicherheit kein Rechtsstaat, doch ebenso wenig war sie eine totalitäre und mit dem nationalsozialistischen Unrechtsstatt zu vergleichende 'zweite Diktatur'. Dies kommt einer Dämonisierung der DDR gleich, die wiederum mit einer Relativierung des Dritten reiches verbunden ist.“ (Wolfgang Wippermann).



Heinrich Fink / Cornelia Kerth (Hg.): Einspruch! Antifaschistische Positionen zur Geschichtspolitik. PapyRossa Verlag 2011. 126 S. (NB1168) 12 Euro
Aus dem Kalten Krieg stammende Thesen wie „rot gleich braun“, „Sozialismus gleich Faschismus gleich Diktatur“ oder die Rede von den „zwei deutschen Diktaturen“ werden mehr und mehr salonfähig. Mit politischem Kalkül propagiert, zielt diese Deutung der Geschichte auf die Gegenwart. Einspruch gegen solchen Geschichtsrevisionismus erhob eine geschichtspolitische Konferenz der VVN-BdA, auf der sich namhafte Wissenschaftler und Antifaschisten gegen diesen Diskurs wandten, der sich selbst als „antitotalitär“ bezeichnet. Dabei ging es um das Verhältnis von Ursachen und Wirkungen des Zweiten Weltkriegs, Wehrmachtsverbrechen und ihre Opfer, die Rolle der Gebirgstruppen und die Entwicklung der Gedenkpolitik. Beiträge u.a. von: Hannes Heer, Kurt Pätzold, Wolfgang Wippermann, Moshe Zuckermann.



Klaus Bittermann: Geisterfahrer der Einheit. Kommentare zur Wiedervereinigungskrise. ID-Verlag 1995. 168 S. (NB22) 10 Euro



Rainer Trampert, Thomas Ebermann: Sachzwang & Gemüt. Sarkastische und analytische Texte über die Republik, die Welt und unsere Nachbarn. Konkret 2002. 320 S. (NB603) 19,90 Euro
Rainer Trampert und Thomas Ebermann nehmen „mit verschiedenen Stilmitteln“ dem Zeitgeist die Arglosigkeit und epochalen Begriffen den Schleier des großen Gedankens.



Harri Czepuck: Republik der Skandale. Spotless Verlag 1994. 96 S. (NB52) 5,11 Euro Chronique scandaleuse der BRD in Auszügen...



Jens Mecklenburg, Wolfgang Wippermann (Hg.): „Roter Holocaust“? Kritik des Schwarzbuchs des Kommunismus. Konkret 1998. 296 S. (NB62zz) 19,95 Euro



Ludwig Elm: Das verordnete Feindbild. Neue deutsche Geschichtsideologie und „antitotalitärer Konsens“. PapyRossa Verlag 2001. 172 S. (NB532z) 15,20 Euro
Die Bundestagskommissionen „zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ waren geschichtspolitische Staatsakte. Aus der Fülle ihrer Materialien behandelt der Autor: Vergangenheitsbewältigung nach 1945 und 1989, „Diktaturenvergleich“, Streit um Antifaschismus, Geschichte der Bundesrepublik. Als deren Dreh- und Angelpunkt erweist sich eine modernisierte Totalitarismuskonzeption, die mit einer Gleichsetzung von DDR und NS-Diktatur militanten Antikommunismus erneuert, die Nazibarbarei relativiert und nationalistische Traditionen aufwertet.



Lorenz Knorr: Aufklärung, Frieden, Antifaschismus. Ausgewählte Reden und Schriften. Hg. von Lorenz Gösta Beutin. PapyRossa Verlag 2006. 380 S. (NB966) 19,90 Euro
1921 in Eger/CSR geboren, war Lorenz Knorr schon früh in der sozialistischen Jugend aktiv. Es folgten antifaschistischer Widerstand und Verurteilung von einem Kriegsgericht der Wehrmacht. Später Mitglied der SPD, dann der DFU. In den 90er Jahren Bundesprecher der VVN/BdA. Der Band vereinigt Reden, Artikel und Aufsätze von 1945 bis heute. Er bietet einen Querschnitt durch Leben und breit gefächertes politisches und publizistisches Wirken eines profilierten Friedenskämpfers und Antifaschisten und ist zugleich ein plastisches Spiegelbild der Zeitgeschichte. Schwerpunkte: Autobiographisches zum antifaschistischen Widerstand und zu den Erfahrungen in der SPD; Geschichtspolitik und Geschichtsrevisionismus; Kriegsursachen und friedenspolitische Alternativen; theoretische Analysen z.B. zur Französischen Revolution oder zu Karl Marx.



Jupp Angenfort: Sprung in die Freiheit. Die Geschichten des Josef A. Herausgegeben von Hannes Stütz. PapyRossa Verlag 2010. 232 S., 35 s/w-Abb. (NB1169) 17 Euro
Jupp Angenfort, 1924 in Düsseldorf geboren und dort 2010 gestorben. Sohn einer katholisch geprägten Eisenbahnerfamilie. Nach sowjetischer Kriegsgefangenschaft Vorsitzender der FDJ, 1951 in NRW Landtagsabgeordneter der KPD, nach deren Verbot Mitglied der illegalen Leitung. Nach 1968 langjähriges Präsidiumsmitglied der DKP. Bis zu seinem Tod einer der Landessprecher der VVN-BdA. Josef oder „Jupp“ Angenfort geriet als 19jähriger Wehrmachtssoldat in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Die Erfahrung von Faschismus und Krieg prägte ihn tief und so schloß er sich nach seiner Rückkehr der KPD und der Freien Deutschen Jugend an, um gegen die von Adenauer betriebene Remilitarisierung zu kämpfen. Unter Bruch seiner Immunität als NRW-Landtagsabgeordneter wurde er 1953 verhaftet, wegen Hochverrats angeklagt und zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Kurz nach seiner Entlassung wegen Verstoßes gegen das KPD-Verbot erneut verhaftet, gelang ihm bei einem Gefangenentransport die Flucht. Er ging in die DDR, kam nach Gründung der DKP 1968 zurück nach Düsseldorf, wurde wenig später wieder festgenommen, 1969 aber aus dem Zuchthaus freigelassen. Damit enden „Die Geschichten des Josef A.“. Lebendig und locker erzählt, sind sie gut geeignet, an den Gründungsmythen der Bundesrepublik und nicht zuletzt auch an dem tabuisierten Thema der politischen Gefangenen unter Adenauer zu kratzen.



Lorenz Knorr: Generäle vor Gericht. Oder: Darf man Nazi-Militärs als Massenmörder bezeichnen? Mit einem Nachwort von Arno Klönne. PapyRossa Verlag 2011. 286 S. (NB1179) 16 Euro
1921 in Eger/CSR geboren, war Lorenz Knorr schon früh in der sozialistischen Jugend aktiv. Es folgten antifaschistischer Widerstand und Verurteilung von einem Kriegsgericht der Wehrmacht. Später Mitglied der SPD, dann der DFU. In den 1990er Jahren Bundessprecher der VVN/BdA. Mitte der 60er Jahre fand auf Anzeige von Franz Josef Strauß ein Beleidigungsprozeß statt: Lorenz Knorr, einer der Direktoren der Deutschen Friedensunion, hatte Hitler-Generäle an der Spitze der Bundeswehr als Kriegsverbrecher und Massenmörder bezeichnet. Obwohl er seine Beschuldigungen beweisen konnte, wurde er zweimal verurteilt. Erst eine Revisionsinstanz hob die Urteile wegen Rechtsfehlern auf, doch blieb Knorr auf seinen hohen Kosten sitzen. Dieser „Generals-Prozess“ war Teil einer Strategie, die wenige Jahre zuvor gegen massiven Widerstand in der Bevölkerung gebildete Bundeswehr gegen Kritik abzuschirmen, die pazifistische und antimilitaristische Opposition zu diskriminieren und die obrigkeitsstaatlichen Verhältnisse der Ära Adenauer zu stabilisieren.



Friedrich-Martin Balzer (Hg.): Justizunrecht im Kalten Krieg. Die Kriminalisierung der westdeutschen Friedensbewegung im Düsseldorfer Prozeß 1959/60. Mit einer Einleitung von Heinrich Hannover. Beiträge von Walther Ammann, Walter Diehl, Rudolf Hirsch, Friedrich Karl Kaul, Diether Posser und Denis Noel Pritt. PapyRossa Verlag 2006. 380 S. (NB922) 24 Euro
„Staatsgefährdung“ lautete die Anklage gegen Vertreter des „Friedenskomitees der Bundesrepublik“, über die 1959/60 fünf Monate lang vor dem Landgericht Düsseldorf verhandelt wurde. Exemplarisch für das „Justizunrecht im Kalten Krieg“ dokumentiert das vorliegende historische Lesebuch diesen, wie Diether Posser formulierte, bis dahin „bedeutendsten politischen Strafprozeß seit Bestehen der Bundesrepublik“. Es beleuchtet das politische, juristische und gesellschaftliche Umfeld, in dem ein derartiger Prozeß überhaupt erst möglich war: Die Inkorporation der NS-Eliten in staatliche und gesellschaftliche Führungspositionen sowie die Übernahme des Antikommunismus des „Dritten Reichs“ als Staatsdoktrin in Westdeutschland. Diese richtete sich keineswegs nur gegen Kommunisten, sondern fungierte als ideologische Waffe zur Einschüchterung der gesamten Linken sowie aller gewerkschaftlichen, friedensbewegten und demokratischen Bestrebungen und beschädigte somit tiefgreifend die im Grundgesetz festgelegte Verfassungsordnung. Allein schon daraus ergeben sich die ungeschmälerte Aktualität der Plädoyers und rückblickenden Betrachtungen der Verteidiger Walther Ammann, Heinrich Hannover, Diether Posser, Friedrich Karl Kaul und N.D. Pritt. Zugleich wird damit die Notwendigkeit unterstrichen, die „vergessenen Justizopfer des Kalten Krieges“, so Heinrich Hannover, endlich zu rehabilitieren. Mit der umfangreichen Dokumentation der DDR-Sicht auf diesen Prozeß gibt das Buch darüber hinaus einen Anstoß für eine vergleichende Geschichtsschreibung beider deutscher Staaten.



Marx-Engels und die politische Justiz in der BRD. Dokumentation einer Tagung. Herausgegeben von der Initiativgruppe für die Rehabilitierung der Opfer des Kalten Krieges und der Marx-Engels-Stiftung. 128 S. (NB518z) 10,25 Euro
Referate der Tagung am 17. März 2001 in Berlin. Beiträge von Ewald Stiefvater, Dr. Robert Steigerwald, Karl Stiffel, Gerd Deumlich, Prof. Dr. Siegfried Mechler, Prof. Dr. Erich Buchholz, Prof. Dr. Wolfgang Richter, Wolfgang Gehrke MdB, Sepp Mayer, Dr. Rolf Gössner, Dr. Heinrich Hannover.



Jochen Hippler: Die neue Weltordnung. Konkret 1991. 184 S. (NB91) 11 Euro



Werner Biermann: Die Herren der Welt. Die Weltmachtpolitik der USA nach 1945. PapyRossa Verlag 2000. 392 S. (NB315) 20,35 Euro
Der Aufstieg der USA zum „Imperium ohne Grenzen“, das Verhältnis von politischer, ökonomischer und militärischer Macht bei der Durchsetzung eines globalen Wirtschafts- und Finanzsystems, das von den USA beherrscht und instrumentalisiert wird. Zugleich weist Biermann nach, daß sich diese auf einem Weg befinden, der ihre überragende Stellung untergraben und zur Implosion der Weltwirtschaft führen muß.



Frank Deppe u.a.: Der neue Imperialismus. Distel Verlag 2004 (distel direkt). 156 S. (NB786) 9,50 Euro
Das Zeitalter des Imperialismus; Imperialismus und Gewalt; Theorien über den Imperialismus; Imperialismus im Zeitalter der Systemkonkurrenz; Der Kalte Krieg; Der „neue Imperialismus“; das „Empire“ bei Hardt/Negri; Die neoliberale Globalisierung; Antiimperialismus heute.



Reinhard Kühnl: Liberalismus als Form bürgerlicher Herrschaft. Von der Befreiung des Menschen zur Freiheit des Marktes. Distel Verlag 1999. 136 S. (NB662) 11 Euro
Die Vorgeschichte der bürgerlichen Gesellschaft; Die geistige Offensive: Die Aufklärung; Die politische Offensive: Die bürgerliche Revolution; Das Weltbild des klassischen Liberalismus; Vom liberalen zum organisierten Kapitalismus; Die deutsche Sonderentwicklung; Liberalismus seit 1945; Die Offensive des Neoliberalismus; Alternativen der bürgerlichen Gesellschaft.



Sebastian Friedrich: Lexikon der Leistungsgesellschaft. Wie der Neoliberalismus unseren Alltag prägt. Vorwort von Oliver Nachtwey / Fotos von Johann Bröse. edition assemblage 2016. 96 S. (NB1368) 7,80 Euro
Der Streifzug durch alltägliche Begriffe der „Leistungsgesellschaft“ erkundet die vorherrschende Ideologie des flexiblen Kapitalismus. Er ist weit mehr als ein wirtschafts- und sozialpolitischer Ansatz. Die neoliberale Ideologie prägt unsere Persönlichkeit, unser Denken, unser Handeln: während wir Sport treiben, wir über unsere Bosse sprechen, als wären wir befreundet, wir in Dating-Portalen nach der Liebe fürs Leben oder dem schnellen Sex suchen, wir unser 70er Jahre-Rennrad das Altbau-Treppenhaus hochtragen, wir herzhaft über die Prolls in der Eckkneipe lachen, wir uns über unsere aktuellen Prokrastinationserfahrungen austauschen, wir mit einem Coffee-to-go bewaffnet im Stechschritt durch die Stadt marschieren, wir lustige ironisch-geistreiche Anmerkungen machen, wir uns wieder nicht entscheiden können und wir am Ende des Tages einmal mehr versuchen, das zu verdrängen, was längst Gewissheit geworden ist: daß es so nicht weitergehen kann.
Sebastian Friedrich ist Redakteur von kritisch-lesen.de und Verfasser der Kolumne „Lexikon der Leistungsgesellschaft“, die seit April 2013 bei der linken Monatszeitung ak– analyse und kritik erscheint.



Werner Goldschmidt, Dieter Klein, Klaus Steinitz (Hg.): Neoliberalismus. Hegemonie ohne Perspektive. Distel Verlag 2000. 264 S. (NB663) 19,50 Euro
Der Einfluß des Neoliberalismus ist selbst bei den Grünen, in der Sozialdemokratie und in Teilen der Gewerkschaft gewachsen. Die Gesellschaftstheorie des Neoliberalismus „ist die Theorie der Rechtfertigung für unbeschränkte Autonomie der Besitzer von Geld- und Produktivvermögen. Die Devise heißt, den Kapitalismus von den Fesseln der Demokratie zu befreien“ (Herbert Schui). Beiträge von Jörg Huffschmid, Norman Paech, Karl Georg Zinn u.a.



Herbert Schui, Stephanie Blankenburg: Neoliberalismus: Theorie, Gegner, Praxis. VSA Verlag 2002. 192 S. Pb. (NB627) 15,50 Euro
Der Neoliberalismus ist zu einer ideologischen Weltmacht geworden – scheinbar alternativlos. Neoliberale haben den Wohlfahrtsstaat in Verruf gebracht. Ihre These lautet: Der Reformismus ist nicht durchführbar. Die moderne Sozialdemokratie hat sich diese Überzeugung zueigen gemacht. Der Neoliberalismus ist eine Idelogie, die sich einen schrankenlosen Kapitalismus zum Ziel gesetzt hat.



Manfred Sohn: Hat das System einen Fehler oder ist es der Fehler? Antworten auf die Finanz- und Wirtschaftskrise von links. Pahl-Rugenstein-Verlag 2009. 104 S. Pb. (NB1086) 9,95 Euro
Die zentrale These dieses Buches ist, daß wir uns im Jahre 2009 nicht nur einer Finanz-, sondern einer Wirtschaftskrise gegenübersehen, die das kapitalistische System bis in seine Grundlagen hinein in Frage stellt – und zwar zu Recht. Denn, so versucht Manfred Sohn darzulegen, in der gegenwärtigen Krise bündeln sich mehrere Krisensymptome, die gemeinsam ihre tiefste Ursache in der Profitorientierung unserer gegenwärtigen Wirtschaftsordnung haben. Prägnant und für jeden wirtschaftspolitischen Laien verständlich schildert er Entstehung, Erscheinung, Verlauf und Auswirkungen dieser Krise sowohl für die globale Wirtschaft und Politik als auch für die der Bundesrepublik. Ausgehend von der Beschreibung und Analyse dieses Krisenbündels entwickelt Manfred Sohn Vorschläge für Auswege aus der Krise – sowohl kurzfristige, schnell zu realisierende, als auch langfristige. Diese sind aber erst durch die Entfaltung einer kulturvollen außerparlamentarischen Bewegung erreichbar. Dazu beizutragen ist der Zweck dieses Werkes. Dr. Manfred Sohn (Jg. 1955) ist seit seiner Schülerzeit politisch aktiv. Seit 1987 bis zur Wahl in den Niedersächsischen Landtag 2008 Angestellter der Versicherungsgruppe Hannover (VGH), dort Mitglied des örtlichen und des Gesamtpersonalrates. Er ist zur Zeit Mitglied des Landesvorstandes der Partei DIE LINKE und Vorsitzender ihrer Landtagsfraktion.



Michel Husson: Kapitalismus pur. Deregulierung, Finanzkrise und weltweite Rezession. Eine marxistische Analyse. ISP Verlag 2009. 200 S. (NB1106) 19,80 Euro
Dem Kapitalismus in seiner neoliberalen Epoche ist es gelungen, massive Lohnsenkung und Sozialabbau durchzusetzen. Die in die Finanzsphäre transferierten Profite bildeten die Grundlage für immer ausgebufftere Formen der Finanzspekulation. Seit dem Zusammenbruch der Großbank Lehman Brothers ist diese Party vorbei. Die Maßnahmen zur Rettung des Systems sind nur Notoperationen. Husson sagt daher für die ewestlichen Ökonomien eine langanhaltende Stagnation voraus.



Werner Rügemer (Hg.): Arbeits-un-recht. Anklagen und Alternativen. Verlag estfälisches Dampfboot 2009. 252 S. (NB1130) 24,90 Euro
Nicht nur Niedriglöhnerei und Hartz IV sind Unrechtssysteme. Auch die weitergehende Verletzung von Arbeits- und Sozialrechten wird in der neoliberal orientierten Gesellschaft zur systemischen Praxis, in der Unrecht stetig verrechtlicht wird. Die vom Arbeitssystem abhängigen Menschen: Arbeitnehmer, Arbeitslose oder Rentner und deren Familien – also die Mehrheit der Bevölkerung – gelten nicht als gleichberechtigte Bürger, sie werden von Staat, Unternehmen, Parteien und Medien als zweitklassig, ja überflüssig behandelt. Die Formen von Arbeitsunrecht sind dabei vielfältig: „Gelbe“ Gewerkschaften, die Verhinderung von Betriebsratsgründungen, Verdachtskündigungen, Zeitdiebstahl, fortgesetzte Leiharbeit, unbezahlte „Praktika“, heimliche Überwachung, Mißbrauch von Ein-Euro-Jobbern zu kommerziellen Zwecken, Mobbing – diese Liste ließe sich fortsetzen. Mit der Krise des Neoliberalismus und der exzessiven Vergabe staatlicher Mittel zur Rettung dubioser Banken droht zudem die Verschärfung von Arbeitsunrecht. Es besteht jedoch die Hoffnung, daß Keime des Widerstands und Alternativen sich zu einer nationalen und internationalen Gegenbewegung entwickeln. Autorinnen und Autoren aus Gewerkschaften, Wissenschaft und Initiativen legen zum ersten Mal eine umfassende Bestandsaufnahme vor.



Werner Rügemer: Privatisierung in Deutschland. Eine Bilanz. 4. überarbeitete und erweiterte Auflage. Verlag Westfälisches Dampfboot 2008, 240 S. (NB1056) 24,90 Euro
„Rügemers spannende und informative Fleißarbeit zeigt das teure Elend der herrschenden Privatisierungspraxis. Deren Ende ist nicht in Sicht, werben doch EU, Zentralbank und Bundesregierung vehement für PPP.“ (Hermannus Pfeiffer Frankfurter Rundschau). „Seine verstörende Kraft bezieht das Buch aus den zahllosen Fallbeispielen, die mit bekannten Namen aus Politik und Wirtschaft nur so gespickt sind.“ (Matthias Lohrer Das Parlament). „Das ist Diskussionsstoff für die globalisierungskritische Bewegung ...“ (Dirk Eckert taz). „Dieses Buch verdient es, Standardwerk jeder kritischen sozialen Bewegung zu werden.“ Gisela Hänel-Ossorio und Carles Ossorio Capella DAS ARGUMENT). „Eine ausgezeichnete Studie zur fortschreitenden Enteignung der Bevölkerung zugunsten der Konzerne“ (Reinhard Jellen konkret).



Christine Resch, Heinz Steinert: Kapitalismus: Porträt einer Produktionsweise. Verlag Westfälisches Dampfboot (Reihe Einstiege) 2009. 312 S. (NB1117) 24,90 Euro
Seit Ende des real existierenden Sozialismus ist die Rede vom Kapitalismus wieder salonfähig, spätestens mit der Finanzkrise beängstigend. Dabei verwischen sich die Auslegungen und Assoziationen in Alltag, Medien und Sozialwissenschaften zwischen „Profitgier als Verhängnis“ über die „Ankurbelung des Binnenkonsums“ zu „notwendigen Reformen“. Was aber ist mit Kapitalismus eigentlich gemeint? Christine Resch und Heinz Steinert legen in diesem Einstiege-Band den Ursprung, die Grundstruktur und Varianten der kapitalistischen Produktionsweise – Stichworte: Liberalismus, Fordismus, Neoliberalismus – offen und liefern eine differenzierte, aber doch gut lesbare Darstellung der wechselhaften und bisweilen recht unerfreulichen Geschichte des Kapitalismus. Dabei erläutern sie das tragende und notwendige Begriffsinventar, anhand dessen die Veränderungen der kapitalistischen Produktionsweise und der bürgerlichen Gesellschaft beschrieben werden: Abschöpfung des Mehrwerts, Arbeitsmoral und -disziplin, Klassen- und Sozialpolitik, Kultur und Wissen. Berücksichtigt werden auch Aspekte wie die Bedeutung des Patriarchats für den Kapitalismus oder Widerstände gegen diese Produktionsweise.



Elmar Altvater: Das Ende des Kapitalismus wie wir ihn kennen. Eine radikale Kapitalismuskritik. Westfälisches Dampfboot 2005. (NB885) 14,90 Euro



Elmar Altvater u.a.: Die Gewalt des Zusammenhangs: Neoliberalismus, Militarismus, Rechtsextremismus. Promedia Verlag Wien 2001. 144 S. (NB805) 11,90 Euro
Das neoliberale Modell produziert Gewinner und Verlierer. Was dieser Logik des weltweit verwertenden Kapitalismus entgegengesetzt werden kann, beantworten die Autoren aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Ausgehend von der These der beiden Sozialwissenschaftler Oskar Negt und Alexander Kluge wurde nach der „Gewalt des Zusammenhangs“ gefragt, wonach die Welt als besonderes Verhältnis von Unterdrückungszusammenhängen aus Börsenplätzen, Militärmacht und Weltmarkt konstituiert ist. Die Diagnosen der gesellschaftlichen Wirklichkeit und die von allen sechs Autoren und Autorinnen diskutierten Alternativen können als Kern eines kritischen Diskurses betrachtet werden, der sich die Überwindung von Neoliberalismus, Militarismus und Rechtsextremismus zur Augfgabe gestellt hat. Beiträge von Elmar Altvater, Johan Galtung, Mascha Madörin, Birgit Mahnkopf, Wolfgang Sachs und Claudia von Werlhof.



Elmar Altvater, Birgit Mahnkopf: Grenzen der Globalisierung. Ökonomie, Ökologie und Politik in der Weltgesellschaft. 4., völlig überarbeitete Auflage. Verlag Westfälisches Dampfboot. (NB128) 29,80 Euro
Elmar Altvater und Birgit Mahnkopf legten ein Buch vor, das schnell Handbuchcharakter annahm. In die 4., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage werden die Diskurse und Entwicklungen seit dem ersten Erscheinen aufgenommen und in bekannt souveräner Art einer kritischen Analyse und Bewertung unterzogen.



Elmar Altvater, Birgit Mahnkopf: Globalisierung der Unsicherheit. Arbeit im Schatten, Schmutziges Geld und informelle Politik. Verlag Westfälisches Dampfboot 2002. 396 S. Gb. (NB626) 24,80 Euro
In ihrer kritischen Untersuchung der dunklen Seiten der Globalisierung zeigen Elmar Altvater und Birgit Mahnkopf, wie sich die Regulationsweise des kapitalistischen Weltsystems verändert und wie menschliche Sicherheiten verloren gehen. Mit der Informalisierung von Arbeit, Geld und Politik wird die Unsicherheit globalisiert.



Elmar Altvater, Birgit Mahnkopf: Konkurrenz für das Empire – Die Europäische Union in der globalisierten Welt. Westfälisches Dampfboot 2007. 304 S. (NB1027) 24,90 Euro
Der Spruch ist richtig: „Nur Reiche können sich einen armen Staat leisten, Arme nicht“. Die Europäischen Institutionen haben in den vergangenen Jahren die Politik der Privatisierung forciert. Und was steht uns noch bevor? Angela Merkel hatte angekündigt, daß während der deutschen Ratspräsidentschaft der Europäischen Union im ersten Halbjahr 2007 die Fortführung der Lissabon-Strategie zentrales Anliegen sein solle: Die EU soll 2010 die „wettbewerbsstärkste“ Region der Welt sein. Europa will dem Empire, dessen Zentrum die USA sind, Konkurrenz machen. In die Zeit der deutschen Ratspräsidentschaft fiel zudem der 50. Jahrestag des Abschlusses der Römischen Verträge am 25. März 1957, mit denen der Kern der heutigen EU zustande kam: die europäische Wirtschaftsgemeinschaft – Anlaß genug, um ein Zeichen zu setzen: den Prozeß der Verabschiedung der europäischen Verfassung, die in den Referenden in Frankreich und in den Niederlanden 2005 abgelehnt wurde, voranzubringen. Vor diesem Hintergrund sind überzeugende, einsichtige Analysen der Verhältnisse, unter denen wir in Europa leben und arbeiten, und die Erarbeitung von attraktiven Alternativen zur neoliberalen Ellbogengesellschaft unerläßlich. Elmar Altvater und Birgit Mahnkopf loten hierfür aus, welche Handlungspotentiale die verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Akteure haben, um formelle Arbeitsplätze zu schaffen, die Erhaltung der Umwelt zu gestalten, oder um öffentliche Räume und Dienstleistungen gegen die überhand nehmenden Privatisierungstendenzen zu verteidigen und zurückzuerobern. Abschließend diskutieren die Autoren zwei gegensätzliche Modelle Europas: ein neoliberales Modell Europa der imperialistischen Konkurrenz zu den USA und ein Modell Europa in einer sozialen und demokratischen Welt.



Lucas Zeise: Euroland ist abgebrannt. Profiteure, Opfer, Alternativen. PapyRossa Verlag 2012. 144 S. (NB1229) 11,90 Euro
Die Krise EU-Europas und der Euro-Währungsunion hat sich schlimmer und radikaler entwickelt, als selbst Pessimisten angenommen hatten. Lucas Zeise gibt dem Überleben des Euro keine Chance mehr. Er erklärt, warum dessen auf die Interessen der deutschen Unternehmen zugeschnittene Konstruktion diese katastrophale Entwicklung geradezu herausgefordert hat. Das Diktat der Finanzmärkte über die Politik war gewollt, ebenso wie der Wettbewerb der Staaten um die Gunst des großen Geldes. Kein Wunder, dass die globale Finanzkrise sich im Europa des Euro besonders verheerend auswirkt. Zeise liefert einen knappen Wegweiser durch die Etappen der Finanz-, Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise Eurolands und begründet, weshalb die Rettung aus der Misere weder aus einem neuen Spardiktat der deutschen Regierung noch der Regierungsübernahme durch die Europäische Zentralbank bestehen kann. Auswege aus der Krise sieht er in einem einheitlichen Schuldenschnitt sowie im Beginn einer Umverteilung des Reichtums.



Lucas Zeise: Geld – der vertrackte Kern des Kapitalismus. Versuch über die politische Ökonomie des Finanzsektors. PapyRossa Verlag 2010. 192 S. (NB1167) 12,90 Euro
Lucas Zeise, *1944. Finanzjournalist seit mehr als zwanzig Jahren. Hat Volkswirtschaft studiert und im Laufe seines Berufslebens u. a. für das japanische Wirtschaftsministerium, die deutsche Aluminiumindustrie und die Frankfurter „Börsen-Zeitung“ gearbeitet. War an der Gründung der „Financial Times Deutschland“ beteiligt und schreibt in ihr noch eine regelmäßige Kolumne. Lucas Zeise nimmt die Weltwirtschaftskrise ab 2007 zum Anlaß, um Stellung und Funktion des Finanzsektors im Kapitalismus zu analysieren. Er schildert, wie und warum dessen Bedeutung im Neoliberalismus größer denn je geworden ist. Er diskutiert dabei die verschiedenen Theorien über das Geld, das – nicht nur im Volksmund – die zentrale Institution und Kategorie im Treiben des Kapitalismus ist. Er geht der Frage nach, welche Rolle staatliche Institutionen für die Existenz von Banken und Finanzmärkten spielen; warum die Finanzinstitutionen einen so nachhaltigen Einfluß auf die Politik haben; wie es den Akteuren am Kapitalmarkt gelingt, immer größere Anteile des Gesamtprofits für sich abzuzweigen. Zeise versucht sich also an einer politischen Ökonomie des Finanzsektors und des Geldes. Die kleinen und großen Krisen des Kapitalismus, Inflation, Währungskrisen und Staatspleiten werden sorgfältig abgehandelt. Abschließend wird diskutiert, welche politischen Schritte notwendig wären, um eine Bändigung des Finanzsektor zu bewerkstelligen.



Lucas Zeise: Ende der Party. Die Explosion im Finanzsektor und die Krise in der Weltwirtschaft. Aktualisierte und ergänzte Neuauflage. PapyRossa Verlag 2009. 208 S. (NB1116) 14,90 Euro
Lucas Zeise geht den Ursachen, Ausgangsbedingungen und Auswirkungen der Finanzkrise nach und beleuchtet ihr außergewöhnliches Ausmaß. Besonderes Augenmerk richtet er auf die politisch durchgesetzte weltweite Deregulierung der Finanzmärkte als wesentlicher Krisenursache. Detailliert schildert er, wie Banken, Notenbanken und Finanzpolitiker mit der von ihnen hervorgerufenen Krise umgehen, was sie unternehmen, um ihr entgegenzuwirken, und wie sie einen möglichst großen Teil der Verluste zu »sozialisieren« versuchen. Dass der Banken- und Finanzsektor neu geordnet und scharf reguliert werden muss, ist nicht mehr von der Hand zu weisen. Lucas Zeise erörtert, welche Vorstellungen und Vorschläge es dazu gibt. Und er weist nach, dass eine effektive öffentliche Aufsicht und Kontrolle nicht nur notwendig, sondern auch möglich ist.



Maria Mies: Krieg ohne Grenzen. Die neue Kolonisierung der Welt. PapyRossa Verlag 2004. 228 S. (NB806) 14,80 Euro
Maria Mies arbeitet den Zusammenhang zwischen Globalisierung und Krieg heraus und begründet, warum der globale freie Markt und das neoliberale Modell ohne weltweite Gewalt und militärische Macht nicht auskommen. Und sie zeigt, daß dem Krieg nach außen ein Krieg nach innen entspricht – in Form der Zerstörung von Sozialstaat und Demokratie und von wachsender gesellschaftlicher Ungleichheit und Repression.



Bernd Hamm: Die soziale Struktur der Globalisierung. Ökologie, Ökonomie, Gesellschaft. Kai Homilius Verlag 2006. 400 S. (NB932) 19,90 Euro
Globale Umweltprobleme, die immer tiefere Kluft zwischen Arm und Reich, der neue Rüstungswettlauf, der von der amerikanischen Regierung angetrieben wird, die Erosion zivilisierten Zusammenlebens - meist sehen wir hier isolierte Einzelerscheinungen, ohne ihren inneren Zusammenhang zu verstehen. Der Autor untersucht, ob unsere gesellschaftlichen Institutionen - Wirtschaft, Politik, Medien, soziale Sicherheit - geeignet sind, solche Probleme zu lösen oder wenigstens zu mildern. Er zeichnet ein Szenario der Entwicklung, die uns in den kommenden Jahren erwartet, und fordert eine radikale Umkehr. Zukunftsfähigkeit ist möglich - wir müssen sie nur angehen, hier und jetzt und jeder an seinem Platz.



Maria Mies: Globalisierung von unten. Der Kampf gegen die Herrschaft der Konzerne. Rotbuch Verlag. (NB614) 13,50 Euro
Unbemerkt von der Öffentlichkeit wird seit Jahren das konzerngesteuerte neolibrale Wirtschaftsmodell durch Institutionen wie Weltbank, IWF und Welthandelsorganisation weltweit durchgesetzt. Immer neue Freihandelsabkommen gefährden Demokratie, Umwelt, Arbeitsplätze und Menschenrechte. Maria Mies berichtet über die große globale Bewegung dagegen und die Situation des Protests, der auf Seattle folgte. Sie informiert über Methoden und Ziele, über Vorläufer und historische Hintergründe. Doch vor allem geht es um die Suche nach einer anderen Wirtschaft und Gesellschaft, einer Gesellschaft, die den Profit nicht über Menschen und Natur stellt.



Bernard Cassen, Susan George, Horst-Eberhard Richter, Jean Ziegler u.a.: Eine andere Welt ist möglich! Dokumente des Attac-Kongresses vom 19.-21.10.2001 in Berlin. Herausgegeben von Attac Deutschland. VSA Verlag 2002. 168 S. (NB630) 8 Euro
Die Dokumentation der ersten deutschlandweiten Konferenz von Attac spannt einen Bogen über das beeindruckende Themenspektrum dieses globalisierungskritischen Bündnisses und zeigt Wege des erfolgreichen Engagements für eine „andere Welt“ auf.



Martina Hahn, Frank Herrmann: Fair einkaufen – aber wie? Der Ratgeber für fairen Handel, für Mode, Geld, Reisen und Genuss. Mit einem Vorwort von Gerd Billen, Vorstand des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen. Verlag Brandes & Apsel 2009. 248 S. (NB1127) 19,90 Euro
Klappentext: Fairer Konsum boomt. Er entspricht einer nahezu weltweiten Bewegung und Lebenseinstellung, die Konsum nicht verdammt, solange mit Herz und Verstand eingekauft wird. Die Verbraucher wollen wissen, wo sie fair gehandelte Lebensmittel bekommen. In welchem Laden T-Shirts hängen, die nicht von Kindern zusammengenäht worden sind? Wo sie eine Reise buchen können, bei der auch das Zimmermädchen einen gerechten Lohn erhält? Oder woran sie erkennen können, welcher Investmentfond wirklich nachhaltig anlegt? Fair einkaufen – aber wie? Hier finden Verbraucher und Verbraucherinnen alles, um sich zurechtzufinden: ausführliche Hintergrundinfos über den Fairen Handel, über Faire Mode, Faire Geldanlagen und Faires Reisen. Außerdem bietet das Buch jede Menge Adressen, Weblinks, Literaturempfehlungen und Einkaufstipps. „Wir haben es selbst in der Hand, mit unserer Nachfragemacht unsozialen und unfairen Produkten die ,rote Karte‘ zu zeigen. Glaubwürdige Siegel und Label bieten dazu ebenso die Möglichkeit wie Unternehmen, die ihren Kunden die ,inneren Werte‘ ihrer Produkte nicht vorenthalten. Dieses Buch führt uns eindrucksvoll vor Augen, daß es oft gar nicht so schwer ist, mit dem Einkaufskorb zum Weltpolitiker zu werden.“ (Gerd Billen).



Ruth Jung: Attac: Sand im Getriebe. Mit Beiträgen von José Saramago, Ignacio Ramonet, Bernard Cassen. Edition Nautilus 2002. 128 S. (NB631) 9,90 Euro Wie hat es Attac geschafft, die totgeglaubten Ideale der europäischen Aufklärung wiederzubeleben und mit basisdemokratischen Aktionsformen so zu verknüpfen, daß sich inzwischen in der ganzen Welt Hunderttausende Menschen angesprochen fühlen und mitmachen im großen Netzwerk der Globalisierungskritiker? Ruth Jung zeichnet eine Geschichte des Widerstands gegen die neoliberale Politik auf und versucht, Attac historisch einzuordnen. „Es ist allerhöchste Zeit, daß eine weltweite Debatte über die Demokratie und die Gründe für ihren Niedergang in Gang kommt.“ (José Saramago).



Attac Österreich (Hg.): Die geheimen Spielregeln des Welthandels. WTO GATS TRIPS MAI. 2. erweiterte Auflage. Promedia 2004. 184 S. (NB756) 15,90 Euro
Seit Jahrzehnten wächst die Kluft zwischen Arm und Reich, zwischen Industrie- und Entwicklungsländern, aber auch innerhalb der Industrieländer nimmt die soziale Polarisierung zu. Einer der Hauptgründe für die wachsende Ungleichheit sind die Spielregeln, nach denen die derzeitige Globalisierung abläuft. Entgegen der verbreiteten Annahme, der Neoliberalismus kenne keine Regeln, sind zahlreiche weitreichende wirtschaftspolitische Abkommen in Kraft, die den Einfluß der globalen Konzerne kontinuierlich vergrößern. Diese Abkommen verstecken sich hinter Kürzeln wie GATS, WTO, MAI oder DSU, deren Vertragswerke unseren Lebensalltag betreffen. Eine öffentliche Debatte darüber findet nicht statt. Dieses Buch soll helfen, die Geheimschrift der globalen Wirtschaftspolitik zu entziffern.



Jörg Bergstedt: Mythos attac. Hintergründe, Hoffnungen, Handlungsmöglichkeiten. Verlag Brandes & Apsel 2004. 208 S. (NB757) 14,90 Euro
Mit der Gründung von Attac wurde der Traum vom politischen Sprachrohr der Globalisierungskritiker Wirklichkeit. Attac Deutschland stieg, von Medien und bundesdeutscher Prominenz kräftig unterstützt, binnen kürzester Zeit zum großen Hoffnungsträger am Horizont politischer Bewegungen auf. Mit diesem Buch liegt erstmals eine kritische Analyse der Gründe für den Erfolg der Organisation, ihrer Ziele und Inhalte sowie ihrer Struktur vor. Zahlreiche Quellen werden ausgewertet und zeigen ein vielfältiges und widersprüchliches Projekt: Die ideologische Verkürzung und instrumentelle Herrschaft in den Führungskadern verbinden sich mit kreativ-spritzigen Aktionsmethoden aus den lokalen Attac-Gruppen. Das Buch übt scharfe Kritik und zeigt zugleich perspektivische Entwürfe hin zu einer handlungsfähigen, vielfältigen und horizontal vernetzten, offenen Basisbewegung. Es entstand unter Mitwirkung von Personen aus Basisgruppen, die zu den Themen von Attac arbeiten oder bei Attac selbst aktiv sind.



Rainer Roth: Nebensache Mensch. Arbeitslosigkeit in Deutschland. DVS 2003. 608 S. (NB729) 15 Euro



Gisela Notz: Theorien alternativen Wirtschaftens. Fenster in eine andere Welt. Schmetterling Verlag Reihe theorie.org 2011. 192 S. Pb. (NB1182) 10 Euro
Die Einführung liefert eine überschaubare und zugleich fundierte Darstellung exemplarischer Theorien alternativen Wirtschaftens und ihrer Umsetzung in die Praxis. Vorgestellt werden zunächst theoretische Modelle und ihre Protagonisten, von den Frühsozialisten, über die Zeit der beginnenden und fortschreitende Industrialisierung bis heute. Um eine Verständigungsbasis herzustellen, nimmt die Autorin Begriffsserklärungen vor und erklärt Betriebe und Betriebsformen, die Ansätze eines solchen Wirtschaftens verfolgen. Es folgen aktuelle Beispiele aus der Genossenschaftsbewegung, aus der Alternativbewegung der 1970er Jahre, der Kommunebewegung, der Ökonomie des Gemeinwesens, der Tauschökonomie und Umsonstökonomie und der Kommunalen Gemeinschaftsgärten. Am Ende steht die Frage, wie es angesichts des Siegeszugs der Globalisierung der warentauschenden Gesellschaft und der weltweiten Krise gelingen kann, Theorien für eine andere herrschaftsfreie Welt in weitere Kreise zu tragen. Auch wenn utopisches Denken heute nicht gerade hoch im Kurs steht.



Christof Mackinger: Radikale Ökologie. Unrast Verlag 2015, Reihe Transparent. 88 S. (NB1337) 7,80 Euro
Biopiraterie, Fracking, Gentechnologie – nie zuvor war der Umfang des verwertenden Zugriffs auf die Natur und ihre Ressourcen so umfassend wie heute. Radikaler Widerstand dagegen ist in Westeuropa, gelinde gesagt, überschaubar. Mackinger umreißt die Geschichte der radikalen Ökobewegung, stellt dar, welche Konzepte wirkliche Alternativen zu einer Gesellschaft sein könnten, die auf der unbegrenzten Ausbeutung von Naturressourcen basiert, und gibt einen Überblick über die Möglichkeiten progressiver Bewegungen, der voranschreitenden Ökonomisierung der Natur gegenzusteuern.



Arno Klönne / Daniel Kreutz / Otto Meyer: Es geht anders! Alternativen zur Sozialdemontage. Mit einem Beitrag von Gisela Notz. PapyRossa Verlag 2005. 176 S. (NB921) 13,50 Euro
Es gibt keine Alternativen zur Sozialdemontage, so tönt es aus allen etablierten Parteien und Medien. Die Autorin und die Autoren nehmen die Legenden auseinander, mit denen der demokratisch nicht legitimierte Systemwechsel bei Rente, Gesundheit, Arbeitsmarkt, Arbeitslosenversicherung, Tarifpolitik, öffentlichen Dienstleistungen usw. begründet wird. Sie zeigen auf, daß dabei nicht Naturgesetze walten, sondern handfeste Interessen. Und sie belegen, daß und wie es anders geht, welche Wirtschafts-, Finanz- und Steuerpolitik das voraussetzt und wie der dafür notwendige Politikwechsel herbeigeführt werden kann.



Werner Biermann, Arno Klönne: Agenda Bertelsmann. Ein Konzern stiftet Politik. PapyRossa Verlag 2007. 144 S. (NB1019) 11,90 Euro
Ob Privatisierung öffentlicher Dienste oder Einführung von Studiengebühren, ob Hartz IV und Sozialkürzungen oder globale Militärinterventionen und Vorgaben zur Aufrüstung: Die gesellschaftspolitische Agenda der Bundesrepublik wird von der Bertelsmann-Stiftung entworfen. Diese „gemeinnützige“ und steuerbegünstigte „Reformwerkstatt“, die zugleich das größte Aktienpaket am Bertelsmann-Konzern als dem weltweit viertgrößten Medienunternehmen hält, stellt die erfolgreichste Public-Private-Partnership dar - nicht nur auf Firmenprofit, sondern auch auf gesellschaftliche Steuerung ausgerichtet. Werner Biermann und Arno Klönne beschreiben, wie die Bertelsmann-Stiftung Lösungen für Probleme findet, die sie selbst definiert, und wie sie bei deren Umsetzung geschäftstüchtig tätig wird - vom Kindergarten bis zur Hochschule, von der Kommune bis zur Geopolitik. Sie analysieren den ökonomisch-politischen Hintergrund der Bertelsmann-Konzepte und deren Zielhorizont: Gesellschaft, geführt wie ein Unternehmen, postdemokratisch.



BEIGEWUM: Mythen der Ökonomie. Anleitung zur geistigen Selbstverteidigung in Wirtschaftsfragen. Hg., vom Beirat für gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen (BEIGEWUM). VSA Verlag 2005. 168 S. (NB838) 13,80 Euro
„Ohne Reformen ist der Wirtschaftsstandort in Gefahr“, „Staatliche Regulierung behindert die Wirtschaft“, „Der beste Weg zu Entwicklung ist Freihandel“, „Längere Ladenöffnungszeiten schaffen mehr Arbeitsplätze“, „Wir brauchen mehr Eigenverantwortung“ – In diesem Buch findet sich eine Sammlung der wichtigsten ökonomischen Mythen. Sie werden kurz vorgestellt und einer Gegenargumentation unterzogen: ein komplettes Nachschlagewerk und Argumentationshilfen für ökonomiekritische Debatten.



Peter Nowak (Hg.): Zahltag. Zwang und Widerstand: Erwerbslose in Hartz IV. Unrast Verlag 2009 (unrast transparent – soziale krise). 80 S. (NB1125) 7,80 Euro
Die Proteste gegen Hartz IV haben die Verhinderung der Gesetze nicht erreicht, waren aber keineswegs erfolglos. Seitdem steht das Thema Repression und Erniedrigung von Erwerblosen vermehrt auf der Tagesordnung. Der Schwerpunkt des Buches liegt auf dem fortdauernden Widerstand der Betroffenen. Die Palette reicht von den vermehrten Klagen vor den Sozialgerichten bis zu Widerstandsformen - wie den Aktion Zahltag – und die solidarische Begleitung von Erwerbslosen. Der Band wendet sich an Leser, die angesichts der Bedrohung durch Hartz IV nach einer Orientierung suchen. Vermittelt wird ein erster guter Überblick über das Thema.



Schwarzbuch Hartz IV. Sozialer Angriff und Widerstand – eine Zwischenbilanz. Hg. von Agenturschluß. Verlag Assoziation A 2006. 192 S. (NB916) 11 Euro
Agenda 2010 und Hartz-Gesetze stellen eine neue Dimension des sozialen Angriffs in der BRD dar, der in Zukunft zu verschärften sozialen Konfrontationen führen wird. „Ein Jahr Hartz IV“ ist der Anlaß für eine umfassende Einordnung und Bewertung dieses fortschreitenden Angriffs. Eine Untersuchung der Instrumente und deren Auswirkungen gehört ebenso dazu wie eine Dokumentation und Analyse von Protest und Widerstand dagegen. Zum Abschluß wagt der Sammelband eine Diskussion über neue Formen und Visionen des Sozialen.



Hella Baumeister, Ulrich Gransee, Klaus-Dieter Zimmermann (Hg.): Die Hartz-„Reformen“. Die Folgen von Hartz I-IV für Arbeitnehmer(innen). VSA-Verlag 2005. 224 S. (NB848) 12,80 Euro
Die praktischen Auswirkungen der Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe II – mit dem Wort des Jahres 2004 „Hartz IV“ bezeichnet – prägen den öffentlichen Diskurs. Sie sind jedoch nur ein Teil der gesamten Hartz-„Reformen“. Deren Folgen für Arbeitnehmer(innen) werden in diesem Buch dargestellt.



Herbert Schui, Eckart Spoo (Hg.): Geld ist genug da. Reichtum in Deutschland. Distel Verlag 2000 (3., aktualisierte Auflage). 160 S. (NB661) 13 Euro
Es sei kein Geld da, es müsse gespart werden, wir lebten über unsere Verhältnisse, der Sozialstaat sei nicht mehr finanzierbar – jeder kennt die Sprüche. Dieses Buch zeigt: Geld ist genug da, mehr als je zuvor – nur nicht da, wo es dringend benötigt wird. Beiträge von Rainer Roth, Jörg Huffschmid, Herbert Schui, Otto Köhler, Horst Bethge, Christoph Butterwegge u.a.



Karl Georg Zinn: Wie Reichtum Armut schafft. Verschwendung, Arbeitslosigkeit und Mangel. PapyRossa Verlag. Vierte, aktualisierte und erweiterte Auflage 2006. 308 S. (NB967) 16,90 Euro
Wieso Lohn- und Sozialabbau nichts gegen die Arbeitslosigkeit nützen. Weshalb die neoliberalen Versprechungen nicht aufgehen. Um die Ursachen der gegenwärtigen Probleme aufzudecken, rückt Karl Georg Zinn die Mechanismen der kapitalistischen Wirtschaft in den Mittelpunkt. Neben einer fundierten Kritik am neoliberalen Zeitgeist liefert er damit zugleich auch eine lebendige Einführung in die politische Ökonomie der Gegenwart.



Heinz-J. Bontrup: Krisenkapitalismus und EU-Verfall. Papyrossa Verlag 2013. 232 S. Mit Abbildungen und Tabellen. (NB1277) 15,90 Euro
Heinz-J. Bontrup beschreibt den Krisen- und Verfallsprozess des globalen Kapitalismus als Hintergrund für die Krise der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. Zunächst präsentiert er Grundsätzliches: Die antagonistischen Prozesse der kapitalistischen Akkumulation und die darin angelegte Mehrwertproduktion. Ausführlich geht Bontrup dabei auf die zerstörerische Wirkung des Konkurrenzprinzips, auf die katastrophale Lage an den Arbeitsmärkten und die Staatsverschuldung ein. Danach beschreibt er die historische Entwicklung des kapitalistischen Systems nach dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland, und die sukzessive Umsetzung des marktradikalen Neoliberalismus seit Mitte der 1970er-Jahre. Abschließend behandelt er die aktuelle europäische Finanz- und Wirtschaftskrise. Deren Lösung hält er nur durch eine völlig andere Wirtschaftspolitik in Europa für möglich. Sie muss definitiv mit dem krisenverschärfenden Neoliberalismus brechen. Darüber hinaus ist eine grundsätzliche EU-weite ordnungspolitische Alternative durch eine tiefgreifende Demokratisierung der Wirtschaft vonnöten.
Heinz-J. Bontrup, Prof. Dr. rer. pol., Jg. 1953, Dipl.-Ökonom, Dipl.-Betriebswirt. Langjährige Erfahrung als Personalvorstand und Arbeitsdirektor in der Stahlindustrie. Lehrt seit 1996 Wirtschaftswissenschaft an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen. Sprecher der „Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik“ und Mitverfasser von deren alljährlichem „Memorandum“
.



Heinz J. Bontrup: Arbeit, Kapital und Staat. Plädoyer für eine demokratische Wirtschaft. PapyRossa Verlag Köln 2005. 428 S. (NB830) 24,80 Euro
Im Zeichen der politisch betriebenen Globalisierung und einer schaffen internationalen Standortkonkurrenz ist es u einer tiefgreifenden Verschiebung in den wirtschaftlichen Verteilungsverhältnissen zu Ungunsten der Lohnabhängigen gekommen. Das Ergebnis sind wirtschaftliche Stagnation und Massenarbeitslosigkeit. Vor diesem Hintergrund stellt das Kapital laufend noch höhere Gewinnansprüche. Den Grundsatz, daß die Menschen nicht für die Wirtschaft da sind, sondern die Wirtschaft für die Menschen, wird auch von der Politik ignoriert. Der Staat zieht sich aus seiner Verantwortung zurück und überläßt die wirtschaftliche Entwicklung den „Selbstheilungakräften des Marktes“. Hinzu kommt eine prozyklische und damit krisenverschärfende Wirtschaftspolitik. Nach einer fundierten einzel- wie gesamtwirtschaftlichen Kritik rückt Heinz-J. Bontrup die Alternativen in den Mittelpunkt.



Juri Hälker, Claudius Vellay (Hg.): Union Renewal – Gewerkschaften in Veränderung. Texte aus der aktuellen internationalen Gewerkschaftsforschung. Edition der Hans-Böckler-Stiftung 2006. 274 S. (NB965) 19 Euro
Wo stehen die Gewerkschaften heute? Wie kommen sie wieder von der Defensive in die Offensive? Diese Fragen stehen im Zentrum von Publikationen zur internationalen Gewerkschaftsforschung. Der vorliegende Band gibt einen Einblick in diese aktuellen Diskussionen aus dem englischen und französischen Sprachraum. Die einzelnen Beiträge wurden für das deutschsprachige Publikum aufbereitet und unter Berücksichtigung der spezifischen nationalen Besonderheiten rezensiert.



Peter Berens: Der Babcock-Bankrott. Korrumpieren, abkassieren, liquidieren. Neuer ISP-Verlag 2004. 124 S. (NB767) 9,80 Euro Der Oberhausener Großkonzern war Bestandteil des sozialdemokratischen Wirtschaftsimperiums und politischen Netzwerks an Rhein und Ruhr um die Westdeutsche Landesbank (WestLB) – bis zum 5. Juli 2002, als Babcock-Borsig in die Insolvenz ging. Bei Babcock standen sowohl auf der Kapitalseite als auch auf der Seite der Belegschaftsvertretung Sozialdemokraten. Die besonders enge Sozialpartnerschaft war mitverantwortlich für die Konzernkrise. Am Beispiel Babcocks zeigt der Autor auf, wie Wirtschaft und SPD in Nordrhein-Westfalen miteinander verschmolzen sind, wie Manager abkassieren, wie sozialdemokratische Politiker, Betriebsräte und Gewerkschafter eingebunden werden, wie hinter den Kulissen Entscheidungen über Arbeit und Existenz von Tausenden von Beschäftigten fallen, Lohnabhängige betroffen sind und Widerstand leisten.



Winfried Wolf: Fusionsfieber. Oder: Das große Fressen. Globalisierungsmythos – Nationalstatt – Wirtschaftsblöcke. PapyRossa Verlag 2000. 288 S. (NB254) 14,30 Euro
Elefantenhochzeiten, Megafusionen, spektakuläre Firmenkäufe – erleben wir die weltweite Machtübernahme durch Banken und multinationale Konzerne? Sind wir den Zwängen einer anonymen Globalisierung ausgeliefert? Sind Staaten und Regierungen nur noch Statisten? Winfried Wolf widerspricht diesen Vorstellungen und belegt: Das Fusionsfieber verläuft in „nationalen Bahnen“, stärkt einige wenige Staaten, festigt die von ihnen dominierten Wirtschaftsblöcke und verschärft deren Konkurrenz. Es erhöht die Krisenanfälligkeit der Weltwirtschaft, beschert uns eine fortschreitende Militarisierung und führt zu wachsender Kriegsgefahr. Wolf schildert Möglichkeiten und Beispiele für Widerstand und benennt dessen Adressaten.



Pierre Bourdieu et al: Das Elend der Welt. Zeugnisse und Diagnosen alltäglichen Leidens an der Gesellschaft. Universitätsverlag Konstanz. (NB540) 38 Euro
„Nicht bemitleiden, nicht auslachen, nicht verabscheuen, sondern verstehen!“ So lautet das Credo dieser außergewöhnlichen soziologischen Studie über Formen und Ursachen des Leidens in und an der Gesellschaft. Menschen, die sonst nicht gehört werden, berichten über ihr gewöhnliches Leben, ihre Hoffnungen und Frustrationen, Verletzungen und Leiden. In ihrer Zusammenschau ergeben diese Lebensbilder ein Bild der französischen – und nicht nur der französischen – Gesellschaft, geprägt von zunehmendem Konkurrenzdruck, struktureller Massenarbeitslosigkeit, Sozialabbau, gesellschaftlicher Marginalisierung immer breiterer Bevölkerungsgruppen, verstärkt durch den schleichenden Rückzug des Staates aus seiner Verantwortung für das Gemeinwohl und die zunehmende Deregulierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Die kleinen und großen Miseren dieser „Alltagsmenschen“ erscheinen in der janusgesichtigen Gestalt von ökonomischer Lage bzw. Materiellen gesellschaftlichen Zwängen hier und leidvollen Erfahrungen mit sozialen Hierarchien, wie sie mit der jeweiligen Stellung im Sozialraum einhergehen, dort. Gerade diese stellungsbedingte Form des Leidens an der Gesellschaft, allzu lange von der Soziologie vernachlässigt und im öffentlichen Diskurs verschwiegen, bringt die von Pierre Bourdieu und Mitarbeitern vorgelegte Analyse radikal zu Bewußtsein.



Giulietto Chiesa / Marcello Villari: Die globale Superklasse. Wer regiert die Weltwirtschaft? Ein Sachbuch aus der Edition 8. (NB832) 17,20 Euro
„Wir leben in einem Zeitalter, in dem die Macht des Bildes diejenige des Wortes ersetzt hat. In einer solchen Welt werden Traditionen und historisch Gewachsenes, alles, was dauerhaft und beständig ist, fortlaufend ersetzt durch das Vorübergehende und Flüchtige. Die Vorläufigkeit wird zum Gesetz, das unseren Alltag bestimmt und manchmal sogar bedrohliche Formen annehmen kann. Wer trotzdem noch an der Realwelt festhält, wird ausgesondert wie eine fehlerhafte oder veraltete Ware, die nicht mehr zu gebrauchen ist. Dies ist der Grund, warum die realen Lebensbedingungen der Menschen an Relevanz verlieren.“



Fredrik Roggan: Auf legalem Weg in einen Polizeistaat. Entwicklung des Rechts der inneren Sicherheit. Pahl-Rugenstein-Verlag 2000. 248 S. Hardcover. (NB213z) 19,43 Euro



Heinrich Hannover: Reden vor Gericht. Plädoyers in Text und Ton. PapyRossa Verlag 2010. 276 S. mit Abb. Hardcover mit einer Audio-CD. (NB1160) 22 Euro
Heinrich Hannover, geboren 1925, Rechtsanwalt, tätig vorwiegend als Strafverteidiger und als Vertreter von Kriegsdienstverweigerern. Zahlreiche Sachbücher zu zeitgeschichtlichen, juristischen und politischen Themen sowie Kinderbücher. Radio Bremen stellte ihn so vor: „Im Bremen der 50er Jahre als Kommunistenanwalt verschrien, wurde er in den 60ern bundesweit bekannt durch die Verteidigung von Ulrike Meinhof, Günter Wallraff und Peter Paul Zahl, Rosalinde von Ossietzky und in jüngster Zeit Hans Modrow – die Liste von Hannovers Klienten ist lang.“ Heinrich Hannover hat als Strafverteidiger Geschichte geschrieben. Hier sind Plädoyers aus dem Bereich des politischen Strafrechts wie dem der „nichtpolitischen“ Kriminalität zusammengestellt und zeitgeschichtlich eingeordnet. Etliche Verfahren haben aufgrund der Prominenz der Beteiligten große Beachtung gefunden. So die gegen Lorenz Knorr wegen „Beleidigung“ von Hitler-Generälen als Massenmörder (1964), gegen Daniel Cohn-Bendit wegen Landfriedensbruch (1968), gegen Karl Heinz Roth (1977) und Astrid Proll (1979/80), die trotz falscher Zeugenaussagen von Polizeibeamten von der Anklage des Mordes und Mordversuches freigesprochen wurden, und gegen Hans Modrow wegen Wahlfälschung (1993). Internationales Aufsehen erregte insbesondere der Prozess gegen einen SS-Funktionär wegen Beteiligung an der Ermordung von Ernst Thälmann im KZ Buchenwald. Hier vertrat Hannover die Nebenklage (1982-1987). Die CD mit Tonaufnahmen aus dem Gerichtssaal ist eine einmalige Dokumentation bundesdeutscher Justizpraxis und macht den jeweiligen Zeitgeist unmittelbar spürbar. Auf einer Audio-CD Originaltöne u. a. aus Prozessen gegen Daniel Cohn-Bendit und Karl Heinz Roth sowie aus dem Verfahren wegen der Ermordung von Ernst Thälmann im KZ Buchenwald.



Bernt Engelmann: Einig gegen Recht und Freiheit. Ein deutsches Geschichtsbuch Teil 2. Steidl. 336 S. (NB309) 9,50 Euro
Die Jahre zwischen 1918 und 1938, in denen mehr Legenden aufgebaut wurden als je zuvor: „Im Felde unbesiegt“, „Schandvertrag von Versailles“, „Judenrepublik“, „Volk ohne Raum“...



Bernt Engelmann: Du deutsch? Geschichte der Ausländer in Deutschland. Steidl Verlag. 240 S. (NB503) 8,50 Euro



Bernt Engelmann: Die Laufmasche. Tatsachenroman. Steidl Verlag. 256 S. (NB499) 8,50 Euro



Bernt Engelmann: Die Aufsteiger. Wie Herrschaftshäuser und Finanzimperien entstanden. Steidl Verlag. 304 S. (NB500) 9,50 Euro



Bernt Engelmann: Hotel Bilderberg. Tatsachenroman. Steidl Verlag. 208 S. (NB501) 8,50 Euro



Bernt Engelmann: Wie wir die Nazizeit erlebten. Steidl Verlag. 496 S. (NB502) 11,50 Euro



Sahra Wagenknecht, Jürgen Elsässer: Vorwärts und vergessen? Ein Streit um Marx, Lenin, Ulbricht und die verzweifelte Aktualität des Kommunismus. Konkret. (NB 20) 10,15 Euro



Sahra Wagenknecht: Freiheit statt Kapitalismus. Über vergessene Ideale, die Eurokrise und unsere Zukunft. Aktualisierte und erweiterte Neuausgabe. dtv 2013. 400 S. (NB1321) 12,90 Euro
Schon lange sind nicht mehr Wettbewerb oder gar Leistung die zentralen Merkmale und Perspektiven unserer Wirtschaft, sagt Sahra Wagenknecht. Der Kapitalismus hat seine Produktivität und Kreativität verloren. Wenn Ökonomie die Kunst des Anreizesetzens ist, wirken heute die falschen, denn sie belohnen abstrakte Renditeziele und Jobvernichtung statt Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen, Umweltschonung und Unternehmenswachstum. Die aktuelle Wirtschaftskrise ist auch eine Kreativitätskrise, sagt die Autorin. Sie nimmt die Theoretiker der Sozialen Marktwirtschaft wie Walter Eucken und Ludwig Erhard beim Wort und beschreibt es als dringlichste Herausforderung an die Wirtschaft, wieder produktiv und innovativ zu sein. Denn es muss nicht nur gerechter verteilt werden, es muss auch wieder mehr zu verteilen geben. Dazu gehört neben öffentlichen Banken als Kreditgeber für den Mittelstand auch eine radikal veränderte Eigentumsordnung, die eine echte Leistungsgesellschaft erst möglich macht. Kreativer Sozialismus, so Sahra Wagenknecht, belohnt nicht den, der sich auf ererbten Werten ausruht, sondern den, der Werte schafft.
„Nein, sie ist keineswegs schrill oder polemisch, diese aktuelle politische Positionierung von Sahra Wagenknecht. Ganz im Gegenteil: Sauber recherchiert, faktenreich, kompetent und in verständlicher Sprache zeigt die Autorin ihre gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Grundlinien der Neuzeit auf.“ (Jörg Riemenschneider, NDR Info). „Freiheit statt Kapitalismus formuliert den Zweifel, den viele mit sich herumtragen.“ (Arno Orzessek, DeutschlandRadio Kultur).



Sahra Wagenknecht: Freiheit statt Kapitalismus. Eichborn Verlag 2011. 368 S. (NB1180) 19.95 Euro
Schon lange sind nicht mehr Wettbewerb oder gar Leistung die zentralen Merkmale und Perspektiven unserer Wirtschaft, sagt Sahra Wagenknecht. Der Kapitalismus hat seine Produktivität und Kreativität verloren. Wenn Ökonomie die Kunst des Anreizesetzens ist, wirken heute die falschen, denn sie belohnen abstrakte Renditeziele und Jobvernichtung statt Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen, Umweltschonung und Unternehmenswachstum. Die aktuelle Wirtschaftskrise ist auch eine Kreativitätskrise, sagt die Autorin. Sie nimmt die Theoretiker der Sozialen Marktwirtschaft wie Walter Eucken und Ludwig Erhard beim Wort und beschreibt es als dringlichste Herausforderung an die Wirtschaft, wieder produktiv und innovativ zu sein. Denn es muss nicht nur gerechter verteilt werden, es muss auch wieder mehr zu verteilen geben. Dazu gehört neben öffentlichen Banken als Kreditgeber für den Mittelstand auch eine radikal veränderte Eigentumsordnung, die eine echte Leistungsgesellschaft erst möglich macht. Kreativer Sozialismus, so Sahra Wagenknecht, belohnt nicht den, der sich auf ererbten Werten ausruht, sondern den, der Werte schafft.
„Nein, sie ist keineswegs schrill oder polemisch, diese aktuelle politische Positionierung von Sahra Wagenknecht. Ganz im Gegenteil: Sauber recherchiert, faktenreich, kompetent und in verständlicher Sprache zeigt die Autorin ihre gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Grundlinien der Neuzeit auf.“ (Jörg Riemenschneider, NDR Info). „Freiheit statt Kapitalismus formuliert den Zweifel, den viele mit sich herumtragen.“ (Arno Orzessek, DeutschlandRadio Kultur).



Sahra Wagenknecht: Wahnsinn mit Methode. Finanzcrash und Weltwirtschaft. Verlag Das Neue Berlin 2008. 256 S. (NB1082) 14,90 Euro
Die große Krise: Betroffen sind alle, aber nur wenige sehen, was tatsächlich geschieht. Doch sie können es nicht erklären. Sahra Wagenknecht versteht es, die kompliziertesten Sachverhalte zu vermitteln: anschaulich und verständlich. Das neue Buch von Sahra Wagenknecht ist nicht nur eine rasche Reaktion auf die aktuelle Krise. Die Autorin analysiert die aberwitzigen Bewegungen des Kapitals seit Jahren. Und sie schließt mit einer deutlichen Ansage: „Es gab selten ein System, das so wenige Profiteure und so viele Verlierer hatte wie der heutige Kapitalismus. Es gibt keinen Grund, sich mit ihm und in ihm einzurichten.“



Sahra Wagenknecht u.a.: Armut und Reichtum heute. Edition Ost 2007, 320 S. (NB1010) 14,90 Euro
Etwa jeder sechste deutsche Haushalt lebt in Armut. Der druck auf Arbeitslose und Beschäftigte nimmt zu, ungesicherte Billigjobs breiten sich aus. Gleichzeitig sind die Gewinne der Konzerne so hoch wie nie zuvor, wächst die Zahl der Reichenund superreichen. Sahra Wagenknecht, Christoph Butterwegge und die anderen Autoren dieses Bandes beweisen: Armut und Reichtum sind zwei Seiten einer Medaille. Was durch Kürzungen bei Arbeitslosen eingespart wird, wirft man Unternehmen durch Steuersenkungen in den Rachen. Eine machtvolle Gegenbewegung gegen die neoliberalen Verbrechen kann aber nur dann entstehen, so Wagenknecht, „wenn nicht allein die Ablehnung des Bestehenden, sondern das Wissen um Alternativen in die Köpfe zurückkehrt“.



Sahra Wagenknecht: Kapitalismus im Koma. Eine sozialistische Diagnose. Edition Ost 2003. 200 S. (NB675) 9,90 Euro
Die bekannte marxistische Publizistin gibt eine kompakte Darstellung der ökonomischen Situation am Vorabend einer Weltwirtschaftskrise. Ihre Anklage richtet sich gegen das System der Kapitalverwertung selbst.



Sahra Wagenknecht: Antisozialistische Strategien im Zeitalter der Systemauseinandrersetzung. Zwei Taktiken im Kampf gegen die sozialistische Welt. Pahl-Rugenstein 1995. 184 S. (NB990) 10 Euro



Wolfgang Abendroth: Einführung in die Geschichte der Arbeiterbewegung. Von den Anfängen bis 1933. Distel-Verlag 1985/1997. 288 S. (NB85) 18,40 Euro



Werner Hofmann: Was ist Stalinismus? Vorwort von Frank Deppe und Gert Meyer. Distel Verlag 1984. 120 S. (NB654) 6,50 Euro



Domenico Losurdo: Stalin. Geschichte und Kritik einer schwarzen Legende. Mit einem Essay von Luciano Canfora. PapyRossa Verlag 2012. 454 S. (NB1235) 22,90 Euro
Domenico Losurdo, Professor Dr. phil., Jg. 1941. Lehrt Philosophie an der Universität Urbino. Zahlreiche Bücher, die sein internationales Renommee begründen.
Es gab Zeiten, da blickten berühmte Staatsmänner wie Churchill oder Intellektuelle wie Hannah Arendt, Lion Feuchtwanger oder Heinrich Mann voller Achtung und Bewunderung auf Stalin und auf das von ihm geführte Land. Doch mit dem Kalten Krieg und nicht zuletzt mit der Geheimrede Chruschtschows wurde Stalin zu einem „Monster“, das vielleicht nur mit Hitler zu vergleichen sei. Domenico Losurdo setzt sich mit den Konflikten und Interessen auseinander, die diesem Umsturz der Sichtweise zugrunde liegen. Er nimmt diesen radikalen Gegensatz der Stalinbilder zum Anlaß, sie allesamt zu problematisieren, statt eines davon zu verabsolutieren. Hierfür betrachtet er die sowjetische Geschichte auf der Grundlage einer umfassenden Komparatistik der Tragödien des 20. Jahrhunderts, entdämonisiert Stalin und kontextualisiert eine Reihe der gegen ihn erhobenen Anklagen, ohne sie einfach zu negieren. Ein weiteres Buch des Autors, das gewiß für Aufsehen und kontroverse Diskussionen sorgen wird.



Clara Zetkin: Erinnerungen an Lenin. Mit einem Anhang: Aus dem Briefwechsel Clara Zetkins mit W.I. Lenin und N.K. Krupskaja. Edition 100 bei ISP – Bibliothek des Anderen Buchladen Karlsruhe. 128 S. (NB671) 10 Euro
Reprint der Ausgabe im Dietz-Verlag von 1957.



Markus Mohr, Klaus Viehmann (Hg.): Spitzel. Eine kleine Sozialgeschichte. Assoziation A 2004. 256 S. (NB731) 18 Euro
Judas, Wilhelm Stieber, Ewno Asew, Roman Malinowski, Adolf Hitler, Peter Urbach, Ulrich Schmücker, Michael Grünhagen, Schmuddel-Helmut, Wolfgang Frenz, Zapfer Kurt u.a.



Backslash Hack-tic Jansen & Jansen Keine Panik: Der kleine Abhörratgeber. Computernetze Telefone Kameras Richtmikrofone. Incl. Diskette mit Verschlüsselungsprogramm. Nachwort von Otto Diederichs. ID-Verlag 1996. 144 S. (NB27) 10 Euro



Markus Mohr, Hartmut Rübner: Gegnerbestimmung. Sozialwissenschaft im Dienst der „inneren Sicherheit“. Mit einem Vorwort von Friedrich C. Burschel. Unrast Verlag 2010. 288 S. (NB1149) 16,80 Euro
Der Verfassungsschutz drängt seit Jahren verstärkt in den öffentlichen Raum. In der Publizistik und Einrichtungen der politischen Bildung, aber auch in den universitären Sozialwissenschaften, finden sich immer mehr Mitarbeiter des Nachrichtendienstes. Ihre Tätigkeit soll dem „Extremismusansatz“ allgemeine Akzeptanz verschaffen. Das Extremismuskonstrukt ist allerdings nichts anderes als die grundlegende Legitimation der Verfassungsschutzbehörden. Wenn nun der geheimdienstlich beförderte „Extremismus“-Diskurs in der sozialwissenschaftlichen Forschung akzeptiert und vertreten wird, kann mit Fug und Recht von einer „Sozialwissenschaft im Dienst der inneren Sicherheit“ gesprochen werden.



Eric Chauvistré: Das atomare Dilemma. Die Raketenabwehrpläne der USA. Espresso-Verlag 2001. 160 S. (NB413z) 12,90 Euro
Seit dem Amtsantritt von Bush jr. Gibt es keinen Zweifel mehr: Die USA werden ihre Pläne für den Bau einer umfassenden Raketenabwehr umsetzen. Durch das Rüstungsprojekt soll es dem US-Militär ermöglicht werden, jederzeit und an jedem Ort einzugreifen. Der naive Traum von der Unverwundbarkeit dominiert die Politik – nicht nur in Washington. Auch in den europäischen NATO-Staaten gibt es Pläne für Raketenabwehrsysteme. Das Buch ist ein Plädoyer für die nüchterne Einsicht, daß das atomare Dilemma nur durch Abrüstung überwunden werden kann.



Jens Mecklenburg (Hg.): Gladio. Das geheime Terrornetz der NATO. Elefantenpress 1997. 144 S. (NB37z) 12,90 Euro



Erich Schmidt-Eenboom: Geheimdienst, Politik und Medien. Meinungsmache Undervover. Kai Homilius Verlag (Edition Zeitgeschichte) 400 S. Gb. (NB780) 24,80 Euro
Geht es um mögliche Verstrickungen deutscher Medien mit östlichen Geheimdiensten wie KGB oder MfS, ist das öffentliche Interesse groß. Merkwürdig ruhig ist es hingegen, wenn die Verbindungen zum Bundesnachrichtendienst dokumentiert werden.



Klaus Steiniger: Tops und Flops. Die Geschäfte der US-Geheimdienste. Mit einem Vorwort des ehemaligen Top-Agenten „Topas“. Elefantenpress 1998. 256 S. (NB32z) 20,90 Euro



Ulrich Sander: Die Macht im Hintergrund. Militär und Politik in Deutschland von Seeckt bis Struck. PapyRossa Verlag 2004, 208 S. (NB728) 14 Euro
Ohne daß es einer breiten Öffentlichkeit bisher bewußt wäre, geben heute in der Bundesrepublik – wie einst in der Weimarer Republik die Reichswehrführung unter General von Seeckt – Militärs in der Rüstungs- und Sicherheitspolitik den Ton an. So wurden die „Verteidigungspolitischen Richtlinien“ des ehemaligen Verteidigungsministers Rühe ebenso von politisierenden Generälen ersonnen wie die „Verteidigung am Hindukusch“ des späteren Amtsinhabers Struck. Anhand offizieller und inoffizieller Quellen weist Ulrich Sander nach, daß eine militärische Elite, die von äußerst rechten Militärs angeführt wird, wieder maßgeblichen Einfluß auf die deutsche Politik gewonnen hat.



Ulrich Sander: Szenen einer Nähe. Vom großen RechtsUm bei der Bundeswehr. Pahl-Rugenstein-Verlag 1998. 160 S. Hc. (NB88) 12,90 Euro



Heinz J. Bontrup, Norbert Zdrowomyslaw: Die deutsche Rüstungsindustrie vom Kaiserreich bis zur Bundesrepublik. Ein Handbuch. Distel Verlag 1988. 232 S. (NB655) 12,50 Euro



Rolf Uesseler: Krieg als Dienstleistung. Private Militärfirmen zerstören die Demokratie. Ch. Links Verlag 2006. 200 S. (NB934) 14,90 Euro
Im letzten Jahrzehnt ist das private Kriegsgeschäft zu einer Wachstumsbranche geworden, die nicht nur Riesengewinne verbucht, sondern auch die Weltpolitik verändert. Private Militärfirmen operieren inzwischen auf allen Kontinenten und in allen Kriegsgebieten der Welt. Mehr als 1,5 Millionen Angestellte sind für sie tätig, der Irak-Krieg wäre ohne sie nicht denkbar. Sie haben mittlerweile Aufgaben übernommen, die einst in staatliche Hoheit fielen: das Ausspähen von Angriffszielen, die Entwicklung von Überwachungssoftware, Risikoanalysen, Spezialausbildung für modernste Hightech-Waffensysteme, sogar die Ausführung von direkten Kampfeinsätzen. Ihre Dienste kann jeder in Anspruch nehmen, der sie bezahlen kann – Regierungen und Geheimdienste, aber auch Kriegsfürsten und Rebellengruppen. Rolf Uesseler analysiert erstmals umfassend dieses Phänomen. Er zeigt die Gründe für den rasanten Aufstieg solcher Firmen, beschreibt ihre vielfältigen Aktivitäten und warnt vor den Gefahren, die mit der schleichenden Privatisierung militärischer Konflikte einhergehen: die Unterhöhlung des staatlichen Gewaltmonopols, das Entstehen rechtsfreier Räume, die Aushebelung des Völkerrechts.



Dario Azzellini und Boris Kanzleiter (Hg.): Das Unternehmen Krieg. Paramilitärs, Warlords und Privatarmeen als Akteure der Neuen Kriegsordnung. Assoziation A 2003. 216 S. (NB754) 14 Euro
Im Neoliberalismus werden nicht nur Staatsbetriebe privatisiert, sondern auch die Kriegsführung. So übernehmen private Militärunternehmen im Auftrag des Pentagon verstärkt Kampfaufträge. In Afrika verwandeln sich reguläre Armeen in bewaffnete Bergbauunternehmen. Zur Aufstandsbekämpfung rüsten in Kolumbien Politiker private Paramilitärs aus, die gleichzeitig vom Drogenhandel profitieren. In Afghanistan werden Warlords unter Protektoratsherrschaft mit Regierungsgewalt ausgestattet. „Das Unternehmen Krieg“ geht neuen Formen der Kriegsführung nach. Statt „Staatszerfall“ und „Chaos“, wie in den Medien oft beschworen, zeichnen sich dabei die Konturen einer „Neuen Kriegsordnung“ ab. In ihr werden private militärische Akteure von Eliten eingesetzt, um Herrschaft zu sichern. Dabei ist oft nicht mehr ein militärischer Sieg, sondern die Kriegsführung selbst das Ziel, um Profite erzielen zu können. Hinterlassen werden hunderttausende von Opfern und Gesellschaften, in denen Wege zur Emanzipation neu eröffnet werden müssen.



Michael Schulze von Glaßer: Soldaten im Klassenzimmer. Die Bundeswehr an Schulen. PapyRossa Verlag 2012. 136 S. (NB1224) 12 ¤
Die Bundeswehr drängt an die Schulen. Nach dem Ende der Wehrpflicht sorgt sie sich um neue Rekruten und um Zuspruch für zunehmende Militärinterventionen. Durch Kooperationsverträge mit Kultusministerien sichert sie ihren Jugendoffizieren Zugang in die Klassenzimmer. Schülerzeitungsredakteure erhalten Einladungen in Kasernen – zwecks freundlicher Berichterstattung. Jugendmedien werden mit Werbeanzeigen und Lehrer mit kostenlosem Unterrichtsmaterial versorgt. Unterdessen artikuliert sich vielerorts Unmut über ungebetenen Besuch, der schon mal zum Hausverbot für die Bundeswehr führt, beschlossen von der Schulkonferenz. Unter Losungen wie „Schulfrei für die Bundeswehr“ oder „Es lernt sich besser ohne Helm“ formieren sich Netzwerke und Kampagnen. Der Autor läßt Akteure aus Schülervertretungen, Elternverbänden und Gewerkschaften zu Wort kommen und greift deren Argumente auf. Damit faßt das Buch nicht nur die Öffentlichkeitsarbeit und Rekrutierungsbemühungen der Bundeswehr an Schulen zusammen: Es zeigt auch Handlungsmöglichkeiten auf, wie der militärischen Nachwuchswerbung Einhalt geboten werden kann.



Michael Schulze von Glaßer: Das virtuelle Schlachtfeld. Videospiele, Militär, Rüstung. Papyrossa Verlag 2014. 208 S. (NB1275) 14,90 Euro
US-Truppen marschieren 2014 in den Iran ein, die russische Armee besetzt 2016 Berlin und Hamburg und die USA sind im Jahr 2027 von Nordkorea erobert – heutige Videospiele erzählen brisante Geschichten. Oft werden dabei einem Millionenpublikum vor allem westliche Feindbilder präsentiert und Ängste geschürt. Zugleich propagieren zahlreiche Spiele soldatisches Heldentum und eine zunehmende Militarisierung. Dazu kooperieren viele Videospiel-Hersteller auch mit Rüstungsunternehmen – einige von ihnen sind selbst in der Rüstungsindustrie tätig – und dem Militär. In Zeiten verstärkter Nachwuchswerbung ist die Bundeswehr ihrerseits auf Messen wie der gamescom vertreten. Das Buch geht über die Gewalt-Debatte hinaus und zeigt die politischen Inhalte heutiger Kriegsspiele auf. Dabei werden Hintergründe wie die Verbindungen zwischen Militär, Rüstungsindustrie und Videospielbranche genauer beleuchtet. Der Autor hinterfragt auch den Jugendmedienschutz und stellt alternative Videospiele vor.
Michael Schulze von Glaßer, (Jg.1986), Politikwissenschaftler und freier Journalist, ist Beirat der „Informationsstelle Militarisierung e. V.“ und betreibt den YouTube-Kanal „Games’n’Politics“. Veröffentlichte bei PapyRossa zuletzt zwei Bücher über die Öffentlichkeitsarbeit und Nachwuchswerbung der Bundeswehr.



Markus Euskirchen: Militärrituale. Analyse und Kritik eines Herrschaftsinstruments. PapyRossa Hochschulschriften 2005. 252 S. (NB822) 17,50 Euro
Warum und wozu gibt es Militärrituale und wie funktionieren sie? Zunächst wird der systematische Rahmen bestimmt, in dem Militärrituale ihren Zweck erfüllen: Staat, Kapitalismus und Nation brauchen Militärrituale. Das Beispiel Bundeswehr zeigt dann die verschiedenen Formen militärischer Rituale: Das Gelöbnis als Initiationsritual, mit einem Exkurs zur Rolle der Kirche; Staatsempfänge als Imponierrituale; Wache und Staatsbegräbnis als Ehren- und Trauerrituale, Kranzniederlegungen als Erinnerungs- und Gedenkrituale; Großer Zapfenstreich als ritualisierter Militärauftritt, mit einem Exkurs zum Wachbataillon als Spezialtruppe. Derlei Rituale verweisen auf die ultima ratio staatlich-politischer Logik und schaffen Akzeptanz für die Anwendung militärisch organisierter Gewalt.



Kurt Pätzold: Zweiter Weltkrieg. Papyrossa Verlag (Reihe Basiswissen). 144 S. (NB1289) 9,90 Euro
Die Darstellung Kurt Pätzolds setzt mit der Frage ein, ob die Geschichte Europas zu jenem 1. September 1939 führen mußte, an dem ein beispielloser Krieg begann, der sich erdballweit ausdehnte. Gedrängt bietet sie ein Bild der wesentlichen politischen und militärischen Ereignisse, die bis zur Potsdamer Konferenz, den Gerichtsprozessen in Nürnberg und Tokio und den Friedensschlüssen von Paris und San Francisco verfolgt werden. Behandelt werden zudem der Völkermord an den Juden sowie an den Sinti und Roma vor dem Hintergrund der nazistischen Kriegsziele wie auch die Kriegsverbrechen in Europa und Asien. Der Band schließt mit dem Blick auf die veränderte Welt des Jahres 1945, den Übergang zum Kalten Krieg und die Versuche, dem Frieden Dauer zu verschaffen.
Kurt Pätzold, Prof. Dr. phil., *1930. Lehrte bis 1992 als Professor für Deutsche Geschichte an der Humboldt- Universität zu Berlin. International renommierter Historiker und Faschismusforscher.



Dieter Noll: Die Abenteuer des Werner Holt. Roman einer Jugend. Aufbau Taschenbuch 1998. 544 S. (NB177) 10 Euro
Als „Remarque des zweiten Weltkriegs“ wurde Dieter Noll von der Kritik gefeiert. Er schildert den Weg junger Männer seiner Generation, die, hungrig nach Abenteuern und männlicher Bewährung, begeistert in den Krieg zogen. Nach endlosen Nächten der Erschöpfung, Angst am Flakgeschütz und erniedrigendem Drill im Inferno der Rückzugsschlachten erleben sie ihre völlige Desillusionierung und den moralischen Zusammenbruch. Klassiker der Anti-Kriegs-Literatur.



Viktor Nekrassow: Stalingrad. Roman. Mit einem Nachwort des Autors. Aufbau Taschenbuch 2002. 368 S. (NB596) 8,95 Euro
Die Schlacht um Stalingrad 1942/43 war eine der größten und entscheidendsten Schlachten des Zweiten Weltkrieges. Stalin war entschlossen, den deutschen Vorstoß ins Kaukasusgebiet mit allen Mitteln zu verhindern. Viktor Nekrassow kämpfte als Offizier auf sowjetischer Seite. Er schildert die Schlacht um Stalingrad aus der Sicht des unmittelbar Beteiligten. Sein Roman, den er im Lazarett zu schreiben begann und der bereits 1946 erschien, gilt auch heute als einer der authentischsten zu diesem Thema.



Erich Kuby: Mein Krieg. Aufzeichnungen aus 2129 Tagen. Aufbau Taschenbuch 2010. 526 S. (NB180) 12,95 Euro
Erich Kuby hat vom 27. August 1939 bis zum 24. Juni 1945 Tag für Tag seine Erlebnisse ohne Rücksicht auf eine mögliche Zensur notiert. Gleichsam unter dem Diktat leidenschaftlicher Humanität entstand ein scharfsinniges Dokument des Zweiten Weltkriegs, verfaßt von einem jungen Mann, der sich innerlich verweigerte und die Realität aus nie aufgehobener Distanz beobachtete, der schreiben mußte, um zu überleben. „Eines der hellsichtigsten und ernüchterndsten Kriegsbücher. Hier ist die Wehrmacht keinen Augenblick sauber.“ (taz). „Ein Nestbeschmutzer von Rang.“ (Heinrich Böll).



Lothar Röse: Prisoner of War Post. Helmuts Briefe aus der Kriegsgefangenschaft 1947/48. Situationspresse 2016. 100 S. (NB1330) 10 Euro.
Der Briefeschreiber war nach der Lehre als einfacher Wehrmachtssoldat in den Zweiten Weltkrieg und von 1944 bis 1948 in englische Kriegsgefangenschaft. Dort hatte er dann Zeit zum Nachdenken und machte sich auch durchaus seine Gedanken – über seine Zukunft, denn er war immerhin schon 26 Jahre alt. Und so bemühte er sich brieflich um Kontakt zu einer jungen Frau, die er vor dem Krieg zu Hause einmal kurz gesehen hatte.
Die vorliegende Arbeit sichtet seine Brautwerbebriefe und leistet damit einen Beitrag zur Mentalitätsgeschichte der Deutschen sowohl der Zwischenkriegszeit als auch des Wirtschaftswunder-Nachkriegsdeutschlands, wie sie sich so nur selten als schriftliche Überlieferung erhält. Der Aussagewert dieser Briefe mag gerade darin liegen, daß sie weitab von einer distanzierten Reflexion des Geschehenen einem bestimmten und privaten Zweck dienten. Umso bemerkenswerter gerät, was manchmal zwischen den Zeilen en passant über die Vorstellungen von der Ordnung der Dinge und vom Leben darin zum Ausdruck kommt.
Der Herausgeber kommentiert die Briefe sie informativ, aber zurückhaltend.
Das kleine Werk, das nebenbei auch einen Einblick in die Popkultur bzw. „Kulturindustrie“ der Zeit bietet, kann auch als deutscher Beitrag zur Comédie Humaine zwischen Great Expectations und Illusions perdues gelesen werden.
Die Deutschen empfanden den Zweiten Weltkrieg als ein Schicksal, das über sie kam – und danach „gelang“ ihnen – fast so, als wäre gar nichts geschehen (jedenfalls nichts Erwähnenswertes) die Rückkehr in eine (dann doch etwas seltsame) „Normalität“.



Joseph Heller: Catch 22. Roman. Fischer Taschenbuch. 592 S. (NB372) 9,90 Euro
Captain Yossarián, eine Art Schwejk der US-Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg, und sein vergebliches Aufbäumen gegen den blanken Irrsinn, der sich in seiner Einheit ausbreitet...



Bernd Müllender / Peter Vermeulen: Nicht mehr mit uns! Reservisten verweigern. PapyRossa Verlag. 208 S. (NB113) 9,20 Euro



Ernest Mandel: Einführung in den Marxismus. Neuer ISP-Verlag. 240 S. (NB132) 12 Euro



Leo Kofler: Perspektiven des revolutionären Humanismus. Neuausgabe. ISP 2007. 176 S. (NB995) 17,80 Euro
Der deutsch-österreichische Soziologe und Philosoph Leo Kofler (1907-1995) ist eine der markantesten Gestalten des deutschen Nachkriegsmarxismus und verstand sich als Mittler zwischen alter Arbeiterbewegung und Neuer Linker. Im mythisch besetzten Jahr 1968 plädiert Kofler in diesem Klassiker linker Gesellschaftstheorie für einen revolutionären Humanismus, der an den Idealen von Freiheit, Gleichheit und Solidarität anknüpft und diese sowohl gegen die bürgerliche Realität seiner Zeit wie gegen den Sozialismus stalinistischer Provenienz wendet. Ausführlich kritisiert er das spätbürgerliche Verständnis von Freiheit und untersucht die Widersprüche und Fallstricke des sozialstaatlichen Konsumkapitalismus. Der Zustand scheinbarer Entideologisierung erweist sich ihm dabei als Faktor totaler Ideologisierung, der individuelle Rationalismus als Begleiterscheinung kollektiver Irrationalität, die Demokratie des Marktes als Verschleierung der Despotie von Fabrik und Büro. Forderungen nach Freiheit und Fortschritt, nach Humanismus und Demokratie, nach wirklicher Individualität und klassenloser Gesellschaft sind, so Kofler, nicht ausreichend zu begründen ohne eine kopernikanische Wendung zum Menschen, ohne eine anthropologische Erkennznistheorie in marxistischer Tradition. „Mit Leo Kofler ist eine Form des unverstümmelten, lebendigen Marxismus verknüpft.“ (Oskar Negt, 1988).



Leo Kofler: Geschichte und Dialektik. Mit einem Nachwort von Werner Seppmann. Neue Impulse Verlag 2004. 240 S. (NB863) 16,80 Euro
Zuerst 1955 erschienen. Leo Koflers „Geschichte und Dialektik“ ist ein methodenkritischer Beitrag zum aktiven Begreifen sozialer Entwicklungen und Zusammenhänge. Das Buch ist ein produktives Beispiel einer konkreten Dialektik, in deren Mittelpunkt das wechselseitige Bedingungsverhältnis von Mensch und Gesellschaft, Denken und Sein steht.



Uwe Jakomeit, Christoph Jünke, Andreas Zolper (Hg.): Begegnungen mit Leo Kofler. Ein Lesebuch. PapyRossa Verlag 2011. 210 S. Pb. (NB1209). 14,90 Euro
Leo Kofler (1907-1995) war eine der markantesten Gestalten des deutschen Nachkriegsmarxismus und ein wichtiger Vermittler zwischen alter Arbeiterbewegung und Neuer Linker. Jenseits auch des linken Mainstreams widmete er sich der Erneuerung der marxistischen Theorie auf so unterschiedlichen Gebieten wie der Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft, der Soziologie und Kritik des sozialstaatlichen Kapitalismus, der Anthropologie und der Ästhetik. Jede Geschichte der deutschen Linken und ihrer Theoriedebatten bleibt unvollständig, wenn sie nicht auch auf Koflers Arbeiten und seine oft eher verborgenen Einflüsse eingeht. Das Lesebuch bietet ein beeindruckendes Panorama biografischer wie intellektueller Begegnungen mit Kofler. Texte u. a. von Wolfgang Abendroth, Johannes Agnoli, Ernst Bloch, Iring Fetscher, Wolfgang Harich, Alfred Kosing, Bruno Kreisky, Georg Lukács, Ernest Mandel, Jakob Moneta, Oskar Negt, Theo Pirker, Werner Seppmann, Robert Steigerwald, Klaus Vack und Bernard Willms.



Alex Callinicos: Die revolutionären Ideen von Karl Marx. Neuer ISP Verlag 2005. 264 S. (NB852). 14,80 Euro
Der neoliberale Weg zur Marktgesellschaft führt nicht in die Zukunft, sondern zurück ins 19. Jahrhundert. Im reifen Kapitalismus ist die Welt weder harmonischer, gerechter noch friedlicher geworden – also die richtige Zeit für eine erneute Lektüre seines wichtigen Kritikers Karl Marx. Das bedeutendste zum Verständnis von Marx ist besonders Kompliziertes. Marx war der Verfechter der Selbstemanzipation, kein Vertreter der Tyrannei. In all den verschiedenen Widerstandsformen der heutigen Welt ist der ungeheure Drang nach Freiheit angelegt – nach echter Freiheit, nicht nach jeder Falschmünze, die uns der Kapitalismus anbietet, mit der Freiheit gekauft und verkauft wird. Mehr als jeder andere stellte Marx unseren Mangel an realer Freiheit fest und erkannte die Kräfte, durch die wir uns selbst befreien können. Mit diesem Buch leustet Alex Callinicos einen Beitrag zu diesem Wiederentdeckungsprozeß. Lesbar verfaßt und auch für Einsteiger verständlich, zeugt seine Einführung gleichzeitig von der gebotenen Tiefe und intellektuellen Schärfe. Durch die angeführten Zitate von Marx ist das Buch zugleich ein Wegweiser durch seine Schriften.



Martin Birkner und Robert Foltin: (Post-)Operaismus. Von der Arbeiterautonomie zur Multitude. Geschichte und Gegenwart, Theorie und Praxis. Eine Einführung. Reihe theorie.org im Schmetterling Verlag 2006. 204 S. (NB958) 10 Euro
Die Einführung zeichnet die theoriegeschichtliche Entwicklung des Operaismus in seiner Wechselwirkung mit den sozialen Bewegungen nach. Ausgehend von einem historischen Blick auf Genese und Entwicklung dieses vom Klassenkampf ausgehenden, herätischen Marxismus im Italien der 60er und 70er Jahre wird der Übergang vom Operaismus zum gegenwärtigen postoperaistischen Denken nachgezeichnet. Die postoperaistischen Debatten der Gegenwart werden anhand von Hardt/Negris „Empire“ und „Multitude“, John Holloways „Die Welt verändern ohne die Macht zu übernehmen“ und Paolo Virnos „Grammatik der Multitude“ ausführlich dargestellt.



Gernot Ernst: Komplexität. „Chaostheorie“ und die Linke. Schmetterling Verlag 2009 (Reihe theorie.org). 204 S. (NB1089) 10 Euro
Das Ziel jeder linken Bewegung ist die Veränderung der existierenden Verhältnisse zum Besseren. Um aber die Möglichkeiten, aber auch Grenzen von Veränderungen, ob in evolutionärer oder revolutionärer Form, besser zu verstehen, ist es unverzichtbar, die Ergebnisse und Schlußfolgerungen der Komplexitätsforschung zu verstehen. Dabei gibt nur wenige Begriffe, die heutzutage so mißverständlich benutzt werden wie „Komplexität“ und „Chaos-Theorie“. Welcher Anarchist weiß eigentlich, daß die Chaostheorie keineswegs das Chaos (im Sinne der Zufälligkeit oder Stochastik) untersucht, sondern die höchst verschiedenen Ergebnisse eines rein deterministischen Systems, dessen Ausgangsbedingungen verändert werden? Welcher Sozialist macht sich darüber Gedanken, daß in Denkfabriken der USA (und anderen Staaten) Ergebnisse der Netzwerktheorie schon längst eingesetzt werden, um revolutionsartige Bewegungen auszulösen oder auch solche zu unterdrücken? Einerseits bergen viele Ergebnisse dieser Denkrichtungen Chancen (und Gefahren) oder beinhalten ähnlich weitreichende Schlußfolgerungen für Ideologien. Andererseits können auch durch Unkenntnis Schlußfolgerungen gezogen werden, die in keiner Weise durch reelle Ergebnisse gedeckt werden. Daß Systeme nicht statisch, sondern dynamisch, also in Bewegung sind, ist jedem Marxisten aus dessen Beschreibung der menschlichen Geschichte bekannt. Anarchisten haben schon lange über angenommene und beobachtete Selbstorganisationsphänomene nachgedacht. Linke sind im Grunde genommen Systemtheoretiker und Dynamiker der ersten Stunde. In diesem Buch der Reihe „theorie.org“ werden deshalb zunächst einige zentrale Ideen wie die der „Chaos-Theorie“, der dynamischen Systeme oder Netzwerke entwickelt. Dabei werden, soweit wie möglich, Beispiele aus der Gesellschaftstheorie herangezogen. Danach wird der derzeitige Stand der Diskussion in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen dargestellt. Ein eigenes Kapitel soll einen Teil der bisherigen linken Diskussion darstellen, deren bisherigen Ergebnisse kritisch diskutiert werden.



Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine Einführung. Schmetterling Verlag, Reihe Theorie.org. 3. Aufl. 2005. 240 S. (NB854) 10 Euro
„Umfassende Analysen des Kapitalismus haben bei der Linken wieder Konjunktur. Doch bleibt die Auseinandersetzung mit Marx dabei oft oberflächlich, findet Michael Heinrich und plädiert für eine Neuaneignung der Marxschen Theorie jenseits des traditionellen, weltanschaulichen Marxismus.“ (Klappentext).



August Bebel: Aus meinem Leben. Mit einer Einleitung von Ursula Herrmann. Dietz Verlag 1988. 846 S. Ln. mit SchU. (NB874) 14,90 Euro



Wegbereiter des Kommunismus. 12 Persönlichkeiten aus der Geschichte des Kommunismus. Übersetzt aus dem Russischen von Hans Ruoff-München, mit einem Vorwort von Hermann Duncker. Edition 100 bei ISP, Bibliothek des Anderen Buchladen Karlsruhe 1998. 116 S. (NB714) 9 Euro
Reprint der Ausgabe des Verlags der Jugendinternationale Berlin-Schöneberg 1923. Kurzporträts von Thomas Morus, Gracchus Babeuf, Robert Owen, Henri Saint-Simon, Charles Fourier, Auguste Blanqui, Louia Blanc, Etienne Cabet, P.J. Proudon, Wilhelm Weitling, M.A. Bakunin und P. Kropotkin.



Karl A. Wittfogel: Geschichte der bürgerlichen Gesellschaft. Von ihren Anfängen bis zur Schelle der großen Revolution. Edition 100 bei ISP, Bibliothek des Anderen Buchladen Karlsruhe 2000. 348 S. (NB759) 19,50 Euro



Max Beer: Karl Marx. Eine Monographie. Edition 100 bei ISP, Bibliothek des Anderen Buchladen Karlsruhe 1999. 120 S. (NB758) 10 Euro
Reprint der Ausgabe im Verlag für Sozialwissenschaft Berlin von 1918



Karl Radek in der „Internationale“ 1920-1922. (Karl Radek Ausgewählte Schriften Band 6). Edition 100 bei ISP, Bibliothek des Anderen Buchladen Karlsruhe 2001. (NB711) 10 Euro
Faksimile einiger Artikel aus „Die Internationale“, Theoretisches Organ der KPD. Enthält u.a.: Karl Liebknecht zum Gedächtnis; Proletarische Diktatur und Terrorismus; Die Lehre der ungarischen Revolution; Die Krise der VKPD; Kronstadt; Die Krisis der deutschen Kommunistischen Partei; Lehren der Märzkämpfe; Glossen zum 3. Kongreß der Kommunistischen Internationale; Ist die russische Revolution eine bürgerliche Revolution?; Die nächsten Aufgaben der Kommunistischen Internationale.



Karl Radek in der „Russischen Korrespondenz“ 1920-1921. (Karl Radek Ausgewählte Schriften Band 4). Edition 100 bei ISP, Bibliothek des Anderen Buchladen Karlsruhe 1999. (NB712) 7,50 Euro



Karl Radek in der „Russischen Korrespondenz“ 1921-1922. (Karl Radek Ausgewählte Schriften Band 5). Edition 100 bei ISP, Bibliothek des Anderen Buchladen Karlsruhe 2000. (NB713) 7,50 Euro



Theodor Bergmann: Die Thalheimers. Geschichte einer Familie undogmatischer Marxisten. VSA 2004. 256 S., einige Abb. (NB738) 20,40 Euro
Mit dem Namen August Thalheimer wird der marxistische Intellektuelle aus der KPD der Weimarer Republik, der Freund des früheren KPD-Vorsitzenden Heinrich Brandler, der Mitbegründer des Spartakusbundes, der KPD, der KPD(Opposition) und einer der ersten und gründlichsten Analytiker des Faschismus in der Zwischenkriegszeit verbunden. In der offiziellen Historiografie der kommunistischen Bewegung wurden die kritischen Kommunisten August Thalheimer, seiner Schwester Bertha, seine Frau Cläre weitgehend ignoriert. Die Familie Thalheimer hat in der deutschen revolutionär-sozialistischen Bewegung eine wichtige Rolle gespielt. Zu dem frühen Freundeskreis gehörten u.a. Friedrich Westmeyer, Clara Zetkin und Rosa Luxemburg. Die Stationen der Familie spiegeln Brüche und Katastrophen der deutschen Geschichte, Erfolge und Niederlagen der deutschen Arbeiterbewegung wider: antimilitaristische Arbeit, Zimmerwalder Linke, Chefredakteur der Roten Fahne 1919-1923, „Ehrenexil“ in der Sowjetunion, Mitherausgeber von „Gegen den Strom“, Verfolgung in Nazi-Deutschland, Exil in Kuba, August Thalheimers Kommentierung der weltpolitischen Konstellation nach 1945 und die gescheiterten Bemühungen um seine Rückkehr nach Deutschland. Mit 64 Jahren starb „dieser jüdische Schwabe oder schwäbische Jude, Dr. Phil., Historiker und Philosoph und Literaturhistoriker und leninistische Berufsrevolutionär“ (Hans Mayer) am 19. September 1948 auf Kuba.



Stefan Bollinger (Hg.): Lenin. Träumer und Realist. Promedia 2006 (Edition Linke Klassiker). 176 S. (NB987) 12,90 Euro
„Genius“ oder „Dämon“ der Revolution – die Meinungen über Lenin gehen nicht erst seit dem Untergang der Sowjetunion auseinander. Solange ein Sechstel der Erde unter dem Roten Stern stand und Lenin die Geschicke des „kurzen“ 20. Jahrhunderts mitbestimmte, kamen Freund und Feind nicht an ihm vorbei. Mit dem Untergang des Ostblocks begann die Suche nach den Schuldigen. Kann sich Marx noch gelegentlich als Theoretiker des 19. Jahrhunderts und Prophet der Globalisierung behaupten, so findet Lenin keine Gnade vor den Wächern des Antikommunismus. Es geht bereits ein Aufraunen durch die Feuilletons, wenn zu Beginn des neuen Jahrtausends der Sozialismus als Alternative zum Empire wieder angedacht wird, wenn neue, junge Kommunisten sich outen, gar ein Philosoph wie Slavoj Zizek die Widerkehr Lenins und der Revolution beschwört.



Stefan Bollinger (Hg.): Linke und Nation. Klassische Texte zu einem brisanten Thema. Pro Media Verlag (Edition linke Klassiker) 2009. 192 S. (NB1118) 12, 90 Euro
Die Furcht vor der Vereinnahmung von Nation, Vaterland und Heimat durch die Rechte ist ebenso begründet wie entwaffnend. Als Teil eines Kategoriensystems zur wissenschaftlichen Durchdringung des modernen Kapitalismus bleibt die Nation unerlässlich. Als wesentliches Kampffeld im antikapitalistischen und antiimperialistischen Kampf wird sie trotz anderer Angebote, die von der „Region“ über die „Europaidee“ bis zum „Weltbürgertum“ reichen, wichtig bleiben. Jede linke nationale Politik wird sich zwangsläufig gegen Ausgrenzung und Privilegierung wenden, so wie jeder rechter Nationalismus auf genau diese Ausgrenzung und die Privilegierung der eigenen Nation, ihre Vor- und im Extremfall Weltmachtstellung orientiert. Der vorliegende Band der „Edition linke Klassiker“ bietet eine auch aktuell wichtige Durchsicht linker theoretischer Texte, die sich mit der nationalen Frage beschäftigt haben. Erläuterungen des Herausgebers, Quellenangaben und weiterführende Literaturhinweise machen das Buch zu einer Fundgrube für alle, die in Zeiten von Ethnisierung und nationalen Wahnvorstellungen einen analytisch kühlen Kopf bewahren wollen. Mit Texten von Karl Marx, August Bebel, Rosa Luxemburg, Josef W. Stalin, Wladimir I. Lenin, Antonio Gramsci, Mao Tse-tung, Otto Bauer, Karl Radek und anderen.



Marcel von der Linden (Hg.): Was war die Sowjetunion? Kritische Texte zum real existierenden Sozialismus. Promedia 2007 (Edition linke Klassiker). 176 S. (NB992) 12,90 Euro
Das gesamte 20. Jahrhundert hindurch hat die Einschätzung der Sowjetunion direkt oder indirekt einen großen Teil der linken Diskussionen beherrscht. Seit der Oktoberrevolution von 1917 bildete die sogenannte „Russische frage“ mehr als 70 Jahre lang einen der wichtigsten Streitpunkte jeder radikalen Debatte. Der Historiker Marcel van der Linden hat sechs klassische linke Texte versammelt, die sich kritisch mit dem Bestand der Sowjetunion auseinandersetzen. Einleitende Beiträge des Herausgebers zu den Autoren und ihrem politischen und wissenschaftlichen Umfeld machen den Band zu einer Fundgrube für alle, die sich auch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion mit dem Experiment des real existierenden Sozialismus befassen wollen. Das Buch gibt einen knappen Überblick der marxistisch inspirierten Theoretiker, die die Sowjetunion als nicht-sozialistisch betrachteten. Trotz ihrer sehr verschiedenen Auffassungen können ihre Beiträge von großer Bedeutung für die Entwicklung herrschaftsfreier Alternativen zum globalisierenden Kapitalismus sein. Texte von Leo Trotzki, Ernest Mandel, Tony Cliff, Antonio Carlo, Hillel Ticktin, Chris Arthur.



Klaus Steinitz: Das Scheitern des Realsozialismus. Schlußfolgerungen für die Linke im 21. Jahrhundert. VSA 2007. 120 S. (NB994) 11,80 Euro
Klaus Steinitz analysiert die Gründe für das Scheitern des Realsozialismus in Europa im 20 Jahrhundert, insbesondere die Erfahrungen in der DDR, und stellt die Schlußfolgerungen für eine moderne Sozialismuskonzeption vor. Er untersucht die Veränderung der Eigentumsverhältnisse und ökonomischen Machtstrukturen sowie die Herausbildung einer anderen Produktions-, Arbeits- und Lebensweise und einer neuen Qualität gesellschaftlicher Regulierung/Planung. Damit wird auch ein anregender Beitrag für die Programmdiskussion der Linken, insbesondere zur Vision eines demokratischen Sozialismus im 21. Jahrhundert als Alternative zum heutigen Finanzmarkt-Kapitalismus, geleistet. In diesem Buch werden darüber hinaus offene, z.T. strittige Zukunftsthemen der Linken diskutiert, u.a. Fragen der Vergesellschaftung des Eigentums an den Produktionsmitteln im Zusammenhang mit einer Wirtschaftsdemokratie, das Für und Wider einer sozialistischen Marktwirtschaft und einer Äquivalenzökonomie.



Christoph Jünke: Der lange Schatten des Stalinismus. Sozialismus und Demokratie gestern und heute. Neuer ISP-Verlag 2007. 208 S. (NB1028) 19,80 Euro
Contra Canfora, Losurdo, Gossweiler, Wagenknecht. Pro Deutscher, Hofmann, Kofler.



Leo Trotzki: Sozialismus oder Barbarei! Eine Auswahl aus seinen Schriften. Herausgegeben von Helmut Dahmer. Pro Media 2005 (Edition linke Klassiker). 176 S. (NB880) 12,90 Euro
„Der vorliegende Auswahlband soll einen ersten Eindruck von einem Revolutionär vermitteln, der mit der Feder genauso umzugehen wußte wie mit dem Schwert, und von dem sich sagen läßt, er sei seiner Epoche, der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, jederzeit gewachsen gewesen. In Trotzkis Schriften verbindet sich die Klarheit der politisch-soziologischen Analyse mit der Imagination des Literaten. Die von Helmut Dahmer edierten und fachkundig kommentierten Texte beschäftigen sich mit der grndsätzlichen politischen Analyse ebenso wie mit der revolutionären Methodik und stellen Trotzki als scharfen Beobachter der Zeitgeschichte vor.“ (Klappentext).



Manuel Kellner: Trotzkismus. Einführung in seine Grundlagen, Fragen nach seiner Zukunft. Schmetterling Verlag, Reihe theorie.org 2004. 180 S. (NB748) 10 Euro



Felix Wemheuer (Hg.): Maoismus. Ideengeschichte und revolutionärer Geist. Promedia Verlag Wien 2008. Edition Linke Klassiker. 176 S. (NB1074) 12,90 Euro
Mit Texten von Mao Tse-tung, Michel Foucault, Charles Bettelheim, der „Vierer Bande“, Edoarda Masi sowie Rossana Rossanda. Die „Mao-Tse-tung-Ideen“ begeisterten in den 1970er Jahren Linke auf der ganzen Welt. Viele glaubten damals, in China würde die Trennung zwischen Stadt und Land, zwischen geistiger und körperlicher Arbeit aufgehoben, wie Marx es gefordert hatte. Die „Große Proletarische Kulturrevolution“ und Maos Idee, die Rebellion der Massen gegen die Partei, galten als Antworten auf die Bürokratisierung des Sozialismus in Osteuropa. Besonders im internationalen Kontext stellten sich Maos Schriften als „geistige Atombombe“ im Befreiungskampf der „3.Welt“ dar. Sowohl afrikanische Modernisierungsregime, westeuropäische Studentenbewegungen als auch die bundesdeutsche RAF ließen sich von den Theorien und der Sprache Maos inspirieren. Dieses Buch sammelt wichtige Texte der „Mao- Tse-tung-Ideen. Neben Texten von Mao enthält es zentrale Dokumente des chinesischen Weges zum Sozialismus sowie der Kulturrevolution. Es dokumentiert die maoistische Kritik an der Sowjetunion sowie die Rezeption der Ideen von Mao durch die neue Linke in Westeuropa. Einleitend analysiert Felix Wemheuer Maos Ideenwelt und zieht Bilanz aus heutiger Sicht. Im Gegensatz zur euphorischen Lesart dieser Texte in den 1970er Jahren zeigt er die Widersprüche und Probleme in den Theorien Maos auf. Auf der einen Seite feierte Mao die spontanen Massenbewegungen der Bauern, wollte aber den Führungsanspruch der Partei nie aufgeben. Die Forderung, Widersprüche im Volk nur durch Überzeugung und Debatte zu lösen, beinhaltete gleichzeitig auch die Definitionshoheit der Partei, wer zum Volk gehörte und wer nicht. Das Konzept der Kulturrevolution bot zwar eine Grundlage zur Revolte der Massen gegen die Partei, ohne allerdings die Frage zu beantworten, welche Institutionen an ihre Stelle treten sollten. Nicht zuletzt soll das Buch aber auch die zentralen Probleme deutlich machen, die zum Scheitern des Sozialismus in China führten.



Henning Böke: Maoismus. China und die Linke – Bilanz und Perspektive. Schmettlerling Verlag, Reihe Theorie.org 2007. 216 S. (NB1004) 10 Euro
Mit seinem eigenständigen Sozialismus, der sich von dem der Sowjetunion scharf abgrenzte, bildete das China Mao Tse-tungs um 1970 einen bedeutenden Bezugspunkt für Befreiungsbewegungen in der Dritten Welt wie für die progressive Intelligenz im Westen: Der Maoismus war damals eine maßgebliche linke Strömung, mit der große Hoffnungen auf ein alternatives Gesellschaftsmodell jenseits von Kapitalismus und bürokratischem Staatssozialismus verbunden waren. Nur 30 Jahre nach Maos Tod berufen sich nur noch wenige Guerillaorganisationen in Lateinamerika und Asien auf seine Ideen. Auch unter westlichen Linken gilt Mao mehr oder weniger als chinesischer Stalin und sein Weg zum Sozialismus als gescheitert. Hat sich Maos Idee einer Gesellschaftsalternative in einem Entwicklungsland als unrealisierbarer utopischer Traum herausgestellt oder enthält sein Denken Konzepte, die aktuell bleiben? Welche Rolle spielte der Maoismus für die westliche Linke? Wie ist die Situation im heutigen China? Gibt es noch eine Linke? Wenn ja, wie steht sie zu Mao? Zu diesen und anderen Fragen zur Rolle der chinesischen Revolution in Geschichte und Gegenwart und ihre Bedeutung für eine antikapitalistische Perspektive vermittelt dieses Buch Hintergrundwissen.



Max Horkheiner, Theodor W. Adorno: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. Fischer-Taschenbuch. 278 S. (NB133) 9,95 Euro



Theodor W. Adorno: Eingriffe. Neun kritische Modelle. Edition Suhrkamp 184 S. (NB220) 5,10 Euro



Theodor W. Adorno: Erziehung zur Mündigkeit. Vorträge und Gespräche mit Hellmut Becker 1959 – 1969. Hg. von Gerd Kadelbach. Suhrkamp Taschenbuch 1971. 160 S. (NB907) 6,99 Euro
Menschen, die blind in Kollektive sich einordnen, machen sich selber schon zu etwas wie Material, löschen sich als selbstbestimmte Wesen aus. Dazu paßt die Bereitschaft, andre als amorphe Masse zu behandeln... Eine Demokratie, die nicht nur funktionieren, sondern ihrem Begriff gemäß arbeiten soll, verlangt mündige Menschen. Man kann sich verwirklichte Demokratie nur als Gesellschaft von Mündigen vorstellen... Die Konkretisierung der Mündigkeit besteht darin, daß die paar Menschen, die dazu gesonnen sind, mit aller Energie darauf hinwirken, daß die Erziehung eine Erziehung zum Widerspruch und zum Widerstand ist.



Theodor W. Adorno: Negetive Dialektik / Jargon der Eigentlichkeit. Gesammelte Schriften Band 6. Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft. 544 S. (NB1313) 22 Euro



Michael Schwandt: Kritische Theorie. Eine Einführung. Schmetterling Verlag 2009 (Reihe theorie.org). 240 S. (NB1120) 10 Euro
Dieser Band gibt eine verständliche, weitgehend voraussetzungslose und eingängig geschriebene Einführung in die Kritische Theorie. Es wird erstmals der Versuch einer Bilanz der Kritischen Theorie zu Beginn des 21. Jahrhunderts unternommen – das Dilemma politischen Engagements in der Gegenwart immer im Blick. Der Vergleich von Adorno und Marcuse, an dem sich die Darstellung orientiert, ist neu und verspricht auch erfahrenen Lesern einen Erkenntnisgewinn. Michael Schwandt zeichnet zunächst die Geburt der Kritischen Theorie aus der Krise des Marxismus nach und skizziert die Geschichte des Frankfurter Instituts für Sozialforschung. Vor diesem Hintergrund wird die Spannweite möglicher Antworten der Kritischen Theorie auf das Praxisproblem herausgearbeitet: Wie soll, wie kann sich politisch verhalten, wer diese Welt aus tiefstem Herzen ändern will, aber mit klarem Verstand erkennen muß, daß die Chancen dazu verschwindend gering sind? Dieser Frage wird anhand einer Gegenüberstellung der Positionen von Adorno und Marcuse nachgegangen, die wegen ihres ganz unterschiedlichen Bezuges auf die politischen Bewegungen ihrer Zeit immer als Antipoden wahrgenommen wurden. Die unabgeschlossene Debatte zwischen diesen beiden Spielarten Kritischer Theorie ist auch für gesellschaftliches Engagement in der Gegenwart von großer Bedeutung – egal, welcher der hier vorgestellten Positionen man letztlich eher den Vorzug geben mag. Denn bei der Auseinandersetzung mit der „Frankfurter Schule“ läßt sich immer wieder neu erfahren: Es gibt nichts Praktischeres als eine gute Theorie.



Kurt Lenk: Von Marx zur Kritischen Theorie. Dreißig Interventionen. Edition DISS im Unrast Verlag 2009. 332 S. (NB1114) 29,80 Euro
Der Band bietet den zugang zu einer Theorietradition, die in vielen Zweigen der Sozial- und Geisteswissenschaften ihren Ausdruck gefunden hat. Es bsteht begründete Hoffnung, daß im Zeichen von Finanz- und Wirtschaftskrisen Impulse dieser kritischen Analyse erneur wirksam werden.



Herbert Marcuse: Der eindimensionale Mensch. Studien zur Ideologie der fortgeschrittenen Industriegesellschaft. Herausgegeben von Peter E. Jansen. Verlag Dietrich zu Klampen 2014. 296 S. (NB1309) 24 Euro
Das 1964 erschienene Hauptwerk war einer der einflußreichen Quellentexte der Studentenbewegung von 1966ff.
„Die gegenwärtige industrielle Zivilisation beweist, daß sie die Stufe erreicht hat, auf der 'die freie Gesellschaft' in den traditionellen Begriffen ökonomischer, politischer, und geistiger Freiheit nicht mehr angemessen bestimmt werden kann; nicht weil diese Freiheiten bedeutungslos geworden sind, sondern weil sie zu bedeutsam sind, um auf die traditionellen Formen begrenzt zu bleiben. Entsprechend den neuen Fähigkeiten der Gesellschaft bedarf es neue Weisen der Verwirklichung.“ (Herbert Marcuse).



Michel Foucault: Wahnsinn und Gesellschaft. Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft. suhrkamp taschenbuch wissenschaft 1973. 576 S. (NB1297) 20 ¤
Michel Foucault erzählt die Geschichte des Wahnsinns vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Er erzählt zugleich die Geschichte seines Gegenspielers, der Vernunft, denn er sieht die beiden als Paar, das sich nicht trennen läßt. Der Wahn ist für ihn weniger eine Krankheit als eine andere Art von Erkenntnis, eine Gegenvernunft, die ihre eigene Sprache hat oder besser: ihr eigenes Schweigen.



Michel Foucault: Das Leben der infamen Menschen. Merve Verlag 2001. 80 S. (NB1312) 9 Euro
1977 ist der Text französisch erschienen, geschrieben als Vorwort für eine Sammlung von Dokumenten zur Geschichte der Internierung im Frankreich des 17. und 18. Jahrhunderts. Das Buch kam nicht zustande, geblieben ist dieser Text.



Günther Anders: Besuch im Hades. Auschwitz und Breslau 1966. Nach „Holocaust“ 1979. Beck‘sche Reihe. 224 S. (NB510) 9,90 Euro
Die Bedrohung des Menschen durch sich selbst hat wohl niemand so eindringlich zur Sprache gebracht wie Günther Anders.



Günther Anders: Ketzereien. Verlag C.H. Beck 1996. 360 S. (NB445) 11,50 Euro
Nach Abschluß des zweiten Bandes seiner „Antiquiertheit des Menschen“ hat Günther Anders alles, was ihm in den letzten Jahren über Gott und die Welt, über Natur, Gesellschaft, Mitmenschen und Kunst eingefallen ist, niedergeschrieben. Die Eintragungen – zumeist in der Form des sokratischen Dialogs – sind, obwohl provokant, Zeugnisse der Lebensnähe und Menschlichkeit des Autors.



Pierre Bourdieu: Die Regeln der Kunst. Genese und Struktur des literarischen Feldes. Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 2001, 560 S. (NB887) 17 Euro
„Durch die wissenschaftliche Analyse der sozialen Bedingungen der Produktion und Rezeption des Kunstwerks wird die literarische Erfahrung keineswegs 'reduktionistisch' zerstört, im Gegenteil: sie wird noch gesteigert, denn das 'Schöpferische' wird nicht bloß evoziert – es wird verstanden.“ (Klappentext).



Walter Benjamin: Illuminationen. Ausgewählte Schriften I. Suhrkamp Taschenbuch 432 S. (NB221) 12,50 Euro



Ernst Bloch: Spuren. Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft – Ernst Bloch Werkausgabe Band 1. 220 S. (NB1328) 12 Euro



Ernst Bloch: Geist der Utopie. Zweite Fassung. Suhrkamp Taschenbuch. 352 S. (NB222) 16 Euro



Ernst Bloch: Geist der Utopie. Erste Fassung. Faksimile der Ausgabe von 1918. Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft. 456 S. (NB791) 12 Euro



Ernst Bloch: Experimentum Mundi. Frage, Kategorien des Herausbringens, Praxis. Suhrkamp-Verlag 1985 (suhrkamp taschenbuch wissenschaft). 272 S. (NB1326) 8,20 Euro



Erich Fromm: Haben oder sein. Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft. Dtv. 224 S. (NB543) 8 Euro
„Dieses Buch ist zurecht eines seiner berühmtesten Werke, da er hier die zentrale Frage unseres Lebens, die Frage nach Haben oder Sein, behandelt. Durch seine Lesbarkeit und Prägnanz ist es besonders geeignet, in Fromms Gedankenwelt einzuführen.“ (Klappentext).



Heinz Dieterich: Der Sozialismus des 21. Jahrhunderts. Wirtschaft, Gesellschaft und Demokratie nach dem globalen Kapitalismus. Vorwort von Manfred Wekwerth. Kai Homilius Verlag 2006. 176 S. Hc. (NB905) 9,90 Euro



Gerhard Branstner: Witz und Wesen der Lebenskunst oder Die zweite Menschwerdung. Fortgesetzter Marxismus. GNN Verlag (NB433) 10,50 Euro
Gerhard Branstner wurde wegen zu viel Marxismus aus der PDS ausgeschlossen.



Monika Grosche: Anarchismus und Revolution. Zum Verständnis gesellschaftlicher Umgestaltung bei den anarchistischen Klassikern Proudhon, Bakunin, Kropotkin. Syndikat A 2003, 132 S. (NB739z) 10 Euro



Gerhard Senft (Hg.): Essenz der Anarchie. Die Parlamentarismuskritik des libertären Sozialismus. Promedia 2006 (Edition Linke Klassiker). 176 S. (NB1012) 12,90 Euro
Der Anarchismus ist als ein facettenreiches Phänomen zu begreifen, das aufklärerisch und romantisch zugleich auftritt. Er vereint Elemente des Individualismus und des Sozialismus. Die unterschiedlichen Richtungen des Anarchismus kennen einen gemeinsamen Angriffspunkt: den Parlamenrarismus. Gerhard Senft bringt die Klassiker der anarchistischen Literatur einem interessierten Publikum näher, indem er ihre Schriften kommentiert und in den entsprechenden historischen Kontext stellt.



Hans Jürgen Degen, Jochen Knoblauch: Anarchismus. Eine Einführung. Schmetterling Verlag – Reihe theorie.org. 216 S. (NB924)
Das Buch stellt verschiedene Richtungen innerhalb der anarchistischen Bewegung vor sowie die Rolle von Anarchisten während der Revolutionen von der Pariser Commune von 1871 bis zur Studentenbewegung der 60er Jahre.



Hans Jürgen Degen, Jochen Knoblauch (Hg.): Anarchismus 2.0. Bestandsaufnahmen, Perspektiven. Schmetterling Verlag 2009. 312 S. (NB1095) 14,80 Euro
Der Band „Anarchismus. Eine Einführung“ von Hans Jürgen Degen und Jochen Knoblauch in der Reihe „theorie.org“ arbeitete die Grundlagen libertärer Weltsicht (Stirner, Bakunin, Landauer etc.) auf. Von Rudolf Rocker einmal abgesehen, hat allerdings keiner dieser Klassiker in die Zeit nach dem 2. Weltkrieg gewirkt. Dies und die Tatsache, daß spätestens nach 1945 die anarchistische Bewegung gezwungen war, sich von Grunde auf organisatorisch und inhaltlich neu zu positionieren, unterstreicht die Notwendigkeit dieser Anthologie zu aktuellen Tendenzen des Anarchismus. Da nun neben ausgewiesenen Experten auch Aktivisten selbst zu Wort kommen sollen, wurde die Form einer Anthologie gewählt, um den berücksichtigten Themen ein Höchstmaß an Authenzität zu verleihen. Aus dem Inhalt: Anarchismus in Deutschland (1945-1968); Neo-Anarchismus: 1968 und die Folgen; Anarchosyndikalismus; Gewaltfreier Anarchismus; Anarchismus und Ökonomie; Anarchafeminismus; Zapatismus und Anarchismus; Postanarchismus; Neue Soziale Bewegungen: Von der Alternativszene bis Attac; Anarchismus und Pädagogik; Arbeit und Leben: Wohnprojekte, Kommunen, Genossenschaften.



Michael Lausberg: Bakunins Philosophie des kollektiven Anarchismus. Unrast Verlag 2008. 64 S. (NB1060) 6,80 Euro



Augustin Souchy: Nacht über Spanien. Bürgerkrieg und Revolutin 1936-39. Trotzdem-Verlagsgenossenschaft 2007. 236 S. Pb. (NB1039) 18 Euro (3671)



Michael Bakunin: Die revolutionäre Frage. Föderalismus – Sozialismus – Antitheologismus. Unrast Verlag 2000 (Klassiker der Sozialrevolte 6). 184 S. Pb. (NB686) 13 Euro



Peter Kropotkin: Die Eroberung des Brotes. Neu herausgegeben und mit einer Einleitung versehen von Wolfgang Haug. Trotzdem Verlagsgenossenschaft 2005. 208 S. Pb. (NB1040) 14 Euro



Peter Kropotkin: Der Anarchismus. Ursprung, Ideal und Philosophie. Hg. von Heinz Hug. Trotzdem Verlag Grafenau 1997, 5. Aufl. 2006. 184 S. Pb. (NB1041) 14 Euro



Peter A. Kropotkin: Memoiren eines Revolutionärs. Unrast Verlag 2002 (Klassiker der Sozialrevolte 4, 5). 2 Bände zus. 552 S. (NB687) 28 Euro



Peter Kropotkin: Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt. Übersetzung von Gustav Landauer. Mit einem Vorwort von Franz M. Wuketits. Trotzdem Verlag bei Alibri 2011. 254 S. Pb. (NB1181) 16 Euro
Die Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt ist nicht nur ein Klassiker der anarchistischen Literatur, sondern kann auch als früher Vorläufer soziobiologischen Denkens gelten. Geschrieben als Antwort auf zahlreiche Publikationen, die Darwins Evolutionstheorie zu einem menschenverachtenden Sozialdarwinismus verkürzen wollten, argumentiert Kropotkin, daß in Natur und Gesellschaft keineswegs nur ein Kampf aller gegen alle stattfindet, sondern daß ebenso ein Prinzip obwaltet, das er „gegenseitige Hilfe“ nennt. Er kommt zu dem Schluß, daß jene Lebewesen erfolgreicher überleben, die dieses Prinzip umsetzen. Peter Kropotkin (1842-1921), gilt als einer der einflußreichsten Vertreter des kommunistischen Anarchismus. Dem russischen Hochadel entstammend, engagierte er sich doch bald für die Befreiung der Menschheit von Unterdrückung, Ausbeutung und Ungleichheit.



Leo N. Tolstoi: Die Sklaverei unserer Zeit. Ausgewählte Texte. Hg. von Ulrich Klemm. Trotzdem Verlag 2007. 128 S. (NB1109) 12 Euro
Mit den ausgewählten Texten „Die Sklaverei unserer Zeit“, „Patroitismus und Regierung“ und „Aufruf an die Menschlichkeit“ wird Tolstoi den Lesern alsd Vordenker eines religiös inspirierten Anarchismus vorgestellt. Der Sammelband enthält zudem einen Essay von Erich Mühsam zu Tolstois 100. Geburtstag.



Johann Most: Die freie Gesellschaft. Die Internationale Bibliothek und Texte aus der Freiheit zum Kommunistischen Anarchismus. Herausgegeben von Heiner Becker. Mit Einleitung, Anmerkungen und ausgewähltem Personenregister versehen. Unrast Verlag 2006 (Klassiker der Sozialrevolte). 264 S. (NB1037) 14 Euro
Heiner Becker versammelt hier in diesem Band alle von Most stammenden politischen Texte aus der zwischen April 1887 und Ende 1891 als Broschürenserie erschienenen Internationalen Bibliothek, Mosts umfangreichster „Agitationsbibliothek“, durch deren Verkauf er seine regelmäßigen Agitationsreisen quer durch die USA finanzierte und politisch untermauerte. Abgerundet wird dies hier durch vier politische Schlüsseltexte zum Kommunistischen Anarchismus aus der „Freiheit“, die der gleichen Phase von Mosts Karriere entstammen.



Johann Most: Anarchismus in einer Nußschale. Herausgegeben von Heiner Becker. Mit Einleitung, Anmerkungen und ausgewähltem Personenregister versehen. Unrast Verlag 2006 (Klassiker der Sozialrevolte). 248 S. (NB1038) 15 Euro
In drei Serien – 1899, 1902/03 und 1905 – schrieb Most seinerzeit in der von ihm herausgegebenen „Freiheit“ prägnante Kurztexte zu einzelnen Themen und Fragestellungen der Sozialen Revolution, zum Marxismus vs. Kommunistischem Anarchismus, Religionskritik usw., die er mit dem Titel „Anarchismus in einer Nussschale“ überschrieb. Diese Propaganda- und Agitationstexte verfolgten den Anspruch komplexere Themen so zu komprimieren und herunterzubrechen, dass sie von der US-amerikanischen Arbeiterschaft leicht verstanden und weitergegeben werden konnten.



Paul Lafargue: Das Recht auf Faulheit. Widerlegung des „Rechts auf Arbeit“ von 1848. Herausgegeben von Gerald Grüneklee und Michael Wilk. Trotzdem Verlag Neuausgabe 2010. 99 Seiten, Abbildungen (NB1327) 10 Euro
In seiner erstmals 1883 erschienenen Polemik kritisiert Paul Lafargue die Vorstellung von Arbeit als Selbstzweck. Angesichts der zunehmenden Zwangsverpflichtung von Arbeitslosen zu vorgeblich „gemeinnütziger Arbeit“, sinkender Reallöhne und immer schlechter werdenden Arbeitsbedingungen kommt seiner Vision von „Muße und Freiheit“ große Aktualität zu. Wer nicht länger einsieht, für die Profite der Konzerne den Buckel krumm zu machen, findet im „Recht auf Faulheit“ Ansätze, den tradierten Denkmuster zu entkommen. Obschon bereits im 19. Jahrhundert geschrieben, hat der Text auch in der aktuellen Diskussion um die Arbeit und ihre Bedingungen noch immer eine grundlegende Bedeutung.



Gustav Landauer: Die Revolution. Herausgegeben, eingeleitet und mit enem Register versehen von Siegbert Wolf. Unrast Verlag 2003 (Klassiker der Sozialrevolte 9). 120 S. Pb. (NB685) 13 Euro



Alexander Berkmann: Die Tat. Gefängniserinnerungen eines Anarchisten. Eingeleitet mit Begleitworten von Gustav Landauer (1912) und Rudolf Rocker (1926). Unrast Verlag – Klassiker der Sozialrevolte Bd. 7. 2001. 400 S. (NB762) 16 Euro



Friedrich Engels: Der deutsche Bauernkrieg. Unrast Verlag 2004 (Klassiker der Sozialrevolte, Bd. 10). 160 S. (NB802) 13 Euro
„Der deutsche Bauernkrieg“ von Friedrich Engels 1850 veröffentlicht, ist in seiner prägnanten Kürze und präzisen Darstellung der gesellschaftlichen Verhältnisse zum ausgehenden Mittelalter ebenso eine packende Schilderung der revolutionären Ereignisse wie eine politisch-sozioökonomische Studie vor dem Hintergrund der gerade stattgefundenen Revolution 1848/49, an der Engels aktiv beim „Pfälzer Aufstand“ teilgenommen hatte.



Pjotr L Lawrow: Die Pariser Kommune. Geschehnisse, Einfluß, Lehren. Unrast Verlag 2003 (Klassiker der Sozialrevolte Bd. 8). 232 S. (NB804) 14 Euro
Am 18. März 1871 verhinderte in Paris eine Menge aus revolutionären Arbeitern und republikanischen Nationalgardisten, daß der monarchistische General Vinoy sich gewaltsam der Kanonen von Paris bemächtigen konnte. Dieser Widerstand – unter der Losung „Es lebe die Republik“ – war der Beginn der 72tägigen revolutionären Kommune von Paris. P.L. Lawrow, russischer Sozialrevolutionär im Exil und Mitglied der Pariser Sektion der Internationalen Arbeiter-Assoziation, hat an den Ereignissen der Kommune-Tage aktiv teilgenommen, sie aufgeschrieben und einer kritischen Würdigung unterzogen, um daraus Lehren insbesondere für die sozialrevolutionäre Bewegung Rußlands zu ziehen.



Florian Grams: Die Pariser Kommune. PapyRossa Verlag 2014 (Reihe Basiswissen). 128 S. (NB1322) 9,90 ¤
„Basiswissen“ bringt in handlicher Form leicht verständliche kritische Einführungen in Grundbegriffe aus Politik, Geschichte, Gesellschaft und Ökonomie.
1871 herrschte Krieg zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich. Der französische Kaiser Napoleon III. befand sich in deutscher Gefangenschaft, deutsche Truppen standen vor Paris, und die neue französische Regierung musste Arbeiter und Arbeitslose in die Nationalgarde einreihen. Dies veränderte das Antlitz des Militärs in der Stadt, denn die Bataillone wählten ihre Offiziere. Die Regierung floh nun nach Versailles und verhandelte um Frieden. Die Bürger von Paris nahmen die Verwaltung ihrer Stadt selbst in die Hand. So begann, was als Pariser Kommune in die Geschichte einging. Unter den Augen der deutschen Belagerer und des Versailler Regimes entwickelten sich Grundzüge eines sozialistischen Gemeinwesens. Es verzichtete fast vollständig auf Repression, um sich auch in der Wahl der Mittel vom Gegner zu unterscheiden. Wohl auch aus diesem Grund konnten französische und deutsche Truppen die Kommune nach nur 72 Tagen im Blut ersticken. Vor dem historischen Hintergrund diskutiert Florian Grams auch ihre Bedeutung für heute.



Elizabeth Gurley Flynn: SABOTAGE. Die bewusste Verringerung der industriellen Effizienz. Übersetzt und mit einer Biografie versehen von Ruth Schäfer. Verlag Trikont – Dialog-Edition 2016. 58 S. (NB1354) 8 Euro
Wenn der Streik im Kampf um soziale Gerechtigkeit nicht mehr reicht: „Dann wendet die Sabotage an“. In ihrem Pamphlet Sabotage erläutert Elizabeth Gurley Flynn, Gründerin einer Bürgerrechts-Union aus den USA, wie der Arbeiter seinem Boss - neben dem Streik - noch so an den Kragen gehen kann. Wie er mit einfachen Mitteln die Lächerlichkeiten engstirniger Vorschriften offensichtlich machen kann. Wie man dem Richter an den Magen geht und nicht nur für sich selbst, sondern auch für alle anderen, bessere Verhältnisse schafft.
Mit ihrem Aufruf zur Unterstützung des Angeklagten F. Sumner Boyd, und ihrer moralischen Rechtfertigung der Sabotage ermöglicht Elizabeth Gurley Flynn dem Leser Einblick in die nicht vorstellbaren Bedingungen der Minen- und Eisenbahnarbeiter, Weber und Kellner des frühen 20. Jahrhunderts und deren Kampf um mehr soziale Gerechtigkeit.



Jack Black: Im Knast und auf der Flucht. Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Axel Monte und Jerk Götterwind, Illustrationen von Horst Kirstein. Verlag Trikont / Dialog-Edition. 156 S. (NB1355) 15 Euro
Jack Black (1871-1933) war ein amerikanischer Eisenbahntramp und berüchtigter Einbrecher, der durch seine autobiographischen Schriften zu Berühmtheit gelangte. Der belesene und eloquente Black war ein literarischer Glücksfall, weil er dem Leben im kriminellen Milieu authentisch Ausdruck zu geben vermochte. So wurde er zu einem Pionier und Vorläufer des True-Crime- und Hard-Boiled-Genres.
Nachdem die anfängliche Hobo- und Ganovenromantik des Jugendlichen verflogen ist, versucht Black dem immer brutaler werdenden Teufelskreis aus Knast, Ausbrüchen und Flucht zu entkommen. Mit Hilfe des Philanthropen Fremont Older kommt er schließlich frei. Diese Zeit zwischen Verzweiflung und Hoffnung schildert er eindringlich in „Im Knast und auf der Flucht“.
Da er selbst die unmenschlichen Haftbedingungen in Folsom und anderen Gefängnissen erlebt hat, engagiert er sich in Vorträgen und Essays für Reformen im Strafvollzug. Im Jahr 1933 verschwindet Jack Black, der unter gesundheitlichen und finanziellen Problemen litt, spurlos aus seiner Wohnung in New York. Es wird vermutet, daß er Selbstmord begangen hat.



Sebastian Haffner: Zwischen den Kriegen. Essays zur Zeitgeschichte. Verlag 1900 Berlin. (NB68z) 18 Euro
Essays und Kommentare aus 50 Jahren Zeitgeschichte.



Sebastian Haffner: Germany: Jekyll & Hyde. 1939 – Deutschland von innen betrachtet. Verlag 1900 Berlin (NB69z) 15,30 Euro
1939 schrieb ein deutscher Emigrant in England ein Buch für die Engländer über Deutschland. Um seine in Deutschland verbliebenen Verwandten nicht zu gefährden, erfand er das Pseudonym „Sebastian Haffner“, das er zeitlebens weiter benutzte. Deutsche Erstausgabe.



Sebastian Haffner: Die deutsche Revolution 1918/19. rororo. 256 S. und 32 Bildtafeln. (NB839) 8,90 Euro.
„Nüchtern und doch mitreißend setzt Sebastian Haffner sich mit markanten Personen und Ereignissen auseinander, greift politische Probleme, Phänomene und Theorien auf. Seine Ausführungen, die teils Zustimmung, teils Widerspruch provozieren, geraten dank seines Formulierungsvermögens zu Literatur.“ (Klappentext). Standardwerk über eines der wichtigsten Ereignisse der Zeitgeschichte, zudem von hohem literarischem Rang. Haffner unterzieht die Sozialdemokratie einer geradezu vernichtenden Kritik. Haffners Buch erschien zuerst 1969, in einer Zeit, in der die Konfliktlinien der Revolution und Konterrevolution von 1918/19 sich in der aktuellen politischen Auseinandersetzung unmittelbar widerspiegelten. Das Buch erschien ursprünglich unter dem Titel „Die verratene Revolution“, zehn Jahre später noch einmal unter dem Titel „Der Verrat“.



Luciano Canfora: August 1914. Oder: Macht man Krieg wegen eines Attentats? Papyrossa Verlag 2010. 118 S. (NB1276) 9,90 Euro
Luciano Canfora legt dar, daß Kriege nicht mit einem Einzelereignis zu erklären sind, und sei es ein noch so spektakuläres Attentat. Deshalb schildert er, um die Ursachen des Ersten Weltkriegs sichtbar zu machen, wie sich die Interessengegensätze zwischen den rivalisierenden Großmächten zum gordischen Knoten geschürzt hatten. Obwohl er die abenteuerliche Politik des Deutschen Kaiserreichs hervorhebt, bezeichnet Canfora die These von dessen Alleinschuld am Krieg als Alibi für alle anderen: Auch sie können nicht freigesprochen werden. Die sozialistischen Parteien – allen voran die deutsche Sozialdemokratie – ebneten den Weg in den Abgrund, indem sie sich vor den Karren ihrer Regierungen spannen ließen. Am Beispiel des Ex-Sozialisten Mussolini einerseits, der „Deutschen Vaterlandspartei“ als Vorläuferin der NSDAP andererseits zeigt Canfora, daß der Erste Weltkrieg bereits die Wiege des Faschismus war. Dagegen standen jene Kräfte, die – zunächst als isolierte Minderheit – von Anfang an gegen den Krieg opponierten und in Lenin ihren bekanntesten Vertreter hatten. Sie traten dafür ein, der „grauenhaften Schlächterei“ – so Papst Benedikt XV. – ein Ende zu setzen und eine Wiederholung auszuschließen.
Prof. Dr. Luciano Canfora (Jg. 1942), Altphilologe und Historiker, lehrt an der Universität Bari. Sein Buch „Eine kurze Geschichte der Demokratie“ hat in der Bundesrepublik für Furore gesorgt.



Gerd Fesser: Deutschland und der Erste Weltkrieg. PapyRossa Verlag 2014 (Reihe Basiswissen). 124 S. Pb. (NB1281) 9,90 Euro
Gerd Fesser analysiert die internationale Konstellation und die Faktoren, deren Zusammenwirken im August 1914 in den Großen Krieg einmündete: die Rivalität der imperialistischen Großmächte, den Wettlauf um Kolonien und Einflußgebiete, die Konkurrenz um Weltmarktpositionen und Anlagesphären. Den Schwerpunkt legt er auf das Deutsche Reich und seine Weltpolitik. Er kennzeichnet die kriegstreiberische Politik der Reichsregierung in der Julikrise 1914, behandelt die militärischen und innenpolitischen Entwicklungen der Jahre 1914 bis 1918, untersucht die Kriegszieldebatte, die Entfaltung der Antikriegsopposition, die Kriegswirtschaft sowie Alltag und Kultur im Krieg. Nach einem Überblick über die Revolutionen vom Februar und Oktober 1917 in Russland und ihren Auswirkungen schließt er seine Darstellung ab mit dem Zusammenbruch des Kaiserreichs und der Novemberrevolution 1918. Eine kurze Auseinandersetzung mit der neueren Geschichtsschreibung rundet den Band ab.
Gerd Fesser, Dr. phil, Jg. 1941. Nach dem Studium der Geschichte in Leipzig wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Geschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR und bis 1996 am Historischen Institut der Universität Jena. Veröffentlichungen über das Wilhelminische Kaiserreich und über die anti-napoleonischen Kriege, schreibt für „Die Zeit“.



Fritz Fischer: Griff nach der Weltmacht. Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18. Droste Verlag Neuausgabe 2013. 576 S. (NB1287) 24,95 Euro
Mit dieser berühmten Analyse der umstrittenen Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland griff der Hamburger Historiker zum ersten Mal einen Fragenkreis auf, der, wie Fischer nachweist, eine zentrale Stellung in der deutschen Politik während des Ersten Weltkrieges einnahm. Fischers Ergebnisse, von maßgebendem Einfluß auf Forschung, Lehre und Öffentlichkeit, fußen auf bis dahin nicht erschlossenen Akten.



Stefan Bollinger: Weltbrand, „Urkatastrophe“ und linke Scheidewege. Fragen an den Großen Krieg. Verlag am Park 2014. 220 S. (NB1290) 16,99 Euro
Vor hundert Jahren begann der Erste Weltkrieg, jener Völkermord, dem rund 17 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Die Publizistik läuft auf Hochtouren. Über 150 Untersuchungen sind auf dem Markt, kaum eine marxistische ist darunter. Nicht wenige buhlen um Aufmerksamkeit mit abstrusen Theorien, fast alle ignorieren, was auf diesem Felde Historiker der DDR an Substantiellem vorgelegt haben, und selbst die bislang als gesichert geltende Erkenntnis des Hamburger Historikers Fritz Fischer aus den 60er Jahren, Berlins „Griff nach derWeltmacht“ sei die Hauptursache des großen Sterbens gewesen, wird in Abrede gestellt.
Stefan Bollinger dringt, was die meisten seiner Zunftkollegen unterlassen, zu Ursprung und Wesen dieses (wie aller) Kriege vor. Er beschäftigt sich aber auch mit der verhängnisvollen Rolle der Sozialdemokratie, die ihren Burgfrieden schloss mit den Kriegstreibern ihrer Länder und mit der herrschenden Klasse, was zwangsläufig zur Zerreißprobe für die linken Kräfte wurde und zur Gründung neuer Parteien führte. Nein, Geschichte wiederholt sich nicht. Aber Fehler können zweimal gemacht werden.



Richard Müller: Eine Geschichte der Novemberrevolution. Vom Kaiserreich zur Republik – Die Novembverrevolution – Der Bürgerkrieg in Deutschland. Mit einer Einleitung von Ralf Hoffrogge. Die Buchmacherei 2011. 756 S. (NB1260) 22,95 Euro
Neuausgabe der Bände „Vom Kaiserreich zur Republik“, „Die Novemberrevolution“, „Der Bürgerkrieg in Deutschland“.
In einer historischen Trilogie unter dem Obertitel „Vom Kaiserreich zur Republik“ verfaßte Richard Müller, Metallarbeiter und Vorsitzender des Vollzugsrats der Arbeiter- und Soldatenräte zur deutschen Novemberrevolution, einen ungewöhnlichen Zeitzeugenbericht. Seine packend erzählten Bände inspirierten Historiker wie Sebastian Haffner und sind Standardwerk und Geheimtipp zugleich. Seit Oktober 2011sind die drei Bände in einem Band gebündelt wieder verfügbar, mit Chronologie und Personenregister.



Klaus Gietinger: Eine Leiche im Landwehrkanal. Die Ermordung Rosa Luxemburgs. Neu durchgesehene, überarbeitete Ausgabe. Edition Nautilus 2009. 192 S. mit 70 Abbildungen. (NB1108) 13,90 Euro.
Die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ist eine der großen Tragödien des letzten Jahrhunderts. Kaum ein politischer Mord hat so sehr die Gemüter bewegt und das politische Klima in Deutschland verändert wie jener in der Nacht vom 15. auf den 16. Januar 1919 vor dem Hotel mit dem paradiesischen Namen „Eden“. Der Mord war Auftakt für weitere politische Morde und nicht nur das. Der Fall Luxemburg/Liebknecht war sozusagen der Sündenfall, nach dem die Grundlagen für den deutschen Faschismus gelegt wurden. Über Jahre hinweg folgten Verdrehungen, Verdunklungen, Vorschubleistungen, falsche Verdächtigungen und Selbstbezichtigungen. Eine „Justizposse“, die als einer der großen Justizskandale des vergangenen Jahrhunderts bezeichnet werden muß, machte aus der Tragödie eine Groteske. Gietinger hat seine akribischen Recherchen zu einem spannenden Text zusammengefügt und entlarvt in aller Klarheit Mörder und Drahtzieher.



Ralf Höller: Der Anfang, der ein Ende war. Die Revolution in Bayern 1918-1919. Aufbau Taschenbuch 1999. 304 S. Und einige Bildtafeln. (NB493z) 8,65 Euro



Paul Frölich: Die Bayrische Räte-Republik. Edition 100 bei ISP – Bibliothek des Anderen Buchladen Karlsruhe. 128 S. (NB674) 10 Euro
Reprint der Ausgabe aus dem Frankes Verlag Leipzig 1920.



Felix Bluhm: „Die Massen sind aber nicht zu halten gewesen.“ Zur Streik- und Sozialisierungsbewegung im Ruhrgebiet 1918/19. Edition Assemblage 2014 (Lo.g.o. Lokale Geschichte sichtbar machen). 160 S. (NB1284) 16.80 Euro
Von November 1918 bis Ende April 1919 entwickelte sich auf den Zechen des Ruhrgebiets eine revolutionäre Streikbewegung, die von mehreren hunderttausend Arbeitern getragen wurde. Die hohe Beteiligung und die Dauer der Auseinandersetzung sind auch deshalb besonders bemerkenswert, weil die Streiks sich gegen den Widerstand der etablierten Bergarbeitergewerkschaften und ohne zentrale Leitung entfalteten.
„Die Massen sind aber nicht zu halten gewesen.“ geht der Frage nach, warum die Streikenden trotzdem in der Lage waren, gemeinsam in Aktion zu treten und wie sie ihren Kampf organisierten. Darüber hinaus wird ergründet, warum sie letztlich dennoch scheiterten. Die Studie liefert am Beispiel der Stadt
(Duisburg-)Hamborn eine detaillierte Untersuchung der Lebensumstände der Bergleute und ihrer Familien sowie darauf aufbauend eine minutiöse Analyse der Bewegung. Indem es die Frage nach der praktischen Organisierung in den Mittelpunkt rückt, bietet das Buch auch für Überlegungen zu heutigen Organisierungsprozessen vielfältige Anregungen.



Kapp-Putsch und Märzrevolution 1920 (II). Ereignisse und steinerne Zeugen. Gräber und Denkmäler zwischen Rhein und Weser erzählen Geschichte. Hg.: Günter Gleising. Mitarbeit Anke Pfromm. Ruhr Echo Verlag 2014. 536 S., zahlreiche Dokumente und Fotos (NB1283) 24 Euro
Das Buch beleuchtet die spontanen Reaktionen zur Abwehr des Kapp-Lüttwitz-Putsches und der Fortführung des Kampfes, der zur Märzrevolution 1920 wurde, aus der lokalen und regionalen Erforschung für das Rheinisch-Westfälische Industriegebiet, dem heutigen Land Nordrhein-Westfalen. Behandelt werden die Mechanismen, die Organisations- und Sozialstrukturen des Kampfes im Jahr 1920. Der Frage, wie das unermüdliche Interesse an Versammlungen, Demonstrationen und politische Interesse entstand, wird ebenso nachgegangen wie die Frage, warum diese Generation im Jahr 1920 das System der Ausbeutung und Unterdrückung nicht mehr ertragen wollte, welches ihre Eltern und Großeltern ihr Leben lang erduldeten.
Die Ereignisse des Jahres 1920 blieben in Erinnerung vieler Menschen. Die Toten ehrte man mit Denkmälern, mit den Hinterbliebenen wurde Solidarität geübt. Romane und Theaterstücke verarbeiteten die Geschehnisse und jährlich fanden „Märzfeiern“ der Arbeiterbewegung statt. Unterbrochen von der Zeit der Herrschaft des Naziregimes von 1933 bis 1945 gibt es bis heute Zeichen der Erinnerung an die damaligen Ereignisse. Dem Teil der Totenehrung, der Schaffung und des Umgangs mit den Denkmälern der Märzgefallenen, widmet sich ein großer Teil des Buches. Hier wird in zusammengefaßter Form umfangreich eine Vielfalt von lokalen Quellen erschlossen, die der Autor in jahrelanger Recherche seit etwa 1990 zusammengetragen hat.
Verlag und Autor wollen mit dem Buch dazu beitragen, diesen Teil der Geschichte vor Ort neu zu entdecken und zu bewerten. Gewürdigt werden soll der Einsatz der vielen Menschen, vor allem aus der Arbeiterbewegung, für ihren Einsatz zur Verteidigung der Republik und für sozialen Fortschritt. Ihr Beispiel ist für unsere heutige Generation Auftrag und Verpflichtung zugleich für Frieden, demokratischen und sozialen Fortschritt einzutreten.
Das Buch ist auch ein aktuell politisches Buch. Auch über 90 Jahre nach diesen Kämpfen und Ereignissen fehlt eine Ehrung und Würdigung dieser Kämpfer für Demokratie, Republik, sozialen Fortschritt und Sozialismus auf Landesebene. Dies zu erreichen, sollte Aufgabe derjenigen sein, die die Erinnerung an die Märzkämpfer wach halten wollen. Die Erkenntnis, wie damals ein Generalstreik die Diktatur verhindert hat, ist aktuell bis in die heutige Zeit.



Rosa Luxemburg: Ich umarme Sie in großer Sehnsucht. Briefe aus dem Gefängnis an Mathilde Jacob. Verlag JHW Dietz Nachf. 336 S. (NB70) 6,50 Euro



Rosa Luxemburg: Briefe aus dem Gefängnis. Dietz-Verlag Berlin. 104 S. Ln. (NB71) 8 Euro



Fritz Keller, Stefan Kraft: Rosa Luxemburg. Denken und Leben einer internationalen Revolutionärin. Pro Media Verlag – Edition Linke Klassiker 2005. 176 S. (NB808) 12,90 Euro
„Wir müssen den ganzen 'Patriotismus' unserer höheren politischen Schichten für einen gemeinen Volksbetrug halten! Nicht hinter ihnen, nicht mit diesen Grundbesitzern und Bürgerlichen dürfen wir gehen, sondern gegen sie!“ Wortgewaltig und energiegeladen setzt sich Rosa Luxemburg gegen den Militarismus genauso ein wie für die internationale Solidarität der arbeitenden Klasse. Ihr Werk, hier ausführlich und fachkundig kommentiert, beschäftigt sich mit dem sozialen Elend zu Beginn des 20. Jahrhunderts, mit der Frauenemanzipation und den Rechten des Individuums, der politischen und gewerkschaftlichen Organisation, der russischen Revolution, dem Imperialismus und den Perspektiven der sozialistischen Bewegung. Rosa Luxemburg gab bereits mit 22 Jahren eine revolutionäre Zeitschrift heraus. 1898 nahm sie die deutsche Staatsbürgerschaft an und engagierte sich im linken Flügel der SPD. Die Zustimmung der deutschen Sozialdemokratie zum Ersten Weltkrieg fand in ihr eine vehemente Gegnerin. Sie vierließ die Partei und gründete gemeinsam mit Karl Liebknecht den Spartakusbund als Vorläufer der KPD. Ihre Ermordung im Januar 1919 versetzte der gerade entstandenen kommunistischen Bewegung Deutschlands einen schweren Schlag.



Christine von Soden (Hg.): Rosa Luxemburg. BilderLeseBuch. Elefantenpress 1995. 160 S. Im Großformat mit zahlreichen Abbildungen. (NB60z) 16 Euro
Beiträge von Walter Jens, Marina Achenbach, Micha Brumlik, Frederik Hetmann, Elvira Högemann-Ledwohn, Georg Fülberth, Ulrike Hörster-Philipps, Elisabeth Hannover-Drück, Jürgen Elsässer u.a.



Zwecklegenden. Die SPD und das Scheitern der Arbeiterbewegung. Verlag 1900 Berlin 1996. 224 S. (NB67z) 18 Euro
Texte von Kurt Tucholsky, Sebastian Haffner, Stephan Hermlin, Karl Kraus u.a. „Es ist nicht wahr, wenn gesagt wird: der 9. November 1918 konnte keine Entscheidung bringen. Er hat eine gebracht. Den vollständigen Sieg der deutschen Reaktion. Und das ist Eberts Schuld, von der ihn niemand reinwaschen kann.“ (Kurt Tucholsky).



Otto Rühle: 1848. Revolution in Deutschland. Unrast Verlag, Klassiker der Sozialrevolte. 120 S. Mit einigen Abb. (NB707) 9 Euro
Nachdruck aus dem dreibändigen Werk „Die Revolutionen Europas“.



Wilhelm von Sternburg: „Um Deutschland geht es uns“ Arnold Zweig. Eine Biographie. Aufbau Taschenbuch 2004. 336 S. Und einige Bildtafeln. (NB706) 9,50 Euro
Arnold Zweig, Jude und Sozialist, tief verwurzelt in deutscher Kultur, blieb ein Wanderer zwischen den Welten. Er war „ein ‚Neuerer‘ wie Joyce oder Döblin, ein ‚Experimentator‘ im ‚Formalen‘ gleich Brecht, Dos Passos oder Anna Seghers.“ (Hans-Albert Walter). Wilhelm von Sternburg ergründet die Größe und Tragik dieses Dicherlebens. In klugen Werkanalysen deutet er Zweigs Bild seiner Zeit und ihrer gesellschaftlichen Katastrophen, seine Erklärungen der menschlichen Triebe und Leidenschaften.(Klappentext).



Wilhelm von Sternburg: Carl von Ossietzky – Es ist eine unheimliche Stimmung in Deutschland. Ein biographischer Bericht. Aufbau Taschenbuch 2000. 340 S. (NB215) 10 Euro



Carl von Ossietzky. Ein Lesebuch für unsere Zeit. Hg. Von Ursula Madrasch-Groschopp unter Mitarbeit von Gerda Bergner. Aufbau Taschenbuch Berlin 1993. 480 S. (NB458) 10 Euro



Erich Mühsam: Unpolitische Erinnerungen. Edition Nautilus 2000. Hc. (NB217) 18,80 Euro



Erich Mühsam: Die Einigung des revolutionären Proletariats im Bolschewismus. Unrast Verlag 2015 (Klassiker der Sozialrevolte Band: 24). 240 S. (NB1325) 14 Euro
Erich Mühsam plädiert hier – unter dem Eindruck des nationalistischen Rechtsrucks in Deutschland – für eine Verständigung der verschiedenen revolutionären Strömungen. Er versucht damit, „eine äußerst scharfe, unübersteigbare Linie gegen rechts“ zu ziehen. Spannend zu lesen und schon seinerzeit nicht unumstritten.
In einem zusätzlich angefügten Dokumententeil werden darüber hinaus historische Stellungnahmen beigefügt, die sich mit dem von Mühsam angesprochen Thema beschäftigen, wie auch mit Mühsams KPD-freundlicher Einstellung zu jener Zeit.



Franz Jung: Der Weg nach unten. Aufzeichnungen aus einer großen Zeit. Edition Nautilus 2000. 442 S. (NB417) 15,80 Euro
Franz Jung (1888-1963) gilt als eine der verwegensten Persönlichkeiten der deutschen Literatur. Wo immer neue Horizonte gesucht wurden, war Jung dabei, um am Ende unversöhnlich gegen die Illusionen anzugehen. Rigoroser hat selten jemand sein Leben beschrieben (Klappentext).



Hersch Mendel: Erinnerungen eines jüdischen Revolutionärs. Mit einer Einleitung von Isaak Deutscher und einem Nachwort von Jakob Moneta. Neuer ISP Verlag 2004. 280 S. (NB785) 19,80 Euro
Hersch Mendels Autobiografie berichtet von Leben der jüdischen Arbeiterschaft in Osteuropa. Er beschreibt die Rebellion gegen die elenden Verhältnisse im Warschauer Judenviertel, den Kampf jüdischer Arbeiter in Gewerkschaften und revolutionären Parteien, seinen eigenen Einsatz für die Russische Revolution und seine Opposition gegen den Aufstieg des Stalinismus.



Vera Broido: Tochter der Revolution. Erinnerungen. Mit einem Vorwort von Burkhard Müller-Ullrich. Edition Nautilus 2004. 192 S. Hc. (NB776) 19,90 Euro
Vera Broido wurde 1907 als Tochter der revolutionären Sozialisten Mark und Eva Broido in Sankt Petersburg geboren. Sie verbrachte während der Zarenzeit zusammen mit ihrer Mutter drei Jahre in der sibirischen Verbannung, erlebte Krieg und Revolution in Moskau und Petrograd. Von 1920 an lebte sie in der russisch-jüdischen Gemeinde in Berlin und ging 1925 für einige Zeit nach Paris, studierte Malerei bei Alexandra Exter und kehrte dann nach Berlin zurück. Sie verkehrte in der Berliner Bohème und wurde Muse und Aktmodell für Raoul Hausmann. 1934 mußte sie wegen ihrer jüdischen Herkunft erneut fliehen und lebte fortan in England, wo sie am 11. Februar 2004 verstarb.



Fritz und Sieglinde Mierau (Hg.): Almanach für Einzelgänger. Edition Nautilus 2001. 212 S. Geb. (NB418) 20,80 Euro
Anregende Texte für alle, die die ausgetretenen Wege meiden und mit fremdem Blick und wildem Denken im 21. Jahrhundert unterwegs sind.



Georg Fülberth: KPD und DKP 1945-1990. Zweite, überarbeitete Auflage. Distel-Verlag. (NB105) 12,60 Euro



Willi Nowaks Knastnotizen. KPD-Verbot und Kalter Krieg im Ruhrgebiet. Hg. Von Günter Gleising. Ruhrecho-Verlag 1996. 216 S. (NB104z) 11,25 Euro



Kurt Fritsch, Walter Timpe (Hg.): Gefängnis-Tagebuch. Politische Gefangene in Hannover 1950-51. Neue Impulse Verlag 2003. 144 S. (NB947) 7,90 Euro
Dieses 74-seitige handschriftliche Tagebuch wurde in den Jahren 1950 und 1951 von KPD-Funktionären im Hefängnis Hannover geschrieben. Lange vor dem Verbot der KPD 1956 wurden Antifaschisten in diesen Jahren inhaftiert.



Kurt Bachmann: Wir müssen Vorkämpfer der Menschenrechte sein. Reden und Schriften. Zusammengestellt von Ulrich Sander. Herausgegeben von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. Pahl-Rugenstein-Verlag 1999. 268 S. (NB107z) 15,30 Euro
Kurt Bachmann war nach 1968 Vorsitzender der neukonstituierten DKP.



Hans Jacobus: Beim Betreten des Hauses. Erinnerungen an Momente und Jahrzehnte. Nora 2002. 204 S. Pb. (NB632) 15,50 Euro
Hans Jacobus, Jahrgang 1923, ist ein Zeitzeuge des 20. Jahrhunderts. Er hat Freuden und bitteres Leid, Erfolge und Rückschläge erhobenen Hauptes durchlebt, ist Konflikten und Herausforderungen nicht ausgewichen. Das Fazit seines Lebens: Man gibt nicht auf!



Gerhard Holtz-Baumert (Hg.): Briefe aus Moabit. Der Keßler-Prozeß. Spotless-Verlag 96 S. (NB53z) 5,11 Euro



Erich Honecker: Moabiter Notizen. Letztes schriftliches Zeugnis und Gesprächsprotokolle vom BRD-Besuch 1987. Edition Ost 1994. 256 S. (NB63z) 12,60 Euro



Volker Hermsdorf: Die Kubanische Revolution. PapyRossa Verlag 2015 (Reihe Basiswissen). 132 S. (NB1323) 9,90 ¤
Wie kein anderes Land der Region beeinflusst Kuba die Entwicklung ganz Lateinamerikas. Sein alternatives Gesellschaftsmodell ist auch darüber hinaus Vorbild für viele Länder des Südens und allgemein Beleg dafür, daß eine andere Welt möglich ist. Voraussetzung dafür war der Sieg der Revolution über die Diktatur Fulgencio Batistas am 1. Januar 1959. Dessen nach Miami geflüchtete Anhänger versuchen seitdem mit Unterstützung Washingtons vergeblich, einen Systemwechsel auf der sozialistischen Karibikinsel zu erzwingen. Da auch terroristische und andere subversive Methoden nicht zum Ziel geführt haben, sah sich US-Präsident Obama zu einer Kurskorrektur genötigt. Beginnend mit der Revolution und ihren Wurzeln, vermittelt Volker Hermsdorf einen Überblick über die Geschichte des Landes, bis hin zu seinen aktuellen Problemen und seiner Bedeutung für das Modell einer multipolaren Welt ein. Abschließend behandelt er das „Tauwetter“ in den Beziehungen zu den USA und zur EU.
Volker Hermsdorf, Jg. 1951, war Redakteur bei der „Hamburger Morgenpost“ und Korrespondent der Zeitschrift „Metall“, schreibt heute u.a. für „junge Welt“, „Ossietzky“ und das alternative Medienportal „Cubainformacion“ in Bilbao. Pendelt zwischen Kuba und Hamburg.



Heinz-W. Hammer, Frank Schwitalla: Solidarität – Die Zärtlichkeit der Völker 20 Jahre Netzwerk Cuba. PapyRossa Verlag. 248 S. Pb. zahlr. Abb. (NB1259) 12 Euro.
Das „NETZWERK CUBA – Informationsbüro – e.V.“ wurde im Juni 1993 in Frankfurt/M. als Koordinations- und Informationsstelle der in der Bundesrepublik tätigen Cuba-Solidaritätsgruppen gegründet.Wie war die Lage Cubas zu diesem Zeitpunkt? In welchem Verhältnis standen die verschiedenen Solidaritätsgruppen zueinander? Warum gab es eine Neugründung und nicht einen organisatorischen Zusammenschluss der bestehenden Vereine? Welches Verhältnis bestand zwischen materieller und politischer Solidarität? Wie wurde die materielle Basis abgesichert?Im Laufe der Jahre wurden diese und andere Fragen von Interessierten und später Hinzugekommenen immer wieder gestellt. Zwei ehemalige Vorsitzende des NETZWERK CUBA haben sich anlässlich des 20. Jahrestages im Jahre 2013 dieses Projektes angenommen und beschreiben im vorliegenden Buch aus ihrer Sicht die Entwicklung des Vereins. Da dieser sehr heterogen zusammengesetzt ist, versteht es sich nach Meinung der Autoren von selbst, dass manche Aspekte auch unter anderen Blickwinkeln betrachtet und interpretiert werden können. Diese Vielfalt ist es, die nach Überzeugung der Autoren für das „NETZWERK CUBA – Informationsbüro – e.V.“ auch zukünftig eine tragfähige Grundlage bildet. Die vorliegende Publikation bietet daher nicht nur einen Rück-, sondern auch Anregungen für einen Ausblick. Sie kommen zu dem Fazit: Das „NETZWERK CUBA – Informationsbüro – e.V.“ hat sich in die Annalen der nationalen und internationalen Cuba-Solidaritätsbewegung eingetragen und nimmt dort einen ehrenhaften Platz ein. Nicht nur, wie im vorliegenden Fall, als Objekt historischer Betrachtungen, sondern zugleich als handelndes Subjekt. Es gibt also keinen Grund, sich auszuruhen – Der Kampf geht weiter.



Fidel Castro: Reflexionen. Verlag Wiljo Heinen 2008. 318 S. (NB1081) 14 Euro
Fidel Castro meldet sich regelmäßig in der kubanischen Tagespresse zu Wort. Heinz Langer, früherer DDR-Botschafter in Havanna, stellte eine Auswahl von Fidels „Reflexionen“ zusammen. Fidel Castro ist ein Denker, der bis heute nichts von seiner Scharfsinnigkeit und Scharfzüngigkeit eingebüßt hat. Er schreibt über die Situation und Entwicklung Kubas, Lateinamerikas und der „Dritten Welt“, den mörderischen Kampf des US-Imperiums, über Jugoslawien und China. Er mahnt, dass zum Überleben der Menscheit eine Abkehr vom kapitalistischen Irrsinn der Ressourcenvergeudung dringend notwendig ist.



Hans Weiss: Märchen von Kuba. Insel zwischen Lüge und Wahrheit. Nomen Verlag 2005. 168 S. Klappenbroschur. (NB912) 14 Euro
„Märchen von Kuba“ ist keine kubanische Märchensammlung. Der Autor hat vielmehr Lügenmärchen gesammelt, die über Kuba verbreitet werden, zum Teil auch deren Verfasser befragt. Sei es die rührselige Schauergeschichte, die ein in New York und Miami ansässiger Journalist in der Kuba-Ausgabe von „Merian“ seinen Lesern als lautere Wahrheit anbietet, seien es angebliche Verstöße gegen das Recht auf Gesundheit und freie Religionsausübung, die eine katholische Wochenzeitung anprangert und die sie auch nach Berichtigung durch den Bundestagsabgeordneten, der das Märchen gutwillig verbreitet hatte, nicht dementieren will. Begründung: Wir werden Kuba nicht als Idylle darstellen. Dieser Argumentation kann sich auch Kardinal Meisner nicht widersetzen, der sich seinerseits darüber beklagt, daß über ihn aus der Luft gegriffene Dinge in die Welt gesetzt würden. Die „Bild“-Zeitung wiederum macht Fidel Castro als Dresseur von Killer-Haien vor der Küste von Florida aus, wohl wissend, daß die Original-Meldung von einem US-amerikanischen Satire-Magazin stammt, das zum Gaudium der Leserschaft ausschließlich Falschmeldungen in die Welt setzt. Für Herrn Dr. Heinrich Maetzke vom „Bayernkurier“ ist das Stichwort Guantánamo Anlaß, von 15.000 in Kuba erschossenen Gefangenen zu erzählen, aber, als der Autor nach Belegen fragt, sich in Schweigen zu hüllen.



Miguel Mejides, Juan Carlos Rodrigues, Marta Rojas u.a.: Narben in der Erinnerung. Erzählungen über vier Jahrzehnte Terrorismus gegen Kuba. Nachwort von Leonard Weinglass. Atlantik Verlag 2005. ... S. (NB820) 18 Euro
Mitte der 90er Jahre reisen fünf Kubaner in die USA. Ihre Absicht: Sie wollen exilkubanische Gruppen auskundschaften, die seit Jahren Anschläge gegen Kuba durchführen. Ihre Erkenntnisse übermitteln sie nach Kuba, und die kubanische Regierung übergibt sie der US-Bundespolizei, um sie zu veranlassen, gegen diesen Terrorismus vorzugehen. Doch dort kümmert man sich keineswegs um die exilkubanischen Gruppen, die beste Verbindungen zu politischen, militärischen und geheimdienstlichen Kreisen in den USA unterhalten. Stattdessen verhaftet das FBI im September 1998 die fünf Kubaner unter dem Verdacht der „Spionage“ und „Verschwörung“. Sie wurden zu Haftstrafen zwischen 15 Jahren und lebenslänglich verurteilt. 36 kubanische Autorinnen und Autoren, Künstlerinnen und Künstler nehmen diese Ungeheuerlichkeit zum Anlaß, um auf den seit Jahrzehnten gegen Kuba gerichteten Terror aufmerksam zu machen. Die intellektuellen Stimmen Kubas beschwören keine Schreckensbilder. Sie geben den Opfern der Gewalt Gesichter, um den Blick der internationalen Öffentlichkeit auf dieses Unrecht zu lenken, das seit 1959 über 3.000 Menschen das Leben gekostet hat.



Wolfgang Schneider (Hg.): Kuba libre. Eine Insel spielt nicht mit. Konkret 2002. 168 S. (NB618) 12,80 Euro
Das Buch beschreibt die Geschichte der kubanischen Revolution, ihre Leistungen und ihre momentanen Schwierigkeiten sowie ihre mögliche Zukunft. Es präsentiert aktuelle politische Analysen und Kommentare von Fidel Castro. Beiträge von Ernst Fidel Fürntratt-Kloep, Herman L. Gremliza, Miriam Lang, Conrad Schuhler u.a.



Osvaldo Salas & Roberto Salas: Kuba. Eine Revolution in Bildern. Rütten & Loening 2004. 176 S. Mit 119 Fotos. (NB705) 19,90 Euro
Osvaldo und Roberto Salas haben vier Jahrzehnte lang das wechselvolle Schicksal Kubas mit der Kamera eingefangen. Ihre Fotografien sind Zeitzeugnisse. Sie erzählen von der kubanischen Revolution, von Fidel Castro und Che Guevara und von den einfachen Leuten auf Kuba. „Eine Kamera ist ein Instrument, mit dem jemand etwas mitteilt. Das zu leugnen wäre so, als würde der Schreiber einer Geschichte behaupten, nicht er habe etwas gesagt, sondern seine Schreibmaschine.“ (Roberto Salas).



Ron Ridenour: Kuba. Ein „Yankee“ berichtet. Übersetzt, bearbeitet und herausgegeben von Ernst Fidel Fürntratt-Kloep. PapyRossa Verlag 1997. 296 S. (NB195z) 15,25 Euro
Was ist aus Kuba geworden, seit es dem Goliath im Norden allein gegenübersteht? Ron Ridenour, US-Bürger und Wahl-Kubaner, berichtet vom Kampf der einfachen Menschen gegen tausend Widrigkeiten und von dem, was die Führung tut, um die Errungenschaften der Revolution zu retten. Welche Möglichkeiten gibt es noch? Wird es eine wirtschaftliche Erholung geben? Und unter welchen politischen Vorzeichen?



Ernst Fidel Fürntratt-Kloep: Unsere Herren seid Ihr nicht! Das politische Denken des Fidel Castro. PapyRossa Verlag 2000. 352 S. (NB196) 17,90 Euro



Wenn ich sterbe, wird es keiner glauben. Anekdoten über Fidel Castro. Hg. von Peter Jacobs. Eulenspiegel Verlag 2006. 128 S. Hc. (NB983) 9,90 Euro
Fidel Castro überstand neun US-Präsidenten, fünf sowjetische Generalsekretäre, 30 Jahre Kalten Krieg, den Zusammenbruch des sozialistischen Weltlagers, viereinhalb Jahrzehnte amerikanische Wirtschaftsblockade. Mit rund 600 gegen ihn geplanten Mordanschlägen hält er einen bedenklichen Rekord. Der Staatsmann in der Rebellenuniform ist eine Herausforderung für seine politischen Anhänger wie Gegner. Zu den Legenden, die über ihn in Umlauf sind, hat Castro durchaus selbst beigetragen. Kein Wunder bei einem, der rund 1000 Interviews gegeben und merhr als 3000 freie Reden gehalten hat.



Karin Ceballos Betancur: Auf Che Guevaras Spuren. Lateinamerikanische Reisenotizen. Picus Verlag 2003. 192 S. (NB664) 14,90 Euro
Eine Reise durch den südamerikanischen Kontinent brachte den Medizinstudenten Ernesto Gurvara de la Serna auf den Weg zum Revolutionär Che Guevara. Karin Ceballos Betancur ist den Stationen dieses Abenteuers gefolgt.



Michael Löwy: Che Guevara. Neuer ISP Verlag. 144 S. (NB672) 9 Euro
Im Gegensatz zu vielen anderen Veröffentlichungen über Che Guevara verzichtet der Autor auf alles Anekdotische, Sensationelle und Spekulative. Er untersucht die Schriften und Reden von Che Guevara auf ihren philosophischen, ökonomischen, militärischen und politischen Gehalt. Er arbeitet heraus, was Che Guevara so wichtig machte und macht: seine undogmatische, humanistische und internationalistische Revolutionäre Haltung.



Ulises Estrada: Tania. Undercover mit Che Guevara in Bolivien. Atlantik Verlag 2007. (NB1000) 20 Euro
Tania berichtet von der legendären Haydée Tamara Bunke Bider – Tania la Guerillera, die 1937 in Argentinien geboren wurde. Ihre Eltern waren als jüdische Kommunisten dorthin emigriert. 1952 kehrten ihre Eltern in die neu gegründete Deutsche Demokratische Republik zurück. Im Aufbruchsgefühl dieser Zeit begeistert sich die junge Tamara für die Kubanische Revolution und entscheidet sich, ihr Leben der Befreiung Lateinamerikas zu widmen. Ulises Estrada berichtet als Zeitzeuge und Gefährte über Tania und sein Leben mit ihr. Er gehörte zu jenen jungen kubanischen Revolutionären, die 1959 die Batista-Diktatur stürzten. Er lernt Tania kennen, als sie im Begriff ist, als einzige Frau an der Seite Che Guevaras in Bolivien zu kämpfen. Tania und Ulises werden ein Liebespaar und planen ihre gemeinsame Zukunft. Doch sie verliert in einem Hinterhalt ihr Leben. Mit bisher unbekannten Fakten und Dokumenten schildert Ulises Estrada den gemeinsamen Kampf und entlarvt dabei zugleich die propagandistischen Lügen über diese Frau. Er tut dies mit großer Offenheit und in liebevoller Verteidigung ihrer Integrität. Ein lesenswertes Buch über lateinamerikanische Geschichte, über den Freiheitskampf und über die Liebe.



Hernando Calvo Ospina, Katlijn Declerq: Originalton Miami. Die USA, Kuba und die Menschenrechte. PapyRossa Verlag 2001. 276 S. (NB424) 15,25 Euro
Miami ist Zentrum der Exil-Kubaner, die Castro stürzen und Kuba „vom Kommunismus befreien“ wollen? Was sind das für Gruppen, die unter humanitärer Flagge und US-Protektion Gewehr bei Fuß stehen? Was verstehen sie überhaupt unter Menschenrechten? Die Autoren haben Personen befragt, die darauf eine Antwort geben könnten. Sie haben geredet und enthüllten, was Kuba erwarte, wenn diese Kräfte dort wieder das Kommando übernehmen.



Hernando Calvo Ospina: Im Zeichen der Fledermaus. Die Rum-Dynastie Bacardi und der geheime Krieg gegen Cuba. PapyRossa Verlag 2002. 156 S. (NB581) 12 Euro
Im Zeichen der Fledermaus, unter dem Bacardi seinen Rum vertreibt, wird seit Jahren Krieg geführt: Handelspolitisch, mit Geld und mit Waffen. Er galt dem sandinistischen Nicaragua, Angola und richtet sich bis heute gegen Kuba. Hernando Calvo Ospina enthüllt, welche Rolle Führungskräfte von Bacardi bei terroristischen Aktionen gespielt haben und wie sie dafür gesorgt haben, daß die Unterstützungsgelder der CIA die Contras in Nicaragua, die UNITA in Angola und kubanische Reaktionäre erreicht haben. Und er deckt auf, wie ein Konzern, der nicht in den USA beheimatet ist, seine Wünsche dort Gesetz werden lassen kann.



Ernst F. Fürntratt-Kloepp: Venezuela. Der Weg einer Revolution. PapyRossa Verlag 2006. 200 S. (NB923) 14,90 Euro
Was zur Zeit in Venezuela vor sich geht, wird in Europa noch immer zu wenig beachtet: Eine Revolution gegen den Neoliberalismus mit weltweiten Auswirkungen. Eingehend beschreibt das Buch die Veränderungen, die seit der Präsidentschaft von Hugo Chávez vollzogen wurden, und es beleuchtet dessen besondere Rolle im politischen Prozeß. Besonders eingegangen wird auf die eindrucksvollen Sozialprogramme, auf die Wirtschafts- und die überaus dynamische Außenpolitik. Dargestellt werden aber auch die zahlreichen ungelösten Probleme, die kritische Mediensituation und die zugespitzten Beziehungen zu den USA, dem „Koloß im Norden“ mit seiner offenen und verdeckten Einmischung.



André Scheer: Kampf um Venezuela. Hugo Chávez und die bolivarianische Revolution. Neue Impulse Verlag Essen 2004. 176 S. (NB902) 12,90 Euro
„Maria del Carmen Rivero Ángel hat einen schönen Namen, aber sie konnte ihn nie schreiben. Mit 73 Jahren entdeckt sie die Vokale ihrer Freiheit.“ (Granma). „Bereitet euch darauf vor, zu regieren! Denn genau das ist die Idee der Demokratie. Es ist das Volk, das regiert.“ (Hugo Chávez am Tag seiner Amtseinführung). „Dieses Verständnis von Demokratie macht uns Sorgen.“ (Colin Powell, US-Außenminister).



Raul Zelik, Sabine Bitter, Helmut Weber: Made in Venezuela. Notizen zur „Bolivarischen Revolution“. Assoziation A 2004. 144 S. Und Bildtafeln. (NB724) 13 Euro.
Venezuela befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch, der von Basisorganisationen und der Chavez-Regierung als „Bolivianische Revolution“ bezeichnet wird. Die Bewohner von Armenvierteln gründen Stadtteilräte und verwalten sich selbst. Landlose kämpfen für die Umsetzung der Agrarreform. Die Bevölkerung diskutiert in Nachbarschaftsversammlungen die Politik des staatlichen Erdölunternehmens PDVSA. An Alphabetisierungs- und Gesundheitskampagnen beteiligen sich Millionen. In den Medien wird über diese Veränderungen nur verzerrt berichtet. Die USA, aber auch europäische Regierungen üben massiven Druck auf den venezolanischen Staat aus. Seit 2002 gab es eine Reihe von z.T. Bewaffneten Umsturzversuchen, die an die Ereignisse in Chile 1970 – 1973 erinnern. Die Autoren waren sieben Monate in dem lateinamerikanischen Land und haben die Ereignisse aus der Sicht der Basisbewegungen protokolliert.



Dario Azzellini: Venezuela Bolivariana. Revolution des 21. Jahrhunderts? ISP Verlag, 2., erweiterte und aktualisiertte Auflage 2007. 328 S. (NB1045) 19,80 Euro
Dario Azzellini beschreibt und analysiert in Venezuela Bolivariana die ersten 8 Jahre des mit der Wahl von Chávez zum Präsidenten eingeleiteten Transformationsprozesses. Er legt die gesellschaftlichen Reformen dar und widmet sich den Basisbewegungen. Er geht auf die Entwicklung Venezuelas seit 1958 ein, die in der Wahl von Chávez mündete. Die Etappen der vergangenen Jahre, der verfassungsgebende Prozess, der Putsch, der Unternehmerstreik, das Referendum und die Wahlen werden ebenso behandelt wie die Gewerkschaften und Kämpfe um Selbstverwaltung in Betrieben, die Bauernbewegungen und die Landfrage, Rassismus, Medien, Frauenund Umweltpolitik und die indigenen Rechte. Die Untersuchung der ökonomischen Entwicklung und der Versuche, die Wirtschaftsstruktur zu verändern, sowie der internationalen Politik Venezuelas und der Destabilisierungspolitik der USA runden das Bild ab. Die Neu-Ausgabe enthält zusätzlich ein Kapitel über die neuen Gegenmachtorgane, die „Kommunalen Räte“.



Markus Kampkötter: Emiliano Zapata. Vom Bauernführer zur Legende. Eine Biographie. Unrast Verlag, 2. Auflage 2003. 176 S. mit zahlr. Abbildungen. (NB1033) 16 Euro
Am 1. Januar 1994, dem Tag, an dem die flächenmäßig größte Freihandelszone der Welt von Mexiko bis nach Kanada deklariert wurde, begann im Süden Mexikos, in Chiapas, die Rebellion einer bis dahin gänzlich unbekannten Bauernarmee. Sie nennt sich EZLN - Ejercito Zapatista de Liberacion Nacional. Doch wer ist dieser Zapata, auf den sich die EZLN beruft? Emiliano Zapata, ein kleiner Pferdehändler bäuerlicher Herkunft, war einer der wesentlichen Aktivisten der Mexikanischen Revolution von1910-1921, während der er sich hauptsächlich für die Interessen der indianischen Ejido-Bauern einsetzte. Nach einem erfolgreichen Aufstand in Morelos wurde er zum Kommandanten der „südlichen Befreiungsarmee“ gewählt und führte 20.000 bewaffnete Bauern zum Sieg. Am 19. April 1920 wurde er, da er nach dem „Sieg“ der Revolution nicht bereit war, seine radikalen Forderungen aufzugeben, in einen Hinterhalt gelockt und ermordet. Diese Biografie versucht eine Annäherung an die Person Zapatas – ein schwieriges Unterfangen – irgendwo zwischen der Legende, die besagt, daß Zapata noch heute auf einem weißen Schimmel durch Mexikos Berge reise, und der Interpretation des jungen Marlon Brando in dem Hollywood-Streifen „Viva Zapata“. Zudem kommt das Buch nicht umhin, sich mit der 500-jährigen Conquista Mexikkos zu befassen, und zieht Parallelen zu der aktuellen Situation in Chiapas.



Marta Durán de Huerta: Yo Marcos. Gespräche über die zapatistische Bewegung. Edition Nautilus. (NB530) 10 Euro
Subcomandante Insurgente Marcos, der Mann mit der Wollmaske, der gewählte Sprecher der Zapatisten, hat in Interviews, Ansprachen, Zeitungsartikeln und Erklärungen Anliegen der indianischen Einwohner Mexikos und ganz Amerikas formuliert. Er hat dafür einen so nie gelesenen und gehörten Stil der Politik entwickelt. Er spricht und schreibt mit Humor, Sarkasmus und Selbstironie. In Lateinamerika hat der „Sub“ bereits den Mythos eines Che Guevara.



Ulli Simon: Septembertage. Días de Septiembre. Erinnerungen an Chile 1973. Buch und CD deutsch-spanisch. Musik: Ulli Simon, Choche Ballesteros, Chcho Cavour, Ramón Gorigoitía. Vorwort: Helmut Frenz, Nachwort: Fernando Mires. Atlantik Verlag 1998. 192 S. Zahlr. Abb. Hc. (NB696) 20 Euro



Subcomandante Marcos, Paco Ignacio Taibo II: Unbequeme Tote. (Es fehlt, was fehlt). Roman, vierhändig. Aus dem Spanischen von Miriam Lang. Assoziation A 2005. 240 S. (NB866) 16,80 Euro
„Unbequeme Tote“ ist das Ergebnis eines einzigartigen literarischen Experiments: Der wortgewandte Sprecher der Zapatistischen Guerilla und der bekannteste Krimi-Autor Mexikos schreiben vierhändig einen Roman, der in wöchentlichen Vorabdrucken in der größten linken Tageszeitung des Landes erscheint. Héctor Belascoarán Shayne, unabhängiger Detektiv in Mexiko-Stadt, erhält geheimnisvolle Anrufe von einem Toten. Zur gleichen Zeit wird Elías Contreras, „Ermittlungskommission“ der EZLN, ein Dossier über einen „gewissen Morales“ zugespielt, der in dunkle Geschäfte im lakondonischen Urwald verwickelt ist. Gemeinsam nehmen sie eine Spur auf, die in die Zeit des schmutzigen Krieges in Mexiko zurückführt.



Paco Ignacio Taibo II: Die Rückkehr der Schatten. Assoziation A. 400 S. Hc. (NB790) 24 Euro
Mexiko 1941: Ein Nazi-Netzwerk ist im Land aktiv. In Chiapas üben deutsche Kaffeebarone ihre Willkürherrschaft aus.



Paco Ignatio Taibo II: 1968. Gerufene Helden. Ein Handbuch zur Eroberung der Macht. Verlag Libertäre Assoziation 1997. 160 S. (NB914) 14,50 Euro
Die 68er-Bewegung in Mexiko. Ein Tagebuch und ein Roman.



Paco Ignatio Taibo II: Erzengel. Geschichten von 12 Häretikern der Revolution im 20. Jahrhundert. Verlag Libertäre Assoziation 1999. 312 S. Hc. (NB915) 19,50 Euro
Die Erzengel sind Taibos ganz persönliche Geschichte des 20. Jahrhunderts: gespiegelt in den Niederlagen von 12 querköpfigen Revolutionären, die quer über den ganzen Globus die herrschenden Mächte und Parteiströmungen herausforderten. „Sie alle suchten die revolution und begaben sich mehrere Male in die Hölle, um sie zu finden. Was sie verbindet, ist ihre wunderbare Sturheit bei dem Versuch, diesen Planeten radikal zu verändern.“



Josef (Moe) Hierlmeier: Internationalismus. Eine Eiführung in seine Ideengeschichte – von den Anfängen bis zur Gegenwart. Schmetterling Verlag, Reihe theorie.org. 2., erweiterete Auflage 2006. 216 S. (NB940) 10 Euro
Ein kompakter Überblick zur Geschichte einer zentralen Bewegung der Linken und zugleich eine reflektierende Einführung in ihre wesentlichen Debatten sowie philosophischen und soziologischen Grundlagen. Ausgangspunkt der Betrachtungen ist dabei nicht die Situation in den Ländern des Trikonts, sondern die Wahrnehmung der sogenannten Dritten Welt und ihre Projektion auf die gesellschaftlichen Verhältnisse hierzulande. Vom ausgeprägten ideengeschichtlichen Optimismus der 60er und 70er, über die lebensphilosophischen Theoreme der 80er bis hin zu den dialog- und konsensorientierten Ansätzen des vergangenen Jahrzehnts zeichnet der Autor die theoretischen Raster einer ebenso wichtigen wie widersprüchlichen politischen Bewegung nach und fragt nach Perspektiven und neuen Denkansätzen. Die 2., überarbeitete und aktualisierte Auflage wurde durch ein Kapitel zu den theoretischen Grundlagen der Bewegung (Negri, Hardt, Deleuze/Guattari etc.) gegen die neoliberale Globalisierung erweitert.



Eduardo Galeano: Die Füße nach oben. Zustand und Zukunft einer verkehrten Welt. Peter Hammer Verlag 2000. 360 S. (NB513) 19,90 Euro
„Soll diese Freiheit, die Freiheit, unter drohenden Mißgeschicken zu wählen, unsere einzig mögliche Freiheit sein? Die verkehrte Welt bedeutet uns, die Wirklichkeit zu ertragen, anstatt sie zu verändern.“ Mit der sprachlichen Eleganz und der gedanklichen Schärfe, die ihn als einen der ersten Autoren Lateinamerikas ausweisen, legt Eduardo Galeano zum Jahrtausendwechsel eine schonungslose Bilanz vor.



Arundhati Roy: Die Politik der Macht. Btb 2002. 480 S. (NB750) 10 Euro
Eine Sammlung der aktuellen politischen Essays der indischen Autorin, mit ihren vieldiskutierten Beiträgen zu den Ereignissen in New York, in Afghanistan und Irak.



Denis Goldberg: Der Auftrag. Ein Leben für die Freiheit in Südafrika. Übersetzt von Birgit Morgenrath. Assoziation A 2010. 304 S. Pb. zahlreiche Fotos. (NB1152) 19,80 Euro
Der 1933 als Sohn einer jüdischen Einwandererfamilie in Kapstadt geborene Denis Goldberg ist ein Weggefährte Nelson Mandelas und Kämpfer gegen das Apartheidregime in Südafrika. Goldberg schloss sich 1961 dem bewaffneten Arm der Befreiungsbewegung ANC an. Zwei Jahre später wurde er festgenommen und zusammen mit Mandela und anderen wegen Hochverrats zu lebenslanger Haft verurteilt. Denis Goldberg verbrachte 22 Jahre im Gefängnis. Nach seiner Freilassung kämpfte er aus dem Londoner Exil weiter für die Abschaffung der Apartheid. In seinem Buch erzählt der heute wieder in Kapstadt lebende unverbesserliche Optimist die Odyssee seines Lebens, die zugleich eine Geschichte des langen,schwierigen und oftmals schmerzhaften Weges Südafrikas in die Freiheit ist.



Janntje Böhlke-Itzen: Kolonialschuld und Entschädigung. Der deutsche Völkermord an den Herero 1904-1907. Einführung von Norman Paech. Verlag Brandes & Apsel 2004. 144 S. (NB720) 12,90 Euro
Hat sich das deutsche Kaiserreich im kolonialen „Schutzgebiet“ Südwestafrika eines Völkermords schuldig gemacht? Die Bundesregierung und einige deutsche Unternehmen sind von den Herero auf Wiedergutmachung verklagt worden. Die Auseinandersetzung über die Bewertung des damaligen Kolonialkrieges macht deutlich, daß in Deutschland und in Namibia die Zeit des Kolonialismus längst noch nicht aufgearbeitet ist. Das Buch ist ein Beitrag in der öffentlichen Debatte um deutsche Kolonialschuld und Entschädigung. „Juristische Prozesse dienen in diesen Fällen nicht nur der Einklagung finanzieller Leistungen. Vor allem erhoffen die Kläger ein Dokument offizieller Anerkennung des Unrechts, das ihnen angetan worden ist, der Anerkennung der Leiden, Verluste und Zerstörungen sowie eine offizielle Geste der Entschuldigung, da sie derartige Würdigungen nie oder nur unzureichend erhalten haben.“ (Norman Paech).



Gerhard Seyfried: Herero. Roman. Aufbau Taschenbuch 2004. 640 S. (NB744) 9,95 Euro
Im Jahre 1903 verschlägt es den jungen Kartographen Carl Ettmann in eine Küstenstadt in der deutschen Kolonie Südwestafrika. Dort trifft er die abenteuerelustige Photographin Cecile. Als sie gemeinsam weiterreisen wollen, bricht überraschend der Aufstand der Herero los. Während Ettmann den eilig zusammengestellten deztschen Truppen zur Hilfe eilt, wagt Cecile sich auf das umkämpfte Gebiet, um einen Herero-Häuptling von der Teilnahme am Aufstand abzuhalten. Bald muß sie erkennen, wie leichtsinnig ihr Entschluß gewesen ist. Ein literarisches Ereignis – Gerhard Seyfrieds imposantes Epos über aufständische Ureinwohner und deutsche Siedler in den Weiten Afrikas. „Gerhard Seyfried, Jahrgang 1948, genießt als Cartoonist und Comic-Zeichner einen legendären Ruf. Daß er auch als Erzähler zur Meisterklasse gehört, beweist ert mit diesem Roman, für den er mehrere Jahre lang recherchierte.“ (Aufbau Verlag).



Felicia Langer: Laßt uns wie Menschen leben! Schein und Wirklichkeit in Palästina. Lamuv-Verlag 1999. 208 S. (NB516) 9,90 Euro



Rüdiger Göbel, Joachim Guilliard, Michael Schiffmann (Hg.): Der Irak. Krieg, Besetzung, Widerstand. PapyRossa Verlag 2003. 280 S. Pb. (NB692) 15,80 Euro
Beiträge von Naom Chomsky, Knut Mellenthin, Norman Paech, Hans C. Graf Sponeck u.a.



Martin Dolzer: Der türkisch-kurdische Konflikt. Menschenrechte – Frieden – Demokratie in einem europäischen Land? Pahl-Rugenstein Verlag 2010. 204 S. Pb. (NB1151) 19,90 Euro
Die historischen Wurzeln heutiger Ereignisse und die Politiken der beteiligten politischen Akteure zu analysieren hilft, die Kurdistanpolitik in der Türkei verstehen zu können und Lösungsvorschläge zu bewerten. Dieses Buch soll dazu beitragen, eine differenziertere Sichtweise des türkisch-kurdischen Konflikts zu eröffnen und das Schweigen über gravierende Menschenrechtsverletzungen und den andauernden Krieg des türkischen Militärs brechen. Neben der praktizierten Kriegs- und Assimilationspolitik des türkischen Staates sind dabei türkischer Nationalismus, rassistische Herangehensweisen und die Rolle des Militärs genauso Thema wie das Agieren der kurdischen Bevölkerung und die Politik der kurdischen Bewegung. In diesem Rahmen wird auch die hauptsächlich auf wirtschaftlichen Interessen beruhende Politik deutscher und internationaler Regierungen kritisch beleuchtet.



Jürgen Kuczynski: Was wird aus unserer Welt? Betrachtungen eines Wirtschaftswissenschaflers. Schwarzkopf & Schwarzkopf 1997. 64 S. (NB108z) 5 Euro



Jürgen Kuczynski: Freunde und alte Bekannte. Gespräche mit Thomas Grimm. Schwarzkopf & Schwarzkopf 1997. 256 S. (NB109z) 12,60 Euro



Jürgen Kuczynski: Asche für Phönix. Aufstieg, Untergang und Wiederkehr neuer Gesellschaftsordnungen. Eine vergleichende Studie zu Feudalismus, Kapitalismus und „Realem Sozialismus“. Mit einem Nachwort von Georg Fülberth. PapyRossa Verlag 1992. 128 S. (NB223) 8,60 Euro
„Der Untergang der ersten, rohen, deformierten Anfänge des Sozialismus in Osteuropa hat unseren Einblick in das Werden neuer Gesellschaftsordnungen außerordentlich geschärft“, meint Jürgen Kuczynski. Seine These: Feudalismus wie Kapitalismus hatten, ehe sie sich endgültig durchsetzten, ein gescheitertes Vorspiel. Und der „Reale Sozialismus? Deckt seine Asche einen Phönix?



Peter Brückner: Ungehorsam als Tugend. Zivilcourage, Vorurteil, Mitläufer. Mit einem Vorwort von Barbara Sichtermann. Verlag Klaus Wagenbach 2008 (Reihe Politik). 144 S. (NB1172). 9,90 Euro
Eine Auswahl der wichtigsten Texte Peter Brückners. Die politisch-psychologischen Analysen Brückners sind nicht nur ein Dokument für die Streitbarkeit der 68er. Diese Sammlung zeigt vielmehr, dass Brückners Positionen durch ihre begriffliche und intellektuelle Schärfe auch heute noch aktuell sind, insbesondere durch ihre Themen: Vorurteil, Mitläufertum, Zivilcourage, Gehorsam. „Brückner dachte stets über die Grenzen der eigenen Disziplin hinaus. Wo er analysiert, ist er so bestechend wie bestürzend, seine Fragen sind so bohrend wie seine historischen Assoziationen erhellend.“ Fritz J. Raddatz in Die Zeit.



Peter Brückner: Sozialpsychologie des Kapitalismus. Mit einem Vorwort von Klaus Weber. Argument Verlag 2004 – Neuausgabe der Ausgabe von 1981 (Rowohlt). 184 S. (NB850) 15,90 Euro
„Was soll man von Erfahrungswissenschaften halten, deren Analysen zeigen, daß ihnen der Schreck über Auschwitz nie in die Glieder gefahren ist?“, fragte Peter Brückner vor 20 Jahren in seinem Einleitungstext zu diesem Buch. Orientiert an Adornos Diktum, daß alles unternommen werde, damit Auschwitz sich nicht wiederhole, analysiert Brückner die Formen von Gewalt, welche die bundesrepublikanische Wirklichkeit auszeichneten und die sich bis heute kaum verändert haben. Vor allem die Analysen gewaltförmiger Beziehungen innerhalb der bürgerlichen Familie – später auf den Tatbestand des sexuellen Mißbrauchs verengt und skandalisiert – zeigen, daß Brückner es verstand, Subjektivität (Biografie, Sozialisation etc.) und Gesellschaft (Politik, Ökonomie, Wissenschaft etc.) zusammenzudenken wie kein anderer Sozialpsychologe.



Thomas Schroedter: Antiautoritäre Pädagogik. Zur Geschichte und Wiederaneignung eines verfemten Begriffs. Schmetterling Verlag, Reihe Theorie.org 2007. 204 S. (NB1005) 10 Euro
Der Begriff „Antiautoritäre Erziehung“ leidet heute in der Wissenschaft an einer kenntnisarmen „Verteufelung“. Daher besteht nachhaltiges Interesse an einer überschaubaren und zugleich fundierten Darstellung antiautoritärer Theorie und Praxis. Vorgestellt werden die wesentlichen Merkmale antiautoritärer Pädagogik, ihre Theoretiker und die Institutionen, in denen Ansätze einer solchen Pädagogik verfolgt wurden und werden. Vor dem Hintergrund der Geschichte autoritärer Erziehung und der Kritik an dieser, wird die Aktualität antiautoritärer Pädagogik hergeleitet. Insbesondere die Antworten konservativer Pädagogik als Reaktion auf Gewalt von Schülern werden Problematisiert und mit einer herrschaftskritischen Analyse konfrontiert. Neben Theorie und Praxis der Kinderladenbewehung der späten 60er Jahre werden Vorläufer und pädagogische Ansätze beachtet wie die politischen Strömungen.



Georg Seeßlen: Glatzen und Glamour. Mythen und Monster der populären Kultur. Konkret 1999. 168 S. (NB15z) 11,66 Euro
In diesem Buch geht es um die Bilder, die die Gesellschaft von sich und der Welt produziert, in Bildmaschinen, die sie ganz harmlos Medien nennt. Es geht unter anderem um die Selbstinszenierung der deutschen Skinheads, m die schöne und vergebliche Suche nach Sinn im Kino, um die Unfähigkeit der deutschen Popkultur zur Moderne, um Eduard 'XY' Zimmermann, Freddy Kruegers teutonischen Vorfahr, um Liane, ein Mädchen aus dem deutschen Urwald, um das Outfit der rot-grünen Bundesregierung, um den Weg der großen TV-Abendunterhaltung vom Bildungserlebnis zur Lottomaschine, um das Gesamtkunstwerk Arnold Schwarzenegger, um die Selbstdarstellung der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung', um das neudeutsche Komödienkino, um einen Selbstversuch in der Ferienparadiesmaschine am Lido di Jesolo und – natürlich – um das Wetter.



Georg Seeßlen: Orgasmus und Alltag. Kreuz- und Querzüge durch den medialen Mainstream. Konkret 2000. 168 S. (NB255z) 11,66 Euro
In seinen neuen kulturkritischen Essays unternimmt Georg Seeßlen Kreuz- und Querzüge durch die medialen Inszenierungen unserer Alltagswelt. Er trifft dabei u.a. auf das Phantom der Neuen Mitte, den „Big-Brother“-geborenen Media-Proll, Bertolt Brecht in Hollywood, allerlei Katastrophen zu Wasser, zu Lande und in der Luft, das pornographisierte Universum des Kleinbürgertums, Haifische, die Presse des populistischen Massenkapitalismus.



Jürgen Roth, Kay Sokolowsky: Der Dolch im Gewande. Komplotte und Wahnvorstellungen aus zweitausend Jahren. Konkret 1999. 184 S. (NB19) 11,66 Euro
Über Paranoia in der Politik



Erwin Geschonneck: Meine unruhigen Jahre. Lebenserinnerungen. Aufbau Taschenbuch. 376 S. (NB250z) 8,50 Euro
Die Lebenserinnerungen des Schauspielers Erwin Geschonneck: Agit-Prop-Theater in der Weimarer Republik, Exil, KZ-Haft, Arbeit an den Hamburger Kammerspielen unter Ida Ehre, Arbeit mit Brecht am Berliner Ensemble, Filmarbeit bei der DEFA.



Das Publikum braucht mehr als trockene Schwarten“ – 90 Jahre Gustav Kiepenheuer Verlag. Leipzig 2000. 88 S. (NB189) 5,10 Euro
Der Gustav Kiepenheuer Verlag (Leipzig) ist nicht zu verwechseln mit dem Verlag Kiepenheuer & Witsch (Köln).



Fritz H. Landshoff: Amsterdam Keizersgracht 333. Querido Verlag. Erinnerungen eines Verlegers. Mit Briefen und Dokumenten. Aufbau Taschenbuch 2001. 560 S. (NB345) 12,50 Euro
Fritz Landshoff gehörte zu den herausragendsten Verlegerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. 1927 bis 1933 war er Geschäftsführer des Gustav Kiepenheuer Verlags. 1933 gründete er im Amsterdamer Querido-Verlag eine Abteilung für deutschsprachige Literatur und bot für verfolgte Autoren wie Klaus und Heinrich Mann, Lion Feuchtwanger und Anna Seghers eine verlegerische Heimat im Exil. Landshoffs Erinnerungen geben Auskunft über Erfolge und Niederlagen bei dem Bemühen, humanistischer antifaschistischer Literatur Geltung zu verschaffen, über Freundschaften und den aufreibenden Alltag im Exil. Ergänzt durch eine Auswahl aus dem Briefwechsel mit Autoren.



Uwe Johnson: Jahrestage. Ausgabe in einem Band. Suhrkamp Taschenbuch ca. 1700 S. (NB284) 29,50 Euro



Gisela Elsner: Die Riesenzwerge. Ein Beitrag. Mit einem Nachwort von Hermann Kinder. Aufbau Taschenbuch. 304 S. (NB549z) 8,50 Euro
Taschenbuchausgabe.



Gisela Elsner: Heilig Blut. Roman. Verbrecher Verlag 2007. 250 S. (NB998) 14 Euro
Erste deutsche Veröffentlichung. Zu Lebzeiten der Autorin nur in russischer Übersetzung erschienen. Mit einer editorischen Notiz und einem Nachwort von Christine Künzel.



Gisela Elsner: Das Berührungsverbot. Verbrecher Verlag 2006. 220 S. (NB975) 13 Euro
Neuauflage des 1970 erschienenen Romans. Mehrere Paare üben sich im sogenannten Gruppensex, um der Spießigkeit ihres bisherigen Lebens zu entfliehen. Doch der Ausbruch, der nie einer war, endet nur in einem Akt unglaublicher Rohheit.



Gisela Elsner: Die Zähmung. Chronik einer Ehe. Roman. Mit einem Nachwort von Tjark Kunstreich. Verbrecher Verlag 2002. 282 S. (NB589) 15 Euro



Christine Künzel (Hg.): Die letzte Kommunistin. Texte zu Gisela Elsner. Konkret 2009 (Konkret Texte 49). 144 S. Und Bildtafeln. (NB1131) 14 Euro
Mit ihrem Erstling „Die Riesenzwerge“ (1964) wurde Gisela Elsner über Nacht berühmt. Doch in den 1980er Jahren wurde es still um die „schreibende Kleopatra“, die sich 1992 das Leben nahm. Der Film „Die Unberührbare“ brachte die Autorin im Jahr 2000 kurzzeitig wieder ins Gedächtnis. Der Band ist ein erster Versuch, Elsners Werke vor dem Hintergrund aktueller literatur- und kulturwissenschaftlicher Debatten neu zu verorten und politischen Motiven in Elsners Leben und Schaffen nachzuspüren. Als „schreibende Kleopatra“ hätte die „letzte Kommunistin“ der BRD das Zeug zu einer Ikone gehabt – mit ihrer spektakulären Selbstinszenierung, ihren monströsen Perücken und tiefschwarz umränderten Augen. Doch Gisela Elsners Karriere, die 1964 mit dem Roman „Die Riesenzwerge“ als „vielversprechende Jungautorin“ begann, war kurz und abschüssig. Schon in den 1980er Jahren schwand das Interesse an ihren bösen Gesellschaftskritiken, und als sie sich 1992 das Leben nahm, war sie fast völlig vergessen. Erst seit dem Jahr 2000 kehrte Elsner langsam ins literarische Bewusstsein zurück, zuerst durch den Spielfilm „Die Unberührbare“ in der Regie ihres Sohnes Oskar Roehler, dann durch eine Werkausgabe im Berliner Verbrecher Verlag, und schließlich begannen Rezensenten sie als „ältere Schwester Elfriede Jelineks“ zu rühmen. In „Die letzte Kommunistin“, herausgegeben von Christine Künzel, würdigen Chris Hirte, Bernhard Jahn, Tjark Kunstreich, Carsten Mindt, Evelyne Polt-Heinzl, Werner Preuß und Elfriede Jelinek die „erste Satirikerin Deutschlands“.



Irmgard Keun: Gilgi – eine von uns. Roman. List Taschenbuch. 272 S. (NB809) 7,95 Euro.
Die Geschichte des Mädchens Gilgi im Köln der 20er Jahre, mit der die 26jährige Irmgard Keun 1931 über Nacht berühmt wurde.



Irmgard Keun: Das kunstseidene Mädchen. Roman. List Taschenbuch 2004. 256 S. (NB979) 9 Euro
Doris ist Sekretärin bei einem zudringlichen Rechtsanwalt. Sie will nicht mehr tagaus tagein lange Briefe tippen, sondern ein Star werden. Sie will in die große Welt, ins Berlin der Roaring Twenties. Irmgard Keun hat Doris' kunstseidene Abenteuer " naiv und brillant, witzig und verzweifelt, volkstümlich und feurig" beschrieben (Hermann Kesten). Bunte Unterhaltung in Verbindung mit satirischer Zeitkritik - eine seltene Einheit.



Irmgard Keun: Nach Mitternacht. Roman. List Taschenbuch 2002. 208 S. (NB752) 7,95 Euro
Als 16jährige erlebt Susanne Moder die „Machtergreifung“ und in den folgenden vier Jahren, wie der Terror in das kleinbürgerliche Leben eindringt. Sie muß sich entscheiden.



Brigitte Reimann: Hunger auf Leben. Eine Auswahl aus den Tagebüchern 1955-1970 mit einem Brief an eine Freundin. Aufbau Taschenbuch 2004. 336 S. Und Bildtafeln. (NB743) 8,50 Euro
Das Schicksal der Schriftstellerin Brigitte Reimann hat viele Leser fasziniert, ihre Tagebücher und Briefe sind einzigartige Zeugnisse eines ruhelosen, leidenschaftlichen, kreativen Lebens und zugleich Zeitdokumente, die Geist und Stimmung einer ganzen Periode deutscher Nachkriegsgeschichte einfangen. Für alle, die Brigitte Reimann anläßlich der Verfilmung ihrer Tagebücher genauer kennenlerne möchten, versammelt dieses Buch die bewegendsten Tagebucheintragungen von 1955 bis 1970.



Brigitte Reimann: Alles schmeckt nach Abschied. Tagebücher 1964-1970. Hg. Von Angela Drescher. Aufbau Taschenbuch 2001. 480 S. (NB343) 10 Euro



William Shakespeare: Sämtliche Werke. Komödien, Poetische Werke, Historien, Tragödien. Aufbau Verlag 2003. 4 Bände im Schuber (NB241) 50 Euro



Francois Villon: Sämtliche Werke. Französisch/Deutsch. Dtv. 336 S. (NB373) 12 Euro



Jean-Paul Sartre: Die Wörter. Autobiographische Schriften. Rororo 1968. 174 S. (NB124) 6,50 Euro



Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen. Mit einem Nachwort von Joseph Peter Strekla. Insel Taschenbuch 128 S. (NB233) 6 Euro



Heinrich Heine: Romanzero. Mit zeitgenössischen Illustrationen und einem Nachwort von Joseph A. Kruse. Insel Taschenbuch 288 S. (NB234z) 7,50 Euro



Heinrich Heine: Hundert Gedichte. Aufbau Verlag. Leinen. (NB561) 12,50 Euro



Jochanan Trilse-Finkelstein: Heinrich Heine – Gelebter Widerspruch. Eine Biografie. Aufbau Taschenbuch 2001. 420 S. (NB398) 10 Euro
Der Biograf veranschaulicht Heines ungewöhnliches Leben und sein vielfältiges Werk. Aufgrund seines eigenen Lebenslaufs beschäftigt er sich intensiv mit Heines Judentum.



Charles Chaplin: Die Geschichte meines Lebens. Fischer Taschenbuch. 510 S. (NB328) 12,90 Euro



Paco Ignacio Taibo II: Vier Hände. Verlag der Buchläden Schwarze Risse/Rote Straße, Verlag Libertäre Assoziation 1999. 416 S. (NB718) 14,50 Euro
Stan Laurel und Pancho Villa, Trotzky und die Sandinistas, zwei Journalisten, immer auf der Suche nach Exklusivinterviews und den nötigen Dollars; ein Desinformationsbüro in New York, die Schaffung der Legende für einen Drogenboss... Collagnhaft verknüpfte Revolutionsgeschichte von Querdenkern aus dem spanischen Bürgerkrieg, aus Mexiko, Bulgarien, den USA und Nicaragua fügen sich zusammen zu einem fesselnden Roman, einem Politthriller von literarischem Rang. Vier Hände wurde mit dem internationalen Dashiell-Hammet-Preis für de besten Kriminalroman ausgezeichnet.



Dietrich Weichold: ... und nebenbei ein toter Lehrer. Kriminalroman. Schmetterling Verlag 2009. 248 S. (NB1096) 14,80 Euro
Ein Gymnasium in der idyllischen schwäbischen Provinz: Der beliebte Mathematiklehrer Bruno Schwarz wird erschlagen im Schulgebäude aufgefunden, und das ausgerechnet am Morgen des Deutschabiturs. Für Hauptkommissar Kupfer steht bald außer Frage, daß der Mörder in den Reihen des Kollegiums zu finden ist. Doch offen bleibt: Wie tief reichte die Abneigung zwischen Schwarz und dem Querulanten Detlev Fellbauch, im Lehrerzimmer nur verächtlich „Faulbaum“ genannt? Was hat jene verblüffende Entdeckung zu bedeuten, die die Rentnerin Elsbeth Ruckhaberle in ihrer Mülltonne macht? Und was hat Spanisch- und Englischlehrer Eberhard Blech zu verbergen, dem eine ungewöhnliche Nähe zur Abiturientin Sina Pitsch nachgesagt wird? Sinas kleine Schwester hat ihrem Tagebuch jedenfalls eine Menge zu berichten, und das nicht nur, weil sie zum ersten Mal verliebt ist. Thematisch hoch aktuell greift der Roman das Phänomen „Cyberbullying“ auf, das besonders im schulischen Umfeld an Brisanz gewinnt.



Jean-François Vilar: Die Verschwundenen. Aus dem Französischen von Barbara Heber-Schärer und Andrea Stephani. Nachwort von Christian von Ditfurth. Verlag Assoziation A 2008 (Reihe „noir“). 464 S. (NB1090) 24 Euro
Der Pressefotograf Victor Blainvilles wird entführt und drei Jahre lang festgehalten, ohne die Motive seiner Freiheitsberaubung zu erfahren. Im November 1989 wird er gemeinsam mit seinem Schicksalsgenossen Alex Katz in Paris unvermittelt auf freien Fuß gesetzt. Kurze Zeit später wird Alex von einem Lastwagen überfahren. Victor glaubt nicht an einen Unfall und versucht das Geheimnis der Entführung zu ergründen. Dabei stößt er auf das Tagebuch von Alex' Vater Alfred Katz, das ihn in das Jahr 1938 zurückführt: Alfred Katz war Trotzkist, verkehrte in den Kreisen der künstlerischen Avantgarde und verliebte sich in Mila, das wunderschöne Modell des Surrealisten Man Ray. Er wurde Zeuge der Ermordung von Dissidenten der kommunistischen Bewegung durch stalinistische Geheimagenten unmittelbar vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Victor lernt im Laufe seiner Recherchen im Jahr des Mauerfalls die tschechische Journalistin Solveig kennen und verliebt sich in sie. Aber auch die Menschenjagd scheint von Neuem zu beginnen. Wie den verkleideten Bullen entkommen, den Frauen, die Doppelagentinnen sind, der Geschichte, die uns wieder verrät? Und vor allem, wer war Alfred Katz? Aus der Überlagerung der Zeiten und Liebesgeschichten entsteht die narrative Spannung dieses Romans, der seinen Höhepunkt in einer „surrealen“ Liebesszene in dem kleinen Park St. Jacques erfährt. Vilars Roman „Die Verschwunden“ wurde im Jahr 2002 von Gilles Bourdos verfilmt.



Dominique Manotti: Hartes Pflaster. Roman. Mit einem Interview mit Dominique Manotti. Assoziation A 2004 (Serie Noir) 336 S. (NB770) 16 Euro
„Noir ist das Signet einer neuen Reihe im Verlag Assoziation A, die sich ausschließlich dem roman noir widmet. Eine in Frankreich sehr erfolgreiche zeitgenössische Form, Geschichte zu erzählen. In dieser Reihe erscheinen nur solche Krimis, die noch nicht auf deutsch veröffentlicht wurden, aber in Frankreich so links wie erfolgreich sind.“ (Verlagsmitteilung).



Frédéric H. Fajardie: Rote Frauen werden immer schöner. Roman. Assoziation A (noir) 2003. 192 S. (NB836) 12 Euro
„Einige der Aktivisten von 68 begannen Krimis zu schreiben. Politische Krimis. Sie verstehen sie als Fortsetzung des Engagements mit anderen Mitteln.“ (aus dem Nachwort).



Didier Daenincks: Die Statisten. Der Mann mit der Sammelbüchse. Kurzgeschichte. Assoziation A 2005 (Serie Noir). 120 S. (NB873) 9,90 Euro
Valère Notermans ist Filmliebhaber. Er entdeckt auf einem Festival ein Filmfragment und macht sich auf die Suche nach dem Schöpfer dieser faszinierenden Bilder. Er findet ein Universum des Grauens, das auf den Nationalsozialismus und den Widerstand verweist. Statisten ist ein knallharter roman noir und eine faszinierende Geschichtslektion. Daenincks' ironischer Blick auf Geschichte zeigt sich auch in der Kurzgeschichte Der Mann mit der Sammelbüchse, in der ein kleiner Drogendealer aus der bewegtenZeit des Pariser Mai '68 seinen Nutzen zu ziehen weiß, bis er eines Tages auf die falsche Demo gerät...



Rolo Diez: Wüstenstaub. Distel Literatur Verlag 2007 (Série Noire). 264 S. (NB1018) 12,80 Euro
Carlos Hernandez, Elite-Flic In Mexiko-City, wird wieder mit einer delikaten Affäre betraut. Er muß die Leiche einer jungen Frau, die in der Hauptstadt bei einer Sex-Orgie mit honorigen Männern an einer Überdosis gestorben ist, in ihre Heimatstadt Tijuana an der mexikanischen Grenze zurückbringen. Was harmlos beginnt, entwickelt sich für ihn zu einer harten Überlebensprobe: Das örtliche Drogenkartell und ein Serienmörder jagen ihn um die Wette. Auch in diesem dreiteiligen Roman entwirft Rolo Diez mit sarkastischem Humor das Bild einer korrupten, gewalttätigen mexikanischen Macho-Gesellschaft.



Serge Quadruppani: Das Weihnachtsessen. Kriminalroman. Série noire im Distel Literaturverlag 2005. 184 S., stabiler Einband. (NB889) 14,80 Euro
24. Dezember abends: der Weihnachtsmann läutet an der Tür der Bankiersfamilie Boutonnier, die Kinder sind begeistert. In Wirklichkeit nimmt der Weihnachtsmann die Familie des Bankdirektors und seine Gäste als Geiseln. Aber was will er wirklich? Hat er tatsächlich vor, die Bank am nächsten Morgen auszurauben? Oder geht es ihm darum, die honorige Gesellschaft zu demaskieren und ein perverses, tödliches Spiel mit ihnen zu treiben? In seinem Gabenkorb hat er für jeden ein passendes brisantes Geschenk.



Jean-Patrick Manchette: Nada. Kriminalroman. Distel Literaturverlag 2002 (Série Noire) 216 S. (NB715) 9,90 Euro
Die anarchistische Gruppe „Nada“, eine Frau und vier Männer, entführt den amerikanischen Botschafter in Frankreich aus einem Pariser Luxusbordell. Kommissar Guémond wird von höchster Stelle beauftragt, die Entführer aufzuspüren. „Nada“ wurde von Claude Chabrol verfilmt.



Jean-Patrick Manchette: Position: Anschlag liegend. Kriminalroman. Distel Literatur Verlag 2003 (Série Noire). 192 S. (NB680) 10,80 Euro
Der junge Martin Terrier hatte einen Plan: In genau zehn Jahren wollte er als wohlhabender Mann in seine Heimatstadt und zu seiner Jugendliebe zurückkehren. Um dieses Ziel zu erreichen, trat er als Berufskiller in die Dienste einer „Firma“. Jetzt will er aussteigen. Doch die Firma ist von seiner Lebensplanung wenig begeistert. Verfilmt mit Catherine Deneuve und Alain Delon.



Jean-Patrick Manchette: Fatal. Kriminalroman. Distel Literaturverlag 2001 (Série Noire) 152 S. (NB656) 9,50 Euro
„Es gibt immer irgendeinen oder irgendeine, die ein anderes Arschloch umbringen möchten. Zuletzt bietet man seine Dienste an, möglichst in einer Krisensituation. Ich sage ihnen nicht, daß ich ein Killer bin. Ich bin eine Frau...“



Jean-Patrick Manchette: Knüppeldick. Kriminalroman. Distel Literaturverlag 2001 (Série Noire) 184 S. (NB657) 9,50 Euro
Eugène Tarpon, Ex-Gendarm und nun Privatdetektiv in Paris, ist nicht sehr gefragt. Da beauftragt ihn eine nette alte Dame, ihre spurlos verschwundene blinde Tochter zu suchen. Plötzlich sind sie alle hinter ihm her: korrupte Polizeibeamte, bretonische Nazis, durchgeknallte Glaubenseiferer, stahlharte Drogenhändler... und es kommt knüppeldick.



Chantal Pelletier: Eros und Thalasso. Kriminalroman. Distel Literaturverlag 2000 (Série Noire) 208 S. (NB716) 9,50 Euro
Kommissar Maurice Laice ist im Streß: Zwei Leichen an einem Tag stören das geruhsame Provinzleben im normannischen Granville – und eine davon hinterläßt auch noch ihre ungemein lebendige Schwester, die sich ungebeten in seine Ermittlungen einmischt.



Chantal Pelletier: More is less. Kriminalroman. Distel Literaturverlag 2004 (Série Noire) 216 S. (NB730) 10 Euro
Kommissar Maurice Laice wurde erneut versetzt, diesmal von Montmartre ins 19. Arrondissement, ins „Chinatown“ von Paris. Ein pittoreskes Quartier, wo rebellierende Jugendliche, asiatische Immigranten und bohemienhafte Bourgeois aufeinandertreffen. Auf der Suche nach dem Mörder eines alten Chinesen, der beim morgendlichen Tai-Chi im Park Buttes Chaumont erschossen wurde, stößt der Kommissar auf eine reiche Bildhauerin, die ein Doppelleben führt, und gerät dabei in die Schußlinie.



Emrah Serbes: BEHZAT Ç – jede berührung hinterläßt eine spur. Aus dem Türkischen von Oliver Kontny. Edition Galata 2009. 320 Seiten, engl. Broschur. (NB1107) 14 Euro
Die Nacht nach Neujahr ist trist in der Betonwüste Ankara – insbesondere für Hauptkommissar Behzat Ç. Ständig überlastet zu sein hilft ihm auch heute dabei, die Trostlosigkeit seines Privatlebens zu vergessen. Als kurz nach Mitternacht eine junge Frau von der Veranda einer Bar stürzt, kommt die Funkmeldung für ihn fast wie eine Erlösung. Doch seine Ermittlungen führen ihn in einen Machtkonflikt mit den Kollegen vom Staatsschutz. Behzat Ç. ist ein mürrischer Kettenraucher, der gern flucht, zuschlägt und auch schon mal foltert, was ihn mit den neuen menschenrechtlichen Bestimmungen hadern läßt. Serbes gelingt es, detailreiche Innenansichten des Polizeiapparates und seiner keineswegs sauberen Beamten zu vermitteln.



G.G. Walter: Über die volle Distanz. Elefantenpress-Krimi. 256 S. (NB362z) 10,20 Euro
Arif Schneider, Jahrgang 1945, Betreiber eines kleinen Boxstudios in München, ist die Luft ausgegangen. Er pendelt nur noch zwischen Training und Kneipe. Das ändert sich schlagartig, als ihm Djula buchstäblich in den Schoß fällt. Djula „gehört“ einem serbo-kratischen Zuhälter, beide kommen aus Arifs bosnischem Heimatdorf. Plötzlich ist alles wieder da, „der ganze idiotische Jugo-Scheiß“. Arif nimmt den ungleichen Kampf um seine Liebe auf. Seine Gegner: Zuhälter, Waffenschieber, Polizei, Politiker und der BND. Eigentlich hat Arif keine Chance. Aber er ist ein Fighter...



Johann Christian Lotter: Meister des Feuers. Elefantenpress-Krimi. 224 S. (NB363z) 9,50 Euro
Privatdetektiv Michael Morbius ahnt nicht, auf was er sich einläßt, als er auf der Suche nach Arbeit bei der spirituellen Gruppe „Es werde Licht“ anruft. Zunächst wird sein Angebot, sie bei der Suche nach dem Messias zu unterstützen, ja auch abgelehnt. Als dann aber die erste verkohlte Leiche im Sektenquartier der Jesus-Jünger gefunden wird, braucht man Morbius‘ Hilfe umso mehr. Wer ist der „Meister des Feuers“, der Menschen auf scheinbar übernatürliche Weise von innen verbrennen läßt und willkürlich Feuersbrünste großen Ausmaßes hervorrufen kann? Atemlos jagt Morbius durch Frankfurt, die Polizei auf seinen Fersen, hält sie ihn doch für den Täter. Morbius muß aufpassen, daß er sich nicht die Finger verbrennt.



Reinhard Wissdorf: Shabou. Elefantenpress-Krimi. 192 S. (NB367z) 9,50 Euro
Eine unbekannte Eurasierin verwechselt Koscinskis Auto mit einem Taxi und manövriert ihn in eine Verfolgungsjagd. Ein Komplott, in dem es um Amphetamin-Schmuggel, langbeinige Rothaarige, Seilschaften bei der Ex-DDR-Kripo und Ninjas auf Abwegen geht...



Thomas Pfanner: Glaube Liebe Mord. Espresso Krimi 2001. 256 S. (NB412z) 10,20 Euro
Das Polizisten-Duo Katja Preuß und Dabiel Joya hat es mit einem schwierigen und blutigen Fall zu tun, in dem erst spät die Fronten klar sind. Zuerst wird die katholosche Kirche per Internet um etliche Millionen erleichtert. Dann detonieren Bomben, deren Ziel immer Versammlungen katholischer Würdenträger sind. Anfangs deutet alles auf eine neue terroristische Vereinigung hin...



André Héléna: Die Bullen haben immer recht. Kriminalroman. Aus dem Französischen übersetzt von Cornelia Wend. Edition Nautilus 1997. 192 S. Hc. (NB856) 14,90 Euro
* André Héléna, 1919 geboren, Regieassistent, Film-Szenarist, Bohemien, Journalist und Autor, lebte bis zu seinem Tod 1972 überwiegend in Paris. Wie sein Freund Léo Malet fühlte er sich besonders dem „Roman noir“ verpflichtet. Er schrieb zahlreiche Serien, Romane und Krimis im schwarzen Stil.



Robert Brack: Nachtkommando. Thriller. Edition Nautilus Hamburg 1998. 224 S. Hc. (NB857) 7,90 Euro



Dashiell Hammet: Der gläserne Schlüssel. Roman. Diogenes Taschenbuch. 272 S. (NB1112) 9,90 Euro



Marie Agnès Combesque. Sklaven. Zwischen Krieg und Elend. Elefantenpress Jugendbuch, Edition „Ich klage an“. 112 S. (NB74z) 10 Euro



Victor Hugo: Les Misérables. Die Elenden. Roman. Aufbau Taschenbuch. 608 S. (NB559) 10 Euro



Ernest Hemingway: Wem die Stunde schlägt. Roman. Fischer Taschenbuch. 560 S. (NB351) 9,90 Euro
Als Reporter im spanischen Bürgerkrieg engagierte sich Hemingway für die republikanische Seite gegen die Faschisten.



Nazim Hikmet: Die Luft ist schwer wie Blei. Hava Kursun Gibi Agir. Gedichte türkisch/deutsch. Dagyeli Verlag 2000. 272 S. (NB668) 18,50 Euro



Nazim Hikmet: Das schönste Meer ist das noch nicht befahrene. En Güzel Deniz Henüz Gidilmemis Olanidir. Liebesgedichte türkisch/deutsch. Dagyeli Verlag 2001. 248 S. (NB669) 18,50 Euro



Nazim Hikmet: Eine Reise ohne Rückkehr. Dönüsü Olmayan Yolculuc. Gedichte und Poema türkisch/deutsch. Dagyeli Verlag 2001. 284 S. (NB670) 18,50 Euro



Tschingis Aitmatow: Dshamilja. Unionsverlag. 96 S. (NB545) 4,95 Euro
1956 verfaßte Tschingis Aitmatov am Maxim-Gorki-Litraturinstitut in Moskau als Diplomarbeit eine Geschichte und gab ihr den Titel „Dshamilja“. Seither geht sie um die ganze Welt. Sie ist „zur Gefährtin all jener geworden, die an die Liebe glauben“. „Ich schwöre es, es ist die schönste Liebesgeschichte der Welt.“ (Louis Aragon).



Gabriel García Márquez: Der Oberst hat niemand, der ihm schreibt. Roman. Fischer Taschenbuch. 128 S. (NB1030) 7,90 Euro



Gabriel García Márquez: Das Leichenbegängnis der Großen Mama. Erzählungen. Fischer Taschenbuch 2004. 112 S. (NB769) 8,90 Euro



Pablo Neruda: Ich bekenne, ich habe gelebt. Memoiren. Sammlung Luchterhand. 478 S. (NB989) 12 Euro
„Habt Erbarmen mit diesen Jahrhunderten und mit denen, die glücklich oder geschunden sie überlebten...“ Pablo Neruda, einer der größten Dichter der spanischsprachigen Literatur und einzigartig als Mensch, als Politiker und Kommunist, hat mit seinen Memioren ein grandioses Dokument seines Lebens und seiner Welt hinterlassen.



José Saramago: Hoffnung im Alentejo. Roman. Rororo 1987. 320 S. (NB378) 7,90 Euro
Die Provinz Alentejo, das Land der Sonne, des Weizens, der Olivenhaine und der Korkeichen, das Land der Großgrundbesitzer und der Tagelöhner. Der portugiesische Romancier José Saramago (Literatur-Nobelpreis 1998) verfolgt hier das Schicksal einer Tagelöhnerfamilie über vier Generationen, von der Jahrhundertwende bis kurz nach der Revolution 1974.



José Saramago: Das Memorial. Roman. Rororo 1992. 464 S. (NB379) 10,90 Euro
Portugal gehörte zu Beginn des 18. Jahrhunderts die halbe Welt, während im Mutterland der finstere Geist der Inquisition herrscht. Historischer Roman über ein vom Feudalismus geschundenes Volk.



Howard Fast: Spartacus. Mit einer Einführung von Howard Fast und einem Nachwort von Raphael Zehnder. Unionsverlag 2005. 384 S. (NB1011) 11,90 Euro
Rom im Jahr 73 vor unserer Zeitrechnung. Besonderer Beliebtheit beim Publikum erfreuen sich die Gladiatorenkämpfe auf Leben und Tod. Auch der Sklave Spartacus ist von der Bergwerken der Nubischen Wüste in die Gladiatorenschule von Capua verschleppt worden. Als er und seine Mitgefangenen rebellieren, wird aus der lokalen Revolte ein Flächenbrand: Spartacus führt den größten Sklavenaufstand der Geschichte an, der das Römische Reich in seinen Grundfesten erschüttert. Howard Fasts historischer Roman entwirft ein Panorama der römischen Gesellschaft. Der 1951 erschienene Roman wurde 1960 von Stanley Kubrick verfilmt. Hauptdarsteller und Produzent Kirk Douglas setzte sich dafür ein, daß neben dem Autor Howard Fast auch andere Filmschaffende, die auf der „Schwarzen Liste“ des „Kommunistenjägers“ Joseph McCarthy standen, an der Produktion beteiligt wurden.



Umberto Eco: Der Name der Rose. Roman. Dtv. 688 S. (NB380) 10 Euro



Leonardo Sciascia: Der Tag der Eule. Roman. Aufbau Taschenbuch 2000. 144 S. (NB390) 7,50 Euro
Sciascia stellte in seinen Romanen den Zusammenhang zwischen der italienischen Mafia und dem politischen Establishment dar.



Günter Grass: Die Rättin. Dtv. (NB374) 11 Euro



Günter Grass: Der Butt. Roman. Dtv. (NB375) 13 Euro



Günter Grass: Katz und Maus. Eine Novelle. Dtv. (NB376) 7 Euro



Martin Andersen Nexö: Pelle der Eroberer. Roman. Aufbau Taschenbuch Verlag 2004. Zwei Bände im Schuber, zus. 1310 S. (NB723) 20 Euro
„Pelle der Eroberer“, 1906 erschienen, gehört zu den großen Romanen der Weltliteratur. Der Lebensweg des jungen Pelle ist zum Teil Nexös eigene Geschichte. Hier wie in allen seinen Werken schöpfte der dänische Erzähler aus dem Reichtum erlebter Wirklichkeit.



Martin Andersen Nexö: Ditte Menschenkind. Roman. Aufbau Taschenbuch. 732 S. (NB698) 10 Euro



Martin Andersen Nexö: Die Küste der Kindheit. Die schönsten Erzählungen. Aufbau Taschenbuch 2001. 320 S. (NB344) 7,95 Euro



Emile Zola: Der Totschläger. Roman. Aufbau Taschenbuch 2002. 512 S. (NB606) 10 Euro
Die Wäscherin Gervaise wurde zu einer der berühmtesten Frauengestalten der Weltliteratur. Der siebte Band des Roman-Zyklus „Die Rougon-Macquart“.



Emile Zola: Nana. Roman. Aufbau Taschenbuch 2002. 480 S. (NB605) 10 Euro
Zolas berühmtester Roman. Der neunte Band des Roman-Zyklus „Die Rougon-Macquart“.



Wolfgang Borchert: Draußen vor der Tür und ausgewählte Erzählungen. Mit einem Nachwort von Heinrich Böll. Rororo 1956. 128 S. (NB121) 5,95 Euro



Wolfgang Borchert: Die traurigen Geranien und andere Geschichten aus dem Nachlaß. Hg. Und mit einem Nachwort von Peter Rühmkorf. Rororo 1967. (NB122) 128 S. 6,95 Euro



Wolfgang Borchert: Das Gesamtwerk. Rowohlt gebundene Ausgabe. (NB123) 14,90 Euro



Wolfgang Borchert: Das Gesamtwerk. Herausgegeben von Michael Töteberg unter Mitarbeit von Irmgard Schindler. rororo 2007. 576 S. (NB1133) 11 Euro
Mit nur zwei Dutzend Kurzgeschichten, einer Handvoll Gedichte und dem Theaterstück „Draußen vor der Tür“ wurde Wolfgang Borchert zur wichtigsten Stimme der deutschen Nachkriegsliteratur. Sie hat bis heute nichts von ihrer Wirkung eingebüßt. Für die Neuausgabe des 1949 erschienenen Gesamtwerks sind sämtliche Texte anhand von Manuskripten und Erstdrucken revidiert und seinerzeit getilgte Passagen wieder eingefügt worden.



Wolfgang Borchert mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten dargestellt von Peter Rühmkof. rororo bildmonographie. 192 S. (NB1134) 7,50 Euro



Brecht heute. Politische Gedichte. Verlag Neues Leben. 112 S. (NB1049) 4,90 Euro



Tucholsky heute. Deutsche, kauft deutsche Zitronen. Verlag Neues Leben. 112 S. (NB1050) 4,90 Euro



Egon Erwin Kisch: Aus Prager Gassen und Nächten. Aufbau Taschenbuch Verlag 208 S. (NB164z) 7,55 Euro



Egon Erwin Kisch: Marktplatz der Sensationen. Aufbau Taschenbuch Verlag 1997. 272 S. (NB167z) 8,50 Euro



Egon Erwin Kisch: Der rasende Reporter. Aufbau Taschenbuch Verlag 1996. 368 S. (NB168) 8,95 Euro



Egon Erwin Kisch: Wagnisse in aller Welt. Aufbau Taschenbuch Verlag 1995. 208 S. (NB171z) 7,60 Euro



Egon Erwin Kisch: Kriminalistisches Reisebuch. Aufbau Taschenbuch Verlag 1994. 112 S. (NB172z) 5,60 Euro



Egon Erwin Kisch: Zaren, Popen, Bolschewiken. Aufbau Taschenbuch Verlag 1992. 240 S. (NB173z) 7,55 Euro



Egon Erwin Kisch: Die Abenteuer in Prag. Aufbau Taschenbuch, zwei Bände (NB434z) 12,70 Euro



Anna Seghers: Überfahrt. Eine Liebesgeschichte. Aufbau Taschenbuch 1997. 144 S. (NB185z) 7,15 Euro
„Mit einer Abfahrt ist nichts zu vergleichen. Keine Ankunft, kein Wiedersehen. Man läßt den Erdteil endgültig hinter sich zurück. Und was man dort auch alles erlebt hat an Leiden und Freuden, wenn die Schiffsbrücke hochgezogen wird, dann liegen vor einem drei reine Wochen Meer.“



Anna Seghers: Karibische Geschichten. Aufbau Taschenbuch 2000. 256 S. (NB245) 6 Euro
Die Hochzeit von Haiti; Wiedereinführung der Sklaverei in Guadeloupe; Das Licht auf dem Galgen.



Anna Seghers: Das siebte Kreuz. Ein Roman aus Hitlerdeutschland. Aufbau Taschenbuch 2000. 448 S. (NB247) 8,50 Euro



Anna Seghers: Die Rettung. Roman. Aufbau Taschenbuch 1995. 528 S. (NB266z) 9,15 Euro



Anna Seghers: Transit. Roman. Aufbau Taschenbuch 1997. 304 S. (NB267) 7,95 Euro
Über die Flucht der Emigranten aus dem besetzten Frankreich.



Anna Seghers: Der Ausflug der toten Mädchen und andere Erzählungen. Aufbau Taschenbuch 1997. 144 S. (NB271) 4,95 Euro



Anna Seghers: Sonderbare Begegnungen. Drei Erzählungen. Aufbau Taschenbuch 1994. 144 S. (NB439z) 6,55 Euro



Anna Seghers: Sämtliche Erzählungen 1924-1980. Aufbau Taschenbuch 6 Bände im Schuber. (NB184) 35 Euro
Erzählungen schrieb Anna Seghers ein Leben lang. Geschichten waren die ersten Arbeiten, die sie veröffentlichte, und die letzten. Mit dieser Sammlung sind, chronologisch geordnet, erstmals alle zugänglichen Erzählungen von Anna Seghers zusammengefaßt. In sechs Bänden ist ein unglaublich facettenhaftes Werk gebündelt, das Erzählungen bietet, die zu den schönsten der deutschen Literatur gehören.



Lion Feuchtwanger: Der falsche Nero. Roman. Aufbau Taschenbuch. 430 S. (NB181) 8,95 Euro
Eine der großen politischen Betrugsaffären der Weltgeschichte wird für Lion Feuchtwanger – im dritten Jahr der Nazidiktatur – zur Vorlage für eine grandiose Parodie auf das Triumvirat Hitler, Göring, Goebbels.



Lion Feuchtwanger: Goya oder Der arge Weg der Erkenntnis. Roman. Aufbau Taschenbuch 2000. 608 S. (NB182) 12,50 Euro



Lion Feuchtwanger: Der Tag wird kommen. Roman. Aufbau Taschenbuch 1999. 416 S. (NB183) 10 Euro



Lion Feuchtwanger: Der tönerne Gott. Roman. Aufbau Taschenbuch 2000. 192 S. (NB214) 7,95 Euro



Lion Feuchtwanger: Simone. Roman. Aufbau Taschenbuch 1996. 256 S. (NB273) 8,50 Euro



Lion Feuchtwanger: Erfolg. Drei Jahre Geschichte einer Provinz. Roman. Aufbau Taschenbuch 1995. 880 S. (NB274) 12,99 Euro



Lion Feuchtwanger: Die Brüder Lautensack. Roman. Aufbau Taschenbuch 1991. 338 S. (NB275) 8,95 Euro



Lion Feuchtwanger: Exil. Roman. Aufbau Taschenbuch 1998. 864 S. (NB276) 14,99 Euro



Lion Feuchtwanger: Die Geschwister Oppermann. Roman. Aufbau Taschenbuch 1999. 368 S. (NB277) 8,50 Euro



Lion Feuchtwanger: Die häßliche Herzogin. Roman. Aufbau Taschenbuch. 240 S. (NB438) 8,50 Euro



Lion Feuchtwanger: Jefta und seine Tochter. Roman. Aufbau-Taschenbuch 2002. 304 S. (NB551) 8,50 Euro



Lion Feuchtwanger: Die große Passion des Klavierspielers Morgenroth. Erzählungen. Aufbau Taschenbuch. 384 S. (NB553) 8,95 Euro
Sämtliche, bisher verstreut in Sammlungen erschienene Erzählungen Feuchtwangers und Geschichten aus dem Nachlaß.



Lion Feuchtwanger: Die Josephus-Trilogie. Der jüdische Krieg, Die Söhne, Der Tag wird kommen. Aufbau Taschenbuch Verlag. Drei Bände im Schuber. (NB557) 25 Euro
Mit den Freiheiten eines historischen Romans erzählt Lion Feuchtwanger das Leben des jüdischen Geschichtsschreibers Flavius Josephus (37-100). Im Hintergrund die Verhältnisse im damaligen Palästina und am römischen Hof. Im Zentrum Fragen der Gegenwart: Nationalismus oder Weltbürgertum.



Lion Feuchtwanger: Die Füchse im Weinberg. Roman. Mit einem Nachwort des Autors von 1952 und einer Nachbemerkung von Gisela Lüttich. Aufbau Taschenbuch 2004. 992 S. (NB703) 12,50 Euro
1776: Mitten in der heiteren Untergangsstimmung am Hofe von Versailles treffen zwei Rivalen aufeinander, die gegensätzlicher nicht sein könnten und doch dasselbe wollen: der französische Lebemann und Komödiendichter Beaumarchais und Benjamin Franklin, der korrekte Abgesandte des amerikanischen Kongresses. Louis XVI soll die Rebellen in Übersee unterstützen. In einem opulenten Szenario mit üppig besetzter Personage, vom Hofstaat bis zur französischen Geisteselite, werden Intrigen ausgefochten, Ränke geschmiedet, Leidenschaften ausgelebt. Aber schließlich hat sich die Weltgeschichte doch um ein Stück nach vorn bewegt. „Sie werden ohne weiteres verstehen, daß der Held des Romans nicht Benjamin Franklin ist, auch nicht Beaumarchais, auch nicht der König oder Voltaire, sondern jener unsichtbare Lenker der Geschichte, der, im achtzehnten Jahrhundert entdeckt, im neunzehnten Jahrhundert deutlich erkannt, beschrieben und gepriesen wurde, um dann im zwanzigsten Jahrhundert bitter verleugnet und verleumdet zu werden: der Fortschritt.“ (Lion Feuchtwanger).



Heinrich Mann: Ein ernstes Leben. Roman. Mit einem Nachwort von Elke Segelcke und einem Materialienanhang. Fischer Taschenbuch Studienausgabe in Einzelbänden 1991. 336 S. (NB228) 9,90 Euro



Heinrich Mann: Der Untertan. Roman. Fischer Taschenbuch. 496 S. (NB288) 8,90 Euro



Heinrich Mann: Professor Unrat. Roman. Rororo 190 S. (NB289) 8,99 Euro



Heinrich Mann: Die Göttinnen. Die drei Romane der Herzogin von Assy. Fischer Taschenbuch Studienausgabe in Einzelbänden. Band I: Diana. 384 S. (NB290) 8,40 Euro Band II: Minerva. 368 S. (NB291) 8,40 Euro Band III: Venus. 352 S. (NB292) 8,95 Euro



Heinrich Mann: Die Armen. Roman. Fischer Taschenbuch Studienausgabe in Einzelbänden. 320 S. (NB293) 9,95 Euro



Heinrich Mann: Im Schlaraffenland. Ein Roman unter feinen Leuten. Fischer Taschenbuch Studienausgabe in Einzelbänden. 482 S. (NB293) 10,95 Euro



Heinrich Mann: Empfang bei der Welt. Roman. Fischer Taschenbuch Studienausgabe in Einzelbänden. 464 S. (NB294) 9,90 Euro



Heinrich Mann: Ein Zeitalter wird besichtigt. Erinnerungen. Fischer Taschenbuch Studienausgabe in Einzelbänden. 768 S. (NB295) 14,95 Euro



Heinrich Mann: Flöten und Dolche. Novellen. Fischer Taschenbuch Studienausgabe in Einzelbänden. 160 S. (NB296) 6,40 Euro



Heinrich Mann: Der Haß. Deutsche Zeitgeschichte. Essays. Fischer Taschenbuch Studienausgabe in Einzelbänden. 240 S. (NB297) 7,40 Euro



Heinrich Mann: Die Jugend des Königs Henri Quatre. Roman. Fischer Taschenbuch. 720 S. (NB628) 14,95 Euro



Heinrich Mann: Die Vollendung des Königs Henri Quatre. Roman. Mit einem Anhang. Fischer Taschenbuch. 1120 S. (NB629) 16,95 Euro



Stefan Ringel: Heinrich Mann – Ein Leben wird besichtigt. Eine Biographie. Aufbau Taschenbuch. 592 S. (NB562) 12,50 Euro
„Ich bin ebenso gewöhnlich wie auserlesen“, sagte Heinrich Mann über sich selbst. Doch die Literaturgeschichte verbannte ihn zumeist in den Schatten seines jüngeren Bruders Thomas Mann. Stafan Ringel rückt den Autor des „Untertan“ aus diesem Schatten heraus und interpretiert so fundiert wie unterhaltsam Leben, Werk sowie das politische Engagement eines der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.



Klaus Mann: Mephisto. Roman einer Karriere. Rororo. 402 S. (NB332) 8,90 Euro



Klaus Mann: Der Wendepunkt. Ein Lebensbericht. Mit einem Nachwort von Frido Mann. Rororo. 542 S. (NB333) 9,90 Euro



Klaus Mann: Der Vulkan. Roman unter Emigranten. Mit einem Nachwort von Michael Töteberg und 30 Szenenfotos aus der Verfilmung von Ottokar Runze. Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe. Rororo. 576 S. (NB529) 9,90 Euro



Thomas Mann: Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Roman. Fischer Taschenbuch. 768 S. (NB1161) 9,95 Euro



Bertolt Brecht: Mutter Courage und ihre Kinder. Eine Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg. Edition suhrkamp. 128 S. (NB470) 5,50 Euro



Bertolt Brecht: Der kaukasische Kreidekreis. Edition suhrkamp. 132 S. (NB463) 5 Euro



Bertolt Brecht: Der gute Mensch von Sezuan. Parabelstück. Edition Suhrkamp. 158 S. (NB465) 5,50 Euro



Bertolt Brecht: Die heilige Johanna der Schlachthöfe. Edition suhrkamp. 160 S. (NB467) 6 Euro



Bertolt Brecht: Herr Puntila und sein Knecht Matti. Volksstück. Edition suhrkamp. 144 S. (NB469) 5,50 Euro



Bertolt Brecht: Die Dreigroschenoper. Edition suhrkamp. 128 S. (NB461) 5,50 Euro



Bertolt Brecht: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny. Oper. Edition suhrkamp. 112 S. (NB466) 6 Euro



Bertolt Brecht: Baal. Drei Fassungen. Kritisch ediert und kommentiert von Dieter Schmidt. Edition suhrkamp. 232 S. (NB464) 9,00 Euro



Bertolt Brecht: Die Maßnahme. Zwei Fassungen. Anmerkungen. edition suhrkamp. 112 S. (NB1199) 7,50 Euro



Bertolt Brecht: Leben des Galilei. Schauspiel. Edition suhrkamp. 144 S. (NB460) 5,50 Euro



Bertolt Brecht: Schwejk im zweiten Weltkrieg. Edition suhrkamp. 128 S. (NB462) 7,50 Euro



Bertolt Brecht: Furcht und Elend des Dritten Reiches. Edition suhrkamp. 144 S. (NB468) 7 Euro



Bertolt Brecht: Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui. Edition Suhrkamp. 144 S. (NB900) 5,50 Euro



Bertolt Brechts Hauspostille. Suhrkamp Taschenbuch. 168 S. (NB1305) 8 Euro



Bertolt Brecht: Ausgewählte Gedichte. Ausgewählt von Siegfried Unseld. Nachwort von Walter Jens. edition suhrkamp. 112 S. (NB1200) 7,00 Euro



Bertolt Brecht: Hundert Gedichte 1918-1950. Aufbau Verlag 1998. 268 S. (NB476z) 9,20 Euro
Die von Wiland Herzfelde besorgte Auswahl wurde von Brecht autorisiert und erschien erstmals 1951.



Bertolt Brecht: Kriegsfibel. Nachwort von Günter Kunert. Eulenspiegel Verlag. 170 S. (NB494z) 22 Euro
In diesem großformatigen Bildband sind die Kriegsfotos gesammelt, die Brecht aus Zeitungen und Zeitschriften ausschnitt und mit Vierzeilern kommentierte.



Bertolt Brecht: Buckower Elegien / Gedichte aus dem Exil. Insel-Bücherei. 56 S. Hc. (NB478) 9,80 Euro



Bertolt Brecht: Liebesgedichte. Ausgewählt von Elisabeth Hauptmann. Insel-Bücherei. 70 S. Hc. (NB477) 9,80 Euro



Bertolt Brecht: Gedichte über die Liebe. Ausgewählt von Werner Hecht. Suhrkamp taschenbuch. 256 S. (NB481) 8 Euro



Bertolt Brecht: Dreigroschenroman. Suhrkamp Taschenbuch. 400 S. (NB879) 11,50 Euro



Bertolt Brecht: Geschichten vom Herrn Keuner. Suhrkamp taschenbuch. 128 S. (NB471) 6 Euro



Bertolt Brecht: Kalendergeschichten. Rororo. 128 S. (NB474) 4,90 Euro



Bertolt Brecht: Die Geschäfte des Herrn Julius Caesar. Romanfragment. Rororo. 158 S. (NB473) 4,50 Euro



Bertolt Brecht: Flüchtlingsgespräche. Suhrkamp taschenbuch. 176 S. (NB472) 7 Euro



Bertolt Brecht: Me-ti. Buch der Wendungen. Bibliothek Suhrkamp. 196 S. Hc. Mit SchU. (NB475) 12,80 Euro



Bertolt Brecht: Werke. Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe. Hg. von Werner Hecht, Jan Knopf, Werner Mittenzwei, Klaus D. Müller. Suhrkamp Verlag. 30 Bände (33 Teilbände). Band 1-10: Stücke, Bd. 11-15: Gedichte, Bd. 16-20: Prosa, Bd. 21-25: Schriften, Bd. 26-27: Jornale, Bd. 28-30: Briefe, Registerband. Jeder Band enthält einen ausführlichen Apparat über Entstehung, Wirkung, Textfassungen und einen Zeilenkommentar. ca. 22.000 Seiten, jeder Band Leinen mit Schutzumschlag und zwei Lesebändchen. (NB 980) 1280 Euro
Die meisten Bände sind noch einzeln lieferbar.



Brecht heute. Politische Gedichte. Verlag Neues Leben. 112 S. im Kleinformat (NB972) 4,90 Euro
Das Bändchen enthält nicht nur berühmte große Gedichte, die wieder und neu zu lesen lohnt. Es finden sich auch weniger bekannte Texte, deren erstaunliche Aktualität von den gesellschaftlichen Verhältnissen herrührt, in denen wir leben und die schon Brecht bekämpfte.



Bertolt Brecht: Lektüre für Minuten. Gedanken aus seinen Büchern und Briefen. Suhrkamp Verlag 192 S. Hc. (NB480) 8,80 Euro



Bertolt Brecht: Werke. Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe. Suhrkamp Verlag. 30 Bände in 33 Einzelbänden, Ln. Mit SchU. (NB492) 1280 Euro
Bände auch einzeln lieferbar.



Bertolt Brechts Die Ernte. Die Augsburger Schülerzeitschrift und ihr wichtigster Autor. Gesamtausgabe. Maro Verlag. 156 S. Großformat. Hc., 90 Abb. Und eine Faksimile-Beilage. (NB479z) 22 Euro



Werner Mittenzwei: Das Leben des Bertolt Brecht oder der Umgang mit den Welträtseln. Aufbau Taschenbuch. 2 Bände im Schuber, zus. 1524 S. (NB482z) 25,50 Euro
Die bisher umfangreichste, spannend zu lesende Brecht-Biografie.



Werner Hecht: Brecht-Chronik 1898 – 1956. Suhrkamp Verlag. 1200 S., zahlr. Abb. Ln. Im Schuber. (NB491) 76 Euro



Bertolt Brecht. Dargestellt von Reinhold Jaretzky. rowohlts monographien 2006. 160 S. mit zahlreichen Abbildungen. (NB1139) 8,50 Euro
Dieser Band ersetzt die 1959 erschienene Monographie von Marianne Kesting.



Bertolt Brecht. Mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten dargestellt von Marianne Kesting. Rowohlts monographien. 190 S. (NB490) 7,50 Euro



Friedrich Dieckmann: Wer war Brecht? Erkundungen und Erörterungen. Aufbau Taschenbuch 2003. 224 S. (NB678z) 7,95 Euro
Brecht ist ein verborgener Dichter, was wenig auffiel, solange er in aller Munde war. Daß er nicht mehr Mode ist, begünstigt den Versuch, den Quellen und Antrieben seiner dichterischen Existenz nachzuspüren. Friedrich Dieckmann unternimmt es, jenen Firnis abzulösen, mit dem der Ruhm Werk und Person dieses Jahrhundertdichters lange Zeit überzog, und ihn dort aufzusuchen, wo er sich preisgibt: in seinem Werk.



Marcel Reich-Ranicki: Ungeheuer oben. Über Bertolt Brecht. Erweiterte Neuausgabe. Aufbau Taschenbuch 2001. 160 S. (NB442) 7,95 Euro



Werner Frisch, K.W. Obermeier: Brecht in Augsburg. Erinnerungen, Dokumente, Fotos. Mit einem Vorwort von Werner Mittenzwei. Aufbau Taschenbuch 1997. 290 S. 127 Abb. (NB485z) 10,20 Euro
Diese Untersuchung erschien erstmals 1975. Alle erreichbaren Quellen wurden ausgewertet, Zeitzeugen befragt. So entstand ein komplettes Bild der Augsburger Jahre.



Denken heißt verändern...“. Erinnerungen an Bertolt Brecht. Hg. Von Joachim Lang und Jürgen Hillersheim. Maro Verlag. 192 S. Mit einigen Abb. (NB486z) 16,40 Euro
Das Buch zur Fernsehserie von ARD und arte. Gespräche mit Mitarbeitern und Zeitzegen: Benno Besson, Erwin Geschonneck, Käthe Reichel, Ekkehard Schall, Manfred Wekwerth u.a.



Armin Stolper: Meine kleine Brecht-Postille. Zum 100. Geburtstag von bb. Spotless Verlag 1998. 112 S. (NB487z) 5,11 Euro



Wolfgang Bömelburg: Hobellied für Bertolt Brecht. Ein Theatertischler erzählt. Eulenspiegel Verlag 1997. 112 S. Hc. 20 Abb. (NB488z) 12 Euro
Theatergeschichte aus einer anderen Perspektive. Wolfgang Bömelburg war von 1951 bis 1995 zuerst als Theatertischler, dann als Bühnenmeister beim Berliner Ensemble.



Sabine Kebir: Helene Weigel – Abstieg in den Ruhm. Eine Biographie. Aufbau Taschenbuch 2002. 432 S. (NB564) 10 Euro
Als „lärmendste Schauspielerin Berlins“ machte sich Helene Weigel in den 20er Jahren einen Namen. Mit eher leisen Tönen erlangte sie schließlich Weltruhm – als Bertolt Brechts „Primadonna im proletarischen Gewand“. Viele Spuren ihres Lebens, aber auch viele Quellen ihrer Kunst hat sie meisterhaft verwischt. Schlichtheit und Schweigen gehörten zum raffinierten Arsenal dieser einmaligen Schauspielerin. Sabine Kebir, bekannt durch provokante Studien über Brecht und seine Mitarbeiterinnen, ermittelte aus vielen Zeugnissen die nachhaltigen Eindrücke, die die Weigel bei Kollegen, Kritikern, bei Freunden und ihrer Familie hinterließ. Sie rekonstruiert das Bild einer ungewöhnlichen Frau, die sich in der Kunst und in ihrem Leben als couragierte Avantgardistin weiblicher Emanzipation behauptete.



Sabine Kebir: Ich fragte nicht nach meinem Anteil. Elisabeth Hauptmanns Arbeit mit Bertolt Brecht. Aufbau Taschenbuch 2000. 300 S. Einige Abb. (NB286z) 8,95 Euro
Hat Brecht tatsächlich seinen Weltruhm im Austausch von „sex for text“ erworben? Auf Kosten seiner Mitarbeiterinnen also, wie es der amerikanische Literaturprofessor John Fuegi behauptet? Sabine Kebir tritt mit einer temperamentvollen Streitschrift gegen diese Auffassung an. Ihre Zeugin ist Elisabeth Hauptmann, langjährige Mitarbeiterin Brechts, deren bislang kaum beachteten Selbstaussagen hier umfangreich präsentiert und ausgewertet werden. Sie belegen gegenseitige Inspiration und gemeinsames Engagement des Duos Brecht-Hauptmann und die Befindlichkeiten einer Frau, die zu den Pionierinnen der freien Liebe gehörte. Darüber hinaus tragen sie zu einem neuen Verständnis von Brecht als Kollektivautor bei.



Sabine Kebir: Ich fragte nicht nach meinem Anteil. Elisabeth Hauptmanns Arbeit mit Bertolt Brecht. Gebundene Ausgabe: Aufbau Verlag 1997. 292 S. 10 Abb. (NB483z) 22 Euro



Sabine Kebir: Mein Herz liegt neben der Schreibmaschine. Ruth Berlaus Leben vor, mit und nach Bertolt Brecht. Edition Lalla Moulati 2006. 416 S. (NB981) 25 Euro
Um Ruth Berlau (1906-1974), die dänische Freundin und Mitarbeiterin Bertolt Brechts, ranken sich zahllose Gerüchte und Legenden. Sabine Kebir, die schon mehrere Biografien von Frauen im Umkreis Brechts verfaßte, legt nun eine Biografie Ruth Berlaus vor. Sie entstand auf der Grundlage der Berliner und Kopenhagener Nachlässe sowie zahlreicher Zeugenschaften. Die gleichermaßen großartige wie tragische Figur der Dänin wird aus neuen Blickwinkeln betrachtet. Brecht war nicht nur ihr Lehrer, sondern auch ihr Therapeut. Beide ahnten nicht, daß daraus ein verhängnisvoller Kampf entstehen würde und schließlich eine gegenseitige Gefangenschaft. Auch Brecht lernte etwas Wesentliches von Ruth Berlau: extremes Vernunftdenken stößt an Grenzen. Sabine Kebirs Forschung bietet auch eine Sicht auf unbekannte Novellen, Fragmente von Stücken, Filmszenen und Hörspiele, die von der Kreativität zeugen, die Berlau und Brecht zusammen entfalteten.



Ruth Berlau: Jedes Tier kann es. Erzählungen. Mit einem Nachwort von Klaus Völker. Suhrkamp Taschenbuch 2001. 128 S. (NB971) 7 Euro
1940 veröffentlichte Ruth Berlau, Schauspielerin, Fotografin, Mitarbeiterin und Geliebte Bertolt Brechts, diese Erzählingen, die ein Tabu zum Thema machen: Die fehlende sexuelle Erfüllung läßt Berlaus Frauen mit geistreichem Enthusiasmus streiten und spotten – über die Männer, die „die natürlichste Verrichtung der Welt nicht ausführen können. Jedes Tier kann es, aber sie können es nicht mehr.“



Ruth Berlau: Jedes Tier kann es. Erzählungen. Persona Verlag. 168 S. (NB489) 12,50 Euro
Brechts engste Mitarbeiterin fand als Autorin zu wenig Beachtung. Die Erzählungen in diesem Band handeln von der Liebe und ihren Schwierigkeiten.



Gerd Koch / Florian Vaßen / Doris Zeilinger: „Können uns und euch und niemand helfen“. Die Mahagonnysierung der Welt. Bertolt Brechts und Kurt Weills „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“. Verlag Brandes & Apsel 2006. 248 S. mit einigen Abbildungen und Bildtafeln. (NB949) 19,90 Euro
Der Stückeschreiber Bertolt Brecht und der Komponist Kurt Weill produzieren Ende der 20er Jahre eine antikulinarische Oper, die analytisch-dialektisch, theatral-metaphorisch, karikierend-unterhaltsam, verlockend-spielerisch der Zeit die eigene Melodie verfremdet vorsingt. „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ signalisiert jedoch auch: „Aber etwas fehlt!“ Mahagonny“ ist so unterschwellig ein Sehnsuchtsstück. Mehr als ein Dreivierteljahrhundert nach der Uraufführung bleibt das Stück damit Symbol für das Leben auch in heutigen Globalisierungs-, Ausbeutungs- und Vergnügungszuständen. Autorinnen und Autoren aus den unterschiedlichsten Disziplinen beschäftigen sich mit der weiterhin aktuellen Einmischung der Anti-Oper von Brecht und Weill in die Mahagonny-Welt, in der wir noch immer leben. Damit beleben sie die Tradition des Umgangs mit „Mahagonny“, wie ihn einst Bloch, Benjamin, Kracauer und Adorno kritisch und produktiv praktizierten.



Karl Kraus: Die letzten Tage der Menschheit. Tragödie in fünf Akten mit Vorspiel und Epilog. Mit einem Vorwort von Franz Schuh, herausgegeben von Bernhard Fetz. Verlag Jung und Jung 2014 (Reihe Österreichs Eigensinn). 800 S. Ln. (NB1285) 28 Euro
Einem „Marstheater“ hat Karl Kraus seine Weltkriegstragödie zugedacht – weil sie mit ihren über 200 Szenen nicht nur im Umfang über jede menschliche Vorstellung hinausgeht. Die Tragödie findet hier nicht nur auf dem Theater statt, sie ist eine Katastrophe von apokalyptischen Dimensionen, der Untergang der Welt in einer „Extraausgabee“. Und so endet der Krieg, gegen den Karl Kraus mit satirischem Furor und moralischer Beschämung Krieg geführt hat, hier nicht mit einem Frieden: „Dieser nicht.“ Denn: „Er hat sich nicht an der Oberfläche des Lebens abgespielt, sondern im Leben selbst gewütet. Die Front ist ins Hinterland hineingewachsen. Sie wird dort bleiben.“ Und Karl Kraus spürt ihrem Verlauf nach: in der Presse wie im Militärkommando, im Café wie am Schlachtfeld, im Wurstelprater wie vorm Kriegsgericht und vor allem in dem von Chauvinismus und Gewissenlosigkeit verseuchten Denken und Sprechen seiner Zeitgenossen. Aus Erfundenem wie Gefundenem gestaltet Karl Kraus ein großes Panorama des Schreckens, den tragischen Karneval einer Menschheit im Vernichtungsrausch: ein literarisches Fanal, Mahnmal und Monument.



Karl Kraus: Sittlichkeit und Kriminalität. Karl Kraus Schriften Bd. 1. Suhrkamp Taschenbuch. 384 S. (NB864) 10 Euro



Karl Kraus: Aphorismen. Suhrkamp Taschenbuch. 544 S. (NB1301) 13 Euro
Die Aphorismensammlungen „Sprüche und Widersprüche“, „Pro domo et mundo“ und „Nachts“ in einem Band.



Kurt Tucholsky: Zwischen gestern und morgen. Eine Auswahl aus seinen Schriften und Gedichten, hg. Von Mary Gerold-Tucholsky. Rororo. 254 S. (NB450) 7,90 Euro



Kurt Tucholsky: Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte. Rororo. 158 S. (NB447) 6,50 Euro
Dieses berühmte „Bilderbuch für Verliebte“, die sommerliche Wochenendfahrt zweier junger Großstadtmenschen ins märkische Schloßstädchen, ist voll liebenswürdiger Ironie und erotischem Charme. Neben den biedermeierlich-poetischen Zeichnungen Kurt Szafranskis enthält diese Neuausgabe auch noch eine Auswahl verwandter Prosa.



Kurt Tucholsky: Schloß Gripsholm. Eine Sommergeschichte. Mit Textillustrationen von Wilhelm M. Busch. Rororo. 128 S. (NB448) 6,90 Euro
Eine Sommerliebe in Schweden. Unnachahmlich graziös und amüsant erzählt, schwebend wie ein Schmetterling und sonnendurchflutet wie der Sommer selbst.



Kurt Tucholsky: Deutschland Deutschland über alles. Ein Bilderbuch. Montiert von John Heartfield. Rororo. 258 S. (NB449) 7,90 Euro
Dieses Buch von deutscher Ungerechtigkeit, Verblendung und deutschem Hochmut ist ein Schreckbild der „goldenen zwanziger Jahre“. Zugleich aber sind Tucholskys Kommentare zu Heartfields Fotomontagen eine Warnung für die Gegenwart.



Kurt Tucholsky: Gedichte. Rororo. 834 S. (NB455) 10,90 Euro



Kurt Tucholsky: Schnipsel. Rororo. 384 S. (NB451) 6,50 Euro Aphorismen.



Kurt Tucholsky: Deutsches Tempo. Texte 1911 bis 1932. rororo. 958 S. (NB456) 9,90 Euro
Ergänzungsband zur zehnbändigen Werkausgabe.



Kurt Tucholsky: Die Q-Tagebücher 1934-1935. rororo. 446 S. (NB452) 7,50 Euro



Kurt Tucholsky: Unser ungelebtes Leben. Briefe an Mary. Rororo. 636 S. (NB454) 9,90 Euro



Kurt Tucholsky: Briefe aus dem Schweigen 1932-1935. Briefe an Nuuna. Rororo. 318 S. (NB453) 6,50 Euro



Kurt Tucholsky dargestellt von Michael Hepp. Rororo 1998 (rowohlts monographie). 192 S. Mit zahlr. Abb. (NB457) 8,95 Euro



Das Erich Kästner Lesebuch. Diogenes (detebe). (NB298) 9,90 Euro



Erich Kästner: Notabene 45. Ein Tagebuch. Dtv. 224 S. (NB300) 8 Euro



Erich Kästner: Herz auf Taille. Mit Zeichnungen von Erich Ohser. Dtv. 128 S. (NB301) 7 Euro



Erich Kästner: Kurz und bündig. Epigramme. Dtv. 120 S. (NB302) 7 Euro



Erich Kästner: Die 13 Monate. Mit 13 Graphiken von Celestino Piatti. Dtv. (NB303) 8,50 Euro



Erich Kästner: Drei Männer im Schnee. Eine Erzählung. Dtv. 240 S. (NB304) 7,50 Euro



Erich Kästner: Die kleine Freiheit. Chansons und Prosa 1949-1952. dtv. (NB305) 7,00 Euro



Erich Kästner: Fabian. Die Geschichte eines Moralisten. Dtv. 256 S. (NB306) 7,90 Euro



Erich Kästner: Bei Durchsicht meiner Bücher. Dtv. (NB307) 6,60 Euro



Erich Kästner: Die verschwundene Miniatur oder auch Die Abenteuer eines empfindsamen Fleischermeisters. Dtv. 208 S. (NB308) 7,50 Euro



Erich Kästner: Der kleine Grenzverkehr oder Georg und die Zwischenfälle. Dtv 1988. 112 S. (NB229) 7,50 Euro



Erich Kästner: Werke in neun Bänden. Herausgegeben von Franz Josef Goertz. Carl Hanser Verlag 1998. Zusammen ca. 5200 Seiten, 9 Bände im Schuber (NB1098) 98 Euro
Band 1: Gedichte; Band 2: Chanson, Kabarett, Kleine Prosa; Band 3-4: Romane; Band 5: Theater, Hörspiel, Film; Band 6: Publizistik; Band 7-8: Romane für Kinder; Band 9: Nacherzählungen.



Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein. Roman. Aufbau Taschenbuch 2000. 636 S. (NB186) 10 Euro
Auf Bitten von Johannes R. Becher schrieb Fallada diesen Roman über das Leben der „kleinen Leute“ während der Nazi-Diktatur.



Hans Fallada: Bauern, Bonzen und Bomben. Roman. Aufbau Taschenbuch 1999. 624 S. (NB441z) 10 Euro
Was Fallada als Berichterstatter im „Landvolkprozeß“ von 1928 erlebte, verarbeitete er zu einem handlungsreichen Provinzroman. Tucholsky nannte Falladas Satire ein „politisches Lehrbuch der Fauna Germanica, wie man es sich nicht besser wünschen kann“.



Hans Fallada: Kleiner Mann – was nun? Roman. Aufbau Taschenbuch. 380 S. (NB440) 9,99 Euro
In diesem bewegenden Roman, der zum Welterfolg wurde, schildert Fallada das hoffungslose Leben der kleinen Angestellten in den letzten Jahren der Weimarer Republik.



Hans Fallada: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt. Roman. Aufbau-Taschenbuch. 592 S. (NB548) 10 Euro



Leonhard Frank: Links wo das Herz ist. Roman. Aufbau Taschenbuch 1999. 256 S. (NB192) 7,95 Euro



Arnold Zweig: Der Streit um den Sergeanten Grischa. Roman. Aufbau Taschenbuch 1994. 524 S. (NB236) 10,95 Euro
Roman über den Ersten Weltkrieg.



Arnold Zweig: Junge Frau von 1914. Roman. Aufbau Verlag 2014. 432 S. Gb. (NB1272) 15 Euro
In diesem Roman einer Liebe im Ersten Weltkrieg steht das Schicksal der jungen Lenore Wahl im Mittelpunkt, womit Zweig auf das Unverständnis seiner Zeitgenossen stieß: Man empfand dies als befremdlich privat, wo doch die Männer an der Front gekämpft und ihr Leben riskiert hatten. Der Autor aber wusste, dass der Krieg bis in die Heimat vordringt und nicht zuletzt dort seine Opfer fordert. Zudem legte er mit diesem Werk ein aufsehenerregendes Bekenntnis zur weiblichen Selbstbestimmung vor, das seiner Zeit weit voraus war. „Ein furioser Pazifist.“ DIE ZEIT
„Der Krieg zwingt die Helden Zweigs, leidenschaftlicher zu lieben, tiefer zu hassen, schneller zu lernen, mehr zu leiden, intensiver zu leben. Er beschleunigt ihre Entwicklung und ihren Untergang, er steigert ihren Ehrgeiz und ihr Machtbedürfnis, ihren Wissensdurst und ihre Resignation, ihr Mitleid, ihren Neid und ihre Sehnsucht nach Glück. Der Krieg macht sie klüger, härter und grausamer, er ist eine große Anstandsprobe, eine moralische Prüfung. Zweig … berückt das Leben, er beobachtet, liebt und genießt es. Seine epische Welt ist diesseitig und rational, taghell und übersichtlich.“ Marcel Reich-Ranicki.



Arnold Zweig: Junge Frau von 1914. Roman. Aufbau Taschenbuch 1995. 384 S. (NB237) 8,95 Euro



Arnold Zweig: De Vriendt kehrt heim. Roman. Aufbau Taschenbuch 1994. 304 S. (NB238) 7,95 Euro



Oskar Maria Graf: Bolwieser. Roman eines Ehemannes. dtv. 256 S. (NB280) 10,20 Euro



Oskar Maria Graf: Das Leben meiner Mutter. dtv. (NB281) 12,90 Euro



B. Traven: Das Totenschiff. Die Geschichte eines amerikanischen Seemanns. rororo, 224 S. (NB835) 5,90 Euro



Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues. Roman. KiWi. 224 S. (NB325) 6,90 Euro
Eines der meistbeachteten Bücher gegen den Krieg.



Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues. Roman. Mit Materialien und einem Nachwort von Tilman Westphalen. KiWi. 288 S. (NB402) 8,90 Euro



Erich Maria Remarque: Die Nacht von Lissabon. Roman. KiWi. 332 S. (NB326) 8,90 Euro
Das dunkle Jahr 1942. Am Kai in Lissabon starrt ein Mann auf ein Schiff. Es könnte seine Rettung sein, aber er hat weder Visum noch Geld.



Erich Maria Remarque: Arc de Triomphe. Roman. KiWi. 460 S. (NB327) 9,90 Euro
Die Geschichte des Arztes Ravic, der nach Paris emigriert und hier den Vorabend des Zweiten Weltkriegs erlebt.



Joseph Roth: Das Spinnennetz. Roman. dtv. 128 S. (NB810) 7,90 Euro
Joseph Roths erster Roman erschien kurz vor Hitlers Putschversuch in München – und nahm die Wirklichkeit vorweg. In der Gestalt des jungen Leutnants Lohse, der sich nach dem Ersten Weltkrieg in Berlin als Hauslehrer verdingen muß, führt er visionär und exemplarisch die entstehende Generation der Mitläufer vor. Enttäuscht und führungslos werden die zu willigen Helfern des Rechtsradikalismus.



Joseph Roth: Radetzkymarsch. Roman. dtv. 416 S. (NB818) 9,90 Euro



Eva Strittmatter: Hundert Gedichte. Aufbau Verlag. Leinen. (NB560) 12,50 Euro



Erwin Strittmatter: Der Laden. Roman-Trilogie. Drei Bände im Schuber. Aufbau Taschenbuch Verlag. (NB699) 22 Euro
Über drei Jahrzehnte betreibt die Mutter Matt den Krämerladen in Bosdom. Er ist der magische Punkt im Niederlausitzer Heidedorf, und auch Esaus Leben ist von der Kindheit an bis in seine Heimkehrer-Zeit mit dessen Geschick verbunden. Und auf besondere Weise auch mit den Schicksalen der Bosdomer, die voller Überraschungen sind in ihrer Unverblümtheit und Listigkeit. Wenn Esau Matt, ein notorischer Beobachter und Sammler menschlicher Eigenheiten, die Zerwürfnisse und Versöhnungen seiner eigenwilligen Familie und die Ereignisse des Dorfalltags beschreibt, entstehen opulente Geschichten, spannend und komisch wie das Leben selbst. Denn Erwin Strittmatter fügt Großes und Kleines zusammen, Weltgeschehen und Dorfalltag.



Erwin Strittmatter: Geschichten ohne Heimat. Hg. Und mit einem Nachwort von Eva Strittmatter. Aufbau Taschenbuch 2004. 240 S. (NB702) 7,50 Euro
Der Band mit Texten aus dem Nachlaß bietet eine dichte Sammlung unterschiedlicher Genres: von der „Kalendergeschichte“, wie Strittmatter seine Naturreflexionen in jener für ihn so bezeichnenden poetischen Verknappung nannte, über Short stories mit der konzentrierten, pointierten Beschreibung alltäglicher Vorgänge bis zur intensiven Erzählung.



Wie der Regen mit dem See redet. Das große Erwin-Strittmatter-Buch. Herausgegeben von Klaus Walther. Aufbau Taschenbuch 2002. 432 S. (NB592) 10 Euro
Eine Auswahl der schönsten Geschichten Strittmatters und Auszüge aus seinen beliebtesten Romanen zeigen die vielen Facetten eines großen Erzählers. Alle Texte leben von jener Mischung aus Poesie, Weisheit und Humor. Die Themen der Auswahl folgen der Lebenschronologie des Autors: von der Kindheitslandschaft mit dem kauzigen Großvater und dem berühmt gewordenen Familienladen über anekdotische Erlebnisse mit dem Freund Brecht bis zum Leben in Schulzenhof und zu Reflexionen über das Poetische und das Politische, über die Natur und über den Sinn es Lebens. Der Band enthält bisher unveröffentlichte Aphorismen aus dem Nachlaß.



Hermann Kant: Der Aufenthalt. Roman. Aufbau Taschenbuch 1994. 578 S. (NB176) 10 Euro
„‘Der Aufenthalt‘ ist eine Passionsgeschichte mit Humor und ein Schelmenroman mit tragischen Zügen. ... Wir haben Hermann Kant ein aufschlußreiches, ein witziges Buch zu verdanken. Dieser Schriftsteller war und ist ein harter und intelligenter Gegner unserer westlichen Welt. Zur Herzlichkeit haben wir wahrlich wenig Grund. Aber doch zu einer knappen respektvollen Verneigung.“ (Marcel Reich-Ranicki).



Hermann Kant: Die Aula. Roman. Aufbau Taschenbuchverlag. 448 S. (NB1306) 12,99 Euro
Diesen Roman über einen jungen Mann, der eine Abschiedsrede halten soll und darüber ins Erinnern gerät, haben Leser und Kritiker sofort nach Erscheinen als großen Spaß gefeiert. Ein "Geschichts- und Geschichtenbuch" über die Anfänge der DDR, ohne die man deren Ende nicht verstehen kann.



Hermann Kant: Kormoran. Roman. Aufbau Taschenbuch. 272 S. (NB550) 7,95 Euro Ein Nach-Wende-Roman: Streitbar, bissig, amüsant.



Hermann Kant: Ein bißchen Südsee. Erzählungen. Aufbau-Taschenbuch. 192 S. (NB552) 6,50 Euro



Hermann Kant: Abspann. Erinnerungen an meine Gegenwart. Aufbau Taschenbuchverlag. 544 S. (NB697) 8,95 Euro



Stefan Heym: Der Fall Glasenapp. Roman. btb-Taschenbuch. 368 S. (NB1029) 9 Euro
Prag unter deutscher Besatzung 1941. Der erste Roman von Stefan Heym.



Franz Josef Degenhardt: Zündschnüre. Roman. Aufbau Taschenbuch 1996. 224 S. (NB178z) 7,95 Euro
Sie sitzen auf Meurichs Mauer, und ihnen entgeht nichts, was in der Siedlung, im Werk oder im Russenlager passiert. Während die Väter im Krieg sind oder im KZ, beginnen Fänä und seine Kumpane unbekümmert um jede Gefahr und lustvoll fortzusetzen, was ihnen ihre Leute vorgelebt haben: die Dreizehn-, Vierzehnjährigen greifen in den scheinbar so unaufhaltsamen Gang der Dinge ein; sie sabotieren, plündern, versuchen eine Partisanenarmee zu gründen und verstecken Leute.



Franz Josef Degenhardt: Brandstellen. Roman. Aufbau Taschenbuch 1997. 320 S. (NB179z) 8,65 Euro Die Fotzsetzung von „Zündschnüre“ in den 70er Jahren.



Franz Josef Degenhardt: Die Mißhandlung oder Der freihändige Gang über das Geländer der S-Bahn-Brücke. Roman. Aufbau Taschenbuch 1997. 288 S. (NB321z) 8,65 Euro
Kein alltäglicher Fall, mit dem es Vormundschaftsrichter Hans Dörner zu tun bekommt: Der 12jährige Stefan Radtke wurde von seinen Eltern über Jahre hinweg mißhandelt, war in einem Verschlag eingesperrt, kann deshalb kaum sprechen und ahmt Vogellaute nach. Presse und Öffentlichkeit stürzen sich auf diese „Kaspar Hauser“-Geschichte, und für Dörner wird die Angelegenheit zur wichtigsten seiner Laufbahn. Er beginnt, sein eigenes Leben zu hinterfragen. Dörners Weg wird zum „freihändigen Gang über das Geländer der S-Bahn-Brücke“.



Franz Josef Degenhardt: Der Mann aus Fallersleben. Die Lieben des August Heinrich Hoffmann. Roman. Aufbau Taschenbuch 1996. 446 S. (NB323z) 9,15 Euro
August Heinrich Hoffmann, der sich von Fallersleben nannte, Verfasser der Deutschland-Hymne und volkstümlicher Kinderlieder, war einer der meistverehrten und meistverfolgten Männer seiner Zeit: Ein Professor und Poet, streitbar, schwärmerisch und vielfach gedemütigt, wie andere Vor- und Nachmärz-Liberale wegen aufrührerischer Gesinnung aus vielen Orten ausgewiesen, ständig in unsicheren Verhältnissen und ständig – meist unglücklich – verliebt.



Franz Josef Degenhardt: Die Abholzung. Roman. Aufbau Taschenbuch 1999. 320 S. (NB324z) 9,15 Euro
Rettungsaktion für ein bedrohtes Waldstück. Ein Bürgerkomitee kämpft gegen Bauunternehmer und Bürgermeister. Doch wie soll sich der Erfolg einstellen, wenn selbst die Umweltschützer nicht frei sind von Korruption und Egoismus?



Max von der Grün: Irrlicht und Feuer. Roman. Klartext Verlag 2007 ( Wir in Nordrhein-Westfalen – Unsere gesammelten Werke). 224 S. Gb. (NB1067) 7,95 Euro
Fast 13 Jahre arbeitete Max von der Grün unter Tage auf Königsborn in Unna. In „Irrlicht und Feuer“ (1963) beschreibt er mit kraftvoller Sprache den tristen Alltag des Arbeiters in der Wirtschaftswunder-Zeit. Aus der Perspektive des Ich-Erzählers wird ein System der Angst reflektiert, in dem der Arbeiter im Zustand sozialer Degradierung und Entfremdung verharrt, um einen Abglanz vom Wohlstand zu erhaschen. Max von der Grüns Roman war ein politischer Skandal, ein Welterfolg, und er wurde ein Klassiker der „Arbeiterliteratur“.



Max von der Grün: Stellenweise Glatteis. Roman. Dtv 1993. 272 S. (NB278) 9 Euro



Max von der Grün: Flächenbrand. Roman. Rororo 1982. 270 S. (NB279z) 5,50 Euro



Nicolas Born: Die erdabgewandte Seite der Geschichte. Klartext Verlag 1008 (Wir in Nordrhein-Westfalen – Unsere gesammelten Werke) 198 S. Geb. (NB1070) 7,95 Euro



Karlheinz Deschner: Abermals krähte der Hahn. Eine kritische Kirchengeschichte. Btb-Taschenbuch. 800 S. (NB134) 15 Euro



Karlheinz Deschner: Nur Lebendiges schwimmt mit dem Strom. Aphorismen. Lenos 1998. 120 S. (NB360) 7,50 Euro



Hermann Gieselbusch & Michael Schmidt-Salomon (Hg.): „Aufklärung ist Ärgernis...“ Karlheinz Deschner. Leben – Werk – Wirkung. Alibri Verlag 2006. 352 S. mit Abb. (NB964) 18 Euro.
Der Sammelband führt die verschiedenen Aspekte von Karlheinz Deschners publizistischem Wirken vor Augen: seine Kirchenkritik, seine literarischen Werke und Aphorismen, seine literaturkritischen Arbeiten, sein Engagement für Tierschutz und seine philosophisch-politischen Auffassungen.



Peter Maslowski: Papstkirche ohne Heiligenschein. Geschichte der Konzile von Konstanz bis zum Vatikanum II. Hg. von Felix Weiland. Alibri Verlag 2006. 348 S. (NB939) 20 Euro
Peter Maslowski stellt bei seiner Analyse des kirchlichen Machtapparats die sechs neueren Konzile in den Mittelpunkt. Die ehrwürdigen Konzilsväter stritten in ihren Versammlungen nicht nur um ideologische Richtungsentscheidungen und Verdammungsurteile. Es ging immer auch um Herrschaft, Steuern, Besitz und Geschäfte der Papstkirche. In diese Auseinandersetzung zwischen Kirchenfürsten, König und Papst, zwischen Kirche und Staat, zwischen Reaktion, Revolution und Sekularisierung bietet das vorliegende Spätwerk Maslowskis einen kenntnisreichen Einblick. Der versierte Journalist spannt den Bogen vom 15. Jahrhundert bis zum Aufbruch des Zweiten Vatikanum unter Johannes XXIII und dem konservativen Rückschlag, der unter dem Oberhirten Paul VI folgte und seither anhält. Peter Maslowski (1893-1983) lernte das journalistische Handwerk bei Rosa Luxemburg in der Roten Fahne, später war er enger Mitarbeiter Willi Münzenbergs. 1933 floh er aus Deutschland und lebte bis zum Kriegsende im Untergrund. Mit der KPD, die er als Reichstagsabgeordneter vertrat, brach er wegen des Hitler-Stalin-Paktes.



Casten Frerk: Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland. Alibri Verlag 2004. 436 S. (NB765) 24,50 Euro
Finanzen und Vermögen der Kirchen sind in Deutschland, wo die Kirchen umfassende Privilegien genießen und bedeutende Zuschüsse von der Öffentlichen Hand erhalten, ein Reizthema. Systematisch gegliedert und mit über 150 Grafiken und Schaubildern versehen, bietet dieses Buch einen Überblick über den kirchlichen Reichtum.



Franz Kafka: Der Prozeß. Roman. Aufbau Taschenbuch. 240 S. (NB435) 7,95 Euro



Arno Schmidt: Sommermeteor. 23 Kurzgeschichten. Fischer Taschenbuch. 128 S. (NB334) 5,95 Euro



Arno Schmidt: Das steinerne Herz. Historischer Roman aus dem Jahre 1954. Fischer Taschenbuch. 256 S. (NB335) 8,90 Euro



Arno Schmidt: Alexander oder Was ist Wahrheit. 3 Erzählungen. Fischer Taschenbuch. 142 S. (NB336) 5,90 Euro



Arno Schmidt: Nachrichten aus dem Leben eines Lords. 6 Nachtprogramme. Fischer Taschenbuch. 320 S. (NB337) 6,40 Euro



Ursula Trüper: Leider war ich ein Mädchen. Über Käthe Kollwitz. Edition Nautilus 2001 (Kleine Bücherei für Hand und Kopf). 96 S. Mit Abb. (NB419) 8,80 Euro
Vor dem Hintergrund der herrschenden Ansichten über die Stellung der Frau in der Kunst wird erst deutlich, wie ungewöhnlich ihr Werdegang war.



100 Jahre Hanns Kralik. Katalog zur Ausstellung. Mit einem Vorwort von Gerd Deumlich. Pahl-Rugenstein-Verlag 2000. 64 S. (NB210) 12,90 Euro



Lieder aus dem Schlaraffenland. Politische Lieder der 50er bis 70er Jahre. Hg. von Annemarie Stern. 274 Lieder mit Noten. Asso Verlag 1976. 640 S. Hc. (NB977) 24 Euro



Annemarie Stern (Hg.): Lieder gegen den Tritt. Politische Lieder aus fünf Jahrhunderten. Asso Verlag. 450 S. (NB788) 15,90 Euro
500 Jahre Klassenkampf, gespiegelt in Liedern. Von den Bauernkriegen bis zum Kampf gegen Atomrüstung. Alle Lieder mit Noten und Gitarrengriffen.



Liederbuch 1. kunterbundedition im Verlag Schott Musik international. 96 S. geheftet. (NB868) 6,95 Euro
99 Lied-Bonbons gibt es in dieser 12. Auflage des bereits seit Generationen erfolgreichen Liederbuches.



Liederkiste. Liederbuch 2. Kunterbundedition im Bund Verlag 1984. 88 Lieder mit Noten und Gitarrengriffen. Erläuterungen. Geheftet. (NB903) 6,95 Euro
Von „Auf einem Baum ein Kuckuck saß“ bis „Mackie Messer“, von „Horsti Schmandhoff“ bis „Mr. Tamburine Man“.



Liederkorb. Kunterbundedition im Bund Verlag 1983. 97 Lieder mit Noten und Gitarrengriffen. Erläuterungen. Geheftet. (NB974) 6,95 Euro
Lieder von Rolling Stones, Simon & Garfunkel, Hermann van Veen, Bertolt Brecht, Matthias Claudius, Reinhard Mey, den Beatles, Doors, Hannes Wader, Rod Stewand u.v.a.



Liedercirkus. Kunterbundedition im Bund Verlag 1985. 97 Lieder mit Noten und Gitarrengriffen. Erläuterungen. Geheftet. (NB954) 6,95 Euro
Lieder von Hermann van Veen, Joni Mitchell, Klaus Hoffmann, den Beatles, Gordon Lightfoot, Joan Baez, den Rolling Stones, Bettina Wegner, Georges Moustaki, Hirsch Glick, John Denver u.v.a.



Liederbaum. Liederbuch 6. Kunterbundedition im Verlag Schott Musik International. 89 Lieder mit Noten und Gitarrengriffen. Erläuterungen. Geheftet. (NB984) 6,95 Euro
Lieder von Reinhard Mey, Comedian Harmonists, Knut Kiesewetter, Degenhardt, Kinks, Rolling Stones, Beatles, Bob Dylan, Gordon Lightfood u.v.a.



Liederstern. Liederbuch 9. Kunterbundedition im Verlag Schott Musik International. 84 Lieder mit Noten und Gitarrengriffen. Erläuterungen. Geheftet. (NB988) 6,95 Euro
Lieder von Lindenberg, Erste Allgemeine Verunsicherung,, Rio Reiser, Comedian Harmonists, Sting, Suzanne Vega, Victor Jara, Degenhardt, Beatles, Buddy Holly, Georges Brassens, Theodorakis, Kinderlieder, Volkslieder aus Irland, Schottland u.v.a.



Pop-Splits. Die besten Songs aller Zeiten und ihre Geschichte. Hg. Von Frank Bruder, illustriert von Tim Dinter. Aufbau Taschenbuch 2004. 208 S. (NB733) 8,50 Euro
Sound of Silence (Simon & Garfunkle), Dont‘t stand so close to me (Police), Tears in Heaven (Eric Clapton), Helter Skelter (Beatles), Born in the USA (Bruce Springsteen), Englishman in New York (Sting), Knowing me knowing you (Abba), Keine Macht für niemand (Ton Steine Scherben), Smoke on the Water (Deep Purple), Perfect Day (Lou Reed), San Francisco (Scott McKenzie), My Generation (The Who), Wenn ein Mensch lebt (Puhdys), Talking ‚bout a Revolution (Tracy Chapman), No Woman no cry (Bob Marley), Sisters of Mercy (Leonard Cohen), Sexy Sadie (Beatles), Killing me softly with his Song (Roberta Flack), Ring of Fire (Johnny Cash), Satisfaction (Rolling Stones), You‘re so vain (Carly Simon) u.v.a.



George Martin, Jeremy Hornsby: Es begann in der Abbey Road. Der geniale Produzent der Beatles erzählt. Hannibal Verlag 2013. 336 S., zahlr. Fotos (NB1261) 24,99 Euro
Er sah das große musikalische Potential der Beatles voraus und nahm sie für EMI unter Vertrag. Von ihrem ersten Hit „Love Me Do“ an produzierte er die Beatles und ließ ihre Ideen in den legendären Abbey Road-Studios zu Musikaufnahmen werden. Sir George Martin gilt heute zurecht als der „fünfte Beatle“, denn er wurde zum Arrangeur und Ideengeber der Band. Und es war seine Entscheidung, Schlagzeuger Ringe Starr in die Band aufzunehmen... Andere Plattenfirmen wie Decca und Philips hatten die Band aus Liverpool bereits abgelehnt. George Martin hörte sich dennoch die Decca-Aufnahmen an: „Ziemlich lausig, schlecht balanciert, Songs von einer sehr ungeschliffenen Gruppe. Aber irgendetwas klang interessant“, erinnert sich Martin in seinem Buch. Von den ersten Aufnahmen 1962 über die Experimente bei „Sergeant Pepper's“ bis zu den Solo-Projekten von Ringo Starr und Paul McCartney nach dem Ende der Beatles schuf er Klassiker. Details aus Plattenverträgen, die Entwicklung der Studiotechnik seit den 1950er Jahren, die Marotten mancher Stars: Diese Autobiografie schildert unterhaltsam und garniert mit vielen Anekdoten das Frühwerk eines der erfolgreichsten Produzenten, der in 50 Jahren seines Schaffens neben den Beatles auch für The Police, Elton John, Jeff Beck, Michael Jackson und viele andere Stars Welthits produzierte. Ein neuer, einzigartiger Blick hinter die Kulissen der Beatles!



The Beatles Songbook. Herausgegeben von Alan Aldridge. dtv. 208 S. mit zahlreichen Abbildungen. (NB819) 9,50 Euro
100 Beatles-Songs (mit Übersetzung), illustriert von Künstlern der Pop-Art-Szene: Ken White, Art Kane, Tomi Ungerer, Jean Loup Sieff, Alan Aldridge, Roland Topor, Diana Tippell, Peter Max u.v.a.



How does it feel. Das Bob-Dylan-Lesebuch. Herausgegeben von Klaus Theweleit. Rowohlt Berlin 2011. 304 S. mit zahlreichen s/w-Abbildungen. Hc. (NB1170) 19,95 Euro
Er ist eine Ikone des Rockzeitalters, ein Symbol des freien Amerika, und seine poetischen Songtexte sind nobelpreisverdächtig: Bob Dylan gilt als Musiker von einzigartigem Rang. Als Leitfigur der Bürgerrechtsbewegung wurde er bekannt. Das Leben Bob Dylans – er wird im Mai 2011 siebzig Jahre alt – wurde immer rätselhafter, sein Werk immer vielschichtiger und erstaunlicher. Seit langem widmen sich Schriftsteller und Künstlerkollegen dem Phänomen Dylan. Dieses Buch lässt sie von Dylans Leben und seiner Musik erzählen, in oft erstmals auf Deutsch veröffentlichten Texten wie einem Romankapitel von Don DeLillo oder einer Reportage von Nat Hentoff, der Dylan in den 60ern begleitete. Zusammengestellt von Klaus Theweleit, einem der eigenständigsten deutschen Denker zwischen Pop und Philosophie, bildet diese Sammlung mit Texten von Sam Shepard, Greil Marcus, Willi Winkler, Diedrich Diederichsen, Dylans erster Lebensgefährtin Suze Rotolo und vielen anderen ein originelles Lesebuch.



Georg Stein: Bob Dylan - Temples In Flames. Vorwort von Wolfgang Niedecken. Text von Martin Schäfer. Palmyra Verlag. 96 Seiten. 70 Farb- und Schwarzweißfotos. Hardcover Kunstdruckpapier. (NB1362) 12 Euro
Der Bildband vermittelt ein fotografisches Porträt von Bob Dylan. Die Fotos entstanden auf fünfzehn Konzerten von Dylans 1987er Tournee 'Temples In Flames'. Der Begleittext von Martin Schäfer gibt einen Überblick über Dylans vielseitige Entwicklung.



Christian Williams (Hg.): Bob Dylan – In eigenen Worten. Vorwort von Bono. 170 S.·24 Schwarzweißfotos Palmyra Verlag. (NB1363) 17,90 Euro
In diesem Buch erzählt Dylan 'In eigenen Worten' über sein Leben und seine Musik. Als einzige Publikation von und über Bob Dylan enthält es seine wichtigsten Äußerungen aus Interviews, Pressekonferenzen und Talkshows. Das sich daraus ergebende beeindruckende Portrait umfaßt alle wichtigen Dylan-Themen: seine private Herkunft, die musikalischen Vorbilder und der Karrierebeginn in New York, Erläuterungen zu einzelnen Songs, Platten und Tourneen, Dylans Filmprojekte, das Musikbusiness, die Haltung zu Fans und Musikerkollegen, sein Wandel vom Folk zum Rock sowie seine politische Rolle und permanente religiöse Suche. Ausführlich geht Dylan, der bereits mehrfach für den Literaturnobelpreis vorgeschlagen wurde, auch auf sein Songwriting und die Schattenseiten seines Ruhms ein.



Paul Williams: Forever Young. Die Musik von Bob Dylan, 1974-1986. Vorwort von Günter Amendt. Palmyra Verlag. 520 Seiten, 16 Schwarzweißfotos (NB1364) 17,90 Euro
Was macht die Musik dieses Künstlers so faszinierend? Was ist das Besondere, das Einzigartige an Dylans Musik? Diesen Fragen geht Paul Williams in Forever Young nach. Er befasst sich – anders als alle anderen Dylan-Autoren – nicht nur mit Dylans Leben, seinen Texten oder seiner gesellschaftlichen Rolle, sondern vor allem mit seinem künstlerischen Werk als Interpret und Live-Musiker. In Ergänzung zu Like A Rolling Stone – Die Musik von Bob Dylan 1960-1973, umfasst Forever Young die Jahre 1974-1986. Es ist der zweite Band einer Trilogie.



Bob Dylan dargestellt von Tino Markworth. rororo Taschenbuch (Rowohlt Monographie) 2011. 160 S. mit zahlreichen Abb. (NB1365) 8,99 Euro



Bob Dylan - Ein Kongreß. Ergebnisse des Interbationalen Bob Dylan Kongresses 2006 in Frankfurt am Main. Hg. von Axel Honneth, Peter Kemper und Richard Klein. Edition Suhrkamp. 352 S, (NB1366) 14 Euro



Bob Dylan: Tarantel (Tarantula) zweisprachig, Übersetzt von Carl Weissner. Verlag Hoffmann und Campe 2016. 384 S. Hardcover (NB1369) 22 Euro
Die Jahre 1965/66 markieren den ersten kreativen Höhepunkt in Bob Dylans Schaffen: Er schrieb einige seiner bekanntesten Songs In dieser Zeit entstand auch "Tarantula", eine Mischung aus experimentellem Roman und Prosagedicht. Als "Surrealismus auf Speed" und "fabelhafte Reise durch unser Zeitalter" wurde "Tarantula" nach seiner Veröffentlichung bezeichnet, "ein Narrenfest, lebendig und voller Tiefsinn", "so melodisch wie wild."
"Das Buch hat weder Anfang noch Ende", sagte Bob Dylan selbst über seine erste Buchveröffentlichung. Heinrich Detering ordnet Dylans schriftstellerisches Debüt, das zweisprachig auf Deutsch und Englisch erscheint, in seinem Vorwort in den Kontext seiner Entstehungsgeschichte und seines Werks ein.



Georg Seeßlen, Fernand Jung: Stanley Kubrick und seine Filme. arte-edition bei Schüren. 3., verbesserte und ergänzte Auflage 2008. 320 S. mit zahlr. Abbildungen. (NB1057) 24,90 Euro
Neuauflage zu Stanley Kubricks 80. Geburtstag im Juli 2008. Der 1928 geborene und Anfang 1999 verstorbene Regisseur Stanley Kubrick drehte so berühmte Filme wie 2001: Odyssee im Weltraum, A Clockwork Orange, Barry Lyndon und Fullmetal Jacket. Sein letzter Film Eyes Wise Shut ist ein beeibdruckendes filmkünstlerisches Vermächtnis. Das Buch enthält einen einleitenden Überblick über Kubricks Filmschaffen, Essays zu den einzelnen Filmen, viele Bilder und Videosequenzen, die den Text erläuternd begleiten, Bibliographie und Filmographie. „Georg Seeßlens Text zu Kubrick und seinen Filmen ist Erkundung und Erläuterung zugleich, präzise Lektüre und waghalsige Interpretation. Die Filme werden sozusagen durchwandert, auf ihre Motive und Techniken geprüft – und alles dann zu einer philosophisch-ästhetischen Diagnose verdichtet.“ Norbert Grob in der Süddeutschen Zeitung.



Klaus Kreimeier: Prekäre Moderne. Essays zur Kino und Filmgeschichte. Mit einem Vorwort von Karl Prümm. Schüren Verlag 2008. 240 S. (NB1071) 19,90 Euro
Klaus Kreimeier ist einer der profiliertesten Filmkritiker in Deutschland. Er legt hier einen Band mit Essays vor, der jenseits der Alltagsaktualität zeitlose Einsichten zur Film- und Kinogeschichte bietet. Verzauberungen – Ästhetische und dramaturgische Aspekte des Staunens im Kino; Gellende Schreie – Zur Spezifik des Lachens im Kino; Tobende Ordnung – Bemerkungen zu einer Szene der Marx Brothers; Von Henny Porten zu Zarah Leander – Filmgenres und Genrefilm in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus; Expeditionsfilme – Das bewaffnete Auge des Ethnographen; Die Kuh auf dem Gleis: Marlene Dietrich (1994); Zurechtgeschminkter Skinhead: Erich von Stroheim; Fritz Langs Nibelungen und der Kampf um die Deutungshoheit in der Weimarer Republik; Prekäre Moderne – Der Ufa-Film Wege zu Kraft und Schönheit; Papier, Schere, Stein – Harun Farockis frühe Filme; Die Kamera als Protokollinstanz – Romuald Karmakars Film Der Totmacher; Das Schicksal der Kino-Ikonografie im Fernsehen; Film und Computer: Alte Bilder – „neue Bilder“.



Simon Frisch: Mythos Nouvelle Vague. Wie das Kino in Frankreich neu erfunden wurde. Schüren Verlag 2007. 320 S., zahlr. Abb. (NB1023) 29,90 Euro
Die Nouvelle Vague - Truffaut, Godard, Rivette, Rohmer und Chabrol, das ist das französische Kino der sechziger Jahre, das Anti-Kino gegen das „cinéma de papa“. Nouvelle Vague das ist Jugend, Revolte und Aufbruch, das ist Autorenfilm, Moderne und Kunst. Die Nouvelle Vague gab es aber auch in der Tschechoslowakei, in Polen, Japan und England. Die Nouvelle Vague gilt einerseits als epochale Wendemarke in der Geschichte des Kinos, die um 1960 von Frankreich ausging, und zugleich scheint der Begriff jederzeit und überall aktualisierbar zu sein. Die vorliegende Arbeit sucht in einer Relektüre ihrer Geschichte nach den Ursprüngen und nach den Wirkungen der Nouvelle Vague: Wie kamen die jungen Filmemacher zu ihrer Wut? Warum und wo stießen sie auf Akzeptanz? Was beförderte die so rasche und weite Verbreitung ihrer Ideen und die Auflösung der alten Strukturen? Woher kam dann ihr Einfluß auf die Filmgeschichte und auf die Wahrnehmung des Kinos bis heute: in der Theorie, im Kanon der Klassiker, in der Ansicht des Kinos als Kunst und in der Hochschätzung des Autorenkinos? Dabei lassen sich ihre Geschichte und die Formen ihrer Historisierung nicht trennen und es eröffnet sich ein Blick auf die Zusammengehörigkeit der verschiedenen Bedeutungen von Nouvelle Vague: Zum einen markiert sie einen Wandel in der Wahrnehmung des Films um 1960 und zum anderen ist Nouvelle Vague ein immer noch bedeutungsvoller Name für einen Generationswechsel im Kino, mit dem bestimmte inhaltliche oder ästhetische Veränderungen einhergehen. Darin erlangt sie eine mythische Dimension: die Nouvelle Vague ist zu einer Art Grunderzählung von der Neuerfindung des Kinos durch die Jugend geworden, die überall und immer wieder anders erzählt werden kann, ohne daß sein Kern verlorengeht.



Anne Barnert: Die Antifaschismus-Thematik der DEFA. Eine kultur- und filmhistorische Analyse. Schüren Verlag 2008. 432 S., einige Abb. (NB1072) 38,00 Euro
Im Mittelpunkt dieser Studie steht das zentrale Thema des DDR-Kinos von 1946 bis 1989: der Antifaschismus in der Filmproduktion der DEFA. Die leitende Fragestellung ist, wie sich die geschichtspolitische Deutungsvorgabe des Antifaschismus auf den DDR-Film auswirkte und welche Wertungen, Aus- und Überblendungen der nationalsozialistischen Vergangenheit so entstanden. Ein zentrales Ergebnis der Arbeit ist, daß es Antifaschismusfilmen zuweilen gelang, den Alltagserinnerungen untergründig und eigensinnig Ausdruck zu verschaffen. Neben einer Vielzahl weithin unbekannter Filmproduktionen der DEFA werden folgende Filme behandelt: Konrad Wolfs Professor Mamlock (1961) und die vier zentralen Filme über das Konzentrationslager Buchenwald: Nackt unter Wölfen (1963), Zeit zu leben (1969), Denk bloß nicht, ich heule (1965/66, 1990) und Schritt für Schritt (1960).



Christian Georg Salis: Das Böse steht noch einmal auf. ...und andere Klischees in Hollywood-Filmen. Schüren Verlag 2006. 112 S. (NB935) 9,90 Euro
Bei einer Kissenschlacht platzen immer die Kissen; Wer vor einem Verfolger flieht, wird früher oder später durch eine Restaurantküche laufen; Barleute polieren ständig Gläser mit weißen Stoffservietten; Das brennende Triebwerk wird immer von einer netten alten Dame entdeckt; Fährt jemand, den man für einen Bösen hält, ein dreckiges Auto, dann stellt er sich später als Guter heraus; Fast alle Richter sind alt oder schwarz oder weiblich und hunderte weitere Hollywood-Klischees.



Ellen Grünkemeier, Martina Iske, Jürgen Kramer, Anette Pankratz, Claus-Ulrich Viol (Hg.): Das kleine Bond Buch. Schüren Verlag 2007 160 S. (NB1024) 14,90 Euro
Anders als die Anderen – das kleine Bond Buch, das Bond und seine Fans liebevoll auf die Schippe nimmt und einige sonst vernachlässigte Aspekte der Bond-Rezeption aufs Korn nimmt – und nebenbei die Kulturwissenschaft und ihre Arbeitsweise einer breiteren Öffentlichkeit vorstellt. Warten auf den neuen Bond-Film – das ist auch für Kulturwissenschaftler eine harte Sache. Also rücken sie dem Phänomen Bond mit ihrem ureigenen Handwerkszeug zu Leibe, mit strukturalistischen Ansätze, Psychoanalyse, Gender-Theorien, ökonomischen, transnationalistischen und postkolonialen Fragestellungen mit den Prätexten (den Romanen), den eigentlichen Film-Texten und ihren Kontexten (der Rezeption und den gesellschaftlichen Wertvorstellungen). James Bond übersteht auch diesen Angriff – und das Warten mit der Kulturwissenschaft hat sich gelohnt, weil es viele neue und recht vergnügliche Blicke auf das Phänomen James Bond ermöglicht.



Dietrich Kuhlbrodt: Deutsches Filmwunder. Nazis immer besser. Konkret Literaturverlag 2006. 200 S. (NB943) 15 Euro
Dietrich Kuhlbrodt untersucht und kommentiert die Rolle, die Nazis im deutschen Film nach 1945 gespielt haben. Dabei bietet er den Lesern ebenso informativ wie unterhaltsam einen Querschnitt durch die deutsche Filmgeschichte. In der Adenauerzeit wurden Nazis aus ausländischen Filmen wegzensiert, bevor in den 60ern die Auseinandersetzung der Söhnegenaration mit der Vergangenheit der Väter einsetzte. In den 70er und 80er Jahren dann verloren die Nazis, gar Hitler selber, ihre historische Einmaligkeit. Deutsche Filmemacher präsentierten sie als Phänomen der deutschen Volksseele. Vorreiter Syberberg entdeckte in „Hitler – ein Film aus Deutschland“ (1977/78) den Hitler-in-uns. Hitler war wieder da. Eine junge Generation schuf sich ihren eigenen Führer („Blutige Exzesse im Führerbunker“) und integrierte ihn ins Ritual des Weihnachtsfestes, wie in Schlingensiefs Film „100 Jahre Adolf Hitler – Die letzte Stunde im Füherbunker“ (1989). Die schäbigen Nazis aus den Dokumentationen „Stau – Jetzt geht's los“ und „Beruf Neonazi“ der frühen 90er sind zehn Jahre später den glamourösen Spielfilmfiktionen von Hitler („Der Untergang“) und Hitlerjungen („Napola“) gewichen, denen ein erleichtertes deutsches Publikum jetzt zujubelt.



Douglas Keesey, Paul Duncan (Hg.): Erotic Cinema. Taschen 2005. 192 S. mit zahlreichen Abbildungen (NB859) 14,99 Euro
Auf Zelluloid wurde der erste Kuss bereits 1896 festgehalten. Seitdem hat die körperliche und sexuelle Freizügigkeit im Film eine Entwicklung vollzogen, die immer schneller Tabus bricht und gesellschaftlich festgelegte Grenzen überschreitet. Im Zentrum bleibt letztlich nur noch die Frage: Wie wird ES gezeigt? Extremes aus der Soft- bzw. auch Hardcore-Pornoindustrie kommt in diesem Band aus der Taschen-Filmreihe genauso zum Zuge wie der Seitenblick auf die schwule/lesbische Film-Szene.



Romy Schneider – Ein Leben in Bildern. Entworfen von Renate Seydel und gestaltet von Bernd Meier. Henschel Verlag. 344 S. im Großformat, Hc. Zahlreiche Abb. (NB 991) 19,90 Euro
„Ich kann nichts im Leben, aber alles auf der Leinwand.“ (Romy Schneider).



Eike Wenzel (Hg.): Ermittlungen in Sachen Tatort. Recherchen und Verhöre, Protokolle und Beweisfotos. Bertz Verlag 2000. 320 S. Hc. (NB577) 15,90 Euro
Spannende Unterhaltung, kritische Zeitgenossenschaft und die Region als Krimi-Schauplatz. Mit diesem Rezept ist der „Tatort“ zum heimlichen Nationalsymbol in bewegten Bildern geworden. Dieses Buch würdigt den „Tatort“ mit Streifzügen durch drei Jahrzehnte Verbrechen & Aufklärung, Essays zu wichtigen Kommissaren und Hommagen an einzelne herausragende Folgen. In Interviews kommen die Beteiligten selbst zu Wort, unter anderem der „Haferkamp“- und „Schimanski“-Regisseur Hajo Gies und der „Leitmayer“-Darsteller Udo Wachtveitl.



Leo Malet: Das Leben ist zum Kotzen. Schwarze Trilogie 1. Edition Nautilus 1992. 144 S. (NB197) 9,80 Euro



Léo Malet: Angst im Bauch. Schwarze Trilogie 3. Edition Nautilus 2001. 160 S. (NB421) 10,80 Euro
Vom Trickdieb zum landesweit gejagten Staatsfeind Nr. Eins.



Andrea Kettenmann: Frida Kahlo 1907 – 1954. Leid und Leidenschaft. Taschen Verlag. 96 S. (NB901) 7 Euro
Biografie und Bildband (19x23 cm) mit zahlreichen Fotos und Dokumenten. Die in bester Farbqualität wiedergegebenen Bilder von Frida Kahlo werden erläutert.



Linde Salber: Frida Kahlo. Rororo-monographie. 160 S. Mit zahlreichen Abb. (NB652) 7,50 Euro
Frida Kahlo hat in der Welt der Kunst neue Maßstäbe gesetzt: als eine Malerin, die ganz eigene, unerhörte Wege ging. Sie war geprägt durch die Ideale der mexikanischen Revolution, denen sie sich – wie ihr Mann Diego Rivera – schon früh verschrieb. Ihre Bilder enthalten aber mehr als einfache politische Botschaften. Sie rücken Ursprüngliches in den Blick: die Mythologie präkolumbianischer Kultur, die Kraft organischen Wachstums, die Leiden des menschlichen Körpers. Die filigranen Werke dieser Künstlerin haben als Beispiel für das Abweichen vom „männlichen Prinzip“ in der Malerei heute bereits klassischen Rang.



Pablo Picasso: Grüne Sonne auf schwarzem Grund. Poetische Texte. Edition Nautilus 1994 (Kleine Bücherei für Hand und Kopf). 96 S. (NB197z) 8,80 Euro



Marcel Duchamp: Der kreative Akt. Duchampagne brut. Edition Nautilus 1998 (Kleine Bücherei für Hand und Kopf). 64 S. (NB198) 6,50 Euro



Geteilte Nächte. Erotiken des Surrealismus. Hg. Von Heribert Becker. Edition Nautilus 1990 (Kleine Bücherei für Hand und Kopf). 96 S. (NB199) 8,80 Euro



André Breton: Die Manifeste des Surrealismus. rororo. 142 S. (NB936) 8,90 Euro
André Breton gilt als einer der bedeutendsten Dichter des Surrealismus. Seine „Manifeste“ sind die grundlegenden theoretischen Schriften dieser avantgardistischen Bewegung. Revoltiert wird gegen alles Herkömmliche und Überlieferte, gegen Arbeitsteiligkeit und Zweckrationalismus, gegen Familie und Vaterland mit dem Ziel, die Entfremdung des Ich aufzuheben, Authentizität zu gewinnen. In ihrer Suche nach einer Fusion von Geist und Welt, von Individuum und Kollektiv zählen die „Manifeste“ zu den Klassikern der Moderne.



Es brennt! Pamphlete der Surrealisten. Übersetzt, herausgegeben und mit einem Vorwort versehen von Heribert Becker. Edition Nautilus 1998 (Kleine Bücherei für Hand und Kopf). 160 S. (NB200) 10,80 Euro



Tristan Tzara: Sieben Dada Manifeste. Edition Nautilus 1998 (Kleine Bücherei für Hand und Kopf). 128 S. (NB201) 9,80 Euro



Dada gegen Dada. Die Affäre Barrès. Edition Natilus 1997. 128 S. (NB585) 9,80 Euro



Wetterleuchten! Künstler-Manifeste des 20. Jahrhunderts. Edition Nautilus 2000 (Kleine Bücherei für Hand und Kopf). 128 S. (NB202) 9,80 Euro



Kurt Schwitters: Franz Müllers Drahtfrühling. Edition Nautilus 2000 (Kleine Bücherei für Hand und Kopf). 96 S. (NB203) 8,80 Euro



Kurt Schwitters: Kuwitter. Grotesken, Szenen, Banalitäten. Edition Nautilus 1997. 96 S. (NB586) 8,80 Euro



Raoul Hausmann: Geist im Handumdrehen. Dadasophische Poesie. Edition Nautilus 1989. 64 S. (NB587) 7,50 Euro



Max Ernst: Schnabelmax und Nachtigall. Texte und Bilder. Mit einem Vorwort von Hrtibert Becker. Hg. von Pierre Gallissaires. Edition Nautilus 1994, 2. erweiterte Auflage 2006 (Kleine Bücherei). 128 S. (NB584) 9,90 Euro



Ulrich Bischoff: Max Ernst 1891-1976. Jenseits der Malerei. Taschen Verlag 2005. 96 S. Klappenbroschur. (NB904) 7 Euro
Reich bebilderte Monografie über den künstlerischen Werdegang des Avantgardisten der Dada-Bewegung und des Surrealismus.



René Magritte: Dies ist kein Buch. Polemik und Malerei. Edition Nautilus 1995 (Kleine Bücherei für Hand und Kopf). 96 S. (NB204) 8,80 Euro



Beat. Die Anthologie. Hg. von Karl O. Paetel. Maro Verlag 1993. 304 S. (NB918) 16 Euro



Andreas Mand: Paul und die Beatmaschine. Roman. Maro Verlag 2006. 190 S. (NB917) 12 Euro
„Schreibst du keine Noten, Paul?“ - „Ich benutze Akkordsymbole.“ - „Kennst du keine? Ich schon.“ - „Diese Musik kann man nicht schreiben.“ - „Mozart könnte es.“ - „Ich brauche Töne für die Worte“, sagte Paul.



Jörg Fauser: Die Harry Gelb Story. Gedichte. Maro Verlag. Neuausgabe 2004. 76 S. (NB781) 12 Euro



Charles Bukowski: Irgendwo in Texas. Übersetzt von Carl Weissner. Maro Verlag 2000. 160 S. (NB919) 14,90 Euro



Horst Schmidt: „The Germans love me for some reason“. Charles Bukowski und Deutschland. Maro Verlag 2006. 320 S. (NB1099) 18 Euro
Die wichtigsten Rezensionen, Interviews und Statements, Bildmaterial und Zeitdokumente, samt einer kompletten Bibliografie der Originale und der Sekundärliteratur.



Richard Brautigan: Eine unglückliche Frau. Maroverlag 2002. 116 S. (NB783) 14,90 Euro



William S. Burroughs: Naked Lunch. Die ursprüngliche Fassung. Aus dem Englischen von Michael Kellner. rororo 2011. 416 S. (NB1298) 9,99 Euro



William S. Burroughs: Die alten Filme. Stories. Maro Verlag 1995. 132 S. (NB920) 11 Euro
„Ein Schriftsteller von der Gefährlichkeit eines genialen Gangsters...“ „...der wie kein anderer die Ängste, Horrorvisionen, die Manipulationen des Menschen und die Alpträume einer verrückt gewordenen Zivilisation beschrieben hat.“



Jack Kerouac: Lonesome Traveller. Deutsch von Hans Hermann. Rororo 1981. 176 S. (NB382) 6,95 Euro
Acht Prosaskizzen: atemlose, hektische Momentaufnahmen aus dem Leben des Autors, der stets allein, stets unterwegs war und nirgends zur Ruhe kam.



Jack Kerouac: Be-Bop, Bars und weißes Pulver. Deutsch von Hans Hermann. Rororo 1979. 126 S. (NB383) 5,90 Euro
Die Szene: die Bars, Betten und Bungalows von San Francisco. Die Personen: junge Schriftsteller, Maler und Jazz-Musiker, ihre Freundinnen und Frauen.



Jack Kerouac: Engel, Kif und neue Länder. Roman. Deutsch von Otto Wilck. rororo 1971. 192 S. (NB384) 6,90 Euro
„Der Autor einer Jugend, die sich inmitten der schlechtesten aller Welten zum glückseligen Leben bekennt, nimmt uns mit auf seine Suche nach einem intensiven, Rauscherfüllten Dasein in New York, Mexiko, Tanger, Paris und London. In einer spontanen, scheinbar improvisierten Prosa geschrieben ... ist dieses Buch zugleich ein faszinierender Schlüsselroman über die Hauptgestalten der Beat-Generation.“ (Klappentext).



Jim Morrison: The American Night. The Wrightings Bd. 2. Übersetzt von Barbara Jung und Sabine Sassmann. Maro Verlag. 224 S. (NB782z) 19,50 Euro
An American Prayor; Poems from „Tape Noon“; Celebration of the Lizard; The Soft Parade; Poems from „The Village Reading“; The Hitchhiker, Poems from „Dry Water“; Gedichte aus dem Nachlaß; Paris Journal.



Henry Miller: Lachen, Liebe, Nächte. Sechs Erzählungen. Rororo. 192 S. (NB394) 6,90 Euro
In der Schilderung unbürgerlicher Schicksale und grotesker Situationen erweist sich Henry Miller auch hier als Verfechter ungehemmter Daseinsfreude.



Henry Miller: Wendekreis des Krebses. Roman. Deutsch von Kurt Wagenseil. Rororo. 400 S. (NB773) 8,90 Euro
„Mit diesem jahrelang verketzerten und verbotenen Buch fegte der einst verfemte, heute weltberühmte Autor alle Tabus hinweg. Es war der erste heftige Angriff gegen eine Gesellschaft, die den Boden bereitet, auf dem das Laster gedeiht. Es schlug die entscheidende Bresche in die Mauer von Heuchelei und Prüderie.“ (Klappentext).



Anais Nin: Das Delta der Venus. Erzählungen. Fischer Taschenbuch 2005. 336 S. (NB841) 8,95 Euro
„Die fünfzehn erotischen Episoden stellen in der Tat das meiste in den Schatten, was wir an erotischer Literatur aus der Feder einer Frau kennen.“ (Klappentext).



Anais Nin: Die verborgenen Früchte. Fischer Taschenbuch 2005. 208 S. (NB842) 8,95 Euro
Ein Maler, der seine Frau nur in seinen Werken begehren kann, zwei Fremde am Strand, die im Meer zueinander finden – sensibel und unverhüllt beschreiben die Geschichten der Anais Nin die ganze Welt der Liebe. Bei aller Offenheit haben sie dabei vor allem ein Ziel: zu zeigen, daß Sex erst durch Gefühle zu wirklicher Erotik wird.



Virginia Woolf: Ein verwunschenes Haus. Erzählungen. Fischer Taschenbuch 1990. 160 S. (NB391) 5,45 Euro



Jean Genet: Querelle. Roman. Rororo. 224 S. (NB392) 7,90 Euro
„Dieser schockierende Roman um den Matrosen und Mörder Querelle ist das Tagebuch eines Verdammten, den nichts retten kann, es sei denn die Objektivierung des Entsetzens durch Sprache. Jean Genet spricht das Intimste und das Öffentlichste aus, die Verwandlungen der Grausamkeit in Entzücken und des Entzückens in Grausamkeit, die Riten der Mörder, Opfer und Henker, die miteinander identisch sind.“ (Klappentext). Von Faßbilder verfilmt.



Hubert Fichte: Versuch über die Pubertät. Roman. Fischer Taschenbuch. 306 S. (NB393) 8,65 Euro



Ludwig Elm: Der Mantel der Geschichte und andere deutsche Denkwürdigkeiten. Ein kleines Lexikon zur Zeitgeschichte. PapyRossa Verlag 2011. 194 S. (NB1166) 12,90 Euro
Ludwig Elm, Dr. phil., *1934. War Professor an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und 1994 bis 1998 Bundestagsabgeordneter der PDS. Veröffentlichungen zur Geschichte der Parteien, der politischen Ideen und der Hochschulen in Deutschland. Teils ironisch und sarkastisch, teils ernsthaft und sachlich-informativ behandelt das kleine Lexikon in über 300 Stichworten und Artikeln Begriffe und Ereignisse aus Politik, Geschichte und Kultur. Es bietet Wissenswertes, das oft vergessen oder verdrängt wird, regt zur kontroversen Deutung politischer Schlagworte und Floskeln an und fördert die eigene nachdenkliche Betrachtung. So eröffnet es einen etwas anderen Blick auf die neuere deutsche Geschichte und die bundesdeutsche Gegenwart. Wiederholt werden kluge Einwürfe und Kommentare von Autoren vergangener Epochen und verschiedener Länder einbezogen. Immerhin ist ein reiches geistig-moralisches und politisches Erbe zu bewahren und zu nutzen. Konventionelle Lexika verschiedenster Art sollen weder nachgeahmt noch ersetzt werden. Vielmehr geht der Anspruch dahin, sie zu ergänzen, fahrlässig oder absichtsvoll vernachlässigte Aspekte hervorzuheben und erhellende Verblüffung und erkenntnisfördernde Aha-Erlebnissezu provozieren.



Kurt Pätzold / Manfred Weißbecker (Hg.): Kleines Lexikon historischer Schlagwörter. Militzke Verlag 2005. 336 S. (NB831) 14,90 Euro
Alle Menschen werden Brüder; Am Deutschen Wesen mag die Welt genesen; Aufstand der Anständigen; Befehl ist Befehl; Bonn ist nicht Weimar; Davon geht die Welt nicht unter; Der Zweck heiligt die Mittel; Eigentum verpflichtet; Eine andere Welt ist möglich; Eiserner Vorhang; Entartete Kunst; Ich bin ein Berliner; Keine Experimente; Volk ohne Raum; Vom Ich zum Wir; Wir sind das Volk usw.



Hans-Jürgen Fink & Michael Seufert: Georg Kreisler gibt es gar nicht. Die Biographie. Scherz Verlag 2005. 320 S. mit beigelegter CD. (NB896) 24,90 Euro
Was ist das für ein Mensch, der seine Empfindsamkeit auf so wunderbar bösartige Weise in bizarre Poesie verwandeln kann? Was steckt hinter diesem scharfzüngigen, aber zutiegst menschlichen Melancholiker? Georg Kreislers Geschichte ist die Entwicklung eines großen musikalischen Talents in einer über fünfzig Jahre währenden Karriere, aber auch die Geschichte eines europäischen Juden, seiner Flucht vor den Nazis und seiner Suche nach einer Heimat. Die beigelegte CD enthält frühe, bisher unveröffentlichte Aufnahmen.



Horst Tomayer: Tomayers ehrliches Tagebuch 1996-1988. Konkret. (NB16) 10,15 Euro



Fanny Müller: Das fehlte noch! Mit Röhm und Hitler auf La Palma. Edition Tiamat 1997. 160 S. Gebunden. (NB426z) 14,30 Euro
Wer Fanny Müller kennt und dieses Buch noch nicht besitzt, der wird es kaufen.



Helmut Loeven: Streiten Sie nicht mit einem Deutschen, wenn Sie müde sind. 21 Polemiken. Situationspresse 2001. 128 S. Paperback. (NB1077) 10 Euro
21 polemische Aufsätze, die in den Jahren 1994 bis 2001 in dem satirischen Magazin DER METZGER erschienen sind, werden in diesem Buch zu einer Collage der Gesellschaftskritik kompiliert. Themen: 8. Mai; Stefan Heym als Alterspräsident und die Schlammschlacht der Opportunisten (Biermann & Broder); Deutsche „Leitkultur“ als „Kultur“ der Dummheit und Gehässigkeit; die Taz; Afghanistan; Dunkelziffer; die Grünen; Viagra und der Feminismus; Henryk M. Broders Geltungsbedürfnis; Jugoslawien; Dienstleistungsgesellschaft; Kohl; Gesundheitspolitik; PDS; Gisela Elsner; Mescalero-Affäre; „68“.



Helmut Loeven: Die Vegetarier von heute sind die Kannibalen von morgen. Das philosophische Kabarett. 177 Glossen (Sie können Gedanken lesen). Situationspresse 2003. 192 S. (NB1078) 10 Euro.
Eine Auswahl von Glossen, die von 1992 bis 2003 in dem satirischen Magazin DER METZGER erschienen sind, für diese Edition bearbeitet und zu einer polemischen Collage komponiert. Die Kapitel: Call any Vegetable; Kritik der reinen Unvernunft; Über das Reale; Die Vegetarier von heute sind die Kannibalen von morgen; Aus der Geschichte der Musik; Chauvinisten im Stimmbruch (gegen den Etikettenschwindel der „Antideutschen“); Antworten; Heimatkunde.



Helmut Loeven: Der Gartenoffizier. 124 komische Geschichten. Situationspresse 2008. 268 S. (NB1079) 16,50 Euro.
Komische Geschichten, schöne Geschichten, Geschichten an Kaminen. „Dieses Buch ist ein Beitrag zur Heimatkunde und zur Zeitgeschichtsforschung und ein Einspruch gegen Verhältnisse, die nicht so sein sollten wie sie sind“, sagte der Autor. Und darum handeln die Geschichten auch von der Großen Verweigerung. Schul-Geschichten, Rock-and-Roll- Geschichten, DER METZGER, APO- und Ostermarsch-Geschichten, K-Gruppen-Geschichten, Kommune-Geschichten, Bröselmaschine, Obelix-Geschichten, Liebesgeschichten, Hut-Film-, Eschhaus- und Mister-Jöes-Geschichten, Schöne-Frauen-Geschichten, Friedensdemo-Geschichten, Uni-Geschichten, DISS, Dada, Weltbühne, UZ-Fest-Geschichten u.v.a. „Mit Spaß-Guerilla hielten wir uns gar nicht erst auf; wir gingen gleich zur Quatsch-Guerilla über.“



Wiglaf Droste: Die Würde des Menschen ist ein Konjunktiv. Neue Sprachglossen. edition TIAMAT 2013. 240 S. (NB1255) 14 Euro
Mit Schwung, Grazie und Eleganz seziert Wiglaf Droste die sprachlichen Entgleisungen der Deutschen, den Neusprech aus „Nachhaltigkeit“ und „Transparenz“, in dem „Teamplayer“ und „Goods Flow Mitarbeiter“ gefragt sind, „Apps zum Entdecken von Apps“ aufwendig „kuratiert“ werden und den das Lied eines halbalphabetischen Sängers quasi „im Paket“ zusammenfaßt: „Wenn Worte meine Sprache wären“. Droste spürt der „gefühlten Unsportlichkeit“ nach, analysiert die „cremige Fülle“ eines Weins, die „Menschenrechte“ aus dem Hause Hoeneß und einen „sich nach allen Seiten absichernden Mehrzweckjournalimus“, der mit „Jogi“ immer nur Joachim Löw und niemals Jogi Gauck meint.
Im Sprachschlamassel entdeckt Droste aber auch jede Menge Kleinode wie „betropetzt“; wenn Sie wissen wollen, was das zu bedeuten hat, bestellen Sie das Buch. Dann erfahren Sie auch, was Shakespeare meinte, als er „to be or not to go to no go“ schrieb.



Wiglaf Droste: Bombardiert Belgien & Brot und Gürtelrosen. Edition Tiamat. Gebunden. (NB427) 14 Euro



Wiglaf Droste: Die Rolle der Frau. Edition Tiamat 2001, gebunden. (NB431) 14 Euro



Wiglaf Droste / Gerhard Henschel: Der Mullah von Bullerbü. Roman. Edition Nautilus 2000. Hardcover mit Schutzumschlag. (NB225) 14,80 Euro



Harry Rowohlt: In Schlucken-zwei-Spechte. Harry Rowohlt erzählt Ralf Sotscheck sein Leben von der Wiege bis zur Biege. Edition Tiamat, 4. erweiterte und verbesserte Auflage 2009. 240 S. (NB1308) 15 Euro
Harry Rowohlt erzählt aus seinem krummen Leben inmitten einer bemerkenswerten Familie. Er erzählt von seinem Großvater Fränzchen Pierenkämper, der 1917 einer der führenden Köpfe im Arbeiter-und Soldatenrat von Wilna war, „und das als Goi“; von seiner Mutter, der extravaganten Schauspielerin, die ohne Ariernachweis einmal Tischdame von Goebbels gewesen war; von seinem Vater, der mit dem Rowohlt-Verlag fünfmal pleite ging, weshalb Harry Rowohlt immer noch froh ist, nicht in den Verlag eingetreten zu sein, weil er diese Tradition als erstes wiederbelebt hätte.
Natürlich geht es auch um die Leiden eines preisgekrönten Übersetzers, seine Schauspielerei in der „Lindenstraße“ und um seine mittlerweile legendären Lesungen.
Erweiterte Neuauflage, mit einem nagelneuen Kapitel „Acht Jahre danach“, Fotos von Ulla Rowohlt, Vignetten von F.W.Bernstein und einem Nachwort von Wiglaf Droste.



Gerhard Henschel: Gossenreport. Betriebsgeheimnisse der Bild-Zeitung. Mit einem Gastbeitrag von Hermann L. Gremliza. Edition Tiamat (Citica Diabolis) 2006. 192 S. (NB973) 14 Euro
„Wer einen konkreten und aktuellen Beitrag zur Werte-Debatte lesen will, der sollte den brillanten Essay studieren, den der Schriftsteller Gerhard Henschel im Merkur unter dem Titel ‚Von Tag zu Tag wird‘s schmutziger‘ über ‚Bild als Kulturproblem‘ veröffentlicht hat.“ Wer es bislang versäumt hat, kann es hier nachholen. Auf weiteren 190 Seiten treten auf: Papst Benedikt XVI., „geile Bückstücke“, Ottfrid Fischer, Günter Grass, „ordinäre Schlampen“, Bundespräsident Horst Köhler, „STÄNDIG GEILE TEENIES (19+)“, Bischof Wolfgang Huber, „Schampus-Michi“, Frank Schirrmacher u.v.a.m.



Peter Weingartner: Der Lichtermann. Kurzgeschichten. Edition 8, 2009. Ca. 160 S. Hc. (NB1113) 15,20 Euro



Rolf Menrath: Pflastersteinköpfe. Poesie, Prosa & Grafik. Verlag Rote Zahlen Buxtehude. 200 S., durchgehend farbig illustriert. (NB1317) 21,65 Euro
Rolf Menrath schreibt Gedichte „so richtig“ mit Reim und Versmaß und mit Strophen und mit Witz und nicht ohne Schärfe (siehe DER METZGER 78, 81, 82). Jetzt gibt es endlich den Gedichtband, der zugleich ein Bildband ist.



Franz Rueb: Rübezahl spielte links aussen. Erinnerungen eines Politischen. Edition 8 2009. 312 S. Hc. Fadenheftung, Lesebändchen. (NB1115) 21,80 Euro
Der Autor erinnert sich an seine Jugend als Heimkind, zuerst unter der Fuchtel katholischer Nonnen, dann im evangelischen Kinderheim, tyrannisch geführt von einem „Jünger Pestalozzis“, der die Anstalt als einträgliche Fabrik für Kinderarbeit betreibt. Rueb beschreibt eine Hölle selbstgerechter, schwarzer Pädagogik in beklemmender Bildhaftigkeit. Der junge Rueb ist rebellisch, einer, der sich nicht fügen will und immer wieder Nischen zum Widerstand findet. Fußball zum Beispiel. Der sagenhafte Rübezahl, der Berggeist, bewegt seine Fantasie, wird zu seinem geheimen Verbündeten, seinem zweiten Ego. Er erfindet eigene Rübezahl-Geschichten und unterhält damit die Heimzöglinge. Erzählen als eine Form von Widerstand. So schafft er sich seinen Ruf und einen neuen Namen – Rübezahl. Er wird ihm sein Leben lang bleiben.



Michael Schulte: Ich freu mich schon auf die Hölle. Szenen aus meinem Leben. Picus Verlag 2005. 240 S. Hc. (NB882) 19,90 Euro
„Wenn es jemals einen Aphorismus gab, der mir als Lebensmotto tauglich erschien, dann dieser, ich glaube, er stammt von Seneca: 'Lebe, wie du, wenn du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben'.“ – Dank seiner bewährten Fabulierkunst geraten Michael Schultes Szenen aus seinem turbulenten Leben zu einem wahren Lesevergnügen. Anekdotenreich schildert er nicht nur seine Kindheit sowie Episoden in Ländern, Städten und Kneipen, sondern skizziert auch ganz persönliche Porträts von außergewöhnlichen Wegbegleitern wie H.C. Artmann, John Cage, Wolf Wondratschek, Gert Jonke, Albert Vigoleis Thelen und Ludwig Lugmeier.



Wolfgang Bortlik: Halbe Hosen. Roman. Edition Nautilus 2000. 192 S. Hc. (NB857) 8,25 Euro
Ein Kommissar steht auf alte Fußballsammelbildchen, seine Tochter mehr auf nabelfreie T-Shirts mit schmutzigen Parolen. Fuck me, I'm yours – das hat Dickie Tarrach einst ersonnen. Heute schreibt er fürs Feuilleton und muß aufpassen, seine Frau nicht an einen leberwurstäugigen Streifenpolizisten zu verlieren. Lauter Möchtegerns und Gernegroße kommen sich in Bortliks Welt in die Quere, halbe Hosen eben – bis Tarrach eines Tages vom Furor der Direkten Aktion gepackt wird. Dickie Tarrach führt das süße Leben eines Fensterguckers und gelegentlichen Kulturjournalisten in der Stadt Badenwerder. Von seiner turbulenten Jugend als Punk-Revolutionär hat er sich längst verabschiedet und brütet jetzt über einer gewissen universellen Langeweile, während seine Frau Kathi, Managerin in einer Plattenfirma, für die materiellen Lebensgrundlagen sorgt. Eines Tages aber tauchen Tarrachs alte Freunde wieder auf: Hildebrand, damals wie heute ein verhinderter Top-Produzent, und Ruginstein, inzwischen eine Art Joschka Fischer der Esoterik, bringen den Fenstergucker mächtig auf Trab. Dickie übt, emotional verwirrt und aufgepeitscht von homöopathischen Tropfen, die spontane Revolte des sozialen Individuums – versaubeutelt seine Jobs, stört Dichterlesungen, vergiftet Hunde. Dem chaotischen Terzett um Tarrach steht als charakterfester Dreierpack die Besatzung der Neu-Badenwerder Polizeiwache gegenüber. Auf den ehrenwerten Kommissar Laumanne und seine Adlaten Beckmann und Huber warten allerdings zwei große Bewährungsproben: die Esoterikmesse und ein Popkonzert, das Dickie zum Ort seiner ultimaten Rache auserkoren hat. Wolfgang Bortlik, geboren 1952, ist Hausmann in Basel und arbeitet gelegentlich als Buchhändler, Kritiker, Übersetzer und Musiker.



Wolfgang Bortlik: Wurst & Spiele. Roman. Edition Nautilus 1998. 220 S. Hc. (NB858) 8,25 Euro
Horak heißt der Taugenichts, der in diesem Roman Teile seiner Biographie am Rande von Gesetz und Gesellschaft preisgibt. Zugleich aber handelt die Geschichte von ungewöhnlichgegenwärtigen Geschehen in der Schweizer Kleinstadt Langenburg.



Volker Bleeck: Kommen wir nun zu etwas völlig anderem – 40 Jahre Monty Python. Schüren Verlag 2008. 192 S., viele Bilder. (NB1073) 19,90 Euro
Endlich ein Buch, das Fragen beantwortet, statt welche zu stellen: Was hat Monty Python mit Mr. Bean zu tun? Und was mit Alfred Biolek? Wer ist der musikalischste der Pythons? Und wer der größte? Wie lautet der tödlichste Witz? Welcher der Pythons kommandierte später Brad Pitt und Johnny Depp herum? Und welcher Indiana Jones? Und wieso geht auch das nervige Phänomen der Spam-Mails zurück auf Monty Python anno 1970? Das Buch schlägt einen Bogen vom Anfang des Python-Humors bis zu dessen vorläufigem Ende, es erzählt genauso von den Wurzeln wie von den späteren Wucherungen. Dazu gibt es eine kommentierte Auflistung ALLER 45 Episoden von „Monty Python’s Flying Circus“, ein eigenes Kapitel über die beiden in München produzierten Folgen der Pythons und die nicht zu unterschätzende Bedeutung der deutschen Synchronfassungen. Weitere Kapitel widmen sich allen Kinofilmen, den umjubelten Tourneen, Büchern und Platten und den späteren gemeinsamen Arbeiten für Film, Rundfunk, Internet und Fernsehen. Besonders intensiv befasst der Autor sich auch mit den Einzelkarrieren der sechs Mitglieder von Monty Python, von Michael Palins Reisen für die BBC rund um die Welt über Terry Gilliams kurvenreiche Karriere als einer der kreativsten und dickköpfigsten Regisseure Hollywoods bis zu dem bekanntesten Python, John Cleese, der zuletzt gleich in zweien der erfolgreichsten Film-Franchises aller Zeiten mitspielte (James Bond & Harry Potter). Den Nachfolgern des Python-Humors in England ist ein weiteres Kapitel gewidmet und auch die deutsche Auffassung von Humor wird in einem eigenen Abschnitt beleuchtet.



Thomas Gsella: Komische Deutsche. carl's books 2012. 222 S. durchgehend s/w-Illustrationen. (NB1238) 14,99 Euro
„Komische Deutsche“ stellt Deutsche vor, die sich selbst nicht komisch finden, und das aus gutem Grund: Sie gehen einer Tätigkeit nach, die sie für äußerst ernsthaft halten, und ihre Witze sind miserabel. Trotzdem bringen sie uns zum Lachen. Sie machen komische Sachen, sprechen seltsame Sätze, setzen sich wunderliche Ziele und führen ein erstaunliches, ja bizarres Leben. Es sind lustige Vögel wie Sarrazin, komische Käuze wie Guttenberg und Wulff oder die Verrückte Koch-Mehrin, die überführt wurden und unverdrossen schamlos weiterbrummen wie der gleichfalls endlose Michael Schumacher; es sind irr schillernde Knaller auf grauen Posten wie Angela Merkel und Heidi Klum, und es sind unzählige andere Deutsche, die sich da tummeln in ihren Vereinen und Geheimbünden, die Eheleute, die Sparer und die Christen, die Rekruten und Revolutionäre, die mit dem blöden Namen, die mit der lustigen Brille und all die, die es verdienen. Und natürlich die Unschuldigen. Die ganz besonders.



Oliver Maria Schmitt: Die schärfsten Kritiker der Elche. Die Neue Frankfurter Schule in Wort und Strich und Bild. Alexander Fest Verlag 2001. 256 S. Mit zahlr. Abbildungen. (NB647) 14,90 Euro
F.W. Bernstein, Bernd Eilert, Robert Gernhardt, Eckhard Henscheid, Peter Knorr, Chlodwig Poth, Hans Traxler und F.K. Waechter sind die „Neue Frankfurter Schule“. Dieses Buch ist eine Gruppenbiografie der Satiriker-Elite. Die Leser erfahren auch einiges über die Geschichte der Satire-Zeitschriften „Pardon“ und „Titanik“.



Christian Y. Schmidt (Hg.): Apokalypse Rot Grün. Die neueste Offenbarung der TITANIC. Espresso-Verlag 2001. 144 S. Hc. Großformat, farbig. (NB523z) 19,90 Euro
Unentbehrlich in kommenden Wahlkämpfen: erstklassige Karikaturen, komische Texte, gewagte Aktionen und lustiger Telefonterror aus der Titanic.



Herman van Veen: Unter einem Hut. Lebendige Erinnerungen. Rütten & Loening 2003. 192 S. 16 Fotos. (NB700) 12,90 Euro
In amüsanten Geschichten und gefühlvollen Gedichten erzählt Herman van Veen aus seinem Leben. Er spricht von seiner Kindheit im Utrecht der Nachkriegszeit, von seinem mühseligen Studium am Konservatorium, von den Anfängen und größten Erfolgen seiner Karriere.



Robert Gernhardt: Über alles. Ein Lese- und Bilderbuch. Fischer Taschenbuch 1996. 480 S. (NB330) 8,95 Euro



Robert Gernhardt: Es gibt kein richtiges Leben im valschen. Humoresken aus unseren Kreisen. Fischer Taschenbuch 1997. 96 S. (NB331) 5,95 Euro



Eckhard Henscheid: Meine Jahre mit Sepp Herberger. Neue Feuilletons. Edition Tiamat 1999. (NB263z) 20 Euro



Fritz Eckenga: Ich muß es ja wissen. Geschichten und Gedichte vom Fachmann. Mit Illustrationen vom Günter Rückert. Edition Tiamat 1998. 128 S. (NB248) 12 Euro



Wolfgang Nitschke: Bestsellerfressen. Eine literarische Schlachtplatte. Edition Tiamat 1999. 128 S. (NB262z) 12 Euro
Ein Tadel von Reich-Ranicki ist noch eine Streicheleinheit verglichen mit den Sezierungen des unbarmherzigsten aller Rezensenten. Für den Rundfunk geschrieben (“Zugabe“, WDR) hier in einem Band zusammengefaßt. Über Richard v. Weizsäcker, Marion G. Dönhoff, Arnulf Baring, Guido Knopp, Isabel Allende, Guido Knopp (nochmal), Peter Scholl-Latour, Marion G. Dönhoff (nochmal), Alice Schwarzer, Reinhold Messner u.a.



Wolfgang Nitschke: Bestsellerfressen II. Es ist angerichet. Selbstbeweihräucherungsschmonzetten, Mitteilungsbedürfnisschriften und andere literarische Offenbarungseide. Edition Tiamat 2001. 160 S. (NB430z) 13 Euro
Diesmal über: Helmut Schmidt, Jürgen Domian, Hella von Sinnen, Franz Alt, Dalai Lama, Rudolf Scharping, Joschka Fischer, Guido Knopp, Carmen Thomas, Johanes Rau, Norbert Blüm, Gertrud Höhler, Rita Süssmuth, Jürgen Fliege u.a.



Susanne Witt-Stahl (Hg.): Das steinerne Herz der Unendlichkeit erweichen. Beiträge zu einer kritischen Theorie für die Befreiung der Tiere. Alibri Verlag 2007 (NB1006) 22 Euro
Die Aufsätze renommierter Autorinnen und Autoren zielen darauf ab, die Befreiung der Tiere als gesellschaftlich-emanzipatorisches Konzept zu diskutieren und kritisch-theoretisch zu fundieren. Basis ist die Überzeugung, daß Tiere als geknechtete und ausgebeutete Wesen (an)erkannt werden müssen. Da die Unterdrückung der Tiere als gesellschaftlich vermittelt begriffen wird, gilt sie auch als historisch überwindbar. Im Zentrum der Überlegung steht dabei die Dialektik der Naturbeherrschung samt der Folgen für Mensch und Tier. Vorwort von Moshe Zuckermann.



Laurence Bobis: Die Katze. Geschichte und Legenden. Gustav Kiepenheuer Verlag 2001. Hc. Mit SchU. Mit 80 z.T. Farbigen Abb. (NB443) 10 Euro
Nicht nur in unsere Herzen hat sie sich eingeschlichen, sondern auch in unsere Haushalte – die Katze. Laurence Bobis gibt einen Einblick in alle Epochen der Katzengeschichte. Von der Antike bis in die Gegenwart folgt sie den Spuren, die unser aller Liebling hinterlassen hat.



Hans Dieter Baroth: Jungens, euch gehört der Himmel! Die Geschichte der Oberliga West 1947-1963. Klatext Verlag 2006. Zahlr. Abb. (NB1009) 7,95 Euro
Erinnert an jene schwarz-weißen Kindertage des Fußballs lange vor Einführung der Bundesliga. Ein Buch, prachtvoll mit Geschichten und Anekdoten über legendäre Spieler, spektakuläre Begegnungen und unvergessene Momente aus sechzehn Jahren deutscher Fußballgeschichte.



Claus-Marco Dieterich: Dicke Luft um Blauen Dunst. Geschichte und Gegenwart des Raucher/Nichtraucher-Konflikts. Jonas Verlag. 144 S. mit zahlr. Abbildungen. (NB1043) 10 Euro
Vin: „Ich sollte wirklich aufhören, diese verdammten Dinger zu rauchen.“ Auggie: „Genieße es, solange du kannst. Demnächst wird man es uns sowieso per Gesetz verbieten.“ Vin: „Wer sich beim Rauchen erwischen läßt, wird an die Wand gestellt und erschossen.“ Auggie: „Heute Tabak, morgen Sex. In drei oder vier Jahren ird es gesetzlich verboten sein, einen Fremden anzulächeln.“ (Paul Auster, Szene aus „Smoke“).



Karl-Heinz Wellmann (Hg.): Haben Fische Durst? 111 Antworten auf Fragen, die Ihnen schon immer auf den Nägeln brannten. Jonas Verlag 2003. 120 S. (NB667) 10 Euro
Warum heißt die Bockwurst Bockwurst? Wächst das Haar schneller, je öfter man es schneidet? Wer hat den Regenschirm erfunden? Wie mißt man die Einschaltquoten? Autorinnen und Autoren des Hessischen Rundfunks antworten auf Hörerfragen. 111 Antworten aus der hr1-Entdeckungsreise wurden für diesen Sammelband ausgewählt.



Karl-Heinz Wellmann (Hg.): Können Vögel husten? 111 neue Antworten auf Fragen, die Ihnen schon immer auf den Nägeln brannten. Jonas Verlag 2005. 120 S. (NB821) 10 Euro
Seit wann gibt es Schultüten? Wie weit ist der Horizont vom Strand entfernt? Wie pflanzen sich kernlose Weintrauben fort? Warum werden Falschmeldungen „Ente“ genannt? Wie geheim ist der Geheimrat?



K.C. Cole: Warum die Wolken nicht vom Himmel fallen. Von der Allgegenwart der Physik. Aufbau Taschenbuch 2002. 256 S. (NB597) 8,50 Euro
Ohne daß wir es bewußt wahrnehmen, bestimmen physikalische Gesetze unser tägliches Leben: Energieerhaltung, Ursache und Wirkung, Ordnung und Unordnung, Schwerkraft und Fliehkraft. Dies alles erklärt K.C. Cole auf verständliche und unterhaltsame Weise – und auch, warum die Wolken nicht vom Himmel fallen.



Jungdemokraten / Junge Linke: Stoffkunde. Drogen: Was wirkt wie und warum. Alibri Verlag. 2., überarbeitete Aufl. 2003. 120 S. Pb. (NB695) 7 Euro
Alkohol, Amphetamine, Cannabis, Halluzinogene (LSD), Kokain, Lachgas, Ecstasy, Opiate, Purindrogen. Das „Recht auf Rausch“, auf ein bißchen Genuß durch die Einnahme berauschender Substanzen, ist umstritten. Trotzdem konsumiert die Mehrheit der Menschen zumindest gelegentlich die Stoffe. Die Stoffkunde wendet sich an alle, die nach Informationen suchen über Geschichte, Wirkung, Dosierung und gesundheitliche Folgen von Drogen.



Menschenwürde in der Drogenpolitik. Ohne Legalisierung geht s nicht! Konkret 1993. 208 S. (NB92) 14,50 Euro



Günter Amendt, Gunter Schmidt, Volkmar Sigusch: Sex tells. Sexualforschung als Gesellschaftskritik. konkret texte 54. 144 S. (NB1178) 18 Euro
„Heute scheint es so, als könnten alle sexuell beinahe alles tun. Doch 95 Prozent der Koitus ereignen sich in festen Beziehungen, und die Singles, die immerhin 25 Prozent der Stichprobe stellen, bringen nur 5 Prozent der sexuellen Ereignisse auf die empirische Waage. Unser Alltag ist von sexuellen Reizen ebenso übersättigt wie entleert, als könne die übertriebene kulturelle Inszenierung des Sexuellen und dessen ausufernde Kommerzialisierung die Lust effektiver austreiben als alle Verbote, die einst das Sexuelle großgemacht haben und die heute bei uns institutionell im Ernst nur noch der Vatikan propagiert. Die Emanzipationsbewegungen haben um sexuelle und geschlechtliche Selbstbestimmung gekämpft. Doch herausgekommen sind Selbstbezüglichkeiten, selbstmächtig selbst produziert und selbst reguliert wie Selfsex und Selfgender.“



Volkmar Sigusch: Sexuelle Welten. Zwischenrufe eines Sexualforschers. Psychosozial-Verlag 2005. 272 S. (NB927) 24,90 Euro
Sigusch gewährt mit dieser Sammlung seiner besten verstreut publizierten Essays Einblicke in die Fragen, mit denen sich die Sexualwissenschaft befaßt. Können Säuglinge einen Orgasmus haben? Wie sieht heute die Jugendsexualität aus? Ist der klitoridale Orgasmus reifer als der vaginale? Wie ist AIDS vergesellschaftet worden? Welche Erkenntnisse haben sexuelle Experimente im Labor erbracht? Was ist natürlich am Sexuellen? Ist die Homosexualität angeboren oder erworben? Wie funktioniert die Paar-Therapie? Kann die Sexualität definiert werden? Was heißt Geschlechtswechsel? Besonders reizvoll an diesem Buch ist die Spannung, die dadurch erzeugt wird, daß Sigusch neben leicht lesbaren Traktaten, wie „Von der Kostbarkeit der Liebe“, theoretisch anspruchsvolle Beiträge, wie den „Satz vom ausgeschlossenen Geschlecht“, präsentiert. Ein lustvolles Lesevergnügen.
Prof. Dr. Volkmar Sigusch ist Direktor des Instituts für Sexualwissenschaft in Frankfurt am Main. Er gilt als Begründer der Kritischen Sexualwissenschaft und hat sowohl praktisch wie theoretisch bahnbrechende Arbeit geleistet – als Pionier der Sexualmedizin und Sexualtherapie in Deutschland.



Ulrike Heider: Vögeln ist schön. Die Sexrevolte von 1968 und was von ihr bleibt. Rotbuch Verlag 2014. 320 S. (NB1271) 14,95 Euro
1968 das Jahr, das die Bundesrepublik veränderte wie wenig andere: Die junge Generation begehrte gegen das Establishment und den „Muff von tausend Jahren“ auf, propagierte freie Liebe und wollte Ehe und Familie abschaffen. Zugleich schwappte mit Oswalt Kolle die erste Sexwelle über Deutschland, und die Kommerzialisierung von Liebe und Sexualität begann. Heute scheinen die Kämpfe ausgefochten, aber der Schein trügt. Der Erfolg von Büchern wie „Feuchtgebiete“ oder „Fifty Shades of Grey“, die anhaltende Diskussion um die „Homoehe“ oder das von der Regierung vertretene Frauenbild beweisen: die Entwicklung geht wieder zurück und ein sexueller Neokonservatismus ist auf dem Vormarsch. In „Vögeln ist schön“ blickt Ulrike Heider auf die Sexualdiskurse der letzten 50 Jahre zurück. Von der späten Adenauer-Ära und der Studentenrevolte über die Frauen- und Schwulenbewegung bis zu den aktuellen Debatten über Pornographie, Sadomasochismus oder der Pädophilie-Debatte bei den Grünen geht sie der Frage nach, wie sich Sexualität zur historischen und politischen Entwicklung verhält. Sie vergleicht die Ideale von damals mit heutigen Normen, Tabus und Moralvorstellungen, benennt Auswirkungen, Erfolge und Versagen der Sexrevolte.



The Feminist Porn Book. Strategien der Lusterzeugung, Band 1. Verlag Louisoder 2014. 280 S. (NB1280) 14,95 Euro
„The Feminist Porn Book“ vereint zum ersten Mal Schriften von FeministInnen aus der Erotikbranche und Forschung feministischer Pornowissenschaftler. Das Buch geht nicht nur der Frage nach, wie FeministInnen Pornographie verstehen, sondern auch wie FeministInnen Pornographie „machen“ – also in einer der lukrativsten Industriezweige der Welt Regie führen oder als Darsteller, Produzenten und Konsumenten agieren. „The Feminist Porn Book“ aktualisiert die Debatten der Pornokriege in den 1980er-Jahren, welche die Frauenbewegung tief gespalten haben, und stellt die Pornografie als eine Form des Ausdrucks und der Berufstätigkeit dar, in der auch Frauen und andere Minderheiten Macht und Lust produzieren.



The Feminist Porn Book. Die Kunst, Lust zu vermitteln, Band 2. Übersetzt von Roswit Kolla, Joachim Körber. Verlag Louisoder 2014. 230 S. (NB1304) 14,95 Euro
„The Feminist Porn Book“ versammelt Produzentinnen, Darstellerinnen, Sex-Aktivistinnen und Kritikerinnen, die sich als Autorinnen zum Thema äußern. Die Autorinnen agieren oder agierten vor der Kamera, hinter der Kamera oder beides. Sie plädieren für eine „echte“ Darstellung von Lust in erotischen Filmen und das Recht sexueller Entfaltung, ganz gleich welcher Ausrichtung in Bezug auf Geschlecht, Alter, Hautfarbe oder Vorlieben. Sie werfen einen kritischen Blick auf die extrem vielseitige Unterhaltungsbranche für Erwachsene, bereichern sie um die Bilder, die sie selbst sehen wollen, und verändern sie dadurch nachhaltig.
Das Buch erschien gleichnamig 2013 bei „The Feminist Press“ in den USA und sorgte dort für rege öffentliche Diskussionen. Das Vorwort zur deutschen Ausgabe in Band 1 steuerte Laura Méritt bei, die mit ihrer PorYes-Bewegung seit vielen Jahren das Thema behandelt und sich öffentlich für das Recht auf Pornografie und erfüllte Sexualität von Frauen stark macht.



Melissa Gira Grant: Hure spielen. Die Arbeit der Sexarbeit. Aus dem Englischen von Georg Felix Harsch. Mit einem Vorwort von Mithu M.Sanyal. Edition Nautilus 2014. 192 S. (NB1294) 14,90 Euro
In der Debatte um ein Verbot der Prostitution kommen Sexarbeiterinnen (und erst recht Sexarbeiter) kaum selbst zu Wort. Bei bestürzend vielen Feministinnen herrscht eine zutiefst sexistische Auffassung von Prostituierten, wie sie eigentlich eher konservativen alten Männern unterstellt werden könnte: als unterdrückte Opfer, die es zu befreien gilt. Die aus dieser Bevormundung folgende Forderung, Prostitution gehöre verboten, wird aber kaum jemals von den Sexarbeiterinnen selbst vertreten. In Hure spielen stellt Melissa Gira Grant, Journalistin und ehemalige Sexarbeiterin, die Dinge vom Kopf auf die Füße und lässt die Akteure selbst zu Wort kommen. Dabei entlarvt sie die Position von Alice Schwarzer & Co. als paternalistischen Willen zur Kontrolle und plädiert für einen grundsätzlich neuen Blick auf die Sexindustrie. Sie berücksichtigt auch männliche und transsexuelle Sexarbeit.
Mithu M. Sanyal, die bekannte feministische Kulturwissenschaftlerin, hat für die deutsche Ausgabe ein Vorwort geschrieben, in dem sie Grants Positionen in die deutsche und europäische Debatte einordnet.



Thomas Schroedter, Christina Vetter: Polyamory. Eine Erinnerung. Schmetterling Verlag 2. Aufl. 2010 (Reihe theorie.org). 168 S. (NB1282) 10 Euro
Der Begriff der Polyamory tauchte in den 1960er Jahren erstmals in den USA auf und wird seit etwa zehn Jahren auch hierzulande breiter diskutiert. Er steht für ein Beziehungsgeflecht, in dem mehrere Liebesbeziehungen verantwortungsvoll, ehrlich, offen und verbindlich gleichzeitig entwickelt und gelebt werden. Als Vorläufer sind die „Free-love-Bewegung“ in der Mitte des 19. Jahrhunderts, die vor allem eine sexuelle Emanzipation der Frauen im Zentrum ihrer Forderung hatte, sowie flüchtige Denk- und Diskussionsansätze nach der Russischen Revolution zu sehen.
Die vorliegende Veröffentlichung entfernt nun einen „blinden Fleck“ in der publizistischen Landschaft. Sie geht der Frage nach, auf welchem Konzept der Liebe die Polyamory aufbaut und stellt den gegenwärtigen Forschungsstand zum Thema ausführlich dar. Die Auseinandersetzungen um „vielfältige Lebensweisen“ werden aufgenommen, Polyamory wird als Aspekt in der Dynamisierung der Triade Geschlecht-Sexualität-Lebensform betrachtet und aus der Sicht des aktuellen Forschungsstandes dargestellt.
Besonderes Augenmerk wird auf die Stellung der Polyamory innerhalb der Sexualpädagogik gelegt und dies in Hinblick auf eine Erziehung und Beratung, die Selbstbestimmung und Selbstverantwortung in den Bereichen Sexualität und Lebensweisen aller Menschen anerkennt und entsprechende Handlungsansätze entwickelt.



Barbara Eder, Felix Wemheuer (Hg.): Die Linke und der Sex. Klassische Texte zum wichtigsten Thema. Pro Media Verlag, Edition Linke Klassiker 2011. 176 S. (NB1230). 12,90 Euro
Mit Texten von Alexandra Kollontai, Elfriede Friedländer, Herbert Marcuse, Shulamith Firestone, Reimut Reiche, Michel Foucault, Beatriz Preciado, Linda Singer u.a.
„Die ursprünglich polygame Veranlagung ist zu stark im Menschen, als daß sie durch äußere und innere Gewalt gänzlich unterdrückt werden könnte (…). In der kommenden Zeit stürmischer, revolutionärer Entwicklung wird dieser Prozess sicher noch eine Beschleunigung und Intensivierung erfahren. Und in der von wirtschaftlichen Kämpfen befreiten glücklicheren Zukunft des Sozialismus wird die wilde Vermischung und Polygamie in allen Formen das Sexualleben des Menschen beherrschen.“ (Elfriede Friedländer, Sexualethik des Kommunismus, 1920). Die Überwindung von autoritären Formen der Kindererziehung und monogamen, eheähnlichen Zweierbeziehungen war immer wieder integraler Bestandteil utopischer Gesellschaftsentwürfe auf Seiten der politischen Linken. Ebenso waren viele Aktivisten der „1968er“-Bewegung der Überzeugung, soziale Revolution sei nicht ohne „befreite“ Sexualität denkbar. Michel Foucault wandte in den späten 1970er Jahren gegenüber dem „Befreiungsparadigma“ der „1968er“ ein, daß die damit einhergehende verstärkte Diskursivierung des Sexes nicht zu einer Entfesselung der Körper und der Lüste, sondern vielmehr zur Hervorbringung neuer Machtrelationen geführt habe. In der Kommodifizierung von Sexualität werden diese auch sozialökonomisch sichtbar.
Mit der vorliegenden Dokumentation von linkskommunistischen, freudo-marxistischen und (queer)-feministischen Texten wird die Frage aufgeworfen, inwiefern Projekte einer gesamtgesellschaftlichen politischen Emanzipation mit einer Kritik der Sexualität einhergehen kann. Dabei geht es auch um neue Beziehungsformen wie die „erotische Freundschaft“, Praktiken zur Überwindung einer genitalfixierten Sexualität oder um die Frage, wie (Un-)Lust mit Lohnarbeit zusammenhängt. Über den Umweg einer historischen Spurensuche versucht dieses Buch, emanzipatorische Elemente freizulegen.



Mein heimliches Auge. Das Jahrbuch der Erotik. Band 27, 2012. Konkursbuch Verlag Claudia Gehrke. 336 S., durchgehend farbig illustriert. (NB1239) 15.50 Euro
Erotische Bilder, zarte, harte, heitere, leidenschaftliche, anregende, erregende & romantische Erzählungen, Gedichte, Glossen und Sachtexte. Themen 2012 u.v.a.: Masturbation, großeLiebe, Sex lernen, Sex zu dritt, Polyamory, Erotik vor 30 Jahren und heute, was hat sich geändert?, SM, Abgründe … 30 Jahre „Mein heimliches Auge“. Jedes Jahr aktuelle Kunst und Fotografie,Literatur und Essays in unveränderter Vielfalt, „Kein andres Buch zeigt die vielen, vielen Seiten der Liebe sofrisch, authentisch und aktuell wie das Auge. Eine Wundertüte.“ (Hersfelder Zeitung)
Multisexuell ist es von Anfang an gewesen und bleibt es auch, „queer“ war es, bevor es das Wort gab. Sex, Liebe, erotische Momente schubladenübergreifend.
In den Jahren hat es Wellen und Moden erotischer Selbstbefreiungsliteratur sowie Prozesse wg. „Pornografieverdachts“ überstanden und ist, so bekunden Presse und Leser/innenbriefe/E-Mails, unverändert offen und nah am Leben. Das „Auge“ ist eine Collage. An den Schnittstellen entsteht Neues, Erotik wird spürbar im Blättern. Die Leserinnen und Leser könnten das Buch wie einen Roman von vorne bis hinten lesen und anschauen (was vermutlich kaum eine/r tut) – oder sie können mittendrin beginnen, weiterblättern, hängenbleiben, erschrecken, vergnügt sein, lachen, nachdenken, erregt, angeregtwerden ... In einer der Fotoserien wurden zwei Frauen in erotischen Bildern 30 Jahre portraitiert, von den 80ern bis heute. Die AutorInnen und KünstlerInnen, die zu dieser Ausgabe beitragen, sind zwischen 20 und 77, berühmt oder debütant.



Marvin Chlada: Dialektik des Dekolletés. Zur kritischen Theorie der Oberweite. Alibri Verlag 2006. 128 S. (NB946) 12 Euro
„Kunstwerke sind asketisch und schamlos, Kulturindustrie ist pornographisch und prüde.“ Max Horkheimer und Theodor W. Adorno.
Bereits zu biblischen Zeiten hat ein voller weiblicher Busen für reichlich Aufsehen und erregte Gemüter gesorgt. Doch nie haben Brüste mehr Stoff für pralle Debatten geliefert als im Zeitalter ihrer technischen
Reproduzierbarkeit. In seiner „Dialektik des Dekolletés“ wirft Marvin Chlada einen Blick auf die Geschichte der Brust und ihre Instrumentalisierung zwischen Glaube, Kommerz und Utopie. Ausgehend von der „Busen-Attacke“ auf Adorno im April 1969, sichtet er die Fülle an Material, die der Kult um die Oberweite bis heute hervorgebracht hat. Dabei folgt er dem Diktum Adornos: „Das einzige Heilmittel gegen die Fetischisierung des Sexuellen ist der sexuelle Fetischismus.“



Mammopolis. Zeitschrift für Utopie- und Busenforschung. Hg. von Marvin Chlada. 1. Jahrgang – Heft 1. 20 S. (NB951) 2,50 Euro



Ludwig Marcuse: Obszön. Geschichte einer Entrüstung. Diogenes Taschenbuch. 384 S. (NB1032) 9,90 Euro
Die Frage: was empfindet man in der Literatur als obszön? demonstriert und erläutert Marcuse an großen literarischen Skandalen (Flaubert, Baudelaire, Schnitzler, D.H. Lawrence, Henry Miller). Ludwig Marcuse zieht als kritischer Freigeist und Entlarver mit Temperament gegen Muckertum und Heuchelei zu Feld.



Lina Ganowski: Meine angenehmen Erinnerungen. Tyrallis-Edition 2007. 144 S. (NB1016) 12,50 Euro
Erotische Memoiren. „Die Autorin führt uns durch ihr Studentenleben in Süddeutschland und von da aus nach Holland, von wechselnden Abenteuern mit Männern über eine lesbische Dreiecksbeziehung, bis sie schließlich ihre große Liebe (wieder-)entdeckt. Zwischen diesen Polen schildert sie ihren Werdegang, niemals bierernst, immer mit einem Augenzwinkern, denn so lebt sie auch ihre sexuelle Vorliebe aus. Ich empfehle das Buch, nicht als Wichsvorlage, denn dazu taugt es definitiv nicht, sondern als interessante Beschreibung des Lebens einer außergewöhnlichen jungen Frau.“ (Schlagzeilen)



Jean-Claude Kaufmann: Frauenkörper – Männerblicke. Soziologie des Oben-ohne. . UVK Verlag, 2. Aufl. 2006. 334 S. (NB948) 19,90 Euro
Wenn am Strand die Hüllen fallen, läßt die Zivilisation keineswegs die Zügel schleifen, sondern hält ihre Kinder ganz besonders fest im Zaum. Wo sonst werden sie so eng und streng indas unsichtbare Korsett ihrer Scham- und Peinlichkeitsschwellen geschnürt, wo wird ihnen mehr Selbstkontrolle und Selbstdisziplin abverlangt als beim Sonnenbaden oben ohne am Strand. Sich freizügig geben, ohne sich bloßzustellen, sehen, ohne zu starren, wissen, wann, wo, für wen und unter welchen Umständen die Hüllenlosigkeit statthaft, oder aber skandalträchtig ist. Das sind heikle Balanceakte auf beiden Seiten, jedoch keineswegs ohne Netz und doppelten Boden. Vielmehr steht den Akteuren, wie uns der französische Soziologe Jean-Claude Kaufmann überzeugend vor Augen führt, eine ausgefeilte, wenn auch ungeschriebene Etikette mit detaillierten Verhaltensgeboten und -verboten zur Verfügung. Diese alltäglichen und weitgehend unbewußten gesellschaftlichen Spielregeln werden dem Leser schrittweise und mit viel soziologischem Verständnis nachvollziehbar gemacht.



Julius Mende: Die sexuelle Welle. Zwischen Sinnlichkeit und Vermarktung. Bilder und Texte. Promedia 2007. 208 S., zahlr. Abb. (NB993) 19,90 Euro
Im Mittelpunkt der Bilder und Texte von Julius Mende steht die Sexualität. Der heute 60jährige präsentiert damit ein in unterschiedlichen Lebensabschnitten praktisch, künstlerisch, theoretisch und pädagogisch erfahrenes Bild einer lebendigen Sinnlichkeit, die er gleichwohl durch die Warenwelt deformiert sieht. Indem er die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema Sexualität politisch aufarbeitet, kann das vorliegende Buch auch als Kulturgeschichte gelesen werden. Mende spannt dabei den Bogen von der verklemmen Nachkriegsepoche über die (angebliche) Befreiung der Sexualität in den Kommunezeiten der 60er und 70er Jahre bis zu zunehmenden marktwirtschaftlichen Zurichtungen von Körperbeziehungen in den vergangenen 25 Jahren.



Heike Friauf (Hg.): Eros und Politik. Wider die Entfremdung des Menschen. Ein politisches Lese-Bilder-Buch. Mit Bildern und Graphiken von Thomas J. Richter. Pahl-Rugenstein Verlag 2008. 170 S. engl. Broschur. (NB1091) 16,90 Euro.
Revolution und die freie Entfaltung von Liebe, Eros und Erotik gehören zusammen, so wie die Entwicklung der Erotik für die Menschwerdung unverzichtbar war. Dieses Buch zeigt den Sachverhalt aus vier Perspektiven. Der Schriftsteller Peter Hacks (1928 –2003) geht in seinem Essay über Pornographie, Kunst und Erotik von der sich in der DDR entwickelnden sozialistischen Gesellschaft aus, in der der Kampf gegen die Entfremdung schon begonnen hatte. Demgegenüber beschreibt der marxistische Analytiker der Nachkriegsrealität, der Geschichtsphilosoph Leo Kofler (1907-1995), Ursachen und Folgen von Entfremdung und Pauperismus. Der kulturhistorische Essay des Soziologen Werner Seppmann bezieht die unterschiedlichen Entwicklungen in der DDR und der Bundesrepublik ein und charakterisiert die extreme Beschleunigung der Entfremdungsprozesse, denen wir heute ausgesetzt sind. Um die gesellschaftliche Alternative – den vom Kapitalismus befreiten Menschen – nicht aus den Augen zu verlieren, ist dieses Buch von Thomas J. Richter mit Bildern, Zeichnungen und Druckgraphik lustvoll ausgestattet.



Otto Gross: Von geschlechtlicher Not zur sozialen Katastrophe. Edition Nautilus 2000. (NB226) 15,80 Euro
Otto Gross hat als erster die Psychoanalyse auf die gesellschaftlichen Verhältnisse angewandt. Seine kritischen Analysen der patriarchalischen Familien- und Gesellschaftsstrukturen, seine Ansichten zu Sexualmoral, Erziehung, Frauenemanzipation und sozialer Ethik haben nichts an Schärfe und Brisanz eingebüßt.



Werner Krebber: Sexualstraftäter im Zerrbild der Öffentlichkeit. Fakten, Hintergründe, Klarstellungen. Konkret 1999. 128 S. (NB10) 12,50 Euro



Barbara Burian-Langegger (Hg.): Doktorspiele. Die Sexualität des Kindes. Picus Verlag 2005. 204 S. Ln. (NB869) 24,90 Euro
Der vorliegende Band sucht Antworten auf zentrale Fragen zu einem brisanten Thema: as ist der aktuelle Wissensstand zur Sexualität von Kindern? Was hat sich in den letzten hundert Jahren in unserer Einstellung zur Sexualität des Kindes geändert? Wie wirken sich die persönliche Einstellung und der gesellschaftliche Umgang auf die Haltung von Eltern, Erziehern und Psychotherapeuten aus? Ist der Mythos des Kindes als „asexuelles Wesen“ immer noch aufrecht zu erhalten? (Klappentext).



Ronald D. Laing: Phänomenologie der Erfahrung. Übersetzt von Klaus Figge und Waltraud Stein. edition suhrkamp 1969. 154 S. (NB1353) 14 Euro
Ronald D. Laings Studie über Formen menschlicher Erfahrung zeigt, wie mit Hilfe sozialpsychologischer und psychoanalytischer Ansätze gesellschaftliche Strukturen begriffen werden können. Psychische Defekte sind für ihn nicht Probleme des einzelnen, sondern Reaktionen der Subjekte auf krankmachende Gesellschaftsstrukturen, die Psychiatrie individualisiert das Problem nur. Erst wenn die Vereinzelten, und das sind letztlich alle Mitglieder der bürgerlichen Gesellschaft, sich ihrer selbst und ihres Gegenübers durch Erfahrung im emphatischen Sinn wirklich bewußt werden, kann der Zustand des schlechten Ganzen aufgehoben werden.



Gerhard Abl: Kritische Psychologie. Eine Einführung. Schmetterling Verlag, Reihe Theorie.org 2007. 228 S. (NB1003) 10 Euro
Gerhard Abls kompakte Einführung zeichnet kritische Ansätze in der Psychologie nach, verdeutlicht Problemstellungen und Kontroversen und entwickelt daraus wesentliche Elemente einer kritischen Methodik. Das Buch veranschaulicht die historische Herausbildung jener Bezugspunkte, die vor allem aus den Bemühungen verschiedener psychologischer Schulen um eine marxistische Orientierung erarbeitet wurden und deren Kenntnis das Verständnis aktueller Strömungen und Ansätze erleichtert. Was kritische Psychologie sein kann, wird in diesem Buch vor allem aus psychoanalytischen Ansätzen heraus erklärt. Nicht zuletzt, weil kritische Konzeptionen von offiziellen Institutionen oftmals übergangen werden, bietet dieses Buch eine ideale Einführung für Schüler und Studenten, die sich für Psychologie interessieren und hierin eine gesellschaftskritische Anschauung vertiefen wollen, sowie für politisch Aktive in sozialen Berufen, denen an einer politischen Reflexion ihrer praktischen Tätigkeit liegt. Ferner richtet es sicvh an Leserinnen und Leser, die generell an einer verständlichen, fundierten Darstellung zum Thema interessiert sind.
Gerhard Abl: Studium der Psychologie und Politikwissenschaft in Salzburg, Dissertation zum Thema „Die Dialektik bei Freud“.



Erich Fromm: Sigmund Freunds Psychoanalyse. Größe und Grenzen. Aus dem Amerikanischen von Liselotte und Ernst Mickel. Psychosozial-Verlag 2006. 186 S. (NB928) 11,90 Euro
Fromm weist die seiner Meinung nach wichtigsten Entdeckungen Freuds im Einzelnen auf. Er zeigt, wo und in welcher Weise das für Freud charakteristische bürgerliche Denken seine Entdeckungen eingeschränkt und manchmal wieder verdeckt hat. Diese wissenschaftstheoretisch brisante Auseinandersetzung Fromms mit Freud zeigt die Tragweite der psychoanalytischen Entdeckungen und würdigt gerade darin die Psychoanalyse. Zugleich ist sie eine hervorragende Einführung in Fromms eigenes psychoanalytisches Denken.



Sieglinde Eva Tömmel: Wer hat Angst vor Sigmund Freud? Wie und warum die Psychoanalyse heilt. Brandes & Apsel 2006. 160 S. (NB930) 14,90 Euro
Die Psychoanalyse ist eine therapeutische Methode, die auf gegenseitigem Vertrauen und auf der Verpflichtung zur Wahrheit beruht. Das schließt auf Seiten des Patienten die Bereitschaft ein, sich zu öffnen, das bestehende Leid und den eigenen Kummer zu erzählen und darauf zu vertrauen, daß der Andere, der Psychoanalytiker, gut mit diesem Vertrauen umgehen wird. Sieglinde Tömmel zeigt gut verständlich auf, warum wir vor der Psychoanalyse und Sigmund Freud Angst haben, und was es bedeutet, sich auf die Psychoanalyse einzulassen. Wie und warum die Psychoanalyse heilt, wird somit zu einer spannenden Reise in unsere Innenwelt und in unsere Kultur psychischen Verstehens. Sieglinde Tömmel ist es gelungen, oft gestellte Fragen an die Psychoanalyse fundiert und klar auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft zu beantworten.



Erich Wulff: Das Unglück der kleinen Giftmischerin und zehn weitere Geschichten aus der Forensik. Edition Balance im Psychiatrie Verlag 2005. 180 S. (NB870) 12,90 Euro
In den Lebens- und Deliktgeschichten aus zwanzig Jahren Arbeit als Gerichts-Sachverständiger versucht Erich Wulff zu begreifen, auf welchen Wegen, Umwegen und Abwegen Mörder und Vergewaltiger in ihre Taten hineingeschlittert sind: Was hat sie dazu verführt? Was hat sie dazu getrieben? Vor dem Hintergrund dieser Lebensgeschichten werden vermeintliche Monster wieder zu Menschen, auch wenn der (Ab-)Grund nicht immer ganz auszuloten ist.



Susanne Spindler: Corpus delicti. Männlichkeit, Rassismus und Kriminalisierung im Alltag jugendlicher Migranten. Edition DISS im Unrast Verlag 2006. 360 S. (NB942) 26 Euro
Junge Männer mit Migrationshintergrund, die – oft wegen gewalttätiger Delikte – inhaftiert sind, stehen im Mittelpunkt dieser biographischen Analyse. Dabei zeigt sich, daß kulturelle und religiöse Faktoren bei der Entwicklung ihrer Männlichkeit eher eine Nebenrolle spielen. Vielmehr verweisen die Biographien auf eine reduzierte Lebenswelt, die von unterschiedlichen Formen von Gewalt durchzogen ist: physische und strukturelle Gewalt, erlittene und ausgeübte Gewalt. Die Jugendlichen werden so schrittweise zu „anderen Männern“, zu Defizitträgern und „gewalttätigen Machos“, die „verantwortungslos“ handeln. Die gesellschaftliche Verweigerung einer anerkannten Männlichkeit reduziert sie auf ihren Körper und läßt ihre „Seele zum Gefängnis des Körpers“ werden (Michel Foucault). Dabei verstärken Männlichkeitskonstruktionen und erlebter Rassismus sich wechselseitig und führen im Resultat zum gesellschaftlichen Ausschluß. Drohende Abschiebung manifestiert diesen Ausschluß und offenbart gleichzeitig eine spezifische Form des Rassismus.



Frank Wichert: Der VorBildliche Mann. Die Konstituierung moderner Männlichkeit in hegemonialen Print-Medien. Edition DISS im Unrast Verlag 2004. 208 S. (NB792) 16 Euro



Heide Oestreich: Der Kopftuchstreit. Das Abendland und ein Quadratmeter Islam. Brandes & Apsel 2004. 200 S. (NB726) 15,90 Euro
Wie unter einem Brennglas bündeln sich im Kopftuch-Streit gesellschaftliche Konflikte. Die muslimische Frau mit Tuch – eine Provokation auf mehreren Ebenen. Staatliche Neutralität, Frauenbilder, „echte“ oder „falsche“ Toleranz, Integration, Religionsfreiheit, vieles gilt es zu überdenken. Kein Wunder, daß an den Schnittstellen dieser Diskurse die Emotionen hochkochen und die Argumentationslinien quer durch die Parteien und Bewegungen verlaufen. Heide Oestreich dokumentiert und diskutiert all diese Positionen gründlich und prüft kritisch deren Argumente. Das Buch spannt den Bogen vom Rechtsstreit der Lehrerin Ludin über die Gesetze der Bundesländer zu den Parteien, von den türkischen Vereinigungen und fundamentalistischen Organisationen bis zu den europäischen Nachbarn, von feministischen Positionen über sozialwissenschaftliche Studien bis hin zur multikulturellen Debatte. Entstanden ist ein Buch, das den Bemühungen muslimischer Frauen um Anerkennung Respekt zollt und eine reflektierte Politik der Toleranz einfordert.



Andrea Trumann: Feministische Theorie. Frauenbewegung und weibliche Subjektbildung im Spätkapitalismus. Schmetterling Verlag Reihe theorie.org 2002. 204 S. (NB926) 10 Euro
Diese kenntnisreiche und originelle Einführung vermittelt einen fundierten Überblick über die Geschichte der Neuen Frauenbewegung und die wichtigsten Themen, Debatten und Strömungen feministischer Theoriebildung der letzten drei Jahrzehnte. Das Buch spannt einen Bogen von den frühen Auseinandersetzungen im SDS über den Kampf gegen den § 218 bis zur Queer-Theorie. Dabei erweist sich die Geschichte der Neuen Frauenbewegung als Prozeß der Verinnerlichung des staatlichen Zwangs zur Bevölkerungspolitik unter dem Banner der Selbstbestimmung. Die Autorin setzt sich mit der Kritischen Theorie und der Philosophie Michel Foucaults auseinander und nimmt zur bioethischen Debatte über Pränataldiagnostik, Eugenik und Reproduktionsmedizin Stellung.



Queen of the Neighbourhood Collective: Revolutionäre Frauen. Biografien und Stencils. edition assemblage 2011. 128 Seiten, 30 Abb., Pb. (NB1190) 12.80 Euro
In Schrift und Bild porträtiert werden dreißig Aktivistinnen, Anarchistinnen, Freiheitskämpferinnen und Visionärinnen: Harriet Tubman, Louise Michel, Vera Zasulich, Emma Goldman, Qiu Jin, Nora Connolly O’Brien, Lucia Sanchez Saornil, Angela Davis, Leila Khaled, Comandante Ramona, Phoolan Devi, Ani Pachen, Anna Mae Aquash, Hannie Schaft, Rosa Luxemburg, Brigitte Mohnhaupt, Lolita Lebron, Djamila Bouhired, Malalai Joya, Vandana Shiva, Olive Morris, Assata Shakur, Sylvia Rivera, Haydée Santamaría, Marie Equi, Mother Jones, Doria Shafik, Ondina Peteani, Whina Cooper und Lucy Parsons. Das Queen of the Neighbourhood Collective (Aotearoa/Neuseeland), ein Kollektiv aus Schriftstellerinnen, Forscherinnen, Redakteurinnen und Grafikdesignerinnen.



Frauen gegen den § 218 – Bundesweite Koordination (hg.): Vorsicht „Lebensschützer“! Die Macht der organisierten Abtreibungsgegner. Konkret 1991. 240 S. (NB100) 12,90 Euro



Hilde Schmölzer: Frauenliebe. Berühmte weibliche Liebespaare der Geschichte. Promedia Verlag 2009. 240 S. (NB1093) 17.90 Euro
Bettine Brentano & Karoline von Günderrode, George Sand & Marie Dorval, Charlotte Brontë & Ellen Nussey, Auguste Fickert & Ida Baumann, Virginia Woolf & Vita Sackville-West, Gertrude Stein & Alice B. Toklas, Anna Freud & Dorothy Burlingham.
Frauen haben einander zu allen Zeiten geliebt, sie haben einander begehrt, und sie haben auch sexuell miteinander verkehrt. Doch wurde Frauenliebe je nach Epoche unterschiedlich bewertet. Während sie im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit mit dem Tod bestraft werden konnten, waren Frauenfreundschaften in der Romantik nicht nur toleriert, sondern gesellschaftlich teilweise gut angesehen. Gegen Ende des 19. und im 20. Jahrhundert hingegen setzte sich unter dem Einfluss einer neuen Wissenschaft, der Psychiatrie, die Theorie von einer ererbten Abnormalität durch, die jetzt zwar weniger strafwürdig schien, dafür aber geächtet war. Sieben berühmte Frauenpaare aus verschiedenen Epochen werden in dem Buch beschrieben; wie sie gelebt, wie sie geliebt haben, in welche Zeit sie eingebunden waren, wie die Gesellschaft auf ihre Beziehung reagiert hat und wie sie sich selbst damit zurecht gefunden haben. Das Zeitalter der Romantik ist durch das Paar Bettine Brentano und Karoline von Günderrode vertreten, auch George Sand und Marie Dorval fallen noch in diese Zeit. Die Vertreterinnen der ersten österreichischen Frauenbewegung, Auguste Fickert und Ida Baumann, konnten hingegen nur noch zum Teil von der Toleranz profitierten, die diesen „romantischen Freundschaften“ entgegengebracht wurde. Virginia Woolf, vor allem aber Vita Sackville-West standen bereits unter dem Einfluss der Sexualwissenschaftler. Berühmtheiten wie Gertrude Stein und mit ihr Alice B. Toklas schafften es, sich zu ihren Neigungen zu bekennen und sich gleichzeitig von der anrüchigen Aura eines lesbischen Paares weitgehend zu befreien, wobei die Anspielungen auf sexuelle Freuden mit der Partnerin in Steins Texten verschlüsselt sind und von Stein-Experten vielfach erst nach ihrem Tod enträtselt wurden. Anna Freud und Dorothy Burlingham hingegen, die in einer über fünzigjährigen Beziehung wie ein Ehepaar zusammen lebten, haben eine lesbische Beziehung immer energisch bestritten, was mit dem ungeheuren Druck, unter dem die Tochter des berühmten Sigmund Freud gestanden ist, erklärt werden kann und nur Vermutungen zulässt. Hilde Schmölzers Doppelbiographien erzählen über Glück und Unglück, Liebe, Begehren und Streit, über Konflikte, gegenseitigen Beistand, ein gemeinsames Leben und die jeweiligen historischen Zusammenhänge. Die Autorin hat ein kulturgeschichtliches Buch über oft verdrängte Frauenbeziehungen geschrieben.



B. Emil König: Hexenprozesse. Freistühler-Verlag. Ln. Mit SchU. (NB31) 17,80 Euro



Jules Michelet: Die Hexe. Mit einem Vorwort von Roland Barthes. Pro Media Verlag Wien 1988. 256 S. (NB717) 15,90 Euro
In seinem Buch „Die Hexe“ (1862) formulierte Michelet Thesen, die für die damalige Zeit revolutionär waren: Die Geschichte der Hexen ist die Geschichte der Unterdrückung der Frau. Der Grund für das Entstehen des Hexenwesens ist nicht in menschlicher Bosheit zu suchen oder in einer Art Übermut gelangweilter Aristokraten, sondern in der Unterdrückung der unteren Klassen, in der Reaktion auf unerträgliche Ausbeutung. Mit Michelets Worten: Nicht der Unglückliche verschreibt sich dem Teufel, sondern der Elende, den man so ausbeutet, daß ihm schließlich die Hölle als akzeptabler Zufluchtsort vor der Hölle auf Erden erscheinen muß. Michelets Monografie, die in ihrer mythenbezogenen Darstellung der Romantik verpflichtet ist, wurde in der Überzeugung geschrieben, daß es an der Zeit sei, einen Schlußstrich zu ziehen unter die unheiligen Praktiken der Hexenjäger und ihrer sekularen Helfershelfer.



Alice Salomon: Lebenserinnerungen. Jugendjahre, Sozialarbeit, Frauenbewegung, Exil. Brandes & Apsel 2008. 400 S. mit Abb. (NB1075) 29,90 Euro
Alice Salomon, geboren 1872 in Berlin; ab 1893 Mitarbeit in dem Reformprojekt „Mädchen- und Frauengruppen für soziale Hilfsarbeit“; 1899 Eröffnung des ersten Jahreskurses und 1908 der Sozialen Frauenschule in Berlin-Schöneberg, eine der weltweit ersten Ausbildungsstätten für Soziale Arbeit; 1902 Studium der Nationalökonomie, Geschichte und Philosophie, 1906 Promotion; seit 1900 eine der führenden Vertreterinnen der deutschen, seit 1909 auch der internationalen Frauenbewegung; 1929 Gründung des Internationalen Komitees Sozialer Schulen (heute: International Association of Schools of Social Work); 1933 Verlust aller öffentlichen Ämter; 1937 Ausweisung aus Deutschland, 1944 Erwerb der amerikanischen Staatsbürgerschaft; starb 1948 in New York. In den USA verfasst sie ihre Lebenserinnerungen unter dem Titel „Character is Destiny“ auf Englisch. Anläßlich des 100jährigen Jubiläums der von Alice Salomon 1908 gegründeten Sozialen Frauenschule Berlin-Schöneberg erscheinen im Brandes & Apsel Verlag die Lebenserinnerungen Alice Salomons erstmals ungekürzt.



Kay Sokolowsky: Who the fuck is Alice? Was man wissen muß, um Alice Schwarzer vergessen zu können. Edition Tiamat 2000. 128 S. (NB251) 12 Euro
Die berühmteste deutsche Feministin – eine Reaktionärin? Ja, behauptet der Autor, der sich lange mit Frau Schwarzer beschäftigt hat. Er beweist seine Behauptung an zahlreichen Sätzen, die Alice Schwarzer in den letzten zwanzig Jahren hinter sich gelassen hat. Als Theoretikerin eine Niete, als Schriftstellerin ein Desaster, als Journalistin ein abschreckendes Beispiel, verdankt Frau Schwarzer ihren Nimbus der Aufdringlichkeit, mit der sie sich als Opfer verkauft hat. Am Ende stehen das Bundesverdienstkreuz, Leni Riefenstahl und „Alfredissimo“. Die längst fällige Demontage einer selbsternannten Heldin, die Bilanz eines aufgeblasenen Lebens.



Katharina Rutschky: Im Gegenteil. Untertitel:Politisch unkorrekte Ansichten über Frauen. Mit einem Vorwort von Ina Hartwig. Verlag Klaus Wagenbach 2011 (Wagenbachs andere Taschenbücherei). 144 S. Pb. (NB1185) 10,90 Euro
Katharina Rutschkys mutiges, freies und tabuloses Gegen- den- Strich- Denken fehlt in den aktuellen Debatten um Frauen und ihre immer noch auszukämpfende Gleichberechtigung. Zu ihrem Tod 2010 erschienen unzählige bestürzte Nachrufe. Dem häufig geäußerten Wunsch nach einem Band mit Texten aus dem Nachlass kommen wir jetzt nach. Die Aufsätze aus über drei Jahrzehnten zeigen Katharina Rutschkys bemerkenswert nimmermüden Kampf gegen männliche Vorurteile genauso wie gegen weibliches Ressentiment und Selbstmitleid. Ganz besonders scharf kritisiert sie ihre Lieblingsgegnerin Alice Schwarzer. Nicht nur Themen wie Quote, Mutterschaft und Körperbilder/Mode oder den alltäglichen Wahnsinn von Partnerschaftsproblematiken verhandelt sie in ihrem unnachahmlich ironischen Ton, sondern sie schreibt auch berührende Portraits von beeindruckenden Frauen. Dabei hat sie sich nie mit der Sorge abgegeben, politisch korrekt zu sein.



Katharina Rutschky: Emma und ihre Schwestern. Ausflüge in den real existierenden Feminismus. Carl Hanser Verlag 1999. 160 S. Hc. (NB1145) 14,90 Euro
Eine informierte, messerscharfe Diagnose der Frauenbewegung in Deutschland. Gegen feministische Dogmen aller Art stellt Katharina Rutschky ihren Befund, daß die Sache der Frauen in Spießigkeit von gestern oder in einen neuen Fundamentalismus abgleitet. Feminismus ist die Antwort – aber auf welche Frage? Wie eine Tomate Geschichte machte – und welche. Die sexuelle Revolution enttäuscht ihre Kinder. Wenn Frauen forschen. Das Männerbild der Frauenbewegung. Von der Rebellion zur Reaktion: Eine Frage verschwindet.



Elke Schubert (Hg.): Wenn Frauen zu sehr schreiben... Einige bescheidene Einwände gegen das Geschäft mit der starken Frau. Edition Tiamat. (NB264z) 12,50 Euro
Seit Jahren bereits ist der Siegeszug einer Literatur zu beobachten, in der starke Frauen ihren Beruf mit links erledigen, ganz nebenbei den Haushalt schmeißen und meist nach vielen Irrungen doch noch den richtigen Mann finden, einen für alle Fälle oder für jede Gelegenheit, mit dem alles anders wird. Frauen-Kolportage-Romane, eine Fülle von Ratgeber-Literatur und Pseudo-Fachbüchern bedienen den Mythos von der Powerfrau, mit der sich glänzende Geschäfte machen lassen. Jeder große Verlag leistet sich mittlerweile eine Frauenreihe mit der Anleitung zum „Unartig-Sein“ à la „Machiavelli für Frauen“ oder Frauenromanen, in denen als das non plus ultra des weiblich frechen Humors der Besitzer einer Wurstfabrik Herr „Zipfel“ heißt. Die Autorinnen des Buches beschäftigen sich in Analysen, Pamphleten und Satiren mit der Frage, wie alles anfing und wann es endlich wieder aufhört.



Siegfried Jäger: Kritische Diskursanalyse. Eine Einführung. Unrast Verlag (Edition DISS). 5. Auflage, Oktober 2009. 404 S. (NB1124) 24 Euro
Kritische Diskursanalyse, inspiriert von den Schriften Michel Foucaults und orientiert an kultur- und literaturwissenschaftlichen Analyse- und Interpretationsverfahren, erfreut sich zunehmender Beliebtheit in allen Disziplinen, die mit Texten zu tun haben. Sowohl Pädagogen wie Psychologen, Sozial-, Sprach- und Literaturwissenschaftler, Medien- und Kommunikationswissenschaftler haben inzwischen erfolgreich mit den Vorschlägen, die die Kritische Diskursanalyse enthält, Diskurse analysiert und interpretiert. Das kritische Potential, das dieses Verfahren enthält, macht dieses besonders geeignet, gesellschaftlich brisante Themen zu analysieren, ihre Formen und Inhalte zu problematisieren und zu kritisieren, ungerechtfertigte Wahrheitsansprüche offenzulegen, Widersprüche aufzudecken und die suggestiven Mittel diskursiver Ansprache aufzuzeigen.



Siegfried Jäger (Hg.): Wie kritisch ist die Kritische Diskursanalyse? Ansätze zu einer Wende kritischer Wissenschaft. Unrast Verlag 2008 268 S. Pb. (NB1087) 24 Euro
Können Diskurstheorie und Diskursanalyse dazu beitragen, neue politische Wege aufzuzeigen, wie globalen Fehlentwicklungen konkret gegenzusteuern ist? Reicht es, das scheinbar Selbstverständliche als fragwürdig und veränderungsbedürftig auszumachen, oder können Orientierungen aufgezeigt werden, wie praktische politische Gegenwehr möglich ist? Um diese Fragen zu beantworten, werden verschiedene Konzepte von Diskurstheorie und Diskursanalyse dargestellt und deren politischer Stellenwert anhand konkreter Untersuchungen beleuchtet. Mit diesem Buch werden die 2007 auf dem 20. Jahrescolloquium des DISS gehaltenen Vorträge und Diskussionen veröffentlicht, die um weitere Beiträge zum Thema ergänzt wurden. Beiträge von Martin Dietzsch, Franz Januschek, Jürgen Link, Jobst Paul, Regina Wamper u.a.



Siegfried Jäger, Jens Zimmermann (Hg.) in Zusammenarbeit mit der Diskurswerkstatt im DISS: Lexikon Kritische Diskursanalyse. Eine Werkzeugkiste. Edition DISS im Unrast Verlag 2010. 144 S. (NB1150) 16 Euro
Alle Grundbegriffe der Kritischen Diskursanalyse. Die Diskurswerkstatt im DISS hat ein Begriffslexikon zur Kritischen Diskursanalyse erarbeitet. Dieses Lexikon enthält über 200 Definitionen zentraler Begriffe, die sich letztlich auf die Arbeiten von Michel Foucault beziehen. In einer Einleitung wird das zentrale Netz von Diskurstheorie und Diskursanalyse entfaltet, in dem sich diese Begriffe verorten lassen. An der Erarbeitung beteiligt waren ca. 18 Mitarbeiterinnen der Diskurswerkstatt. Die Redaktion erfolgt durch Siegfried Jäger und Jens Zimmermann. Diskursanalyse (-theorie) im Allgemeinen und die Kritische Diskursanalyse im Besonderen gehören mittlerweile zum theoretischen und methodischen Kanon der geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung. Das Begriffslexikon will den aktuellen Stand der Kritischen Diskursanalyse (KDA) theoretisch, methodisch und begrifflich erfassen. Es präzisiert Begrifflichkeiten und bietet darüber hinaus als Nachschlagewerk Hilfestellungen für konkrete empirische Arbeiten sowie Anregungen für die weitere theoretische Diskussion. Neben einer solchen anwendungs-spezifischen wissenschaftlichen Ausrichtung ist das Lexikon auch dazu geeignet, Studierenden den Zugang zu dem Standardwerk Kritischen Diskursanalyse (KDA). Eine Einführung (5. Aufl. 2009) zu erleichtern. Es kann komplementär zu dieser Einführung gelesen werden und so ein tieferes Verständnis der Theoriearchitektur und des methodischen Vorgehens ermöglichen. Das Lexikon richtet sich aber auch an „politisch Praktizierende“ und versucht für diskursanalytische Perspektiven auf Politik zu sensibilisieren. Die KDA stellt dabei das Rüstzeug zur Analyse gesellschaftlicher Konstruktionen wie z.B. ‚Gender‘ oder ‚Ethnie‘ sowie hegemonialer Identitäten und Politikformen zur Verfügung. Durch das auf diese Weise gewonnene Verständnis diskursiver Prozesse können politische Aktions- und Kommunikationsformen offengelegt und – wo es Not tut – kritisiert werden. Als angewandte Diskurstheorie kann Diskursanalyse sich interdisziplinär kritisch mit gesellschaftlichen Deutungs- und Wirklichkeitsproduktionen auseinandersetzen und es ermöglichen, Gegenstrategien zu hegemonialer Politik zu formulieren.



Duisburger Jahrbuch 2017. Mercator Verlag. 200 bS. mit zahlkr. Abb. (NB1367) 14,90 Euro
Großer Tusch für das Duisburger Jahrbuch! Mit der diesjährigen legen wir die 25. Ausgabe vor: Alles begann 1993 mit Berichten über die Einweihung der Stadtbahn, den 275. Hafengeburtstag, die ersten Gebäude von Norman Foster in Neudorf, die Duisburger Akzente, den Unternehmer August Thyssen, den MSV und, und, und... Seitdem wurden in den Jahrbüchern rund 800 Artikel über all die Themen veröffentlicht, die die Bewohner unserer Stadt besonders beschäftigt haben. Zu den Autoren gehörten und gehören Journalisten, Kulturschaffende aller Bereiche und auch engagierte Hobbyautoren, die mit viel Herzblut über ihre Spezialgebiete berichten.
In diesem Jahrbuch auch ein Bericht von Helmut Loeven über das vor 30 Jahren geschlossene Eschhaus
.